Aufräum-Arbeiten in Mühlberg beginnen

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Mühlberg

Die Hochwasserlage an der Elbe im Norden Brandenburgs hat sich in der Nacht zum Dienstag zwar nicht verschärft. „Aber die Situation ist weiter ernst“, sagte Wolfgang Brandt, Sprecher des Koordinierungszentrums Krisenmanagement.

Aufräumen in Mühlberg

In der südbrandenburgischen Elbestadt Mühlberg haben die Aufräumarbeiten begonnen. Grundstücksbesitzer schafften die Sandsäcke zum Schutz der Häuser wieder weg, wie die Stadtverwaltung am Dienstag mitteilte. Nachdem am Montag die Evakuierung der 4200-Einwohner-Stadt aufgehoben wurde, seien die Bewohner zurückgekehrt. Die drei Kindergärten hätten wieder geöffnet. Die Grundschule allerdings bleibe wegen Grundwassers in den Toiletten geschlossen.

Der Wasserstand war dort nach Angaben des Landesumweltamtes bis Dienstagmittag auf 8,14 Meter gefallen. Deshalb wollte das Lagezentrum den vor einer Woche für Mühlberg ausgerufenen Katastrophenalarm und die höchste Alarmstufe 4 am Dienstag um 15.00 Uhr aufheben. Die Kirchengemeinde Mühlberg lud für Mittwochabend zum Dankgottesdienst in die Frauenkirche ein.

Pegel der Spree steigt wieder

Die Wasserstände der Spree sind nach starken Regenfällen im Lausitzer Oberlauf wieder gestiegen. Am Pegel Spremberg (Spree-Neiße) wurde Dienstagmorgen mit vier Metern erneut der Richtwert für die höchste Alarmstufe 4 erreicht, wie Wolfgang Genehr vom Landesumweltamt in Cottbus sagte. Er rechnete mit dem Durchlauf des Scheitels für den Abend. In Cottbus stiegen die Wasserstände nach den Regenfällen vom Wochenende ebenfalls wieder leicht an, sie blieben aber innerhalb der Alarmstufe 1. Ausgerufen bleibt jedoch die Stufe 3, um auch überregionale Helfer einsetzen zu können. Die Hochwasser der Spree soll Ende Juni in abgeschwächter Form Berlin erreichen.

Stagnierende Pegel, aber Hochwasser-Plateau

Trotz gesunkenen Wasserspiegels der Elbe am Pegel Wittenberge bleibt die Hochwasserlage in der Prignitz angespannt. „Wir liegen am Dienstag bei 7,75 Meter und diese Höhe soll auch die kommenden zwei bis drei Tage so bleiben“, sagte Bodo Schwiegk vom Landesumweltamt nach der Sitzung des Krisenstabes am Dienstag in Perleberg. Es habe sich ein Hochwasser-Plateau ausgebildet. Das bedeutet, dass über mehrere Tage das Wasser auf hohem Niveau bleibe, anders als bei einem Hochwasserscheitel.

Scheitelpunkt am Mittag in Wittenberge erwartet

Am Morgen wurden nach Angaben des Krisenstabes in Wittenberge (Prignitz) am Pegel nur noch 7,75 Meter Wasser gemessen. Der Höhepunkt der Flut soll Wittenberge am Mittag erreichen. Nach Berechnungen der Behörden könnte ein historischer Höchstwert von 8,20 Meter erreicht werden. Der Mittelwert des Wasserstandes liegt dort bei 2,77 Metern. Telefonhotline zum Hochwasser Hochwasserbetroffene in Brandenburg können sich von diesem Mittwoch an mit ihren Fragen zu Versicherungsschutz und Schadensbeseitigung kostenlos bei den Verbraucherzentralen beraten lassen. Unter der Nummer 0800 / 100 37 11 sind wochentags zwischen 9 und 16 Uhr Experten zu erreichen. Im Internet finden Betroffene über http://www.vzb.de/hochwasser dann auch weitere Informationen und Ratschläge. Die Telefonhotline schalten die Brandenburger Verbraucherschützer in Kooperation mit den Verbraucherzentralen in anderen Bundesländern

