Hochwasser bremst die Bahn weiter aus

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Ticker

Trotz verbesserter Lage im Norden, ist die Gefahr von Deichbrüchen nicht gebannt. Im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt sind rund 11.300 Menschen von der Evakuierungen betroffen. Alle Entwicklungen vom Dienstag lesen Sie in unserem Nachrichten-Überblick.

Die Lage in den Ost- und Norddeutschen Hochwassergebieten ist weiter angespannt, auch wenn die Pegel stagnieren. Weiterhin gibt es Einschränkungen im Bahn-Verkehr. Vor allem in Schleswig-Holstein blicken die Menschen gebannt auf die Elbe, bei Lauenburg wurde am Dienstagabend ein Rekordpegelstand von 9,61 Meter gemessen.

Die Geschehnisse des Tages können Sie in unserem Nachrichten-Überblick nachlesen

20.29 Uhr: Das Hochwasser bremst die Bahn weiter aus, deshalb wird es im Zugverkehr auch am Mittwoch erhebliche Behinderungen geben. Aufatmen können vorerst nur die Fahrgäste der ICE-Linie 11 (Berlin-Frankfurt/Main – München).

Diese wurde bis Dienstag ab Göttingen nach Hannover umgeleitet und endete oder begann dort. Jetzt fährt sie wieder durchgehend, da die Elbbrücke bei Lutherstadt/Wittenberg durch das Hochwasser nicht mehr beeinträchtigt ist. „Nur auf einigen Teilstrecken müssen wir noch langsam fahren“, sagte ein Bahnsprecher.
Die ICE-Linie 10 (Berlin-Hannover-Hamm-Düsseldorf/Köln) wird hingegen weiter zwischen Berlin und Hannover über Wittenberge-Stendal- Wolfsburg umgeleitet. Auch auf der ICE-Linie 12 (Berlin-Frankfurt/Main-Basel) hat sich noch nichts zum Positiven verändert. Die Umleitung ab Fulda über Erfurt und Halle bleibt vorerst, die Halte in Kassel, Göttingen, Hildesheim, Braunschweig und Wolfsburg fallen aus. Und die IC-Linie 77 zwischen Berlin und Amsterdam (über Stendal und Hannover) ist gleichfalls weiter betroffen. Die Verbindungen enden oder beginnen in Hannover.
Dienstagabend setzte die Bahn große Hoffnungen auf die Reparaturarbeiten an der Elbbrücke Magdeburg-Biederitz. Falls man diese in der Nacht abschließen könne, würde das erhebliche Verbesserungen für die ICE-Linien 10 und 12 sowie die IC-Linie 77 bringen, hieß es. Man versuche dies mit Hochdruck zu erreichen. Durch die Hochwasserschäden und Umleitungen auf dem Schienenstrang zwischen Berlin und Hannover kommt es im Fernverkehr von und nach Berlin teils zu Verspätungen von mehreren Stunden. Auskünfte zur aktuellen Betriebslage gibt die Bahn unter www.bahn.de/aktuell und m.bahn.de oder unter der kostenlosen Rufnummer 08000996633.

19.39 Uhr: Das Hochwasser wälzt sich mit aller Macht durch Ost- und Norddeutschland. Auch wenn Zeichen der Entspannung in Sicht sind, werden die Aufräumarbeiten noch Wochen dauern. Vor allem in Schleswig-Holstein blicken die Menschen gebannt auf die Elbe, bei Lauenburg wurde am Dienstagabend ein Rekordpegelstand von 9,61 Meter gemessen. Die Spitze des Hochwassers hat Sachsen-Anhalt verlassen, trotzdem blieb die Lage in Teilen des Landes dramatisch. Bedrohlich waren die Wassermassen auch nach wie vor in Brandenburg. In einigen Gebieten Bayerns führten Unwetter zu einer neuen Hochwasserwelle auf der Donau. In Sachsen entspannt sich
die Lage weiter.

