Hochwasser-Liveticker vom Sonntag+++ 03:20 Deichbruch bei Fischbeck weitet sich massiv aus +++

Veröffentlicht: Juni 10, 2013 von fluthelfer in Ticker

+++ 20:44 Auch Mecklenburger sollen ihre Häuser verlassen +++
In der Region um Dömitz und Boizenburg in Mecklenburg-Vorpommern sollen die Menschen freiwillig ihre Häuser nahe der Elbe verlassen. „Wer nicht in der Region bleiben muss, sollte sich langsam auf den Weg machen“, sagte der Chef des Katastrophenabwehrstabes, Landrat Rolf Christiansen. Morgen soll das Pflegeheim in Dömitz mit rund 50 Bewohnern evakuiert werden.

+++ 20:02 Leiche treibt in den Fluten +++
In der Elbe bei Pirna ist die Leiche eines älteren Mannes gefunden geworden, der offenbar das achte Todesopfer dieser Flut ist. Es handle sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen 74 Jahre alten Bewohner eines nahen Seniorenheimes, teilt das Innenministerium von Sachsen mit. Bereits gestern wurde die Leiche entdeckt, doch erst jetzt geben die Behörden es bekannt. Der 74-Jährige soll an Demenz erkrankt gewesen sein und zuvor angedeutet haben, bei den Schutzarbeiten für das Hochwasser helfen zu wollen.

+++ 19:44 Pegel der Elbe wird nur ganz langsam fallen +++
Der Höchststand der Elbe bei Magdeburg scheint erreicht – doch der Wasserstand geht nur in Superzeitlupe nach unten. Mit einem Rückgang von 15 Zentimetern innerhalb von 24 Stunden rechnet Oberbürgermeister Lutz Trümper laut dem MDR. Derweil kämpfen Soldaten und weitere Helfer bislang erfolgreich, das für die Stromversorgung wichtige Umspannwerk in Magdeburg-Rothensee zu verteidigen.

+++ 18:11 Steinbrück lehnt „Gummistiefelwettbewerb“ ab +++
SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück will erst nach der Flut in die Hochwassergebiete reisen. Er werde sich nicht am „Gummistiefelwettbewerb“ beteiligen, sagt er in der ARD. „Wenn dann das Ärgste überstanden ist, dann möchte ich mich mit den Betroffenen gerne hinsetzen, wie konkret die Hilfe aussehen soll.“ Steinbrück fordert die Einsetzung eines Ombudsmanns beziehungsweise einer Ombudsfrau für die Koordinierung der Flutopferhilfe. Kanzlerin Angela Merkel besuchte bereits zwei Mal die Hochwasserregionen, Bundespräsident Joachim Gauck war am Sonntag in Sachsen-Anhalt und Sachsen.

+++ 17:42 Magdeburg meldet leicht sinkenden Pegel +++
In Magdeburg sinkt der Pegel der Elbe erstmals während dieser Rekordflut. Er geht um etwa zwei Zentimeter zurück. Für Prognosen, wie es weitergeht, ist es den Behörden zufolge aber noch zu früh. Der Leiter des Katastrophenstabes der Stadt, Holger Platz, sagt, dass Deiche auch bei sinkenden Pegelständen noch brechen könnten. „Man kann keine Entwarnung geben, noch nicht.“

+++ 17:26 Gauck fordert Deutsche zum Spenden auf +++
Bundespräsident Joachim Gauck fordert die Deutschen zum Spenden für die Flutopfer auf. „Wer keine Säcke schleppen kann, hat vielleicht ein gefülltes Portemonnaie“, sagt er nach Besuchen in Sachsen-Anhalt und Sachsen. Ein Flug über das Flutgebiet an der Elbe erschüttert Gauck. Er betont jedoch, er habe bei seinem Besuch kein Zittern und Zagen erlebt, sondern „gefasste Flutopfer“ und „total motivierte Helfer“.

