Archiv für Juni 20, 2013

Caaschwitz: Kindergärten helfen sich untereinander

Veröffentlicht: Juni 20, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, Thüringen

Awo-Kitas aus Paitzdorf und Rückersdorf spenden fast 900 Euro für die vom Hochwasser schwer beschädigte Caaschwitzer Kindertagesstätte „Märchenbuche“. Dort organisiert die Chefin inzwischen auch Hilfe für andere.

Caaschwitz. Die Kindergärten der Arbeiterwohlfahrt im Landkreis helfen sich gegenseitig. Gestern übergaben Helga Bräunlich von den „Paitzdorfer Strolchen“ 460 Euro und Silvia Weber vom „Löwenzahn“ in Rückersdorf 324,55 Euro und einen Umschlag einer Familie an Gabriele Zepnik, die Leiterin der so schwer getroffenen „Märchenbuche“ in Caaschwitz.

Am 3. Juni hatte es den Kleinkindbereich und den Spielgarten geflutet. Seit voriger Woche werden die zwölf Kleinkinder zwischen zehn Monaten und zweieinhalb Jahren wieder im Kindergarten betreut. Dafür mussten die Großen ins Gemeindeamt ausziehen. Im vor drei Jahren angebauten Raum für die Kleinsten laufen noch immer die Trockengeräte und fressen Strom für 250 Euro pro Woche. Der Spielgarten ist wider Erwarten schnell aufgeräumt gewesen und sauber. Nun fehlt noch neuer Kies. „Viele Eltern und auch Fremde haben mitgeholfen“, sagt Frau Zepnik.

Sie erlebt eine große Spendenbereitschaft, von der auch Enrico Heinke, Vorstandsvorsitzender des Arbeiterwohlfahrt Kreisverbandes Greiz überwältigt war. „Schon am zweiten Tag nach der Flut fragten die Kindergärten bei mir an, wie sie helfen könne, da hatte ich noch gar nicht realisiert, was zuerst zu tun ist“. Er zog gestern den Hut vor Gabriele Zepnik und ihrem Team und auch vor Bürgermeister Dieter Dröse. „Es ist beeindruckend, wie auch die Leute im Ort geholfen haben, da bekomme ich jetzt noch richtig Gänsehaut“, beschrieb Heinke.

Auf bis zu 60 000 Euro beläuft sich der Schaden in dem Haus für insgesamt 45 Kinder. So schnell wird er nicht behoben sein. Neue Möbel sind bestellt, doch Lieferzeiten liegen bei sechs bis acht Wochen.

Die Mädchen und Jungen staunten gestern über die Geschenke. Aus Rückersdorf hatte Nico ein großes Bild mitgebracht. Darauf stand, dass die Kinder für ihren Kuchenbasar allein 80 Minikuchen gebacken hatten. Helga Bräunlich aus Paitzdorf hatte ein Buch im Gepäck: „Der kleine Maulwurf hilft der Maus“ heißt es und handelt vom Hochwasser. Der dreijährige Silas drückte das Paitzdorfer Bild an sich, auf das Jonathan noch zwei Euro geklebt hatte. So sieht Freude aus. Weil die Hilfe so groß ist, vermittelt Gabriele Zepnik Sachspenden inzwischen auch an betroffene Kindergärten in Zeitz und an den überfluteten in Gößnitz.

Die Caaschwitzer erleben großes Glück. Im Aquarium in der Garderobe schwimmen jetzt der Glücksfisch und zwei andere.

Quelle: otz.de

Evakuierung zahlreicher Orte im Elbe-Havel-Winkel aufgehoben

Veröffentlicht: Juni 20, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Wegen sinkender Wasserstände am Elbe-Havel-Winkel hat der Kreis Stendal am Donnerstag zahlreiche Evakuierungen aufgehoben. Tausende Bewohner können nach dem Hochwasser seit 8 Uhr morgens in ihre Häuser zurückkehren, wie der Katastrophenschutzstab des Kreises mitteilte. Freigegeben seien etwa Kuhlhausen, Garz, Wulkau, Hohenkamern, Sandau, Schönfeld, Wust und Klietz. Die Behörden wiesen die Bewohner darauf hin, dass viele Zufahrtsstraßen noch überschwemmt sind oder geschlitzt wurden, damit das Wasser in die Havel fließen kann. Zudem sei noch nicht überall die Abwasser- und Stromversorgung wieder intakt. Für Jederitz, Kamern, Schönhausen und Fischbeck gilt weiterhin die Evakuierung. Während des Elbe-Hochwassers waren laut Krisenstab im Kreis Stendal 8400 Menschen aufgefordert worden, ihre Häuser zu verlassen. (dpa/sa)

Quelle: fr-online.de

Landtag diskutiert über besseren Schutz vor Hochwasser

Veröffentlicht: Juni 20, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Mit einer Debatte zum Hochwasser hat am Donnerstag die Sitzung des Landtags in Magdeburg begonnen. Die Abgeordneten wollen unter anderem darüber diskutieren, wie der Schutz vor Hochwasser noch verbessert werden kann. Alle Fraktionen sind sich mittlerweile einig darüber, dass nicht ausschließlich auf die Sanierung und den Bau von Deichen gesetzt werden kann, sondern die Flüsse mehr Überflutungsflächen erhalten müssen. Unterdessen wirbt Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) bei der EU-Kommission in Brüssel um Hilfen. Laut Medienberichten vom Donnerstag hat der Präsident der EU-Kommission, José Manuel Barroso, in einem Gespräch mit Haseloff Unterstützung zugesagt. (dpa/sa)

