Archiv für Juni 9, 2013

Warum Wasser durch Deiche sickern kann

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Wissenswertes

 

Deiche werden seit Jahrhunderten an Flüssen oder Meeren zum Schutz vor Hochwasser gebaut. Um die Deiche möglichst stabil zu machen, wird der untere Teil der Außenböschung in der Regel mit Steinen gepflastert. Darüber werden Erde, Lehm, Kies oder Sand aufgeschüttet. Meist sind Deiche zwischen 20 und 60 Metern breit.

Werden Deiche bei Hochwasser instabil, sind dafür nach Angaben des Technischen Hilfswerks (THW) oft Unregelmäßigkeiten beim Bau verantwortlich. Auch Maulwürfe und Wühlmäuse können gefährlich werden, da sie den Deich durch den Bau ihrer Gänge aushöhlen. Rinder, die den mit Gras bepflanzten Deich beweiden, dürfen ein bestimmtes Gewicht nicht überschreiten, um Schäden zu vermeiden. Selbst Disteln müssen regelmäßig beseitigt werden, da sie den Deich mit ihren kräftigen Wurzeln schädigen können.

Beginnt Wasser durchzusickern, wird der betroffene Bereich mit einer wasserdurchlässigen Gitterplane abgedeckt, erklärt das THW. Von unten beginnend werden anschließend Sandsäcke die Böschung hinaufgelegt. Zwischen zwei senkrechten Reihen von Sandsäcken muss eine mehrere Zentimeter breite Fuge bleiben, damit das Sickerwasser abfließen kann. Über diese Fuge wird dann eine zweite Reihe von Sandsäcken quer verlegt. Diese Konstruktion bewirkt, dass das Baumaterial im Deich bleibt, das Wasser aber abfließen kann.

(Quelle: dpa)

Gauck ruft Bevölkerung zu Solidarität auf

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Gravierend ist die Lage auch in Hitzacker, einer Kleinstadt in Niedersachsen, die bereits bei der Jahrhundertflut im Jahr 2002 stark betroffen war. Hier hat der Wasserstand laut Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes am Sonntagabend mit 7,71 Metern einen neuen Rekordwert. Die rund 280 Bewohner der von Elbe und Jeetzel umflossenen Altstadtinsel müssen ihre Häuser bis 20 Uhr verlassen, teilte die Stadt mit. Die Evakuierung Hitzackers war schon vor einigen Tagen erwogen worden, wegen der zunächst gesenkten Prognosen wurde sie dann aber aufgeschoben. Die Räumung sei eine reine Vorsichtsmaßnahme, sagte Stadtsprecher Mirko Tügel. Die Hochwasserschutzmauer sei in den vergangenen Tagen so erhöht worden, dass sie einem Wasserstand von neun Metern standhalten könne. Das sind 80 Zentimeter mehr als der nun für Dienstag erwartete Rekord-Wasserstand von 8,20 Meter. Ausschlaggebend für die Entscheidung sei der rasante Anstieg der Elbe in der Nacht zum Sonntag gewesen. Am Mittag wurden in Hitzacker 7,47 Meter gemessen, 40 Zentimeter mehr als erwartet. 

Dramatisch zugespitzt hat sich am Wochenende auch die Lage unweit von Barby, wo das Hochwasser der Saale auf das Hochwasser der Elbe trifft. Zahlreiche Ortschaften wurden dort bereits evakuiert. Auch die Stadt Aken mit rund 8000 Einwohnern wurde geräumt. Bewohner seien teils mit Transportpanzern, teils auch mit Krankenfahrzeugen in Sicherheit gebracht worden, teilte die Bundeswehr Sie ist in Sachsen-Anhalt mit insgesamt rund 5500 Soldaten und schwerem Gerät im Einsatz.

Entspannung gab es hingegen in Halle und in der Chemiestadt Bitterfeld. Dort droht aber weiterhin ein Badesee die Innenstadt zu überfluten. Die Aufforderung für 10.000 Bewohner, das Gebiet zu verlassen, bleibt bestehen, soll aber womöglich am Montag aufgehoben werden, teilte der zuständige Landkreis mit.

Bei einem Besuch der ostdeutschen Hochwassergebiete appellierte Bundespräsident Joachim Gauck an die Solidarität aller Bürger. Alle, denen es gut gehe, sei gesagt: „Zeigt Solidarität und helft.“ Über das Ausmaß der Katastrophe zeigte er sich erschüttert. Er habe bei seinem Besuch aber kein Zittern und Zagen erlebt, sondern „gefasste Flutopfer“ und „total motivierte Helfer“, sagte er im sächsischen Meißen.

Aufräumarbeiten in Niederbayern

Im Landkreis niederbayerischen Landkreis Deggendorf sind die Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser auch am Sonntag in vollem Gange. Die Gefahr eines Deichbruchs bestehe nicht mehr, der Donaupegel sinkt. Aber der Katastrophenfall wurde noch nicht aufgehoben – „Fischerdorf und Teile von Niederaltaich stehen noch immer unter Wasser“, sagte der Sprecher des Landratsamts. Die Schäden im Landkreis schätzte der Sprecher grob auf 500 Millionen Euro.

In Passau entspannt sich die Lage langsam. Der Pegel der Donau werde bis Sonntagabend auf etwa 7,20 Meter zurückgehen und damit fast sechs Meter unter dem Höchststand vom Dienstag sein, sagte ein Sprecher der Stadt. Das Bistum Passau hat bereits 3,5 Millionen Euro Soforthilfe für die Flutopfer im Sprengel zur Verfügung gestellt. Das Caritas-Büro habe begonnen, je 300 Euro Soforthilfe bar an Betroffene auszuzahlen, teilte das Bistum am Sonntag mit. Bischof Wilhelm Schraml rief beim Gottesdienst im Dom zu Spenden auf und lobte: „Eine unglaubliche, spontane und anonyme Hilfsbereitschaft hat sich entwickelt.“

Bundesweit kämpfen weiterhin rund 70.000 Feuerwehrleute und 11.000 Bundeswehrsoldaten gegen die Flut. Der Deutsche Feuerwehrverbands-Präsident Hans-Peter Kröger drohte Katastrophentouristen damit, auch sie zur Mithilfe zu verpflichten.

http://www.sueddeutsche.de/panorama/hochwasser-in-deutschland-magdeburg-evakuiert-einwohner-1.1691816-2

Flut: Wer nicht bleiben muss, soll gehen

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Mecklenburg Vorpommern

 

Mehr als 2.000 Helfer haben an der Elbe in Mecklenburg-Vorpommern die Deiche aufgestockt, um die erwartete Rekordflut abzuwehren. Neben Bundeswehrsoldaten, Technischem Hilfswerk und Feuerwehr sind zahlreiche Freiwillige im Einsatz.