17.07 Uhr: Während vor allem die Menschen in Sachsen-Anhalt am Dienstag weiter gegen die Elbeflut kämpften, kommen die weiter nördlich gelegenen Regionen offenbar glimpflicher davon. In Brandenburg und Niedersachsen stagnierte der Elbe-Pegel vielerorts oder sank bereits wieder. Wegen des anhaltend hohen Wasserstandes der Elbe und der immensen Belastung der Deiche war die Gefahr in den betroffenen Regionen aber noch nicht gebannt.
Im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt gelang es den Einsatzkräften am Dienstag, einen Deichbruch bei Fischbeck „unter Kontrolle“ zu bringen, wie der Krisenstab der Landesregierung erklärte. Die Bundeswehr warf von Hubschraubern aus große, mit Sand gefüllte Säcke auf die rund 50 Meter lange Bruchstelle, so dass weniger Wasser aus der Elbe ausströmte. Allerdings waren durch den Deichbruch in der Nacht zum Montag zahlreiche Ortschaften überflutet worden. Insgesamt sind nach Angaben des Landkreises Stendal rund 11.300 Menschen von Evakuierungen betroffen.

16.59 Uhr: Im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt drohten nach dem Bruch eines Saaledamms am Wochenende weitere Überflutungen. Mehrere Ortsteile von Schönebeck wurden zum Sperrgebiet erklärt. Der Deichbruch bei Fischbeck und auch die Flutung von Havelpoldern verbesserte allerdings die Lage für die Elbanrainer im Norden. Weil das Wasser noch tagelang gegen die Deiche drücken wird, wächst allerdings die Gefahr von Lecks, Rissen oder Deichbrüchen.
Im brandenburgischen Wittenberge stagnierte der Pegel am Dienstag bei 7,75 Meter und blieb damit unter den ursprünglichen Prognosen. Die Lage in der Prignitz werde aber „noch mehrere Tage sehr angespannt bleiben“, erklärte das Krisenzentrum der Landesregierung.

Mecklenburg-Vorpommern stabilisierte sich die Lage bei Dömitz und Boizenburg.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern stabilisierte sich die Lage bei Dömitz und Boizenburg im Landkreis Ludwigslust-Parchim, es bestehe aber „nach wie vor eine hochgradige Gefahrensituation“. In Niedersachsen erreichte die Elbe in Schnackenburg und Hitzacker ihren Scheitelpunkt. In Lauenburg in Schleswig-Holstein stieg das Wasser kaum noch. Die rund 300 Anwohner hatten ihre Häuser bereits verlassen.

16.51 Uhr: Die Justizminister aus Bund und Ländern wollen bei ihrer am Mittwoch beginnenden Frühjahrstagung auch über die immensen Schäden durch die jüngste Flutkatastrophe sprechen. Thüringen wolle das Thema beim „Kamingespräch“ am Mittwochabend zur Diskussion stellen, sagte die saarländische Justizministerin Anke Rehlinger (SPD) am Dienstag in Saarbrücken. Der thüringische Justizminister Holger Poppenhäger (SPD) hatte unlängst eine Versicherungspflicht für Elementarschäden gefordert. „Wir müssen weg von dem System der Opferhilfe nach Kassenlage und abhängig davon, ob gerade Wahlkampf ist.

16.12 Uhr: Gemeinsam mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Mittwoch die vom Elbehochwasser bedrohte Stadt Hitzacker besuchen. Eine Sprecherin der niedersächsischen Staatskanzlei bestätigte dies am Dienstag auf Anfrage der dpa in Hannover. Die Visite sei am Nachmittag geplant. Weitere Stationen im Hochwassergebiet entlang der niedersächsischen Elbe seien zunächst nicht geplant. Am Dienstag hatte das Elbehochwasser in Niedersachsen seinen Höhepunkt weitgehend erreicht. In Hitzacker lag der Pegelstand am Nachmittag bei 8,17 Meter. Sonst werden dort im Durchschnitt 2,67 Meter gemessen.

15.27 Uhr: Welche Auswirkungen das Hochwasser in Deutschland auf die Kartoffelernte und damit auf die Preise haben wird, lässt sich nach Angaben von Experten derzeit noch nicht absehen. Regional werde es mit Sicherheit Einbußen geben, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Obst-, Gemüse- und Kartoffelverarbeitenden Industrie, Hans-Peter Karus, am Dienstag in Bonn. „Die Schäden sind aber im Moment nicht bezifferbar.“ Demnach ist auch nicht klar, wie viel Ernteverlust oder Minderertrag es geben wird. „Das ist alles Spekulation zur Zeit.“ „Es wird gesprochen von 5 bis 15 Prozent weniger Ernte in Bayern“, sagte Karus. Wie sich das auf die Preise auswirken werde, sei schwer zu sagen. Bayern und Niedersachsen seien die Hauptanbaugebiete für Kartoffeln in Deutschland. Wenn weniger Ware zur Verfügung stehen sollte, dann könne es natürlich auch zu Preisanstiegen kommen. „Aber das ist jetzt Spekulation.“ Karus riet, die nächsten 14 Tage noch abzuwarten. Dann werde sich die Situation besser einschätzen lassen.