Quelle: fr-online.de

Aeikens verteidigt Hochwasserschutzprogramm

Veröffentlicht: Juni 20, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalts Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) hat das Hochwasserschutzprogramm des Landes verteidigt. Die Maßnahmen nach der Flut 2002 seien richtig gewesen, sagte der Minister am Donnerstag in einer aktuellen Debatte des Landtags. Ohne sie wäre es bei der Flut 2013 noch viel schlimmer gekommen. «Die neuen Deiche haben gehalten», betonte Aeikens. Nur die alten Deiche, unter anderem bei Fischbeck, seien gebrochen. Der Minister wies Vorwürfe der Opposition zurück, dass die 500 Millionen Euro, die seit 2002 in den Hochwasserschutz geflossen seien, fast ausschließlich für den Deichbau verwendet worden seien. Das Geld sei auch in Polder und Überflutungsflächen gesteckt worden.

Aeikens schätzte, dass das Hochwasser 2013 mindestens ebenso viele Schäden angerichtet hat wie die Flut 2002. Damals waren Schäden in Höhe von etwa einer Milliarde Euro zu beklagen. Besonders hoch seien die Verluste in der Landwirtschaft. Etwa zehn Prozent der Agrarflächen des Landes seien überflutet. «Viele Bauern werden keine Ernteerlöse erzielen», sagte Aeikens.

Bei seinen derzeitigen Gesprächen in Brüssel habe Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) von der EU-Kommission die Zusage von 50 Millionen Euro aus dem Europäischen Solidaritätsfonds für die Betroffenen des Hochwassers erhalten, sagte Aeikens. (dpa/sa)

Quelle: fr-online.de

Rüdesheimer Freibad bleibt nach Hochwasser geschlossen

Veröffentlicht: Juni 20, 2013 von fluthelfer in Bayern

Sonnenschein hin oder her, in Rüdesheim stehen Wasserratten in diesen Tagen vor verschlossenen Freibadtüren: Nach dem Hochwasser muss das Asbach-Bad weiter geschlossen bleiben. Die Aufräumarbeiten seien noch nicht abgeschlossen, teilte die Stadt Rüdesheim am Donnerstag im Internet mit. Wie eine Mitarbeiterin des zuständigen Energie-Dienstleistungszentrums (EDZ) sagte, müsse der Rheinpegel erst weiter sinken. Im Laufe der kommenden Woche werde mit der Wiedereröffnung gerechnet. (dpa/lhe)

Quelle: fr-online.de

Veröffentlicht: Juni 20, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Hochwasser-Opfer dürfen nach Hause zurück

Optimus nach dem Hochwasser: Eine Tafel an einer Galerie in Dresden-Loschwitz. Foto: dpa

Noch steht das Wasser vielerorts, doch im Landkreis Stendal können viele Menschen wieder in ihre Heimatorte zurück. Wegen der Hochwassergefahr werden mancherorts Umsiedlungen erwogen.

Das Ausmaß der Hochwasser-Katastrophe wird Wochen nach deren Beginn immer deutlicher: Im besonders schwer betroffenen Elbe-Havel-Winkel in Sachsen-Anhalt hat der Kreis Stendal viele Evakuierungen aufgehoben. Das Wasser sinkt. Tausende Bewohner dürfen seit Donnerstag in ihre Häuser zurück – und beginnen nun mit dem Aufräumen. In Brandenburg beschädigten heftige Unwetter die Elbdeiche an zwei Stellen, was jedoch laut Behörden keine neue Gefahr ist.

In Sachsen erwägt der Oberbürgermeister von Grimma, Menschen zum Schutz vor weiteren Fluten umzusiedeln. In Niedersachsen hat das Elbe-Hochwasser wohl den Großteil des Bibernachwuchses getötet. In einem dpa-Gespräch forderte ein Chemiker von der Bundesanstalt für Gewässerkunde, Flüsse vor giftigen Altlasten besser zu schützen.

Entspannung im Süden

In Sachsen-Anhalt betonten die Behörden trotz aufgehobener Evakuierungen, viele Zufahrtsstraßen seien noch überschwemmt, zudem sei noch nicht überall die Abwasser- und Stromversorgung wieder intakt. Während des Elbe-Hochwassers waren im Kreis Stendal 8400 Menschen aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen.

Weiter südlich entspannt sich die Hochwasserlage entlang der Elbe weiter. Das Pretziener Wehr wurde wieder geschlossen. Die Hochwasserschutzanlage war am 3. Juni geöffnet worden, um Magdeburg und weitere Orte zu schützen. Das Wehr sorgt dafür, dass ein Drittel des Elbewassers in einem 21 Kilometer langen Kanal umgeleitet wird.

Der Oberbürgermeister des sächsischen Grimma, Matthias Berger (parteilos), erwägt Umsiedlungen aus der Muldeaue, um dem Fluss mehr Raum zu geben. Man wolle Vorreiter für einen neuen Hochwasserschutz werden, sagte Berger der „Leipziger Volkszeitung“. „Wir sind in einer
Situation, in der es keine Denkverbote geben darf.“

In Niedersachsen dürfte das Elbe-Hochwasser Biber und Bodenbrüter schwer getroffen haben. „Wir müssen davon ausgehen, dass ein Großteil des diesjährigen Bibernachwuchses nicht überlebt hat“, sagte Johannes Prüter, Leiter des Biosphärenreservates Niedersächsische Elbtalaue. Bei den Vögeln gelte das gleiche für die Bodenbrüter.

