Kein Geld für Flutschäden in Jenaer Behinderten-Werkstatt

Veröffentlicht: Juni 19, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Hilfe für hochwassergeschädigte die Zwätzener Behindertenwerkstatt ist vielfältig. Eine fatale „Flutgeld“ – Klemme behindert jedoch, dass der 700.000-Euro-Schaden wirklich rasch behoben werden kann.

Wie vertrackt! – Das Saale-Betreuungswerk ist eingedenk seiner überfluteten Behinderten-Werkstatt in Zwätzen die vom Hochwasser meistbetroffene Institution der Stadt. Schadensumme: 700.000 Euro. Weil das Betreuungswerk jedoch eine gemeinnützige GmbH ist („gGmbH“), passt keine der Richtlinien des Freistaats auf diese Einrichtung, um ihr Geld aus den Soforthilfe-Programmen für Flutopfer zukommen zu lassen.

Genau dieses Problem haben gestern die neue Geschäftsführerin Grit Kersten und ihre Vorgängerin Annelie Lohs bei Oberbürgermeister Albrecht Schröter (SPD) vorgetragen. OB-Büroleiter Matthias Bettenhäuser erläuterte im Anschluss, dass Albrecht Schröter in einem Schreiben an Thüringens Ministerpräsidentin um eine entsprechende Nachjustierung bitten wird. Ein aktuelles Bild von der Zerstörung der Werkstatt am Zwätzener Flutgraben wolle sich heute Mittag Bürgermeister Frank Schenker (CDU) verschaffen, sagte Bettenhäuser. Zudem sei im Gespräch mit dem OB die mögliche Hilfe der städtischen Eigenbetriebe erörtert worden. So stelle der Immobilieneigenbetrieb KIJ die Winzerlaer Goethe-Schule als Übergangsdomizil zur Verfügung. Der Kommunalservice KSJ könne bei der Entsorgung von Bauschutt helfen, berichtete Matthias Bettenhäuser.

Zudem bestätigten die Stadtwerke gestern dies: Das Saale-Betreuungswerk wird nicht auf den besonders hohen Stromkosten sitzenbleiben, die die Aggregate zur Mauer-Trockenlegung produzieren.

Derweil rollen auch aus anderen Richtungen vielerlei Wellen der Solidarität auf das Saale-Betreuungswerk zu: Heute zum Beispiel helfen Mitarbeiter der Behinderten-Werkstätten aus Mühlhausen und Worbis-Leinefelde bei den Aufräumarbeiten am Zwätzener Flutgraben, berichtete gestern Melanie Poser, verantwortlich für Öffentlichkeitsarbeit beim Saale-Betreuungswerks. Oder: Für Studenten der FH heißt es demnächst – Werkstatt putzen statt Seminar besuchen

Küchenleiter musste heulen, als er das alles sah 

Insgesamt sind nach Melanie Posers Angaben bislang 11.000 Euro an Spendengeldern eingegangen, neben Beträgen von Privatpersonen zum Beispiel 1000 Euro vom Unternehmen „Schulbusse Sonnenschein“, das sonst die Woche über behinderte Mitarbeiter der Werkstatt befördert. Auch Jenaer Schulen helfen dem Saale-Betreuungswerk: Die Westschule übergibt 500 Euro aus Einnahmen einer Projektwoche; die Nordschule möchte den Erlös eines Kuchenbasars an das Saale-Betreuungswerk weitergeben. Und die Heineschule, so berichtete Melanie Poser, hat nach einem Spendenaufruf 1000 Euro eingenommen.

In der Zwätzener Werkstatt zeichne sich derzeit ein Chaos-Bild ab, sagte Melanie Poser. Trockenbauwände würden gerade entfernt, Türen, Spinde, Schränke allesamt hinaustransportiert, weil der Fußboden ausgewechselt werden muss. Am schwersten beschädigt sei der Förderbereich für die Betreuung der Schwerst- und Mehrfachbehinderten. „Ein großer Posten ist zudem die Küche, wo jeden Tag 600 Mahlzeiten gekocht werden – auch für Schulen und Kindergärten. Küchenleiter Lutz Hein musste heulen, als er das alles sah, weil er einer ist, der seine Sache mit Herzblut macht.“

Spendenkonto-Nummer: 18027164,

BLZ 83053030 (Sparkasse Jena),

Verwendungszweck: Hochwasserhilfe.

Quelle: otz.de

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