»Angespannte Beobachtungsphase»

Veröffentlicht: Juni 13, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

gel Lüchow. Der Landkreis Lüchow-Dannenberg hat die Flutwelle der Elbe bisher ohne größere Beulen überstanden. Von Entspannung, sagt Landrat Jürgen Schulz (parteilos), könne aber noch keine Rede sein.

Er nennt die Tage bis zum Wochenende eine »angespannte Beobachtungsphase». Denn die Experten gehen davon aus, dass noch so lange eine brisante Hochwasserlage herrscht. Neuralgische Punkte sind die Landesstraße 256 in Gartow, Tiesmesland, Vietze und Neu Darchau. Inzwischen darf auch schon ein unangenehmer Blick nach vorn geworfen werden: auf die Finanzen. Denn die Kosten für den tagelangen Katastrophen-schutz-Einsatz trägt zunächst einmal der Landkreis allein. Landrat Schulz rechnet mit mindestens zwei, drei Millionen Euro. Es dürften jedoch locker über vier Millionen Euro werden. Denn die Hochwasser 2002 und 2006 waren bereits 3,9 Millionen beziehungsweise 3,4 Millionen Euro schwer. Der Landkreis selbst blieb schließlich auf 638000 und 513000 Euro sitzen. Doch weil der aktuelle Einsatz deutlich länger dauert, dürften auch die Kosten deutlich höher liegen. Die genaue Summe stehe wegen verzögerter Abrechnungen erst in zwei, drei Jahren fest, weiß Schulz. Der Landkreis muss beispielsweise aufkommen für Verdienstausfall und Auslagenersatz bei Feuerwehrleuten, für Säcke, für Sand, für Verpflegung, für Sprit oder Speditionsleistungen. Im Einsatz sind dieser Tage nach Angaben des Katastrophenschutzstabs rund 3500 offizielle Hilfskräfte vorwiegend von Feuerwehren, Bundeswehr, THW und DRK. Sandsäcke müssen nicht mehr gefüllt werden. Es liegen derzeit 330000 Säcke für Notfälle bereit. Die Herausforderung, sagt Landrat Schulz, sei diesmal »extrem» gewesen. Man sei gut vorbereitet in die heiße Phase des Hochwassers gegangen. Der Landrat lobt die Einsatzkräfte: »hochmotiviert, top besetzt, absolut professionelle Auftritte». Die Kreisverwaltung selbst hat 30 Leute im Katastrophenschutzstab zusammengezogen. Ebenfalls einen Blick voraus wagt der Landrat darauf, wie es mit dem Hochwasserschutz in Lüchow-Dannenberg zukünftig weitergeht. Bei den Höchstständen einen halben Meter über den bisherigen Rekorden seien nun auch neue Risikobereiche entstanden -beispielsweise Gartow oder Tiesmesland. Dort seien vier Gebäude mit zehn Bewohnern akut gefährdet. »Die fühlen sich allein gelassen», sagt Schulz -merkt aber gleichzeitig an, dass der Hochwasserschutz nicht nur eine staatliche Aufgabe sei, sondern auch private Verantwortung erfordere. Womöglich müsse man sich demnächst in solchen Bereichen über Sicherungsmaßnahmen Gedanken machen, die auch hohe Kosten für die betroffenen Grundstücke bedeuten könnten. Inzwischen stehen auch die neuen Rekordmarken fest, die diese Elbeflut in Lüchow-Dannenberg gesetzt hat: 7,79 Meter in Schnackenburg (bisher 7,51), 8,20 Meter in Damnatz (7,70), 8,18 Meter in Hitzacker (7,70), 7,92 Meter in Neu Darchau (7,49).

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