Archiv für Juni 11, 2013

Lage kritisch, aber stabil

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Prignitz

 

Die Hochwasser-Situation im Norden Brandenburgs hat sich stabilisiert. Dennoch bleibt die Lage kritisch In Wittenberge (Prignitz) werden die befürchteten acht Meter nach Behördenangaben nicht erreicht, aber es hat sich ein sogenanntes Hochwasser-Plateau gebildet, das das Wasser über mehrere Tage auf hohem Niveau hält. Im Landkreis rechnet man mit einer Dauer von bis zu zehn Tagen.

Der Wasserspiegel der Elbe in Wittenberge betrug am Dienstag wie bereits am Vortag 7,75 Meter. Fast 2.500 Einsatzkräfte und Freiwillige aus ganz Brandenburg stehen bereit, um Problemstellen an den Deichen zu sichern, wie das Koordinierungszentrum Krisenmanagement in Potsdam am Dienstag mitteilte.

Auch in Teilen des Havellands sorgt man sich vor Überflutungen. Weil im benachbarten Sachsen-Anhalt bei Fischbeck am Montag ein Deich brach, könnten nun Ortschaften im Havelland überflutet werden. Am Dienstag wurde die Lage vom Landkreis Havelland noch als „nicht kritisch“ eingestuft. Am Dienstagabend änderte sich die Lage. Teile der Gemeinde Milower Land könnten die Folgen des Deichbruchs zu spüren bekommen, teilte der Landkreis mit. Man habe Grabendurchlässe geschlossen und verstärke einen Behelfsdeich.

Polderflutung vom Sonntag bringt Entspannung für die Prignitz

Vor allem die Flutung der Polder bei Neuwerben (Havelland) hat die Situation in der Prignitz entschärft. Damit sollte der Scheitel, der Berechnungen zufolge etwa 40 Kilometer lang sein soll, gekappt werden. Die Ableitung des Elbewassers in die Havel ist in der Nacht im Havelland beendet worden, um auch dort die Situation zu entspannen. Das Wasser der Havel wird nun in die noch nicht vollständig gefluteten Polder geleitet. Sie hatten bisher Elbewasser aufnehmen müssen. „Die spannende Frage ist nun, ob man durch die Flutung den gesamten Scheitel erwischt hat”, sagte Wolfgang Brandt, Sprecher des Koordinierungszentrums Krisenmanagement.

Durch das Hochwasser ist der Schienenverkehr weiterhin beeinträchtigt. Infolge eines Deichbruchs bei Fischbeck in Sachsen-Anhalt sperrten die Behörden am Montagmorgen bei Schönhausen eine Eisenbahnbrücke. Züge werden umgeleitet. Betroffen waren am Dienstagmittag neben lokalen Strecken die ICE-Verbindungen Hannover – Berlin, Fulda – Braunschweig – Berlin und Leipzig/Halle – Berlin. Die Bahn informiert aktuell im Internet.

Der Landkreis Prignitz hat wegen des Hochwassers verboten, die Deiche zu betreten. Auch Bußgelder drohen. Polizeibeamte kontrollierten die Einhaltung, teilte Landrat Hans Lange (CDU) am Montag nach der Sitzung des Krisenstabes in Perleberg mit. Katastrophen-Touristen hätten seit Beginn des Hochwassers immer wieder die Arbeit der Einsatzkräfte behindert. Bei der Polderflutung in Quitzöbel behinderten Gaffer die Arbeit der Hilfskräfte. „Mancher Gaffer ist sogar auf die Sandsackwälle gestiegen. Das geht überhaupt nicht”, betonte Lange. 130 Polizeibeamte patrouillierten seit Montag, teilte ein Sprecher mit.

Die Deiche werden streng von der Polizei bewacht. „Die Prignitz ist eine der sichersten Regionen in ganz Brandenburg“, sagte am Dienstag der Polizeichef des Landkreises, Peter Schröder

Bis zum Montag haben die knapp 2.400 Einsatzkräfte in der Prignitz eine Million Sandsäcke befüllt und eingesetzt. Zwischenzeitlich war am Sonntagabend den Helfern der Nachschub in Wittenberge ausgegangen, teilte Prignitz-Landrat Hans Lange (CDU) mit. Daraufhin habe sich Landesinnenminister Dietmar Woidke (SPD) persönlich ans Telefon gesetzt und neue Säcke geordert, sagte Lange in Perleberg. Am Montagmorgen seien dann weitere 300.000 Sandsäcke geliefert worden.

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12525699/62249/Rekordhochwasser-in-der-Prignitz-koennte-zehn-Tage-andauern.html

Wittenberge trotzt der Flut

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Von Holger Preiss, Wittenberge

Aufregung pur: Der Pegelstand der Elbe in der nordbrandenburgischen Stadt Wittenberge droht mit über acht Metern ein neues Rekordhoch anzusteuern. Doch die Menschen in der Elbstadt nehmen es gelassen. Erstaunlich ruhig stemmt man sich gegen die Fluten. Dabei könnte ein Bruch des Deiches Teile der Altstadt förmlich verschlingen.

Vorsorglich hat man in Wittenberge die 1500 Anwohner der Altstadt, die unmittelbar am Hafen liegt, aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Die Zufahrtsstraßen sind von der Polizei abgeriegelt und nur Anwohner dürfen in diesen Bereich. Bis jetzt noch. „Sollte es ernst werden, müssen alle raus“, erklärt einer der Polizisten, die auch die Zugänge zu den Deichen bewachen. Weder Gaffer noch übermütige Helfer sollen den Druck von oben auf die Deiche verstärken. „Das muss jetzt hier so vorbeigehen“, so der Beamte und meint die Elbe, deren Hochwasserscheitel sich über fast 40 Kilometer erstreckt.

Wer jetzt doch noch zum Hafen gehen darf, läuft durch einsame Gassen. Die Bewohner haben die Türen und Kellerfenster mit Sandsäcken, großen Plastikplanen und Holzplatten so gut es eben geht vor einer möglichen Überflutung geschützt. Auf dem Weg zu den Elbterrassen kommt man an geschlossenen Arztpraxen, einer Musikschule und einem verwaisten Spielplatz vorbei. Nur die Kirchenglocken läuten, dass man meinen möchte, ihr Klang soll den Herrn dazu bewegen, mit der Stadt ein Einsehen zu haben. Steht man dann nach zehn Minuten Fußweg an der Elbe, glaubt man bei den Wassermassen nicht an einen Fluss, sondern eher an einen See. Man stellt sich beklommen die Frage, ob die Deiche diese Massen wohl über lange Zeit aushalten werden.

Der Deichgraf heißt hier Diete

Mitten am Wasser steht ein Haus, das bewehrt mit Sandsäcken wie eine Trutzburg der Elbe standhält. Über den Barrieren hängen Feuerwehrschläuche, aus denen in einer Tour Wasser sickert. Es ist das „Kranhaus“, ein Restaurant, in dessen Eingang der Herr dieses Bollwerkes, Knut Diete, steht. An der Tafel, an der sonst die kulinarischen Besonderheiten des Tages angepriesen werden, steht jetzt: „Wegen Hochwasser geschlossen.“ Klar, denkt der Betrachter und nähert sich vorsichtig dem Burgherren.

„Seit Samstag ist hier alles gesperrt“, erzählt Diete, ohne dabei wirklich verärgert zu wirken. Dabei ist seine Gaststätte im Moment nicht zu betreten. Das Elbwasser ist in die gute Stube eingedrungen und hat den Dielenfußboden völlig überschwemmt. Noch können die zwei Pumpen in der Küche verhindern, dass es richtig arg kommt. „Dit is jenauso wie ick’s mir jedacht habe“, so Diete. „Wenn dit vorbei is, muss das Holz raus. Dann wird hier’n Steinfußboden einjesetzt. Der is schick und zeitjemäß“, grinst der Wirt. Erstaunlich, mit welcher Gelassenheit der Mann das Unglück hinnimmt.

Immerhin gehen ihm wegen des Hochwassers ordentlich Einnahmen verloren. Weder Touristen noch Einheimische finden derzeit den Weg in die Elbstraße 4a. Auf etwa 15.000 bis 18.000 Euro schätzt Diete die Verluste. Das sind aber nur die Gelder, die die Besucher – vorrangig Radler, die die Wege auf den Deichen zu ausgedehnten Radwanderungen nutzen -innerhalb der nächsten Woche nicht ins Gasthaus bringen. Die Renovierungsarbeiten sind hier noch gar nicht eingerechnet. „Da muss ick wohl an die Kriegskasse“, meint der Wirt und zuckt mit den Schultern.

„In der Not sind alle da“

Man mag meinen, dass die Einstellung von Diete Resignation ist. Mitnichten. Genau diese Gelassenheit begegnet einem in dieser angespannten Situation auch in der Stadt. Über die Jahre hinweg wurde die Elbstadt immer wieder vom Hochwasser bedroht. Am schlimmsten war es 2002. „Da waren die Pegelstände mit 7,34 Metern fast genauso hoch wie heute“, erzählt Frauke Spiller, die in ihrem Büro der Touristeninformation sitzt. Danach wurden die Deiche erhöht und befestigt. Insofern wundert es nicht, dass die Hochwasser im Jahr 2006 und 2011 von der Öffentlichkeit und den Medien gar  nicht mehr wahrgenommen wurden. „2011 ging der Pegel auch über die Siebenmetermarke“, so Spiller. Insofern gehört das Hochwasser schon immer zum Alltag der Menschen in Wittenberge. Nur, dass die Abstände, in denen die Stadt heimgesucht wird, immer kürzer werden. „Aber wissen Sie was“, meint Spiller, „das Schöne an dieser Stadt ist, dass wenn Not am Mann ist, alle da sind.“

Und tatsächlich: Innerhalb von zwei Tagen haben freiwillige Helfer, Feuerwehr, Polizei und Bundeswehr entlang der Elbe die Deiche mit Sandsäcken so verstärkt, dass das Wasser theoretisch bis auf eine Höhe von 8,45 Metern steigen könnte. Das ist nicht mehr das Problem. Gefährlich ist diesmal die Zeit, in der das Wasser auf die Deiche drücken wird. Experten rechnen mit mindestens einer Woche, bis der Scheitelpunkt an Wittenberge vorbeigeflossen ist. Genau kann das aber nicht bestimmt werden. Drückt beispielsweise die Nordsee in die Elbe, kann sich der Zeitraum auch deutlich verlängern und der Druck auf die Wälle bleibt bestehen. Die drohen aufzuweichen und könnten dann doch brechen. Was dann passiert, wäre nicht auszudenken.

Wittenberge ist mit fast 18.000 Einwohnern die größte Stadt in der Prignitz. Wie viele Städte im Nordwesten Brandenburgs lebt auch sie vom Tourismus. Schon jetzt macht sich deren Ausbleiben bemerkbar. „In Zahlen ist es noch nicht zu fassen“, so Spiller, „aber der Rückgang an Besuchern seit dem Hochwasser ist deutlich zu spüren.“ Bereits jetzt hat sich die Elbe vor den Toren der Stadt ihren Weg gebahnt. Mehrere Dörfer in der Nähe von Fischbeck in Sachsen-Anhalt mussten evakuiert werden, nachdem auf einer Länge von etwa 100 Metern das Wasser in die Niederungen zwischen Elbe und Havel geflossen ist.

„Allet wird jut“

Am Sonntag wurden auch die Polder an der Havel geflutet. Stück für Stück hat man in Quitzöbel (Sachsen-Anhalt) an der Landesgrenze die Wehre ähnlich wie Garagentore heruntergelassen. Dadurch fließt das Wasser der Elbe in die Havel, sagte Kurt Augustin, Abteilungsleiter Wasser beim Landesumweltministerium. Das komplette Herunterlassen der Tore ist seit Montagnachmittag abgeschlossen. Jetzt schießen pro Sekunde rund 300 Kubikmeter Elbewasser in die Havel und die angrenzenden Polderflächen.

Mit der Flutung soll der auf Wittenberge zurollende Hochwasserscheitel gekappt werden. Am Dienstag werden am Pegel Wittenberge 8,10 Meter erwartet. Zuletzt war das Wehr in Quitzöbel beim Hochwasser 2002 geöffnet worden. Bei sinkendem Pegelstand wird der Vorgang wieder rückgängig gemacht: das Wasser wird aus der Havel in die Elbe zurückgeleitet. Doch jetzt droht erst einmal dem westlichen Havelland Unbill. Grund sei eine mögliche Gefährdung des Gebietes trotz geöffneter Polder durch unsichere Elbdeiche, betonte Landrat Burkhard Schröder.

Auch die Gefahr für Wittenberge ist wie gesagt noch nicht gebannt. Doch die Stadt ist hochwassergeprüft. In der Chronik steht zu lesen, dass bereits im Jahr 1888 ein Pegelstand von 7,41 Metern erreicht wurde. „Bis jetzt hat man hier alle Hochwasser überstanden“, so Diete und drückt mir ein Rezept in die Hand. „Dit hab ick schon für Brad Pitt, Angelina Jolie und Bridney Spears jemacht. Und wenn es mal schlecht jeht, hält man es einfach in den Himmel und allet wird jut!“ Sie wollen wissen, was es ist? Frische Erdbeeren in Senfsoße mit einer Kugel Vanilleeis.

Quelle: n-tv.de

Das Hochwasser macht Merkels Sieg strahlend

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Von Hubertus Volmer

Die Flutkatastrophe an Donau und Elbe hat die Bundestagswahl entschieden: Sie gibt Kanzlerin Merkel die Gelegenheit, sich so zu zeigen, wie der Wähler sie mag – authentisch. „Euro Hawk“-Affäre, die Untätigkeit der Koalition? Egal.

Gut 100 Tage vor der Bundestagswahl ist die Sache gelaufen. Wenn nicht ein Wunder geschieht, bleibt Angela Merkel Bundeskanzlerin. Wahrscheinlich sogar in ihrer „Wunschkoalition“: Trotz der 4 Prozent, die den Liberalen von den meisten Umfrageinstituten zugesprochen werden, wird wohl auch die FDP am Wahltag Grund zum Jubeln haben.

„Bundesweit wird mindestens eine 8 vor dem Komma stehen“, sagte FDP-Präsidiumsmitglied Wolfgang Kubicki kürzlich n-tv.de. Das ist durchaus plausibel – zuletzt zeigte die Niedersachsen-Wahl, dass es genug Wähler gibt, um der FDP auf den letzten Metern über die Fünf-Prozent-Hürde zu helfen.

Anders als vor elf Jahren, als die „Jahrhundertflut“ für die SPD die Wende brachte, war diese Bundestagswahl schon vor dem Hochwasser nicht mehr offen. Zu groß ist der Abstand zwischen Union und SPD, zwischen Merkel und SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück in allen Umfragen. Im direkten Vergleich würden sich selbst 24 Prozent der SPD-Anhänger für Merkel entscheiden, ergab der „Stern“-RTL-Wahltrend der vergangenen Woche, nur 60 Prozent für Steinbrück. Zum Vergleich: Unter den Unionsanhängern kommt Merkel auf 94 Prozent.

Noch immer ist Merkel der Anti-Schröder

Diese Zahlen, und nicht die „Euro Hawk“-Affäre, die Euro-Rettung oder die Angst vor steigenden Mieten, bestimmen den Ausgang der Wahl. Der durchschnittliche Wähler vergleicht nicht Wahlprogramme, sondern wählt nach Gefühl. Die zentrale Frage, die sich Herr und Frau Mustermann vor dem Gang in die Wahlkabine stellen, lautet: Wem kann ich glauben, dass meine Zukunft bei ihm oder ihr in guten Händen ist?

Die Umfragen zeigen, dass die weitaus meisten Wähler auf diese Frage eine klare Antwort haben. Bis heute profitiert Merkel davon, dass sie ein Gegenentwurf ist. In der CDU war sie zunächst ein Gegenentwurf zum autoritären und altmodischen Helmut Kohl, als Kanzlerin ist sie das Gegenmodell zu Gerhard Schröder, der zwar moderner auftrat, aber stärker noch als sein Vorgänger einen Hang zum „Machtwort“ hatte.

Beide, Kohl und Schröder, setzten sich als „Macher“ in Szene. Beim einen funktionierte das, bis er zu skandalbeladen und wohl auch zu alt war, um als solcher noch glaubhaft zu sein. Beim anderen war früher Schluss, die Machtworte hatten sich verbraucht. Sowohl Kohl als auch Schröder hatten ein intensives Verhältnis zur Macht. Sie fühlten sich wohl in ihrer Macht, sie ließen andere ihre Macht spüren. „Mich hat Macht immer sehr interessiert, aber nicht um ihrer selbst willen“, sagte Schröder im vergangenen Dezember der „Bild“-Zeitung, und so ähnlich würde Kohl das wohl auch formulieren. Die Kehrseite dieser Medaille waren ihre gönnerhaften Posen. „Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter“, hieß das bei Kohl. „Hol mir mal ’ne Flasche Bier“, bei Schröder.

„Seit vier Jahren macht Merkel Als-Ob-Politik“

Und Merkel? Kaum jemand käme auf die Idee, dass Macht sie schon immer interessiert haben könnte. Als die SPD noch mit Merkel regierte, warfen die Sozialdemokraten ihr beständig Führungsschwäche vor. Das ist so sinnvoll, wie dem Wasser vorzuwerfen, dass es fließt. Merkel ist eine Präsidialkanzlerin, die Festlegungen vermeidet. Sie lässt sich treiben und treibt die SPD damit auf die Palme. „Frau Merkel macht seit vier Jahren eine Als-Ob-Politik“, sagte SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier dem „Handelsblatt“. „Sie freut sich lauthals über gute Wirtschaftsdaten, zu denen diese Koalition nichts beigetragen hat. Sie tut so, als wolle sie etwas für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf tun. Stattdessen führt die schwarz-gelbe Koalition eine Betreuungsprämie ein, damit Kinder und Eltern zu Hause bleiben.“

So klingt ohnmächtige Wut. Steinmeier ärgert sich über Merkels „politische Produktpiraterie ohne Inhalt“, doch eine Antwort fällt der SPD nicht ein. Die Betreuungsprämie mag ein familienpolitischer Rückschritt gewesen sein, auch haushaltspolitisch höchst fragwürdig in Zeiten knapper Kassen. Doch sie ist eben auch ein Signal an die konservativen Wähler von CDU und CSU: Seht her, wir mögen die Kita-Platz-Garantie und das Elterngeld eingeführt haben, aber vergessen haben wir euch nicht.

Die Merkel-CDU lässt sich treiben

Merkels Volkspartei hat nicht den Anspruch zu führen. Ob Kinderbetreuung, Mindestrente, Abschaffung der Wehrpflicht oder Ausstieg aus der Atomkraft: Die CDU lässt sich lieber treiben. Bei keinem Thema fällt das so deutlich auf wie bei der Gleichstellung der Homo-Ehe, wo die Union die Unterwerfung unter das Bundesverfassungsgericht zum Programm erhoben hat und sich weder dazu durchringen kann, die Exklusivität der Hetero-Ehe zu verteidigen, noch dazu, die Homo-Ehe als konservative Art der Partnerschaft zu akzeptieren. Beides wäre möglich, doch beides würde eben auch Wähler verschrecken.

Nun hat die Flutkatastrophe die Wahl endgültig entschieden. Nicht weil die Menschen in schweren Zeiten ihrer Regierung vertrauen wollen. Regiert wird ohnehin nicht mehr, die Koalition verwaltet nur noch ihr Nichtstun. Entschieden ist die Wahl, weil das Hochwasser Merkel die Gelegenheit gibt, sich als Mensch zu zeigen. Denn natürlich muss sie als Kanzlerin die Hochwassergebiete besuchen. Sie bereist Bayern, Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und jetzt auch Brandenburg. Niedersachsen dürfte die nächste Station sein, wenn die Deiche nördlich von Hitzacker überspült werden sollten. Steinbrück will erst ins Hochwassergebiet reisen, wenn die Flut vorbei ist, und wahrscheinlich ist das die weniger falsche von zwei möglichen Fehlentscheidungen.