Giftige Altlasten aus der Tiefe

Am Rande der Karlsruher Flussgebietstage sagte Peter Heininger von der Bundesanstalt für Gewässerkunde, eine Flut wie jetzt an der Elbe hole giftige Altlasten – vor allem Schwermetalle – aus den Tiefen des Flussbettes, die sich dort in Jahrzehnten abgesetzt haben. Diese Fracht werde flussabwärts getragen und bedrohe Weideland und die Meeresumwelt. An der Elbe und ihren Zuflüssen sei das Problem besonders ausgeprägt:

Als Gründe nannte der Chemiker die Bergbautradition im Erzgebirge sowie Industriebrachen und schlechte oder fehlende Kläranlagen zu DDR-Zeiten. Die Altlasten-Beseitigung wäre teuer, dennoch müsse das Problem auf der Tagesordnung bleiben. (dpa)

Quelle: fr-online.de

Tausende Hochwasser-Opfer dürfen nach Hause zurück

Veröffentlicht: Juni 20, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Das Ausmaß der Hochwasser-Katastrophe wird Wochen nach deren Beginn immer deutlicher: Im besonders schwer betroffenen Elbe-Havel-Winkel in Sachsen-Anhalt hat der Kreis Stendal viele Evakuierungen aufgehoben. Das Wasser sinkt. Tausende Bewohner dürfen seit heute in ihre Häuser zurück – und beginnen nun mit dem Aufräumen. In Brandenburg beschädigten heftige Unwetter die Elbdeiche an zwei Stellen, was jedoch laut Behörden keine neue Gefahr ist. (dpa)

Quelle: fr-online.de

Tausende Menschen dürfen zurück in ihre Häuser

Veröffentlicht: Juni 20, 2013 von fluthelfer in Stendal

Die Pegelstände sinken langsam – und im Landkreis Stendal können viele Menschen wieder in ihre Heimatorte zurück. Die Region ist besonders stark von Überflutungen betroffen. Nun beginnen dort die Aufräumarbeiten.

Die Hochwasserkatastrophe ist noch nicht vorbei, vielerorts entspannt sich die Lage aber deutlich: Im besonders schwer betroffenen Elbe-Havel-Winkel in Sachsen-Anhalt hat der Kreis Stendal viele Evakuierungen aufgehoben. Das Wasser sinkt, Tausende Bewohner dürfen in ihre Häuser zurück – und beginnen nun mit dem Aufräumen. In Brandenburg beschädigten heftige Unwetter die Elbdeiche an zwei Stellen, was jedoch laut Behörden keine neue Gefahr darstellt.

In Sachsen-Anhalt betonten die Behörden trotz aufgehobener Evakuierungen, viele Zufahrtsstraßen seien noch überschwemmt. Zudem sei noch nicht überall die Abwasser- und Stromversorgung wieder intakt. Während des Elbe-Hochwassers waren im Kreis Stendal rund 8400 Menschen aufgefordert worden, ihre Häuser zu verlassen.

Weiter südlich entspannt sich die Hochwasserlage entlang der Elbe weiter. Das Pretziener Wehr wurde wieder geschlossen. Die Hochwasserschutzanlage war am 3. Juni geöffnet worden, um Magdeburg und weitere Orte zu schützen. Das Wehr sorgt dafür, dass ein Drittel des Elbewassers in einem 21 Kilometer langen Kanal umgeleitet wird.

In Thüringen soll als Konsequenz aus den Fluten, die 18 der 23 Landkreise und kreisfreien Städte trafen, das Hochwasserschutzsystem verbessert werden. Das erklärten Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) und Vertreter der fünf Fraktionen bei einer Debatte im Landtag. Das Hochwasser hat nach Einschätzung von Lieberknecht in Thüringen Schäden im dreistelligen Millionenbereich hinterlassen. Eine komplette Schadensbilanz soll am 10. Juli vorliegen.

Der Oberbürgermeister des sächsischen Grimma, Matthias Berger (parteilos), erwägt Umsiedlungen aus der Muldeaue, um dem Fluss mehr Raum zu geben. Man wolle Vorreiter für einen neuen Hochwasserschutz werden, sagte Berger der „Leipziger Volkszeitung“. „Wir sind in einer Situation, in der es keine Denkverbote geben darf.“

wit/dpa

Gemüseebbe nach der Flut

Veröffentlicht: Juni 20, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Die Nachfrage nach regionalen Lebensmitteln steigt. Dumm nur, dass wegen Kälte und Hochwasser in vielen Regionen Deutschlands dieses Jahr kaum etwas wächst.

Martina Kroh ist wütend. Als ob der ewige Winter und der viele Regen nicht schon schlimm genug waren. Vor ein paar Tagen flatterte der Landwirtin dann noch der Werbeprospekt einer Supermarktkette ins Haus: „Erntefrischer, junger Zuckermais“, stand da, „marktfrisch aus Deutschland!“ „Da habe ich direkt deren Hotline angerufen und gefragt, wo dieser Mais denn wirklich herkommt“, sagt die Chefin des Bio-Guts Stichelsdorf bei Halle Saale. Klar sei ja wohl: Aus Deutschland sicher nicht.

Das Wetter macht deutschen Gemüsebauern zu schaffen. Viele klagen schon jetzt über große Ernteeinbußen, Frühjahrsgemüse wie Spargel und die Erdbeeren wuchsen wegen der langen Kälte schlecht. Und nun bedrohen Starkregen und Hochwasser auch die kommende Ernte. Felder sind überflutet oder versinken im Matsch, können gar nicht oder erst spät bebaut werden. Dort, wo bereits etwas gewachsen war, faulen und schimmeln Pflanzen und Früchte.

