Archiv für Juni 16, 2013

Hochwasser zieht sich aus Hamburg zurück

Veröffentlicht: Juni 16, 2013 von fluthelfer in Hamburg

 

Das Elbe-Hochwasser verabschiedet sich langsam aus Hamburg. Nachdem der Flutscheitel die Hansestadt am Donnerstag erreicht hatte, sinkt der Pegelstand nun seit dem Wochenende. Für die Hansestadt bestand nach Angaben eines Sprechers der Umweltbehörde während des Höhepunkts der Flut keine Gefahr. Die Stadt sei ausreichend durch Deiche gesichert.

Pegelstand in Altengamme sinkt

Im Bereich Altengamme hatte das Wasser zum Zeitpunkt des Hochwasserscheitels auf 6,80 Meter gestanden. Es hätte sogar noch höher steigen können – sind doch die Deiche nach Angaben der Behörde für Pegel von bis zu 7,80 Meter über Normal Null ausgelegt. Doch schon am Sonntagmittag betrug der Pegelstand nur noch 5,01 Meter. Normal sind 2,80 Meter.

Unterdessen warnen die Behörden davor, oberhalb der Elbbrücken zu schwimmen oder anderen Wassersport zu betreiben. Der Fluss fließt schneller und führt verstärkt Treibgut mit sich.

Spült Elbe-Hochwasser giftige Stoffe in den Hafen?

Das Wasser der Elbe sei derzeit zudem besonders trüb, sagte der Behördensprecher. Durch das Hochwasser könnten möglicherweise problematische Stoffe in den Hafen gelangen, zum Beispiel Müll und Chemikalien, die noch aus DDR-Zeiten in den Böden entlang der Elbe lagern. Nach dem Ende des Hochwassers will die Hamburg Port Authority deshalb das Hafengebiet genau untersuchen.

Fährbetreiber will kommendes Wochenende wieder fahren

Die Norder- und Süderelbe waren bereits ab dem vergangenen Sonntag ab den Elbbrücken stromaufwärts für die Binnenschifffahrt gesperrt worden. Auch die Elbfähre Zollenspieker – Hoopte hat ihren Betrieb eingestellt. Dem Betreiber zufolge werden die Fähren vermutlich am kommenden Wochenende wieder fahren.

http://www.ndr.de/regional/hamburg/hochwasser1337.html

 

Das Elbhochwasser steht weiter und sinkt nur langsam. Eine Gefahrenlage besteht daher nach wie vor. Nach Aufhebung des Katastrophenfalls sind nun wieder die Samtgemeinden und die Deichverbände für Hochwasser-Angelegenheiten zuständig. Es gilt nach wie vor das Betretungsverbot für die Deiche. Bestehende Straßenabsperrungen sind weiter zu beachten.Erst nach und nach sind Aufhebungen möglich. Hierzu bitten wir die gesonderten Mitteilungen zu beachten. Auch der Parkplatz Bleichwiese in Hitzacker bleibt heute noch geschlossen.

Heute am Sonntag wird es wieder möglich sein die Elbterrassen in Wussegel und das Hotel und Restaurant Steinhagen in Damnatz als Besucher zu erreichen, wenn auch noch eingeschränkt. Die Zufahrt zu den Elbterrassen ist über Seerau-Nienwedel bzw. Pisselberg-Nienwedel möglich. Eine Zufahrt von Hitzacker oder Penkefitz kann noch nicht erfolgen.

Das Hotel/Restaurant Steinhagen in Damnatz kann über die Straße „Achter Höfe“ angefahren werden. Die Straße „Am Elbdeich“ ist nach wie vor gesperrt.

Nach Aufhebung des Katastrophenfalles ist das Bürgertelefon ab heute 14 Uhr,  nicht mehr durch Verwaltungsmitarbeiter besetzt. Es besteht noch eine Rufumleitung der bekannten Nummern in die örtliche Einsatzleitung im Hause der Samtgemeinde, die weiter besetzt ist.

http://wendland-net.de/ticker/hochwasser2013/1rh9moei1s0w

Frist für Meldung von Hochwasserschäden

Veröffentlicht: Juni 16, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Die Thüringer Kommunen und Landkreise sollen bis zum Monatsende ihre Hochwassserschäden melden. Wie der Vizepräsident des Städte- und Gemeindebundes Schäfer sagte, haben sich das Land und die kommunalen Spitzenverbände darauf verständigt. In den kommenden Tagen sollten die Gemeinden, Kreise und Städte die entsprechenden Unterlagen erhalten. Zentral gesammelt würden sie im Innenministerium. Das stelle dann auch die Hilfsgelder bereit. © MDR INFO

