Hochwasser fließt durch Hamburg

Veröffentlicht: Juni 15, 2013 von fluthelfer in Hamburg

 

Der Hochwasserscheitel der Elbe hat Hamburg erreicht. „Das Wasser wird mindestens zwei Tage hoch stehen“, sagte ein Sprecher der Umweltbehörde. Ein Absinken des Pegels werde erst am Wochenende erwartet. Für die Hansestadt bestehe aber nach derzeitigem Stand keine Gefahr. Die Stadt sei ausreichend durch Deiche gesichert. In der Hafencity, der Speicherstadt und dem Überseehafen werde das Wasser voraussichtlich nur um knapp einen halben Meter steigen.

Viel Treibgut im Fluss

Im Bereich Altengamme ist das Wasser auf 6,40 Meter über Normal Null erhöht – üblich sind 2,70 Meter. Die Deiche sind dort nach Angaben der Behörde aber für Pegel von bis zu 7,80 Meter über Normal Null ausgelegt. Sorgen bereitet nur, dass die Fluten nicht schnell genug wieder abfließen und die Deiche aufweichen könnten. Die Hamburger sollten diesen Bereich in den kommenden Tagen meiden. Auch das Schwimmen oder anderer Wassersport oberhalb der Elbbrücken ist zu gefährlich: Der Fluss fließt schneller und führt verstärkt Treibgut mit sich.

Spült Elbe-Hochwasser giftige Stoffe in den Hafen?

Das Wasser der Elbe sei derzeit zudem besonders trüb, sagte der Behördensprecher. „Auf dem Weg nach Hamburg ist ganz viel aufgewirbelt worden.“ Die Hafenverwaltung sieht ebenfalls nicht die Wassermassen als Problem. Allerdings könnten durch das Hochwasser möglicherweise problematische Stoffe in den Hafen gelangen, zum Beispiel Müll und Chemikalien, die noch aus DDR-Zeiten in den Böden entlang der Elbe lagern. Diese Stoffe könnten sich in Randbereichen des Hafens abseits des Hauptstroms ablagern und seien aufwendig zu entsorgen. Nach dem Ende des Hochwassers will die HPA deshalb das Hafengebiet daraufhin genau untersuchen.

Norder- und Süderelbe teilweise für Schiffe gesperrt

Die Norder- und Süderelbe sind bereits am Sonntag ab den Elbbrücken stromaufwärts für die Binnenschifffahrt gesperrt worden. Da die Schiffe ab Geesthacht wegen des Hochwassers nicht weiterkommen und zudem die Fließgeschwindigkeit des Wassers sehr hoch sei, werden sie bei den Norder- und Süderelbbrücken gestoppt, sagte ein Sprecher der Hafenverwaltung Hamburg Port Authority. Auch die Elbfähre Zollenspieker – Hoopte hat ihren Betrieb eingestellt.

Hafen wirkt wie Flussdelta

Hamburg ist bei Hochwasser in den vergangenen Jahren meistens ohne größere Schäden davongekommen, weil die Elbe bei Geesthacht in Schleswig-Holstein deutlich breiter und tiefer wird und dadurch mehr Wasser aufnehmen kann als im Elbtal davor. Die Fluten verlaufen sich danach in den weit verästelten Nebenarmen der Elbe wie in einem Flussdelta, sodass die Pegel im Hafen selbst deutlich weniger steigen. Die großen Containerterminals der Logistikunternehmen HHLA und Eurogate erwarten derzeit keine Einschränkungen durch das Hochwasser. Auch der Flugzeugbauer Airbus, der sein Werksgelände nahe der Elbe hat, sieht sich durch Deiche ausreichend geschützt.

Hamburger Helfer zurück

Derweil sind die letzten Helfer der Hamburger Feuerwehr am Donnerstag von ihrem Einsatz in den Elbe-Hochwassergebieten Sachsens und Niedersachsens zurückgekehrt. Mit 175 Feuerwehrleuten hatten die Hamburger in Amt Neuhaus (Landkreis Lüneburg) und in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden die Fluthelfer unterstützt und rund zwei Wochen gegen die steigenden Pegel angekämpft, sagte ein Feuerwehrsprecher am Freitag. Dabei sicherten sie auch eine acht Kilometer lange Deichlinie bei Bleckede (Kreis Lüneburg) und verbauten 120.000 Sandsäcke, um den Schutzwall zu erhöhen.

Benefizkonzert auf der Reeperbahn

Unter dem Motto „Elballianz“ wird es auf Initiative von Liedermacher Rolf Zuckowski und Theaterchef Corny Littmann am Sonntag, 23. Juni, ein Benefizkonzert für die Flutopfer auf der Hamburger Reeperbahn geben. Bisher haben spontan Künstler zugesagt wie Stefan Gwildis und Band, Karl Dall, Mary Roos, Sasha, Gunter Gabriel, Annett Louisan, Johannes Oerding, Bill Ramsey und Andrea Sawatzki, wie die Veranstalter am Freitag mitteilten. Außerdem werde das Ensemble des Schmidt Theaters auftreten. In Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz und unzähligen, freiwilligen Helfern vor und hinter der Bühne sollen rund um den Spielbudenplatz Spenden für die Flutopfer entlang der Elbe gesammelt werden.

http://www.ndr.de/regional/hamburg/hochwasser1337.html

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