Flut richtet Schaden von bis zu 12 Milliarden Euro an

15.22 Uhr: Es gibt neue Zahlen zu den geschätzten Kosten: Der volkswirtschaftliche Schaden der Flut dürfte sich auf rund zwölf Milliarden Euro belaufen, schätzt die Ratingagentur Fitch Das teilte Fitch am Dienstag in Frankfurt mit. Davon müsse die Versicherungsbranche voraussichtlich 2,5 bis 3 Milliarden Euro tragen. Damit käme das Hochwasser die Versicherer teurer zu stehen als die Flut im Jahr 2002. Diese hatte der Branche rund 1,8 Milliarden Euro gekostet.

15.12 Uhr: Das Elbehochwasser in Nord- und Ostdeutschland hat seinen Höhepunkt offenbar weitgehend überschritten. Zwar stieg der Pegel in Lauenburg in Schleswig-Holstein am Dienstag immer noch, vielerorts stagnierte oder sank der Wasserstand aber. Wegen des anhaltend hohen Elbe-Pegels und der immensen Belastung der Deiche war die Gefahr in den betroffenen Regionen aber noch längst nicht gebannt.
Den Einsatzkräften in Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein machen derzeit vor allem die teils aufgeweichten Deiche zu schaffen. Weil das Wasser noch tagelang gegen die Schutzwälle drücken wird, wächst die Gefahr von Lecks, Rissen oder Deichbrüchen.
Im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt gelang es den Einsatzkräften am Dienstag, einen Deichbruch bei Fischbeck unter Kontrolle zu bringen. Die Bundeswehr warf von Hubschraubern aus große, mit Sand gefüllte Säcke auf die rund 50 Meter lange Bruchstelle. Durch den Deichbruch in der Nacht zum Montag waren zahlreiche Ortschaften überflutet worden. Insgesamt sind nach Angaben des Landkreises Stendal rund 11.300 Menschen von Evakuierungen betroffen.

15.02 Uhr: Ein Meer von Sandsäcken erstreckt sich unter den Blicken von Michael Geffers. Hier am Flugplatz Stendal-Borstel füllen mehr als 100 Helfer unter seiner Leitung die Plastiksäcke, die durchweichte und abrutschende Deiche im Landkreis stabilisieren sollen. „Hunderttausende“ ist seine Antwort auf die Frage, wie viele Sandsäcke hier schon gefüllt und weiter an die Deiche gebracht wurden.

14.04 Uhr: Der österreichische Versicherungskonzern Vienna Insurance schätzt die Nettokosten durch Hochwasserschäden auf 40 bis 45 Millionen Euro. Dies sei jene Schadenssumme, die die Firma nach Rückversicherung im Eigenbehalt zu stemmen habe, erklärte ein Sprecher am Dienstag. Das Gesamtausmaß könne derzeit aber noch nicht seriös festgestellt werden, weil es durch Starkregen in den betroffenen Gebieten nach wie vor zu Überflutungen komme.

Beim letzten großen Hochwasser im Jahr 2002 lagen die Kosten für den Konzern bei rund 20 Millionen Euro. Der Schwerpunkt der Schäden liege für die Vienna Insurance derzeit in Österreich und Tschechien. Genauere Angaben zum Ausmaß des Schadens will die Versicherung zur Halbjahresbilanz Ende August machen.

13.36 Uhr: Hochwasser-Opfer können sich über eine Telefonhotline der Verbraucherzentralen ab Mittwoch (12. Juni) beraten lassen. Experten geben Rat zu vertrags- und versicherungsrechtlichen Fragen, wie das Bundesverbraucherschutzministerium, das die Aktion finanziell unterstützt, am Dienstag in Berlin mitteilte.

Die gebührenfreie Telefonnummer 0800 100 3711 gelte bundesweit und sei montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr erreichbar.

