Archiv für Juni 12, 2013

Wie die Flut abgehalten wird

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Von Andrea Schorsch

Um die Ortschaften in den hochwassergefährdeten Gebieten vor dem Schlimmsten zu bewahren, werden Sandsäcke zu Notdeichen gestapelt, Wehre geöffnet und Polder geflutet. Was genau verbirgt sich hinter diesen Maßnahmen? n-tv.de fragt nach.

Polder sind eingedeichte Überschwemmungsgebiete entlang eines Flusses. Jürgen Stamm, Professor für Wasserbau an der Technischen Universität Dresden, vergleicht sie mit „riesengroßen Badewannen.“ Ab einem bestimmten Flusswasserstand könnte ein Teil des Wassers in diesen Badewannen zwischengespeichert werden. Um gezielt die Hochwasserspitzen zu kappen, werden die Polder aber kontrolliert geflutet, erklärt Stamm im Gespräch mit n-tv.de. Das geschieht zum Beispiel über steuerbare Einlassbauwerke am Polder, durch die Wasser in dosierten Mengen einfließen kann. Sind solche Bauwerke nicht vorhanden, werden die Polder etwa über feste Überlaufkronen geflutet. „Das kontrollierte Fluten von Poldern ist bei einer guten Wasserstandsvorhersage sehr sinnvoll“, sagt Stamm. „Dann lässt sich genau berechnen, wann und wie viel Wasser in den Polder geleitet werden muss, um den Gipfel der Hochwasserwelle zu reduzieren. Da geht es um jeden Zentimeter.“ Wichtig ist dabei, den richtigen Zeitpunkt zu treffen. Sind die Polder einmal gefüllt, können sie nämlich keine weiteren Wassermassen mehr aufnehmen. Für nachrückende, neue Hochwasserspitzen, zum Beispiel durch Starkregen, bieten die Überschwemmungsgebiete dann keine Auffangmöglichkeit mehr. In manchen Gegenden Deutschlands wird das zurzeit zum Problem.

Wehre sind eine Sperre inmitten oder an der Seite eines Flusses. Das Wasser wird dort aufgestaut und kontrolliert abgelassen. Mit einem Wehr ist es also möglich, den Wasserstand des Flusses zu regulieren oder auch zusätzliche Fließwege zu öffnen. Oft wird ein Wehr genutzt, um den Wasserspiegel für die Schifffahrt anzuheben oder um Wasserkraftwerke zu betreiben. „Über ein Abschlagswehr lässt sich der Fluss gut entlasten. Zum Beispiel kann durch die Öffnung des Pretziener Wehrs Wasser in den Elbe-Umflutkanal geleitet werden“, erklärt Wasserbauexperte Stamm. Auch an der Havel, dort, wo sie in die Elbe fließt, soll ein Wehr Entlastung bringen. Die Elbe ist bereits so voll, dass sie das Havelwasser nicht mehr aufnehmen kann. Um die Elbdeiche zu entlasten, wurde das Wehr geöffnet, nun strömt Elbwasser in die Havel. Das Wasser wird in die Havelniederung abgeleitet und dort teilweise zurückgehalten

Notdeiche werden errichtet, wenn der eigentliche Deich bei Hochwasser nicht mehr ausreichend standsicher ist. Notdeiche können durch transportable Schläuche, die meist wassergefüllt sind, geschaffen werden, können in Erdbauweise geschüttet oder auch in Form von Sandsackdämmen errichtet werden. Dazu werden Jutesäcke aufgetürmt, die zu zwei Dritteln mit Sand gefüllt sind. Kommen sie mit Wasser in Berührung, saugen sie sich voll und quellen auf. Das dichtet den Notdeich ab. Damit er stabil ist, muss er mindestens doppelt so breit wie hoch sein. Ist ein besonders schneller Deichbau erforderlich oder die rasche Stabilisierung eines bestehenden Damms, werden dafür Big Bags genutzt. Sie können vom Hubschrauber aus verlegt werden und sind mit einem Quadratmeter und einem Fassungsvermögen von rund 1000 Litern größer als die üblichen Sandsäcke.
Notdeiche haben mitunter – wie der Deichbau überhaupt – einen Nachteil. Der liegt in der Strömungsgeschwindigkeit des Gewässers. „Das ist ein Paradoxon“, sagt Stamm. „Je besser der Hochwasserschutz, desto mehr Wasser bleibt natürlich im Fluss. Wovon die Oberlieger profitieren, kann für die Unterlieger dann zum Problem werden.“ Denn klar: Je mehr Wasser der Fluss führt, umso schneller und mächtiger wird er. Deiche am unteren Flusslauf haben dann umso mehr auszuhalten. Doch selbst, wenn es um eine gesteuerte Flutung geht, die verhindert, dass andernorts unkontrolliert und mit Wucht die Deiche brechen, stellt sich vielen Menschen eine nagende Frage: Warum bei uns? Warum nicht ein paar Kilometer weiter?

Quelle: n-tv.de

Zweite Deichlinie für Neu Darchau

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

Der vor rund einer Woche hastig aufgeschüttete Notdeich (links im Bild) wird zusehends instabil und droht von der Strömung der Elbe abgetragen zu werden. Am Dienstag wurde versucht, den Deich durch zusätzliche Sandsäcke von außen zu stabilisieren – ohne den erhofften Erfolg. Durch Austrockung entstehen zudem Risse im Lehmkies, sodass mehr und mehr Sickerwasser auf der Innenseite des Deichs austritt.

Um für den Fall des Abrutschens des Notdeichs gewappnet zu sein, haben heute den ganzen Tag über Hilfskräfte eine zweite Deichlinie (rechts) gebaut. Sie soll den Ort im Notfall schützen. 

Für den Bau, an dem mehrere Bundeswehreinheiten, diverse Feuerwehren, das THW und viele freiwille Helfer beteiligt waren, wurden mehrere Zehntausend Sandsäcke benötigt. Sie wurden in einer endlosen Kolonne aus dem Kieswerk in Tramm nach Neu Darchau transportiert.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/zweite-deichlinie-fuer-neu-darchau-53574

So kommen Hochwasseropfer an Geld

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Von Isabell Noé

Kaputte Fußböden, durchnässte Wände, zerstörte Firmeneinrichtungen – das Hochwasser hinterlässt eine Menge Arbeit und Schäden in Milliardenhöhe. Bund und Länder versprechen den Betroffenen Unterstützung. Aber wie sieht die konkret aus?

Während das Hochwasser gerade seinen Höhepunkt im Norden erreicht, laufen in anderen Teilen Deutschlands die Aufräumarbeiten. Erst langsam können die Betroffenen die konkreten Schäden beziffern, die das Wasser an Häusern und Grundstücken, Fahrzeugen und Einrichtung hinterlassen hat. Vieles von dem, was die Fluten und der Schlick beschädigt haben, bezahlt keine Versicherung: Die Hausratpolice übernimmt normalerweise nur Schäden, die durch Leitungswasser verursacht wurden. Und die Elementarschadenversicherung, die Hausbesitzer bei Überschwemmungen schützt, ist für Gebäude in Hochwasserregionen nur schwer zu bekommen.

Privatleute und Gewerbetreibende, die jetzt vor einem Berg von Arbeit und Kosten stehen, können auf Hilfe vom Staat hoffen: Bislang hat die Bundesregierung 100 Millionen Euro an Soforthilfe zugesagt, hinzu kommen weitere 100 Millionen Euro, die von der staatlichen Förderbank KfW als Hilfs-Kredite für Unternehmen bereitgestellt werden. Viele Bundesländer haben inzwischen auch eigene Hilfsprogramme auf den Weg gebracht. Bund und Länder planen zudem einen gemeinsamen Fluthilfefonds beraten.

Sachsen

30 Millionen Euro stellt der Freistaat als Soforthilfe für in Not geratene Bürger zur Verfügung. Sie werden als Handgeld ausgezahlt: Für jede erwachsene Person im Haushalt gibt es 400 Euro, für Kinder 250 Euro. Die Höchstgrenze liegt bei 2000 Euro pro Haushalt. Bis zum 25. Juni kann das Geld bei der Wohnsitzgemeinde beantragt werden. Voraussetzung ist, dass zumindest das Erdgeschoss des selbst genutzten Wohnraums teilweise geflutet worden ist.

Immobilieneigentümer oder Eigentümergemeinschaften können eine Soforthilfe beantragen, um beschädigte Häuser schnell wieder bewohnbar zu machen. Geld gibt es aber nur, wenn die Wiederherstellung überhaupt sinnvoll ist und auch nur, wenn das Gebäude nicht schon lange vorher leer stand.

Für Unternehmen gibt es eine Soforthilfe von 1500 Euro. Sie sollen insbesondere Freiberuflern, Selbständigen und Handwerksbetrieben helfen, schnell wieder den Geschäftsbetrieb aufnehmen zu können. Darüber hinaus will das sächsische Finanzministerium betroffenen Unternehmen Steuererleichterungen gewähren.
Antrag auf Soforthilfe für Unternehmen
Antrag auf Soforthilfe für Privathaushalte
Antrag auf Soforthilfe für Wohneigentümer

Thüringen

20 Millionen Euro hat die Thüringer Landesregierung für die Soforthilfe freigegeben. Entsprechende Anträge können bei Stadt- und Gemeindeverwaltungen eingereicht werden, seit dem 10. Juni läuft die Auszahlung. Die Leistungen sind so hoch wie in Sachsen: Es gibt 400 Euro für jeden betroffenen Erwachsenen, außerdem 250 Euro pro Kind, maximal aber 2000 Euro pro Haushalt.

Die Zugangsvoraussetzungen regelt Thüringen strenger als das Nachbarland: Es muss mindestens ein Schaden von 2000 Euro entstanden sein, der nicht von der Versicherung gedeckt ist. Außerdem werden nur „Bedürftige“ unterstützt. Als bedürftig gelten Haushalte, deren Nettoeinkommen im Jahr 2012 nicht über 24.000 Euro (Singles) oder 36.000 Euro (Zweipersonenhaushalt) lag. Für jede weitere Person erhöht sich das Limit um 6000 Euro.

Auch Kleinunternehmen mit einem Gewinn unter 36.000 Euro können Soforthilfe beantragen. Für sie gibt es pauschal 2000 Euro.

Daneben räumt Thüringen Steuererleichterungen ein. Für Firmen und Selbständige sind Sonderabschreibungen und Steuerstundungen möglich. Privatpersonen können ihre Ersatzaufwendungen und Reparaturkosten in der nächsten Steuererklärung als außergewöhnliche Belastungen geltend machen.
Antrag auf Soforthilfe für Kleinunternehmen
Antrag auf Soforthilfe für Privatpersonen
Steuererlass Hochwasser

Sachsen-Anhalt

Am 11. Juni hat auch Sachsen-Anhalt ein Soforthilfeprogramm für Hochwasseropfer aufgelegt. Auch hier bekommen betroffene Erwachsene 400 Euro, pro Kind gibt es 250 Euro. Und auch hier gilt die Grenze von 2000 Euro pro Haushalt. Die Anträge und Auszahlungen werden über die Kommunen abgewickelt.

Auch Gewerbetreibende und Freiberufler können mit Zuschüssen rechnen. Wie die genau aussehen, ist derzeit aber noch unklar. Konkrete Hilfszusagen wird es wohl erst nach den morgigen Bund-Länder-Gesprächen geben.
Soforthilfeantrag für Privatpersonen 

Brandenburg

Ein Soforthilfeprogramm wie in anderen Bundesländern gibt es in Brandenburg noch nicht. Das Finanzministerium hat aber diverse Steuererleichterungen zugesagt. Davon profitieren vor allem Unternehmer und Freiberufler. Privatpersonen sollten auf jeden Fall die Rechnungen für wiederbeschafften Hausrat und Kleidung aufheben. Denn diese Aufwendungen können in der nächsten Steuererklärung als außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden. Das gleiche gilt für Kosten für die Schadensbeseitigung an selbstgenutzten Immobilien.Überblick über die Steuererleichterungen

Bayern

Auch in Bayern können Hochwasseropfer Hilfen bei der zuständigen Kreisverwaltung beantragen. Das Soforthilfeprogramm „Haushalt/Hausrat“ gilt für Privathaushalte mit einem Gesamtschaden von mindestens 5000 Euro. Geld gibt es aber nur, wenn keine Elementarschadensversicherung möglich war.

Pro Person zahlt der Freistaat 500 Euro Soforthilfe, mindestens 1000 Euro und höchstens 5000 Euro pro Haushalt. Die Hilfe soll unbürokratisch fließen, man muss also keine Rechnungen vorlegen, sondern nur versichern, dass ein entsprechender Schaden entstanden ist. Auch für Ölschäden an Wohneigentum wird ein Zuschuss von bis zu 10.000 Euro pro Gebäude gewährt. Geld gibt es aber nur gegen Vorlage entsprechender Rechnungen.

Freiberufler und Mittelständler mit über 5000 Euro Schaden können sich für ihre Aufwendungen einen Zuschuss von 50 Prozent aus der Landeskasse holen. Auch hier gilt allerdings die Einschränkung: Geld gibt es nur, wenn der Schaden nicht versicherbar war.
Antrag auf Sofortgeld für Privathaushalte 
Antrag auf Sofortgeld für Unternehmen

Niedersachsen

Gestern hat auch Niedersachsen ein Hilfspaket für die Hochwasseropfer geschnürt. Aus Bundes- und Landesmitteln sollen insgesamt 40 Millionen Euro für Soforthilfen zur Verfügung stehen. Für Renovierungsarbeiten und die Wiederbeschaffung von Hausrat gibt es ab einem Gesamtschaden von 5000 Euro für jeden Erwachsenen 500 Euro und für jedes Kind 250 Euro. Pro Haushalt werden mindestens 1000 Euro und maximal 2500 Euro gezahlt. Bei Ölschäden gibt es bis zu 5000 Euro Zuschuss. Außerdem steht ein Härtefonds zur Verfügung. Mit ihm sollen existenzbedrohende soziale Notlagen und außerordentliche Schäden abgemildert werden.