Für Mittwoch sind in Dömitz 7,60 Meter vorhergesagt. Einen Tag später soll der Flutscheitel Boizenburg mit Höchstwasserständen von 7,80 Meter erreichen.

Krisenstab warnt Betroffene

Angesichts des Rekordhochwassers an der Elbe hat der Ludwigsluster Landrat Rolf Christiansen (SPD) die Menschen in Dömitz und Boizenburg zu größter Vorsicht aufgerufen. „Wer nicht in der Region bleiben muss, sollte sich langsam auf den Weg machen“, sagte der Chef des Katastrophenabwehrstabes am Sonntagabend in Dömitz.

Christiansen war gemeinsam mit Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) mit einem Bundeswehr-Boot auf die Elbe gefahren und hatte die Deiche sowie die Verstärkungsarbeiten inspiziert.

Polderflutung soll Elbe-Pegel senken

Entlastung erhofft man sich von der Flutung der Havelpolder in Brandenburg. Hier haben die Verantwortlichen beschlossen, die Polder der Havel zu fluten. So soll der Wasserstand der Elbe gesenkt werden. Die zehn Polder können bis zu 250 Millionen Kubikmeter Wasser aufnehmen. Die bislang prognostizierten Höchstwerte in Dömitz und Boizenburg sind laut interministeriellem Führungsstab ohne solche Maßnahmen kalkuliert worden. Das Innenministerium hofft, dass dadurch der Höhepunkt des Hochwassers um 32 bis 34 Zentimeter niedriger ausfällt als prognostiziert.

Deiche um 30 Zentimeter aufgestockt

Die Deiche an der Elbe in Mecklenburg-Vorpommern wurden um 30 Zentimeter erhöht. Zumeist wurde auf der Deichkrone ein zusätzlicher Wall aus Sandsäcken errichtet.

Auf sieben Kilometern im Raum Boizenburg wurde allerdings eine neue Methode genutzt: Statt Sandsäcke zu stapeln, errichtete eine Baufirma auf der Deichkrone einen Damm aus Kies, der verdichtet und mit einem Vlies abgedeckt wird, wie der zuständige Bauleiter berichtete. Darauf kommt dann noch eine Lage Sandsäcke.

Enorme Belastung für die Deiche

Die Elbdeiche sind auf Hochwasserstände von 6,80 Meter ausgelegt, darüber ist noch ein Meter Sicherheitsbereich. „Die Höchststände werden etwa auf Höhe der Deichkrone erwartet“, sagte der Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim, Andreas Bonin. Dieser extreme Wasserstand werde nach Einschätzung des Staatlichen Amtes für Umwelt und Natur mindestens eine Woche andauern. Dieser ständige Druck auf die Dämme sei ein weiteres Problem. Sie könnten durchweichen und brechen.

Eingeschränkter Schulbetrieb

Der Krisenstab des Landkreises hat deshalb Vorbereitungen zur Evakuierung von Altenheimen gestartet. Drei Schulen im gefährdeten Gebiet bleiben von Montag an geschlossen: das Schulzentrum und eine Grundschule in Boizenburg sowie die Grundschule in Neu-Kaliß. Für viele weitere Schulen bis hin nach Hagenow und Ludwigslust fällt der Schulbusverkehr aus. „Die Busse werden zum Transport der Einsatzkräfte benötigt und müssen für eventuelle Evakuierungen bereit stehen“, erklärte Bonin. Betroffene Fahrschüler seien vom Unterricht befreit.

Hotel in Dömitz läuft voll

Unterdessen werden erste Schäden gemeldet: Im Dömitzer Hafen-Hotel steht die Veranstaltungshalle unter Wasser, wie der Technische Leiter, Michael Kirstein, sagte. Der Hotel-Parkplatz sei überflutet. Die Mitarbeiter stapelten Sandsäcke, um das Restaurant zu schützen. „Bis zu einem Wasserstand von 7,50 Metern können wir das Restaurant trockenhalten“, sagte Kirstein. Das Hotel liegt vor dem Deich. Es ist in einem historischen Hafengebäude untergebracht.

http://www.ndr.de/regional/mecklenburg-vorpommern/hochwasser1261.html

Magdeburg bringt 23.000 Einwohner in Sicherheit

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Madgeburg

 

Das Rekordhochwasser der Elbe trifft Magdeburg stärker als erwartet. Mehrere Stadtteile im Norden und Osten mussten geräumt werden. Auch die Stromversorgung ist bedroht. Der Druck auf die Deiche wird immer größer.

 

Das Hochwasser der Elbe hat Magdeburg noch wesentlich stärker getroffen als befürchtet und überflutete allmählich Teile der Stadt. Die Pegel stiegen am Sonntag auf historische Rekordstände. Die Bundeswehr versuchte mit 700 Soldaten, das Umspannwerk im Stadtteil Rothensee und damit die Stromversorgung in Betrieb zu halten. Rund 23.000 Bewohner in östlichen Stadtteilen wurden am Sonntagnachmittag aufgefordert, vorsorglich ihre Wohnungen zu verlassen. Betroffen sind rund zehn Prozent der Bevölkerung Magdeburgs.

Am Sonntag lag der Pegelstand an der Strombrücke in der Innenstadt von Magdeburg bei rund 7,45 Meter. Das sind 25 Zentimeter mehr als erwartet und rund 70 Zentimeter höher als beim Jahrhunderthochwasser 2002. Experten gingen von einem weiteren Anstieg um fünf bis zehn Zentimeter bis zum Abend aus.

Der Stadtteil Rothensee war zuvor bereits wegen des eindringenden Wassers geräumt worden. Davon waren 3000 Bewohner betroffen. Die Bundeswehr brachte einige Menschen noch mit Transportpanzern in Sicherheit und errichtete rund um das Umspannwerk einen Deich. Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) bat die Bürger, den Aufforderungen zur Räumung von einzelnen Stadtteilen Folge zu leisten. „Wir müssen auf alles gefasst sein“, schrieb er in einem offenen Brief. Auch der Stadtteil Werder, der auf einer Insel in der Elbe liegt, war schwer von dem Hochwasser getroffen. Die Pumpen liefen dort auf Hochtouren.

In den Stadtteilen im Osten der Stadt hofften die Menschen, dass Deiche an einem Umflutungskanal halten und das Hochwasser nicht über die Kanalisation eindringt. Die Stadt richtete Notquartiere ein, zahlreiche Straßen waren gesperrt, Straßenbahnlinien eingestellt.

Am Sonntagnachmittag drohten Unbekannte zudem Anschläge auf Deiche an. Der Krisenstab der Landesregierung in Sachsen-Anhalt bestätigte die Existenz entsprechender Schreiben. Darin werde angekündigt, Dämme und Deiche in Sachsen-Anhalt mit dem Ziel beschädigen zu wollen, bundesweit Menschen zu schaden. „Wir nehmen das in der jetzigen Situation ernst“, sagte Landesinnenminister Holger Stahlknecht im MDR. Die Deiche würden aus der Luft und am Boden stärker überwacht. Die Drohung stammt demnach von einer Gruppe, die sich „Germanophobe Flutbrigade“ nennt.