Sperrung einer Elbbrücke: ICE-Züge werden umgeleitet oder fallen aus

13.19 Uhr: Das Hochwasser wälzt sich jetzt mit aller Macht durch Schleswig-Holstein und Brandenburg. In schleswig-holsteinischen Lauenburg warteten die Menschen auf den Scheitel der Fluten. Bedrohlich blieben die Wassermassen der Elbe im Norden Brandenburgs, aber „der Wasserstand der Elbe scheint stabil zu sein“, sagte Wolfgang Brandt, Sprecher des Koordinierungszentrums Krisenmanagement. Seit den frühen Morgenstunden stagnierte der Pegelstand bei 7,75 Metern (Mittelwert: 2,77 Meter). Steigerungen seien aber jederzeit möglich. Vor allem die Flutung der Polder habe die Situation in der Prignitz entschärft.

Erste Entwarnung gab es hingegen in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen: Dort erreichte das Hochwasser den Höhepunkt und ging langsam zurück. Die Spitze des Elb-Hochwassers habe auch Sachsen-Anhalt verlassen, teilte der Landesbetrieb für Hochwasserschutz in Magdeburg mit. In Teilen Sachsen-Anhalts blieb die Lage nach einem Deichbruch bei Fischbeck gefährlich.

12.51 Uhr: Thüringen arbeitet an einem neuen Hochwasserschutzprogramm. Dafür sollen pro Jahr ab 2015 etwa zehn Millionen Euro mehr als bisher ausgegeben werden. „Wir müssen neu bauen, manche Schutzanlagen auch aufstocken und mehr Überflutungsflächen schaffen“, sagte Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz (CDU) im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. „Wir brauchen mehr Polder, wo Hochwasser kontrolliert auf Wiesen und Felder fließen kann, bevor es Ortschaften und Städte flutet.“ Zu den zusätzlichen zehn Millionen Euro, die Reinholz pro Jahr für den Hochwasserschutz fordert, kämen nach Schätzungen jährlich noch etwa zwei Millionen Euro hinzu, um die beim Hochwasser zerstörten Deiche zu reparieren. Derzeit stehen im Landesetat 13 Millionen Euro pro Jahr für den Hochwasserschutz zur Verfügung. Das neue Hochwasserschutzprogramm soll bis 2021 gelten.

Ende des Jahres sollen nach Angaben des Ministers für die Regionen an den Flussläufen neue, aktualisierte Karten zur Verfügung stehen, die die Gefahren- und Risikogebiete zeigen. „Wir machen sie dann im Internet für jeden verfügbar“, kündigte Reinholz an.

12.34 Uhr: Die Hochwasser-Katastrophe in Deutschland wird die Versicherungsbranche nach Einschätzung von Experten mehrere Milliarden Euro kosten. Die Rating-Agentur Fitch teilte am Dienstag mit, auf die Assekuranzen kämen Kosten von 2,5 bis drei Milliarden Euro zu. Damit würden die Überschwemmungen in Bayern und im Osten Deutschlands für die Unternehmen noch kostspieliger als die Flut 2002 an Elbe und Oder. Das Hochwasser hatte die Branche damals 1,8 Milliarden Euro gekostet. Der gesamte wirtschaftliche Schaden lag wesentlich höher. Dieses Mal werde er sich wohl auf rund zwölf Milliarden Euro summieren, so Fitch.
Die größten Belastungen für die Versicherer resultierten aus beschädigten Häusern, KfZ-Policen und Betriebsunterbrechungen, hieß es. Betroffen sei neben der Versicherungskammer Bayern und den Sparkassen Versicherungen auch die Allianz. Die meisten Versicherer haben noch keine Schätzungen genannt. In der Regel wird das Ausmaß der Schäden erst deutlich, wenn das Wasser wieder abgeflossen ist. Die Versicherungsbranche werde trotz der hohen Lasten wahrscheinlich im Kerngeschäft nicht in die Verlustzone rutschen, erklärte Fitch. Die Auswirkungen auf die Bonitätsnoten dürften dementsprechend minimal sein.

