Die Logistiker der Katastrophe

Veröffentlicht: Juni 19, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Maschinenring Lüchow zieht Hochwasser-Bilanz – Wohl bis zu 20000 Einsatzstunden

rg Lüchow. Sandsäcke dorthin bringen, wo sie gebraucht werden, Baumaterial für Notdeiche transportieren, Paletten beschaffen – der Einsatz gegen das Elbehochwasser der vergangenen Tage war eine logistische Herausforderung. Um die zu bewältigen, bediente sich der Katastrophenstab im Lüchower Kreishaus eines Unternehmens, das sich mit groß angelegten Logistik-Projekten auskennt: des Maschinenrings Lüchow.

Und so waren es dann auch vor allem landwirtschaftliche Gespanne, die das benötigte Material zu den Brennpunkten der Lüchow-Dannenberger Deichverteidigung brachten: Mitglieder des Maschinenrings, Landwirte und Lohnunternehmer. Und der Maschinenring erhielt auch von vielen Seiten Lob für die Organisation, für die Abwicklung dieser Mammutaufgabe. Doch langsam mehren sich auch die kritischen Stimmen. Denn klar ist: Der Maschinenring-Einsatz ist nicht kos-tenlos, und in den kommenden Tagen wird im Kreishaus die Rechnung für die Fahrten der Traktorgespanne zu den Deichen, den Einsatz von Tele-Staplern und anderen Gerätschaften eingehen. Und diese Rechnung wird happig sein.

»Ich bin schon stolz auf das, was wir als Maschinenring hier beim Hochwassereinsatz auf die Beine gestellt haben», sagt Geschäftsführer Hauke Mertens. Genau 207 Landwirte und Dienstleister waren in den Hochwasser-Tagen im Einsatz, zu Höchstzeiten »zwischen 150 und 200 gleichzeitig», sagt Mertens. Am 4. Juni hatte sein Büro einen Aufruf an alle Maschinenring-Mitglieder gestartet, und schon wenige Stunden später »war die Liste voll», ist der Maschinenring-Geschäftsführer noch immer »begeistert von der Einsatzbereitschaft der Landwirte hier in der Region». Landrat Jürgen Schulz habe ihn gefragt, »ob der Maschinenring das hinbekommen würde», erzählt Mertens. »Und ich habe gesagt: Das kriegen wir hin», lächelt der Maschinenring-Geschäftsführer. Zwischen 15000 und 20000 Stunden leisteten die Maschinenring-Mitglieder in den folgenden Tagen bis zur Aufhebung des Katastrophenalarms am vergangenen Wochenende. »Genau werden wir das erst wissen, wenn wir die Meldeblöcke gänzlich ausgewertet haben», betont Mertens. Auf den Meldeblöcken sind die Zeiten vermerkt, die jeder Fahrer eines Traktors, eine Staplers, eines Baggers oder sonst eines Gerätes im Hochwassereinsatz war, mit welchem Fahrzeug, und wenn es sich um einen Trecker handelte, dann auch die PS-Zahl. Danach wird nämlich eigentlich der Einsatz im Auftrag des Maschinenrings abgerechnet: 29 Cent je PS und Arbeitsstunde, dazu 15 Euro Arbeitslohn für den Fahrer und ein Betrag um die zehn Euro für einen Anhänger. Ganz schnell ist man da bei einer Summe von 100 Euro pro Stunde. Doch soviel werde man nicht zahlen, betont Hauke Mertens. »Ich denke, dass wir uns in diesem speziellen Fall bei höchs-tens 70 Euro einpendeln werden», stellt er heraus. »Es wird keiner 100 Euro pro Stunde bekommen.» Die Kritik am Maschinenring sei daher auch unberechtigt, so Mertens. »Sicher, wir kriegen unseren Einsatz hier bezahlt», betont der Maschinenring-Geschäftsführer. »Aber alle anderen bekommen ihre Arbeit hier ja auch bezahlt», verweist er auf andere Unternehmen, die ebenfalls beim Hochwasser im Auftrag des Landkreises arbeiteten. »Ohne die Landwirte hätten wir hier in Lüchow-Dannenberg eine Havarie bekommen. Das darf man nicht vergessen. Das, was wir geleistet haben, alle zusammen, das sucht seinesgleichen.»

Quelle: ejz.de

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