Regen nach der Flut – Unwetter lässt Pegel im Südosten steigen

Veröffentlicht: Juni 10, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Von Hanna Hauck

Endlich beginnt das Hochwasser in Sachsen und Bayern zu weichen. Da meldet der Deutsche Wetterdienst heftige Regenfälle. Gewitter und Hagel gehen nieder. Die Flüsse schwellen zunächst an – eine neue Flut bleibt zum Glück aber aus.

Bis zu 90 Liter Regen auf den Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden messen die Experten vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in der Nacht. Am meisten geht an einer Station im Osterzgebirge nieder, sagt der DWD-Meteorologe Thomas Ruppert n-tv.de wenige Stunden später. Aber auch im bayerischen Schwaben regnet es heftig – Niederschlag, Gewitter und Hagel ausgerechnet im Südosten, wo die Menschen die vergangenen Tage gegen Hochwasser kämpfen mussten.

Und es bleibt nicht allein beim nächtlichen Unwetter: In Bayern regnet es den Tag über weiter, wie Ruppert sagt. Voraussichtlich werden die Niederschläge erst am Abend nachlassen. Große Tropfen, die in kurzer Zeit heftig herabregneten, hätten sich in einen Dauerregen gewandelt – und gerade der berge eine gewisse Hochwassergefahr.

So auch bei der Katastrophe der vergangenen Tage: „Das ganze Frühjahr war nass, die Böden waren vollgesogen“, sagt Ruppert. Als dann nach Fronleichnam der Regen kam, hätten sie das Wasser nicht mehr aufnehmen können. Inzwischen sind vor allem Gebiete weiter nördlich von der Flut betroffen, so etwa Sachsen-Anhalt. In Lauenburg in Schleswig-Holstein wurden Bewohner der Altstadt in Sicherheit gebracht.

Die Deiche sind sicher

Nun regnet es im Südosten wieder. Die Menschen in Riesa und Torgau hatten derweil kaum Zeit zum Durchatmen. Dort führt die Elbe noch so viel Wasser, dass die höchste Alarmstufe weiter gilt. Trotzdem haben die Menschen in Sachsen und Bayern diesmal mehr Glück: Die Flüsse treten nicht so stark über die Ufer wie in den Tagen zuvor. Die Dämme halten.

„Die Pegel sind innerhalb kurzer Zeit sehr schnell gestiegen, aber ebenso schnell wieder gesunken“, sagt Anne Matthies vom sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Fast alle Pegel seien im grünen Bereich. In Torgau, so die Hoffnung, kann noch in der Nacht oder am nächsten Morgen die Alarmstufe von vier auf drei herabgesetzt werden. Bis Mittwoch könne dort sogar Stufe zwei erreicht werden. In Riesa dauere es wohl etwas länger, vermutet sie.

Das Problem: Auch im tschechischen Einzugsgebiet der Elbe regnet es erneut. „Es wird die Pegel nicht ansteigen lassen“, prognostiziert Matthies. Aber das Hochwasser fließe dadurch langsamer ab.

Immerhin schießen keine neuen Wassermassen auf die Dämme zu. „In Sachsen muss man wirklich sagen: Was die Deiche angeht, ist alles gut“, sagt eine Sprecherin des sächsischen Innenministeriums. Alleine in Nordsachsen kontrollierten stündlich 230 Deichläufer die Schutzwälle. Ihr Fazit: Sie sind sicher.

Langsam könne sich der Blick auf den Wiederaufbau richten. „Aber das Katastrophenmanagement steht nach wie vor im Vordergrund“, betont die Ministeriumsprecherin. 6.451 Helfer seien noch immer im Einsatz, darunter Kräfte der Feuerwehr, Polizei, Bundeswehr und des Technischen Hilfswerks.

Ende der Woche wird das Wetter wieder wechselhaft

Auch in Bayern lässt der Regen Flüsse in der Nacht anschwellen, sie treten zunächst aber nur leicht über die Ufer. An mehreren Stellen wird die Meldestufe zwei erreicht – das Wasser stehe etwa auf Feldern und Wiesen, sagt der Sprecher des Bayerischen Landesamt für Umwelt, Stefan Zoller.

Ganz entwarnen will er jedoch nicht. Da es den Tag über weiter regne, könne das Wasser vereinzelt auch wieder bebaute Grundstücke erreichen und möglicherweise Keller fluten. In Nattenhausen und Untersteinach gilt später tatsächlich dann die Meldestufe drei. So dramatisch wie in den vergangenen Tagen werde die Lage aber nicht, meint er.

Auf Entspannung lässt die Vorhersage des DWD-Meteorologen Thomas Ruppert hoffen. Am Dienstag werden nur noch für den Südosten Bayerns Schauer erwartet. Die nächsten Tage werde es dann freundlich. Allerdings komme am Donnerstag aus Richtung des Nordwestens von Deutschland wechselhaftes Wetter.

Quelle: n-tv.de

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