Flut rollt in Richtung Norden

Die gewaltige Flutwelle rollt nun auf Brandenburg und Norddeutschland zu. An mehreren Orten entlang der Elbe in Niedersachsen bereiten sich die Einsatzkräfte auf die für Dienstag und Mittwoch erwarteten Rekordwasserstände vor, nachdem die Wassermassen in der Nacht stärker zugenommen hatten als erwartet. Zur Entlastung der Hochwasserregion rund um Wittenberge in Nordbrandenburg werden Polder an der Havel geflutet. Stück für Stück werden die Wehre ähnlich wie Garagentore heruntergelassen, dadurch fließe das Wasser der höher liegenden Elbe in die Havel, erläuterte Kurt Augustin, Abteilungsleiter Wasser beim Landesumweltministerium. Die Flächen liegen etwa 30 Kilometer vor Wittenberge bei Neuwerben.

In Lauenburg an der Elbe haben die Bewohner der hochwassergefährdeten Unterstadt ihre Häuser verlassen. Einsatzteams aus Polizei, Deutschem Roten Kreuz (DRK) und Seelsorgern gingen von Haus zu Haus, um Hilfe anzubieten. Ältere oder gehbehinderte Bürger wurden mit Pendelbussen zu einer Sporthalle gebracht. Von den gut 400 betroffenen Bewohnern hätten viele jedoch den gefährdeten Bereich bereits verlassen, sagte der für die Evakuierung zuständige Abschnittsleiter des DRK, Stefan Behrens. Der Krisenstab hatte am Sonnabend beschlossen, die Menschen in Sicherheit zu bringen.

http://www.sueddeutsche.de/panorama/hochwasser-in-deutschland-magdeburg-evakuiert-einwohner-1.1691816

„Die Unterstützung ist der Wahnsinn“

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Lauenburg

 

Patrick S. steht auf seiner Terrasse und blickt hinunter auf den reißenden Strom. Eigentlich trennt eine Uferpromenade sein Haus von der Elbe, doch seit einigen Tagen ist der Weg nicht mehr zu sehen. Nur das schon zur Hälfte versunkene Radwegschild lässt erahnen, dass hier sonst Menschen flanieren und Fahrrad fahren. „Wir gehen heute raus“, sagt er und blickt an diesem Sonntagnachmittag über die Fluten. In wenigen Stunden wird er sein Haus verlassen, denn der Krisenstab hat wegen des erwarteten Hochwasserpegels von 10,15 Metern die Evakuierung der Elbstraße angeordnet.

Alles aufgebockt, was geht

Die Zimmer von der Wohnung ähneln einem Lager: Alles Hab und Gut hat der 40-Jährige mit seiner Freundin zusammengepackt und auf Holzböcke gehoben. Das Schlafzimmer ist leergeräumt, die Küche abgebaut und auf Getränkekisten gestellt. Auch die Pflanzen auf der Terrasse stehen auf einem Tisch, umringt von Sandsäcken. „Wenn das Hochwasser wirklich so hoch steigt, dann steht hier alles mindestens einen halben Meter unter Wasser“, sagt S.. Seit Ende 2010 lebt der gebürtige Dresdener hier und hat schon das Hochwasser 2011 miterlebt. „Damals hatten wir aber noch knapp 40 Zentimeter Luft“, erinnert er sich, „diesmal wird das aber anders sein.“ Die nächste Zeit werden er und seine Freundin bei Bekannten in Geesthacht verbringen. „Sie räumen gerade das zweite Kinderzimmer für uns frei.“

Die Ungewissheit plagt die Anwohner

In den letzten Tagen wurde der erwartete Hochwasserpegel mehrmals korrigiert, mal nach unten, dann wieder nach oben. Beim Hochwasser vor zwei Jahren stieg die Elbe auf 9,22 Meter. So hoch wie die aktuelle Prognose war das Wasser in Lauenburg noch nie. So eine Situation hätte es bisher noch nicht gegeben, jede neue Entwicklung müsse abgewartet und neu eingeschätzt werden, meint Thomas G. von der Feuerwehr. Kein gutes Gefühl für die Bewohner. Das Schlimmste sei die Ungewissheit, wie hoch die Elbe nun tatsächlich steigt, und das Warten darauf, dass das Wasser kommt – so lauten die Empfindungen vieler Lauenburger.

„Die Unterstützung ist der Wahnsinn“

In dieser Krisenlage hat sich unter den Anwohnern eine große Solidarität entwickelt. Jeder hilft jedem, sei es beim Klavier schleppen oder Küche abbauen, und jeden Abend treffen sich alle auf einen Caipirinha im benachbarten Lokal. „Hier kommen wir dann zusammen zum Reden und Fachsimpeln, es herrscht ein wundervoller Zusammenhalt“, sagt Peter W., der auch zu den Betroffenen gehört, „und außerdem möchten wir gerne den Besitzern des Restaurants helfen, jetzt wo sowieso viel Umsatz wegbricht.“ S. Erfahrungen sind ähnlich. „Es kamen Helfer aus Neumünster, das war der Wahnsinn“, sagt er, als könne er er nicht fassen, „und sogar vier junge Menschen aus Kiel, die haben hier bis tief in die Nacht geackert, im Auto geschlafen und früh morgens wieder weitergemacht.“ Die Erinnerung daran lässt seine Stimme zittern.

Zuversichtlicher Blick in die Zukunft

Trotz der kritischen Situation versucht die Mehrheit der Bewohner zuversichtlich in die Zukunft zu blicken. Doch dies fällt nicht leicht, zumal Existenzen auf dem Spiel stehen. Viele Bewohner konnten nicht zur Arbeit gehen, weil sie sich in den vergangenen Tagen um ihren Häuser und Wohnungen gekümmert haben, so auch S. Der selbstständige Elektriker war in der Nachbarschaft unterwegs und hat die Stromleitungen gesichert, seine eigentlich anstehenden Aufträge konnte er nicht ausführen. Während er davon erzählt, ringt er um Fassung. Doch er sagt: „Wir hatten ja noch Glück. Wir konnten uns vorbereiten und wurden nicht so plötzlich von der Flut erwischt wie die Menschen in den anderen Hochwassergebieten.“ Was aus seiner Wohnung wird, weiß er nicht. „Aber es gibt immer ein ‚Danach‘, genau wie vor zwei Jahren“, sagt er zuversichtlich. Damals hat er sich ein Foto der überfluteten Uferpromenade auf den Briefkasten drucken lassen. Dieses Mal muss wohl ein neues Foto her.