Dem gegenüber steht die ungebrochen wachsende Nachfrage nach regional produzierten Lebensmitteln. Bio ist das eine, regional und saisonal sind die anderen beiden Zauberwörter, auf die immer mehr Kunden anspringen.

Martina Kroh verkauft ihr Bio-Gemüse ausschließlich in der Region, auf Wochenmärkten in Halle und Leipzig und per „Gemüsekiste“: Kunden bekommen geliefert, was auf ihren Feldern gerade reif ist. Eigentlich. Nach heftigen Regenfällen drückte Grundwasser nach oben und überschwemmte die Hälfte ihrer Anbaufläche. Auf gut zwei Hektar stand es zehn Zentimeter hoch. „Diese Flächen können wir dieses Jahr abhaken, da sind alle Messen gelesen.“ Jetzt muss die Gemüsebäuerin genau überlegen, was sie in ihre Kisten packen kann.

Keine Auberginen und Minipaprika

400 Kilometer südlich im niederbayerischen Kößnach ist ebenfalls Improvisation gefragt. Hier verschickt Martina Kögl pro Woche 1.500 Kisten voll Bio-Lebensmittel regionaler Produzenten. Letzte Woche waren in der Standard-Kiste Kopfsalat und Frühlingszwiebeln aus Eichendorf bei Landau und Rettich von der Isar, aber auch ein Bund Frühkarotten und Wirsing aus Italien, Stangensellerie aus Spanien. „Wir hätten gern Radieschen von hier reingepackt, niederbayerische Gurken und statt Wirsing Kohlrabi aus der Region“, sagt die Chefin der Ökokiste Kößnach. Aber viele Felder der Bauern, mit denen sie zusammenarbeitet, standen unter Wasser. Einer schrieb Kögl, er werde dieses Jahr überhaupt keine Auberginen und Minipaprika liefern können, 80 Prozent weniger Erdbeeren und keine einzige Einmachgurke. Ein anderer bat sie, seinen Spargel aus dem Angebot zu streichen – alles sei kaputt.

Regionaler Spargel ist dieses Jahr ein Luxusprodukt, entschied Kögl. Muss man nicht haben. Wenn es hier keinen mehr gibt, kommt keiner in die Kiste. „Auf andere Produkte aber können wir langfristig nicht verzichten. Da müssen wir auf andere Erzeuger ausweichen. Erst mal aus Gegenden in Deutschland, wo das Hochwasser nicht ganz so schlimm war. Und wenn es gar nicht anders geht auf italienische, spanische oder französische Produkte.“

Auch Martina Kroh in Sachsen-Anhalt hat vergangene Woche Knollenfenchel zugekauft und in ihre Kiste gepackt. Ohne den wäre der Inhalt zu eintönig gewesen. Hochwasserbedingt diesmal nur Salat und Lauchzwiebeln? Das kann sie ihren Kunden nicht anbieten. Es ist ja schon so schwer genug, den Verbrauchern klarzumachen, dass auf dem Feld – anders als im Laden – nicht immer alles verfügbar ist. „Bei mir haben sie schon nach Tomaten gefragt, da war gerade 14 Tage der Schnee weg. Und vor drei Wochen rief eine Kundin an und wollte unbedingt frische Bundmöhren.“ Ihr Supermarkt hätte doch schon längst welche. „Das habe ich dieser Servicehotline auch gesagt: Statt Mais im Mai als erntefrisch zu verkaufen, sollten die doch lieber die Leute darauf sensibilisieren, was wann in Deutschland Saison hat. Viele haben gar keine Ahnung mehr.“

Hoffen auf einen warmen Sommer

Jan Plagge, Präsident des Erzeugerverbandes Bioland, glaubt, dass seine Kunden da anders sind: „Die Verbraucher wissen, dass es bei uns nicht das ganze Jahr über Erdbeeren gibt. Und sie wissen auch, dass Erdbeeren auf überschwemmten Feldern keine Chance haben. Das ist ja gerade unsere Stärke: Bioland ist bio, regional und saisonal statt ständig verfügbar. Und es zeugt davon, dass wir eine verlässliche Qualitätsprüfung machen.“

Allerdings sind knappe Ernten oft mit einem Preisanstieg verbunden. Sowohl Martina Kroh als auch Martina Kögl werden wohl den Preis ihrer Kisten anheben müssen. Noch seien die Kunden voll Nachsicht, sagt Kögl, die Flut sei gerade in ihrem Liefergebiet um Deggendorf und Passau ja sehr präsent. „Wenn die Auberginen im Spätsommer dann aber viel teurer sind als letztes Jahr – ob das dann noch verständlich ist?“

Beide Frauen hoffen auf einen warmen Sommer mit moderaten Niederschlägen. Eine Dürreperiode wäre für Pflanzen, die das Hochwasser überstanden aber deshalb nur kleine Wurzeln haben, katastrophal. Bis zu 80 Prozent Ernteausfall könnte die Folge sein, fürchtet Kroh. Klappt es aber mit dem Regen, dürfe man wenigstens auf eine gute Kohlernte hoffen. Im Herbst, wohl gemerkt. „Im Supermarkt bieten die bestimmt schon in ein paar Wochen frischen Kohl an.“ Und dann wird sie wieder ihren Kunden erklären müssen, dass der nicht aus der Region sein kann. Ihre eigenen Kohlpflänzchen sind noch sehr klein. Aber sie haben eine Chance.