„Die Kanzlerin rührt jetzt im Kochtopf“

Ausgerechnet Merkel, die wegen ihrer leicht linkischen Motorik lange verspottet wurde, ausgerechnet diese unscheinbare Frau aus dem Osten, diese Physikerin ohne parteiinterne Hausmacht – ausgerechnet diese Frau überzeugt durch die Art, wie sie auftritt. Merkel hat, was in der Medien-Demokratie Gold wert ist: Sie wirkt authentisch. Ob sie gelegentlich vergessen könne, dass sie Bundeskanzlerin ist, wurde sie Anfang Mai bei einer Podiumsdiskussion der Frauenzeitschrift „Brigitte“ gefragt. Ihre Antwort brachte ihr einen von vielen Lachern des Abends ein: „Wenn ich im Kochtopf rühre, sage ich ja nicht, die Kanzlerin rührt jetzt im Kochtopf.“

Merkel kommt an, weil sie nicht eitel, sondern selbstironisch ist – und damit noch immer eine Wohltat im Vergleich zu Alphamännchen wie Kohl, Schröder und Steinbrück. Die erstgenannten versuchten, der eine mit weniger, der andere mit mehr Erfolg, sich in den Hochwassern von 1997 und 2002 als starke Anführer zu präsentieren. Auch Merkel ließ sich zu peinlichen Sandsack-Fotos verleiten, auch sie stellt Geld in Aussicht. Doch in erster Linie führt sie normale Gespräche mit normalen Leuten. „Eine sehr nette Frau, sehr bodenständig“, sagt eine junge Soldatin, nachdem die Kanzlerin sich an der Goitzsche in Bitterfeld hat sehen lassen. „Komplett voll in Ordnung die Frau.“ Ob Merkels Euro-Politik Europa am Ende retten oder in den Untergang stürzen wird, spielt in diesem Urteil keine Rolle. Die Flut von 2002 machte aus einem Verlierer einen Gewinner. 2013 wird das Hochwasser aus einer Siegerin eine strahlende Siegerin machen.

Quelle: n-tv.de

Brandenburgs stille Helfer

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Gerald Prinzhorn aus Wittenberge hat die Hochwasserkatastrophe in Brandenburg im Fernsehen mitverfolgt. Ende dieser Woche will der Geschäftsführer des österreichischen Dämmstoffherstellers Austrotherm Richtfest für ein neues Werk in Wittenberge (Prignitz) feiern. Kann man feiern, wenn eine ganz Region gegen die Fluten kämpft? Man kann, man muss sogar, entschieden die Österreicher. Doch wie könnte man helfen? Sand und Säcke gibt es genug, freiwillige Helfer auch. Aber beim Verteilen der kostbaren Fracht gab es Engpässe. 2000 Paletten im Wert von 15 000 Euro spendeten die Österrreicher der Stadt Wittenberge, damit die Sandsäcke dort ankommen, wo sie benötigt werden.

Wer am melonengelben Eiswagen von Christian Klatt aus Kyritz ein Eis schleckt, tut ab sofort nicht mehr nur sich oder dem Portemonnaie dieses Unternehmers etwas Gutes: Ein Viertel vom Preis einer jeden verkauften Kugel will Klatt den Flutopfern über Hilfsorganisationen in den Landkreisen Prignitz und Ostprignitz-Ruppin spenden. „Ich möchte besonders für regionale Spendenbereitschaft ein Zeichen setzen und auch andere Unternehmer dazu motivieren“, sagt der 26-jährige Event-Gastronom aus Kyritz. Sobald es ihm erlaubt wird, will er seine zehn täglich wechselnden Eissorten bis an die Sandsack-Front bringen. Denn das haben die verdient

54 Bewohner eines Altenheims in Bernburg an der Saale fanden im neuen Seniorenheim Fontanehof in Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) Asyl. Dieses neue Pflegeheim ist noch nicht voll belegt, sodass die Bernburger sozusagen ins gemachte Nest umziehen konnten. Sie wurden begleitet von etwa 20 Helfern – unter ihnen Eileen Schultes, die sich freut, weiter für Senioren wie Richard Lutz da sein zu können. Das Bernburger Heim liegt auf einer Halbinsel und wurde rasch von den steigenden Fluten der Saale erreicht und musste evakuiert werden. In Ludwigsfelde kümmert sich nun auch der städtische Seniorenbeirat um die Neuankömmlinge

Die letzten Nächte waren kurz für Sabine Schneider, Ortsvorsteherin und Pferdewirtin in Felgentreu (Teltow-Fläming). Ihrer Initiative ist es zu verdanken, dass 57 Pferde aus dem Kreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt vor dem Hochwasser gerettet und in ihrer Gemeinde Nuthe-Urstromtal aufgenommen wurden. Die letzten Vierbeiner trafen gestern früh um 3.30 Uhr in Felgentreu ein. Schneider ist Pferdenärrin, hat selbst einen Warmblüter und eine Traberstute sowie 16 Katzen. „Viele Menschen in den Hochwassergebieten mussten ihre Häuser verlassen und sind verzweifelt, aber auch ihre Tiere müssen gerettet werden“, sagt die 44-Jährige und startete eine beispiellose Aktion.

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12530924/62249/Brandenburgs-stille-Helfer-die-MAZ-stellt-vier-vor.html

 

Es gibt Ämter, von deren Existenz wohl die wenigstens etwas wissen. So zum Beispiel das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK). Dessen Präsident, Christoph Unger, besucht am Mittwoch, die vom Hochwasser betroffenen Gebiete.

Um sich nun noch einmal persönlich über einen eventuellen Unterstützungsbedarf zu informieren, möchte Präsident Unger sich ein eigenes Bild von der Hochwassersituation machen. Er wird ab 09:30 Uhr im Behördenzentrum der Polizeidirektion Lüneburg sein. Dort nimmt er an einem nicht öffentlichen Lagevortrag teil.

Anschließend begibt er sich in den Landkreis Lüchow-Dannenberg.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/katastrophenbekaempfungs-chef-besucht-luechow-dannenberg-44526

Hessen verspricht Unterstützung

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Hessen wird den vom Hochwasser betroffenen Bundesländern beim Wiederaufbau finanziell unter die Arme greifen. Das sagte Ministerpräsident Volker Bouffier am Abend beim Jahresfest in der hessischen Landesvertretung in Berlin. „Das kann kein Land alleine schultern, das ist eine nationale Aufgabe“, erklärte Bouffier. Wenn Bund und Länder wie beim Hochwasser 2002 gemeinsam einen milliardenschweren Hilfsfonds gründen, werde Hessen sich beteiligen. Der Bund als kreditwürdigster Schuldner sollte die benötigte Summe aufnehmen, die Länder ihren Anteil an der Rückzahlung leisten. Die Ministerpräsidenten wollen auf ihrer Konferenz am Donnerstag über den Fonds beraten.

http://www.n-tv.de/panorama/Hessen-verspricht-Unterstuetzung-article10747971.html

Hochwasserscheitel im Raum Wittenberge-Dömitz

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Mecklenburg Vorpommern

 

Der Hochwasserscheitel der Elbe bewegt sich laut dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg im Raum Wittenberge-Dömitz. Die Pegelstände im Norden, etwa in Geesthacht Schleswig-Holstein oder Hohnstorf in Niedersachsen bleiben laut dem länderübergreifenden Hochwasserportal sehr hoch. Aber auch weiter südlich, in Sachsen-Anhalt bleibt demnach in Tangermünde, Niegripp, Barby und Aken an der Elbe sowie Oberthau an der Weißen Elster die Meldestufe vier bestehen. In Bayern steigen die Pegel im Donaugebiet wieder an. In vier Landkreisen wird die Meldestufe drei erreicht.

 

http://www.n-tv.de/panorama/Hessen-verspricht-Unterstuetzung-article10747971.html

Pegel in Dömitz steigt nicht mehr

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Mecklenburg Vorpommern

 

In Mecklenburg-Vorpommern ist offenbar der Scheitelpunkt des Hochwassers erreicht. In Dömitz steige der Pegel nicht mehr an und in Boizenburg habe sich der Pegelanstieg stark verlangsamt, teilte das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg mit. In den kommenden Tagen werde erwartet, dass das Wasser absinkt. Die Alarmstufe vier werde aber erst Ende dieser oder Anfang nächster Woche erreicht.

 

http://www.n-tv.de/panorama/Hessen-verspricht-Unterstuetzung-article10747971.html

Wasser, Wasser, Wasser

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Seit Tagen beherrschen die Bilder von dem dramatischen Hochwasser in Süddeutschland und entlang der Elbe die Bilder der Zeitungen und Nachrichtensendungen. Unvorstellbar, dass das Wasser der Flüsse bis in den zweiten Stock der Wohnhäuser steigen konnte. Schuld ist vor allem der viele Regen im Mai. Überall füllen freiwillige Helfer Sandsäcke um das Wasser aufzuhalten, werden Keller leergepumpt und alles, was nass geworden und nicht kaputt ist, getrocknet. Für uns, die wir (noch) im Trockenen sitzen, eine schreckliche Vorstellung.

Denkt Euch mal wie das wäre, wenn Euer ganzes Zimmer unter Wasser stünde? Wennn jedes Buch, das Bett, der Schrank, die Klamotten, einfach alles klitschnass wäre. Da wollen viele helfen. Doch ganz so einfach ist das nicht, vor allem nicht für Kinder. Natürlich könnt Ihr Eure Eltern bitten zu spenden. Aber in vielen Familien wird gerade eifrig gespart, damit genug Geld für die Sommerferien da ist. Kleinspenden helfen auch. Bei vielen Einzelhändlern könnt Ihr jetzt Eure Summe, die Ihr bezahlen müsst, zugunsten der Flutopfer aufrunden. Wenn Ihr also für Zahnpaste und Zahncreme 2,45 Euro bezahlen sollt und auf 3 Euro aufrundet, habt Ihr 55 Cent für die Flutopfer gespendet – der Betrag wird als Spende auf dem Kassenbon ausgewiesen. KinderZEIT meint: Super Aktion!

http://blog.zeit.de/kinderzeit/2013/06/11/wasser-wasser-wasser_14167

 

 

Sirenen heulten vor kurzem in einigen Orten im Nordkreis. Wie die Kreisverwaltung auf Anfrage mitteilte, galt der Alarm mehreren Feuerwehren, die im Bereich Wussegel/Strachauer Rad eingesetzt werden.

Unter Anleitung eines Fachberaters des Technischen Hilfswerks, so der Landkreis, werden sie die Sandsäcke von der Deichkrone an den Deichfuß verlegen, um die Krone zu entlasten. Ab dem frühen Mittwochmorgen ist zudem geplant, die Straße mit Baustahlgittermatten und palettierten Sandsäcken zu beschweren.

In Gartow sollen durch Erdaufschüttungen natürliche Höhen vorsorglich miteinander verbunden werden, um im Bedarfsfall weiteren Schutz zu bieten. Wie Samtgemeinde-Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Schröder informierte, ist die hierfür notwendige Trasse heute im Laufe des Tages vermessen und ausgesteckt worden.

Die Fahrzeuge zur Aufschüttung der Erde stehen bereits seit dem frühen Abend bereit. Auch hier steht eine Nachtschicht an, denn die Arbeiten sollen bis zum frühen Mittwochmorgen abgeschlossen sein.

Das Gesundheitsamt Uelzen – Lüchow-Dannenberg hat ein Merkblatt erstellt, das über Hygienemaßnahmen für Personen in Hochwassergebieten informiert. Es wird in Kürze unter www.luechow-dannenberg.de zum Herunterladen zur Verfügung stehen. In Lüchow-Dannenberg ist der Hochwasser-Scheitelwert inzwischen überall eingetreten. In Schnackenburg besteht er seit 43 Stunden und wird dort noch einige Stunden andauern.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/sirenen-heulten-einsatz-am-deich-saecke-werden-13719

Katastrophenalarm an der Mulde aufgehoben

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

 

Eine positive Nachricht für Bad Düben in Nordsachsen: Im Bereich der Mulde wurde der Katastrophenalarm aufgehoben, berichteten der Landkreis Nordsachsen. Für das gesamte Gebiet der Elbe bleibe er aber weiterhin bestehen. Auch im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt galt ab 18.30 Uhr kein Katastrophenfall mehr, wie die Mitteldeutsche Zeitung auf Twitter berichtete. Laut dem Landkreis Wittenberg war am Morgen die Alarmstufe 4 an der Elbe aufgehoben worden.

 

http://www.n-tv.de/panorama/Hessen-verspricht-Unterstuetzung-article10747971.html

Rösler befürwortet Bund-Länder-Hilfsfonds

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Kurz vor dem Flut-Gipfel im Kanzleramt hat sich Wirtschaftsminister Philipp Rösler für einen Bund-Länder-Hilfsfonds ausgesprochen. Dieses Mittel habe sich schon nach dem Hochwasser 2002 bewährt, sagte der FDP-Vorsitzende im RBB. An der damaligen Höhe der Mittel orientiere sich das Volumen des Fonds, verlautete aus Koalitionskreisen. Darauf hätten sich die beteiligten Ministerien verständigt. Die genaue Ausgestaltung stehe noch nicht fest, es werde aber einen Nachtragshaushalt geben. Mehrere Länder zeigten sich zur Unterstützung bereit, nahmen aber auch den Bund in die Pflicht. In der Unionsfraktion sagte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich nach Angaben von Teilnehmern, der Bund wolle die Hälfte der Kosten übernehmen, die Länder die andere.

 

http://www.n-tv.de/panorama/Hessen-verspricht-Unterstuetzung-article10747971.html

Ist das Schlimmste vorbei?

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Hitzacker

Seit über 24 Stunden steigt das Hochwasser in Hitzacker nicht mehr. Eine Bedrohung gibt es dennoch: “Bei diesem Wasserdruck werden einige Deiche bis zum Wochenende durchweichen“, befürchtet Landrat Schulz aus Lüchow-Dannenberg. Falls Deiche aufgeweicht werden, steht Hilfe bereit: 3500 Helfer sind da. Und noch 330.000 Sandsäcke Reserve.

http://www.haz.de/Nachrichten/Panorama/Uebersicht/Hochwasserwelle-rollt-weiter-nach-Norden

NLWKN: Scheitelwert ist auch in Dömitz erreicht

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Mecklenburg Vorpommern

 

 

Wie der NLWKN am Dienstag Nachmittag mitteilt, hat sich an den Pegeln Schnackenburg, Lenzen, Hitzacker und Dömitz der Scheitelwert eingestellt, der sich in den nächsten Tagen voraussichtlich auf einem hohem Niveau halten wird. Der Hochwasserscheitel befindet sich zwischen Wittenberge und Dömitz. Das Wehr Neuwerben wurde am 10.6.13 abends aufgrund des Deichbruchs in Fischbeck wieder geschlossen, um eine zusätzliche Gefährdung Havelbergs zu vermeiden.

Die Tendenz einer Überschreitung von fast 50 cm über dem bisher höchsten gemessenen Wasserständen an den Pegeln Schnackenburg bis Dömitz wird sich voraussichtlich auch an den unterhalb gelegenen Pegeln in etwa in dieser Größenordnung fortsetzen. Ebenfalls muss an den unterhalb gelegenen Pegeln auch mit einer Verweildauer des Wasserstandes auf einem hohem Niveau über mehrere Tage gerechnet werden.

Im Rahmen des Gewässerkundlichen Landesdienstes nimmt der NLWKN derzeit regelmäßig Proben des Elbewassers und untersucht sie in eigenen Laboren oder im Labor der Umweltbehörde Hamburg.

Die bisherigen Befunde bis zum 9. Juni geben keinen Hinweis auf zusätzliche Keimbelastungen durch das Hochwasser. Auch kritische Schwermetallbelastungen sind bis zum 10. Juni nicht verzeichnet worden.

Die Trübung des Wassers geht seit Montag zurück, was gemäß der Erfahrungen ein Zeichen dafür ist, dass der Scheitel erreicht ist. Der NLWKN Lüneburg beobachtet die Entwicklung der Wasserstände und wird über die weitere Entwicklung des Hochwassers informiere n.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/nlwkn-scheitelwert-ist-auch-in-doemitz-erreicht-24178

Diagnose Hochwasserdemenz

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Kurz nach einer Flutkatastrophe befürworten viele Flutgeschädigte den Hochwasserschutz. Später sind sie wieder dagegen. Dabei gibt es einfache Lösungen

Irgendwann hatte Bodo Pietsch genug davon: Er wollte nicht tatenlos zuzusehen, wie die Pläne für den  Hochwasserschutz immer weiter schrumpften. Nach dem Jahrhunderthochwasser 2002 kündigte der Freistaat Sachsen an, für den Hochwasserschutz 150 Hektar Wald aufzuforsten. „Und dann blieben gerade mal 4,5 Hektar übrig“, sagt der Förster Pietsch. „Weil es immer wieder Befindlichkeiten von Umweltschutzgruppen, Initiativen oder Einzelpersonen gab.“

Pietsch beschloss, selbst zu handeln. In die Kanalisation seines Grundstücks baute er ein Rückschlagventil an. Fortan verschloss es das unterirdische Rohrnetz, sobald zu viel Wasser darin aufstieg. Kurze Zeit später setzte Pietsch zwei Spundwände auf sein Grundstück im Radebeuler Stadtteil Altkötzschenbroda.

Wie schlau das war, konnte der Sachse gerade wieder deutlich sehen: Während in den vergangenen Tagen bei seinen Nachbarn die Keller vollliefen, blieb bei ihm alles trocken.

Jetzt hofft Pietsch darauf, dass es ihm andere gleichtun. Eigentlich sollte es in seinem Ort längst einen wirksamen Hochwasserschutz geben: Schon vor Jahren reifte der Plan, die hochwassergefährdeten Orte an der Elbe durch Deiche, mobile Schutzanlagen und Spundwände zu schützen. Doch auf Behördenebene gerieten die Vorhaben stets ins Stocken: Anwohner wehren sich dagegen, dass auf ihren Grundstücken Spundwände errichtet werden sollen. Sie blockieren damit die gesetzlich notwendigen Verfahren, ohne die sich Hochwasserschutz nicht in die Praxis umsetzen lässt.

Pietsch hält das für sträflich dumm. „Manche Leute hier glauben immer noch, dass solche Ereignisse Einzelfälle sind“, sagt er. „Das hat mir schon nach 2002 nicht eingeleuchtet und ich bin jetzt auch davon überzeugt, dass uns das wieder passieren wird.“

Jürgen Stamm, Professor für Wasserbau an der Technischen Universität Dresden, wäre vermutlich froh, wären mehr Flussanwohner so einsichtig wie Pietsch. Die Menschen müssten mit den Flüssen leben, nicht gegen sie. Dazu gehöre umzudenken und sich seiner Möglichkeiten bewusst zu werden: „Auch der beste Hochwasserschutz kann die Städte und Dörfer nur sicherer machen“, sagt Stamm. „Ein absoluter Schutz aber ist unmöglich.“

Der technische Hochwasserschutz ist eine der Möglichkeiten, das Wasser zu bremsen. Regelmäßig gerät er aber in Verruf: Nach Flutkatastrophen sind laute Klagen zu hören, die Städtebauer nähmen den Flüssen den nötigen Raum. Auch Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) schwor 2005, man werde beim Hochwasserschutz künftig vor allem auf naturnahe Methoden setzen: Uferschutz durch lebende Materialien wie Bäume, Sträucher und Grasflächen etwa.

Dem Experten ist dies alles zu einfach gedacht. Technischer Schutz sei nicht automatisch schlecht und naturnaher Schutz nicht automatisch gut, sagt Stamm. „Wir brauchen das komplette Set aus Talsperren, Poldern, mobilen Anlagen und Deichrückverlegungen.“ Technischer und naturnaher Hochwasserschutz dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern müssten einander ergänzen. 