Drittes Schiff soll Lücke am Deichbruch bei Fischbeck schließen

Veröffentlicht: Juni 16, 2013 von fluthelfer in Fischbeck

Mit einem dritten Schiff soll die verbliebene Lücke am Deichbruch bei Fischbeck im Kreis Stendal geschlossen werden. Wie der Krisenstab der Landesregierung mitteilte, soll der Kahn aber nicht gesprengt werden. Das Schiff werde stattdessen davor geschoben und geflutet. Zusätzlich sollen dann Übersee-Container beschwert und versenkt werden, um die Lücke vollständig zu schließen. Nach Angaben eines MDR-Reporters wirft die Bundeswehr aktuell große Sandsäcke über den bereits versenkten Kähnen ab. Sie sollten so weiter stabilisiert werden. © MDR INFO

Vor den Trümmern der Existenz

Veröffentlicht: Juni 16, 2013 von fluthelfer in Grimma

 

Vor genau einer Woche wurde es wieder ernst für Bewohner, Behörden und Händler in der Innenstadt von Grimma. Nach 2002 führte die Mulde erneut Hochwasser und überschwemmte die Stadt, deren Schutzmauer erst halbfertig war. Inzwischen hat sich das Wasser aus der Stadt zurückgezogen die Menschen stehen vor den Trümmern ihrer Existenz.

von Maren Beddies

Die Sonne strahlt über Grimma – Bewohner und Mieter in der Altstadt brauchen diese Energie. Genau wie die feuchten Hauswände die Wärme aufsaugen. Rund um den Marktplatz herrscht eine Woche nach dem Hochwasser reges Treiben. Menschen entrümpeln Häuser, Stadtgärtner bepflanzen die Grünanlagen mit bunten Sommerblumen, am Rathaus wird der Putz von der Felssteinwand geholt. Peter Schäfer ist Vereinsvorsitzender der angrenzenden Rathausgalerie, die neben dem Bauschaden keine größeren Mängel davongetragen hat: „Dreißig, vierzig Klappstühle für die Eröffnungsfeier sind untergegangen. Aber das Wesentliche, die Kunst an den Wänden und die Beleuchtung, ist ganz geblieben.“

Große Solidarität

Anders sieht es bei vielen Händlern in der Altstadt aus. Ronny Kaufmann betreibt mit seiner Familie einen Naturkostladen, der Bio-Kaufhalle und Bistro beherbergt. Hier brummen derzeit keine Kühlanlagen für Frischware sondern Trockner, die Feuchtigkeit aufsaugen sollen: „Wir haben uns vorgenommen, sehr intensiv zu trocknen, um eben in einem halben Jahr nicht nochmal anfangen zu müssen. Und dann fangen wir wieder an einzuräumen und Anfang Juli wollen wir wieder eröffnen.“ Ronny Kaufmann hebt einen Folien-Vorhang hinter dem die Überreste seines gerade erst modernisierten und vergrößerten Ladens sichtbar werden. Erheblicher als der Schaden am Gebäude ist der Warenverlust. Beziffern kann der Biohändler den Schaden noch nicht, aber er weiß – wenn am vergangenen Sonntag nicht so viele Leute mit zugepackt hätten, dann wäre der Schaden noch größer geworden: „Wir haben eigentlich niemanden um Hilfe gerufen und dann kamen immer mehr Leute dazu, auch Kunden, die gesehen haben, dass wir hier was machen. Ich sehe mich deshalb schon in der Pflicht weiterzumachen.“ Ronny Kaufmann blickt nach vorn, auch wenn sein Laden – wie fast alle Geschäfte und Privatwohnungen in der Nähe der Mulde – nicht versichert werden konnten und auch künftig wohl nicht versichert werden. Es sei denn, eine Elementarschadenversicherung für alle wird Pflicht. Wichtiger aber wäre ihm, dass zwischen Fluss und Altstadt endlich ein Schutz gegen Hochwasser errichtet wird.