Auch gewerbliche Unternehmen und Freiberufler sollen Soforthilfe in Anspruch nehmen können. 50 Prozent ihrer Schäden sollen sie sich erstatten lassen können, in Härtefällen werden Zahlungen bis zu 200.000 Euro gewährt. Antragsformulare zum Download gibt es in Niedersachsen aber noch nicht.

Schleswig Holstein

Auch Schleswig Holstein hat gestern einen Hilfsfonds eingerichtet, das Budget fällt hier mit einer Million Euro aber etwas bescheidener aus. Unterstützung soll es vorerst nur für besondere Härtefälle geben

Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern hat das Hochwasser gerade erst seinen Höhepunkt überschritten. Auch hier ein Soforthilfeprogramm auf den Weg gebracht, Details sind aber noch nicht bekannt. Lange dürfte es nicht mehr dauern, die Richtlinie ist derzeit in der Schlussabstimmung.

Quelle: n-tv.de

 

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

Seit Tagen sind unzählige Fahrzeuge im Pendelverkehr zwischen dem Kieswerk in Tramm und den Brennpunkten an der Elbe eingesetzt, um Sandsäcke zu transportieren. LKW-Züge von Speditionen und Bauunternehmen, riesige Schlepper, klapprige Traktoren, abenteuerliche Anhänger – einfach alles, was Räder hat. Mittendrin: zwei schneeweiße Trucks von Greenpeace.

Seit das schwere Gerät der Umweltschützer während der Flut 2002 angefordert wurde, unterstützt die Organisation bei jedem „Jahrhunderthochwasser“ an der Elbe. „Natürlich gibt es durch die Gorleben-Thematik auch viele persönliche Kontakte ins Wendland“, verrät Greenpeacer Thore Küster, „aber Politik spielt dieser Tage keine Rolle.“ Die Zusammenarbeit mit „den Uniformierten“ klappe hervorragend, sagt er, als zufällig eine Kompanie der Bundeswehr vorbeimarschiert. „Auch mit den Soldaten.“ Von Militär hält er wenig, aber wenn es so sinnvoll wie hier eingesetzt wird, kann er damit gut leben.

Beim derzeitigen Hochwasser unterstützt Greenpeace mit zwei LKW zum Sandsacktransport, einem Kran im Kieswerk in Tramm und drei Schlauchbooten zur Bergung von Treibgut.

„Die Feuerwehr-Einsatzleitung in Tramm hat uns gebeten, bis mindestens Freitag für Fahrten bereitzustehen“, sagt Küster, „und dem kommen wir gerne nach.“ Dann macht er sich mit dem schweren Scania erneut auf nach Neu Darchau. Dort werden die Sandsäcke auf der Ladefläche sehnlich erwartet.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/greenpeace-im-einsatz-gegen-die-flut-26168

Die Menschen halten den Atem an: Jeder Zentimeter, den die Elbe zurückweicht, ist wichtig. Denn die Gefahr ist noch nicht gebannt: Die Wassermassen drücken auf die durchweichten Deiche. Halten sie?

Die Flüsse steigen nicht mehr, doch die Gefahr ist noch lange nicht vorbei: Das Risiko von Deichbrüchen bleibt hoch. Dramatisch war die Lage am Mittwoch in Teilen Sachsen-Anhalts. Nach dem Deichbruch bei Fischbeck bedrohten die Wassermassen immer mehr Menschen. Mehrere Orte wurden zwangsweise evakuiert.

In den meisten anderen Hochwasserregionen stagnierten oder sanken die Pegelstände allmählich. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besuchte die von der Elbe überflutete Altstadt Lauenburgs in Schleswig-Holstein und das nahe Hitzacker in Niedersachsen. Dort hielt eine Spundwand die Elbe gerade eben noch ab.

Kampf gegen die Fluten

Unermüdlich kämpfen Tausende Helfer weiter gegen die Fluten. Merkel sprach Einsatzkräften und Freiwilligen ihren Respekt aus und bekräftigte die Hilfszusagen des Bundes: „Wir haben vereinbart, es gibt eine Soforthilfe.“ Zugleich begrüßte sie privates Engagement: „Ich freue mich über jede Spendenaktion, das ist ein ganz wichtiges Zeichen.“

Die Deutsche Bischofskonferenz und der Zentralrat der Muslime riefen zu Spenden für die Hochwasser-Opfer auf. Die Regierungschefs von Bund und Ländern wollen sich an diesem Donnerstag in Berlin über einen gemeinsamen Fonds für die Folgen der Hochwasserkatastrophe verständigen.

Deichbruch in Fischbeck

Der Deichbruch in Fischbeck bei Stendal konnte bisher nicht geschlossen werden. Die Strömung riss die von Bundeswehr- Hubschraubern abgeworfenen Sandsäcke mit, wie die Landesregierung berichtete. Hubschrauber, Boote und Amphibienfahrzeuge standen bereit, um Eingeschlossene zu befreien. Insgesamt waren rund 8000 Menschen im Landkreis aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen. Im Elbe-Saale-Winkel sind weiterhin große Flächen und mehrere Ortschaften überspült. Indessen hob die Stadt Magdeburg die Räumung ihrer östlichen Stadtteile weitgehend auf.

Hauch von Entspannung

In Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zeichnete sich ein Hauch von Entspannung ab. Entwarnung bedeutete das aber keineswegs. Experten gehen noch von einem tagelangen Kampf gegen die Wassermassen an den durchnässten Deichen aus. So drückte das Wasser in Wittenberge weiter massiv auf die Deiche.

Die Behörden warnten die Menschen davor, sich in falscher Sicherheit zu wiegen. „Die Lage hat sich nicht wesentlich verändert, wir haben weiterhin sehr hohe Wasserstände“, sagte der Sprecher des norddeutschen Landkreises Ludwigslust-Parchim, Andreas Bonin. Immer wieder meldeten Deichwachen Sickerstellen. In Bayern ließ heftiger Regen die Donau wieder anschwellen.

Die Zahl der Toten in Folge des etwa zweiwöchigen Hochwassers in Deutschland stieg auf mindestens acht. Ein 61-Jähriger wollte in Aken in Sachsen-Anhalt seinen Keller auspumpen und erlitt in der Nacht zum Mittwoch einen tödlichen Stromschlag, wie die Polizei mitteilte.

ICE-Strecken der Bahn lahmgelegt

Durch den Deichbruch in Fischbeck sind mehrere ICE-Strecken der Bahn lahmgelegt. Die Elbbrücke bei Schönhausen bleibt auf unbestimmte Zeit gesperrt. Es müsse mit Schäden an dem Bauwerk gerechnet werden, sagte eine Bahnsprecherin. Die Brücke gehört zur ICE-Strecke zwischen Berlin und Hannover. Auch im Süden gab es weiterhin Behinderungen, so auf der ICE-Strecke Berlin-Frankfurt am Main. „Es ist noch nicht absehbar, wie lange das noch andauert“, sagte ein Bahnsprecher.

Wegen schaulustiger Hobbypiloten über den Hochwassergebieten schränkte das Bundesverkehrsministerium den Flugverkehr vorerst ein.
Im Raum Deggendorf in Bayern sowie im Korridor Dresden/Hamburg seien nur noch Flüge der Einsatzkräfte zugelassen oder für Luftaufnahmen zur Auswertung von Experten, sagte eine Sprecherin und bestätigte einen Bericht der „Stuttgarter Zeitung“.

In Hochwassersituationen steigt die Infektionsgefahr. Die größten hygienischen Probleme könnten bei Aufräumarbeiten in Häusern, Kellern und Gärten durch intensiven Kontakt mit verschmutztem Wasser auftreten, teilte ein Sprecher des Landkreises in Ludwigslust mit.
Das Gesundheitsamt des Kreises impft Einsatzkräfte ohne ausreichenden Schutz gegen gefährliche Infektionskrankheiten.

http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/hauch-von-entspannung-aber-deiche-weiter-in-gefahr-1.3464500

Ein erster Lichtblick für die Opfer

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Halle

 

Drei Seiten Formular ausfüllen, Ausweis vorzeigen, unterschreiben – das ganze dauerte gestern in Halle, inklusive Wartezeit, keine halbe Stunde. Dann hatte Peter Mielke sein Geld: 900 Euro für sich und seine beiden Kinder. Ein erster Lichtblick für den Hallenser, der nach der Flut noch einmal von vorn beginnen muss. Wie Mielke strömten etliche Hallenser an die Serviceschalter der Stadt, um sich die Hochwasser-Soforthilfe abzuholen. 400 Euro pro Person, 250 Euro für Kinder, maximal 2 000 Euro pro Haushalt zahlt die Landesregierung den Flutopfern.

In der Bürgerservicestelle im Ratshof in Halle genießen die Hochwasseropfer Vorzugsbehandlung. Elf Schalter sind nur für sie geöffnet. Außerdem hat die Stadt exklusiv für Flutgeschädigte die Sprechzeiten verlängert, auch sonnabends und sonntags fließt das Geld. Entsprechend zügig klappte gestern, am ersten Tag der Auszahlung, die Bearbeitung. Unkompliziert und schnell sei es gegangen, berichtet eine junge Mutter, die mit ihrem acht Wochen alten Säugling gekommen ist. Sie holt das Flutgeld gleich für ihre Familie und die Schwiegereltern. Nachweise? Die können auch später nachgereicht werden. Mit mehr als 2 000 Euro geht sie am Ende nach Hause.

Leben wie auf der Baustelle

Doch das Zuhause der Flutopfer ist meistens erst einmal keines mehr. Schlamm und die braune Fluss- und Fäkalienbrühe haben Keller und Wohnungen verwüstet. „Wir haben immer noch keinen Strom und leben nur mit Kerzen und ohne warmes Wasser. Es sieht aus wie auf der Baustelle“, sagt eine andere Frau.

Ein Paar mit Säugling kann schätzungsweise erst in zwei Wochen wieder in seine Mietwohnung in der Klaustorvorstadt, Halles am stärksten betroffenes Innenstadtviertel. Mit Säugling in einer Wohnung ohne Strom – undenkbar für die beiden. Sie sind bei den Eltern der Frau im Saalekreis untergekommen. Das bedeutet täglich längere Fahrten zur Arbeit und dazu Anschaffungen außer der Reihe für das Kind. „Wir haben trotzdem Glück gehabt. Es gibt Leute, die hat es viel schlimmer erwischt.“

Zum Beispiel Erika Köcke. Ihr Haus in Halle-Planena, dem überfluteten Ortsteil in der Saale-Elster-Aue, steht immer noch im Wasser. Ihr Nervenkostüm ist sichtlich angegriffen. „Ich war gerade das erste Mal wieder dort. Ich muss das erstmal verarbeiten.“ Die 400 Euro Soforthilfe seien schnell weg, wenn es ans Aufräumen geht, sagt sie. „Was nur der Elektriker kostet, der den Strom wieder anstellt und die Anlage überprüft!“

Doch auch wenn die Hilfe unbürokratisch läuft – nicht jeder bekommt sofort Geld. Herbert Wolf hat ein Gartengrundstück an der Saale. „Aber ich weiß die Hausnummer nicht“, sagt er. Doch Wolf ist nicht böse. „Kein Problem. Ich habe jetzt die Adresse vom Vermessungsamt und muss mir nun erstmal eine Hausnummer holen.“

139 Fälle, 93 000 Euro

Er wird wiederkommen. Noch bis zum 15. Juli kann die Soforthilfe beantragt und abgeholt werden. Gestern wurden bis zum Abend 139 Fälle gezählt, 93 000 Euro ausgereicht. Rita Lachky, die Leiterin des Bereichs Einwohnerwesen sagt: „Wir rechnen aber damit, dass der Andrang noch größer wird.“ Nach Berechnungen der Stadt wohnen knapp 4 000 Hallenser in den überfluteten Gebieten. Schäden durch gestiegenes Grundwasser beträfen aber noch mehr.

Peter Mielke muss von vorn anfangen, weil das Wasser bei ihm brusthoch im Souterrain stand. Dort hatte sich der selbstständige Werbefachmann gerade erst vor zwei Monaten auf ein zweites geschäftliches Standbein gewagt: Süd-Thüringer Bratwürste, einzigartig in Halle, wie er sagt. Er war voll ins Risiko gegangen, das Geschäft lief gut an. „Doch die Flut hat mich kalt erwischt.“ Seine Produktionsräume überflutet, die Heizung seines Hauses dahin, Verdienstausfall – von den 900 Euro, die er als Privatmann erhalten hat, muss er nun erst einmal leben. Mielke hofft auf weitere Hilfen für Gewerbetreibende. Und darauf, bald wieder Bratwürste produzieren und verkaufen zu können. Um Standplätze für seinen mobilen Verkauf hat er sich schon beworben. „Ich bin seit der Wende selbstständig. Ich kann nur weitermachen.“ Das Flutgeld vom Land ist dabei ein erster Lichtblick. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

http://www.mz-web.de/

Teilnehmer der Oldtimerrallye wollen für Flutopfer spenden

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Hagen Kruse aus Uder im Eichsfeld und sein Freund Eduard Neitzke aus Kassel sind Oldtimer-Fans durch und durch. Doch bei aller Liebe für historische Fahrzeuge vergessen beide nicht, dass es viele Menschen gibt, denen es nicht so gut geht wie ihnen selbst. Sei es, weil sie gesundheitliche Sorgen plagen, sei es, weil ihre Existenz bedroht ist.

Deshalb verbinden Kruse und Neitzke die Oldtimerrallye, die an den einst weltberühmten deutschen Rennfahrer Rudolf Caracciola erinnern und in diesem Jahr Ende Juni auch durch Thüringen führen wird, stets mit einer sozialen Aktion. Zunächst riefen die beiden Oldtimer-Fans, die zu den Organisatoren der Tour gehören, Anfang des Jahres zu einer Drei-Euro-Spende für die Jose-Carreras-Stiftung auf.