Polder werden mit Havelwasser geflutet

Seit der Nacht zum Dienstag fließt das Wasser der Elbe nicht mehr in die Havel, seit das Flutungswehr der Havel bei Neuwerben (Havelland) geschlossen worden ist. Bisher war Elbewasser abgelassen worden, um die Hochwasserlage im Norden Brandenburgs, vor allem bei Wittenberge (Prignitz), zu entspannen. Dieses Ziel sei erreicht worden, teilte das Landsratsamt in Rathenow mit. Jetzt wird das Wasser der Havel in die dafür Polder geleitet. Da dies aber deutlich langsamer erfolge als beim Wasser aus der Elbe, werde mit keiner zunehmenden Gefährdung der Orte an der Havel gerechnet.

Weiter Verspätungen auf ICE-Strecken

Die Sperrung einer Elbbrücke bei Schönhausen in Sachsen-Anhalt sorgt weiter für Verspätungen im Fernbahnverkehr. Betroffen sind die ICE-Verbindungen Berlin-Köln und Berlin-Frankfurt am Main. Wegen der Umleitungen kann es zu Verspätungen von bis zu drei Stunden kommen. Wie lange die Sperrung der Brücke dauern werde, sei noch nicht abzusehen, sagte ein Bahnsprecher. Die Bahn habe darauf mit Ausnahmeregelungen reagiert: Bis 23. Juni werden die Kosten für Fahrkarten und Reservierungen bei Verspätungen oder Ausfällen erstattet, wenn Reisende die Fahrt nicht antreten möchten. Weitere Informationen gibt es auf der Internet-Seite der Deutschen Bahn.

3000 Helfer in der Region

Am Montag waren etwa 1800 der landesweit mehr als 3000 Helfer in der Region, um Deiche zu verstärken. Die Bundeswehr stockte die bislang 120 Mann starke Helfer-Truppe auf 600 auf, teilte das Innenministerium mit. Weitere Kräfte könnten noch hinzukommen, wenn am Dienstagmittag der Scheitelpunkt der Flut erreicht werden wird. Personelle Reserven stehen laut Brandt in Bereitschaft. Der Krisenstab befürchtet auch, dass das Hochwasser noch mindestens zwei Tage andauern wird. Dadurch könnte es immer noch zu durchfeuchteten oder brechenden Deichen kommen. Laut Brandt liegt der Wasserstand weiter deutlich über dem Hochwasser des Sommers 2002. Am Montagabend wurde im Landkreis Havelland ein rund 3,5 Kilometer langer Notdeich fertiggestellt, der seit den Morgenstunden errichtet worden war. Er soll als Schutz gegen das Wasser dienen, das seit dem Bruch des Elbdeichs bei Fischbeck in Sachsen-Anhalt ins Hinterland strömt.

Aufräumen in Mühlberg

In Mühlberg haben an der Elbe dagegen bereits die Aufräumarbeiten begonnen. Grundstücksbesitzer schafften die Sandsäcke zum Schutz der Häuser wieder weg. Die drei Kindergärten sind wieder geöffnet. Die Grundschule allerdings bleibt wegen Grundwassers in den Toiletten geschlossen. Die 160.000 Sandsäcke an den Elbedeichen sollen vorerst liegenbleiben, sagte eine Rathaus-Sprecherin. Die Elbe bildet im Raum Mühlberg auf 17 Kilometern Länge die Landesgrenze von Brandenburg und Sachsen. Der Wasserstand war dort nach Angaben des Landesumweltamtes bis Dienstagmittag auf 8,14 Meter gefallen. Deshalb wollte das Lagezentrum den vor einer Woche für Mühlberg ausgerufenen Katastrophenalarm und die höchste Alarmstufe 4 am Dienstag um 15.00 Uhr aufheben. Die Kirchengemeinde Mühlberg lud für Mittwochabend zum Dankgottesdienst in die Frauenkirche ein.

http://www.bz-berlin.de

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