Sachliche Debatten darüber hat Stamm selten erlebt. „Das Begradigen von Flüssen ist immer negativ besetzt“, sagt er. „Da heißt es schnell, wir würden immer wieder Flüsse einbetonieren. Aber das stimmt nicht“, sagt er. Durch den Flussausbau lasse sich die sogenannte hydraulische Leistungsfähigkeit verbessern. „Nach dem letzten großen Hochwasser hat man etwa die Weißeritz in Dresden ausgebaut  – und dieses Mal ist sie nicht über die Ufer getreten. Der Dresdener Hauptbahnhof blieb trocken.“

Hochwasserdemenz nach mehreren Jahren

Dass der Technik immer wieder so großes Misstrauen entgegenschlage, ärgert Stamm: „Da wird das Ingenieurwesen regelmäßig verunglimpft“, sagt er und erinnert an bewährte Bauwerke wie den künstlich angelegten Sylvensteinspeicher in Bayern. Gebe es den nicht, „würde die Isar jetzt auf dem Münchner Marienplatz stehen“.

Doch Stamm weiß inzwischen auch: Kurz nach einem folgenschweren Hochwasser sehen die meisten Menschen die Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen ein. Vergeht aber einige Zeit, verblassen die Erinnerungen. Hochwasserdemenz nennt der Professor das.

Flussanlieger Pietsch kann die Klagen des Wissenschaftlers nachvollziehen. Denn die Demenz zeigt sich auch in seiner Nachbarschaft: Ein dort neu errichtetes Haus stehe jetzt bis unters Dach unter Wasser, sagt er. „Da fasst man sich doch an den Kopf: Wer genehmigt denn ein Haus in der Flutrinne? Und wer zum Teufel baut da?“

Dass Politiker mehrere Lager inzwischen angekündigt haben, für den Hochwasserschutz künftig die  Einspruchsmöglichkeiten der Bürger zu beschneiden, findet seine volle Zustimmung. „Da muss jetzt endlich was passieren“, sagt Pietsch. Wie es geht – und funktioniert – können sich die Planer ja gelegentlich in seinem Garten anschauen.

Quelle ZEIT ONLINE

 

Kann sich Deutschland künftig effektiv vor Hochwasser-Katastrophen schützen? Ideen gibt es genug: Schon an der Quelle, sagen Wissenschaftler, könnte man Fluten stoppen.

Immerhin, diesmal kam die Hochwasser-Warnung rechtzeitig: Im Gegensatz zu 2002, als viele Orte von den Fluten überrascht wurden, konnten sich die Menschen 2013 vorbereiten, weil die Wetterdienste weit im Voraus gefährliche Regenmengen vorhergesagt hatten.

Dennoch sind die Schäden auch diesmal gewaltig – und die Frage, wie sich „Jahrhundertfluten“ künftig endlich vermeiden lassen, ist angesichts des Ausmaßes des Hochwassers dringender denn je.

Fluten an der Quelle stoppen

Dazu verfolgen Ingenieure eine raffinierte Idee: Sie wollen die Wassermassen bereits dort stoppen, wo sie entspringen – im Gebirge. In den Bergen stauen sich Wolkentürme, dort fällt der meiste Regen. Das Hochland werde bei der Planung zu wenig berücksichtigt, sagt der Hydrologe Achim Schulte von der Freien Universität Berlin.

Künstliche Becken könnten im Ernstfall das Wasser eine Zeitlang zurückhalten. Zusammen mit seinem Kollegen Christian Reinhardt und anderen Forschern der Freien Universität Berlin hat Schulte den Effekt kleinerer Rückhaltebecken im Erzgebirge durchgerechnet: Hochwasserwellen dortiger Flüsse könnten um bis zu 40 Prozent verkleinert werden, das zeigten ihre Computersimulationen.

In der Ortschaft Rübenau im Erzgebirge etwa richtete die Flut von 2002 einen Millionenschaden an. Würde der Rübenauer Bach aber in einem Rohr durch eine Mauer geleitet, könnte das Überlaufen verhindert werden: Wasser, das nicht mehr durch das Rohr passt, strömt an der Mauer in ein Rückhaltebecken. Orte an kleineren Strömen könnten auf diese Weise vor dem Schlimmsten bewahrt werden, sagt Schulte.

Sylvensteinspeicher bewahrt Münchens Innenstadt vor Fluten

Das Problem seien die langen Genehmigungsverfahren. Für Behörden ist es meist einfacher, eine größere Schutzmaßnahme an einem breiten Fluss zu planen als viele kleine. Und Anwohner und Landwirte reagieren oftmals skeptisch auf die Idee eines künstlichen Beckens in der Natur.

Immerhin gebe es Fortschritte, berichtet der Hydrologe Andreas Schumann von der Universität Bochum. An der Freiberger Mulde in Sachsen und an der Chemnitz seien Rückhaltebecken in Planung. Einsprüche von Bürgern verzögerten jedoch den Bau. Dabei sollen die Becken die Wellenscheitel im Ernstfall um knapp ein Drittel verkleinern. Ganz einfach sei die Steuerung der Anlagen allerdings nicht, erläutert Schumann. „Man sollte den Höhepunkt des Hochwassers abfangen und das Becken nicht vorher schon gefüllt haben.“

In den Niederungen bewahren Rückhaltebecken Großstädte seit Jahrzehnten vor Flutwellen. Ohne den Sylvensteinspeicher, der 124 Milliarden Liter Wasser stauen kann, hätte die Isar in den vergangenen Tagen Münchens Innenstadt mitsamt U-Bahnen geflutet. Je mehr Nebenflüsse sich aber vereinigen, desto schwächer wirke der Effekt der Rückhaltebecken. Für die großen Ströme wie Elbe, Rhein und Donau bedarf es also anderer Lösungen.

Deichbau am Limit

Wie wichtig stabile Deiche sind, zeigt sich vor allem am Rhein, der von diesem Hochwasser nicht so stark betroffen ist. Am Niederrhein etwa lässt Bergbau den Boden weiträumig einsinken – bei Hochwasser stünden manche Orte zwölf Meter unter Wasser. „Ein Deichbruch in der Region könnte 1,2 Millionen Menschen betreffen“, sagt Schumann.

Nach dem Elbe-Hochwasser 2002 wurde festgestellt, dass zwei Drittel der Deiche nicht dem Sicherheitsstandard entsprachen. Die erfolgreichen Renovierungen der vergangenen Jahre verlagerten den Wasserdruck stromabwärts: Magdeburg wurde nun so hoch geflutet, weil die Deiche im Oberlauf diesmal standhielten.

Doch die Deicherhöhungen sind an der Grenze. „Für jeden Meter, den man nach oben baut, braucht man drei Meter in die Breite“, sagt Bernd Ettmer, Wasserbau-Experte an der Hochschule Magdeburg-Stendal.

Freiheit für Flüsse

Der Hauptgrund für Hochwasser-Katastrophen ist der Drang des Menschen an die Flussufer. Um Siedlungen zu schützen, wurden die Flüsse eingezwängt. „Weniger als 20 Prozent ihrer natürlichen Überschwemmungsgebiete stehen Flüssen noch zur Verfügung“, sagt der Biologe Thomas Paulus von der Stiftung Living Rivers. Die Elbe habe gar fast 90 Prozent ihrer natürlichen Flutungsflächen verloren, ergänzt Roland Gramling vom Umweltverein WWF.

Deiche und Begradigungen kanalisieren die Ströme, wo sie früher ihr Hochwasser über Felder in die Landschaft gespült hätten. „Es wäre nötig, Polder zu errichten, also flache, weiträumige Gelände, die bei Hochwasser geflutet werden können“, sagt Paulus. „Doch keiner will sein Land verkaufen“, erläutert der Umweltexperte. Einen Polder einzurichten, bedeutet jahrelangen Rechtsstreit.

Angesichts der aktuellen Katastrophe droht der bayerische Ministerpräsident Seehofer Landwirten, die sich dem Hochwasserschutz widersetzen, mit Enteignung. „Wenigstens die Ausweisung von Neubaugebieten in Überschwemmungsgebieten sollte wie in Frankreich auch in Deutschland flächenhaft verboten werden“, sagt Karl Wantzen von der Université François Rabelais im französischen Tours.

Breitere Flüsse verändern jedoch die Landschaft: Der Grundwasserspiegel hebt sich durch Wasserstau im Untergrund. Benachbarte Orte müssten das Risiko abwägen, sagt Hydrologe Schumann.

Liebe dein nächstes Bundesland

Doch es gibt auch Fortschritte: An vier Orten entlang der Elbe, etwa im brandenburgischen Lenzen, wurden die Deiche zurückverlagert; nun hat die Flut mehr Platz. Bei Lödderitz in Sachsen-Anhalt wird derzeit ein sechs Quadratkilometer großes Flutungsareal geschaffen – ganz in der Nähe gab es am Sonntag einen dramatischen Deichbruch. Die Wirkung der bislang geplanten 13 neuen Polder an der Elbe werde jedoch stark begrenzt sein, meint Gramling: „Alle geplanten und durchgeführten Deichrückverlegungen an der Elbe machen zusammen nur ein Prozent der einstigen Überflutungsflächen aus.“

Das Hauptproblem beim Hochwasserschutz ist, dass seine Ursache oft nicht im eigenen Hoheitsgebiet liegt: Im Oberlauf müssen Polder entstehen, um Hochwasser im Unterlauf zu entschärfen. Rückhaltebecken in der Schweiz und Flutungsflächen in Baden etwa sorgen am Rhein dafür, dass Hochwasser in Köln kleiner sind. An der Elbe müsse nicht nur die Zusammenarbeit der Bundesländer verbessert werden. Auch Tschechien sei gefragt. Deutschland hingegen stehe bei der Donau gegenüber Österreich und Ungarn in der Verantwortung.

Gefährliche Flaute nach der Flut

„Wir müssen den Flüssen ihren Raum lassen“, mahnte Kanzler Helmut Kohl nach der Oderflut von 1997. Sein Nachfolger Gerhard Schröder äußerte sich ähnlich nach der Elbeflut 2002. Die politische Aktivität lässt nach einer Hochwasser-Katastrophe jedoch schnell nach. Land für Flüsse freizuschlagen, ist keine Aufgabe, die Popularität verspricht; Katastrophen geraten schnell in Vergessenheit.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/elbe-hochwasser-schutz-durch-polder-und-deiche-a-904894.html

Bundeswehr im Flut-Einsatz: Operation Sandsack

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

 

Es ist der größte humanitäre Einsatz der Bundeswehr innerhalb Deutschlands: Bis zu 19.000 Soldaten helfen beim Kampf gegen das Hochwasser. Zuweilen ist diese Militärpräsenz gespenstisch – doch die Leute in den Flutgebieten haben ihre Armee schätzen gelernt.

Es fällt leicht, bei einer Fahrt durch Sachsen-Anhalt an ein Kriegsgebiet zu denken. An den Ortseingängen haben sie die Sandsäcke zu kleinen Mauern aufgeschichtet, wie Stellungen im Häuserkampf. Immer wieder brausen Armee-Geländewagen über die schnurgeraden Landstraßen, donnern Konvois aus Lastern, Transportpanzern und Mannschaftsbussen durchs Land. Und dann knattern da, je näher man der Elbe kommt, die Militärhubschrauber am Himmel. Ihr Dröhnen bis tief in die Nacht gehört für die Leute in Stendal, Wittenberge oder Tangermünde längst zum Alltag.

Das ist die andere Seite der Flutkatastrophe dieses Sommers: Natürlich helfen Tausende Freiwillige beim Sandschippen und Säckeschleppen, natürlich arbeiten Feuerwehr, Polizei und Technisches Hilfswerk bis zum Umfallen. Aber es sind eben auch die bis zu 19.000 Soldaten, die sich zu Spitzenzeiten bundesweit an den Hilfsaktionen beteiligen. Nach eigenen Angaben ist es der größte humanitäre Inlandseinsatz in der Geschichte der Bundeswehr. Die Armee, die zuletzt vornehmlich mit dem gescheiterten Drohnenprojekt von sich reden machte, produziert nun positive Schlagzeilen – und erkämpft sich damit die Zuneigung der Leute.

Tatsächlich scheinen die Bewohner Sachsen-Anhalts kein Problem mit der Militärpräsenz vor ihrer Haustür zu haben. Die gemeinsame Arbeit an den Deichen, sie hat die Menschen zusammengeschweißt. „Was wir alleine nicht schaffen, das schaffen wir dann zusammen“, singt Xavier Naidoo in einer schmalzig-schönen Klangcollage, die der örtliche Radiosender SAW regelmäßig spielt: Ergriffen vor Rührung bedanken sich darin von der Flut getroffene Menschen bei den Helfern, gerade bei jenen der Armee. „Danke Bundeswehr!“, solche selbstgemalten Schilder hängen an vielen Stellen entlang der Straßen.

Blechkuchen für die Soldaten

Auf breiter Front durchgesetzt hat sich inzwischen auch die Versorgung der Truppe mit selbstgebackenem Blechkuchen. „Wir waren ja auch erst da, um Sandsäcke zu füllen“, sagt Liane Gieschler aus Iden. „Aber da war es zu voll, da haben wir uns nur die Schippen an den Kopf gehauen.“ Stattdessen hat sie sich das Catering der Soldaten zur Mission gemacht; gemeinsam mit ihrer Tochter ist sie heute auf dem Deich in Osterholz unterwegs: Einige Dutzend Soldaten ackern dort oben in durchgeschwitzten Unterhemden; unter höflichem Gejohle nehmen sie die Kuchenstücke und Kaffee aus Pumpkannen entgegen.

„So ein positives Verhältnis zur Zivilbevölkerung habe ich noch nie erlebt“, sagt Bundeswehrsprecher André Sabzog. „So viel Pizza und Kuchen, wie uns die Leute hier bringen, können wir gar nicht essen.“ Dass die Hochwasserkatastrophe für die Truppe auch eine einmalige Gelegenheit ist, ihr Image aufzupolieren, bestreitet er vehement: „Wir tun hier nicht bewusst etwas, um gut auszusehen“, sagt er. „Wie tun hier was Gutes, und deshalb kommen wir bei den Leuten gut an. So wird ein Schuh draus.“

Doch die enorme Wirkung, die von den Bildern bis zur Erschöpfung arbeitender Soldaten ausgeht, ist in Wahrheit natürlich auch der Armee bewusst. „Eigentlich sollten wir hier ein Karrierecenter aufmachen“, witzelt Holger Peterat, Oberstleutnant und verantwortlich für alle Bundeswehrkräfte am Westufer der Elbe im Landkreis Stendal. „Für die jungen Burschen ist das natürlich toll, was wir hier machen.“ Und dann muss er sich auch schon ins Gras ducken und seine Sonnenbrille festhalten, denn gerade donnert ein mächtiger Transporthubschrauber über die Köpfe der Männer; er soll einen prall mit Sand gefüllten Bigbag an der kritischen Stelle im Deich von Osterholz absetzen.

Ein Riss im Deich

Osterholz, das ist eine winzige Ansiedlung direkt am Elbufer, einige Kilometer nördlich von Stendal: ein verlassener Hof, viel Matsch, dazwischen Wohnhäuser und eine einzige Straße, die „Dorfstraße“ heißt. Im Deich, der hier verläuft, haben sie gestern Nachmittag einen Riss entdeckt. Seitdem fahren die Helfer in Osterholz alles auf, was geht: 500 Soldaten sind vor Ort, dazu 300 Feuerwehrleute und das THW. Endlos stehen an der Zufahrtstraße Feuerwehrfahrzeuge Stoßstange an Stoßstange; matt zerren sich ausgepumpte Helfer die Stiefel von den nassen Strümpfen.

Und alle Minute bollert ein weiterer Hubschrauber mit Sandbeutel am Haken über die Flutwiesen: Die kaputte Stelle im Deich ist über Land kaum noch zu erreichen, deshalb müssen jetzt die Helikopter ran. Bis knapp über die Köpfe der Männer gehen sie runter, viele Meter weit stieben Wassertröpfchen aus der trüben Elbe. Barfuß stehen zwei Soldaten unten an der Basis des Deiches und weisen den Piloten ein, der nach dem Absetzen des tonnenschweren Pakets gleich durchstartet, um neuen Sand zu holen.

Thies Knudsen war bis gestern Leiter der Truppen in Wittenberge, etwas weiter nördlich an der Elbquerung. Weil sein Bataillon abgelöst wurde, ist auch er inzwischen in Osterholz gelandet. „Die waren dort fast traurig, dass wir abgezogen sind“, sagt Knudsen über die Menschen in Wittenberge. „Jeden Tag um die gleiche Uhrzeit kamen zwei Frauen mit Bollerwagen und brachten Kuchen.“ Solche Erfahrungen haben sie fast alle in den Flutgebieten gemacht. Ein Oberleutnant berichtet, in der provisorischen Unterkunft seiner Truppe gebe es täglich ein Abendessen, das die Bevölkerung organisiere: Dinner in der Turnhalle, jeden Tag sei eine andere Straße dran mit Kochen. Abgesprochen werde das wohl über Facebook, schätzt er.

Die Bundeswehr gewinnt die Herzen

Getragen von einer Flutwelle, so scheint es, hat die Armee in Sachsen-Anhalt die Herzen der Leute erkämpft. Da ist es dann auch verschmerzbar, dass man alle paar Kilometer von der Straße runter muss, weil ein Konvoi vorbeirollt. Dass Uniformierte und Panzerwagen zum Straßenbild gehören. Und dass man nachts vom Rotorenlärm nicht schlafen kann.

„Klar, die vielen Hubschrauber machen die Leute ein bisschen verrückt“, sagt Andreas Bethge von der Freiwilligen Feuerwehr in Schwarzholz. Auch er hilft mit, beim Absichern am Deich. „Aber wir kennen das ja schon, vom Hochwasser 2002. Und die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr ist absolut einwandfrei.“ Dann nimmt Bethge seine Frau in den Arm, die er heute zum Einsatz mitgebracht hat. Sie ist im neunten Monat schwanger, mit dickem Babybauch steht sie am Biertisch und verteilt Kuchen, Kaffee, Saft. Verpflegung für die Helfer.

http://www.spiegel.de/panorama/bundeswehr-im-flut-einsatz-a-905183.html

Aufräumarbeiten in Magdeburg

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Madgeburg

 

Wie die Stadtverwaltung am Dienstagnachmittag in Magdeburg informiert, ist die Situation in Magdeburg weiter angespannt – in einigen Gebieten haben aber bereits Aufräumarbeiten begonnen.

 

Demnach ist einerseits die Situation an den Deichen weiterhin stabil, kleinere Schadstellen werden sofort repariert. Im Salzlandkreis gibt es jedoch noch kritische Stellen an Deichen, die sich im Falle der Deiche am Elbpolder, in dem auch die ostelbischen Stadtteile und die Ortschaften Pechau und Randau-Caleneberg liegen, auf Magdeburg auswirken könnten. Deshalb kann noch keine Entwarnung gegeben werden. Die Bewohner dieser Gebiete könnten daher noch nicht in ihre Häuser zurückkehren.

 

Zurückkehren können andererseits die Bewohner aus Rothensee und vom Werder. Die Städtischen Werke (SWM) weisen aber darauf hin, dass die Elektroanlagen von Fachleuten geprüft werden müssen, bevor der Strom wieder angeschaltet werden kann.

Derweil hat auch die Arbeitsgruppe „Hochwassernachsorge Rothensee“ ihre Arbeit aufgenommen. Sie soll die Aufräumarbeiten vor Ort koordiniert. Das Technische Hilfswerk (THW) und die Feuerwehr sind weiterhin vor Ort. Mehrere Pumpen werden installiert, um das Wasser abzupumpen. Die Arbeiten sollen auch in den Nachtstunden fortgesetzt werden.