Forderung nach Hochwasserschutz

Darauf hofft auch Peter Eibeck, der bislang ein traditionsreiches Eiscafé unweit der Mulde geführt hat: „Ich baue jetzt das Geld in mein Eiscafé ein, dann haben wir drei Wochen Regen, dann saufen wir wieder ab. Dann kann ich das Geld in die Mulde schmeißen.“ Die jüngsten Grimmaer im nahegelegenen Kindergarten und viele treue Kunden hat Peter Eibeck damit geschockt, dass er nach dem zweiten Hochwasser innerhalb kürzester Zeit das Eiscafé schließen will. Peter Eibeck und seine Frau Brigitte wollen vom Gesamtschaden und den Schutzmaßnahmen für die Altstadt in Grimma abhängig machen, ob sie nun wieder eröffnen oder nicht: „2002 hat uns die Politik auf die Schultern geklopft und gesagt: ‚Herr Eibeck, machen Sie! Wir kümmern uns um alles.‘ Das sehe ich alles ein; wenn das Gewerbe in Grimma weg ist, dann ist die Stadt tot. Wir sind ja indirekt gezwungen, weiterzumachen.“ Und zwar nicht nur wegen der laufenden Kredite, sondern auch, weil Kinder ein Bild gemalt haben auf dem steht: „Grimma ohne Eibecks Eis? Unvorstellbar!“

Vertrauen in den Bürgermeister

In fast allen Schaufenstern hängen aufmunternde Zettel. An der zerstörten Scheibe des Sporthauses Grimma jedoch hängt keine Botschaft. Ulf Weiland, Eigentümer des Sporthauses Grimma, steht in seinem zerstörten Laden, in dem Bodenplatte und Ladenbau völlig hinüber sind: „Wir machen jetzt erst mal die Heizungsanlage. Wir werden auch trocknen, weil wir die Substanz schützen müssen. Aber Aufbau? Da kann ich nur von rechts nach links den Kopf schütteln und sagen: Entweder es gibt irgendeine Zusage, dass, wenn in zwei Jahren wieder etwas passiert, unsere Investitionen geschützt sind. Ansonsten geht das nicht.“ Es ist diese Mischung zwischen Resignation, Hoffnung und dem Willen, die Stadt nicht im Stich zu lassen: „Wenn man es in elf Jahren nicht schafft, diese Investitionen nicht zu schützen, indem man diese Mauer einfach mal durchzieht, auch gegen Widerstände von irgendwelchen Quenglern, dann müssen wir jetzt erst mal die Bremse reinmachen. Aber wir haben ja Vertrauen in unsere Stadt und in unseren wirklich guten Bürgermeister“, der ebenfalls hofft, dass die Schutzmauer endlich fertig gebaut wird. Dem Land Sachsen hat Matthias Berger noch einmal deutlich gemacht, dass die Mehrheit der Bürger in Grimma diesen Bau wünscht – wie der Vereinsvorsitzende der Rathausgalerie Peter Schäfer und seine Frau Bärbel: „Dass die erst durch so eine neue Katastrophe wieder aufgeweckt werden, bringt mich schon in Wut.“

In Grimma wird dieser Tage also viel diskutiert und abgewogen – auch wenn die Stadt scheinbar wieder zur Normalität zurückfindet.

http://www.mdr.de/mdr-info/Grimma_nach_der_Flut100.html

Ende in Sicht

Veröffentlicht: Juni 16, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Die Flutkatastrophe geht langsam ihrem Ende entgegen. Aber auch wenn die Pegelstände sinken, drohen weiter aufgeweichte Deiche zu brechen. In Sachsen-Anhalt stehen immer noch mehr als 200 Quadratkilometer unter Wasser. Für Norddeutschland ist am Wochenende Regen angesagt, dann kommt jedoch eine Hitzewelle. Der „Focus“ berichtet unterdessen, die Bundesländer stritten über die genaue Aufteilung der Hochwasser-Hilfen. Einige Länder wie Rheinland- Pfalz wollten dabei ihre eigenen Investitionen in Hochwasser-Schutz anrechnen. Bund und Länder hatten sich am Donnerstag auf die Einrichtung eines Aufbaufonds in Höhe von etwa acht Milliarden Euro geeinigt.

Quelle: tagesspiegel.de

Aufräumarbeiten in Penkefitz

Veröffentlicht: Juni 16, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

In Penkefitz im Landkreis Lüchow-Dannenberg haben die Aufräumarbeiten begonnen. Die Deiche haben gehalten, die Bewohner schauen nach vorn

Video Hallo Niedersachsen

Fischbeck: Die Aktion Schiffe versenken zeigt Erfolge

Veröffentlicht: Juni 16, 2013 von fluthelfer in Fischbeck

Einer der wohl ungewöhnlichsten Pläne im Kampf gegen das Hochwasser scheint aufzugehen: Das Loch im Elbdeich bei Fischbeck ist deutlich kleiner geworden. Dort liegen jetzt gesprengte Lastkähne. Doch noch ist der Einsatz nicht vorbei.

Deichsprengung und Schiffe versenken gegen das Hochwasser: Mit ungewöhnlichen Mitteln haben die Einsatzkräfte in den Hochwassergebieten am Wochenende die Wassermassen zurück in die Flüsse gedrängt. Zwar gingen die Pegelstände der Elbe am Wochenende zurück. Dennoch rechneten die Behörden in mehreren ostdeutschen Orten erst für den Verlauf der kommenden Woche mit einer Entspannung der Lage.

