So funktioniert ein Deich

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Der Druck auf die Deiche entlang der Elbe nimmt während des Hochwassers immer weiter zu. Die Deiche an den Flüssen unterscheiden sich in ihrem Aufbau deutlich von den Schutzbauten entlang der Küsten von Nord und Ostsee. Während an den Meeren bei Sturmfluten vor allem Wind und Wellen den Dämmen zusetzen, steht bei einem Hochwasser im Binnenland in erster Linie der Wasserdruck im Fokus. „Dort wird das lange stehende Wasser an den Deichen zum Problem. Sie dürfen sich nicht voll Wasser saugen“, sagte der zuständige Fachbereichsleiter des Landesbetriebs für Küstenschutz, Rüdiger Schirmacher.

Schichtmodell

Grafik Aufbau eines Deiches © NDR

Moderne Deiche an Flüssen sind bis zu 40 Meter breit. Ihr Kern besteht in der Regel aus einer ton- oder mergelsteinhaltigen Schicht. Früher wurde dagegen meist sandige Erde verbaut. Dadurch weichen alte Anlagen schneller auf. „Der Ton verhindert bei neuen Deichen, dass diese vom Wasser durchströmt werden“, sagt Schirmacher. Über dem Kern befindet sich bei den meisten Anlagen eine Schicht aus Mutterboden auf der Gras wächst. Auf der Innenseite verfügt ein Deich zudem über einen Entwässerungsgraben, durch den Sickerwasser aus dem Inneren des Deichs ablaufen kann.

Lauenburger Stecknitz-Deich

Während die Lauenburger Altstadt dem Hochwasser praktisch ohne Schutz ausgesetzt ist, wird das Industriegebiet in der alten Schifferstadt mittlerweile durch einen Deich geschützt. Er verfügt über ein anderes Regulativ zum Schutz vor den Wassermassen. Über dem Kern aus Ton befinden sich Matten aus Filtervlies, die mit Betonit beschichtet sind. „Dieses Tongestein quillt auf, wenn es nass wird, und bildet damit eine Schutzschicht vor dem Wasser“, sagt Schirmacher. Der Deich habe das Hochwasser 2011 überstanden und „ich gehe davon aus, dass er auch dieses Hochwasser überstehen wird“.

Sandsackbarrieren und Stützbalken

Wo kein ausreichender Deich vorhanden ist, haben die Einsatzkräfte in Lauenburg und andernorts künstliche Wälle aus Sandsäcken errichtet. Dabei ist es wichtig, wie die Säcke gestapelt werden. Jede neue Schicht muss dort gelegt werden, wo sich die darunter liegenden Säcke berühren. So sind die Verbundstellen weitestgehend abgedichtet. Soweit es ging, wurden auch alte Häuser in der historischen Altstadt Lauenburgs gesichert. Holzbalken stützen die Außenwände ab, damit sie der Elbströmung – insbesondere wenn der Pegel wieder sinkt – standhalten. Eine große Gefahr geht für die Häuser auch vom Druck des Wassers aus. Helfen soll dabei die Flutung einzelner Gebäudeteile, um den nötigen Gegendruck zu erzeugen.
http://www.ndr.de/regional/schleswig-holstein/deiche103.html

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