 

Die Feuerwehr unterstützt dabei auch das Abpumpen des Wassers aus privaten Häusern. „Die Bewohner werden um Eigeninitiative und Geduld gebeten, denn das Abpumpen kann nur in Abhängigkeit vom Rückgang der Wasserstände erfolgen, um Schäden an den Gebäuden zu vermeiden“, informiert die Magdeburger Stadtverwaltung. Die SWM sind vor Ort und entscheiden, wann der Strom wieder zugeschaltet werden kann.

Auch auf dem Werder und in der Bleckenburgstraße wird das Abpumpen des Wassers vorbereitet.

Das Schleinufer in der Altstadt ist wieder frei. Auch die Freigabe des August-Bebel-Dammes wird vorbereitet, derzeit werden die Sandsäcke von der Straße an die Ränder geräumt, danach wird die Straße gereinigt. Die Magdeburger Verkehrsbetriebe MVB richten einen Schienenersatzverkehr nach Rothensee ein. Auch am Knoten Faulmannstraße und in Alt Salbke wird die Beräumung der Sandsäcke vorbereitet, damit die Straßen wieder freigegeben werden können.

Für den Pegel Strombrücke werden prognostiziert: 6,50 Meter am Mittwoch, 6,30 Meter am Donnerstag und 6,10 Meter am Freitag. Am Sonnabend könnte einer vorsichtigen Schätzung zufolge der Wert auf 5,90 Meter fallen.

http://www.volksstimme.de/nachrichten/sonderthemen/flut_2013/1090748_Aufraeumarbeiten-in-Magdeburg.html

 

„Mehrere Tausend Einsatzkräfte der Feuerwehren und Hilfsorganisationen sowie zahlreiche freiwillige Helferinnen und Helfer arbeiten seit Tagen unermüdlich an den Deichstrecken im Landkreis Lüchow-Dannenberg, um die Sicherheit der Bevölkerung vor Ort zu gewährleisten. Die letzten Tage haben eine enorme Solidarität der Menschen untereinander gezeigt. Für Arbeitgeber ist dieser ehrenamtliche Einsatz jedoch oft keine einfache Situation. Sie müssen in ihren Betrieben, Firmen und Unternehmen auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verzichten,“ so Landrat Jürgen Schulz in einer Mitteilung am Dienstag.

Schulz bedankt sich daher ausdrücklich bei den Arbeitgebern für das Verständnis und die Unterstützung bei der Bewältigung des Katastrophenfalles an der Elbe. Er bittet die Arbeitgeber, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in der Feuerwehr oder Hilfsorganisationen engagiert sind, auch weiterhin von der Arbeit freizustellen, damit diese so ausgezeichnet wie bisher helfen können. „Eine Bewältigung dieser Elbeflut wäre ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer nicht möglich“, so Landrat Jürgen Schulz. Arbeitgeber von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern der Feuerwehren und Hilfsorganisationen können nach Beendigung des Katastrophenfalles beim Landkreis Lüchow-Dannenberg einen Antrag auf Erstattung der Lohn- und Gehaltskosten stellen. Nähere Infos gibt es unter Telefon 05841 – 120 309.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/landrat-appelliert-an-arbeitgeber-helfer-bitte-grosszuegig-freistellen-26254

Was Flutgeschädigte jetzt tun müssen

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Entlang der Deiche am Unterlauf der Elbe bangen die Bürger noch, im Osten und Süden Deutschlands räumen sie schon auf. Versichert ist nur eine Minderheit – doch dafür soll es zahlreiche staatliche Hilfen für alle Flutopfer geben.

Hamburg – Erst wenn das Wasser wieder abgeflossen ist und Dreck und Schutt freilegt, können die Hausbesitzer, Firmeninhaber und Landwirte die Flutfolgen bewerten. Die Schadensschätzungen steigen täglich. Am Dienstag legte die Rating-Agentur Fitch den bisher höchsten Wert vor: Der volkswirtschaftliche Schaden dürfte sich demnach auf rund zwölf Milliarden Euro belaufen, die Versicherungsbranche müsse davon voraussichtlich 2,5 bis 3 Milliarden Euro tragen.

Der Anteil der Haushalte, die gegen Hochwasser versichert sind, liegt deutschlandweit nur bei einem Drittel. Besonders schlecht sieht es in den aktuell von der Flut betroffenen Gebieten aus:

  • In Niedersachsen haben nur 13 Prozent der Haushalte eine entsprechende Versicherung,
  • in Bayern sind es 21 Prozent,
  • in Thüringen 40 Prozent,
  • in Sachsen 42 Prozent.

Was aber können und müssen vom Hochwasser Betroffene jetzt tun? Ein Überblick:

Versicherungen

Auf Geld kann nur hoffen, wer eine sogenannte Elementarschadenversicherung abgeschlossen hat – einfache Wohngebäudeversicherungen greifen nur bei Feuer, Hagel, Sturm oder berstenden Wasserleitungen.

Hochwasseropfer müssen sich möglichst bald mit ihrer Versicherung in Verbindung setzen, nur dann kann der entstandene Schaden schnell reguliert werden. Mussten Versicherte ihre Häuser vorübergehend verlassen, reicht nach der Rückkehr eine erste Kontaktaufnahme per Telefon. Die ausführliche Schadensmeldung kann später folgen. Zerstörter Hausrat darf zudem nicht ohne Rücksprache mit dem Versicherer entsorgt werden. Das Unternehmen muss die Möglichkeit zur Begutachtung haben. Der Schaden sollte mit Fotos oder Videos dokumentiert werden. In der Regel werden auch Kosten für das Wegräumen und die Entsorgung beschädigter Gegenstände erstattet.

Mehrere Versicherungsunternehmen haben inzwischen Hotlines für Hochwasseropfer eingerichtet: Auf dieser Internetseite finden Kunden wichtige Nummern und Links der Versicherer.

Staatshilfe und Steuererleichterungen

Die Bundesregierung hat eine Soforthilfe von 100 Millionen Euro angekündigt und eine weitere Aufstockung in Aussicht gestellt. Angedacht ist ein Fluthilfefonds, der von Bund und Ländern gefüllt wird, ähnlich wie nach dem Hochwasser 2002.

Über die staatliche Förderbank KfW sollen Hilfen in Höhe von weiteren 100 Millionen Euro verteilt werden. Beispielsweise wird die KfW Kredite zu Zinssätzen von einem Prozent an betroffene Unternehmen und Kommunen vergeben. Private Hausbesitzer könnten einen Höchstbetrag von 50.000 Euro beantragen.

Bund und Länder haben zudem beschlossen, den Flutopfern mit Steuererleichterungen zu helfen. So können Betroffene die Kosten für die Wiederbeschaffung von Hausrat und Kleidung, die vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind, als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend machen. Die Bundessteuerberaterkammer (BStBK) rät Betroffenen von erheblichen Flutschäden, innerhalb einer Frist von vier Monaten einen Antrag auf Stundung und Anpassung der Vorauszahlung der Einkommen- und Körperschaftsteuer beim Finanzamt zu stellen.

Unternehmen können für ihre Mitarbeiter Kurzarbeitergeld beantragen, wenn sie vom Hochwasser betroffen sind. Voraussetzung ist, dass in dem Betrieb wegen des Hochwassers die Arbeit eingestellt werden muss. Bei Fragen zum Thema Kurzarbeitergeld können Betriebe die bundesweite kostenfreie Servicenummer 0800 455 55 20 anrufen.

Wie die Bundesländer helfen

Auch die Wirtschaftsminister der Länder sprachen sich für schnelle und unbürokratische Hilfen für vom Hochwasser betroffene Betriebe aus – allerdings mit unterschiedlichen Schwerpunkten:

Thüringen: Die Landesregierung in Erfurt hat eine „Hochwasser-Soforthilfe“ beschlossen: Wer Schäden an Häusern und Wohnungen von mindestens 2000 Euro hat, erhält 400 Euro Soforthilfe pro Erwachsenem und 250 Euro pro Kind, maximal 2000 Euro pro Haushalt. Allerdings gelten dafür bestimmte Einkommensgrenzen – bei zwei Personen sind es netto 36.000 Euro. Die Auszahlung werden die Städte und Gemeinden übernehmen, in denen die Betroffenen wohnen.

Baden-Württemberg: Die Kosten für die Wiederbepflanzung von landwirtschaftlich genutzten Flächen können steuerlich als sofort abziehbare Betriebsausgaben anerkannt werden, soweit dadurch keine Wertsteigerung des Grundstücks eintritt.

Bayern: Das bayerische Wirtschaftsministerium hat ein Soforthilfeprogramm aufgelegt: Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern erhalten bei einer Schadenshöhe von mehr als 5000 Euro bis zu 50 Prozent der Kosten für die Beseitigung der Schäden ersetzt. Die Abwicklung erfolgt durch die Kreisverwaltungsbehörden und ist auf nicht-versicherbare Schäden beschränkt. Bayern zahlt zudem derzeit jedem betroffenen Haushalt 1500 Euro „Sofortgeld“ aus.

Sachsen: In Sachsen bekommen Flutgeschädigte derzeit 400 Euro für Erwachsene, Kinder bekommen 250 Euro – pro Haushalt allerdings maximal 2000 Euro. Auch in Not geratene Unternehmen können eine finanzielle Soforthilfe durch den Freistaat in Anspruch nehmen: Jedes betroffene Unternehmen erhält einmalig 1500 Euro „für die unmittelbare Schadensbeseitigung“. Empfänger sind Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und der Freien Berufe, die ihren Sitz oder ihre Betriebsstätte in einer vom Juni-Hochwasser 2013 betroffenen Gemeinde haben und deren Sitz oder Betriebsstätte geschädigt ist.

Sachsen-Anhalt: Die Landesregierung in Magdeburg hat zahlreiche Informationstelefone für Bürger eingerichtet. Die Investitionsbank Sachsen-Anhalt hat außerdem eine Hotline für Unternehmer eingerichtet: Unter 0800 56 007 57 können Betroffene täglich (auch am Wochenende) zwischen 8 und 18 Uhr ihre Kontaktdaten und Angaben über Art und Höhe der Schäden melden. Die Soforthilfe für betroffene Bürger ist so hoch wie in Sachsen.

Spenden

Bundespräsident Joachim Gauck hat die Deutschen zu Spenden für die Hochwasseropfer aufgerufen, viel scheint aber nicht zusammenzukommen. Wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) berichtet, waren bei der Hilfsorganisation bis Montag erst rund eine Million Euro zusammengekommen. Bei der Flut 2002 waren es insgesamt rund 140 Millionen Euro.

Bisher finanziert die Hilfsorganisationen mit dem Geld vor allem aktuelle Evakuierungen und Betten, Kissen und Decken für Notunterkünfte. Wenn nach der akuten Phase noch Spendengeld übrig ist, soll das auch in den Wiederaufbau gesteckt werden. Die Betroffenen müssten allerdings nachweisen, dass sie bedürftig sind und weder Hilfe vom Staat noch von Versicherungen bekommen.

Unter www.spendenantrag.de können die Betroffenen einen Antrag auf finanzielle Hilfe stellen – vorerst nur für Sachsen, später zusätzlich auch für Bayern und Sachsen-Anhalt.

Verbraucherzentralen

Auch die Verbraucherzentralen bieten Betroffenen Information und Unterstützung an. Ab Mittwoch, 9 Uhr, startet eine zentrale Hochwasser-Hotline für die Opfer der Überschwemmungen. Unter der gebührenfreien Telefonnummer 0800 100 3711 können sich montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr vom Hochwasser Betroffene beraten lassen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/hochwasser-2013-was-flutgeschaedigte-jetzt-tun-muessen-a-905122.html

Hitzacker

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Hitzacker

Die Atmosphäre an der Elbe in Hitzacker erinnert ein wenig an einen Ausflug. Feuerwehrleute sitzen auf Klappstühlen in der Sonne, sie essen Wurstsemmeln am Deich, knipsen Bilder mit ihren Handys. Das Wasser ist hoch, aber still, nur die Geräusche von ein paar knatternden Motorbooten dringen ans Ufer. Das Elbe-Hochwasser hat hier seinen Höhepunkt erreicht. Für die Einsatzkräfte in den Landkreisen Lüchow-Dannenberg und Lüneburg gilt nun, die Deiche gegen die Wassermassen zu verteidigen. In Hitzacker fließt die Elbe bei 8,17 Metern. Die Spundwand, die die historische Altstadt von den Wassermassen trennt, hat noch rund 80 Zentimeter Luft nach oben. Das Wasser soll nach Einschätzung des Katastrophenstabs nicht weiter steigen. Doch bedrohen schwimmenden Bäume und Äste die dünne Aluminiumwand. „Falls da was mit Wucht dagegen treibt, würde sie verbiegen oder das Holz würde Löcher reinreißen“, sagt Feuerwehrmann Hans-Joachim Becker. „Gestern haben wir eine ganze Eiche rausgeholt.“ Auch ein ganzer Jägerstand sei bereits aus dem Wasser gefischt worden, erzählt er. Zehn Meter weiter hieven fünf Feuerwehrmänner gerade mit einem Autokran einen meterlangen Baumstamm aus dem Wasser über eine Mauer. „Da haben sie einen schönen, dicken Stamm gefangen, mindestens eine halbe Tonne“, sagt Becker zufrieden, „der hätte uns weh getan“. Am Ufer türmt sich das gesammelte Holz auf einem meterhohen Stapel.

 

http://www.haz.de/Nachrichten/Panorama/Uebersicht/Hochwasserwelle-rollt-weiter-nach-Norden

Jetzt steigt der Druck auf die Deiche

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

Die Wasserstände haben in weiten Teilen des niedersächsischen Elb-Gebietes ihre Höchstwerte erreicht. In der vergangenen Nacht haben sich die Pegelstände kaum verändert. „Seit 30 Stunden steht das Wasser in Schnackenburg auf stabilem Niveau“, teilte Ernst-August Schulz von der Kreisverwaltung Lüchow-Dannenberg heute Morgen mit. Ein Grund zur Erleichterung ist das allerdings nicht, wie Achim Stolz, Sprecher des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) NDR.de sagte. „Wir müssen mehrere Tage mit sehr hohen Wasserständen rechnen, die höher sind als alle Rekorde der vorherigen Hochwasser.“ Die Deiche seien dadurch extremen Belastungen ausgesetzt. Ob sie dem hohen Wasserdruck standhalten werden, darüber kann Stolz nur spekulieren. „Mit solchen Wassermassen haben wir keine Erfahrungen“, sagte er.

Kurvenbereiche sind gefährdet

Die Durchhaltefähigkeit eines Deiches sei abhängig von Faktoren wie Konstruktion, Pflegezustand und Lage, sagte Stolz. So seien etwa Deiche, die nach moderner Bauweise gebaut wurden, sicherer. Sie bestehen aus einem Sandkern, dessen Krone und Wasserseite mit einer dicken Lehmschicht abgedeckt ist und haben nur eine flache Böschung an der Wasserseite. Über einen Deichverteidigungsweg auf der Landseite können Fahrzeuge im Notfall Sandsäcke zu einer gefährdeten Stelle transportieren. Nahezu alle Deiche entlang des niedersächsischen Elb-Abschnitts seien nach diesen modernen Standards gebaut, sagte Stolz. Ein Abschnitt zwischen Hitzacker und Wussegel sei allerdings noch nicht modernisiert worden. „Da muss man ein Auge drauf haben.“ Auch Neu Darchau sei ein neuralgischer Punkt, weil dort nur ein Notdeich aufgeschüttet worden sei, der schnell durchweichen könne. Gefährdet seien außerdem Kurvenbereiche, da dort das Wasser besonders hohen Druck auf den Deich ausübe.

„Auf weitere Schadstellen einstellen“

Noch halten die meisten Deiche. Doch immer wieder gibt es schon jetzt kleine Beschädigungen. Wie etwa in Neu Darchau, wo in der vergangenen Nacht nach Angaben einer Sprecherin des Krisenstabs Lüchow-Dannenberg ein Notdeich abrutschte, den Taucher am Morgen wieder instand setzten. In Wussegel kommt inzwischen Sickerwasser aus dem Deich. Fachleute überprüfen das Problem. In Barnitz floss Wasser auf halber Höhe aus dem Deich. Die undichte Stelle konnte inzwischen wieder abgedichtet werden. „Man muss sich darauf einstellen, dass aufgrund des lang anhaltenden Hochwassers in den nächsten Tagen noch weitere Schadstellen auftreten werden“, heißt es in einem Protokoll zur Lagebesprechung des Krisenstabs von gestern Abend.

Deichläufer begutachten die Deiche

Um bei Gefahrenstellen möglichst früh eingreifen zu können, gehen rund um die Uhr Deichläufer die gesamte Deichstrecke ab. Sie kontrollieren, ob es irgendwo Schwachstellen gibt und informieren in einem solchen Fall gleich die Experten. Doch es kann auch passieren, dass ein Deich nicht gehalten werden kann. So ist in Vietze gestern ein Notdeich umgekippt. Heute stehen von den rund 50 betroffenen Häusern noch etwa die Hälfte unter Wasser. Damit nicht auch die L 256 zwischen Meetschow und Gartow überflutet wird, soll dort eine zweite Deichlinie errichtet werden. Dabei handelt es sich nach Angaben einer Sprecherin vom Krisenstab um eine reine Vorsorgemaßnahme, falls die erste Schutzlinie nicht halten sollte.

Angespannter „Dauerkribbelunruhezustand“ in Bleckede

In Bleckede und Neu Darchau sind derweil die Vorbereitungen für Evakuierungen abgeschlossen. Allerdings dürfen die Anwohner noch in ihren Wohnungen bleiben. Zurzeit ist unklar, ob die Menschen evakuiert werden müssen. Sicherheitshalber wurden aber die Einwohner von Altenheimen in Neuhaus und Strachau evakuiert. Auch die Bewohner des Pflegeheims „Zarrenthiner See“ in Neuhaus sollen heute in Sicherheit gebracht werden. In Bleckede sitzen Senioren und Mitarbeiter des Albert-Schweitzer-Familienwerks auf gepackten Koffern. Über dem gesamten Ort hänge ein „Dauerkribbelunruhezustand“, sagte der evangelische Superintendent Christian Cordes. Überall herrsche eine Mischung aus Normalität und Spannung. Cordes bemüht ein norddeutsches Sprichwort: „Vor dem Feuer kannst du weglaufen – aber nicht vor dem Wasser.“

Bund und Land garantieren 40 Millionen Euro Soforthilfe

Unterdessen hat die niedersächsische Landesregierung beschlossen, den Opfern des Hochwassers Soforthilfen in Höhe von 40 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Die eine Hälfte davon übernimmt der Bund, die andere das Land, wie Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Hannover mitteilte. Am Mittwoch wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) gemeinsam Hitzacker besuchen und sich die aktuelle Lage anschauen.

http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/hochwasser1271.html

Mann aus der Elbe gerettet

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Dresden

 Bereitschaftspolizisten aus Bochum haben am Dienstag einen alten Mann aus der Elbe gerettet. Der 81-Jährige trieb im sächsischen Riesa im Hochwasser und drohte in der starken Strömung zu versinken, wie die Polizeidirektion in Dresden berichtete. Drei Beamte sprangen kurzerhand in die nur zwölf Grad kalten Fluten, schwammen zu dem Mann und zogen ihn aus dem Wasser. Der Riesaer war stark unterkühlt und kam ins Krankenhaus.

http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/polizisten-retten-81-jaehrigen-aus-der-elbe-1.3459377

Finanzielle Hilfen aller Bundesländer

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat finanzielle Hilfen aller Bundesländer für die besonders von der Flut betroffenen Gebiete gefordert. „Immer deutlicher zeichnet sich ab, dass eine neue Flutwelle auf Sachsen-Anhalt und andere vom Hochwasser betroffene Länder zurollt: Eine Kostenflut, die wir allein nicht bewältigen können“, sagte Haseloff unserer Redaktion. „Ich erhoffe mir daher ein deutliches Signal von Bund und allen Ländern, uns hier zu unterstützen. Die Bewältigung der Flutfolgen ist eine nationale Aufgabe“, sagte der CDU-Politiker.

http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/polizisten-retten-81-jaehrigen-aus-der-elbe-1.3459377

Hilfsprogramm für Hochwasseropfer beschlossen

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

 

Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt hat am Dienstag ein Sofortprogramm über finanzielle Hilfen für die Opfer des Hochwassers beschlossen. Ab sofort könne jeder betroffene Erwachsene in seiner Kommune eine Soforthilfe in Höhe von 400 Euro beantragen, teilte die Staatskanzlei mit. Pro Kind würden maximal 250 Euro gezahlt, pro Haushalt zusammen höchstens 2000 Euro. Auch für Kommunen, Gewerbetreibende und Landwirte gibt es Hilfen. Zunächst stehen von Bund und Land insgesamt 40 Millionen Euro zur Verfügung.

http://www.mz-web.de/hochwasser/hochwasser-in-sachsen-anhalt—liveticker-zum-hochwasser–,20642022,23110778.html#akt-button

Hochwassersituation hat sich entspannt

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Wie der Krisenstab der Landesregierung informiert, hat sich die Hochwassersituation im Bereich Aken entspannt. Es konnten der Wassereinbruch aus Richtung Elbe gestoppt und die Wassergeschwindigkeit verringert werden. Das Schöpfwerk ist wieder in Betrieb.