In Fischbeck in Sachsen-Anhalt wurden am Samstag zwei Lastkähne in der Elbe versenkt, um ein 90 Meter großes Loch im Damm zu stopfen. Die Lücke schrumpfte dadurch auf einen Durchfluss von 20 Metern.

„Wir werten das als echten Erfolg. Das hat noch nie jemand versucht“, sagte der Kommandeur des Landeskommandos Sachsen-Anhalt, Oberst Claus Körbi. Tagelang waren riesige Wassermengen in die Region geflossen.

Hochwasser in Fischbeck: Jetzt soll ein dritter Kran den Deich verschließen

Ein dritter Lastkahn sollte am Sonntag den gebrochenen Deich endgültig schließen. Er werde jedoch nicht wie die beiden anderen Kähne gesprengt und versenkt, sondern vor den etwa 20 Meter breiten noch verbliebenen Durchfluss geschoben, sagte eine Sprecherin des Krisenstabs der Landesregierung am Sonntag. Zusätzlich soll die Lücke mit Schiffscontainern geschlossen werden. Die Bundeswehr warf auch riesige Sandsäcke und Betonteile von Hubschraubern aus ins Wasser.

Weiter südlich versuchten unterdessen Einsatzkräfte derweil eine Lücke im Deich zu vergrößern, um den Abfluss aus überfluteten Gebieten zu beschleunigen. Am Saaledeich bei Breitenhagen wurde eine zweite Sprengung vorbereitet. Gegen Sonntagmittag sollte die am Samstag mit Sprengstoff geöffnete Stelle vergrößert werden, teilte der Krisenstab in Magdeburg mit. Das Wasser könne so noch schneller aus den überschwemmten Gebieten zurück in den Fluss laufen. Die erste Sprengung sei zwar ein Erfolg gewesen, doch wegen des sandigen Bodens habe das explosive Material nicht tief genug eindringen können

Allgemein entspannte sich die Hochwasserlage langsam. Der Elbe-Pegelstand im brandenburgischen Wittenberge erreichte am Sonntagmorgen einen Wert von 6,91 Metern. Beim historischen Höchststand vor einer Woche lag der Wert bei 7,85 Metern. Auch die Pegelstände der Flüsse in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein gingen allmählich zurück. Tausende Helfer waren am Sonntag aber noch im Einsatz. (dpa)

Quelle: tagesspiegel.de

 

Drittes Schiff erfolgreich versenkt

Veröffentlicht: Juni 16, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

300 Kubikmeter pro Sekunde: Den Helfern in Sachsen-Anhalt lief nach einem Deichbruch die Zeit davon. Die Idee ist außergewöhnlich: Ausgemusterte Lastkähne sollten die Lücke schließen. Zwei von ihnen wurden am Samstag gesprengt, am Sonntag war dann der dritte dran.

Gesprengte Schiffe als Stöpsel für einen gebrochenen Deich – Sachsen-Anhalt hat das Experiment gewagt und gewonnen. Mit ihrer Aktion haben die Einsatzkräfte wohl weitere Flächen zwischen Elbe und Havel vor der Überflutung bewahrt. Noch nie habe es so eine Aktion in Deutschland gegeben, sagt der Kommandeur des Landeskommandos Sachsen-Anhalt, Oberst Claus Körbi.

Am Samstag gelang es, zwei Lastkähne vor dem etwa 90 Meter langen Deichbruch bei Fischbeck an der Elbe auf Grund zu setzen und damit einen Großteil der Lücke zu schließen. Ein drittes Schiff wurde am Sonntag in Position gebracht und versenkt, um das Leck endgültig zu stopfen.

Bis dato hatten die riesigen schwimmenden Wannen Fracht transportiert.

Gegen die schier unendlichen Wassermassen sahen die Experten kein anderes Mittel, als die ausgemusterten, antriebslosen Lastkähne zu versenken. Selbst riesige, tonnenschwere Pakete mit Steinen oder Sand wären Hunderte Meter weggetrieben worden – schlichtweg wirkungslos.

Durch das Loch im Deich sind nach Angaben des Krisenstabes der Landesregierung rund 300 Kubikmeter Wasser pro Sekunde geströmt. Ein Ende war nicht abzusehen. Immer mehr Ortschaften mussten geräumt werden, Tausende Menschen sind betroffen. Während etwa in Bayern, Thüringen und Sachsen längst Aufräumen angesagt ist, wurde es im Elbe-Havel-Winkel immer noch schlimmer.