11.46 Uhr: Unionsfraktionsgeschäftsführer Michael Grosse- Brömer hat das Hochwasser und die Schäden für die Menschen als nationale Katastrophe bezeichnet. „Deswegen müssen wir auch nationale Solidarität zeigen“, sagte er am Dienstag in Berlin. Der CDU-Politiker setzte sich für einen weiteren und schnelleren Ausbau von Deichen und Schutzmaßnahmen in gefährdeten Gebieten ein und zeigte Verständnis für die Frustration von Bürgern und Politikern, dass dies nicht schon ausreichend geschehen sei. Die Regierung hat Hilfen für die Betroffenen aus einem Fonds zugesagt, der von Bund und Ländern gefüllt werden soll. Die Summe ist noch offen. Die Schäden werden auf mehrere Milliarden Euro geschätzt.

11.26 Uhr: Der künftige Bundesliga-Fußballer Stefan Kutschke hat sich am Wochenende in Dresden als Helfer gegen die Elbe-Flut engagiert. In seiner Heimatstadt befüllte der 24 Jahre alte Stürmer Sandsäcke, um die Wassermassen zurückzuhalten. „Die Stadt ist schwer vom Hochwasser betroffen. Meiner Familie ist zum Glück nicht viel passiert. Aber einige Freunde haben ihre ganze Existenz verloren“, berichtete Kutschke der „Wolfsburger Allgemeinen Zeitung“ (Dienstag). Vom Drittliga-Aufsteiger RB Leipzig wechselt der Angreifer zur neuen Saison zum VfL Wolfsburg. Den Transfer hatte noch der frühere VfL-Trainer und -Manager Felix Magath abgewickelt.

10.59 Uhr: Die Sperrung einer Elbbrücke wegen Hochwassers in Sachsen-Anhalt sorgt weiter für Verspätungen im Fernbahnverkehr. Die Bahn hoffe, dass es diesmal aber bei jeweils etwa einer Stunde bleiben werde, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Am Montag hatte es Verspätungen von bis zu drei Stunden gegeben. Betroffen sind nach Angaben der Deutschen Bahn die ICE-Verbindungen Berlin-Köln und Berlin-Frankfurt am Main. Die Züge der Strecke Berlin-Hannover-Köln werden über Wittenberge, Stendal und Wolfsburg umgeleitet. Die Züge der Strecke Berlin-Kassel-Frankfurt/Main fahren über Dessau, Halle (Saale) und Gerstungen. Die Haltepunkte Wolfsburg, Braunschweig, Hildesheim, Göttingen und Kassel-Wilhelmshöhe entfallen.
Wie lange die Brücke bei Schönhausen gesperrt sein wird, war zunächst noch unklar. Wenn das Hochwasser zurückgehe, werde geprüft, wie standfest sie noch sei, sagte der Sprecher. Erst wenn es keine Probleme gebe, könnte die Brücke wieder befahren werden.

Hauptproblem bleibt der Deichbruch bei Fischbeck

10.50 Uhr: Auch Fußball-Bundesligist 1. FC Nürnberg will die Opfer der Hochwasser-Katastrophe mit einem Benefizspiel unterstützen. „Es macht uns sehr betroffen, wie viele Menschen durch diese Hochwasserkatastrophe unverschuldet in Not geraten sind“, erklärte Club-Sportvorstand Martin Bader am Dienstag auf der Internetseite des fränkischen Traditionsvereins. „Wir möchten die Geschädigten durch das Benefizspiel nicht nur finanziell unterstützen, sondern ihnen auch Mut machen, um diese schwierige Situation zu meistern.“ Ein genauer Termin für die geplante Hilfspartie steht noch nicht fest.
Zuvor hatten bereits der FC Bayern München, der FC Augsburg und 1860 München Benefizspiele angekündigt.

Philipp Rösler: Pauschalzahlungen für Opfer des Hochwassers

10.41 Uhr: Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) will die Opfer des Hochwassers mit Pauschalzahlungen aus einem Fluthilfefonds unterstützen. Der Bund solle von Bund und Ländern gleichermaßen gefüllt werden, sagte Rösler am Dienstag im Inforadio des RBB. Nach dem Hochwasser 2002 habe es einen ähnlichen Fonds gegeben. „Das hat sich bewährt.“ Wie viel Geld über den Fonds zur Verfügung gestellt werden soll, ließ Rösler offen. Die Schäden ließen sich erst beurteilen, wenn das Wasser abgelaufen sei. Nicht nur Menschen und Kommunen, sondern auch den besonders schwer betroffenen Klein- und Kleinstunternehmen müsse geholfen werden, betonte Rösler. Im Fernsehsender n-tv kündigte er am Dienstag an, dass bis zu 50 Prozent des Schadens erstattet werde. Je nach Region und Bundesland gehe es dann um 10 000 oder mehr Euro.