Der Chef des Krisenstabes der Landesregierung, Innenminister Holger Stahlknecht, wird sich morgen Vormittag, Mittwoch, 12. Juni, im Salzlandkreis ein Bild von den betroffenen Regionen verschaffen. Geplant sind Gespräche mit Landrat Ulrich Gerstner, mit eingesetzten Kräften der Bundeswehr sowie mit Betroffenen.

http://www.mz-web.de/hochwasser/hochwasser-in-sachsen-anhalt—liveticker-zum-hochwasser–,20642022,23110778.html#akt-button

Aufräum-Arbeiten in Mühlberg beginnen

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Mühlberg

Die Hochwasserlage an der Elbe im Norden Brandenburgs hat sich in der Nacht zum Dienstag zwar nicht verschärft. „Aber die Situation ist weiter ernst“, sagte Wolfgang Brandt, Sprecher des Koordinierungszentrums Krisenmanagement.

Aufräumen in Mühlberg

In der südbrandenburgischen Elbestadt Mühlberg haben die Aufräumarbeiten begonnen. Grundstücksbesitzer schafften die Sandsäcke zum Schutz der Häuser wieder weg, wie die Stadtverwaltung am Dienstag mitteilte. Nachdem am Montag die Evakuierung der 4200-Einwohner-Stadt aufgehoben wurde, seien die Bewohner zurückgekehrt. Die drei Kindergärten hätten wieder geöffnet. Die Grundschule allerdings bleibe wegen Grundwassers in den Toiletten geschlossen.

Der Wasserstand war dort nach Angaben des Landesumweltamtes bis Dienstagmittag auf 8,14 Meter gefallen. Deshalb wollte das Lagezentrum den vor einer Woche für Mühlberg ausgerufenen Katastrophenalarm und die höchste Alarmstufe 4 am Dienstag um 15.00 Uhr aufheben. Die Kirchengemeinde Mühlberg lud für Mittwochabend zum Dankgottesdienst in die Frauenkirche ein.

Pegel der Spree steigt wieder

Die Wasserstände der Spree sind nach starken Regenfällen im Lausitzer Oberlauf wieder gestiegen. Am Pegel Spremberg (Spree-Neiße) wurde Dienstagmorgen mit vier Metern erneut der Richtwert für die höchste Alarmstufe 4 erreicht, wie Wolfgang Genehr vom Landesumweltamt in Cottbus sagte. Er rechnete mit dem Durchlauf des Scheitels für den Abend. In Cottbus stiegen die Wasserstände nach den Regenfällen vom Wochenende ebenfalls wieder leicht an, sie blieben aber innerhalb der Alarmstufe 1. Ausgerufen bleibt jedoch die Stufe 3, um auch überregionale Helfer einsetzen zu können. Die Hochwasser der Spree soll Ende Juni in abgeschwächter Form Berlin erreichen.

Stagnierende Pegel, aber Hochwasser-Plateau

Trotz gesunkenen Wasserspiegels der Elbe am Pegel Wittenberge bleibt die Hochwasserlage in der Prignitz angespannt. „Wir liegen am Dienstag bei 7,75 Meter und diese Höhe soll auch die kommenden zwei bis drei Tage so bleiben“, sagte Bodo Schwiegk vom Landesumweltamt nach der Sitzung des Krisenstabes am Dienstag in Perleberg. Es habe sich ein Hochwasser-Plateau ausgebildet. Das bedeutet, dass über mehrere Tage das Wasser auf hohem Niveau bleibe, anders als bei einem Hochwasserscheitel.

Scheitelpunkt am Mittag in Wittenberge erwartet

Am Morgen wurden nach Angaben des Krisenstabes in Wittenberge (Prignitz) am Pegel nur noch 7,75 Meter Wasser gemessen. Der Höhepunkt der Flut soll Wittenberge am Mittag erreichen. Nach Berechnungen der Behörden könnte ein historischer Höchstwert von 8,20 Meter erreicht werden. Der Mittelwert des Wasserstandes liegt dort bei 2,77 Metern. Telefonhotline zum Hochwasser Hochwasserbetroffene in Brandenburg können sich von diesem Mittwoch an mit ihren Fragen zu Versicherungsschutz und Schadensbeseitigung kostenlos bei den Verbraucherzentralen beraten lassen. Unter der Nummer 0800 / 100 37 11 sind wochentags zwischen 9 und 16 Uhr Experten zu erreichen. Im Internet finden Betroffene über http://www.vzb.de/hochwasser dann auch weitere Informationen und Ratschläge. Die Telefonhotline schalten die Brandenburger Verbraucherschützer in Kooperation mit den Verbraucherzentralen in anderen Bundesländern

Polder werden mit Havelwasser geflutet

Seit der Nacht zum Dienstag fließt das Wasser der Elbe nicht mehr in die Havel, seit das Flutungswehr der Havel bei Neuwerben (Havelland) geschlossen worden ist. Bisher war Elbewasser abgelassen worden, um die Hochwasserlage im Norden Brandenburgs, vor allem bei Wittenberge (Prignitz), zu entspannen. Dieses Ziel sei erreicht worden, teilte das Landsratsamt in Rathenow mit. Jetzt wird das Wasser der Havel in die dafür Polder geleitet. Da dies aber deutlich langsamer erfolge als beim Wasser aus der Elbe, werde mit keiner zunehmenden Gefährdung der Orte an der Havel gerechnet.

Weiter Verspätungen auf ICE-Strecken

Die Sperrung einer Elbbrücke bei Schönhausen in Sachsen-Anhalt sorgt weiter für Verspätungen im Fernbahnverkehr. Betroffen sind die ICE-Verbindungen Berlin-Köln und Berlin-Frankfurt am Main. Wegen der Umleitungen kann es zu Verspätungen von bis zu drei Stunden kommen. Wie lange die Sperrung der Brücke dauern werde, sei noch nicht abzusehen, sagte ein Bahnsprecher. Die Bahn habe darauf mit Ausnahmeregelungen reagiert: Bis 23. Juni werden die Kosten für Fahrkarten und Reservierungen bei Verspätungen oder Ausfällen erstattet, wenn Reisende die Fahrt nicht antreten möchten. Weitere Informationen gibt es auf der Internet-Seite der Deutschen Bahn.

3000 Helfer in der Region

Am Montag waren etwa 1800 der landesweit mehr als 3000 Helfer in der Region, um Deiche zu verstärken. Die Bundeswehr stockte die bislang 120 Mann starke Helfer-Truppe auf 600 auf, teilte das Innenministerium mit. Weitere Kräfte könnten noch hinzukommen, wenn am Dienstagmittag der Scheitelpunkt der Flut erreicht werden wird. Personelle Reserven stehen laut Brandt in Bereitschaft. Der Krisenstab befürchtet auch, dass das Hochwasser noch mindestens zwei Tage andauern wird. Dadurch könnte es immer noch zu durchfeuchteten oder brechenden Deichen kommen. Laut Brandt liegt der Wasserstand weiter deutlich über dem Hochwasser des Sommers 2002. Am Montagabend wurde im Landkreis Havelland ein rund 3,5 Kilometer langer Notdeich fertiggestellt, der seit den Morgenstunden errichtet worden war. Er soll als Schutz gegen das Wasser dienen, das seit dem Bruch des Elbdeichs bei Fischbeck in Sachsen-Anhalt ins Hinterland strömt.

Aufräumen in Mühlberg

In Mühlberg haben an der Elbe dagegen bereits die Aufräumarbeiten begonnen. Grundstücksbesitzer schafften die Sandsäcke zum Schutz der Häuser wieder weg. Die drei Kindergärten sind wieder geöffnet. Die Grundschule allerdings bleibt wegen Grundwassers in den Toiletten geschlossen. Die 160.000 Sandsäcke an den Elbedeichen sollen vorerst liegenbleiben, sagte eine Rathaus-Sprecherin. Die Elbe bildet im Raum Mühlberg auf 17 Kilometern Länge die Landesgrenze von Brandenburg und Sachsen. Der Wasserstand war dort nach Angaben des Landesumweltamtes bis Dienstagmittag auf 8,14 Meter gefallen. Deshalb wollte das Lagezentrum den vor einer Woche für Mühlberg ausgerufenen Katastrophenalarm und die höchste Alarmstufe 4 am Dienstag um 15.00 Uhr aufheben. Die Kirchengemeinde Mühlberg lud für Mittwochabend zum Dankgottesdienst in die Frauenkirche ein.

http://www.bz-berlin.de

Neue Zahlen aus der Versicherungsbranche

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 Neue Zahlen aus der Versicherungsbranche: Das Hochwasser an deutschen Flüssen könnte die Versicherungsbranche nach Einschätzung der Ratingagentur Fitch bis zu drei Milliarden Euro kosten. Der volkswirtschaftliche Schaden dürfte sich auf rund zwölf Milliarden Euro belaufen, teilte Fitch am Dienstag in Frankfurt mit. Davon müsse die Versicherungsbranche voraussichtlich 2,5 bis 3 Milliarden Euro tragen. Damit käme das Hochwasser die Versicherer teurer zu stehen als die Flut im Jahr 2002. Diese hatte der Branche rund 1,8 Milliarden Euro gekostet.

http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/polizisten-retten-81-jaehrigen-aus-der-elbe-1.3459377

Spitze des Elb-Hochwassers hat die Prignitz erreicht

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Prignitz

 Die Spitze des Elb-Hochwassers hat die Prignitz erreicht. „Das Plateau geht jetzt langsam durch“, sagte eine Sprecherin des Krisenstabes am Dienstag in Perleberg. Der Wasserstand zeigte sich zunächst bei einer Höhe um 7,75 Meter in Wittenberge relativ stabil. „Die Situation ist dennoch nicht zu unterschätzen, weil das Wasser sehr lange bei uns stehen wird“, sagte die Sprecherin. Der Landkreis rechnet mit einer Dauer von bis zu zehn Tagen. Die Spitze des Hochwassers soll Berechnungen zufolge etwa 40 Kilometer lang sein.

http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/polizisten-retten-81-jaehrigen-aus-der-elbe-1.3459377

Geld für Aufräum- und Reparaturarbeiten

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Das Bundesfamilienministerium stellt für Aufräum- und Reparaturarbeiten an Jugendhilfeeinrichtungen 600.000 Euro zur Verfügung.

Mit einem Benefizkonzert im Berliner Dom wollen Chöre am Sonnabend Spenden für Hochwasseropfer in Halle sammeln. Beteiligt sind das Händel-Festspiel-Orchester und Berliner Chöre. Gesammelt wird für die Stiftung Händel-Haus und die schwer beschädigte evangelische Kindertagesstätte Sankt Georgen in der Saalestadt.
http://www.mdr.de/nachrichten/schaeden-durch-dauerregen120.html

So funktioniert ein Deich

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Der Druck auf die Deiche entlang der Elbe nimmt während des Hochwassers immer weiter zu. Die Deiche an den Flüssen unterscheiden sich in ihrem Aufbau deutlich von den Schutzbauten entlang der Küsten von Nord und Ostsee. Während an den Meeren bei Sturmfluten vor allem Wind und Wellen den Dämmen zusetzen, steht bei einem Hochwasser im Binnenland in erster Linie der Wasserdruck im Fokus. „Dort wird das lange stehende Wasser an den Deichen zum Problem. Sie dürfen sich nicht voll Wasser saugen“, sagte der zuständige Fachbereichsleiter des Landesbetriebs für Küstenschutz, Rüdiger Schirmacher.

Schichtmodell

Grafik Aufbau eines Deiches © NDR

Moderne Deiche an Flüssen sind bis zu 40 Meter breit. Ihr Kern besteht in der Regel aus einer ton- oder mergelsteinhaltigen Schicht. Früher wurde dagegen meist sandige Erde verbaut. Dadurch weichen alte Anlagen schneller auf. „Der Ton verhindert bei neuen Deichen, dass diese vom Wasser durchströmt werden“, sagt Schirmacher. Über dem Kern befindet sich bei den meisten Anlagen eine Schicht aus Mutterboden auf der Gras wächst. Auf der Innenseite verfügt ein Deich zudem über einen Entwässerungsgraben, durch den Sickerwasser aus dem Inneren des Deichs ablaufen kann.

Lauenburger Stecknitz-Deich

Während die Lauenburger Altstadt dem Hochwasser praktisch ohne Schutz ausgesetzt ist, wird das Industriegebiet in der alten Schifferstadt mittlerweile durch einen Deich geschützt. Er verfügt über ein anderes Regulativ zum Schutz vor den Wassermassen. Über dem Kern aus Ton befinden sich Matten aus Filtervlies, die mit Betonit beschichtet sind. „Dieses Tongestein quillt auf, wenn es nass wird, und bildet damit eine Schutzschicht vor dem Wasser“, sagt Schirmacher. Der Deich habe das Hochwasser 2011 überstanden und „ich gehe davon aus, dass er auch dieses Hochwasser überstehen wird“.

Sandsackbarrieren und Stützbalken

Wo kein ausreichender Deich vorhanden ist, haben die Einsatzkräfte in Lauenburg und andernorts künstliche Wälle aus Sandsäcken errichtet. Dabei ist es wichtig, wie die Säcke gestapelt werden. Jede neue Schicht muss dort gelegt werden, wo sich die darunter liegenden Säcke berühren. So sind die Verbundstellen weitestgehend abgedichtet. Soweit es ging, wurden auch alte Häuser in der historischen Altstadt Lauenburgs gesichert. Holzbalken stützen die Außenwände ab, damit sie der Elbströmung – insbesondere wenn der Pegel wieder sinkt – standhalten. Eine große Gefahr geht für die Häuser auch vom Druck des Wassers aus. Helfen soll dabei die Flutung einzelner Gebäudeteile, um den nötigen Gegendruck zu erzeugen.
http://www.ndr.de/regional/schleswig-holstein/deiche103.html

Flut-Einsatz: Helfer in Magdeburg

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Es ist bereits der zweite Einsatz für die Helfer aus dem Kreisgebiet in der Hochwasser-Region. Am Samstag gegen 23 Uhr erhielten sie den Alarm „Es geht erneut an die Elbe“. Diesmal nach Magdeburg. Mit acht Fahrzeugen brachen 36 Feuerwehrleute und zwei Helfer der DLRG aus dem Rhein-Kreis in der Nacht zu Sonntag in die Hochwasserregion auf – mit rund 100 weiteren Kräften der Bereitschaft 4 der Bezirksregierung Düsseldorf. Zurzeit sind 647 Feuerwehrkräfte aus dem Rhein-Kreis, aus Düsseldorf und Essen sowie die Wasserrettungszüge vor Ort.

Im Industriehafen müssen die Helfer ein Umspannwerk vor den Fluten schützen. Bisher ging das gut. Erreichen die Wassermassen die empfindlichen Teile des Werks, müsste die Anlage abgeschaltet werden – Stromausfälle wären die Folge. Ein Problem: Auch die Abwasserpumpen würden nicht mehr laufen. In drei Schichten sichern die Kräfte den Deich. „Der Einsatz zehrt an den Nerven. Seit Sonntag sind wir hier. Es könnte sein, dass wir noch bis Ende der Woche bleiben müssen“, sagt Stefan Meuter, stellvertretender Kreisbrandmeister.

In einer Turnhalle sind die – meist ehrenamtlichen – Florianer aus allen Städten des Kreises untergebracht. Ein Trupp des Deutschen Roten Kreuzes, der ebenfalls aus Düsseldorf angereist ist, versorgt sie. Die Hilfe aus Nordrhein-Westfalen nehmen die Magdeburger mit großer Dankbarkeit entgegen. Das hat auch Stefan Meuter bereits erlebt: „Wir standen am Deich, und plötzlich kommen zwei Kombis voll mit belegten Brötchen an.“

Der Einsatz der Ehrenamtler aus dem Rhein-Kreis ist für die Region dringend notwendig. „Der hohe Pegel wird sich wohl noch halten. So lange muss der Deich bewacht werden“, sagt Meuter. Er hofft auf eine baldige Ablösung. „Jeder, der schon einmal Sand im eigenen Garten transportiert hat, weiß, wie schwer eine solche Arbeit über mehrere Stunden sein kann.“ Das jetzt eingesetzte Personal soll am Mittwoch ausgetauscht werden.

http://www.ngz-online.de/rhein-kreis/nachrichten/flut-einsatz-helfer-in-magdeburg-1.3458523

Stadtinsel von Hitzacker bleibt noch Evakuierungsgebiet

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Hitzacker

 

Der Hochwasserscheitel in Hitzacker ist kaum erreicht, schon mehren sich die Anfragen am Bürgertelefon, wann die Bewohner der Stadtinsel wieder in ihre Häuser zurückkehren können.

Die Hochwasserschutzzonenverordnung legt die Evakuierung bei einem  Bemessungswasserstand von 7,76 m fest. Der aktuelle Pegelstand hat in Hitzacker 8,17 m erreicht .

Die Prognosen gehen davon aus, dass der Höchststand sich einige Tage halten und dann erst langsam wieder sinken wird. So bleibt die Stadtinsel von Hitzacker auch in den nächsten Tage noch Evakuierungsgebiet.

Für unaufschiebbare Erledigungen zur Sicherung an den Häusern erteilt die Samtgemeinde Elbtalaue am Infopoint im Feuerwehrgerätehaus Hitzacker Ausnahmegenehmigungen. Nur mit einer solchen Genehmigung kann die von der Polizei gesicherte Absperrung an der Drawehnertorstraße passiert werden. Und es werden von der Polizei nicht mehr als 7 Personen gleichzeitig auf die Stadtinsel gelassen,um eine Überprüfung und schnelle Erreichbarkeit der Menschen bei Gefahrenlage sicherzustellen.

Die Samtgemeinde wird rechtzeitig darüber informieren, wenn die Prognosen eine Rückkehr der Bewohner in ihre Häuser zulassen.

Mitteilung der SG Elbtalaue

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/stadtinsel-von-hitzacker-bleibt-noch-evakuierungsgebiet-19818

Sperrzone

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Prignitz

 

Im Landkreis Prignitz gilt ab sofort an Elbdeichanlagen zusätzlich eine ein Meter breite Sperrzone, die nicht betreten werden darf. Das teilte das Landratsamt nach der Sitzung des Krisenstabs in Perleberg mit. Damit soll verhindert werden, dass die teils labilen Sandsackwälle und Dämme beschädigt und instabil werden. Der Scheitel der Elbeflut fließt derzeit durch die Prignitz. Der Pegelstand war mit rund 7,75 Meter in Wittenberge relativ stabil.

http://www.mdr.de/nachrichten/schaeden-durch-dauerregen120.html

Umweltminister erwägt auch Enteignungen

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Die Flutwelle bahnt sich unaufhaltsam ihren Weg gen Norden Deutschlands. Dort, wo das Wasser zurückgegangen ist, zeigt sich ein Bild der Verwüstung. Angesichts der dramatischen Bilder diskutiert die Politik nun über den besten Weg des Hochwasserschutzes. Neben der Kritik an Bürgerinitiativen werden da auch Rufe nach Not-Enteignungen laut.