+++ 16:38 Deich-Anschläge versetzen Einsatzkräfte in Alarmbereitschaft +++
Nachdem unbekannte Chaoten mit Anschlägen auf Deiche in Sachsen-Anhalt drohen, sind dort verstärkt Einsatzkräfte unterwegs. Das sagt Ministerpräsident Reiner Haseloff. „Wir nehmen das sehr ernst, weil solche Drohungen natürlich zu einer katastrophalen Auswirkung führen könnten, wenn wir sie nicht ernst nehmen.“

+++ 16:29 Meteorologen haben keine gute Aussichten für Bayern +++
In Bayerns Flutgebieten kann sich die Lage nach der jüngsten Entspannung wieder verschärfen. Schuld daran sind Regen in der südlichen und westlichen Hälfte Deutschlands. Im Interview erläutert n-tv-Meteorologe Björn Alexander: „Die Zuflüsse der Donau können also neue, aber kleinere Hochwasserwellen aufbauen. Das wird an der Donau selber dazu führen, dass der Rückgang auf jeden Fall gebremst wird.“ Bis zu 100 Liter Niederschlag pro Quadratmeter könnten am Alpenrand fallen. „Eine nachhaltige und rasche Entspannung sieht leider anders aus.“

+++ 15:08 Abrutschende Hänge und Hagel in Sachsen +++
Heftige Unwetter erfassen Teile von Sachsen. Die Behörden lösen einen Katastrophenalarm aus. „Es gibt überschwemmte Straßen, abrutschende Hänge und Hagel von bis zu einem Meter Höhe“, sagt eine Sprecherin des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Aufgrund des starken Regens hätten Evakuierungen vorbereitet werden müssen. Auf die Lage in den Hochwassergebieten entlang der Elbe soll das Unwetter jedoch zunächst keine gravierenden Auswirkungen haben.

+++ 14:59 Magdeburg lässt Stadtteile räumen
Die Stadt Magdeburg lässt wegen der Flut mehrere Stadtteile räumen. Rund 23.000 Bewohner müssen ihre Häuser östlich der Elbe verlassen. Dies entscheidet der Katastrophenstab. Die Bewohner des Gebiets vom südlichen Stadtrand bis zur Berliner Chaussee sind aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen. Hintergrund ist, dass der Hochwasserscheitel eine Länge von rund 40 Kilometern hat und mehrere Tage lang gegen die Deiche drücken wird, wie der Krisenstab der Landesregierung mitteilt.

+++ 14:45 Gauck erschüttert vom Ausmaß der Flut +++
Bundespräsident Joachim Gauck zeigt sich überwältigt von der Schwere der Schäden, die die Flut in weiten Teilen von Süd- und Ostdeutschland hinterlassen hat. „Man kann sich nicht vorstellen, was da zu bewältigen ist“, sagt er während seiner Reise nach Halle an der Saale und Meißen. Zugleich betont er aber, Deutschland sei ein solidarisches Land. „Wir werden es schaffen, die zerstörten Gebiete wieder aufzubauen.“

+++ 12:20 In Brandenburg werden Polder geflutet +++
Zur Entlastung der Elbe-Hochwasserregion rund um Wittenberge in Brandenburg sollen Polder an der Havel geflutet werden. Landesumweltministerin Anita Tack sprach von einer bundesweit einmaligen Möglichkeit, den Hochwasserstand der Elbe zu senken. Polder sind von Deichen umgebene Gebiete, die bei Hochwasser absichtlich geflutet werden. Die Rückhalteräume sollen Wohn- und Industriegebiete flussabwärts schützen. Die zehn Polder können bis zu 140 Millionen Kubikmeter Wasser aufnehmen.

+++ 11:20 Deich in Bitterfeld gerettet – 10.000 Menschen kehren heim +++      Erleichterung in der Bitterfeld: 10.000 Menschen aus dem östlichen Teil der Stadt und dem Ort Friedersdorf können in ihre Häuser zurück. Helfern und Soldaten der Bundeswehr gelingt es, ein Leck an einem Deich am Goitzschesee zu schließen. Es drohe nun keine akute Gefahr mehr, dass Wassermassen aus dem See nach Bitterfeld strömen, teilt der Landkreis Anhalt-Bitterfeld mit.

+++ 11:00 Elbebrücke gesperrt – Fern- und Regionalverkehr betroffen +++
Wegen des Hochwassers sperrt die Bahn eine Elbebrücke bei Magdeburg. Davon ist der Fernverkehr zwischen Hannover und Leipzig betroffen, wie der Konzern in Berlin mitteilt. Die Intercity-Züge von und nach Hannover enden und beginnen im Magdeburger Hauptbahnhof. Zwischen dem Hauptbahnhof und Halle wird ein Busnotverkehr eingerichtet. Ab Halle müssen Reisende dann Nahverkehrszüge nach Leipzig nutzen. Auch der Regionalverkehr aus Leipzig und Berlin nach Magdeburg ist betroffen.