10.35 Uhr: Angesichts der Hochwasserkatastrophe in Süd- und Ostdeutschland hat Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) sich für drastische Maßnahmen ausgesprochen, um für die Zukunft besser gerüstet zu sein. In der „Passauer Neuen Presse“ vom Dienstag forderte Altmaier Bauverbote in überflutungsgefährdeten Gebieten, die gezielte Ausweisung von Vorflutflächen sowie auch Rückverlegungen von Deichen, um den Flüssen mehr Raum zu geben. Auch Enteignungen dürften nicht mehr ausgeschlossen werden. „Sie müssen aber immer die Ultima Ratio bleiben“, schränkte der Minister ein.
Altmaier nannte es „alarmierend“, dass es nun bereits zum zweiten Mal binnen gut zehn Jahren zu einer derartigen Hochwasserkatastrophe gekommen sei. Er wies darauf hin, in den vergangenen zwei Jahrzehnten sei eine „dramatische Häufung extremer Wetterlagen zu verzeichnen“ gewesen. „Wir müssen uns wappnen und damit rechnen, dass es in Zukunft immer wieder zu ähnlich extremen Hochwasser-Lagen kommen kann“, verlangte der Minister. Fehler und Versäumnisse der Vergangenheit müssten „schonungslos“ aufgearbeitet werden.

Bislang hatten vor allem Umweltverbände sowie teilweise die Grünen sich für drastischere Maßnahmen zum Hochwasserschutz wie beispielsweise die Rückverlegung von Deichen oder Bauverbote in Überflutungsgebieten ausgesprochen. Wo es konkrete Vorstöße in diese Richtung gab, scheiterten diese allerdings oft an Widerständen betroffener Grundstücksbesitzer vor Ort. Altmaier wies beispielsweise darauf hin, es seien „von 18 notwendigen Deichrückverlegungen an der Elbe bisher lediglich vier realisiert“ worden.

09.31 Uhr: Das aktuelle Hochwasser könnte Auswirkungen auf die Kartoffelernte in Deutschland haben. Die Folge seien womöglich ein knapperes Angebot und steigende Preise, warnte der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK) in der „Bild“-Zeitung vom Dienstag. „Es wird Ausfälle geben. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass es regional zu Versorgungsengpässen mit Pommes, Knödeln und Chips kommt“, sagte BOGK-Geschäftsführer Horst-Peter Karos der Zeitung.

Hauptproblem bleibt der Deichbruch bei Fischbeck

09.06 Uhr: Nach dem Deichbruch an der Elbe bei Fischbeck in Sachsen-Anhalt in der Nacht zum Montag ergießen sich die Wassermassen weiter ins Hinterland. Die Bundeswehr wollte am Dienstagmorgen nach Angaben des Krisenstabs der Landesregierung erneut versuchen, die Bruchstelle zu schließen. Die Arbeiten daran waren gegen Mitternacht abgebrochen worden. Nun sollten aus Hubschraubern wieder große Sandpakete abgeworfen werden. Damit soll zumindest eine Reduzierung der einfließenden Wassermenge erreicht werden. Das Wasser hat die Bundesstraße 107 zwischen Jerichow und Fischbeck überflutet. Inzwischen nähert es sich dem Stadtgebiet von Jerichow. Kritisch war die Lage auch an einem Umspannwerk in Sandau im Landkreis Stendal, das die Stromversorgung von Havelberg und den angrenzenden Teilen Brandenburgs sichert. Derzeit sei es aber gegen die Fluten gesichert, hieß es.

Im Landkreis Stendal sind nach Angaben der Landesregierung derzeit rund 2800 Einsatzkräfte im Einsatz, davon mehr als 1000 Bundeswehrsoldaten. Dazu kommen rund 2400 freiwillige Helfer. Bisher seien dort knapp 8000 Menschen von Evakuierungen betroffen. Für 3300 Menschen sei die Evakuierung vorbereitet worden. (dpa/AFP/Reuters)

Quelle: tagesspiegel.de

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