„Wir haben nichts zu verlieren“, hatte Oberst Körbi vor der Aktion gesagt. Im schlimmsten Fall würden zwei gesprengte Lastkähne in der Landschaft stehen. Im besten Fall würde die Flut reduziert oder das Loch im Deich ganz abgedichtet. Also kaufte Sachsen-Anhalt am Freitag nach einer Entscheidung des Krisenstabs kurzerhand zwei ausgemusterte Schiffe. Sie sollen mehrere hunderttausend Euro gekostet haben. Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) verkündete den waghalsigen Plan am Abend, da erkundeten Pioniertaucher schon die Wassertiefen.

Am Morgen darauf setzen Hubschrauber von Bundeswehr und Bundespolizei Panzersperren aus verschweißten Doppel-T-Stahlträgern über dem Deichbruch ab. Sie sind die Grundlage dafür, dass die versenkten Schiffe tatsächlich hängenbleiben können und nicht abgetrieben werden. Am Kloster Jerichow, das nur wenige Kilometer von der Deichbruchstelle weithin sichtbar aus der platten Landschaft ragt, wird die B 107 zum zentralen Anflugort für neun Hubschrauber.

Im Minutentakt nehmen sie riesige Netze und Pakete mit Basalt-Brocken und Sandsäcken auf und bringen sie an den Deich. Am Abend dann werden die beiden Lastkähne, die ein Schubschiff hergebracht hat, mit Präzision hineinmanövriert und gesprengt. Die erste Detonation ist um 19.48 Uhr weithin hörbar. Der Innenminister wartet nervös auf der Terrasse eines nahe gelegenen Lokals. „Jetzt müssten die Hubschrauber langsam hoch“, sagt er angespannt. Anders als erwartet steigen die Helikopter nicht gleich in die Luft auf.

Ihre Aufgabe ist es, so schnell wie möglich die Kähne mit großen Sandsäcken zu beschweren und sie am Wegtreiben zu hindern.Wenig später steht fest: Nur ein Kahn liegt auf Grund. Die zweite Sprengung um 20.11 Uhr setzt Kahn Nummer zwei fest. Allerdings ist der Deichbruch nicht komplett geschlossen. Es bleibt eine Öffnung von rund 20 Metern, wie Oberst Körbi nach einem ersten Hubschrauberflug über der Einsatzstelle feststellt. Dann beginnt die Hubschrauberflotte fast wie an einer Perlenschnur aufgereiht, die versenkten Schiffe mit schweren Paketen zu füllen.

Um die Deichöffnung komplett zu schließen, ordert Sachsen-Anhalt kurz nach der Aktion ein weiteres Schiff. Kahn Nummer drei wird am Sonntagabend vor der verbliebenen Lücke auf Grund gesetzt. Und noch einmal steigen Hubschrauber auf, um nun auch das letzte kleine Leck zu stopfen. Die waghalsige Aktion scheint geglückt. (dpa)

Quelle: tagesspiegel.de

wie ihr ja alle wisst ist dass wichtigste in einem Kindergarten der Geschirrspüler ,bitte melden unter kindergarten@deutschefluthilfe.de

 

Die Regenmengen in Mai und Juni brachen nur selten Rekordmarken. Die Werte der Bodenfeuchte dagegen schon. Wenn sie Extremhochwasser entstehen lassen, sollte man auch den Untergrund genauer anschauen. Von Roland Knauer

Extreme Bodenfeuchte ließ das Hochwasser entstehen

Niederschläge versickern langsam im Boden, bis sie an eine Sperrschicht kommen und Grundwasser bilden

Die Karte der Bodenfeuchte vom 26. Mai 2013 hätte eigentlich schon alles sagen können. Sie zeigte das, was zur Hochwasserkatastrophe in den vergangenen Wochen geführt hat: ein breites, dunkelblaues Band, das sich von der deutschen Ostseeküste durch die Mitte des Landes bis zur Donau zog. Auch der bayerische Alpenrand war tiefblau eingefärbt.

Tiefblau, das bedeutet auf der Karte des Deutschen Wetterdienstes „extrem feucht“. Auf vierzig Prozent der Landesfläche war die Bodenfeuchte Ende Mai so hoch, wie es noch nie zuvor gemessen wurde. Viele Bauern fluchten damals noch, weil sie ihre nassen Äcker nicht bearbeiten konnten und Ernteausfälle befürchteten. Doch das war im Nachhinein noch das kleinere Problem.