http://www.ndr.de/regional/schleswig-holstein/lauenburg377.html

Im Deicheinsatz waren Polizeibeamte am heutigen Sonntag in Neu Darchau. Um den Schutzwall weiter abzusichern, mussten vier Polizeitaucher der Technischen Einsatzeinheit aus Oldenburg bis zu drei Meter tief tauchen, um den Deichfuß von der Wasserseite aus zu sichern. Hierbei wurden mehrere 100 Sandsäcke vom Land über das Boot an die Taucher weiter gereicht. Aufgabe der Spezialkräfte war es, Unebenheiten im Deichfuß aufzuarbeiten und den Deich durch das weitere Gewicht der Sandsäcke zu verstärken. Die Taucher mussten aufgrund der starken Strömung der Elbe mit Leinen gesichert werden. „Das war ein Einsatz unter erschwerten Bedingungen, der nur durch die Teamarbeit mit Kollegen der Bereitschaftspolizei umsetzbar war“, so Polizeikommissar Thomas Decker von der Tauchergruppe Oldenburg.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/neu-darchau-polizeitaucher-im-deichschutz-einsatz-31385

Elbe-Wasserstand erreicht Rekordwerte

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Noch weiß keiner, was die nächsten Stunden den Hochwassergebieten im Osten Deutschlands bringen werden. Brennpunkte

sind derzeit Magdeburg und Wittenberge. Viele Menschen mussten ihre Häuser verlassen, um Leib und Leben zu schützen.

So verlief der Sonntag in den Hochwassergebieten

21:32 Uhr: Wann und in welcher Höhe der Elbe-Scheitel die Gemeinden

in Niedersachsen erreicht, ist unklar. Es gab unterschiedliche

Prognosen, die auf die außergewöhnliche hydrologische Lage

zurückgeführt wurden: Während der Katastrophenschutzstab des

Landkreises für Hitzacker 8,20 Meter in der Nacht zum Dienstag

erwartet, rechnet das Wasser- und Schifffahrtsamt Magdeburg für

Donnerstag mit 8,50 Metern.

19:55 Uhr: In der Hochwasser führenden Elbe bei Pirna ist eine Leiche

gefunden worden. Es handle sich mit großer Wahrscheinlichkeit um

einen 74 Jahre alten Bewohner eines nahen Seniorenheimes, teilte das

sächsische Innenministerium am Sonntag mit. Demnach war die Leiche

bereits am Samstagmittag in der Nähe eines Fähranlegers entdeckt

worden. Ob die Person im Wasser ertrunken sei, werde noch ermittelt.

„Derzeit gibt es keine Hinweise auf Gewalteinwirkung“, sagte der

sächsische Innenminister Markus Ulbig (CDU). Der 74-Jährige soll an

Demenz erkrankt gewesen sein und zuvor angedeutet haben, im

Hochwasser helfen zu wollen.

18:45 Uhr: SPD-Parteichef Sigmar Gabriel hat von Bund und Ländern

ein Milliardenprogramm gegen die Schäden durch das Hochwasser

gefordert. Nach der Flut 2002 seien sieben Milliarden Euro aufgebracht

worden. „Jetzt sind die Schäden offensichtlich noch größer. Wir reden

mit Sicherheit über einen zweistelligen Milliardenbetrag“, sagte Gabriel

am Sonntag in Magdeburg. „Sicher werden auch die Länder sich

beteiligen müssen. Aber der Bund muss jetzt sehr schnell und zügig

und ohne große bürokratische Verhandlungen Geld zur Verfügung

stellen.“ Am besten sei es, den Städten und Gemeinden vor Ort das Geld

zu geben. Eine zusätzliche Abgabe oder Steuer sei dafür nicht nötig.

„Wir haben Hunderte von Milliarden für die Bankenrettung zur

Verfügung gestellt. Da wird es uns ja wohl in Deutschland möglich sein,

einen zweistelligen Milliardenbetrag zur Rettung unserer Städte und

Gemeinden auf die Beine zu bekommen“, sagte Gabriel.

18:27 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) will

am Montagmorgen mehrere vom Hochwasser betroffene Orte

besuchen.

17:22 Uhr: „Unglaublich“, entfährt es Bundespräsident Joachim Gauck,

als er in Halle in Sachsen-Anhalt die Zerstörung in den

Hochwassergebieten in Augenschein nimmt. „Man kann sich nicht

vorstellen, was da zu bewältigen ist“, sagt er mit Blick auf die

zerstörerische Kraft der Saale.

16:30 Uhr: Deiche werden seit Jahrhunderten an Flüssen oder Meeren

zum Schutz vor Hochwasser gebaut. Um die Deiche möglichst stabil zu

machen, wird der untere Teil der Außenböschung in der Regel mit

Steinen gepflastert. Darüber werden Erde, Lehm, Kies oder Sand

aufgeschüttet. Meist sind Deiche zwischen 20 und 60 Metern breit.

Werden Deiche bei Hochwasser instabil, sind dafür nach Angaben des

Technischen Hilfswerks (THW) oft Unregelmäßigkeiten beim Bau

verantwortlich. Auch Maulwürfe und Wühlmäuse können gefährlich

werden, da sie den Deich durch den Bau ihrer Gänge aushöhlen.

Rinder, die den mit Gras bepflanzten Deich beweiden, dürfen ein

bestimmtes Gewicht nicht überschreiten, um Schäden zu vermeiden.

Selbst Disteln müssen regelmäßig beseitigt werden, da sie den Deich

mit ihren kräftigen Wurzeln schädigen können.

15:47 Uhr: Die Bundeswehr versuchte mit 700 Soldaten, das

Umspannwerk im Magdeburger Stadtteil Rothensee und damit die

Stromversorgung in Betrieb zu halten.

14:53 Uhr: Auch Pendler und Reisende müssen sich zunehmend auf die

Fluten von Saale und Elbe einstellen. Lange Umwege und viel Geduld

sind gefragt. Wegen des Elbe-Hochwassers ist auch die Bahnverbindung

Hannover-Leipzig unterbrochen.

14:45 Uhr: Magdeburg lässt Stadtteile mit rund 23.000 Bewohnern

östlich der Elbe wegen der Hochwassergefahr räumen. Die Bewohner

des Gebiets vom südlichen Stadtrand bis zur Berliner Chaussee seien

aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen, entschied der

Katastrophenstab der Stadt am Sonntag. Hintergrund sei, dass der

Hochwasserscheitel eine Länge von rund 40 Kilometern habe und

mehrere Tage lang gegen die Deiche drücken werde, wie der Krisenstab

der Landesregierung weiter mitteilte.