Es scheint wie eine Wiederholung der Ereignisse von 2002: Dort, wo damals das Wasser Innenstädte und kleinere Dörfer überspült hat, steht es in diesem Jahr meist wieder. Passau, Grimma, Döbeln, Pirna – all diese Orte waren schon betroffen bei der Elbe-Flut vor elf Jahren. Und so kam nach der ersten Welle auch die Frage auf, warum der Hochwasserschutz nach so langer Zeit nicht besser geworden ist.

Auch die Politik treibt nun diese Frage um, denn die Folgen der Flut zu beseitigen, wird wieder einmal Millionen von Euro verschlingen. Viele Geschäftsleute müssen ganz von vorn anfangen. Städte wie Bad Schandau in Sachsen, die erst mühevoll wieder aufgebaut worden waren, sind nun wieder von Schlamm bedeckt. Schnell kam Kritik an den Bürgerinitiativen auf, die in Orten wie dem sächsischen Grimma gegen die Pläne des Hochwasserschutzes gekämpft hatten.

Grillo: Vetokratie verhindern

Denn in manchen Regionen wurden die Genehmigungsverfahren zum Hochwasserschutz verzögert, weil Initiativen klagten. Entsprechend wütend zeigten sich insbesondere die Bürgermeister und Landräte jener Regionen, die schon 2002 von der Elbe-Flut betroffen waren. Und auch die Berliner Politik sowie wirtschaftliche Interessenverbände mischten sich schnell in die Debatte ein.

„Wir müssen eine Vetokratie in Deutschland verhindern“, sagte etwa Ulrich Grillo, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie vor einigen Tagen. Und FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle griff Bürgerinitiativen und Umweltverbände an. „Eine grüne Dagegen-Politik, die am Ende Menschen sowie ihr Hab und Gut gefährdet, darf es nicht geben“, so der Politiker im „Focus“.

Was auch immer der Grund gewesen ist, dass mancherorts der Hochwasserschutz nicht fertig gestellt werden konnte, ein Fakt bleibt: Auch Deutschland muss sich Gedanken darüber machen, wie es seine Bewohner besser vor den Fluten bewahren kann. Denn begradigte Flüsse oder zugebaute Landschaften lassen Flüssen wie der Elber immer weniger Raum.

So schreibt tagesschau.de, dass an Deutschlands Flüssen 80 Prozent der natürlichen Überflutungsräume durch Begradigungen und Deiche verloren gegangen sind. Eine Folge davon sei, dass die Hochwasserwelle viel schneller den Fluss hinab rausche. Nicht nur Umweltverbände fordern daher mehr Überflutungsflächen statt bzw. zusätzlich zu Hochwasserschutzmauern.

Altmaier: Notfalls Enteignungen

Doch auch hier gibt es wieder Interessenkonflikte, denn die Bauern wollen ihr Land nicht freiwillig hergeben. Als CSU-Cherf Horst Seehofer (CSU) den Vorschlag brachte, etwa für den Bau von Rückhaltebecken an Flüssen Bauern notfalls zu enteignen, regte sich Kritik beim Bayerischen Bauernverband. Doch Seehofer steht politisch schon lange nicht mehr allein da. Auch Agrarministerin Ilse Aigner (CSU) unterstützt diesen Vorschlag. Und nun hat sich auch der Umweltminister in die Debatte eingemischt.

Peter Altmaier forderte in der „Passauer Neuen Presse“ Bauverbote in überflutungsgefährdeten Gebieten, die gezielte Ausweisung von Vorflutflächen sowie auch Rückverlegungen von Deichen. Enteignungen, so Altmaier, dürften nicht mehr ausgeschlossen werden. „Sie müssen aber immer die Ultima Ratio bleiben.“

Auch Sachsen Ministerpräsident Stanislaw Tillich von der CDU hatte sich angesichts des Ausmaßes der Flut dafür ausgesprochen, eine Gesetzesänderung in Bezug auf eine schnellere Verwirklichung des Hochwasserschutzes auf den Weg zu bringen. Und der Chef des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, forderte gegenüber unserer Redaktion ein „Hochwasserschutz-Beschleunigungsgesetz“.

Die Debatte jedenfalls gewinnt an Fahrt und wird sicherlich die Bundesrepublik auch in den nächsten Wochen beschäftigen. So wie auch 2002. Die Frage ist nur, ob es am Ende tatsächlich zu Änderungen kommt. Denn immer wenn das Wasser weg ist und die Schäden beseitigt sind, verblasst auch die Erinnerung daran, welche Gewalten die Natur freisetzen kann.

http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/jetzt-tobt-die-debatte-um-den-hochwasserschutz-1.3459495

NRW-Minister verbietet Feuerwehr Fluthilfe

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Das Innenministerium hat es 29 Feuerwehrleuten aus Erwitte untersagt, den Menschen der überfluteten Partnerstadt Aken in Sachsen-Anhalt zu helfen. CDU und FDP üben scharfe Kritik an der Entscheidung.

 

Eigentlich würde Peter Katz mit seinen Männern längst in Aken in Sachsen-Anhalt sein, um Sandsäcke zu stapeln und die Kleinstadt an der Elbe vor dem Hochwasser zu schützen. Aber statt Deiche zu sichern, muss der Leiter der Feuerwehr Erwitte (Kreis Soest) seit Tagen hilflos im Fernsehen zusehen, wie die ostdeutsche Partnerstadt von Erwitte überschwemmt wird.

Denn das nordrhein-westfälische Innenministerium hat es ihm und seinen 28 Feuerwehrleuten untersagt, nach Aken ins Katastrophengebiet zu fahren, um den Menschen dort zu helfen. „Mein Amtskollege bat mich um Hilfe. Wir stellten dann schnell den Hilfstrupp zusammen“, erklärt Erwittes Bürgermeister Peter Wessel. „Doch unter Androhung von rechtlichen und disziplinarischen Konsequenzen wurde uns das am Samstag verboten.“

Dabei wird in der 9000-Einwohner-Stadt Aken, die direkt zwischen Elbe und Saale liegt, dringend jede Hilfe benötigt. Die Kleinstadt mit ihren Dörfern drumherum gehört aktuell zu den am schlimmsten vom Hochwasser betroffenen Gebieten in Deutschland. Große Teile der Stadt sind überflutet. Die Einwohner wurden evakuiert. Der Pegel der Elbe lag dort gestern bei 7,90 Meter und damit 24 Zentimeter über dem von 2002. „Die Stadt ist abgesoffen“, sagte ein Sprecher des zuständigen Landkreises Anhalt-Bitterfeld.

Zentrale Koordination durch Krisenstab

Trotz der dramatischen Hochwasserlage legt das NRW-Innenministerium Wert darauf, dass die Entscheidung richtig war, die 29 Feuerwehrleute aus Erwitte nicht nach Aken zu schicken. „Es ist nun einmal so, dass nicht jede Feuerwehr im Land tun kann, was sie will“, sagte eine Ministeriumssprecherin. „Sonst verlieren wir den Überblick und wissen nicht, welche Hilfskräfte aus NRW wo und wann im Hochwassergebiet im Einsatz sind.“ In NRW werden die Hilfsaktionen zentral vom Krisenstab der Landesregierung geplant. Innenminister Ralf Jäger (SPD) erklärte: „Wichtig ist, dass diese Hilfe koordiniert wird, damit sie dort ankommt, wo sie gebraucht wird.“ Er versprach, dass kein Hilfsangebot verloren gehe.

Die zuständige Aufsichtsbehörde für Erwitte ist die Bezirksregierung in Arnsberg. Dort zollte man den Feuerwehrleuten für ihre Hilfsbereitschaft zwar großen Respekt. „Aber man muss im Auge behalten, dass mit den Ressourcen vernünftig umgegangen wird“, sagte ein Behördensprecher. „Das heißt, dass auch Einsatzkräfte für die nächsten Tage zurückgehalten werden müssen – für die Aufräumarbeiten zum Beispiel.“ Doch es steht nicht fest, ob die Erwitter überhaupt zum Einsatz kommen werden.

Bei der Bezirksregierung hieß es, dass ihre Hilfe erst einmal nicht benötigt werde. „Bislang gibt es für sie keinen Einsatzbefehl oder so etwas in der Art – das kann sich aber natürlich ändern“, sagte der Sprecher. Erwittes Bürgermeister Peter Wessel erklärte frustriert: „Fakt ist, dass mich das Innenministerium bisher weder telefonisch noch schriftlich über irgendetwas in der Sache informiert hat. Das ist unsäglich.“ Feuerwehrchef Peter Katz ergänzte: „An uns liegt es nicht, dass wir nicht zum Einsatz kommen. Wir haben alle Auflagen erfüllt, die einzuhalten sind.“

Kritik von der Opposition

Die Opposition im Düsseldorfer Landtag übte scharfe Kritik an der Vorgehensweise der Landesregierung und forderte den Innenminister auf, im Innenausschuss Rede und Antwort zu stehen. CDU-Generalsekretär Bodo Löttgen erklärte, dass ihn die Entscheidung „schlicht fassungslos“ mache. „Große Show-Aktionen wie den Blitz-Marathon führt Innenminister Ralf Jäger gerne durch. Wenn es aber um die Unterstützung und Hilfe im Kleinen geht, versagt er kläglich“, sagte Löttgen.

Er ergänzte: „Wenn Aken einen Hilferuf an ihre Partnerstadt richtet, dann ist es doch selbstverständlich, alle Hebel in Bewegung zu setzten, um diesem Notruf nachzukommen.“ CDU-Parteifreund und Landtagsabgeordneter Werner Lohn bezeichnete den Vorfall als „Schlag ins Gesicht“ für alle Hilfsbereiten. Marc Lürbke, Abgeordneter der FDP, erklärte, dass unbürokratische Hilfe zwischen Partnerstädten möglich sein müsse.

Bei den Feuerwehrleuten in Erwitte ist die Hoffnung so gut wie geschwunden, doch noch den Menschen in der Partnerstadt helfen zu können. „Es herrscht großer Frust in der Truppe. Meine Jungs sind deprimiert“, sagt Peter Katz. „Es ist schwer, helfen zu wollen, aber es nicht zu dürfen.“

http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/nrw-minister-verbietet-feuerwehr-fluthilfe-1.3459002

Hochwasserscheitel der Elbe wird Hamburg….

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Hamburg

 Der Hochwasserscheitel der Elbe wird Hamburg nach neusten Berechnungen voraussichtlich zwischen Mittwoch und Donnerstag erreichen. Es bestehe aber nach derzeitiger Einschätzung keine Gefahr für die Stadt, teilten die Behörden am Dienstag mit. Das Wasser in der HafenCity, der Speicherstadt und im Hafen werde lediglich um 40 Zentimeter steigen. Deutlich steigen wird das Wasser in dem Bereich der Tideelbe zwischen der Staustufe Geesthacht und der Bunthausspitze (Teilung in Norder- und Süderelbe). Bei Altengamme werden es nach Berechnung von Experten etwa 6,60 Meter über Normal Null sein – üblich sind 2,70 Meter. Die Deiche seien bis 7,80 Meter über Normal Null ausgelegt. Seit Sonntag ist die Elbe oberhalb der Elbbrücken gesperrt. Die Fähre Hoopte-Zollenspieker hat ihren Betrieb eingestellt.

http://www.haz.de/Nachrichten/Panorama/Uebersicht/Hochwasserwelle-rollt-weiter-nach-Norden

Hochwasserschutz auf dem Berg

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Wenn im Unterdorf die Häuser im Wasser versinken und die Pumpstation zum Klärwerk abgeschaltet werden muss, dann müssen auch die Bewohner in den höheren Lagen von Vietze sich womöglich vor Wassermassen schützen. 

Diese kommen auch von unten, aber nicht aus der Elbe, sondern aus dem Kanalnetz, dass sich unter dem Ort langzieht. Denn da das Abpumpen der Abwässer Richtung Klärwerk nicht mehr funktioniert, könnten die unterirdischen Kanalrohre derartig volllaufen, dass die Sch… auch den Anwohnern in höheren Lagen aus Kloschlüssel, Wasch- und Duschbecken oder Badewanne entgegenkommt.

Im Schloß Gartow soll dies schon seit gestern der Fall sein. Handwerker sind dort unterwegs, um zu verhindern, dass das barocke Gebäude von Fäkalien überschwemmt wird.

Verhindern lässt sich das Hochdrücken natürlich zuallererst durch die Vernunft der Einwohner auch im „Oberdorf“, keinerlei Abwässer in die Kanalisation zu schicken. Doch in Vietze befürchten einige, dass sich nicht alle vernünftig und gemeinschaftsorientiert verhalten. Deswegen ein probater Rat, an alle die sicher gehen wollen: Sandsäcke in Klo, Wasch- und Spülbecken, Dusch- und Badewanne gepackt, verhindern das Durchdrücken der Fäkalienschlämme. Ausprobiert und für gut befunden wurde diese Technik bereits in anderen hochwasserbetroffenen Gebieten an Mosel, Rhein etc.

Und nicht die Überläufe vergessen!

In den wirklich hoch gelegenen Lagen wird diese Maßnahme nicht notwendig sein, doch niemand kann genau sagen, wie hoch die Fäkalschlämme zurückdrücken, falls der Fall des Falles eintritt. Und niemand weiß wirklich, ob und wo Rückschlagventile eingebaut sind, die ein Durchdrücken in die Häuser verhindern.

Um ganz sicher zu gehen, kontrollieren erfahrene Vietzer regelmäßig die Gullis im unteren Bereich des Dorfes und überprüfen, ob sich womöglich bereits ein Anstau ankündigt.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/hochwasserschutz-auf-dem-berg-43643

Futterspenden für Tierheime erbeten

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Tier Fluthilfe

 

MZ Köthen: Aus Aken und umliegenden Orten evakuierte Einwohner haben zahlreiche Tiere in das Tierheim Köthen, Fasanerie 2, und den Landtierhof Drosa, Freiheitsplatz 4, gebracht. Tierfreunde haben zudem zurückgelassene Tiere aus dem überschwemmten Ort geholt. Die Tierheime müssen nun zahlreiche Katzen, Meerschweinchen, Kaninchen, Hunde, ja sogar Ziegen und Pferde zusätzlich versorgen. Futterspenden sind deshalb jederzeit willkommen.

http://www.mz-web.de/hochwasser/hochwasser-in-sachsen-anhalt—liveticker-zum-hochwasser–,20642022,23110778.html#akt-button

 

 

Die Wasserstände sind seit etwa 30 Stunden stabil, halten sich aber auf hohem Niveau. In Hitzacker steht der Pegel weiterhin bei 817 cm, in Damnatz bei 820 cm und in Neu Darchau bei 792 cm. Damit liegen wir über 40 cm über den Pegelständen von 2011. Die Lage ist daher weiterhin ernst. Der Scheitelpunkt sollte mit den Pegelständen aber erreicht sein. Es wird davon ausgegangen, dass die Pegel nach etwa 3,5 Tagen wieder sinken.

Darüber hinaus müssen allerdings die Wassermengen berücksichtigt werden, die jetzt in die Havelpolder geleitet wurden. Diese müssen auch wieder abfließen und werden den Bereich der Samtgemeinde Elbtalaue zu einem späteren Zeitpunkt eventuell noch belasten.

Im Bereich der Samtgemeinde Elbtalaue werden die Deiche weiterhin erfolgreich verteidigt. In Penkefitz gab es zwei Schadenslagen. So mussten die Sicherungsmaßnahmen beim Pumpwerk zur Tauben Elbe mit Sandsäcken verstärkt werden. Die Straße, aus der bei Penkefitz Wasser austrat, wurde mit Stahlplatten stabilisiert, so sie weiter für Einsatzkräfte nutzbar ist. Ferner konnten in einigen Bereichen bereits Aufwölbungen vor den Deichen beobachtet werden – „Beulen“ im Erdboden – , die teilweise bis zu 50 Meter ins Deichhinterland reichen. Darüber hinaus sind Katemin und Tiesmesland weiterhin neuralgische Punkte, der beobachtet werden müssen.

In Hitzacker soll die Jeetzel nun auf 13,30 m über NN aufgestaut werden, um einen Gegendruck zur Elbe zu schaffen. Hierbei ist aber darauf zu achten, dass wichtige Zufahrtsstraßen nicht überflutet werden. Die Erschließung des Bereichs Hitzacker – Wussegel soll ausschließlich über Seerau sichergestellt werden.

Das Problem mit Treibsel ist nach wie vor groß. So schwimmen teilweise sehr große Baumstämme in der Elbe, die nur mit der Schute des Wasser- und Schiffahrtsamtes geborgen werden können. Die drei zusätzlichen Boote in Hitzacker stehen weiter zur Sicherung der Hochwasserschutzanlagen zur Verfügung.

Der Landkreis Lüchow-Dannenberg hat nunmehr die Telefonnummer seines Bürgertelefons auch auf der Hochwasser-Internetseite veröffentlicht. Gleiches gilt für die Nummer des Spendenkontos.

Der Technischen Einsatzleitung des Landkreises sind vom THW spezielle Fachberater für die Deichverteidigung zur Verfügung gestellt worden. Diese Berater waren teilweise bei vorherigen Hochwassern schon im Kreisgebiet eingesetzt. Es wird angestrebt, die Berater in den gleichen Bereichen wie bei den vorhergehenden Hochwassern erneut einzusetzen, um sich die bestehenden Ortskenntnisse zu Nutze zu machen.

Für freiwillige Helfer soll beim Landkreis ein Helfermanagement aufgebaut werden, damit in der Elbtalaue nicht benötigte Kräfte nach Gartow geschickt werden können. Freiwillige Deichwachen werden momentan nicht benötigt. Es sollen aber die Kontaktdaten notiert werden, damit bei personellen Ausfällen schnell nachbesetzt werden kann.

Im Bereich der Samtgemeinde Elbtalaue wird das Bürgertelefon weiter rund um die Uhr aufrecht erhalten. Dies soll aber nachts nur noch einfach besetzt werden, weil die Nutzung in den letzten Tagen stark zurückgegangen ist. Der Info-Point in Hitzacker soll nachts nicht mehr mit Verwaltungsmitarbeitern besetzt werden. Die Verwaltung prüft aber eine Telefonumleitung auf die Telefonnummern des Bürgertelefons, so dass in Hitzacker anrufende Bürgerinnen und Bürger trotzdem Informationen erhalten.

Die Polizei teilt mit, dass sich im Sperrgebiet in Hitzacker parallel immer nur sieben berechtigte Personen aufhalten dürfen.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/wasser-drueckt-von-unten-aufwoelbungen-im-deichhinterland-56387

Therapeutische Hilfe für Hochwasseropfern

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Dresden

 

Dresdner Uni-Klinik bietet Hochwasseropfern therapeutische Hilfe an. Betroffene können in der Trauma-Ambulanz der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie zeitnah einen Termin vereinbaren. Hilfe sei dann notwendig, wenn die Gedanken an die Ereignisse mit starken körperlichen Symptomen wie Schlafstörungen, Herzrasen oder Kreislaufproblemen einhergingen. Hinzu kämen häufig seelische Symptome wie extreme Reizbarkeit oder Alpträume. Die Uni-Klinik warnt, dass unbehandelte Störungen chronisch werden können.

http://www.mdr.de/nachrichten/schaeden-durch-dauerregen120.html

Deichbruchstelle in Fischbeck unter Kontrolle

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Fischbeck

 

Wie der Landeskrisenstab informiert, ist die Deichbruchstelle in Fischbeck im Landkreis Stendal unter Kontrolle. Der Deichbruch sei durch Bundeswehr und Bundespolizei insoweit stabilisiert worden, dass ein weiteres Aufbrechen verhindert und die Fließgeschwindigkeit verringert werden konnte, sagte der Leiter des Krisenstabes der Landesregierung, Innenminister Holger Stahlknecht, am Dienstag. Die entsprechenden Deichabschnitte werden von Deichwachen weiter intensiv beobachtet.