+++ 10:25 Anschlagsdrohung auf Deiche in Sachsen-Anhalt +++
Nach einer Drohung mit Anschlägen auf Deiche verstärkt Sachsen-Anhalt die Überwachung der Anlagen aus der Luft und vom Boden aus. Dies teilt Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht mit. Ein Drohschreiben sei mehreren Medien übermittelt worden. „Wir nehmen das Bekennerschreiben ernst“, so der Minister. Es werde nun alles Erforderliche getan, die Bürger sollten weiterhin die Ruhe bewahren. Kein Deich sei unbewacht.

+++ 10:15 Wasser in Magdeburg steigt unaufhörlich +++
Noch immer ist in Magdeburg der Hochwasser-Scheitel nicht erreicht. Dies ergeben neue Prognosen. An der Strombrücke in der Innenstadt wird ein Rekordwert von 7,45 Metern bei einer nahezu gleichbleibenden Tendenz gemessen, sagte Hydrologin Antje Rentsch vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz. Normal sind 2,00 Meter. Bis zum Abend müsse mit einem weiteren Anstieg um fünf bis zehn Zentimeter gerechnet werden.

+++ 9:25 Erste Evakuierungen in Schleswig-Holstein +++
In Lauenburg an der Elbe in Schleswig-Holstein müssen viele Bewohner der Unterstadt ihre Häuser verlassen. Das sagt ein Sprecher des Krisenstabes. Die gefährdeten Bereiche müssten bis Montag, 9.00 Uhr geräumt sein, heißt es in einer Anordnung des Landrates. Grund sind die neuen Prognosen der Hochwasservorhersagezentrale Magdeburg. Danach soll die Elbe am kommenden Donnerstag am Pegel Hohnstorf bei Lauenburg einen Höchststand von 10,10 Metern erreichen. Dann stünden die tief gelegenen Teile der Stadt mehr als einen Meter hoch unter Wasser. Höchster bislang gemessener Wasserstand in Hohnstorf war 9,88 Meter.

+++ 9:00 Damm am Zusammenfluss von Elbe und Saale bricht +++
Der umkämpfte Damm am Zusammenfluss von Saale und Elbe ist gebrochen. Dies teilt der Krisenstab der Landesregierung von Sachsen-Anhalt mit. Er ruft rund 150 verbliebene Menschen im Raum Groß Rosenburg, Breitenhagen, Lödderitz und Sachsendorf auf, sofort in höhere Gebiete zu flüchten. Betroffen von der Räumung ist ein Gebiet von mehreren Quadratkilometern an der Mündung der Saale in die Elbe.

+++ 7:30 Behörden warnen vor verschmutzten Badeseen im Flutgebiet +++
Das Rekordhochwasser in Deutschland könnte auch die Wasserqualität in den Badeseen beeinträchtigen. Kläranlagen könnten überflutet werden, auch Schmutzwasser aus Kanälen könnte an die Oberfläche gelangen, sagt Markus Venohr vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin. Dadurch wiederum könne unbehandeltes Abwasser inklusive Keimen in die Gewässer geraten. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums überprüfen die Gesundheitsbehörden der Länder regelmäßig die Seen. In einigen vom Hochwasser betroffenen Gebieten rieten die zuständigen Behörden bereits vom Baden ab. So warnte das Landratsamt im bayerischen Dillingen a.d. Donau vor dem Baden in vom Hochwasser betroffenen Badeseen wegen zu hoher Keimbelastung. Baden in den verunreinigten Gewässern könne zu Magen-Darm-Erkrankungen führen.

+++ 5:30 Seehofer will Ausgaben für Hochwasserschutz verdoppeln +++
CSU-Chef Horst Seehofer will angesichts der jüngsten Überflutungen die finanziellen Mittel für den Hochwasser-Schutz verdoppeln. „Wir haben bereits 1,6 Milliarden Euro verbaut und werden nach meiner Einschätzung noch einmal dieselbe Größenordnung brauchen“, sagte er einem Vorabbericht der Zeitung „Bild am Sonntag“ zufolge. In zwei Wochen werde seine Regierung entsprechende Pläne vorstellen. Es gehe nicht nur um Dämme, „sondern auch um naturnahe Maßnahmen wie Rückhalteflächen“. Man könne Hochwasser-Katastrophen zwar nie ganz verhindern, aber ihre Folgen abschwächen.

+++ 00:30 Bundespräsident Gauck besucht Hochwasserregionen +++
Bundespräsident Joachim Gauck besucht heute Hochwasserregionen in Sachsen und Sachsen-Anhalt. In Halle wird er an einem Gottesdienst für Betroffene und Helfer des Saalehochwassers teilnehmen. Danach wird er mit Mitarbeitern von Einsatz- und Rettungsdiensten sprechen.

Quelle: n-tv.de

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