Unter den Spendern sollte als besonderer Anreiz ein Beifahrerplatz beim Caracciola Grand Prix verlost werden. Und genau dieses Versprechen ist jetzt auch eingelöst worden: Ingo Buttes aus Jena wird als Navigator in einem Riley aus dem Jahr 1933 mit auf die Strecke von Eisenach nach Dresden gehen. Doch nun soll unter den rund 70 Teilnehmern der Rallye auch für die Hochwasseropfer in Thüringen und Sachsen gesammelt werden. „Da steht keiner abseits“, ist sich Eduard Neitzke sicher – er rechnet am Ende mit einem vierstelligen Betrag. Schließlich führt die Tour auch durch die von der Flut betroffenen Gebiete, so dass die Teilnehmer sich selbst ein Bild davon machen können, wie zerstörerisch die Wassermassen gewütet haben.

Eduard Neitzke will die Spendensumme unterwegs an den Bürgermeister oder Gemeinderat eines kleinen Ortes überreichen, der genau weiß, welche Familie es am ärgsten getroffen hat. So wird die Rallye in diesem Jahr gleich auf zweifache Weise Gutes bewirken.

Edle Klassiker aus dem Hause Bugatti und Lagonda

Gestartet wird sie am 27. Juni um 17 Uhr in Kassel, um gleich danach das Eichsfeld sowie den Wartburgkreis und Eisenach anzusteuern. In der Wartburgstadt wird tags darauf auch die zweite Etappe gestartet, die über Gotha, Erfurt, Pößneck, das Schleizer Dreieck und Zwickau nach Dresden führt.

Von dort aus geht es am 29. Juni unter anderem auch über Kölleda, Bad Langensalza und Mühlhausen zurück zum Ausgangspunkt. Die Zuschauer in den Etappenorten und entlang der Wegstrecke bekommen dabei Spektakuläres zu sehen, wie Eduard Neitzke versichert: edle Klassiker aus dem Hause Bugatti, Lagonda, Bentley, Riley, Aston Martin, Alfa Romeo, Fiat, Jaguar, Ferrari, Maserati, Lancia und Porsche, um nur einige zu nennen. Ein besonderes Einzelstück sei ein Fiat 520 Competizione aus dem Jahr 1928, ein zweites ein 1924er Rallye Cyclear. Mit von der Partie ist auch Deutschlands berühmteste Schrauberin, Lina van de Mars, mit ihrer 64er Corvette. „Das ist ein Fahrerfeld mit so außergewöhnlichen Fahrzeugen, wie man sie in dieser Vielzahl kaum auf öffentlichen Straßen zu sehen bekommt.“

Der Grand Prix, so viel ist sicher, soll auch im kommenden Jahr ausgetragen werden. Und dabei erneut Menschen helfen, die der Hilfe bedürfen.

Quelle: otz.de

 

Konzert zugunsten der Flutopfer

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 Popsänger Xavier Naidoo (41) hat im niederbayerischen Straubing spontan ein Konzert zugunsten der Flutopfer gegeben. Der Auftritt am Mittwoch sollte bis zum Abend dauern – am Nachmittag waren nach ersten Schätzungen etwa 2000 Menschen gekommen. Eintritt wurde nicht verlangt, die Besucher konnten aber freiwillig spenden. Die Initiative ging von dem Popstar selbst aus. Naidoo war mit seinen Musikern in einem Truck samt Equipment ins vom Hochwasser betroffene Straubing gekommen.

http://www.rp-online.de/panorama/live-schaulustige-hobbypiloten-sorgen-fuer-aerger-1.3462254

Warum Wasser durch Deiche sickern kann

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Warum Wasser durch Deiche sickern kann

Deiche werden seit Jahrhunderten an Flüssen oder Meeren zum Schutz vor Hochwasser gebaut. Um die Deiche möglichst stabil zu machen, wird der untere Teil der Außenböschung in der Regel mit Steinen gepflastert. Darüber werden Erde, Lehm, Kies oder Sand aufgeschüttet. Meist sind Deiche zwischen 20 und 60 Metern breit.

Werden Deiche bei Hochwasser instabil, sind dafür nach Angaben des Technischen Hilfswerks (THW) oft Unregelmäßigkeiten beim Bau verantwortlich. Auch Maulwürfe und Wühlmäuse können gefährlich werden, da sie den Deich durch den Bau ihrer Gänge aushöhlen. Rinder, die den mit Gras bepflanzten Deich beweiden, dürfen ein bestimmtes Gewicht nicht überschreiten, um Schäden zu vermeiden. Selbst Disteln müssen regelmäßig beseitigt werden, da sie den Deich mit ihren kräftigen Wurzeln schädigen können.

Beginnt Wasser durchzusickern, wird der betroffene Bereich mit einer wasserdurchlässigen Gitterplane abgedeckt, erklärt das THW. Von unten beginnend werden anschließend Sandsäcke die Böschung hinaufgelegt. Zwischen zwei senkrechten Reihen von Sandsäcken muss eine mehrere Zentimeter breite Fuge bleiben, damit das Sickerwasser abfließen kann. Über diese Fuge wird dann eine zweite Reihe von Sandsäcken quer verlegt. Diese Konstruktion bewirkt, dass das Baumaterial im Deich bleibt, das Wasser aber abfließen kann.

(Quelle: dpa)

Schaulustige Hobbypiloten

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Wegen schaulustiger Hobbypiloten über den Hochwassergebieten hat das Bundesverkehrsministerium den Flugverkehr eingeschränkt. Im Raum Deggendorf in Bayern sowie im Korridor Dresden/Hamburg seien nur noch Flüge der Einsatzkräfte zugelassen oder solche im öffentlichen Interesse wie beispielsweise für Luftaufnahmen zur Auswertung von Experten, sagte eine Sprecherin von Minister Peter Ramsauer (CSU) am Mittwoch. Die Schaulustigen hätten zu „massiven Störungen in den Einsatzgebieten“ geführt. Die Beschränkungen im Luftverkehrstourismus gelten den Angaben zufolge seit Dienstag und sind vorerst bis Freitag, 24.00 Uhr, geplant.

http://www.rp-online.de/panorama/live-schaulustige-hobbypiloten-sorgen-fuer-aerger-1.3462254

Bricht der Notdeich in Neu Darchau?

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Es ist voll am Notdeich in Neu Darchau. Die Straße steht voll mit Treckern und anderen Fahrzeugen und mit rund 1.000 Paletten voller Sandsäcke. Zehntausende wurden heute schon verbaut, weitere 100.000 sollen noch aufgetürmt werden. Denn der Behelfs-Deich sackt ab, es dringt Wasser durch. Zu den zunächst rund 500 Kräften von Feuerwehr, THW und Bundeswehr kommen immer mehr hinzu. Sie stapeln die Sandsäcke als zusätzlichen Schutzwall gegen das Hochwasser direkt hinter dem durchweichten Notdeich. „In einer derartigen Lage waren wir bisher noch nicht“, sagt Volker Peters, THW-Sprecher, über seinen Einsatz in Neu Darchau. Mit solchen Wassermassen wie jetzt hatte man dort noch nie zu tun.

Etwa 50 Anwohner in der Gefahrenzone

Mirko Tügel von der Feuerwehr Elbtalaue spricht von einem erheblichen Restrisiko, dass der Deich wegrutscht. Ein NDR 1 Niedersachsen Reporter berichtete am frühen Abend aus Neu Darchau, der Deich sacke deutlich erkennbar nach hinten weg. Die Anwohner seien aufgefordert, Autos aus der Gefahrenzone zu entfernen und sich im oberen Stockwerk ihres Hauses aufzuhalten. Bis zu 50 Menschen sind es, die akut um ihre Wohnungen bangen müssen. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) geht aktuell davon aus, dass das Wasser noch etwa zwei Tage lang hoch am Deich stehen wird – so lange muss der provisorische Schutz mindestens noch standhalten.

Wussegel: Grundwasser drückt Straße nach oben

In der Nacht zu Mittwoch verstärkten Tausende Helfer die Deichfüße mit Sandsäcken – vor allem zwischen Wussegel (Landkreis Lüchow-Dannenberg) und Penkefitz tauchen jetzt sogenannte Blasen hinter den Deichen auf. Hier hat sich die Elbe unterirdisch verbreitet und sprudelt 20 bis 30 Meter im Hinterland wieder an die Oberfläche. Auch diese Quellen müssen mit Sandsäcken in Schach gehalten werden. Je nasser der Boden, desto schwieriger wird dies allerdings. Die Feuerwehrleute stehen an manchen Stellen schon bis zu den Knien im Matsch.

Hitzacker: Treibgut gefährdet Spundwand

Weiterhin bedrohen schwimmende Bäume und Äste die Deiche – und in Hitzacker (Landkreis Lüchow-Dannenberg) auch die dünne Spundwand, die die Altstadtinsel sichern soll. Nach Angaben der Sprecherin haben die Einsatzkräfte in den vergangenen drei Tagen schon rund 50 Tonnen Treibgut aus der Elbe gefischt. Wie lange die Deiche der Belastung durch das Wasser standhalten, weiß niemand. „Mit solchen Wassermassen haben wir keine Erfahrungen“, sagte Achim Stolz, Sprecher des NLWKN, NDR.de. Die Durchhaltefähigkeit sei abhängig von Faktoren wie Konstruktion, Pflegezustand und Lage. Entlang des niedersächsischen Elb-Abschnitts sei nach modernen Standards gebaut worden. Allein zwischen Hitzacker und Wussegel seien die Deiche noch nicht modernisiert worden.

Vietze: Zahlreiche Häuser unter Wasser

Um bei Gefahrenstellen möglichst früh eingreifen zu können, gehen rund um die Uhr Deichläufer die gesamte Deichstrecke ab. Sie kontrollieren, ob es irgendwo Schwachstellen gibt, und informieren in einem solchen Fall gleich die Experten. Doch es kann auch passieren, dass ein Deich nicht gehalten werden kann. So ist in Vietze (Landkreis Lüchow-Danneberg) am Dienstag ein Notdeich umgekippt, sodass seither zahlreiche Häuser unter Wasser stehen. Damit nicht auch die Landesstraße 256 zwischen Meetschow und Gartow überflutet wird, ist dort eine zweite Deichlinie aus Sandsäcken errichtet worden.

Landkreis Lüneburg: Keine Helfer mehr nötig

Im Landkreis Lüneburg ist der Höchststand der Elbe erreicht. Trotzdem: „Es ist ein Stück weit Beruhigung eingetreten“, sagte Bürgermeister Jens Böther (CDU) NDR 1 Niedersachsen. „Man weiß, hier steht ein Rekordhochwasser am Deich und wir haben noch einiges vor uns.“ Trotzdem werden laut Pressemitteilung des Landkreises vom Mittwoch keine Helfer mehr benötigt. Die Erhöhung der Deiche sei bis auf fünf Kilometer abgeschlossen. Schlechte Nachrichten gibt es aber auch aus dem Landkreis – für die Schüler: „Sollte die Lage weiter ruhig bleiben, dann ist auch die Wiederaufnahme des Schulbetriebs am Montag wieder möglich“, hieß es.

Bund und Land garantieren 40 Millionen Euro Soforthilfe

Unterdessen hat die niedersächsische Landesregierung beschlossen, den Opfern des Hochwassers Soforthilfen in Höhe von 40 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Die eine Hälfte davon übernimmt der Bund, die andere das Land, wie Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Hannover mitteilte.

http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/hochwasser1271.html

 Die Europäische Investitionsbank (EIB) ist zu erheblichen Finanzhilfen für Opfer Hochwasserkatastrophe in Deutschland, Österreich, Tschechien, der Slowakei und Ungarn bereit. Dies könne auch über die im Jahr 2002 bereitgestellte eine Milliarde Euro Hilfskredite für Hochwasser-Opfer hinausgehen, teilte EIB-Präsident Werner Hoyer am Mittwoch in Luxemburg mit. Für die „dringlichste Bewältigung“ von Hochwasserschäden könne die Bank die Kosten zu 100 Prozent übernehmen. Ansonsten stelle sie Kredite mit sehr langen Laufzeiten bis zu 30 Jahren zur Verfügung. Vor allem Maßnahmen zur Reparatur von Schäden der Infrastruktur und zur Wiederaufnahme von Unternehmenstätigkeit könnten finanziert werden. Die EU-Kommission hatte hingegen bereits in der vergangenen Woche mitgeteilt, sie habe in diesem Jahr kein Geld mehr in einem Solidaritätsfonds für die Opfer von Naturkatastrophen.

http://www.rp-online.de/panorama/live-schaulustige-hobbypiloten-sorgen-fuer-aerger-1.3462254

Hochwasser an der Elbe: Wächter der Deiche

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Lauenburg

 

Karl-Heinz Miekley macht mit seinem schweren Stiefel einen Maulwurfshügel platt. Die Erkenntnis: Alles trocken, keine Gefahr. Miekley steht auf einem grasbewachsenen Deich am Industriegebiet von Lauenburg in Schleswig-Holstein. An dieser Stelle sieht die Elbe fast idyllisch aus. Doch das Wasser schwappt nur knapp einen Meter unter der Spitze des Schutzwalls, die Elbe bleibt bedrohlich.

 

Karl-Heinz Miekly ist ein Deichläufer. Er kontrolliert die Dämme auf feuchte Flecken, Risse, mögliche Bruchstellen. Wenn der Pegel um einen Zentimeter steigt, bedeutet das einen zusätzlichen Druck von 16 Tonnen auf dem Deich. Und in den vergangenen Tagen ist das Wasser so hoch gestiegen wie noch nie.

Im Kampf gegen die Hochwasserflut kommt den Deichläufern daher eine wichtige Rolle zu. In Lauenburg übernehmen auch Miekley und seine Kollegen von der Freiwilligen Feuerwehr Lanze diese Aufgabe. „Wenn das Industriegebiet verlorengeht, ist auch Lanze verloren“, sagt der 63-Jährige.