13:52 Uhr: Brandenburgs Innenminister Dietmar Woidke (SPD) hat

Katastrophentouristen mit der Polizei gedroht. Schaulustige

behinderten die Arbeit der Einsatzkräfte, warnte der Minister am

Sonntag. Er forderte sie auf, umgehend insbesondere den Bereich um

Quitzöbel (Landkreis Prignitz) zu verlassen. Dort werden am

Nachmittag wie angekündigt die Havelpolder geflutet. „Wir können

dort niemanden brauchen, der da nicht hingehört“, betonte er. Woidke

kündigte Polizeimaßnahmen an, sollten Gaffer nicht umgehend

verschwinden.

13:21 Uhr: Vor allem in der Landeshauptstadt Magdeburg ist die

Situation kritisch. Die Elbe erreichte dort am Sonntagmorgen noch viel

höhere Stände als erwartet. Mit 7,50 Metern stand das Wasser rund 80

Zentimeter höher als bei der Jahrhundertflut 2002. Nachdem der

Stadtteil Rothensee vollzulaufen drohte, brachten sich fast 3000

Einwohner in Sicherheit. Einsatzkräfte kämpfen vor allem um ein

Umspannwerk, das für die Stromversorgung der Stadt wichtig ist. „Wir

müssen auf alles gefasst sein“, sagte Oberbürgermeister Lutz Trümper.

12:57 Uhr: Seit das Elbe-Hochwasser ins sächsische Torgau kam, hat

Carolin Dwaroch einen völlig neuen Job. Statt morgens ins Torgauer

Einwohnermeldeamt zu gehen, schnappt sie sich ihre Gummistiefel und

eine schreiend orangene Schwimmweste. Statt acht Stunden am

Schreibtisch zu sitzen, läuft die 23-Jährige auf einem Deich am

Torgauer Elbufer entlang. Wenn ein Deich zu wackeln droht, merkt sie

es als erste. Sie und ihr Teampartner Steffen Wenzel gehören zu den

unauffälligen Hütern der Elbufer. Deichläufer nennen die

Katastrophenstäbe in Nordsachsen die Hochwasserhelfer, die rund um

die Uhr im Schichtbetrieb alle Schutzanlagen kontrollieren. Allein in

Torgau sind täglich 63 Deichläufer auf zehn Abschnitten an der Elbe im

Einsatz.

12:43 Uhr: An der Donau ist das Hochwasser weitgehend überstanden –

doch zurück bleiben Unmengen Schlamm. „Es ist eine stinkende

Brühe“, sagte ein Stadtsprecher in Deggendorf. Mit schweren

Räumfahrzeugen reinigte die Bundespolizei Straßen von Schlamm und

Treibgut. Bewohner schaufelten die Überreste der Flut aus ihren

Häusern. In einer Schule stapelten sich gespendete Kleidung, Schuhe,

Zahnbürsten und Duschgel. Bäckereien brachten Kuchen und Gebäck.

Die Anteilnahme sei unglaublich, sagte Schulleiter Robert Seif. „Die

Flutkatastrophe schweißt die Menschen im Raum Deggendorf

zusammen.“

Gefängnis in Bückeburg überflüssig geworden Knast zu

verkaufen

12.00 Uhr: In Nord-Brandenburg steht das Schlimmste noch bevor. In

Wittenberge stand die Elbe am Sonntagmorgen mit 7,67 Metern schon

knapp 25 Zentimeter höher als 2002. Am Dienstag werden sogar 8,10

Meter erwartet. Den Einsatzkräften stehe ein tagelanger Kampf gegen

das Hochwasser bevor, sagte ein Sprecher des Koordinierungszentrums

Krisenmanagement. Lautsprecherwagen der Polizei forderten die

Einwohner einiger Stadtteile auf, ihre Wohnungen zu verlassen.

11.12 Uhr: Wegen des rasant gestiegenen Wasserstandes der Elbe soll

die Altstadt von Hitzacker bis Sonntagabend evakuiert werden. Die

rund 280 Bewohner der von Elbe und Jeetzel umflossenen Altstadtinsel

sollten ihre Häuser bis 20.00 verlassen, teilte die Stadt Hitzacker am

Sonntag mit. Die Hochwasserschutzmauer sei in den vergangenen

Tagen so erhöht worden, dass sie einem Wasserstand von 9 Metern

standhalten könne, sagte Pressesprecher Mirko Tügel. Das sei zwar

mehr als der für Dienstag erwartete Rekord-Höchststand von 8,20

Meter. Doch weil Treibgut aus der Elbe die Mauer beschädigen könne,

sollte die Altstadt von Hitzacker vorsichtshalber geräumt werden.

10.47 Uhr: Zur Sicherung der Elbe-Deiche werden im Landkreis

Lüchow-Dannenberg wieder Freiwillige gesucht. Wegen der am

Samstag angehobenen Prognosen für das Elbe-Hochwasser sollten die

Helfer im Kieswerk Tramm Sandsäcke befüllen, teilte der Landkreis am

Sonntag in Lüchow mit. „Wir machen das vorsorglich. Wenn

Deichwachen Schadstellen entdecken, könnten wir dann nachlegen“,

sagte Sprecherin Dörte Hinze. Die Verstärkung der 25 Kilometer langen

Elbe-Deiche im Landkreis sei am Samstag beendet worden. An einigen

Stellen seien die Deiche mit Sandsäcken um bis zu einen Meter erhöht

worden. Für Schnackenburg an der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt

wird in den kommenden Tagen ein Pegelstand von rund 8,20 Metern

erwartet. Am Sonntag (10.00 Uhr) wurden 7,56 Meter gemessen. Der

langjährige Mittelwert liegt dort bei 2,87 Meter, um diese Jahreszeit

eher noch darunter.

10.20 Uhr: Nach einer Drohung mit Anschlägen auf Deiche hat Sachsen-

Anhalt die Überwachung der Anlagen aus der Luft und vom Boden aus

verstärkt. Dies sagte Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht

(CDU) am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa. Ein Drohschreiben sei

mehreren Medien übermittelt worden. „Wir nehmen das

Bekennerschreiben ernst“, sagte der Minister. Es werde nun alles

Erforderliche getan, die Bürger sollten weiterhin die Ruhe bewahren.

Kein Deich sei unbewacht.

10.15 Uhr: Mit dem Besuch eines Gottesdienstes hat Bundespräsident

Joachim Gauck am Sonntag in Sachsen-Anhalt seinen Aufenthalt in

ostdeutschen Hochwassergebieten gestartet. „Man kann sich nicht

vorstellen, was da alles zu bewältigen ist“, sagte Gauck mit Blick auf die

Flutkatastrophe und deren Folgen bei seiner Ankunft in Halle. In der

Marktkirche in Halle gedachten Hunderte Menschender Opfer der

Flutkatastrophe in Deutschland, die ihr Leben, ihr Hab und Gut und

ihre Existenz verloren haben. Gauck will auch mit Helfern der

Flutkatastrophe an der Saale sprechen und eine überflutete Kita

besuchen. Anschließend will er ins sächsische Meißen weiterfahren.

