Wie wird der Hochwasserschutz besser?

Veröffentlicht: Juni 17, 2013 von fluthelfer in im Norden

 

Die Pegelstände entlang der Elbe sinken, die Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser laufen. Parallel dazu beginnt die Diskussion über Lehren aus der Flut: Forderungen nach höheren Deichen und genaueren Prognosen werden laut. Die betroffenen Landkreise in Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern gaben inzwischen Entwarnung. Im schleswig-holsteinischen Lauenburg gilt er dagegen länger.

Genauere Prognosen müssen her

Das vierte Rekordhochwasser seit 2000 hat gezeigt, dass vor allem die Qualität der Vorhersagen verbessert werden muss. In diesem Jahr hätten die Angaben um mehr als einen Meter variiert, was zu Verwirrung bei Bürgern und Einsatzkräften führte, sagte Jürgen Meyer, Bürgermeister der Samtgemeinde Elbtalaue, NDR.de. Er forderte eine noch engere Zusammenarbeit zwischen den betroffenen Bundesländern, dem Bund und dem Nachbarland Tschechien. Man müsse schnell eine Gesamtlösung mit allen Beteiligten diskutieren. „Nach acht Wochen haben viele das Hochwasser vergessen“, sagte Meyer weiter.

Noch höhere Deiche?

Nur die Flutung der Havelpolder in Brandenburg und der Deichbruch bei Fischbeck in Sachsen-Anhalt hätten verhindert, dass die Elbe auch an den neuen Deichen im Landkreis Lüneburg bis zur Krone gestanden habe. Der Vorsitzende des Deichverbandes Norbert Thiemann vermutet, dass die Fluten in Zukunft noch höher steigen könnten. Vor allem dann, wenn in den anderen betroffenen Bundesländern, wie Sachsen-Anhalt, der Hochwasserschutz in den kommenden Jahren verbessert wird. Thiemann fordert daher, die niedersächsischen Deiche erneut zu erhöhen. Auch Schutzanlagen wie die Flutmauer in Hitzacker müssten aufgestockt werden.

Niedersachsen: Kreise heben Katastrophenalarm auf

Das Hochwasser in Niedersachsen weicht allmählich, welche Schäden es angerichtet hat, ist aber noch nicht abzusehen. „Um das Ausmaß der Schäden zu überblicken, ist es definitiv noch zu früh, sagte Sprecherin Herma Heyken vom Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) am Montag.

Die Landkreise Lüchow-Dannenberg und Lüneburg hoben am Sonntag den Katastrophenalarm auf. Das Betreten der Deiche sei aus Sicherheitsgründen aber weiterhin verboten.

An fast allen Schulen in Niedersachsen findet der Unterricht seit Montag wieder statt. In der Gemeinde Amt Neuhaus werde der Betrieb erst am Dienstag wieder aufgenommen. Die Schulen im Kreis Lüchow-Dannenberg sollen am Mittwoch wieder geöffnet werden. Alle Informationen über Schulausfälle gibt es hier.

Aufräumarbeiten in Lauenburg laufen

Auch in Schleswig-Holstein geht das Hochwasser zurück. In der Altstadt von Lauenburg laufen die Aufräumarbeiten. Etwa die Hälfte der 160 Häuser hat nach Feuerwehrangaben mittlerweile wieder Strom, bis heute Abend sollen es 80 Prozent sein.

Wie groß die Schäden tatsächlich sind, wird sich erst im Laufe der kommenden Tage zeigen. Bauamtsleiter Reinhard Nieberg rechnet mit einem mehrstelligen Millionenbetrag. Das Land hat bereits 300.000 Euro Soforthilfe an die Stadt überwiesen – von heute an wird das Geld bar und möglichst unbürokratisch an die Betroffenen ausgezahlt.

Der Katastrophenalarm im Kreis Herzogtum Lauenburg wird vorerst noch nicht aufgehoben. Grund sei der belastete Elbdeich, so ein Sprecher des Kreises am Montag. So lange die Gefahr einer Durchweichung bestehe, brauche man THW-Helfer vor Ort. Eine Entwarnung für den Deich gebe es erst ab einem Wasserstand von 7,30 Meter. Das könne noch bis zu einer Woche dauern.

Alarm aufgehoben – Lage an den Deichen weiterhin ernst

In den Hochwasserregionen Mecklenburg-Vorpommerns um Dömitz und Boizenburg entspannt sich die Lage ebenfalls. Der Katastrophenalarm für den mecklenburgischen Landkreis Ludwigslust-Parchim wurde Montagmittag aufgehoben. Laut Landrat Rolf Christiansen (SPD) ist die Lage an den Deichen weiterhin ernst. Deshalb dürfen sie auch in den kommenden Tagen nicht betreten werden.

http://www.ndr.de/regional/elbhochwasser159.html

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