Wohin mit dem Hochwasser-Müll?

Veröffentlicht: Juni 21, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Müll, Schlamm, Kot und Öl: Das zurückgehende Hochwasser lässt viel Unrat zurück. Müssen Sandsäcke auf den Sondermüll? Was tun bei Ölrückständen im Garten? Fünf Tipps für die richtige Entsorgung.

Das Wasser läuft ab und hinterlässt Chaos. Alles ist voller Müll, bedeckt mit Dreck und Schlamm. Jetzt kommen das große Aufräumen und damit viele praktische Fragen: Wohin mit den gebrauchten Sandsäcken, den zerstörten Möbeln und kaputten Haushaltsgeräten? Und ist die glitschige Masse im Wohnzimmer einfach nur eklig oder sogar gesundheitsgefährdend?

Wie sollen alte Sandsäcke entsorgt werden?

Auf keinen Fall dürfen alte Sandsäcke sorglos liegengelassen oder gelagert werden. Sie müssen fachgerecht entsorgt werden. Das Umweltbundesamt (UBA) empfiehlt, die Säcke vorsorglich grundsätzlich auf den Hausmülldeponien abzugeben.

Nasse Sandsäcke sollten schnell aus den Wohngebieten entfernt werden, um die Verbreitung von Krankheitserregern zu verhindern. Dabei gilt: direkten Hautkontakt vermeiden, am besten wasserfeste Handschuhe tragen.

Womöglich gehören einige Sandsäcke auf den Sondermüll, weil sie etwa durch ausgelaufenes Öl belastet sind. Da die Zahl solcher Sandsäcke gering sein dürfte, sei aber angesichts der prekären Lage in den Flutgebieten eine ungeprüfte Ablagerung auf den Hausmülldeponien hinnehmbar, sagt das UBA.

In den meisten Städten werden die Säcke entweder von Entsorgungsfirmen kostenfrei eingesammelt oder können zumindest unentgeltlich an den Deponien abgegeben werden. So hat etwa das Umweltministerium in Sachsen die Deponiebetreiber aufgefordert, gebrauchte Säcke kostenlos entgegenzunehmen. Vielerorts gibt es auch zentrale Sammelstellen mit Containern, in die die Säcke entsorgt werden können.

Nicht mit der Flut in Berührung gekommene Sandsäcke können übrigens bedenkenlos für das nächste Hochwasser aufgehoben und wieder verwendet werden, leer oder gefüllt, je nachdem wie viel Platz ist – oder man spendet sie für einen guten Zweck: In Dresden haben Taschenbastler die Sandsäcke für sich entdeckt. Sieben Studenten gestalten aus den Säcken Umhängetaschen. Mit dem Erlös aus dem Verkauf wollen sie nichtstaatliche Kultureinrichtungen in der Region unterstützen, die von der Flut betroffen sind.

Was tun mit dem angeschwemmten Schlamm?

Ähnlich wie die Sandsäcke muss auch der von den Fluten zurückgelassene Schlamm über die Deponien entsorgt werden.

Auch im Schlamm können sich schadhafte Rückstände verstecken – etwa Öle, Schmier- und Kraftstoffe von aufgeschwemmten Fahrzeugen, Fäkalien oder Schwermetalle. Hinweise auf Kontaminationen sind zum Beispiel Ölschlieren auf dem Schlamm oder die räumliche Nähe zu ausgelaufenen Gefahrstoffen. Ob der Schlamm belastet ist, prüfen zum Beispiel die zuständigen Gesundheitsämter. Dort können Bürger anrufen und ihren Schlamm untersuchen lassen. Ist der Schlamm tatsächlich kontaminiert, gehört er auf die Sonderabfalldeponie.

Wie können nicht mehr zu rettende Möbel und anderer Hausrat entsorgt werden?

Zerstörtes Mobiliar ist in der Regel ein Fall für den Sperrmüll. Am besten sollte der grobe Dreck mit Wasser abgespült werden, bevor die Möbel in den Müll wandern.

Den holt entweder die Müllabfuhr ab oder er muss von den Bürgern selbst zu entsprechenden Abfallhöfen gebracht werden. Dort können meistens auch defekte Haushaltsgeräte wie Gefriertruhen, Kühlschränke oder Herde abgegeben werden. Sie sollten aber vorher geleert werden.

Die Entsorgung finanzieren die Kommunen. Weil aber nach der Flut besonders viele Haushalte betroffen sind und deshalb viel Müll anfällt, trägt zum Beispiel das Land Sachsen einen Teil dieser Kosten mit. 30 Millionen Euro hat der Freistaat betroffenen Kommunen, Landkreisen und kreisfreien Städten für die Entsorgung von Müll und Schlamm pauschal zur Verfügung gestellt.

Wie ist mit Verunreinigungen durch Fäkalien umzugehen?

Hat sich Inhalt aus Toilettenrohren in der Wohnung verteilt, ist das zunächst einmal unappetitlich und kann außerdem gesundheitsschädlich sein. Denn Krankheitserreger aus Kot und Urin können leicht unangenehme Beschwerden auslösen.

Deshalb gilt auch hier: schnell weg damit. Befinden sich die Fäkalien im Schlamm, kann dieser wie oben beschrieben über die Mülldeponien entsorgt werden. Sind außerhalb des Hauses Böden, zum Beispiel Felder, mit Fäkalien verunreinigt, regelt sich das Problem unter Umständen von selbst. „In diesem Fall würde ich auf die Selbstheilungskräfte des Bodens setzen“, sagt ein Sprecher des sächsischen Umweltministeriums. Im Prinzip werde der Boden so lediglich gedüngt.

Was tun bei Ölrückständen im Garten?

Nicht organisches Material wie etwa Mineralöle belasten die Böden mehr als Fäkalien. Das bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit rät, Gartenböden, die mit einem leichten Ölfilm überzogen sind, regelmäßig umzugraben, um für eine ausreichende Luftzufuhr zu sorgen. „Dann dürften die geringen Ölmengen bis zum Herbst abgebaut sein und keine dauerhafte Nutzungseinschränkung verursachen.“

Böden, die stark mit Öl getränkt sind, müssen allerdings fachgerecht entsorgt werden. Dafür sollen betroffene Bürger sich mit den zuständigen Ämtern abstimmen.

Schwimmt Öl auf dem Gartenteich, muss es vom Technischen Hilfswerk oder der Feuerwehr abgepumpt werden. Danach sollte der Teich gereinigt und neu mit Wasser befüllt werden.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/muell-nach-der-flut-tipps-zur-richtigen-entsorgung-a-906207.html

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