10.10 Uhr: Der Hochwasser-Scheitel der Elbe hat nach neuen Prognosen

Magdeburg noch immer nicht erreicht. An der Strombrücke in der

Innenstadt wurde am Sonntagmorgen ein Rekordwert von 7,45 Metern

bei einer nahezu gleichbleibenden Tendenz gemessen, sagte Hydrologin

Antje Rentsch vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz. Normal sind

2,00 Meter. Bis zum Abend müsse aber mit einem weiteren Anstieg um

fünf bis zehn Zentimeter gerechnet werden. Zwischenzeitlich war

erwartet worden, dass der Hochwasserscheitel Magdeburg am frühen

Sonntagmorgen erreicht.

9.41 Uhr: Der Deutsche Feuerwehrverbands-Präsident Hans-Peter

Kröger droht Katastrophentouristen, sie zur Mithilfe im Kampf gegen

das Hochwasser zu verpflichten. Einsatzleiter könnten jede mindestens

16 Jahre alte Person zum Anpacken heranziehen, sagte er am Samstag

laut Mitteilung. Dafür gebe es eine rechtliche Grundlage.

„Katastrophentourismus ist ein ernstzunehmendes Problem.

Schaulustige blockieren mit ihren Autos Zufahrtsstraßen und

Aufstellplätze, stehen Einsatzkräften im Weg, beeinträchtigen die

Sicherheit von Deichen und bringen sich auch selbst in Gefahr.“

9.10 Uhr: Die Pegelstände der Elbe haben sich in Niedersachsen weiter

den erwarteten Rekordwerten angenähert. In Hitzacker wurden am

Sonntagmorgen 7,35 Meter gemessen, in Neu Darchau waren es 6,93

Meter. Bis Mitte der Woche sollen die Pegelstände nach Berechnungen

der Hochwasserzentrale in Magdeburg auf 8,45 Meter in Hitzacker und

8,40 Meter in Neu Darchau steigen. Das wären bis zu einem Meter mehr

als bei den bisherigen Rekordhochwassern von 2001, 2006 und 2011.

Weil die Prognosen am Samstag erhöht wurden, werden die Elbdeiche

weiter mit Sandsäcken erhöht. In den Kreisen Lüneburg und Lüchow-

Dannenberg herrscht seit einigen Tagen Katastrophenalarm.

9.08 Uhr: In Lauenburg an der Elbe in Schleswig-Holstein müssen viele

Bewohner der Unterstadt ihre Häuser verlassen. Die Evakuierung soll

am Mittag beginnen, sagte ein Sprecher des Krisenstabes am Sonntag.

Die gefährdeten Bereiche müssten bis Montag, 9.00 Uhr geräumt sein,

heißt es in einer Anordnung des Landrates, die im Internet

veröffentlicht wurde. Grund sind die neuen Prognosen der

Hochwasservorhersagezentrale Magdeburg. Danach soll die Elbe an

diesem Donnerstag am Pegel Hohnstorf bei Lauenburg einen

Höchststand von 10,10 Metern erreichen. Dann stünden die tief

gelegenen Teile der Stadt mehr als einen Meter hoch unter Wasser.

Höchster bislang gemessener Wasserstand in Hohnstorf war 9,88

Meter.

9.05 Uhr: Das Rekordhochwasser in Deutschland könnte auch die

Wasserqualität in den Badeseen in diesem Sommer beeinträchtigen.

Unbehandeltes Schmutzwasser aus Kanälen könnte an die Oberfläche

gelangen, wie Markus Venohr vom Leibniz-Institut für

Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin sagte. Auch aus

überfluteten Kläranlagen könnte unbehandeltes Abwasser mit Keimen

in die Gewässer geraten. Baden in den verunreinigten Gewässern kann

zu Magen-Darm-Erkrankungen oder Wundinfektionen an offenen

Stellen führen. Außer Keimen drohen noch andere Belastungen. Es sei

möglich, dass aus Heizungsanlagen in Kellern oder Industrieanlagen Öl

und andere Stoffe ins Wasser geraten sind. „Man konnte bei diesem

Hochwasser auf Luftbildern Schlierenbildung auf Wasseroberflächen

sehen“, sagte Venohr. Andererseits nehme aber auch die Wassermenge

enorm zu, so dass es einen Verdünnungseffekt gebe.

In Flüssen wie der Elbe braucht das Wasser nach Schätzungen von

Venohr von der deutsch-tschechischen Grenze bis nach Hamburg etwa

eine Woche, bei Hochwasser sind es vier bis fünf Tage. „Etwa nach

einer Woche ist alles weg.“ Bei Seen, die mit brauner Schmutzbrühe in

Berührung kamen, sei die Aufenthaltszeit von Stoffen im Wasser jedoch

länger.

8.40 Uhr: Der umkämpfte Damm am Zusammenfluss von Saale und

Elbe ist am Sonntag gebrochen. Dies teilte der Krisenstab der

Landesregierung von Sachsen-Anhalt mit. Er rief rund 150 verbliebene

Menschen im Raum Groß Rosenburg, Breitenhagen, Lödderitz und

Sachsendorf auf, sofort in höhere Gebiete zu flüchten. Betroffen von

der Räumung ist ein Gebiet von mehreren Quadratkilometern an der

Mündung der Saale in die Elbe südlich von Magdeburg. Dort waren am

Wochenende die Hochwasser-Scheitel beider Flüsse zusammengeprallt,

was Prognosen extrem erschwert hatte. Die Bruchstelle befindet sich

zwischen Klein Rosenburg und dem Schöpfwerk Breitenhagen.

8.15 Uhr: Nach einer neuen Prognose könnte am Morgen in Magdeburg

ein Spitzenstand des Pegels an der Strombrücke von 7,50 Metern

erreicht werden, teilte der Krisenstab der Landesregierung mit.

Ursprünglich war mit einem Wert von 7,20 gerechnet worden. Beim

Hochwasser 2002 waren es dort 6,72 Meter. Schwerpunkt des Einsatzes

war ein Umspannwerk im evakuierten Stadtteil Rothensee, das für die

Stromversorgung der Stadt wichtig ist. Neben Bürgern könnten auch

Helfer bei einem Stromausfall lahmgelegt werden, sagte eine

Sprecherin. Die Bundeswehr verstärkte mit 700 Mann einen Deich rund

um die Anlage.