Stahlknecht dankte der Bundeswehr sowie der Bundespolizei für die Unterstützung bei der Bekämpfung des Hochwassers. Beide Bundeseinrichtungen waren mit einem massivem Kräfteaufgebot sowie mehreren Hubschraubern im Einsatz. Bei einer Veränderung der Lage können sie wieder eingesetzt werden.

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Krisenstab von Lauenburg

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Lauenburg

 Michael Bunk, Sprecher am Krisenstab von Lauenburg, verkündet den aktuellen Pegelstand: 9,57 Meter. Aktuell steigt das Wasser seinen Angaben nach um etwa einen Zentimeter pro Stunde. Der ursprünglich prognostizierte Höchststand von fast elf Metern werde nicht mehr erwartet. Realistischer sei ein Maximum von etwa zehn Metern. Doch von Entwarnung kann hier deshalb noch keine Rede sein. Teile der Altstadt, besonders die Elbstraße, stehen kniehoch unter Wasser. „Wir haben versucht, mit Pumpen das Wasser aus der Stadt zu halten“, beschreibt Bunk. „Doch wir mussten unsere Bemühungen einstellen.“

 

http://www.focus.de/panorama/welt/hochwasser-in-deutschland-live-vor-ort-lauenburg-flutet-keller-mit-trinkwasser_aid_1010178.html

Rothenseer und Werderaner können zurück

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Madgeburg

 

Die Bewohner der Magdeburger Stadtteile Rothensee und vom Werder können zurück in ihre Wohnungen. Das hat der Katastophenschutzstab am Dienstagvormittag beschlossen. „Die Betroffenen sollten jedoch unbedingt die Städtischen Werke Magdeburg (SWM) kontaktieren, ob die Stromversorgung in dem jeweiligen Haushalt wieder gewährleistet werden kann“, heißt es in einer Mitteilung der Magdeburger Stadtverwaltung. Die Rufnummern lauten (0391) 587-2050, -2072 und – 2079.

Die Menschen aus Ostelbien können dagegen noch nicht zurückkehren. Grund: Der Druck auf die Deiche sei wegen des Hochwassers noch immer zu groß. Nochmals macht die Magdeburger Stadtverwaltung auf das Betretungsverbot für alle Deichanlagen aufmerksam: „Alle Deiche im Stadtgebiet werden weiterhin rund um die Uhr bewacht. Das Betreten ist streng verboten. Bei Verstößen werden sofort bis zu 400 Euro fällig. Das Ordnungsamt kontrolliert.“

Unterdessen geht der Pegelstand der Elbe in Magdeburg weiter zurück. Er lag um 9 Uhr am Pegel der Magdeburger Strombrücke bei 6,84 Meter. Das allerdings ist immer noch ein Wetr über dem des Jahres 2002, als eine in ihren ausmaßen bis dahin unbekannte Flut die Elbe hianbgerollt war. Die Einsatzkräfte der Deichverteidigung und Gefahrenabwehr in der Landeshauptstadt bekämpfen im Stadtgebiet weiterhin an vielen Stellen das extreme Hochwasser. So wurden in den vergangenen zwölf Stunden erneut einige Sickerstellen an den Deichen bei Pechau und Randau gesichert. Derzeit sind im gesamten Stadtgebiet noch rund 3600 Einsatzkräfte vor Ort.

Wegen der sinkenden Pegelstände des Elbehochwassers tritt in den Hafenbecken des Rothenseer Industriehafens kein Wasser mehr über. Dagegen müssen weiter nördlich am Rothenseer Hansehafen die Uferkanten noch einige Zeit gesichert werden.

Am Vormittag wird das Schleinufer wieder geöffnet, da die Sperrungen nicht mehr notwendig sind.

http://www.volksstimme.de/nachrichten/sonderthemen/flut_2013/1090526_Rothenseer-und-Werderaner-koennen-zurueck.html

Formel-1-Ikone Michael Schumacher

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 Formel-1-Ikone Michael Schumacher will den Opfern der Flutkatastrophe helfen und versteigert einen seiner früheren Rennsportanzüge. „Ich lege dann auch noch einmal ein deutliches Pfund obendrauf“, sagte Schumacher der „Bild“Zeitung. Bei einem Erlös von 100.000 Euro würde er „den Betrag sogar verzehnfachen“.

http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/polizisten-retten-81-jaehrigen-aus-der-elbe-1.3459377

 

Wie die Nachrichtenagentur dpa meldet, hat die Spitze des Hochwassers an der Elbe Sachsen-Anhalt verlassen. Sie befinde sich seit Dienstagmorgen in Höhe von Wittenberge im Land Brandenburg, teilte der Landesbetrieb für Hochwasserschutz am Dienstag in Magdeburg mit.

In Magdeburg sank der Pegelstand an der Strombrücke um 9.00 Uhr auf 6,85 Meter. In der Spitze waren hier 7,46 Meter gemessen worden, bei der Jahrhundertflut 2002 waren es 6,72 Meter. Normal sind dort knapp zwei Meter. Die knapp 3000 Einwohner des Magdeburger Stadtteils Rothensee konnten am Dienstag wieder zurück in ihre Wohnungen, wie die Stadt mitteilte. Östlich der Elbe gelegene Stadtteile Magdeburgs bleiben dagegen weiterhin geräumt.

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Nah am Wasser gebaut

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

von Joachim Huber

„Günther Jauch“ wird zum gefühligen Flut-ABC. Analyse ist schütter, Reflexion fehlt ganz.

Die Redaktion von Günther Jauch hat zweifach reagiert. Inmitten der anhaltenden Flut und der permanenten „Brennpunkt“-Aufregung sollte ein Damm aus umarmender Empathie und beginnender Analyse gebaut werden. Eine nur umfassende wie notwendige Aufklärung, warum Teile Deutschlands bis an den Rand der Hilflosigkeit von den  Wassermassen überrascht werden können und welche unangenehmen Konsequenzen daraus zu ziehen wären, dieser Ansatz hätte kühl bis arrogant erscheinen können. So ist diese Talkshow nicht, so will Günther Jauch auf keinen Fall rüberkommen. Gefühle-Moderator, der er sein möchte, hat er Flutopfer in die Show geholt: Ilona Rosenberg aus Gohlis an der Elbe und Albert Schwinghammer aus Deggendorf an der Donau.

Auf der „Betroffenen-Insel“ berichteten sie bewegend von dem Wassereinbruch in ihrem Leben.

Jauch ermunterte sie mit einfühlsamen Worten, erkennbar war seine Absicht, dass die Gäste eigen- und selbstständig von ihren Schicksalen erzählten und nicht an den Rand der Tränen souffliert würden. Der Moderator wollte da keine leichte Beute machen, er wollte Anteilnahme provozieren. Sollte die ARD jemals eine Spendengala für die Flutopfer überlegen, muss Jauch sie moderieren. Es wird ihm nicht schwerfallen, die überbordende Solidarität der Worte in eine Spendenflut münden zu lassen.

Der Titel der Sonntagabendshow aber hieß: „Jahrhundertflut, die zweite – haben wir denn nichts gelernt?“ Nichts gelernt, so ein Vorwurf richtet sich in erster Linie an die Politik. Zwei Vertreter saßen in der Jauch-Runde: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Katrin Göring-Eckardt. Die Spitzenkandidatin der Bündnisgrünen nutzte den Vorteil, dass sie von tatsächlicher, praktischer Verantwortung weit weg ist; mit Wucht in der Stimme sprach sie wieder und wieder von „Bürgerbeteiligung“, wenn es um Hochwasserschutz geht. Mit „Bürgerbeteiligung“ – der Ringelpiez wurde nicht weiter differenziert –  ginge der Schutz schneller und erfolgreicher wäre er auch. Jauch ließ Göring-Eckardt heilsbringende Phrasen verbreiten und Herrmann Zahlen um sich werfen – ohne jeden Ehrgeiz auf Prüfung. Den schönsten Auftritt gewährte er Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck, der per Live-Schalte nach Wittenberge sein Deich-Image erneuern durfte. Eindruck: Wo dieser SPD-Jesus seine Hände ausbreitet, da will das Wasser zurückweichen, was sonst.

Günther Jauch hatte vor vier Millionen Zuschauern noch den Leiter der Hochwasserschutzzentrale Köln, Reinhard Vogt, Hoch-und-Tief-Moderator Sven Plöger und Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur „Finanztest“, zu Gast. Vogt wurde als „Hochwasser-Papst“ vorgestellt, Plöger gab einen aktuellen Wetterbericht, Tenhagen sauste durch Versicherungsprobleme. Für sich genommen sicher interessante Fragen – nur faserte die Einstundensendung aus zu einem Potpourri aus Verbraucherberatung, Niederschlagsmengen-Report und „Was nun, Herr Politiker?“. Es hätte sich, zum Exempel, gelohnt, über Solidarität in Zeiten des Hochwassers und in Zeiten des Niedrigwassers zu reflektieren. Wer will seinen elegischen Blick auf den Fluss mit Schutzwänden zustellen lassen, wer für den Dammrückbau Grundstück oder Landwirtschaft aufgeben? Jauch hätte den Widerspruch zwischen Gemein- und Eigensinn stärker, schärfer akzentuieren können. Ist aber im Angesicht der Flutopfer eine Härte, die sich dieser Moderator nicht traut, nicht zutraut.

Die Sehnsucht, ja keinen (Opfer-)Aspekt auszulassen, machte aus „Günther Jauch“ ein ABC der Flut, die jetzt schon Jahrtausendflut heißt. Weil die jedoch nächstes Jahr von der Sintflut überholt werden kann, wird es Zeit, dass die TalkThemenbewältigung Abhilfe und Vorsorge ins Zentrum rückt –  und das mit kühlem Verstand und scharfem Blick. Alles andere ist „Brennpunkt“ – und der läuft um 20 Uhr 15. Joachim Huber

Quelle: Tagesspiegel.de

Das Hochwasser könnte noch bis zu zehn Tage stehen

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Brandenburg

von Claus-Dieter Steyer

Der Scheitel der Flutwelle hat Perleberg erreicht. Die Lage ist stabil, aber sie bleibt weiterhin angespannt, die Pegel steigen im Moment nicht weiter. Jetzt gilt es, die Deiche zu halten, denn die weichen allmählich durch. Dabei müssen sie noch eine ganze Weile durchhalten.

Die Spitze des Elb-Hochwassers hat die Prignitz erreicht. „Das Plateau geht jetzt langsam durch“, sagte eine Sprecherin des Krisenstabes am Dienstag in Perleberg (Brandenburg). Der Wasserstand zeigte sich zunächst bei einer Höhe um 7,75 Meter in Wittenberge relativ stabil. „Die Situation ist dennoch nicht zu unterschätzen, weil das Wasser sehr lange bei uns stehen wird“, sagte die Sprecherin.

Der Landkreis rechnet mit einer Dauer von bis zu zehn Tagen. Die Spitze des Hochwassers soll Berechnungen zufolge etwa 40 Kilometer lang sein. Experten hatten befürchtet, dass die Elbe einen historischen Höchststand von mehr als acht Metern erreicht.

Mit der Flutung von Poldern konnte die Situation bislang entspannt werden.

Insgesamt stabilisiert sich die Lage in den brandenburgischen Hochwassergebieten entlang der Elbe etwas. Der Pegel von 7,75 Metern war zehn Zentimeter weniger als beim bisherigen Höchststand am vergangenen Sonntag. Beim letzten großen Elbehochwasser lag der Pegel rund 40 Zentimeter tiefer. In den nächsten Tagen erwartet der Krisenstab des Landkreises kein weiteres Ansteigen des Wassers.

Dennoch nehme die Belastung auf die Deiche weiter zu, so dass von einer Entwarnung noch nicht gesprochen werden könne. Je länger das Wasser steht, umso mehr weichen sie durch – im Mittelpunkt stehe jetzt die Verteidigung der Dämme.

Zur Beruhigung der Lage im 73 Kilometer langen Elbabschnitt rund um Wittenberge haben zweifellos die beiden Deichbrüche im Raum Tangermünde in Sachsen-Anhalt beigetragen. Hier hat das Wasser der Elbe den Ort Fischbeck und weitere Dörfer überschwemmt. Bundeswehrhubschrauber versuchen mit dem Abwurf von großen  Sandsäcken den Wasserdurchlauf etwas zu bremsen. Fischbeck liegt rund 50 Kilometer südlich von Wittenberge.

Die Spitze des Hochwassers an der Elbe hat Sachsen-Anhalt verlassen. Sie ist seit Dienstagmorgen in Höhe von Wittenberge im Land Brandenburg, teilte der Landesbetrieb für Hochwasserschutz am Dienstag in Magdeburg mit. In Magdeburg sank der Pegelstand an der Strombrücke um 9.00 Uhr auf 6,85 Meter.

Da weitere Deichbrüche elbaufwärts nicht ausgeschlossen sind, wurde das am Sonntag geöffnete Wehr bei Quitzöbel wieder geschlossen. Hier strömte bis zum Morgen Elbwasser in den Havelschlauch und die eigens für Hochwasser reservierten Polder. „Wir brauchen diese Flächen als Reserve für die Aufnahme weiterer Wassermassen, die möglicherweise aus der Elbe unkontrolliert ins Havelland fließen“, sagte ein Sprecher des Brandenburgischen Landesumweltamtes.

In der Nähe von Wittenberge stehen rund zehn Grundstücke und Häuser unter Wasser. In Bälow und Breese konnten die Deiche dem Druck des Wassers nicht standhalten.

Derzeit werden keine freiwilligen Helfer von außerhalb in der Prignitz zum Sandsackfüllen gebraucht. Die örtlichen Kräfte reichen nach Auskunft des Wittenberger Bürgermeister Oliver Hermann aus. Weitere Informationen gibt es am Bürgertelefon unter 03877 / 566 9000.

Quelle: tagesspiegel.de

Katastrophenschutzstab warnt vor Betreten der Hochwasserschutzanlage

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Dessau

 

Der Katastrophenschutzstab Dessau-Roßlau weist erneut darauf hin, dass neben den Hochwasserschutzanlagen vor allem auch die Überflutungsbereiche nicht aufgesucht werden dürfen, zumal sie durch Absperrungen sichtbar gekennzeichnet sind. Auch im Vorderen Tiergarten, trotz sinkender Mulde, herrscht weiterhin eine Strömung. Es können Hindernisse angeschwemmt werden. Insofern sollte die Warnung, die bis auf Weiteres gilt, von allen Bürgerinnen und Bürgern auch ernst genommen werden.

Die derzeitigen Pegelstände in Dessau:
Mulde, Dessau-Muldebrücke, 10:00 Uhr: 4,96 m
Elbe, Dessau-Leopoldshafen, 10:00 Uhr: 6,80 m

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Hochwasser bremst die Bahn weiter aus

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Ticker

Trotz verbesserter Lage im Norden, ist die Gefahr von Deichbrüchen nicht gebannt. Im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt sind rund 11.300 Menschen von der Evakuierungen betroffen. Alle Entwicklungen vom Dienstag lesen Sie in unserem Nachrichten-Überblick.

Die Lage in den Ost- und Norddeutschen Hochwassergebieten ist weiter angespannt, auch wenn die Pegel stagnieren. Weiterhin gibt es Einschränkungen im Bahn-Verkehr. Vor allem in Schleswig-Holstein blicken die Menschen gebannt auf die Elbe, bei Lauenburg wurde am Dienstagabend ein Rekordpegelstand von 9,61 Meter gemessen.

Die Geschehnisse des Tages können Sie in unserem Nachrichten-Überblick nachlesen

20.29 Uhr: Das Hochwasser bremst die Bahn weiter aus, deshalb wird es im Zugverkehr auch am Mittwoch erhebliche Behinderungen geben. Aufatmen können vorerst nur die Fahrgäste der ICE-Linie 11 (Berlin-Frankfurt/Main – München).

Diese wurde bis Dienstag ab Göttingen nach Hannover umgeleitet und endete oder begann dort. Jetzt fährt sie wieder durchgehend, da die Elbbrücke bei Lutherstadt/Wittenberg durch das Hochwasser nicht mehr beeinträchtigt ist. „Nur auf einigen Teilstrecken müssen wir noch langsam fahren“, sagte ein Bahnsprecher.
Die ICE-Linie 10 (Berlin-Hannover-Hamm-Düsseldorf/Köln) wird hingegen weiter zwischen Berlin und Hannover über Wittenberge-Stendal- Wolfsburg umgeleitet. Auch auf der ICE-Linie 12 (Berlin-Frankfurt/Main-Basel) hat sich noch nichts zum Positiven verändert. Die Umleitung ab Fulda über Erfurt und Halle bleibt vorerst, die Halte in Kassel, Göttingen, Hildesheim, Braunschweig und Wolfsburg fallen aus. Und die IC-Linie 77 zwischen Berlin und Amsterdam (über Stendal und Hannover) ist gleichfalls weiter betroffen. Die Verbindungen enden oder beginnen in Hannover.
Dienstagabend setzte die Bahn große Hoffnungen auf die Reparaturarbeiten an der Elbbrücke Magdeburg-Biederitz. Falls man diese in der Nacht abschließen könne, würde das erhebliche Verbesserungen für die ICE-Linien 10 und 12 sowie die IC-Linie 77 bringen, hieß es. Man versuche dies mit Hochdruck zu erreichen. Durch die Hochwasserschäden und Umleitungen auf dem Schienenstrang zwischen Berlin und Hannover kommt es im Fernverkehr von und nach Berlin teils zu Verspätungen von mehreren Stunden. Auskünfte zur aktuellen Betriebslage gibt die Bahn unter www.bahn.de/aktuell und m.bahn.de oder unter der kostenlosen Rufnummer 08000996633.

19.39 Uhr: Das Hochwasser wälzt sich mit aller Macht durch Ost- und Norddeutschland. Auch wenn Zeichen der Entspannung in Sicht sind, werden die Aufräumarbeiten noch Wochen dauern. Vor allem in Schleswig-Holstein blicken die Menschen gebannt auf die Elbe, bei Lauenburg wurde am Dienstagabend ein Rekordpegelstand von 9,61 Meter gemessen. Die Spitze des Hochwassers hat Sachsen-Anhalt verlassen, trotzdem blieb die Lage in Teilen des Landes dramatisch. Bedrohlich waren die Wassermassen auch nach wie vor in Brandenburg. In einigen Gebieten Bayerns führten Unwetter zu einer neuen Hochwasserwelle auf der Donau. In Sachsen entspannt sich
die Lage weiter.

17.07 Uhr: Während vor allem die Menschen in Sachsen-Anhalt am Dienstag weiter gegen die Elbeflut kämpften, kommen die weiter nördlich gelegenen Regionen offenbar glimpflicher davon. In Brandenburg und Niedersachsen stagnierte der Elbe-Pegel vielerorts oder sank bereits wieder. Wegen des anhaltend hohen Wasserstandes der Elbe und der immensen Belastung der Deiche war die Gefahr in den betroffenen Regionen aber noch nicht gebannt.
Im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt gelang es den Einsatzkräften am Dienstag, einen Deichbruch bei Fischbeck „unter Kontrolle“ zu bringen, wie der Krisenstab der Landesregierung erklärte. Die Bundeswehr warf von Hubschraubern aus große, mit Sand gefüllte Säcke auf die rund 50 Meter lange Bruchstelle, so dass weniger Wasser aus der Elbe ausströmte. Allerdings waren durch den Deichbruch in der Nacht zum Montag zahlreiche Ortschaften überflutet worden. Insgesamt sind nach Angaben des Landkreises Stendal rund 11.300 Menschen von Evakuierungen betroffen.