Quelle ZEIT ONLINE

Das Trauma Flut

Veröffentlicht: Juni 20, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Der Norden Sachsen-Anhalts ist nur dünn besiedelt, nun beraubt die Flut die Gegend ihrer letzten Chancen. Eine Region resigniert. Von Björn Menzel, Stendal

Landrat Carsten Wulfänger hat die Ärmel seines weißen Hemdes hochgekrempelt. „Herzlich Willkommen zu einem neuen Tag mit Katastrophenfall im Landkreis Stendal“, sagt der Christdemokrat und setzt sich. Das meint der zierliche Mann mit den weißen Haaren nicht zynisch.

Erst seit drei Monaten steht er an der Spitze des Landkreises Stendal im Norden Sachsen-Anhalts. Seit gut einer Woche muss er mit ansehen, wie sich nach dem Deichbruch bei dem Örtchen Fischbeck die Elbe immer mehr von seinem Landkreis holt. Entspannung an den Deichen ist nicht in Sicht.

Mit knapp 2.500 Quadratkilometern Fläche ist der Kreis zwar fast so groß wie das Saarland. Doch mit seinen nur 120.000 Einwohnern gehört das Gebiet zu den am dünnsten besiedelten Regionen Deutschlands – bei fallender Tendenz. Wer hier unterwegs ist, sieht weite Wälder, die sich mit Feldern abwechseln, viele Äcker enden erst am Horizont. Das Land ist ähnlich platt wie in Ostfriesland, die meisten Menschen leben in Dörfern, die kaum mehr als 200 Einwohner zählen. Touristen, die in die Altmark kommen, suchen Natur, Ruhe oder die Spuren der Geschichte. Schließlich wurde Reichskanzler Bismarck 1815 in Schönhausen im heutigen Landkreis Stendal geboren. Es gibt hier keine Autobahn, nur alle paar Stunden hält der ICE in Stendal. Unter normalen Verhältnissen, seit dem Hochwasser fährt er gar nicht.

Viele Altmärker verlassen täglich ihre Heimat zum Arbeiten, wer nicht, verdient sich als Landwirt seinen Lebensunterhalt. Die einzige Industrie ist ein Zellstoffwerk, das rund 600 Menschen Arbeit gibt. Politiker suchen seit Jahren nach Wegen, um die Region wirtschaftlich zu stärken – mit mäßigem Erfolg.

Für die gebeutelte Region ist das Hochwasser eine Katastrophe. „Die Leute hier sind zum Teil traumatisiert“, sagt Landrat Wulfänger. Es werde lange dauern, bis das Geschehene in den Köpfen der Menschen verarbeitet sei. Und schon jetzt ist klar: „Wir können die Schäden niemals selber beheben, wir sind auf die Hilfe von anderen, unter anderem dem Land, angewiesen.“ Wie groß die Zerstörungen sind, kann noch niemand genau sagen, solange das Wasser nicht zumindest abgeflossen ist.

Wo ist das Hochwasser am schlimmsten?

Während in anderen vom Hochwasser betroffenen Regionen die Anspannung nachlässt, müssen die Anhalter weiter kämpfen: Etwa 200 Quadratkilometer Land stehen bereits unter Wasser. Brücken sind lahmgelegt, Straßen nicht mehr befahrbar, Eisenbahnlinien wie die Regionalbahn zwischen Stendal und Tangerhütte tot.  Tausende Bewohner wurden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Die Bundeswehr flog tagelang Evakuierungseinsätze.

Und der Krisenstab versuchte mit ungekannten Mitteln, der Lage Herr zu werden: Er ließ die Bundeswehr vor dem Deich mehrere Lastkähne sprengen, um die Wassermassen zu stoppen. „Das war einer der erregendsten Momente“, sagt Oberstleutnant Daniel Decker. Pioniere, die vor Kurzem noch in Afghanistan im Einsatz waren, zündeten die Ladung. Den Sprengstoff hatten sie aus Hannover herbeigeschafft.

130 Brücken sind zu prüfen

Außerdem halfen die Soldaten, in der Altmark Straßen aufzuschlitzen, wie sie es nennen. Das ist noch untertrieben: Mit Panzern schoben sie die Fahrbahn bei Klietz auf einer Länge von 200 Meter weg, damit angestautes Wasser abfließen kann. Außerdem mussten an drei weiteren Stellen nahe den Ortschaften Wulkau, Kuhlhausen und Jederitz Straßen aufgerissen werden.

Einer, der sich eine erste Übersicht über die Schäden macht, ist Uwe Langkammer von der Landesbaubehörde. Für ganz Sachsen-Anhalt geht er von Straßenschäden zwischen 70 und 95 Millionen Euro aus. Bis zu 130 Brücken müssten auf ihre Standsicherheit überprüft werden. Für die Altmark selbst kann er noch nichts abschätzen. Doch Langkammer verspricht: „Wir werden die Verkehrswege wieder instand setzen, noch in diesem Jahr wird der Verkehr wieder rollen.“

8.000 Tiere töten?

Über genaue Zeiträume könne er allerdings nur mutmaßen. Besonders betroffen ist die Bundesstraße 188 zwischen Tangermünde und Rathenow. Die Fahrbahn gibt es teilweise gar nicht mehr. Langkammer regt an, die Reparaturen im beschleunigten Vergabeverfahren zu beauftragen. Am Donnerstag will sich der Landtag mit einer Regelung dazu befassen.  Langkammer hofft. Wann es Geld gibt, ist noch unklar: Ein Treffen von Bund und Ländervertretern am Dienstag endete ohne konkreten Beschluss zum geplanten Hochwasserfonds.  

Dabei sind gerade die Straßen so wichtig. Etwa für die Bauern, die die Milch täglich von Transportern abholen lassen. Der Landrat erzählt, es gebe Kuhhalter in der Altmark, die die frische Milch ins Abwasser schütten, weil ihre Ställe für Lkw unerreichbar sind. Eine doppelte Katastrophe.