8.11 Uhr: Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) hat die

Bürger ermahnt, Evakuierungsaufforderungen der Stadt auch wirklich

nachzukommen. „Es dient Ihrer eigenen Sicherheit. Bewahren Sie vor

allem Ruhe“, erklärte Trümper in einem neuen offenen Brief in der

Nacht zum Sonntag. Die Stadt hatte vor allem fast 3000 Menschen im

Stadtteil Rothensee aufgefordert ihre Wohnungen zu verlassen. Der

Hochwasser-Scheitel werde die Stadt voraussichtlich an diesem

Sonntag passieren, erklärte Trümper. „Wir müssen auf alles gefasst

sein.“

8.03 Uhr: Die Lage in den Hochwassergebieten im Osten Deutschlands

hat sich in der Nacht zum Sonntag weiter zugespitzt. Vor allem in

Magdeburg und Wittenberge sehen viele Menschen den kommenden

Stunden mit Anspannung entgegen – eine ungewisse Zeit zwischen

Hoffen und Bangen.In Magdeburg steht die Elbe mittlerweile bei 7,43

Meter, wie eine Sprecherin des Krisenstabs am frühen Sonntagmorgen

sagte. Bei dem verheerenden Hochwasser 2002 lag der höchste

Pegelstand bei 6,72 Meter. Wie hoch das Wasser in der nächsten Tagen

noch steigen werde, könne derzeit niemand abschätzen.Ein

Altenpflegeheim wurde geräumt. Auch ein Umspannwerk und der

Stadtteil Rothensee, in dem ein großer Binnenhafen und viel Industrie

angesiedelt ist, sind gefährdet. Die Elbebrücke bei Magdeburg wurde

für den Fern- und Regionalbahnverkehr gesperrt. In Rothensee wurden

die Bewohner aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Die Stadt stellte

Notunterkünfte bereit.

7.55 Uhr: Die Pegelstände in Sachsen sind in der Nacht zum Sonntag

weiter gesunken. Die Lage an der Elbe bleibt aber angespannt –

mindestens bis Montag. Denn noch immer macht das nur langsam

abfließende Wasser den Deichen zu schaffen. In vielen Orten gehen die

Aufräumarbeiten weiter. Ob der angekündigte Regen zu neuen

Problemen führen wird, sei derzeit noch völlig ungewiss, hieß es.

7.50 Uhr: Bundesweit stemmen sich rund 70.000 Feuerwehrleute und

11.000 Bundeswehrsoldaten gegen die Flut. Mindestens sieben

Menschen starben, mehrere werden vermisst. Für die kommenden

Tage sagen Meteorologen schon wieder Starkregen in der Mitte und im

Süden Deutschlands sowie in Tschechien und Polen voraus.

7.45 Uhr: An diesem Sonntag wird Bundespräsident Joachim Gauck im

Katastrophengebiet erwartet. In Halle an der Saale (Sachsen-Anhalt) ist

ein Besuch in einer von der Flut beschädigten Kindertagesstätte

geplant, in Meißen (Sachsen) will er mit Flutopfern und Helfern

sprechen.

dpa/mhu

THW im Dauereinsatz

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Obwohl sich die Hochwasserlage an einigen Flüssen entspannt, sind viele THW-Helfer weiter im Dauereinsatz. Nachfolgend eine Übersicht der Einsätze:

Kräfte des THW-Ortsverbands Weißenfels stellen seit Tagen einen wichtigen Transfer zum Ortsteil Krasslau her, der vom Wasser eingeschlossen ist.  Der Ortsverband Naumburg ist mit seiner Unterstützung der Aufräumarbeiten in Zeitz fertig und folgte dem Hochwasser in  den Landkreis Bitterfeld-Wolfen. Der Ortsverband Merseburg hat nach Aken umgesetzt, hier soll die Fachgruppe Räumen mit dem Radlader Lasten heben und die Sicherungsarbeiten an Deichanlagen unterstützen. Weitere THW-Kräfte stehen in Aken bereit. In Bitterfeld betreiben die Ortsverbände Wolfen, Senftenberg und Rathenow nicht nur ihre eigenen Großpumpen mit 25.000 Litern pro Minute, sondern sie halten auch andere Pumpen am Laufen. In Dessau beginnen die Aufräumarbeiten, nach tagelangem Sandsäckefüllen beteiligen sich die 91 THW-Helfer aus neun Ortsverbänden nun daran, die Sandsäcke von der Autobahn A 9 und den Innenstädten wieder zu entfernen. In Halle an der Saale sinkt der Flusspegel, aber die Arbeit nimmt noch kein Ende. Eine Abwasser-Pumpstation der halleschen Stadtwerke ist vollkommen überflutet und ein Abwasserkanal auf dem Gelände wurde offenbar beschädigt. Der THW-Ortsverband Berlin Treptow-Köpenick versucht, das Objekt von Saalewasser und Abwässern zu befreien, ohne den beschädigten Damm zu gefährden. Während hallesche Einsatzkräfte das Multimedia-Zentrum an der Saline vom Wasser befreien, pumpt der Technische Zug aus Merseburg-Querfurt noch immer die Keller und Straßen der Innenstadt frei. In Schweinitz nahe Wittenberg, wo die Bundespolizei mit Hubschraubern einen Dammbruch abgedichtet hat, sind nun fünf  THW-Fachgruppen damit beschäftigt das Wasser aus den überfluteten Gebieten zurück ins Flussbett der schwarzen Elster zu befördern. Nach Zahna bei Wittenberg eilen die Ortsverbände Simmerath, Rattingen und Mühlheim mit Großpumpen, personell unterstützt werden sie von Aachener THW-Helfern. In Wörlitz unterstützt ein Technischer Zug aus Bochum die Deichsicherung, in Vockerode wurde ebenfalls eine Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen mit Großpumpe stationiert, um den Fluss an seinen üblichen Lauf zu bannen.

http://www.mz-web.de/hochwasser/hochwasser-in-sachsen-anhalt—liveticker-zum-hochwasser–,20642022,23110778.html#akt-button

 

 

Die Katastrophenleitstelle in Lüchow schätzt die Situation am Sonntag Abend so ein, dass in Lüchow-Dannenberg das Hochwasser mittlerweile deutlich langsamer steigt. „Die Zeit der großen Anstiege sollte vorbei sein“, prognostizierte Ernst-August Schulz vom Landkreis Lüchow-Dannenberg am Abend in der Lagebesprechung des Katastrophenstabs im Lüchower Kreishaus.

Der Höchststand wird aktuell für Montagabend in Schnackenburg und Dienstagabend in Hitzacker erwartet. Die Kreisverwaltung rechnet derzeit mit einem Höchststand für Hitzacker von 8,20 m, das sind bis zu 50 cm mehr als der Rekord-Höchststand bei früheren Fluten. Dieser Pegelstand liegt weiterhin im prognostizierten Toleranzbereich.

Ein Arbeitsschwerpunkt lag den Tag über in Neu Darchau. Dort wurde der neu errichtete Notdeich erhöht. Etwa 1600 Kräfte von Feuerwehr, THW und Feuerwehr waren dort den Tag über im Einsatz. Die letzten Arbeiten sollen im Laufe des Abends abgeschlossen werden. Abgeschlossen wurden auch Absicherungsarbeiten in Schnackenburg. Auch der eigens geschaffene Notdeich in Vietze ist in Sicherung.