Hochwasser-Experten sorgten sich bereits, dass weit Schlimmeres droht: Genau an diesem letzten Mai-Wochenende hatte der Himmel über vielen der ohnehin bereits extrem feuchten Regionen seine Schleusen geöffnet – und aus den Wolken fiel Regen, Regen und Regen. Da die obersten Bodenschichten durch die vorherigen ergiebigen Niederschläge bereits gut gefüllt waren, begannen sie rasch überzulaufen. Wenn Wasser aber nicht mehr versickern kann, bleibt es an der Oberfläche. Rinnsale, Bäche, Tümpel, Teiche und Flüsse schwellen an, braune Fluten schießen talwärts. Der Rest ist bekannt: Orte wie Passau, Deggendorf und Regensburg, Halle und Magdeburg erlebten ein Hochwasser wie nie zuvor in ihrer Geschichte.

Bodenfeuchte mit Rekordmarken

Die Regenmengen an sich, die Ende Mai und Anfang Juni niedergingen, brachen nur selten Rekordmarken. Die Werte der Bodenfeuchte dagegen schon. Wenn diese Kombination ein Extremhochwasser entstehen lässt, sollte man sich neben Deichen, Überflutungsbecken und Klima auch den Untergrund genauer anschauen, betont das Deutsche Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam. „Schließlich wissen wir über das Wasser im Boden noch eher wenig“, erklärt GFZ-Forscher Andreas Güntner.

Das liegt unter anderem am Untergrund selbst, der völlig unterschiedlich sein kann. Im Osten Deutschlands haben die Eiszeiten zum Beispiel reichlich Sand abgeladen. Zwischen den Körnern aber gibt es große Hohlräume, die rund 40 Prozent des Raumes unter der Oberfläche einnehmen.

Nicht viel anders sieht es im Löss aus, der weiter im Westen – etwa in der Magdeburger Börde – liegt. Dieser Boden enthält zwar ähnlich viele Hohlräume, hält aber das Wasser erheblich besser zurück als der überdimensionale Sandkasten im Osten, durch den das Nass zügig in die Tiefe sickert. Völlig anders ist die Situation dagegen im Granit oder Gneis des Erzgebirges. In diesem kompakten Gestein gibt es zwar Risse und Spalten, die aber zusammen nur wenige Prozent Hohlräume bilden. Niederschläge finden dort also viel weniger Raum als im Löss oder Sand weiter im Norden. Da es aber eine ganze Reihe weiterer Böden mit oft recht verschiedenen Eigenschaften gibt, verhält sich auch das Wasser jeweils anders.

Sperrschicht aus dichtem Ton

Natürlich sickert der Niederschlag nicht unendlich in die Tiefe. Über kurz oder lang trifft das Wasser meist auf eine Sperrschicht, die zum Beispiel aus dichtem Ton bestehen kann. Dort staut sich der sickernde Niederschlag und füllt die Hohlräume im darüberliegenden Boden auf. „Grundwasser“ nennen Hydrologen die Schicht im Untergrund, in der praktisch die gesamte Luft durch die Flüssigkeit ersetzt wurde. Direkt darüber liegt meist eine Zone, in der sich Luft und Wasser die Hohlräume teilen.

Wie dick diese Grundwasserschicht ist und wie tief sie liegt, hängt nicht nur von der Art des Untergrunds und einer Sperrschicht ab. In Sandwüsten mit wenig Niederschlägen und lockeren Böden etwa steht das Grundwasser manchmal erst in einigen Hundert Meter Tiefe. Dort müssen die Menschen sehr tiefe Brunnen bohren, um an Wasser zu kommen.

Meist stammt das Nass dort unten aus längst vergangenen Epochen mit höheren Niederschlägen, und es dauert Tausende von Jahren, bis die spärlichen Regenfälle heutzutage einmal entnommenes Wasser ersetzen. In Oasen wiederum steht das Grundwasser viel höher, weil zum Beispiel eine Sperrschicht das Versickern bald verhindert.

Grundwasser in wenigen Meter Tiefe

Regnet es dagegen wie in Mitteleuropa reichlich, steht das Grundwasser schon in wenigen Meter Tiefe. In besonders niederschlagsreichen Gebieten wie an der Westküste Norwegens oder im Süden Chiles reicht es manchmal bis direkt an die Oberfläche. Strömt nun ein Fluss aus solchen feuchten Regionen in eine Sandwüste, versickert sein Wasser dort rasch, und der Strom verschwindet im Untergrund.

Manche Ströme wie der Nil tragen aber viel Ton-Schlamm mit sich, der sich langsam aber sicher im Flusstal ablagert und es mit der Zeit abdichtet. Da Hochwasser diese Sperrschicht auch in den normalerweise trocken liegenden Uferbereichen deponiert, steht auch dort das Grundwasser in Zeiten mit normalem Pegel recht hoch und verhilft dem Niltal so schon seit Jahrtausenden zu guten Ackerböden.