Nur mit größter Mühe wehrt sich in Scharlibbe eine Schweinemastanlage der Agrargenossenschaft Elbeland gegen das Wasser, 8.000 Tieren sind bedroht. Ein Notstromaggregat versorgt die Melkmaschinen, drei Bauern harren im Stall aus. Kurzzeitig stand die Entscheidung im Raum, alle 8.000 Tiere zu töten. Für die Bauern wäre das ein Desaster gewesen.

Quelle ZEIT ONLINE

Das Hochwasser besonders im Süden und Osten Deutschlands hat in vielen Haushalten auch Schäden an elektrischen Hausgeräten verursacht. AEG bietet mit sofortiger Wirkung beim Kauf von Haushaltsgroßgeräten Hilfe an. Das Unternehmen unterstützt die betroffenen Haushalte mit einem Nachlass von 20 % auf den bezahlten Verkaufspreis, der über den teilnehmenden Fachhandel gewährt wird.

Betroffene der jüngsten Überschwemmungen werden gebeten, beim Kauf eines Haushaltsgroßgerätes der Marke AEG eine Bestätigung der jeweiligen kommunalen Behörde vorzulegen. Der Sonderrabatt von 20 % wird direkt im Handel von der Kaufsumme abgezogen. Die Hilfsaktion für Flutopfer dauert bis zum 31. Juli.

Informationen erhalten die Betroffenen direkt im Fachhandel.

 

Mehr Informationen HIER

Weitere Fluthilfe vom Kohleförderer

Veröffentlicht: Juni 20, 2013 von fluthelfer in Sachsen

Die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft (Mibrag) unterstützt auch nach der Soforthilfe weiterhin von der Flut betroffene Kommunen im Landkreis Leipzig und im benachbarten Burgenlandkreis. Das Unternehmen teilte mit, Schwerpunkte für die Unterstützung seien kommunale und soziale Einrichtungen sowie Vereine. Nach den Tagen des akuten Hochwassers stehe praktische Hilfe beim Aufräumen im Fokus.

Azubis helfen beim Aufräumen

So habe ein Lkw mit Ladekran in der Stadt Pegau, Sperrmüll abtransportiert. Aus Elstertrebnitz wurden fast 40.000 Sandsäcke abgefahren. Auch Pumpen, Trocknergeräte und Notstromaggregate stellte das Unternehmen kurzfristig zur Verfügung. Etwa 20 Auszubildende der Mibrag packten beim Aufräumen in den Berufsbildenden Schulen Burgenlandkreis in Zeitz an. Das Unternehmen stellte den Helfern dort außerdem Arbeitsmittel wie Gummistiefel und Handschuhe zur Verfügung.

Viele Mitarbeiter des Braunkohleförderers sind den Angaben zufolge ehrenamtlich in Hilfsorganisationen wie Freiwilligen Feuerwehren, Technischem Hilfswerk oder DRK tätig. Versehen diese als Einsatzkräfte im Rahmen der Hochwasserhilfe ihren Dienst, werden sie vom Unternehmen bezahlt freigestellt.

Sanierung von Kita-Spielplätzen

Fünf Kindertagesstätten haben bereits die Zusage, dass sie bei der Neugestaltung der Außenanlagen unterstützt werden. Das betrifft den Austausch von Kies- und Sandflächen, die Erneuerung des Fallschutzes an Spielgeräten, den Grünschnitt sowie die Rekonstruktion der Rasenflächen. Zudem versuche die Mibrag, Landwirte der Region mit Grünfutter zu unterstützen. Viele Grünflächen in der Nähe der Flüsse waren überspült und teilweise verseucht worden.

http://www.mdr.de

Das Hochwasser vergiftet die Böden

Veröffentlicht: Juni 20, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Allmählich verschwindet das Hochwasser, die Pegel sinken. In viele zuvor evakuierte Gebiete können die Bewohner zurückkehren. Doch was sie vorfinden, ist Chaos: Das Hochwasser hat Verwüstung hinterlassen. Und nicht nur das – das Hochwasser hat auch Gift und Keime gebracht.

Ein aufgeschwemmtes Reh treibt in den braunen Fluten. Unweit des Flusses breiten sich metergroße Ölfilme wie Teppiche aus. Das gewaltige Hochwasser hat nicht nur zerstörte Häuser und abgeknickte Bäume hinterlassen, sondern auch giftige Böden und gesundheitsgefährliche Keime. Ackerflächen und Weiden sind potenziell gefährdet – aber auch Gärten, sagte der Professor für Bodenkunde und Bodenbiogeochemie von der Universität in Halle, Reinhold Jahn.

Die Ablagerungen der Flüsse seien prinzipiell etwas Positives. „Sie sind sehr fruchtbar“, sagte Jahn.

Doch in den Gewässern wie Elbe und Mulde kämen wegen angrenzender Industriewerke auch Schwermetalle vor. „Wenn sich diese in den Auen ablagern, ist das für die Natur problematisch“, erklärte Jahn.

Zudem lagerten in Kellern allerlei Chemikalien. Farbeimer und Öltanks seien in den Fluten nach oben getrieben worden und ausgelaufen. „Wenn es ein dünner Film ist, wird er in einem Dreivierteljahr von selbst abgebaut“, so Jahn. Sonst müssten dringend Behörden zur Reinigung gerufen werden.

Auch die in den Fluten ertrunkenen Tiere belasten die Umwelt. Die Kadaver würden Verwesungs- und Fäkalkeime ins Wasser leiten, sagte Jahn. „Es wird dringend davon abgeraten, in den Hochwassergebieten Gartengemüse zu essen“, riet Jahn. Das Grundwasser sei hingegen nicht gefährdet, da es meist aus tieferen Grundwasserstockwerken käme.