Um 8 Uhr morgens hat ihre Schicht begonnen. Zu viert gehen die Männer einen mehrere Kilometer langen Abschnitt ab. Für die Öffentlichkeit ist der Deich aus Sicherheitsgründen gesperrt – ebenso wie die Elbbrücke von Lauenburg. Jeder Baumstamm, jeder dicke Ast kann zu einer Gefahr für den Schutzwall werden. Draußen auf dem Wasser fischt das Technische Hilfswerk Treibgut aus den Fluten. „Wirklich enorm“, sagt Miekley, „diese Wassermassen“.

Vielerorts hat das Elbe-Hochwasser den Höchststand erreicht

Am Pegel Hohnstorf, auf der gegenüberliegenden Seite der Elbe, wurden an diesem Mittag 9,54 Meter gemessen. Das ist etwas weniger als am Tag zuvor. Vielerorts steigt das Wasser nicht mehr oder sinkt, immerhin. Doch die Lage wird noch tagelang angespannt bleiben, der Pegel nur langsam sinken. Und mit jedem Tag Hochwasser steigt der Druck auf den Deich – und damit die Gefahr, dass er weiter aufweicht, dass doch noch eine Stelle bricht.

Welche dramatischen Folgen das haben kann, wurde in Fischbeck in Sachsen-Anhalt deutlich. Auf einer Länge von 50 Metern ist dort am Montag der Deich gebrochen, die Wassermassen flossen ins Landesinnere, überfluteten mehrere Ortschaften. Die Bundeswehr versuchte mit Helikoptern und sogenannten Big Packs, riesigen Sandsäcken, die Lücke wieder zu schließen. Vergeblich. An der Grenze zwischen Sachsen-Anhalt und Brandenburg breitete sich das Hochwasser weiter im Hinterland aus. Auch die letzten verbliebenen Einwohner der Dörfer Klietz, Kamern und Wust im Landkreis Stendal mussten ihre Häuser nun verlassen.

Und auch weiter nördlich in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen blicken die Menschen sorgenvoll auf die stark belasteten Deiche. Im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern wurde ein Sommerhochwasser-Rekord gemessen. Im niedersächsischen Landkreis Lüneburg wollten Helfer am Mittwoch fünf weitere Kilometer Deich mit Sandsäcken aufstocken. Dort und in Lüchow-Dannenberg verharrte die Elbe auf ihrem Höchststand.

Notdepot mit 20.000 Sandsäcken

Am Deich in Lauenburg können die Feuerwehrleute noch verhältnismäßig ruhig bleiben – was auch mit der Katastrophe in Sachsen-Anhalt zusammenhängt. Durch das Abfließen der Wassermassen bei Fischbeck fällt die Flut in Lauenburg niedriger aus als zuvor prognostiziert. „Das ist natürlich verdammt scheiße für die Betroffenen, aber gut für uns“, sagt Gruppenführer Sven Lang vorsichtig. Er will nicht falsch verstanden werden. „Es ist ein zweischneidiges Schwert.“

„Es herrscht angespannte Ruhe“, sagt auch Michael Bunk, Sprecher der Einsatzleitung in Lauenburg. 800 Personen seien derzeit im Einsatz. Wenn das Wasser irgendwo durchsickert, sind schnelle Trupps mit Sandsäcken zur Stelle. Eine Woche hat sich Lauenburg auf das Hochwasser vorbereiten können. Dämme wurden aufgeschüttet und verstärkt. Die Altstadt wurde überschwemmt, das war nicht zu verhindern. Aber ansonsten hoffen die Einsatzkräfte, dass der Ort verschont bleibt. Dass das Notdepot mit rund 20.000 Sandsäcken nicht benötigt wird.

Auch die Deichläufer sind verhalten optimistisch. Nach rund zwei Stunden ist die Patrouille beendet, alles in Ordnung so weit. „Dieser Deich hält“, sagt Miekley.

http://www.spiegel.de/panorama/elbe-hochwasser-erreicht-hoechststand-a-905297.html

Keine Entwarnung für Aken und Umgebung

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Aken

 

Der Katastrophenstab des Landkreises Anhalt-Bitterfeld geht davon aus, dass das aus der Saale Richtung Aken strömende Wasser Mittwoch Nacht, spätestens aber am Donnerstag zum Stillstand kommt. Die Lage in Aken und den umliegenden Orten ist aber laut Katastrophenstab weiter ernst, obwohl der Pegel der Elbe unter sieben Meter gesunken ist (12. Juni, 16 Uhr: 6,75 Meter, 12 Uhr: 6,85 Meter).
Der Zufluss von Elbwasser über das Hochwasser bei „Mutter Storm“ und die B 185 in die überschwemmte Akener Waldsiedlung ist nach der gestern bereits gemeldeten Errichtung eines Behelfsdeiches nur noch minimal.
Auf der anderen Seite der Stadt steht Wasser der Taube in Susigke. Da das Saalewasser aus dem Deichbruch bei Groß Rosenburg augenscheinlich langsamer vordringt, wird vermutet, dass sich der Zufluss verringert hat; denn auch der Pegel der Saale ist gesunken.

Das Flüsschen Taube war vom vordringenden Wasser der Saale in die entgegengesetzte Fließrichtung gedrückt worden. Im Raum Breitenhagen fließt sie aber bereits wieder in die normale Richtung und entwässert damit das Gebiet. Das ist aber noch nicht überall so und könnte noch eine lokale Erscheinung sein. Laut stellvertretendem Landrat Bernhard Böddeker hat das Hochwasser seinen Höchststand Mittwoch Nachmittag noch nicht erreicht. Es war zu diesem Zeitpunkt auf eine Höhe von 53 Metern über dem Meeresspiegel vorgedrungen. Aken und Umgebung liegt in einer Höhe von 52 bis 55 Metern. In die Stadt Aken ist das Wasser aus Richtung Groß Rosenburg/Lödderitz noch nicht vorgedrungen.

Wasser steht in unterschiedlicher Höhe in Diebzig, Kühren, Mennewitz, Obselau und Susigke, wo sowohl Wasser aus der Saale, als auch aus der Elbe eingeflossen ist. In Trebbichau steht etwas Wasser, der Ort war gestern Nachmittag nach den Beobachtungen eines MZ-Redakteurs aber noch weitgehend trocken. Je nachdem, wann der Zufluss des Saalewassers stoppt, könnte das auch so bleiben.

Die Bungalowsiedlungen am Löbitzsee und am Akazienteich waren gestern noch nicht betroffen, diese Gebiete sind laut Katastrophenstab aber weiter gefährdet. Gefährdet sind weiter die Diebziger Straße in Wulfen und die Häuser in Kleinzerbst an der Straße Richtung Aken. Aber „kein Ort steht vollständig unter Wasser“, informierte der stellvertretende Landrat Böddeker.

Das Schöpfwerk Aken wurde am Dienstag außer Betrieb genommen. Nun pumpt das Technische Hilfswerk Wasser aus der Taube über den Deich in die Elbe. Zuvor war das Schöpfwerk Breitenhagen bereits ausgefallen. Das wollte man beim hiesigen Schöpfwerk verhindern, erklärte Böddeker. Deshalb werde es nur betrieben, wenn sicher sei, dass die Technik keinen Schaden nimmt. „Sonst bekommen wir das Wasser hier anschließend nicht ´raus“, so Böddeker. Über die Taube würde das Wasser aus Aken und umliegenden Überschwemmungsgebieten nach Rückgang des Hochwassers nur äußerst langsam in die Saale zurückfließen. Deshalb muss es über das Schöpfwerk Aken in die Elbe abgepumpt werden, um die Orte möglichst schnell wieder trocken zu bekommen.

http://www.mz-web.de/

 Der Zentralrat der Muslime hat zu Spenden, Gebeten und tatkräftiger Hilfe für die Flutopfer aufgerufen. Sein Vorsitzender Aiman A. Mazyek sagte am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa in Köln, es zählten auch Muslime zu den Geschädigten. So sei in Halle die untere Etage einer Moschee überschwemmt. „Diesen Freitag werden in vielen Gemeinden Spenden gesammelt“, sagte er. Man könne aber auch bei den Aufräumarbeiten mithelfen oder für die Opfer beten. Hilfe für den Nachbarn sei ein wichtiger Aspekt im Islam. „Es gibt da einen Spruch des Propheten: „Der Beste unter euch ist der, der für die Menschen am Besten ist.“ Der könne hier gleichsam als Motto dienen, sagte Mazyek.

http://www.rp-online.de/panorama/live-schaulustige-hobbypiloten-sorgen-fuer-aerger-1.3462254

An den Pegeln Schnackenburg, Lenzen, Dömitz und Hitzacker hat sich nach zwei Tagen in etwa auf Niveau des Scheitelwerts eine fallende Tendenz eingestellt – teilt jetzt auch der NLWKN mit. Der Hochwasserscheitel befindet sich derzeit im niedersächsischen Bereich unterhalb von Neu Darchau bis Hohnstorf .

Die Höchstwasserstände werden sich hier voraussichtlich etwa zwei Tage auf dem hohen Niveau halten.

Die höchsten bisher gemessenen Wasserstände wurden bzw. werden durch das aktuelle Hochwasserereignis im niedersächsischen Bereich in einer Spanne zwischen 28 cm und 50 cm überschritten. Schnackenburg (28 cm); Damnatz (50 cm); Hitzacker (48 cm); Neu Darchau (46 cm); Bleckede (47 cm).

Das Bemessungshochwasser (BHW) von 760 cm am Pegel Schnackenburg ist seit dem 9. Juni überschritten und ist heute im Laufe des Nachmittags wieder unter diesen Wert fallen. Somit ist auch an den anderen Messstationen mit einer Überschreitung des Bemessungshochwassers von etwa drei Tagen zu rechnen.

Quelle: Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN)

 Der Besuch von Angela Merkel hat die Bürger in Hitzacker nicht besonders beeindruckt, berichtet HAZ-Reporter Christian Link. „Sie hat jedem von uns die Hand geschüttelt und ein paar Worte mit uns gewechselt“, sagt Elfriede Ritz. Ritz gehört zu den etwa zehn ausgesuchten Einwohnern, die zur Kanzlerin vorgelassen wurde, um von der Situation in Hitzacker zu berichten. „Es war aber alles sehr hektisch. Mit den Augen war sie schon wieder woanders“, berichtet Ritz. Die Bundeskanzlerin habe Verbesserungen im Hochwasserschutz versprochen. Ritz ist skeptisch: „Ich glaube nicht, dass bis zum nächsten Hochwasser etwas passiert.“ Auch andere Bürger von Hitzacker versprechen sich nicht viel vom Kanzlerinnenbesuch. „Es ist halt Wahlkampf“, bringt ein Einwohner die allgemeine Stimmung auf den Punkt.

http://www.haz.de/Nachrichten/Panorama/Uebersicht/Hochwasser-Angela-Merkel-besucht-Hitzacker-in-Niedersachsen

Hochwasser: Regen droht Deiche aufzuweichen

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Mecklenburg Vorpommern

Das Hochwasser der Elbe in Mecklenburg-Vorpommern geht ganz langsam zurück, die Gefahr bleibt dennoch groß. In Dömitz stagniert der Pegel leicht unter dem Höchststand bei etwa 7,10 Metern, in Boizenburg ist das Wasser am Nachmittag leicht gesunken, auf 7,31 Meter. Die Deiche sind durch das Hochwasser weiter stark belastet. Zudem wird Regen erwartet, der die Deiche zusätzlich aufweichen kann.

Kampf gegen Sickerstellen

Allein in Dömitz haben Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerkes knapp zwei Kilometer Deichböschung befestigt. Rund 30 Sickerstellen mussten dort geschlossen werden, weil sich das Wasser der Elbe einen Weg durch die Sandsäcke gesucht hatte. Kurz hinter Boizenburg haben Feuerwehrleute einen aufgeschütteten Notdeich gesichert. Dort drohte das Wasser die Bundesstraße 5 zu überfluten. Sie ist eine der Verkehrsadern in der Region und zugleich Rettungsweg im Falle eines Deichbruchs. Der regionale Energieversorger kündigte unterdessen an, den Strom erst dann abzuschalten, wenn eine Evakuierung angeordnet werde.

Pegel soll weiter sinken – Lage bleibt angespannt

In Kürze soll der Wasserstand nach Expertenvorhersagen etwas stärker sinken. Für Mittwoch lautet die Prognose der Magdeburger Vorhersagezentrale für die Elbe 6,95 Meter am Pegel Dömitz und 7,05 Meter in Boizenburg, wie der Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim, Andreas Bonin, sagte. Von Entwarnung kann dennoch keine Rede sein. Es gebe immer mehr Sickerstellen an zahlreichen Punkten. Sie würden von Experten des Staatlichen Amtes für Umwelt und Natur ständig begutachtet und danach gesichert. Die Elbdeiche sind nicht dafür gemacht, Wasserstände dieser Höhe über längere Zeit auszuhalten.

Tierische Helfer bei der Deichverteidigung

„Wir müssen weiter sehr genau beobachten“, mahnte auch der Landrat des Landkreises Ludwigslust-Parchim, Rolf Christiansen (SPD). Eingreiftruppen der Bundeswehr würden in unmittelbarer Deichnähe postiert, um undichte Stellen notfalls sofort abdichten zu können. Die bisher entdeckten Stellen seien aber alle unproblematisch gewesen. Bei der Deichverteidigung setzen die Einsatzkräfte neben „Deichläufern“, die ständig die Böschungen kontrollieren, auch auf tierische Helfer. Wühlmäuse und Maulwürfe seien gute Indikatoren für den Zustand der Deiche. Wenn sie die Deiche verlassen, sei das ein Anzeichen für eindringendes Wasser. Doch die tierischen Flussanwohner bereiten auch Probleme: An der Sude haben sich Biber in die Deiche gegraben.

Land verhandelt über Sofortprogramm für betroffene Firmen

Unterdessen kündigte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) ein Sofortprogramm für von der Flut betroffene Unternehmen an. Die Verhandlungen mit dem Bund über diese Hilfe sollen noch in dieser Woche abgeschlossen werden. In welcher Höhe Geld an Firmen aus Mecklenburg-Vorpommern gegeben werden kann, ist laut Wirtschaftsministerium bisher noch nicht geklärt. Klar ist bereits, dass Bund und Land sich die Finanzierung der Hilfe je zur Hälfte teilen wollen. Grundsätzlich soll diese Soforthilfe für die Wirtschaft in allen Bundesländern gleich geregelt werden. Wie viele Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern durch das Hochwasser bisher geschädigt worden sind, ist noch nicht bekannt.

