Konstant bis fallend: Pegelstand lässt hoffen

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Heute kommt die Kanzlerin: Angela Merkel (CDU) möchte sich persönlich ein Bild von der Hochwasserlage im Norden machen. Gemeinsam mit Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) will sie sich zunächst über die Lage in Lauenburg informieren. Im Anschluss wird sie mit Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) Hitzacker besuchen.

In Niedersachsen haben sich die Pegelstände über Nacht kaum verändert. Auch in Mecklenburg-Vorpommern ist der Hochwasserstand weitgehend konstant geblieben und zum Teil sogar gesunken. In Schleswig-Holstein steigen die Fluten nur noch geringfügig.

Niedersachsen: Wasserstand wird von heute an sinken

„Wir haben eine weitgehend ruhige Nacht hinter uns“, sagte eine Sprecherin des Landkreises Lüchow-Dannenberg am frühen Mittwochmorgen. Die Einsatzkräfte müssten die Deiche jedoch weiter gegen die Wassermassen verteidigen. In Hitzacker stand das Wasser am Morgen 8,16 Meter hoch, in Schnackenburg bei 7,67 Metern. Laut Prognosen des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) wird das Wasser in Hitzacker von heute an stetig sinken. Ähnlich stark wird sich die Elbe in Neu Darchau und Schnackenburg zurückziehen.

Dennoch ist die Gefahr für die von Überflutung bedrohten Orte entlang der Elbe nicht gebannt. Das Wasser drückt dauerhaft auf die Dämme und weicht sie auf. An einigen Stellen sickert es bereits durch. „Der Fokus liegt vollkommen darauf, dass die Deiche nicht brechen“, hieß es am Dienstag aus dem Landkreis Lüchow-Dannenberg.

Dämme im Nordosten unter Druck – Deichwachen werden verstärkt

„Wir müssen weiter sehr genau beobachten“, mahnte auch der Landrat des Landkreises Ludwigslust-Parchim, Rolf Christiansen (SPD). Eingreiftruppen der Bundeswehr würden in unmittelbarer Deichnähe postiert, um undichte Stellen notfalls sofort abdichten zu können. Die bisher entdeckten Stellen seien aber alle unproblematisch gewesen. Die Deichwachen wurden verstärkt. Sie kontrollieren die Dämme rund um die Uhr. Bei Dömitz stand die Elbe in der Nacht zum Mittwoch bei 7,18 Metern nach 7,20 Metern am Dienstagabend, in Boizenburg bei 7,32 Metern. Normal sind um die zwei Meter.

Damit die Einsatzkräfte im Notfall ungestört und schnell agieren können, ist die mecklenburgische Elbregion mittlerweile Sperrgebiet: Seit Dienstagnachmittag dürfen sich Ortsfremde in den betroffenen Gebieten nicht mehr aufhalten.

Auf der Elbe patrouillieren die Helfer auch mit Booten, um Treibgut einzusammeln, das bei der hohen Strömungsgeschwindigkeit die Deiche beschädigen könnte.

Wasserstand in Lauenburg konstant – aber Häuser gefährdet

Die Strömung bereitet auch im schleswig-holsteinischen Lauenburg große Sorgen. Da die Elbe mit bis zu 20 Stundenkilometern die jahrhundertealten Altstadt-Häuser umspült, drohen Sedimente aus den Fundamenten herausgespült zu werden, wie Karsten Steffen vom Krisenstab des Kreises Herzogtum Lauenburg am Dienstag sagte. „Das kann die Standhaftigkeit der Gebäude nachhaltig beeinträchtigen. Wenn ein Gebäude wirklich wegbrechen sollte, ist ein Domino-Effekt zu befürchten, weil sich die Häuser ja gegenseitig auch Schutz bieten.“

Auch wenn der prognostizierte Höchststand von bis zu 10,15 Meter wohl nicht erreicht wird, hat Lauenburg eine solche Flut sowohl von der Dauer als auch von der Höhe noch nie erlebt. Aktuell liegt der Pegelstand bei etwa 9,30 Metern. Heute wird der Hochwasserscheitel bei einer Höhe von 9,63 Metern erwartet. Das Wasser steht in der evakuierten historischen Unterstadt kniehoch. Die Einsatzkräfte hatten in der Nacht zu Dienstag noch versucht, mit Hochleistungspumpen die überflutete Elbstraße von Wasser zu befreien. Doch die Pumpen kamen nicht mehr gegen den hohen Wasserdruck an. Der Krisenstab geht davon aus, dass es bis zu einer Woche dauern kann, bis der Wasserstand wieder unter neun Meter sinkt.

Schnelle unbürokratische Hilfe versprochen

Schnell und unbürokratisch sollen die Opfer der Flut Hilfe erhalten. Darin sind sich alle norddeutschen Landesregierungen einig. Das rot-grüne Landeskabinett in Niedersachsen beschloss am Dienstag Soforthilfen in Höhe von 40 Milionen Euro. Die Hälfte des Geldes kommt vom Bund, der Rest vom Land. Zudem prüft das Finanzministerium Steuererleichterungen für Hochwassergeschädigte.

Schleswig-Holstein will laut Ministerpräsident Albig zunächst eine Million Euro in einer Art Schnellzugriffstopf bereitstellen. Später werde der Fonds möglicherweise aufgestockt, erklärte Albig nach einer Kabinettssitzung in Berlin am Dienstag. Außerdem wolle der Bund substanzielle Hilfe leisten und sich mit 50 Prozent an einem nationalen Soforthilfeprogramm beteiligen.

Auch Mecklenburg-Vorpommern will im Falle von schweren Flutschäden das Soforthilfeprogramm des Bundes in Anspruch nehmen. Über konkrete Hilfen zum langfristigen Wiederaufbau nach der Flut werden Bund und Länder am Donnerstag beraten.

http://www.ndr.de/regional/elbhochwasser159.html

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