16.59 Uhr: Im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt drohten nach dem Bruch eines Saaledamms am Wochenende weitere Überflutungen. Mehrere Ortsteile von Schönebeck wurden zum Sperrgebiet erklärt. Der Deichbruch bei Fischbeck und auch die Flutung von Havelpoldern verbesserte allerdings die Lage für die Elbanrainer im Norden. Weil das Wasser noch tagelang gegen die Deiche drücken wird, wächst allerdings die Gefahr von Lecks, Rissen oder Deichbrüchen.
Im brandenburgischen Wittenberge stagnierte der Pegel am Dienstag bei 7,75 Meter und blieb damit unter den ursprünglichen Prognosen. Die Lage in der Prignitz werde aber „noch mehrere Tage sehr angespannt bleiben“, erklärte das Krisenzentrum der Landesregierung.

Mecklenburg-Vorpommern stabilisierte sich die Lage bei Dömitz und Boizenburg.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern stabilisierte sich die Lage bei Dömitz und Boizenburg im Landkreis Ludwigslust-Parchim, es bestehe aber „nach wie vor eine hochgradige Gefahrensituation“. In Niedersachsen erreichte die Elbe in Schnackenburg und Hitzacker ihren Scheitelpunkt. In Lauenburg in Schleswig-Holstein stieg das Wasser kaum noch. Die rund 300 Anwohner hatten ihre Häuser bereits verlassen.

16.51 Uhr: Die Justizminister aus Bund und Ländern wollen bei ihrer am Mittwoch beginnenden Frühjahrstagung auch über die immensen Schäden durch die jüngste Flutkatastrophe sprechen. Thüringen wolle das Thema beim „Kamingespräch“ am Mittwochabend zur Diskussion stellen, sagte die saarländische Justizministerin Anke Rehlinger (SPD) am Dienstag in Saarbrücken. Der thüringische Justizminister Holger Poppenhäger (SPD) hatte unlängst eine Versicherungspflicht für Elementarschäden gefordert. „Wir müssen weg von dem System der Opferhilfe nach Kassenlage und abhängig davon, ob gerade Wahlkampf ist.

16.12 Uhr: Gemeinsam mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Mittwoch die vom Elbehochwasser bedrohte Stadt Hitzacker besuchen. Eine Sprecherin der niedersächsischen Staatskanzlei bestätigte dies am Dienstag auf Anfrage der dpa in Hannover. Die Visite sei am Nachmittag geplant. Weitere Stationen im Hochwassergebiet entlang der niedersächsischen Elbe seien zunächst nicht geplant. Am Dienstag hatte das Elbehochwasser in Niedersachsen seinen Höhepunkt weitgehend erreicht. In Hitzacker lag der Pegelstand am Nachmittag bei 8,17 Meter. Sonst werden dort im Durchschnitt 2,67 Meter gemessen.

15.27 Uhr: Welche Auswirkungen das Hochwasser in Deutschland auf die Kartoffelernte und damit auf die Preise haben wird, lässt sich nach Angaben von Experten derzeit noch nicht absehen. Regional werde es mit Sicherheit Einbußen geben, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Obst-, Gemüse- und Kartoffelverarbeitenden Industrie, Hans-Peter Karus, am Dienstag in Bonn. „Die Schäden sind aber im Moment nicht bezifferbar.“ Demnach ist auch nicht klar, wie viel Ernteverlust oder Minderertrag es geben wird. „Das ist alles Spekulation zur Zeit.“ „Es wird gesprochen von 5 bis 15 Prozent weniger Ernte in Bayern“, sagte Karus. Wie sich das auf die Preise auswirken werde, sei schwer zu sagen. Bayern und Niedersachsen seien die Hauptanbaugebiete für Kartoffeln in Deutschland. Wenn weniger Ware zur Verfügung stehen sollte, dann könne es natürlich auch zu Preisanstiegen kommen. „Aber das ist jetzt Spekulation.“ Karus riet, die nächsten 14 Tage noch abzuwarten. Dann werde sich die Situation besser einschätzen lassen.

Flut richtet Schaden von bis zu 12 Milliarden Euro an

15.22 Uhr: Es gibt neue Zahlen zu den geschätzten Kosten: Der volkswirtschaftliche Schaden der Flut dürfte sich auf rund zwölf Milliarden Euro belaufen, schätzt die Ratingagentur Fitch Das teilte Fitch am Dienstag in Frankfurt mit. Davon müsse die Versicherungsbranche voraussichtlich 2,5 bis 3 Milliarden Euro tragen. Damit käme das Hochwasser die Versicherer teurer zu stehen als die Flut im Jahr 2002. Diese hatte der Branche rund 1,8 Milliarden Euro gekostet.

15.12 Uhr: Das Elbehochwasser in Nord- und Ostdeutschland hat seinen Höhepunkt offenbar weitgehend überschritten. Zwar stieg der Pegel in Lauenburg in Schleswig-Holstein am Dienstag immer noch, vielerorts stagnierte oder sank der Wasserstand aber. Wegen des anhaltend hohen Elbe-Pegels und der immensen Belastung der Deiche war die Gefahr in den betroffenen Regionen aber noch längst nicht gebannt.
Den Einsatzkräften in Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein machen derzeit vor allem die teils aufgeweichten Deiche zu schaffen. Weil das Wasser noch tagelang gegen die Schutzwälle drücken wird, wächst die Gefahr von Lecks, Rissen oder Deichbrüchen.
Im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt gelang es den Einsatzkräften am Dienstag, einen Deichbruch bei Fischbeck unter Kontrolle zu bringen. Die Bundeswehr warf von Hubschraubern aus große, mit Sand gefüllte Säcke auf die rund 50 Meter lange Bruchstelle. Durch den Deichbruch in der Nacht zum Montag waren zahlreiche Ortschaften überflutet worden. Insgesamt sind nach Angaben des Landkreises Stendal rund 11.300 Menschen von Evakuierungen betroffen.

15.02 Uhr: Ein Meer von Sandsäcken erstreckt sich unter den Blicken von Michael Geffers. Hier am Flugplatz Stendal-Borstel füllen mehr als 100 Helfer unter seiner Leitung die Plastiksäcke, die durchweichte und abrutschende Deiche im Landkreis stabilisieren sollen. „Hunderttausende“ ist seine Antwort auf die Frage, wie viele Sandsäcke hier schon gefüllt und weiter an die Deiche gebracht wurden.

14.04 Uhr: Der österreichische Versicherungskonzern Vienna Insurance schätzt die Nettokosten durch Hochwasserschäden auf 40 bis 45 Millionen Euro. Dies sei jene Schadenssumme, die die Firma nach Rückversicherung im Eigenbehalt zu stemmen habe, erklärte ein Sprecher am Dienstag. Das Gesamtausmaß könne derzeit aber noch nicht seriös festgestellt werden, weil es durch Starkregen in den betroffenen Gebieten nach wie vor zu Überflutungen komme.

Beim letzten großen Hochwasser im Jahr 2002 lagen die Kosten für den Konzern bei rund 20 Millionen Euro. Der Schwerpunkt der Schäden liege für die Vienna Insurance derzeit in Österreich und Tschechien. Genauere Angaben zum Ausmaß des Schadens will die Versicherung zur Halbjahresbilanz Ende August machen.

13.36 Uhr: Hochwasser-Opfer können sich über eine Telefonhotline der Verbraucherzentralen ab Mittwoch (12. Juni) beraten lassen. Experten geben Rat zu vertrags- und versicherungsrechtlichen Fragen, wie das Bundesverbraucherschutzministerium, das die Aktion finanziell unterstützt, am Dienstag in Berlin mitteilte.

Die gebührenfreie Telefonnummer 0800 100 3711 gelte bundesweit und sei montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr erreichbar.

Sperrung einer Elbbrücke: ICE-Züge werden umgeleitet oder fallen aus

13.19 Uhr: Das Hochwasser wälzt sich jetzt mit aller Macht durch Schleswig-Holstein und Brandenburg. In schleswig-holsteinischen Lauenburg warteten die Menschen auf den Scheitel der Fluten. Bedrohlich blieben die Wassermassen der Elbe im Norden Brandenburgs, aber „der Wasserstand der Elbe scheint stabil zu sein“, sagte Wolfgang Brandt, Sprecher des Koordinierungszentrums Krisenmanagement. Seit den frühen Morgenstunden stagnierte der Pegelstand bei 7,75 Metern (Mittelwert: 2,77 Meter). Steigerungen seien aber jederzeit möglich. Vor allem die Flutung der Polder habe die Situation in der Prignitz entschärft.

Erste Entwarnung gab es hingegen in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen: Dort erreichte das Hochwasser den Höhepunkt und ging langsam zurück. Die Spitze des Elb-Hochwassers habe auch Sachsen-Anhalt verlassen, teilte der Landesbetrieb für Hochwasserschutz in Magdeburg mit. In Teilen Sachsen-Anhalts blieb die Lage nach einem Deichbruch bei Fischbeck gefährlich.

12.51 Uhr: Thüringen arbeitet an einem neuen Hochwasserschutzprogramm. Dafür sollen pro Jahr ab 2015 etwa zehn Millionen Euro mehr als bisher ausgegeben werden. „Wir müssen neu bauen, manche Schutzanlagen auch aufstocken und mehr Überflutungsflächen schaffen“, sagte Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz (CDU) im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. „Wir brauchen mehr Polder, wo Hochwasser kontrolliert auf Wiesen und Felder fließen kann, bevor es Ortschaften und Städte flutet.“ Zu den zusätzlichen zehn Millionen Euro, die Reinholz pro Jahr für den Hochwasserschutz fordert, kämen nach Schätzungen jährlich noch etwa zwei Millionen Euro hinzu, um die beim Hochwasser zerstörten Deiche zu reparieren. Derzeit stehen im Landesetat 13 Millionen Euro pro Jahr für den Hochwasserschutz zur Verfügung. Das neue Hochwasserschutzprogramm soll bis 2021 gelten.

Ende des Jahres sollen nach Angaben des Ministers für die Regionen an den Flussläufen neue, aktualisierte Karten zur Verfügung stehen, die die Gefahren- und Risikogebiete zeigen. „Wir machen sie dann im Internet für jeden verfügbar“, kündigte Reinholz an.

12.34 Uhr: Die Hochwasser-Katastrophe in Deutschland wird die Versicherungsbranche nach Einschätzung von Experten mehrere Milliarden Euro kosten. Die Rating-Agentur Fitch teilte am Dienstag mit, auf die Assekuranzen kämen Kosten von 2,5 bis drei Milliarden Euro zu. Damit würden die Überschwemmungen in Bayern und im Osten Deutschlands für die Unternehmen noch kostspieliger als die Flut 2002 an Elbe und Oder. Das Hochwasser hatte die Branche damals 1,8 Milliarden Euro gekostet. Der gesamte wirtschaftliche Schaden lag wesentlich höher. Dieses Mal werde er sich wohl auf rund zwölf Milliarden Euro summieren, so Fitch.
Die größten Belastungen für die Versicherer resultierten aus beschädigten Häusern, KfZ-Policen und Betriebsunterbrechungen, hieß es. Betroffen sei neben der Versicherungskammer Bayern und den Sparkassen Versicherungen auch die Allianz. Die meisten Versicherer haben noch keine Schätzungen genannt. In der Regel wird das Ausmaß der Schäden erst deutlich, wenn das Wasser wieder abgeflossen ist. Die Versicherungsbranche werde trotz der hohen Lasten wahrscheinlich im Kerngeschäft nicht in die Verlustzone rutschen, erklärte Fitch. Die Auswirkungen auf die Bonitätsnoten dürften dementsprechend minimal sein.

11.46 Uhr: Unionsfraktionsgeschäftsführer Michael Grosse- Brömer hat das Hochwasser und die Schäden für die Menschen als nationale Katastrophe bezeichnet. „Deswegen müssen wir auch nationale Solidarität zeigen“, sagte er am Dienstag in Berlin. Der CDU-Politiker setzte sich für einen weiteren und schnelleren Ausbau von Deichen und Schutzmaßnahmen in gefährdeten Gebieten ein und zeigte Verständnis für die Frustration von Bürgern und Politikern, dass dies nicht schon ausreichend geschehen sei. Die Regierung hat Hilfen für die Betroffenen aus einem Fonds zugesagt, der von Bund und Ländern gefüllt werden soll. Die Summe ist noch offen. Die Schäden werden auf mehrere Milliarden Euro geschätzt.

11.26 Uhr: Der künftige Bundesliga-Fußballer Stefan Kutschke hat sich am Wochenende in Dresden als Helfer gegen die Elbe-Flut engagiert. In seiner Heimatstadt befüllte der 24 Jahre alte Stürmer Sandsäcke, um die Wassermassen zurückzuhalten. „Die Stadt ist schwer vom Hochwasser betroffen. Meiner Familie ist zum Glück nicht viel passiert. Aber einige Freunde haben ihre ganze Existenz verloren“, berichtete Kutschke der „Wolfsburger Allgemeinen Zeitung“ (Dienstag). Vom Drittliga-Aufsteiger RB Leipzig wechselt der Angreifer zur neuen Saison zum VfL Wolfsburg. Den Transfer hatte noch der frühere VfL-Trainer und -Manager Felix Magath abgewickelt.

10.59 Uhr: Die Sperrung einer Elbbrücke wegen Hochwassers in Sachsen-Anhalt sorgt weiter für Verspätungen im Fernbahnverkehr. Die Bahn hoffe, dass es diesmal aber bei jeweils etwa einer Stunde bleiben werde, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Am Montag hatte es Verspätungen von bis zu drei Stunden gegeben. Betroffen sind nach Angaben der Deutschen Bahn die ICE-Verbindungen Berlin-Köln und Berlin-Frankfurt am Main. Die Züge der Strecke Berlin-Hannover-Köln werden über Wittenberge, Stendal und Wolfsburg umgeleitet. Die Züge der Strecke Berlin-Kassel-Frankfurt/Main fahren über Dessau, Halle (Saale) und Gerstungen. Die Haltepunkte Wolfsburg, Braunschweig, Hildesheim, Göttingen und Kassel-Wilhelmshöhe entfallen.
Wie lange die Brücke bei Schönhausen gesperrt sein wird, war zunächst noch unklar. Wenn das Hochwasser zurückgehe, werde geprüft, wie standfest sie noch sei, sagte der Sprecher. Erst wenn es keine Probleme gebe, könnte die Brücke wieder befahren werden.

Hauptproblem bleibt der Deichbruch bei Fischbeck

10.50 Uhr: Auch Fußball-Bundesligist 1. FC Nürnberg will die Opfer der Hochwasser-Katastrophe mit einem Benefizspiel unterstützen. „Es macht uns sehr betroffen, wie viele Menschen durch diese Hochwasserkatastrophe unverschuldet in Not geraten sind“, erklärte Club-Sportvorstand Martin Bader am Dienstag auf der Internetseite des fränkischen Traditionsvereins. „Wir möchten die Geschädigten durch das Benefizspiel nicht nur finanziell unterstützen, sondern ihnen auch Mut machen, um diese schwierige Situation zu meistern.“ Ein genauer Termin für die geplante Hilfspartie steht noch nicht fest.
Zuvor hatten bereits der FC Bayern München, der FC Augsburg und 1860 München Benefizspiele angekündigt.

Philipp Rösler: Pauschalzahlungen für Opfer des Hochwassers

10.41 Uhr: Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) will die Opfer des Hochwassers mit Pauschalzahlungen aus einem Fluthilfefonds unterstützen. Der Bund solle von Bund und Ländern gleichermaßen gefüllt werden, sagte Rösler am Dienstag im Inforadio des RBB. Nach dem Hochwasser 2002 habe es einen ähnlichen Fonds gegeben. „Das hat sich bewährt.“ Wie viel Geld über den Fonds zur Verfügung gestellt werden soll, ließ Rösler offen. Die Schäden ließen sich erst beurteilen, wenn das Wasser abgelaufen sei. Nicht nur Menschen und Kommunen, sondern auch den besonders schwer betroffenen Klein- und Kleinstunternehmen müsse geholfen werden, betonte Rösler. Im Fernsehsender n-tv kündigte er am Dienstag an, dass bis zu 50 Prozent des Schadens erstattet werde. Je nach Region und Bundesland gehe es dann um 10 000 oder mehr Euro.

10.35 Uhr: Angesichts der Hochwasserkatastrophe in Süd- und Ostdeutschland hat Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) sich für drastische Maßnahmen ausgesprochen, um für die Zukunft besser gerüstet zu sein. In der „Passauer Neuen Presse“ vom Dienstag forderte Altmaier Bauverbote in überflutungsgefährdeten Gebieten, die gezielte Ausweisung von Vorflutflächen sowie auch Rückverlegungen von Deichen, um den Flüssen mehr Raum zu geben. Auch Enteignungen dürften nicht mehr ausgeschlossen werden. „Sie müssen aber immer die Ultima Ratio bleiben“, schränkte der Minister ein.
Altmaier nannte es „alarmierend“, dass es nun bereits zum zweiten Mal binnen gut zehn Jahren zu einer derartigen Hochwasserkatastrophe gekommen sei. Er wies darauf hin, in den vergangenen zwei Jahrzehnten sei eine „dramatische Häufung extremer Wetterlagen zu verzeichnen“ gewesen. „Wir müssen uns wappnen und damit rechnen, dass es in Zukunft immer wieder zu ähnlich extremen Hochwasser-Lagen kommen kann“, verlangte der Minister. Fehler und Versäumnisse der Vergangenheit müssten „schonungslos“ aufgearbeitet werden.

Bislang hatten vor allem Umweltverbände sowie teilweise die Grünen sich für drastischere Maßnahmen zum Hochwasserschutz wie beispielsweise die Rückverlegung von Deichen oder Bauverbote in Überflutungsgebieten ausgesprochen. Wo es konkrete Vorstöße in diese Richtung gab, scheiterten diese allerdings oft an Widerständen betroffener Grundstücksbesitzer vor Ort. Altmaier wies beispielsweise darauf hin, es seien „von 18 notwendigen Deichrückverlegungen an der Elbe bisher lediglich vier realisiert“ worden.

09.31 Uhr: Das aktuelle Hochwasser könnte Auswirkungen auf die Kartoffelernte in Deutschland haben. Die Folge seien womöglich ein knapperes Angebot und steigende Preise, warnte der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK) in der „Bild“-Zeitung vom Dienstag. „Es wird Ausfälle geben. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass es regional zu Versorgungsengpässen mit Pommes, Knödeln und Chips kommt“, sagte BOGK-Geschäftsführer Horst-Peter Karos der Zeitung.

Hauptproblem bleibt der Deichbruch bei Fischbeck

09.06 Uhr: Nach dem Deichbruch an der Elbe bei Fischbeck in Sachsen-Anhalt in der Nacht zum Montag ergießen sich die Wassermassen weiter ins Hinterland. Die Bundeswehr wollte am Dienstagmorgen nach Angaben des Krisenstabs der Landesregierung erneut versuchen, die Bruchstelle zu schließen. Die Arbeiten daran waren gegen Mitternacht abgebrochen worden. Nun sollten aus Hubschraubern wieder große Sandpakete abgeworfen werden. Damit soll zumindest eine Reduzierung der einfließenden Wassermenge erreicht werden. Das Wasser hat die Bundesstraße 107 zwischen Jerichow und Fischbeck überflutet. Inzwischen nähert es sich dem Stadtgebiet von Jerichow. Kritisch war die Lage auch an einem Umspannwerk in Sandau im Landkreis Stendal, das die Stromversorgung von Havelberg und den angrenzenden Teilen Brandenburgs sichert. Derzeit sei es aber gegen die Fluten gesichert, hieß es.

Im Landkreis Stendal sind nach Angaben der Landesregierung derzeit rund 2800 Einsatzkräfte im Einsatz, davon mehr als 1000 Bundeswehrsoldaten. Dazu kommen rund 2400 freiwillige Helfer. Bisher seien dort knapp 8000 Menschen von Evakuierungen betroffen. Für 3300 Menschen sei die Evakuierung vorbereitet worden. (dpa/AFP/Reuters)

Quelle: tagesspiegel.de