Fahrgastverband fordert bessere Kommunikation

Veröffentlicht: Juni 13, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Die Umsetzung dieser Entscheidung ist kompliziert. Es muss eine ganze Menge an Beteiligten einbezogen werden: Bei der Bahn sind die Bereiche Fernverkehr, Regionalverkehr und Güterverkehr organisatorisch getrennt, dazu kommen noch private Eisenbahngesellschaften, die einen Teil der Regionalstrecken betreiben. Auch bei den Mitarbeitern der Berliner Betriebszentrale sind die Aufgaben klar verteilt. Manche betreuen bestimmte Züge, andere sind für einzelne Gleisabschnitte zuständig. Nur wenn sich alle absprechen, funktioniert der Ablauf reibungslos. Alle Weichen auf den Umleitungsstrecken müssen richtig gestellt werden. Die Fernverkehrszüge IC und ICE haben Vorrang. „Schnell vor langsam ist das Prinzip“, sagt Hinke. Doch der Regional- und Güterverkehr muss mit eingeplant werden, alles muss aufeinander abgestimmt sein. Für jeden Zug erstellt die Betriebszentrale einen neuen Fahrplan. Außerdem müssen Presse und Fahrgäste informiert werden.

Ein Lokführer darf auf einer bestimmten Strecke eigentlich nur fahren, wenn er darauf eingewiesen wurde. Doch diese Vorschrift gilt während des Hochwassers nicht mehr, sonst wären viele Umleitungen nicht möglich.

Das Krisenmanagement der Bahn scheint in diesen Tagen zu funktionieren. Verspätungen sind unvermeidlich, doch die meisten Passagiere erreichen ihr Ziel.  „Für das Hochwasser kann die Bahn nichts“, sagt Winfried Karg von Pro Bahn. Nur die Kommunikation kritisiert der Fahrgastverband: „Die Fahrgäste wurden nicht richtig informiert.“ Manchmal werde auf dem Handy eine Verspätung angezeigt  und der Bildschirm am Bahnhof suggeriert, der Zug sei pünktlich. Über Änderungen bei anderen Zugbetreibern erfahre man von der Deutschen Bahn gar nichts, man müsse sich bei jedem Anbieter eigens informieren: „Es fehlt ein einheitliches Portal.“

Mittags um zwölf endet die Schicht von Karsten Feske, er wird abgelöst und kann nach Hause gehen. Der Ausnahmezustand im Bahnverkehr wird noch eine ganze Weile weitergehen.

http://www.zeit.de/reisen/2013-06/bahn-hochwasser-krisenmanagment/seite-2

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