Hohe Kosten für den Landkreis

Der Kampf gegen die Elbeflut wird den Landkreis Ludwigslust-Parchim voraussichtlich mehrere Millionen Euro kosten. Ein großer Teil seien Lohnersatzkosten für Einsatzkräfte von Organisationen wie Freiwilliger Feuerwehr oder Technischem Hilfswerk, sagte Landkreis-Sprecher Andreas Bonin. Die Arbeitgeber zahlten Helfern während ihres Einsatzes am Fluss den Lohn weiter und könnten Anträge auf Erstattung beim Landkreis stellen. Wer allerdings nicht über eine Organisation, sondern privat als Freiwilliger Sandsäcke abfüllt, geht demnach leer aus. Diese Helfer müssten entweder Urlaub nehmen oder sich unbezahlt von ihrem Job freistellen lassen, hieß es. Der Einsatz der Bundeswehr wird grundsätzlich in Rechnung gestellt, wie Sprecher Klaus Brandel sagte. Ob wirklich Geld für den Einsatz verlangt wird, sei aber derzeit offen und werde im Einzelfall entschieden. Die Bundeswehr hat derzeit 1900 Soldaten in Mecklenburg-Vorpommern im Einsatz.

Anzeigen gegen Spendenbetrüger

Derweil wurden in Groß Trebbow im Landkreis Nordwestmecklenburg am Dienstag Spendenbetrüger von der Polizei aufgebracht. Die fünf Männer aus Rumänien gaben vor, Geld für Flutopfer zu sammeln. Allerdings konnten sie keinen Spendenausweis vorlegen – ein Anwohner wurde misstrauisch und rief die Polizei. Die Männer im Alter zwischen 18 und 38 Jahren hatten bereits rund 270 Euro eingesammelt und mussten das Geld zurückgeben. Außerdem wurden sie wegen Betruges angezeigt. Bereits zuvor waren an mehreren Orten in Mecklenburg-Vorpommern Spendenbetrüger unterwegs. Die Polizei rät, Geld nur auf bekannte Spendenkonten zu überweisen.

Grundwasser steht auf Ackerflächen

Das Hochwasser wird zunehmend für die Landwirtschaft zum Problem. Obwohl sie nicht von der Elbe überflutet worden sind, stehe auf vielen Ackerflächen Wasser, erklärte der Geschäftsführer des Bauernverbandes Ludwigslust, Harald Elgeti. Die Elbe drücke Grundwasser an die Oberfläche, dieses stehe jetzt auf den Feldern. Das Ausmaß sei noch nicht abzusehen. Möglicherweise seien zur Ernte, die in der Regel Anfang Juli mit der Gerste beginnt, einige Flächen noch gar nicht befahrbar. Bei Roggen und Weizen leide die Qualität der Körner unter der Nässe. Bei Gerste würden bei Nässe die Ähren abfallen oder die Körner trieben am Halm neu aus. Das Getreide sei dann Sondermüll, sagte Elgeti. Bei den überfluteten Grasflächen dürfe der erste Schnitt nach dem Abfluss des Wassers wegen möglicher Schadstoffbelastung nicht verfüttert werden.

Das Hochwasser bedroht auch die Nutztiere. Laut Agrarministerium sind in den Überflutungsgebieten von 21.000 Hektar im Nordosten 426 Tierhalter betroffen. Diese müssten im Ernstfall ihre Tiere in Sicherheit bringen, betonte Minister Till Backhaus (SPD). Es gehe um Tausende Rinder, Schweine, Schafe, Pferde und auch Geflügel.

4.000 Helfer im Einsatz – Eine Million Sandsäcke gefüllt

Sicherheitshalber haben in Dömitz viele Einwohner ihre Kellerfenster vernagelt oder mit Sandsäcken abgedichtet – der Katastrophenstab rief ausdrücklich dazu auf, das eigene Hab und Gut zu sichern. Freiwillige Helfer füllen weiterhin Sandsäcke. Seit dem Beginn des Hochwassereinsatzes sind bereits über eine Million Sandsäcke verbaut worden. Zwischen Dömitz im Süden und Boizenburg im Norden sind gut 4.000 Helfer von Bundeswehr, Technischem Hilfswerk und Feuerwehr mit der Sicherung der Region beschäftigt. Einige Schulen sind geschlossen – die Schulbusse verkehren nur noch stark eingeschränkt. Unter anderem in Hagenow, Lübtheen, Eldena und Gresse wurden Schulgebäude für mögliche Evakuierungen vorbereitet. Der Katastrophenstab rief dazu auf, alte und hilfsbedürftige Menschen aus der Gefahrenzone zu bringen.

Bisher keine Evakuierungen

Ortsfremde – darunter auch freiwillige Helfer, die nicht aus der Region kommen – mussten bereits am Dienstagnachmittag zur Sicherheit eine Sperrzone in der Elbregion verlassen. Ausgenommen sind laut Katastrophenstab Anwohner, die sich ausweisen können, Zulieferer von Lebensmitteln und Menschen, die eine Bescheinigung vom Arbeitgeber besitzen. Das Sperrgebiet umfasst Neu Kalliß, Lübtheen, Dömitz, Boizenburg, Boizenburg Land und Teile der Teldau.

Notunterkünfte mit 2.000 Betten vorbereitet

Sollten Evakuierungen erforderlich werden, werde die Bevölkerung durch Sirenen, Radio, Internet (www.kreis-swm.de) oder durch Lautsprecherdurchsagen informiert, hieß es in einer Pressemitteilung des Kreises, der Busse zur Verfügung stellen will, sofern eine Zwangsevakuierung bestimmter Orte notwendig werden sollte. In Turnhallen und Schulen sind nach Angaben des Landkreises Ludwigslust-Parchim Notunterkünfte mit rund 2.000 Betten vorbereitet. Ein Altenheim in Dömitz und ein Pflegeheim in Neu Kaliß sind am Montag bereits geräumt worden, ebenso das Krankenhaus in Boizenburg, das sich in direkter Hafennähe befindet. Ambulante Pflegedienste brachten ihre Patienten ebenfalls aus der Hochwasserzone.

Verkehrsbehinderungen im Hochwassergebiet

Die Elbbrücke bei Dömitz ist bis auf Weiteres für den Autoverkehr geschlossen. Die Polizei hat inzwischen diverse Straßen im Hochwassergebiet für die Durchfahrt gesperrt (PDF-Karte der Polizei). Der Betrieb der Elbfähren ist eingestellt. Der Bahnverkehr in MV ist bislang nach Informationen der Bahn nicht direkt betroffen. Fahrgäste nach Lüneburg müssen allerdings ab Büchen mit Behinderungen rechnen. Die Polizei wies daraufhin, das Durchfahrtsverbot auf der vom Elbe-Hochwasser betroffenen Bundesstraße 191 in Heiddorf (Kreis Ludwigslust-Parchim) künftig konsequenter durchzusetzen. Trotz Vollsperrung der Straße seit mehreren Tagen missachteten immer wieder Autofahrer das Verbot, teilte ein Sprecher am Mittwoch mit. Die Fahrzeuge behinderten die Arbeiten der Rettungskräfte an einem Problemdeich. So seien bereits Privat-Pkw über Pumpschläuche gefahren, hieß es.

155 Kilometer Deiche schützen Tausende Menschen

Das Elbehochwasser bedroht in Mecklenburg-Vorpommern rund 14.000 Menschen. Gut 10.000 leben in Boizenburg, weitere 3.200 einige Kilometer flussaufwärts in Dömitz. Rund 1.000 Menschen leben in den Dörfern entlang der Zuflüsse Elde (bei Dömitz) und Sude (bei Boizenburg), die von hereindrückendem Elbewasser und einem Rückstau der Zuflüsse ebenfalls stark gefährdet sind. Der Elbabschnitt Mecklenburg-Vorpommerns ist 21 Kilometer lang. Die Gesamtlänge der Deiche an der Elbe und ihren Zuflüssen beträgt allerdings 155 Kilometer.

http://www.ndr.de/regional/mecklenburg-vorpommern/hochwasser1261.html

Fluthilfe Dankeschön Konzert in Halle

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von Generaldirektor in Halle

Clueso (Foto: Columbia)

Clueso (Foto: Columbia)

Auch Sänger und Songwriter Clueso will den vielen Flut-Helfern in Mitteldeutschland “Danke” sagen – mit einem Gastauftritt bei “Halle gemeinsam – wir sagen Danke” am 14. Juni ab 16 Uhr auf dem Marktplatz.

Organisiert wird die Veranstaltung in Zusammenarbeit der Mitteldeutschen Zeitung, der Stadt Halle, den Stadtwerken Halle und der Händelhalle mit dem Mitteldeutschen Rundfunk.

“Der solidarische Geist während der dramatischen Hochwassersituation und die große Hilfsbereitschaft haben uns alle hier begeistert. Es ist uns ein Anliegen, sich nun mit einem Live-Konzert bei den Helfern zu bedanken”, sagt MDR-Hörfunkdirektor Johann Michael Möller.
Auch Dr. Bernd Wiegand ist vom Engagement der Hallenser beeindruckt:
“Als Oberbürgermeister und Leiter des Katastrophenschutzstabes konnte ich hautnah die überwältigende Hilfsbereitschaft tausender Menschen erleben. Dafür danke ich allen Helfern und Einsatzkräften von ganzem Herzen. Es ist für mich selbstverständlich, dass die Stadtverwaltung die Aktion “Halle gemeinsam” unterstützt.
Genauso sieht es auch Hartmut Augustin, Chefredakteur der Mitteldeutschen Zeitung: “Tagelang haben Reporter der Mitteldeutschen Zeitung über das Engagement der vielen Helfer berichtet und ihnen damit in der Zeitung auch immer ,Danke’ gesagt. Mit dem tollen Konzert am Freitag soll dieses Dankeschön nun laut erklingen.”
Und auch Matthias Lux, Vorsitzender Geschäftsführer der Stadtwerke Halle GmbH ist begeistert: “Die vergangenen Tage haben auf eindrucksvolle Weise gezeigt, wie die Hallenser für ihre Stadt kämpfen können. Wir möchten allen fleißigen Helfern ‘Danke’ sagen mit dem Konzert “Halle gemeinsam”.

Das Programm von “Halle gemeinsam – Wir sagen Danke!”
Los geht es 16 Uhr mit dem Auftritt der Staatskapelle Halle. Diese interpretiert zahlreiche moderne Stücke – u. a. Musik von Pink Floyd, Weather Girls, Eric Clapton oder Lisa Stanfield.
17.35 Uhr trägt dann das MDR SINFONIEORCHESTER zum Klassikteil der Veranstaltung bei. Chefdirigent Kristjan Järvi hatte während eines Gastspiels in Korea von der Flutkatastrophe erfahren und spontan für das Dankeschön-Konzert am Freitag zugesagt. Unter seiner Leitung interpretieren das MDR SINFONIEORCHESTER und die zwei gefragten Solistinnen Evelyn Glennie und Joanna MacGregor Werke von John Psathas, Modest Mussorgski und Ulvi Cemal Erkin.
Ab 19 Uhr holt dann der MDR Hörfunk Special Guest Clueso, Revolverheld, Lexy & K-Paul sowie Sascha Braemer auf die Bühne am Markt.

Die technische Umsetzung der Großveranstaltung hat die Event-Net GmbH übernommen. “Es ist natürlich ein Kraftakt eine solche Veranstaltung so kurzfristig umzusetzen, aber wie für die Menschen hier in Halle auch, war es für uns selbstverständlich ohne zu überlegen kräftig mit zuzupacken, um dieses Dankschön für die Helfer zu ermöglichen.” (Quelle: MDR)

http://www.rap2soul.de/2013/06/12/dank-fur-die-fluthelfer-clueso-beim-konzert-halle-gemeinsam-dabei/

SG Elbtalaue: Bürgerinformation zur Hochwasserlage in Katemin und Neu Darchau

Mitarbeiter der Samtgemeinde Elbtalaue, begleitet von Feuerwehr und DRK,  informieren heute Nachmittag in Neu Darchau und Katemin alle Haushalte, die betroffen wären, wenn die errichteten Notdeiche dem tagelangen Druck des  Hochwassers nicht standhalten. Der errichtete Notdeich in Neu Darchau droht in Richtung Elbe abzusacken, so dass vergangene Nacht ein 2. Notdeich von rund 150 Metern Länge errichtet wurde. Eine Verlängerung soll erfolgen. Die Gefahr eines Versagens aller Sicherungsmaßnahmen ist aber nicht auszuschließen. Dann würde es zu Überflutungen in Teilbereichen von Neu Darchau und Katemin kommen. Dieses Restrisiko besteht.

Hierüber werden heute alle Personen informiert, deren Gebäude tiefer als 14 m ü.NN liegen und deren Grundstücke durch die Notdeiche gesichert sind. Es handelt sich hierbei um ca 110 Personen. Die Bewohnerinnen und Bewohner werden gebeten folgende Vorkehrungen zu treffen:

  • Fahrzeuge sollen in höher gelegene Bereiche des Ortes gefahren werden.
  • Lose Gegenstände sollen gesichert oder vom Grundstück entfernt werden.
  • Möbel in tiefer gelegenen Teilen des Hauses sollten gesichert werden.
  • Die Bewohner sollten sich wenn möglich, vor allem Nachts, im Obergeschoss ihres Hauses aufhalten.