Auch die dort wachsenden Pflanzen beeinflussen das Wasser im Untergrund erheblich, weil sie mit ihren Wurzeln die Flüssigkeit nach oben ziehen. Ein Teil dieses Wassers verdunstet über die Blätter und geht so den Böden verloren.

Zapfstelle in tiefem Grund

In Mitteleuropa holen Nutzpflanzen ihre Flüssigkeit allerdings kaum einmal direkt aus dem Grundwasser, weil ihre Wurzeln gar nicht bis dort hinunterreichen. Anders aber sieht es oft in Wäldern aus, weil die Wurzeln einiger Bäume noch in einigen Meter Tiefe das Grundwasser anzapfen können.

Tun sie das aber wirklich? Um das herauszubekommen, testen GFZ-Forscher Andreas Güntner und seine Kollegen zurzeit eine Sauerstoff-Isotopen-Methode. Dieses Element besteht in der Natur aus unterschiedlichen Atom-Sorten, deren leichtere O-16 heißt, während O-18 deutlich schwerer ist. Aus dem Untergrund verschwindet erfahrungsgemäß das leichte Isotop erheblich schneller.

Messen die Forscher diese Sauerstoff-Isotope nun in den Flüssigkeitsadern der Bäume und in den Bodenschichten, können sie sehen, aus welchen Tiefen das Gehölz gerade Wasser holt. Da die meisten Gewächse Mitteleuropas in der wärmeren Saison erheblich mehr „trinken“, schwankt der Verbrauch des Wassers im Untergrund mit der Jahreszeit.

Löcher im Boden

Aber auch wenn ein Wald abgeholzt wird und keine Pflanzen auf dem Kahlschlag wachsen, verschwindet Grundwasser aus dem Boden. Steht es nicht weit unter der Oberfläche, steigt es über schmale Poren und Risse im Boden, von Kapillarkräften angetrieben, nach oben und verdunstet in der Sonne. Da zusätzlich in sehr vielen Weltgegenden auch die Niederschläge von Monat zu Monat und oft auch von Jahr zu Jahr erheblich variieren, bilden sich unterschiedliche Mengen von Grundwasser, und eine Bilanz des Geschehens fällt schwer.

Um zu erfahren, was in der Tiefe mit dem Wasser passiert, bohren Hydrologen daher Löcher in den Boden und installieren in verschiedenen Tiefen Messgeräte. Da Wasser normalerweise elektrischen Strom besser als Gestein leitet, können solche Sonden mit elektrischen Impulsen bestimmen, wie viel Wasser im Untergrund steckt. Solche Messungen sind recht aufwendig, genaue Werte über das Wasser im Untergrund gibt es daher nur von wenigen Stellen.

Einen Überblick verschaffen sich der GFZ-Forscher Andreas Güntner und seine Kollegen mithilfe des Satellitenpaares „Grace“, das seit 2002 die Erde umkreist. Dieses Gemeinschaftsprojekt der amerikanischen Weltraumorganisation Nasa, des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und des GFZ misst die Schwerkraft der Erde über bestimmten Regionen extrem genau.

Schwerkraft ändert sich

Da diese Anziehungskraft von der Masse der gemessenen Region abhängt, wächst die Schwerkraft ein klein wenig, wenn mehr Wasser im Boden steckt. Misst „Grace“ daher Änderungen der Erdschwerebeschleunigung einer Region, verrät das einiges über das Grundwasser.

Allerdings muss das Satellitenpaar dazu sehr genau messen, weil Unterschiede im Wassergehalt in den oberen Bodenschichten bei einer Tiefe bis zum Erdmittelpunkt von rund 6000 Kilometern kaum ins Gewicht fallen. „Tatsächlich ändert sich die bei rund 9,8 Metern pro Sekunde2 liegende Erdschwerebeschleunigung nur ab der siebten Stelle hinter dem Komma“, erklärt Andreas Güntner. Das schafft „Grace“ zwar, doch das Satellitenpaar misst immer gleich eine Region von gut hunderttausend Quadratkilometern, die also größer als Österreich ist.

Trockenperioden dezimieren Wasservorräte

In so großen Gebieten aber lassen auch andere Einflüsse die Schwerkraft messbar schwanken: Zum Beispiel schaufeln die Gezeiten im Sechs-Stunden-Rhythmus riesige Wassermengen in Meeresbuchten und wieder heraus, oder mit dem Luftdruck ändert sich auch die Masse der Atmosphäre über diesem Gebiet, die ebenfalls die Schwerkraft verändert. „Solche Schwankungen müssen wir natürlich aus den Daten herausrechnen, um Veränderungen des Grundwassers messen zu können“, sagt Güntner.