Die Landwirte kämpfen derweil mit ganz anderen Problem. Kühe und Pferde dürften erst weiden, wenn die Ämter die untersuchten Felder wieder freigeben würden, sagte der Sprecher des Landesbauernverbands Sachsen-Anhalt, Christian Apprecht, in Magdeburg. Es sei möglich, dass Weiden noch monatelang gesperrt blieben.

Die Dürrezeit muss mit Futterreserven aus den Lagern überbrückt werden. „Doch das wird irgendwann knapp“, sagte Apprecht. Die Bauern schauen mit bangen Blicken gen Winter. Da noch immer etwa 115 000 Hektar Land unter Wasser stehen und einige Gebiete kontaminiert sein könnten, kann auf den Feldern kein Heu für die kalte Jahreszeit gemacht werden.

Um die Not zu lindern, stellen Bund und Länder für die Beseitigung der Schäden in den Hochwassergebieten bis zu acht Milliarden Euro bereit – im Fluthilfefonds. Landwirtschaftliche Betriebe erhalten nach Angaben der Landesregierung eine Soforthilfe von maximal 5000 Euro.

Quelle: http://www.tagesspiegel.de

Tausende Wildtiere sind im Hochwasser ertrunken

Veröffentlicht: Juni 20, 2013 von fluthelfer in Brandenburg

 

Das Hochwasser hat in Brandenburg tausenden Wildtieren das Leben gekostet. „Viele Rehe und Hasen, einige Füchse, aber auch andere kleine Tiere wie Mäuse und Maulwürfe sind in den überfluteten Gebieten ertrunken“, sagte der Präsident des Umweltamtes, Matthias Freude. Auch zahlreiche Vogelnester von Wiesenbrütern wurden überspült. „Sogar Biber ertrinken beim Hochwasser, wenn die Strömung zu stark ist oder sie in ihren Bauen eingeschlossen werden und ersticken.“

Viele Tierkadaver werden erst jetzt sichtbar, da das Wasser in der Prignitz, im Havelland und in den anderen betroffenen Regionen langsam abfließt. Die bei weitem größten Auswirkungen hat die Flut bei Spinnen und Insekten. „Millionen kleiner Krabbeltiere sind hier betroffen“, sagte Freude. Und sogar Fische hätten unter den Wassermassen zu leiden: „Mit dem Hochwasser selbst kommen ältere Fische zwar meist klar. Schwierig wird es, wenn das Wasser auf überfluteten Flächen länger steht“, erklärte der Umweltexperte. Bei den jetzigen heißen Temperaturen sei der Sauerstoffvorrat rasch aufgebraucht und die Tiere ersticken. „Ein Fischsterben ist hier vorprogrammiert. Und wenn das Wasser zurückgeht, werden weitere Fische auf dem Trockenen zappeln“, ergänzte Freude.

Störche, Kraniche, Graureiher gehören zu den Profiteuren

Störche, Kraniche, Graureiher und andere fischfressende Arten können sich da freuen – sie gehören zu den Profiteuren der Flut. Auch ans Tageslicht kommende Regenwürmer sowie flüchtende Mäuse und Maulwürfe brauchen sie nur aufzusammeln. Aber viele Flüchtlinge überleben die Fluten auch unbeschadet – selbst ohne eine Arche Noah: „Die Tiere sind nicht unvorbereitet. In ihrer Entwicklungsgeschichte haben sie Hochwasser schon oft erlebt“, sagte Freude. Und manche hätten im Laufe der Jahrmillionen erstaunliche Mechanismen entwickelt, um Flutkatastrophen zu entgehen. So können alle Säugetiere schwimmen. Vögel legen neue Eier und machen sogenannte Nachgelege, wenn ihre Nester überspült wurden. Und sogar am Boden krabbelnde Spinnen können den Wassermassen entfliehen. „Sie geben seidene Fäden in die Luft ab und lassen sich vom Wind wie an kleinen Fallschirmen davontragen“, sagte Freude.

http://www.nordkurier.de

Als die Lautsprecheransage kam, wussten Uwe und Petra Christoph, „dass es eng wird“. „Es wurde gesagt, man solle sich in die oberen Stockwerke in Sicherheit bringen. Das war am Montagfrüh, halb zwei“, sagt der 55-Jährige.

Zuvor hatten die Eheleute aus ihrem Keller in der Geraer Conradstraße im vom Hochwasser schwer getroffenen Stadtteil Untermhaus vor den Fluten bereits gerettet, was zu retten war. Es war bei weitem nicht alles.

Am darauffolgenden Donnerstag war das Wasser wieder aus dem komplett überfluteten Untergeschoss und dem ebenfalls überschwemmten Garten gewichen. Doch noch heute tropft es im Keller von der Decke, ist Feuchtigkeit in den Wänden und Böden. Und es ist viel Platz. Schließlich mussten sich die Beiden von allerlei Habseligkeiten trennen. Auf etwa 22″000 Euro summiert sich laut Uwe Christoph der Schaden, „ohne Neuanschaffungen“. Größter Posten, so sagt der Schichtleiter des Kristallbades in Bad Klosterlausnitz, sei die im Keller befindliche Heizung gewesen. Das Steuerteil wurde bereits wieder erneuert.