Die Teams der Samtgemeinde erkundigen sich auch, ob die Bewohner im Falle einer Überflutung privat Quartier finden oder ob die Samtgemeinde eine Unterkunftsmöglichkeit vorhalten soll. Bei der Bürgerinformation handelt es sich um eine reine Vorsorgemaßnahme. Fragen werden weiterhin rund um die Uhr vom Bürgertelefon der Samtgemeinde unter den Rufnummern 05861/808-216 oder  808-217 beantwortet.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/sg-elbtalaue-buergerinformation-zur-hochwasserlage-in-katemin-und-neu-darchau-10033

Naturschützer fordern Überflutungsflächen

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Brandenburg

Um Brandenburg zukünftig besser vor Hochwasser zu schützen, fordert der Naturschutzbund mehr Überflutungsflächen. Gegen diese Forderungen gehen die Landwirte auf die Barrikaden. Sie sprechen von Enteignung.

Die Forderungen des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) für mehr Überflutungsflächen in Flussgebieten hat der Bauernbund Brandenburg scharf kritisiert. „Das wäre faktisch die Enteignung der Bauern, die dort seit vielen Jahrhunderten wirtschaften”, sagte Lutz Wercham, Vorstandsmitglied des Bauernbundes aus Wilhelmsaue (Märkisch-Oderland), am Mittwoch

Die Landwirtschaft sei nicht verantwortlich für Naturkatastrophen, sondern in erster Linie Opfer, betonte er mit Blick auf überflutete Äcker und Wiesen vor allem im benachbarten Sachsen-Anhalt.

Der Naturschutzbund (Nabu) hatte am Dienstag gefordert, angesichts der Hochwasserkatastrophe an der Elbe schnell mehr Überflutungsflächen zu schaffen. Bis 2020 sollten mindestens 500 000

Hektar sowie langfristig 80 Prozent der heute landwirtschaftlich genutzten Auen an Flüssen naturnah gestaltet werden, hatte es in der Mitteilung geheißen.

Wercham betonte, der Bauernbund sei offen für sinnvolle Maßnahmen, wie etwa der Vorhaltung von Polderflächen. Diese würden von Landwirten normal bewirtschaftet und bei starkem Hochwasser gegen Entschädigung der Betriebe geflutet. (dpa)

 

http://www.maz-online.de

 

Saalekreis: Sparkasse bietet Sonderkredit

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Saalekreis

 

MZ Halle: Die Saalesparkasse hat heute auf einer Pressekonferenz angekündigt einen Sonderkreditfond in Höhe von 5 Millionen Euro für Hochwassergeschädigte einzurichten. Privatleute könnten demnach bis zu 10.000 Euro erhalten, Unternehmen bis zu 25.000 Euro. Der vergünstigte Zins liegt bei 1,2 bis 2 Prozent (Privat) bzw. 2 Prozent (Unternehmen). Das Angebot soll vorerst bis August gelten.

http://www.mz-web.de/hochwasser/hochwasser-in-sachsen-anhalt—liveticker-zum-hochwasser–,20642022,23110778.html#akt-button

Hochwassergefahr im Milower Land bleibt

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Fischbeck

 

Die Hochwassergefahr ist noch immer nicht vorbei. Es kann immer noch nicht ausgeschlossen werden, dass etwas passiert.

Ruhiger als an den Tagen zuvor haben die Verantwortlichen der Gemeinde Milower Land gestern über die Gefahr durch Hochwasser gesprochen. „Die Lage ist angespannt“, hat Bürgermeister Felix Menzel Dienstagabend gesagt, „aber nicht mehr kritisch.“ Wenn der Deichbruch bei Fischbeck nicht größer werde, könnten die Einwohner ruhiger schlafen. Die Sammelstelle an der Grundschule für den Evakuierungsfall werde abgebaut, hat Felix Menzel gesagt.

Die Liegen seien zur Havellandhalle gebracht worden. An Evakuierung sei nicht mehr gedacht. Es sei aber angeraten, alle Vorsichtsmaßnahmen der letzten Tage beizubehalten. Der Zollchower Ortsvorsteher Wolfgang Gräfe war gestern Nachmittag mit der Polizei im Bereich des Hochwassers unterwegs. Wie er sagte, breitet sich das Wasser vor allem in Richtung Norden aus. Schmetzdorf und Zollchow sei es seit gestern nicht näher gekommen. Im Königsgraben und Schmiedegraben sei kein höherer Wasserstand festzustellen

Beide könnten im Ernstfall durch bereitstehende Big Bags sofort verschlossen werden. Die Straße zwischen Zollchow und Nitzahn sei nicht gesperrt, wie es fälschlich in einigen Medien berichtet worden sei. „In Zollchow haben die Leute toll geholfen“, wollte Gräfe noch loswerden. Das Füllen der rund 4000 Sandsäcke und die Versorgung der 150 Helfer habe gut geklappt. Im Einsatz seien Feuerwehrleute aus Bützer, Milow und Zollchow gewesen. Jeder im Ort, der sein Haus mit Sandsäcken sichern wollte, habe welche bekommen.

Der errichtete Behelfsdeich ist nur einen Kilometer lang, nicht 3,5 Kilometer, wie einige Medien berichteten. Der Alte Sydower Weg bei Zollchow wurde 60 Zentimeter erhöht. An der Straße zwischen Zollchow und Schmetzdorf ist indes kein Damm aufgeschüttet worden. Das soll nur im äußersten Ernstfall gemacht werden.

 

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Der Krisenstab

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Brandenburg

Rund 40 Leute sorgen im Innenministerium dafür, dass die Sandsäcke an den Deichen ankommen

Seit Tagen kämpft Brandenburg mit Hochwasser. Helfer werden geschickt, wenig später abgezogen und woanders eingesetzt. Im Krisenstab versucht man den Überblick zu behalten.

Knapp 1,9 Millionen Sandsäcke liegen an den Deichen. 3000 Helfer sind rund um die Uhr im Einsatz, Hubschrauber bringen Material in die Krisengebiete.

Bei Flutkatastrophen muss die Logistik klappen. Herzstück dafür ist der Krisenstab, der in Brandenburg einen sperrigen Namen trägt: Koordinierungszentrum Krisenmanagement. Er ist im Innenministerium angesiedelt. Seit mehr als einer Woche wirken dort rund 40 Mitarbeiter. Bislang tun sie es mit Erfolg. Bis auf einen Dammbruch bei Arnsnesta an der Schwarzen Elster haben die Deiche im Bundesland gehalten. Noch ist die Gefahr aber nicht gebannt. Im Norden ist die Situation angespannt und das Hochwasser wird noch lange auf die durchweichten Dämme drücken.

»Drei Millionen Sandsäcke haben wir im Grundbestand«, berichtet Cheflogistiker Hagen Bodinka von der Landesschule und Technischen Einrichtung für Brand- und Katastrophenschutz. Fast zwei Drittel sind bereits verbaut, rund eine Million allein in der Prignitz. Immer wieder werden Sandsäcke nachbestellt, auch wenn die Preise dafür derzeit steigen. »Was gebraucht wird, besorgen wir«, sagt der 52-Jährige.

In der Regel werden die Materialien im Katastrophenschutzlager in Beeskow abgerufen. Neben Sandsäcken lagern dort Abdichtfolien für Deiche, Schutzausrüstungen, Notstromaggregate, Pumpen und Schläuche. Der Bestand ergänzt, was die Landkreise selbst für den Fall der Fälle bereitliegen haben. Manchmal sind aber ganz spezielle Dinge nötig, beispielsweise Amphibienfahrzeuge oder Hubschrauber. Dann werden Bundeswehr oder Organisationen wie das Technische Hilfswerk um Hilfe gebeten. »Geht nicht, gibt’s nicht«, sagt Bodenka.

Weil es schnell gehen muss, sitzen im Krisenstab Feuerwehr, Polizei, Technisches Hilfswerk, Sanitätsdienste, Bundeswehr und Landesverwaltung. Im Kampf gegen das Hochwasser sollen weder Zeit noch Informationen durch unnötige Dienstwege verloren gehen. Im Ernstfall ist der Krisenstab des Innenministeriums innerhalb einer Stunde handlungsfähig, berichtet Sprecher Wolfgang Brandt. Mehr als eine Woche liegt hinter den Mitarbeitern, etwa eine Woche haben sie nach derzeitigen Schätzungen noch vor sich.

Dreimal täglich treffen sich die Fachleute zur Lagebesprechung am langen, ovalen Tisch. Ein überdimensionaler Touchscreen zeigt die jüngsten Meldungen aus den Hochwasserregionen, an den Wänden hängen Karten, Pegeltabellen und hydrologische Berechnungen von digitalen Geländemodellen. »Wenn nötig, können wir uns auch auf einen Helikopter schalten und die Situation aus der Luft betrachten«, erklärt Brandt.

Bei der Lagebesprechung wird die Situation analysiert. Einsatzkräfte und Material werden in Bewegung gesetzt. »Durchschnittlich 100 Mails und Faxe gehen bei mir ein«, schildert Roman Trummerer. Er sichtet die Bitten der Landkreise. Die Steuerung erfolgt allerdings durch die Krisenstäbe vor Ort. Das Krisenzentrum des Innenministerium arbeitet ihnen zu, übergeordnet ist es nicht.

Dafür erhalten die Mitarbeiter Lob. »Die Zusammenarbeit mit dem Potsdamer Krisenzentrum ist super«, schwärmt Prignitz-Landrat Hans Lange (CDU). »Die lesen uns förmlich unsere Materialwünsche von den Augen ab.« Auch im Team selbst scheint eine gute Stimmung zu herrschen. Trotz der Anspannung wird miteinander geflachst. Mit den Worten »Hier ist unser Herzstück«, zeigt Brand auf die kleine Küche des Krisenstabs. »Ohne Mampf kein Kampf« lautet das Credo.

URL: http://www.neues-deutschland.de/artikel/824216.der-krisenstab.html

 Vom Hochwasser betroffene Hausbesitzer sollten bei der Sanierung den Schutz ihres Gebäudes verbessern. So können Rückstausicherungen in der Abwasserleitung das nächste Mal verhindern, dass Schmutzwasser über die Kanalisation eindringen kann, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin erläutert. Mobile Schutzsysteme verschließen im Notfall Türen, Fenster und Lichtschächte. Diese müssen aber zu Hause auf Lager sein. Und der Hausbesitzer sollte sich mit der Handhabung des Systems vertraut machen.

http://www.rp-online.de/panorama/live-angela-merkel-bekraeftigt-in-lauenburg-soforthilfe-1.3462254

Tonnenweise Hochwasserschutz

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

Als sie aufgebaut wurden, staunten nicht wenige Bürgerinnen und Bürger gewaltig: „Wofür sind diese Tonnen denn gut?“ Als dann die Erläuterung von Feuerwehrleuten kam, man kämpfe „mit Wasser gegen Wasser“, war die Verwirrung komplett. Wie funktioniert dieses neuartige Tonnensystem, das derzeit an vielen Ort in Rekordzeit aufgestellt worden ist und nun dem Hochwasser trotzt? 

„Das System besteht aus einer GFK-Platte. An einer Längsseite ist eine kräftige Folie angebracht. Die GFK-Platte wird zu einem Zylinder gebogen und mit einer einfachen Verschlusseinrichtung zusammengefügt. Nach dem Zusammenbiegen der Zylinderplatte bildet die Folie einen idealen Zylinderboden.

Wenn der Zylinder nun mit Sand, Kies oder einem ähnlich schwerem Medium gefüllt wird, ist ein unverrückbares Hochwasser-Schutzsystem entstanden, das auch bei schwierigem Bodenuntergrund aufgrund des flexiblen Folienbodens perfekt als Hochwasserschutz nutzbar ist“, beschreibt Prof. Reinhard Ries, Direktor der Brandredaktion Frankfurt am Main unter http://www.schadenprisma.de das System.  Eine Fotostrecke sowie weitere Erläuterungen dazu finden Interessierte unter Fotostory „Hochwasser-Tonnen“ .

Fotos: Dirk Gumpert, BF Frankfurt am Main, Peter Burkhardt.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/tonnenweise-hochwasserschutz-55048

Jugendliche backen Waffeln für Hochwasser-Helfer

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

 

Im Rahmen der Notbetreuung für die wegen der Hochwasserlage geschlossenen Schulen, wurden die jungen Leute gefragt: „Was wollt ihr machen? Vielleicht Gesellschaftsspiele – oder Tischtennis?“ „Nein, wir wollen helfen“, antworteten sieben Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen spontan: „Wir wollen helfen.“ Und so backten sie Waffeln – und verteilten sie an Helferinnen und Helfer im Hochwasser-Einsatz. Anerkennung und Dank wurde den aktiven Jugendlichen von vielen Seiten zuteil.

Im Verlauf der Notbetreuung für die weiterführende Schulen im Nordkreis öffnet von 08 bis 10 Uhr außerplanmäßig das Mehrgenerationenhaus in Dannenberg die Türen. Danach steht den jungen Menschen das Jugendzentrum offfen, wo sie von dessen Leiterin Silke Mahlke in Empfang genommen werden. Von 8 bis 13 Uhr werden die Jugendlichen vom Schulsozialarbeiter des Landkreises, Torben Feigel, betreut und begleitet.

„ Wir sind gespannt, was sich die Jugendlichen morgen einfallen lassen!“, sagt Silke Mahlke erwartungsvoll

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/jugendliche-backen-waffeln-fuer-hochwasser-helfer-57454

CDU-Sprecher Stadelmann übt Kritik

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

 

„Es ist notwendig, dass beim Hochwasserschutz künftig das Interesse der Allgemeinheit über dem Interesse des Einzelnen steht“, so der umweltpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion von Sachsen-Anhalt, Jürgen Stadelmann. „Viele Verzögerungen in der Maßnahmenumsetzung hätten vermieden werden können, wenn Eigeninteressen in den Hintergrund getreten wären. Der Schutz der noch betroffenen Gebiete einerseits und die Beseitigung der Schäden an Gebäuden und Infrastrukturen andererseits haben für uns jetzt oberste Priorität“, so Stadelmann weiter.

http://www.mz-web.de/hochwasser/hochwasser-in-sachsen-anhalt—liveticker-zum-hochwasser–,20642022,23110778.html#akt-button

4000 Helfer kämpfen gegen Elbe-Hochwasser

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

In Brandenburg stemmen sich inzwischen fast 4000 Helfer gegen das Elbe-Hochwasser in Nordwesten des Landes. Viele von ihnen helfen, dass die Deiche in der Prignitz weiter das Wasser aufhalten. Am Mittwoche wollen sich Ministerpräsident Platzeck, Innenminister Woidke und Umweltministerin Tack in der Region ein Bild von der aktuellen Lage machen.