Das klappt inzwischen sehr gut, demonstrieren James Famiglietti von der University of California und Matthew Rodell von der Nasa in „Science“: Auf einer Karte der USA zeigen sie, wie das Grundwasser im kalifornischen Längstal abnimmt, weil dort die künstliche Bewässerung riesiger Flächen große Mengen verbraucht. In anderen Gebieten, wie in Teilen von Texas und Alabama, dezimieren lang anhaltende Trockenperioden die Wasservorräte in der Tiefe.

Mit den Daten von „Grace“ möchte Güntner auch die Grundwassersituation in Mitteleuropa für die Extremhochwasser 2002 und 2013 unter die Lupe nehmen, um die Rolle des Bodens besser einschätzen zu können. In Zukunft kommt dann vielleicht schon das Nachfolgersatellitenpaar zum Zuge, das GFZ, DLR und Nasa 2017 starten wollen.

Die Geheimnisse des Grundwassers in der Tiefe sollen künftig nicht nur am Boden, sondern auch hoch über der Erde gelüftet werden.

Quelle: welt.de

Jederitz, Kuhlhausen und Breitenhagen

Schätzungen zufolge ist eine Fläche von rund 200 Quadratkilometern in der Region überflutet. Zahlreiche Ortschaften mussten evakuiert werden, am Samstag kamen Jederitz und Kuhlhausen hinzu. Weiter südlich in Breitenhagen wurde ein Deichstück gesprengt. So wurde ein Loch im Deich vergrößert, damit das Hochwasser aus den überfluteten Gebieten besser in die Saale zurückfließen kann.

Dömitz und Boizenburg

Die Pegelstände in Dömitz und Boizenburg in Mecklenburg-Vorpommern sinken, der Katastrophenalarm aber besteht weiter. Die Nacht zum Samstag sei zwar ohne besondere Vorkommnisse gewesen, die Situation aber nach wie vor angespannt, sagte der Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Die durch den anhaltenden Wasserdruck aufgeweichten Deiche an der Elbe und den Elbezuflüssen seien sehr anfällig und würden intensiv kontrolliert. Durch den lange anhaltend hohen Wasserstand und Regenfälle sind die Deiche stark durchnässt. Es gebe Sickerstellen, an denen Wasser durch den Deich drücke.

Lauenburg

Vielerorts sind die Aufräumarbeiten nach sinkenden Pegelständen im Gange. Im schleswig-holsteinischen Lauenburg konnten die 300 Bewohner nach fast einer Woche wieder in ihre Häuser zurückkehren. Der Pegelstand sank unterdessen bis zum frühen Nachmittag auf 9,05 Meter und lag damit wieder unter dem Höchststand von 9,22 während des Hochwassers von 2011. Normal sind dort rund fünf Meter.

Lüchow-Dannenberg

Aus Lüchow-Dannenberg in Niedersachsen hieß es, dass die Stadtinsel Hitzacker voraussichtlich am Abend auch von Besuchern wieder betreten werden dürfe. Dort war die Evakuierung der Insel bereits am Freitagmorgen aufgehoben worden. Entwarnung für das Elbe-Hochwasser in Niedersachsen gibt es allerdings noch nicht. An vielen Pegeln seien die Wasserstände noch ähnlich hoch wie bei den Hochwassern 2002 und 2011, hatte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) bereits am Freitag erklärt.

Bayern

In Bayern ist laut Polizei der letzte noch gesperrte Abschnitt der A3 zwischen den Anschlussstellen Hengersberg und Deggendorf im Bayerischen Wald seit Samstag wieder befahrbar. Auch die meisten Schiffe auf der Donau können zwischen Regensburg und Passau wieder ohne Behinderungen verkehren. Lediglich auf Bayerns Bahnstrecken gibt es noch größere Behinderungen, vor allem zwischen München über Rosenheim und Salzburg nach Wien sowie zwischen München über Garmisch-Partenkirchen nach Innsbruck.

Unterdessen hat das bayerische Landesamt für Gesundheit (LGL) vor der Infektionsgefahr durch Kolibakterien in Badeseen gewarnt. Auch das Robert Koch-Institut ruft zu Vorsicht bei Aufräumarbeiten auf, im Umgang mit Flutwasser sollten die Betroffenen auf die Hygiene und vor allem sauberes Trinkwasser achten.

http://www.spiegel.de/panorama/fischbeck-versenkte-lastkaehne-sollen-die-flut-bremsen-a-905943.html