Eichsfelder helfen in Magdeburg im Hochwassergebiet

Veröffentlicht: Juni 10, 2013 von fluthelfer in Madgeburg, Thüringen

Aus dem Eichsfeld sind 39 Kräften von Feuerwehr, DRK und Malteser in der Nähe von Magdeburg im Einsatz. Sie gehören zu den etwa 1000 Kräften, die aus Thüringen am Wochenende alarmiert worden sind.

Eichsfeld/Magdeburg. Diesmal muss alles ganz schnell gehen. Um 16 Uhr hat das Landesverwaltungsamt Thüringen Alarm geschlagen, etwa drei Stunden später die Mitglieder des Eichsfelder Katastrophenschutzes sowie des Sanitäts- und Betreuungszuges Eichsfeld am Samstagabend nach Magdeburg aufgebrochen. Dort spitzt sich in der Nacht zu Sonntag die Lage dramatisch zu, Dämme drohen zu brechen und ein Umspannwerk steht kurz vor der Überflutung. Hunderte Helfer aus allen Teilen der Republik sind in der Nacht nach Magdeburg aufgebrochen. Dort fehlt es so ziemlich an allem – vor allem an Sand und Sandsäcken, um die aufgeweichten Deiche zu sichern.

Sanitätszug muss stundenlang warten

Die Eichsfelder erreichen mit 39 Kräften von DRK, Maltesern und Feuerwehr die Stadt gegen Mitternacht. Während der Sanitätszug zunächst im Bereitstellungsraum auf Order wartet, ist für die Kameraden der Feuerwehr des Einsatzzuges 1 an eine Pause nicht zu denken. Gegen 1 Uhr steuern sie Pechau an, ein kleiner Ort in unmittelbarer Nähe des Bereitstellungsraumes. In den Stunden danach heißt es allerdings: „Warten, warten, warten.“ Kommt ein Einsatz oder muss abgebrochen werden. Erst gegen 6 Uhr am Sonntagmorgen kommt Bewegung rein, da sind die Eichsfelder allerdings bereits fünf Stunden außerhalb des Bereitsstellungsraumes unterwegs. „Wir sind nach Randau verlegt worden“, schildert Zugführer Manuel Fasse in einem Telefonat mit der TLZ. Dort heißt es allerdings zunächst erneut warten, weil die Sandsäcke zur Neige gegangen sind, Nachschub steht nicht zur Verfügung.

Im Bereitstellungsraum, wo sich alle Einsatzkräfte sammeln, liegen die Nerven unterdessen fast blank. Nicht nur die Eichsfelder Sanitätskräfte warten darauf, zu helfen. Einen Einsatzbefehl aber bekommen sie bis zum Sonntagnachmittag nicht. „Für unseren Sanitäts- und Betreuungszug ist es der erste Einsatz in einem Katastrophenfall“, sagt im TLZ-Gespräch der Eichsfelder DRK-Bereitschaftsleiter Stefan Jankowski, der froh ist, dass sich zahlreiche Eichsfelder Kräfte für diesen Einsatz gefunden und ein Mitglied des Zuges sogar eigens am Samstagnachmittag von seinem Studienort Hamburg angereist ist, um mitzufahren. „Viele haben bei uns als Jugendrotkreuz-Mitglieder angefangen“, erklärt Stefan Jankwoski. In den vergangenen Jahren hätte der Zug zwar den ein oder anderen Einsatz absolviert, sei noch nie vollständig im Katastrophenfalls ausgerückt. Dass es allerdings notwendig ist, eine solche Einsatzgruppe zu haben, zeige der aktuelle Fall Magdeburg.

Bis zum Sonntagnachmittag warten die Sanitäter allerdings weiter darauf, endlich helfen zu können. Die Kameraden der Feuerwehr versuchen unter der Leitung der Berufsfeuerwehr Erfurt unterdessen, den Deich bei Randau zu sichern, was ihnen zumindest bis zum Nachmittag auch gelingt. Ein Teil der Kräfte kommt dann mehr als 16 Stunden nach der Abreise zur Ruhe. Die Verpflegung im Feld, sagt Zugführer Manuel Fasse, sei dabei alles andere als optimal gewesen. Man habe sich allerdings selbst geholfen, so gut es eben ging. Als die Sandsäcke eingetroffen waren, konnte man zumindest am Deich versuchen, diesen zu stabilisieren.

Einsatz könnte Tage dauern

Für den Katschutzzug „Retten“ ist es binnen weniger Tage der zweite Einsatz. Bis Freitag habe man sich eingestellt, sagt der Dingelstädter Wehrführer Ansgar Nolte, der ebenfalls zur Unterstützung mit nach Magdeburg gefahren ist. Wie lange es allerdings dauert, das wird sich wohl erst in den kommenden Tagen entscheiden. „Der zweite Zug des Katastrophenschutzes steht derzeit noch im Eichsfeld“, sagt der Mitarbeiters des Sachgebietes Katastrophenschutz beim Landkreis, Dominik Dietrich, auf TLZ-Nachfrage. Bisher habe es auch keine Abforderung gegeben, erklärt er.

Möglicherweise fährt der Zug allerdings noch zur Ablösung für die bereits in Magdeburg befindlichen Eichsfelder los. „Wir haben uns auf mehrere Tage eingestellt“, sagt Manuel Fasse. Er hatte mit dem Trupp nachmittags noch die Stellung von Randau nach Pechau gewechselt. In dem Ort sind die Bewohner bereits evakuiert. „Wenn hier die Sirene geht, dann müssen auch wir weg“, sagt er 23 Stunden nach der Abfahrt im Feuerwehrzentrum in Wintzingerode. An ein paar Stunden Schlaf am Stück war für die Kameraden der Feuerwehr, die mit Kräften aus Suhl, Sömmerda und Erfurt in Pechau in Bereitschaft sind, bis zum Abend nicht zu denken. Allenfalls mal eine halbe Stunde im Auto sei möglich gewesen, beschreibt der Zugführer.

Quelle: otz.de

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