 

An der Elbe sind in Nordwestbrandenburg inzwischen fast 4.000 Helfer im Einsatz gegen das Hochwasser. Am Mittwoch wollen sich dort erneut Ministerpräsident Matthias Platzeck, Innenminister Dietmar Woidke (beide SPD) und Umweltministerin Anita Tack (Linke) ein Bild von der Lage machen, teilte die Staatskanzlei in Potsdam mit. Die Lage an der brandenburgischen Elbe sei gespannt, aber stabil, hieß es beim Hochwasser-Krisenstab in Potsdam.

 

Der Scheitel des Elbe-Hochwassers hat die Prignitz am Dienstag erreicht. Seitdem sinke der Wasserstand langsam, liege aber weiter . über dem Höchststand der Elbeflut von 2002, hieß es. Bei Wittenberge steht das Dorf Breese zum Teil unter Wasser, weil dort die Elbe Wasser in die Stepenitz drückt und das Dorf bislang nicht durch einen Deich geschützt ist.

 

Zur Entlastung der Elbe wurden in den vergangenen Tagen rund 10.000 Hektar Havelpolder planmäßig geflutet. Wegen des kilometerlangen Flutscheitels sei auch in den kommenden Tagen weiter mit einem extrem hohen Wasserstand in der Prignitz zu rechnen, hieß es weiter. Die Bundeswehr ist nach eigenen Angaben in Brandenburg derzeit mit rund 1.000 Soldaten im Einsatz, Schwerpunkt ist die Prignitz.

 

Das Land Brandenburg hat nach Angaben des Finanzministeriums inzwischen für Einwohner, die durch die Flut geschädigt wurden, eine Hochwasser-Hotline geschaltet.

 

Die Hotline ist unter der Telefonnummer 0331/866-6868 zu

erreichen.

http://www.maz-online.d e

Tausende Hochwasserhelfer an der Elbe sind unermüdlich im Einsatz

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Lauenburg

 Tausende Hochwasserhelfer an der Elbe sind unermüdlich im Einsatz. Bundeskanzlerin Merkel hat ihnen bei einem Besuch in Lauenburg ihre Anerkennung ausgesprochen und die Hilfszusage des Bundes bekräftigt. „Wir achten und schätzen das ganze Engagement“, sagte die Kanzlerin am Mittwoch bei einem Besuch der Elbestadt. Zusammen mit Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) informierte sie sich über die Lage in der Kleinstadt und die Arbeit der Einsatzkräfte. Die Kanzlerin bekräftigte, dass der Bund die betroffenen Menschen nicht alleinlassen werde. „Wir haben vereinbart, es gibt eine Soforthilfe.“ Zugleich begrüßte sie, die Unterstützung von privater Seite: „Ich freue mich über jede Spendenaktion, das ist ein ganz wichtiges Zeichen.“

http://www.rp-online.de/panorama/live-angela-merkel-bekraeftigt-in-lauenburg-soforthilfe-1.3462254

Evakuierung im vollen Gange/Anwohner kritisieren Stadtverwaltung

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Saalekreis

 

In Aken läuft noch immer die Evakuierung, rund 9.000 Menschen sind betroffen. Das Hochwasser hat viele Straßen überflutet, vor allem am Ortsrand. Alle Zufahrtswege sind abgeriegelt. Durch den gebrochenen Saale-Damm bei Klein Roseburg fließt weiterhin Wasser in die Region. Inzwischen hat sich ein riesiger See zwischen Barby, Groß Rosenburg bis nach Aken gebildet. Anwohner kritisierten, nicht ausreichend von der Stadtverwaltung über die Lage informiert zu werden. Die Helfer vor Ort kämpfen weiter um die Rettung von Menschen und Tieren. Ein Sprecher des Krisenstabes sagte MDR SACHSEN-ANHALT, allein acht Boote seien im Einsatz, um Tiere in Sicherheit zu bringen

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Zwangsevakuierungen angelaufen

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Stendal

 

In den überfluteten Orten Klietz, Wust und Neu-Kamern werden inzwischen Einwohner auch zwangsweise evakuiert. Wie die örtliche Einsatzleitung mitteilte, sind dazu Boote, Amphibienfahrzeuge der Bundeswehr und Hubschrauber im Einsatz. Viele Menschen waren dem Aufruf nicht gefolgt, ihre Häuser zu verlassen

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Brandenburg stellt Notunterkünfte zur Verfügung

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Madgeburg

 

Brandenburg hilft Sachsen-Anhalt im Kampf gegen die Hochwasserfolgen. Nach Aussage von Regierungschef Platzeck werden in Brandenburg Notunterkünfte für mehr als 1.000 Menschen geschaffen, die ihre überfluteten Häuser im Landkreis Stendal verlassen müssen.

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Die Notdeiche in Neu Darchau werden immer schwammiger, wie ein Sprecher der Feuerwehr Elbtalaue am Mittag berichtete. Deswegen wird dort mit Hochdruck daran gearbeitet, den Notdeich zu sichern und eine zweite Deichlinie Richtung Ort aufzubauen.

„Jetzt werden noch einmal ordentlich Sandsäcke nach Neu Darchau geschafft,“ so Mirko Tügel, Sprecher der Feuerwehr. „Und wir haben auch damit begonnen, die Bevölkerung zu informieren, dass sie Fahrzeuge und nicht befestigte Gegenstände aus dem gefährdeten Bereich entfernen sollen.“

Eine Evakuierung Neu Darchaus ist bisher nicht vorgesehen, die Bewohner der gefährdeten Häuser sollen allerdings vorsichtshalber die Obergeschosse aufsuchen.

Absolut kritisch“ ist die Lage auch am Deich zwischen Wussegel und Penkefitz. Auch hier sind die Deich komplett durchgeweicht. Wasserblasen steigen aus binnendeichs gelegenen Äckern – ein Zeichen für von unten durchdrückendes Wasser.

Deswegen werden dort die Deichfüße weiter mit Sandsäcken abgedichtet, die Deichstraße mit Stahlplatten und Sandsäcken befestigt, um so weiteres Durchdrücken zu mildern. Insgesamt sind in diesem Deichbereich durchschnittlich 200 – 250 Helfer von Bundeswehr, Feuerwehr und THW im Einsatz.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/in-neu-darchau-wirds-eng-deiche-immer-schwammiger-28890

Sachsen-Anhalt bittet Brandenburg um Hilfe

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Madgeburg

 

Angesichts der dramatischen Entwicklung in Fischbeck nach einem Deichbruch hilft Brandenburg dem Nachbarland Sachsen-Anhalt. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) habe um Unterstützung bei der Evakuierung gebeten, sagte Brandenburgs Landeschef Matthias Platzeck (SPD) gegenüber der Nachrichtenagentur DPA.

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Wer zahlt die Hochwasserschäden?

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Das Hochwasser hat Deutschland fest im Griff. Die Ratingagentur Fitch schätzt den volkswirtschaftlichen Schaden auf bis zwölf Milliarden Euro und für die Versicherer auf bis zu drei Milliarden Euro. Wie hoch der Schaden für Schleswig-Holstein sein wird, ist noch unklar. Laut der Kieler Staatskanzlei könne dieser noch nicht beziffert werden. Die Behörde geht aber davon aus, dass der Schaden deutlich höher als 2011 ist – damals schlug die Flut mit 300.000 Euro zu Buche. Für betroffene Privatpersonen stellt sich die Frage, ob und welche Versicherung zahlt oder wo es finanzielle Hilfe gibt. NDR.de gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Welche Versicherung kommt für Flutschäden auf?

Generell gilt: ohne Versicherung, kein Geld. Aber auch mit der normalen Gebäude- oder Hausratversicherung sind Überschwemmungs- und Hochwasserschäden nicht versichert. Für solche Schäden benötigen die Betroffenen eine sogenannte Elementarschadenversicherung, die es als optionalen Baustein zur Wohngebäude- und Hausratsversicherung gibt. Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sind rund ein Drittel aller Deutschen gegen Naturgefahren versichert. Die Versicherung kann aber nicht jeder abschließen. Wer zum Beispiel in einem extrem gefährdeten Gebiet wohnt, hat keine Möglichkeit. So wie die Bewohner der lauenburgischen Altstadt. Weil sie in einem Risikogebiet wohnen, versichert kein Unternehmen ihr Hab und Gut.

Wie muss ich mich im Schadensfall verhalten?

Im Schadensfall ist der Versicherte dazu verpflichtet, die Schäden unverzüglich dem Versicherer zu melden. Hintergrund ist, dass der Versicherer die Gelegenheit haben muss, die Ursachen, den Verlauf und das Ausmaß des Schadens selbst zu begutachten. Außerdem müssen Sachverständige eingeschaltet und Zeugen befragt werden. Das geht nicht, wenn die Schäden schon länger zurückliegen oder bereits beseitigt wurden. Kommt der Versicherte seiner Anzeigepflicht nicht rechtzeitig nach, muss der Versicherer keinen Schadensersatz mehr leisten. Der Bund der Versicherten rät deshalb, den Schaden sofort zu dokumentieren – das heißt vor allem Fotos machen. Außerdem: Keine beschädigten Sachen entsorgen und beim ersten Telefonat verbindliche Aussagen von der Versicherung fordern, wann der Gutachter kommt und welche weiteren Schritte zu tun sind.

Was zahlt die Versicherung?

Die Versicherung erstattet die Kosten für alle baulichen Maßnahmen am betroffenen Haus oder der Wohnung. Dazu gehören neben Reparaturen auch die Trockenlegung und Sanierung der Immobilie. Gezahlt wird auch für Hausrat – das heißt: beschädigte Möbel, Küchengeräte, Einrichtungsgegenstände und Elektronik. Dabei gilt der Zeitwert.

Was kann ich tun, wenn ich keine Versicherung habe?

Der Bund der Versicherten empfiehlt Nichtversicherten, bei der nächsten Steuererklärung die Kosten für Reparaturen und Sanierungsmaßnahmen als außergewöhnliche Belastung geltend zu machen. Auch hier gilt: Beweisfotos machen und Rechnungen aufheben. Allerdings können Flutopfer auf Hilfe vom Staat hoffen. Die Bundesregierung hat bereits Soforthilfen in Höhe von 100 Millionen Euro zugesagt. In Schleswig-Holstein wurde ein Notfallfond beschlossen, eine Art Schnellzugriffs-Topf mit einem Volumen von einer Million Euro. Betroffene sollen schnell und unbürokratisch Hilfe erhalten. Angesichts der hohen Schäden durch die Flut, fordert das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) „eine Versicherungspflicht gegen Naturkatastrophen“.

http://www.ndr.de/regional/schleswig-holstein/hochwasser2619.html

Finanzamt von Flut betroffen

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Thüringen

 Das Hochwasser in Gera hat auch Thüringens größtes Finanzamt getroffen und etliche Akten zerstört. Betroffen seien rund 100 laufende Meter, erklärte der Sprecher des Finanzministeriums, Alexander Flachs. Schuld sei Wasser, das aus der Kanalisation in den Keller des Gebäudes gedrückt wurde. Doch seien die betreffenden Daten nicht gänzlich verloren, weil die Akten auch als Kopie oder in elektronischer Form vorlägen.

http://www.haz.de/Nachrichten/Panorama/Uebersicht/Hochwasser-Angela-Merkel-besucht-Hitzacker-in-Niedersachsen

Die Blutspende hängt am Tropf

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Die Mega-Flut ebbt ab, die Probleme kommen erst noch zum Vorschein: Unter anderem wird das Blut knapp. Durch die prekäre Lage in den Hochwassergebieten mussten dutzende Blutspendetermine ausfallen. Vor der anstehenden Urlaubswelle werden dringend Spender gesucht.

 

Am kommenden Freitag ist Weltblutspendetag. Der 14. Juni wurde hierfür nicht grundlos ausgesucht. Es ist der Geburtstag von Karl Landsteiner – dem Mann, der die Blutgruppen des Menschen entdeckt hat.

Derzeit gibt es nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) 3,8 Millionen Blutspender in der Bundesrepublik. Pro Tag müssen mindestens 15.000 davon zum Aderlass, um die bundesweite Versorgung von Bluttransfusionen im Ernstfall zu gewährleisten. Angesichts der Spenderzahl auf den ersten Blick nicht viel.

Doch das Hochwasser hat auch hier ganze Arbeit geleistet und den DRK-Blutspendedienst in arge Bedrängnis gebracht. In weiten Teilen Bayerns, Niedersachsens, Sachsen, Sachsen-Anhalts und Thüringens sei es nach Organisationsangaben zu hunderten Ausfällen von Blutspendeterminen gekommen – und werden auch in den kommenden Tagen nicht stattfinden können.

Angesichts der bevorstehenden Sommerferien, in der das Spenderaufkommen bedingt durch Urlaubsreisen generell niedriger als im Jahresvergleich ist, könnte sich die Blutarmut jedoch ernsthaft zuspitzen.

Wer darf Blut spenden?

Das DRK appelliert deswegen an die Spender und alle, die es werden wollen und nicht unmittelbar von den Fluten betroffen sind: Bitte die Termine wahrnehmen! Wann diese stattfinden, kann im Internet unter drk-blutspende.de eingesehen werden.

Generell ist jeder als Spender willkommen, der sich gesund fühlt, volljährig ist und mehr als 50 Kilogramm auf die Waage bringt. Doch bevor die Venen angezapft werden, muss die gesundheitliche Vorgeschichte des möglichen Spenders erfasst werden. Danach wird er von einem Arzt durchgecheckt, der sein Okay geben muss.