Von der Versicherung ist für die Schäden nichts zu erwarten. Zwar haben die Christophs einen Schutz vor Elementarschäden. Der Hochwasserschutz allerdings ist ihnen bereits 2011 vom Versicherer gekündigt worden. Wegen der gefährdeten Wohnlage so nah an der Weißen Elster, hieß es. „Jetzt sind wir zwar gegen Blitz- und Leitungswasserschäden versichert, aber nicht gegen Hochwasser“, sagt er: „Wir haben der Kündigung widersprochen, es hat nichts geholfen. Wir haben uns um eine neue Versicherung bemüht, aber keine Chance.“

Auch in den Genuss der Soforthilfen für Hochwassergeschädigte kommen die Eheleute, die seit 2005 in der Conradstraße wohnen, nicht. Die Einkommensgrenze wird, wenn auch nicht deutlich, überschritten. Dann schließlich, vorige Woche, haben die Christophs in unserer Zeitung in einem längeren Beitrag von der Aktion „Thüringen hilft“ erfahren – und einen Antrag auf Hilfe gestellt.

Petra Christoph, ist aber nun glücklich und dankbar, mit 750 Euro von den Spenden der Leser bedacht worden zu sein. Die Bewerbung sei dabei deutlich unkomplizierter gewesen, als etwa die Beratung im Geraer Stadtservice zum Soforthilfe-Programm, sagt Uwe Christoph: „Das Antragsformular ist sehr einfach gestaltet.“

Ob das Geld schon auf ihrem Konto eingegangen ist, wissen die Eheleute noch nicht, wohl aber, wofür sie es brauchen können. „Es sind so ganz profane Dinge, kleine Dinge, wie Handtücher, Werkzeug und sowas“, sagt die 53-Jährige.

Doch nicht nur materiell hat das Hochwasser von Anfang Juni Spuren bei der Familie hinterlassen, auch mental. „Schon wenn es regnet, ist da die Angst vor einem neuen Hochwasser“, sagt die Beamtin: „Vorher haben wir mit einem Hochwasser nicht gerechnet, das letzte soll es hier ja 1954 gegeben haben.“

 

Dafür habe die Notsituation aber nicht nur Werte zerstört sondern auch welche gefördert: den Zusammenhalt der Menschen, die gegenseitige Hilfe, die Anteilnahme. „Die Solidarität war einzigartig“, sagt Uwe Christoph und nennt stellvertretend einen selbst betroffenen Bäcker sowie einen Fleischer, die die Menschen vor Ort in den Tagen nach der Flut versorgt hätten. Und auch die große Spendenbereitschaft bei der Aktion „Thüringen hilft“ bestätigt ihn in seiner Feststellung, dass es diese Werte noch gibt.

Quelle: otz.de

Horst und das Hochwasser

Veröffentlicht: Juni 20, 2013 von fluthelfer in Bayern

Horst Seehofer und Angela Merkel auf der Suche nach dem Hochwasser für die nächste Wahl…

http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/schleichfernsehen/schleichfernsehen-horst-seehofer-hochwasser-100.html

Quelle: br.de

Finanzierung des Fluthilfe-Fonds steht

Veröffentlicht: Juni 20, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Die Finanzierung des Hilfsfonds für die Geschädigten der Hochwasser-Katastrophe ist gesichert. Bund und Länder konnten sich auf die Verteilung der Kosten einigen. Damit sollen die Gelder noch vor der Sommerpause fließen.

Bund und Länder haben sich darauf geeinigt, wie der Hilfs-Fonds für die Opfer der Flutkatastrophe finanziert wird. Bei einem Treffen am Mittwoch (19.06) in Berlin verständigten sich die Ministerpräsidenten der Länder mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) darauf, mit welchen Mitteln der acht Milliarden Euro schwere Hilfsfonds gespeist werden soll. Beide Seiten hatten verabredet die Kosten je zur Hälfte zu schultern, hatten sich in den vergangenen Tagen aber vor allem über Detailfragen der Finanzierung zerstritten. Eine Einigung wurde jetzt möglich, weil die Bundesregierung den Länderchefs Zugeständnisse bei der Wiederherstellung der Bundesinfrastruktur und beim Wiederaufbau des Nahverkehrs gemacht hatte. Insgesamt 1,5 Milliarden Euro wird der Bund hierfür alleine finanzieren. Die übrigen 6,5 Milliarden Euro werden Bund und Länder dann je zur Hälfte gemeinsam tragen.

Schäuble ließ nach dem Treffen mitteilen, er halte die jetzt vorgestellte Einigung für überzeugend. „Die Verunsicherung der Bürger hat ein Ende, jetzt können wir die Gelder für die Opfer der Flutkatastrophe schnell bereitstellen.“ Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ergänzte: „Wir haben uns geeinigt und die Kosten einigermaßen gerecht verteilt“. Die Bundesregierung wird den gesamten Betrag in Höhe von acht Milliarden Euro zunächst über neue Schulden vorfinanzieren. Die Bundesländer sollen ihren Anteil am Hilfspaket dann über einen Zeitraum von 20 Jahren an den Bund zurückzahlen.

Der Deutsche Bundestag wird am nächsten Dienstag (25.6) in einer Sondersitzung über die Bewältigung der Folgen der Flutkatastrophe debattieren. Der jetzt gefundene Kompromiss über die Verteilung der finanziellen Lasten dürfte dann ein Hauptthema sein. Auch wenn sich die Lage in den Hochwassergebieten durch fallende Pegelstände teilweise entspannte, so bleibt sie vielerorts entlang des vor allem betroffenen Flusses Elbe noch dramatisch. Die Details zur Ausgestaltung der Finanzhilfen sollen deshalb spätestens bis 5. Juli geklärt sein, damit das Geld noch vor der Sommerpause ausgezahlt werden kann.

http://dw.de/p/18ssF