Bundeswehr gelingt Durchbruch einer Landstraße

Veröffentlicht: Juni 13, 2013 von fluthelfer in Stendal

 

Der Bundeswehr ist am Donnerstagmorgen im Hochwassergebiet im Landkreis Stendal der Durchbruch der Landstraße 18 gelungen. Wie der Krisenstab der Landesregierung mitteilte, arbeiten die Einsatzkräfte nördlich von Kamern derzeit noch an einer Durchflussvorrichtung. Dann soll das Wasser in der Region durch den Durchbruch nördlich in Richtung der Havelpolder abfließen. Bisher hatten sich die Wassermassen an der höher gelegenen Straße gestaut. Die Einsatzkräfte versprechen sich von dem Durchfluss eine Entlastung nach dem Deichbruch bei Fischbeck.

Nach Angaben des Krisenstabs sind in dem Gebiet inzwischen rund 6460 Menschen in Sicherheit gebracht worden. In den betroffenen Orten sind jedoch immer noch Menschen, unter anderem, um ihre Tiere vor dem Hochwasser zu schützen. Die noch in den Orten gebliebenen Menschen sollen heute mit Booten und Hubschraubern versorgt werden.

Die Lage am Deich bei Heinrichsberg im Landkreis Börde ist in der Nacht stabilisiert worden. Die Bundeswehr sicherte den Elbe-Deich nördlich von Magdeburg mit großen Sandsäcken, wie der Katastrophenstab des Landkreises mitteilte. Zwei Hubschrauber waren dazu im Einsatz. Zuvor war es am Mittwoch an einer Stelle zu einer kleinen Absenkung der Deichkrone gekommen. Auch am Morgen waren rund 200 Kräfte der Feuerwehr, der Bundeswehr und des Technischen Hilfswerks im Einsatz, um den Deich weiter zu stabilisieren. Ein Sprecher des Katastrophenstabs erklärte, die Arbeiten würden voraussichtlich bis zum Mittag dauern.

Ein weiterer Schwerpunkt des Hochwassers war am Morgen noch immer der Elbe-Saale-Winkel. Große Flächen und mehrere Orte bleiben überspült. In Aken (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) und Breitenhagen (Salzlandkreis) sorgen zwei Schöpfwerke dafür, dass das Wasser nicht richtig abgepumpt werden kann. Danilo Licht, Leiter der Technischen Einsatzleitstelle im Akener Rathaus, wird am Donnerstag abseits des Hochwassers aktiv. Licht will sich vor Ort ein Bild von der Unterbringung der evakuierten Akener machen und den von den Folgen des Hochwassers Betroffenen Fragen zur Situation beantworten. Beginnen wird Danilo Licht gegen 12 Uhr in der Heinz-Fricke-Halle in Köthen.

Landesweit sind die Pegel von Elbe und Saale weiter gesunken. Dennoch bleibt die Lage angespannt. In Sachsen-Anhalt sind nach Angaben des Krisenstabs der Landesregierung noch rund 16 400 Menschen evakuiert. In Magdeburg konnten dagegen die meisten Menschen wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Lediglich im Süden der Stadt gab es noch Ausnahmen.

Das Elbehochwasser wird den Bahnverkehr auch am Donnerstag behindern. Die Hochgeschwindigkeitsstrecke von Berlin über Stendal nach Hannover ist nach wie vor nicht befahrbar. Die ICE-Züge zwischen Berlin und Hannover und weiter ins Ruhrgebiet fahren deshalb über Magdeburg und Braunschweig. Von Donnerstag an halten sie auch in diesen beiden Städten, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Reisende zwischen Berlin und Hannover müssen mit einer um 60 bis 70 Minuten längeren Fahrtzeit rechnen. In Richtung Berlin entfallen die Stopps in Wolfsburg, Stendal und Berlin-Spandau, in Richtung Hannover die in Stendal und Wolfsburg.

Am Donnerstag wollen sich die Regierungschefs von Bund und Ländern in Berlin über einen Aufbaufonds für die Folgen der Hochwasserkatastrophe verständigen. In Koalitionskreisen ist von bis zu acht Milliarden Euro die Rede, die sich Bund und Länder jeweils zur Hälfte teilen sollen. Damit würde die Hilfe weitaus höher ausfallen als 2002. Bei der damals zur „Jahrhundertflut“ eingestuften Katastrophe wurden etwa 6,5 Milliarden Euro abgerufen.

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