Um die freiwilligen Helfer nicht sprichwörtlich auszusaugen, müssen zwischen jeder Blutspende mindestens acht Wochen Regeneration liegen. Insgesamt dürfen Frauen nur bis zu viermal im Jahr spenden – das starke Geschlecht zweimal mehr.

http://www.news.de

Weißenfels: Antragsausgabe für Soforthilfen hat begonnen

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

 

In der Stadt Weißenfels ist am Mittwoch mit der Antragsausgabe für die Gewährung von Soforthilfen zur Unterstützung der direkt betroffenen Bürger begonnen worden. Auf Grundlage der Richtlinien des Landes Sachsen-Anhalt, können die Anträge bis spätestens zum 15. Juli 2013 gestellt werden, teilte die Pressestelle der Stadt mit. Antworten zu Fragen zur Soforthilfe in Weißenfels unter: (03443) 370 265.
Sofort-Programm der Landesregierung

Nach Prüfung und Bewilligung des Antrages wird für Erwachsene bis zu 400 Euro und für min-derjährige Kinder bis zu 250 Euro überwiesen; pro Haushalt werden Gelder bis zu einer Summe von maximal 2 000 Euro ausgezahlt.

http://www.mz-web.de/hochwasser/hochwasser-in-sachsen-anhalt—liveticker-zum-hochwasser–,20642022,23110778.html#akt-button

Tafel in Dessau wieder geöffnet

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Dessau

 

Seit Dienstag voriger Woche war die Dessauer Tafel in der Wasserstadt geschlossen. Die Versorgung von Bedarfsgemeinschaften daher war ausgesetzt, kann nun aber wieder beginnen.

http://www.mz-web.de/hochwasser/hochwasser-in-sachsen-anhalt—liveticker-zum-hochwasser–,20642022,23110778.html#akt-button

 Der geplante Bund-Länder-Hilfsfonds zur Finanzierung der Hochwasserschäden wird nach Angaben aus der schwarz-gelben Regierungskoalition voraussichtlich ein Volumen von rund acht Milliarden Euro haben. Vorgesehen sei, dass Bund und Länder die Kosten je zur Hälfte trügen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch aus Koalitionskreisen. Der Bund werde seinen Beitrag von rund vier Milliarden Euro wohl über einen Nachtragshaushalt für 2013 einbringen.

http://www.rp-online.de/panorama/live-bund-und-laender-stellen-acht-milliarden-euro-bereit-1.3462254

Aufklärungsflugzeugen überwachen Deiche

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Niedersachsen

 Die von der Elbeflut gefährdeten Deiche in Niedersachsen werden von der Bundeswehr mit Aufklärungsflugzeugen überwacht. Bei Tageslicht werden Maschinen vom Typ Dornier DO 228 und bei Nacht Seefernaufklärer mit Infrarotsensorik zur Überwachung eingesetzt, teilte das Landeskommando Niedersachsen am Mittwoch mit. Derzeit seien insgesamt 2000 Soldaten im Hochwassereinsatz, rund 2900 stünden als Reserve bereit.

http://www.haz.de/Nachrichten/Panorama/Uebersicht/Hochwasser-Angela-Merkel-besucht-Hitzacker-in-Niedersachsen

Regelmäßige Kontrollen zum Schutz des Eigentums

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Bitterfeld

 

Der Leiter des Reviers Anhalt-Bitterfeld versucht Einwohner, die aufgrund des Hochwassers ihre Wohnungen verlassen mussten, zu beruhigen. Bisher gab es keine Delikte in Bitterfeld und im Altkreis Köthen. Die Polizei tut alles, um Einbrüche in die verwaisten Räume zu verhindern. Die Mitteldeutsche Zeitung führte am am Dienstag in Köthen eine Gespräch mit Gerald Kohl, dem Leiter des Reviers Anhalt-Bitterfeld.

http://www.mz-web.de/hochwasser/hochwasser-in-sachsen-anhalt—liveticker-zum-hochwasser–,20642022,23110778.html#akt-button

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Niedersachsen

 Trotz leichter Entspannung in den Hochwassergebieten in Niedersachsen sehen die Katastrophenschutzstäbe noch für mehrere Tage Gefahr für die Deiche. „Die nächsten drei bis fünf Tage wird die Situation so bleiben“, sagte ein Sprecher des Stabes des Landkreises Lüneburg. Keine Entwarnung also: „Das Wasser wird über mehrere Tage auf die Deiche drücken, selbst wenn es einige Zentimeter sinkt“, sagte NLWKM-Sprecher Achim Stolz. „Bei diesem Wasserstand muss man damit rechnen, dass Sickerwasser durch die Deiche dringt.“

http://www.haz.de/Nachrichten/Panorama/Uebersicht/Hochwasser-Angela-Merkel-besucht-Hitzacker-in-Niedersachsen

Angebliche Flutopfer als kriminelle Spendensammler

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Mecklenburg Vorpommern

 In Mecklenburg-Vorpommern sind angebliche Flutopfer als kriminelle Spendensammler unterwegs: Die Polizei hat fünf Männer ertappt, die ohne Spendenausweis in Groß Trebbow Geld für Hochwassergeschädigte erbeten hatten, wie ein Sprecher am Mittwoch mitteilte. Die Männer im Alter zwischen 28 und 38 Jahren wurden von einem Streifenwagen gestoppt, drei von ihnen waren der Polizei bereits wegen Betrügereien bekannt, wie es hieß.

http://www.rp-online.de/panorama/live-bund-und-laender-stellen-acht-milliarden-euro-bereit-1.3462254

Überflutungsgebiet Elbe: Aktuelle Lage in Hochwassergebieten

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Fischbeck

 

Der MDR-Verkehrsflieger hat verschiedene Orte im Hochwassergebiet angeflogen. Das Überflutungsgebiet Elbe sei größer geworden. Das Hochwasser fließt ins Dreieck der Ortschaften Fischbeck, Wust, Klietz. In Wust drückt das Wasser vor allem in die westlichen Grundstücke. Die ICE-Strecke bei Schönhausen ist auf einer Länge von drei Kilometern überspült. In Fischbeck ist keine Verkleinerung der Deichbruchstelle zu erkennen. Das Wasser geht an einigen Stellen sogar zurück. Die Kirche in Kabelitz steht wieder trocken. Keine Überschwemmung ist bisher in Mangelsdorf festzustellen

http://www.mz-web.de/hochwasser/hochwasser-in-sachsen-anhalt—liveticker-zum-hochwasser–,20642022,23110778.html#akt-button

Wassermassen drücken auf die Deiche

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Stendal

 Angesichts weiter auf die Deiche drückender Wassermassen ist die Lage in den Flutgebieten an der Elbe auch am Mittwoch extrem angespannt geblieben. An der Grenze zwischen Sachsen-Anhalt und Brandenburg breitete sich das Hochwasser wegen eines Deichbruchs bei Fischbeck weiter im Hinterland aus, teilten die Krisenstäbe der Regierungen in Magdeburg und Potsdam mit. Die Behörden in Sachsen-Anhalt ordneten die Evakuierungen der letzten verbliebenen Einwohner der Dörfer Klietz, Kamern und Wust im Landkreis Stendal an. Auf Brandenburger Seite begannen Helfer in der Nacht vorsorglich mit dem Bau eines Notdeichs, um das Havelland zu schützen.

http://www.rp-online.de/panorama/live-bund-und-laender-stellen-acht-milliarden-euro-bereit-1.3462254

 

 

Bund und Länder haben nach Ansicht von Umwelt- und Naturschützern beim Schutz vor Hochwasser versagt. „Die Politik hat auf das falsche Pferd gesetzt und keine richtigen Konsequenzen aus der Flut 2002 gezogen“, sagte der Elbe-Experte des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz), Ernst-Paul Dörfler, der Nachrichtenagentur dpa. „Bei allem Leid und aller Tragik, die das Hochwasser jetzt mit sich gebracht hat, es war absehbar“, sagte er. Allein die Elbe habe sich wieder einen Teil ihrer ursprünglichen Aue zurückgeholt. Der rund 1100 Kilometer lange Strom ist einer der größten Flüsse in Europa.

Statt alte Auen als natürliche Überflutungsgebiete zu aktivieren, seien allein in Sachsen-Anhalt rund 500 Millionen Euro vorrangig in den Bau und die Erneuerung der Deiche gesteckt worden, kritisierte Dörfler. Diese Deiche hätten nun aber dennoch dem Druck des Wassers nicht standgehalten. „Der Kardinalfehler war, die Deiche in ihrem alten Verlauf zu ertüchtigen, zu erhöhen und zu verbreiten, sie „aufzurüsten“, ohne darüber nachzudenken, dass das Wasser ja irgendwo hin muss“, sagte Dörfler. Doch wenn das Wasser nicht ausweichen könne in die Fläche, dann könne es nur in die Höhe steigen und mit hoher Beschleunigung ins Tal, in bewohnte Gebiete stürzen.

„Klüger wäre es gewesen, wenn man damals ernsthaft begonnen hätte nach Überflutungsflächen zu suchen, nach alten Auen, die dem Fluss ja eigentlich gehören und diese Flächen planmäßig für solche Situationen freizugeben. Das hat man ignoriert“, sagte Dörfler. Nach Ansicht des BUND können mit ausreichend Überflutungsflächen auf Dauer Pegelstände von Flüssen auf natürliche Weise gesenkt werden – und das Risiko von Flutkatastrophen gemindert werden. Gänzlich verhindern könne man diese nicht, denn der Mensch habe über Jahrzehnte hinweg in die Natur eingegriffen.

„Halle-Neustadt zum Beispiel hätte nie gebaut werden dürfen“, sagte Dörfler. Es sei schon ein Irrsinn zu DDR-Zeiten gewesen, diese Stadt damals für Zehntausende Menschen in einem Sumpfgebiet aus dem Boden zu stampfen. Dafür müsse bis heute über eine sogenannte Brunnengalerie das Grundwasser der Plattenbausiedlung, die heute ein Stadtteil von Halle ist, in Kanäle gepumpt werden. In Halle-Neustadt waren vorige Woche rund 30 000 Menschen aufgefordert worden, ihre Wohnungen wegen des Hochwassers der Saale in Sachsen-Anhalt zu verlassen. Der Fluss hatte mit über 8 Metern einen so hohen Wasserstand wie seit 400 Jahren nicht mehr erreicht – innerhalb von wenigen Tagen.

http://www.mz-web.de/hochwasser/hochwasser-in-sachsen-anhalt-elbe-experte-wirft-politik-versagen-beim-hochwasserschutz-vor,20642022,23265278.html

Hochwasser: Spenden, aber richtig!

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

 

„Das Elbe-Hochwasser hat nicht nur enorme Wassermengen, sondern auch eine großartige Welle der Hilfsbereitschaft mit sich gebracht,“ so die Kreisverwaltung in einer Mitteilung am Mittwoch Morgen. „Neben den vielen engagierten Freiwilligen, die in den Sandkuhlen der Region Tage und Nächte lang Sandsäcke gefüllt haben, melden sich im Kreishaus Lüchow aktuell viele Privatleute, die Kleidung, Kinderspielzeug und Ähnliches spenden wollen. Diese Spenden bereiten dem Katastropenschutzstab derzeit jedoch mehr logistische Probleme, als dass sie wirklich benötigt werden.

Wer helfen möchte, kann eine Geldspende auf das Spendenkonto „Hochwasser 2013“ bei der Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg überweisen: Kontonummer: 230 182 040, Bankleitzahl 258 501 10. „Dort eingehende Spenden kommen Personen und Einrichtungen in Lüchow-Dannenberg zugute, die vom Hochwasser betroffen sind,“ so die Kreisverwaltung.

Auch die Samtgemeinde Gartow hat ein Spendenkonto für alle Hilfswilligen eingerichtet, die Hochwasseropfer in Vietze unterstützen möchten: Samtgemeinde Gartow, Text: Hochwasser Vietze, Sparkasse Uelzen Lüchow Dannenberg, BLZ 258 501 10, Kontonummer 45 006 228. Die Gemeinde Höhbeck bedankt sich schon jetzt bei allen Spendern.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/hochwasser-spenden-aber-richtig-39707

 

 

Es gibt noch längst keinen Grund zur Entwarnung, doch immerhin: seit Dienstag sinken die Pegelstände kontinuierlich ab.

In Schnackenburg sank der Wasserstand von 7,79 m in der Spitze bis zum Mittwoch Morgen auf 7,63 m, in Dömitz von 7,20 m auf 7,14 m und auch in Hitzacker wurde am Pegel Mittwoch früh ein Wasserstand von 8,14 m gemessen – 4 cm weniger als zum Zeitpunkt des Flutscheitels, der mit 8,20 m dort festgestellt worden war.

Aber trotzdem: in Hitzacker müsste der Pegel noch 55 cm fallen, bevor die Menschen wieder in ihre Häuser zurückkehren können – vorausgesetzt die mobile Schutzwand hat dem Wasserdruck bis dahin stand gehalten.

Auch Gartows Deichhauptmann Ulrich Flöter registriert die sinkenden Pegelstände, aber er warnt vor voreiliger Entspannung: „Die Deiche sind extrem durchweicht. Wir dürfen jetzt bloß nicht nachlässig werden, dann könnte die Katastrophe doch noch eintreten.“

Deswegen wird in Gartow mit Hochdruck weiter an dem Aufbau einer zweiten Deichlinie hinter dem eigentlichen Deich gearbeitet. Bis Mittwoch Mittag soll diese dann fertig gestellt. sein.

Sorgen bereiten Flöter auch einige Sickerstellen am Elbdeich im Bereich Holtorf. Dort sind mehrere Bundeswehreinheiten damit beschäftigt, die auf den Deich gepackten Sandsäcke an den Deichfuß umzulagern, wo sie dringender benötigt werden.

Flöter bleibt optimistisch, dass die Deiche in seinem Zuständigsbereich halten werden, aber wie gesagt: „Jetzt bloß nicht nachlässig werden!“ ist nicht nur seine Parole, die vermutlich noch bis zum Wochenende Gültigkeit behalten wird.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/pegelstaende-fallen-jetzt-bloss-nicht-nachlaessig-werden-58293