Weiterer Augenmerk liegt aktuell auf der Verbuschung in einzelnen Bereichen, die im ungünstigsten Fall eine Barrierewirkung entfalten könnte. Fachleute aus dem Katastrophenstab werden diese Bereiche unter anderem am Jasebecker Bogen begutachten und weiter beobachten.

Für den schlimmsten Fall von höher auflaufendem Hochwasser als berechnet und erwartet oder von Deichbrüchen steht die vollständige Logistik für die Evakuierung von etwa 12.000 Klauentieren im Gebiet der Dannenberger Marsch oder ggfs. auch im Bereich des Gartower Deichverbands.

An den Schulstandorten Hitzacker und Gartow dienen alle Schulen als Unterkünfte für Einsatzkräfte. In Dannenberg sind die Nicolas-Born-Schule, das Fritz-Reuter-Gymnasium und die Grundschule betroffen: An diesen Schulen findet kein Unterricht statt. Auch eine Notbetreuung kann nicht sichergestellt werden. Für die übrigen Schulen im Kreisgebiet liegt es im Ermessen der Eltern, ob der Schulbesuch für ihre Kinder zumutbar ist. Grundsätzlich besteht allerdings Schulpflicht.

Weiterhin sind 50 Deichwachen im Einsatz – der Dienstplan steht bis Freitag, 14. Juni.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/aktuelle-lage-einschaetzung-der-katastrophenleitstelle-in-luechow-45185

Scheitelwelle ca. 40 km lang

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Immer noch gibt es Widersprüchlichkeiten über Höhe, Eintreffen und Länge der anrollenden Flutwelle. Doch eins ist sicher: der Scheitelpunkt des Hochwassers rückt immer näher.

Wie der NLWKN am Sonntag Abend mitteilte, liegt der Hochwasserscheitel derzeit im Bereich Magdeburg. Ausserdem sieht die Wasserbehörde ihre Vorhersagen des Vortages bestätigt, nach denen im gesamten niedersächsischen Elbeabschnit mit neuen Rekordwerten gerechnet werden muss. Auch der NLWKN geht von länger andauernden sehr hohen Wasserstände aus – der Flutscheitel soll nach Medienberichten derzeit 40 km betragen. Allerdings prognostiziert der Landesbetrieb immer noch, dass die Höchstwasserstände erst Mitte der Woche eintreffen. Die Kreisverwaltung in Lüchow ist sich allerdings sicher, dass die Spitze der Flutwelle bereits heute Nacht Schnackenburg erreichen wird. Die Spitzen-Pegelstände werden vom NLWKN am Sonntag Abend wie folgt bekannt gegeben:

  • Schnackenburg – 840 cm
  • Dömitz – 765 cm
  • Hitzacker – 850 cm
  • Neu Darchau – 850 cm
  • Hohnstorf – 1015 cm.

Somit würden die bisherigen Rekordwerte 75 bis 80 cm an den Pegeln Schnackenburg, Dömitz, Hitzacker und Hohnstorf überschritten werden. An den Pegeln Neu Darchau bzw. Boizenburg sogar um etwa einen Meter.

Seit heute Mittag gegen 14:00 Uhr werden die Havelpolder über die Wehrgruppe Neuwerben geflutet.

Doch der Landesbetrieb weist darauf hin, dass weiterhin Unsicherheiten zur absoluten Höhe und Dauer des Scheitels bestehen „aufgrund der schwierigen hydrologischen Situation im Bereich der Saalemündung, der extremen Hochwassersituation, nicht vorhersehbarer Lageentwicklungen (Deichbrüche) und der Havelpolderflutung oberhalb von Niedersachsen sowie der Jahreszeit bedingten Vegetation.“

Die Tore des landeseigenen Schöpf- und Sielbauwerkes in Hitzacker sind seit Freitag geschlossen, die Pumpen des Schöpfwerkes gingen Sonntag am frühen Nachmittag in Betrieb, so der NLWKN.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/scheitelwelle-ca-40-km-lang-37598

Die heimlichen Hüter der Elbe

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

 

Hubschrauber, Feuerwehrautos, Sandtransporter – sie alle sind im Hochwassereinsatz ständig in den Medien zu sehen. Doch einige der Helfer bleiben eher unsichtbar – so, wie die Frühwarner an den Deichen.

Seit das Elbe-Hochwasser ins sächsische Torgau kam, hat Carolin Dwaroch einen völlig neuen Job. Statt morgens ins Torgauer Einwohnermeldeamt zu gehen, schnappt sie sich ihre Gummistiefel und eine schreiend orangene Schwimmweste. Statt acht Stunden am Schreibtisch zu sitzen, läuft die 23-Jährige auf einem Deich am Torgauer Elbufer entlang. Wenn ein Deich zu wackeln droht, merkt sie es als erste. Sie und ihr Teampartner Steffen Wenzel gehören zu den unauffälligen Hütern der Elbufer.

Deichläufer nennen die Katastrophenstäbe in Nordsachsen die Hochwasserhelfer, die rund um die Uhr im Schichtbetrieb alle Schutzanlagen kontrollieren. Allein in Torgau sind täglich 63 Deichläufer auf zehn Abschnitten an der Elbe im Einsatz. Fast alle sind so wie Carolin Dwaroch bei der Stadt angestellt. Ihren Kugelschreiber hat sie gegen lange, dünne Metallstäbe eingetauscht, an denen Fetzen aus rot-weißem Absperrband festgeknotet sind.

„Damit markieren wir kritische Stellen, aus denen Wasser sickert“, erklärt die junge Frau. Ihr Abschnitt ist bis jetzt stabil, nur wenige Fähnchen wehen im Wind. Die meisten stehen in Grundwasser, das aus der Erde und nicht durch die Deiche sickert. Protokoll zu führen ist Pflicht für die Deichläufer. Außerdem eine Meldung an den Deichbeauftragten, etwa wenn trübes Wasser aus den Deichen Erdausspülungen anzeigt.

Als sich der Elbescheitel am Freitagabend durch Torgau schob, lief das Team Dwaroch/Wenzel die Nachtpatrouille. Es war die Nacht, in der wenige Kilometer nördlich von ihrem Kontrollabschnitt ein undichter Deich entdeckt wurde. Das Hochwasser schwappte auf mehrere kleine Nachbarorte zu, 500 Menschen sollten sich in Sicherheit bringen.

Die Deiche in ihrem Abschnitt hingegen hielten dem Druck der Wassermassen stand. Bis auf 9,22 Meter stieg das Elb-Hochwasser am Pegel in Torgau. Das seien knapp sieben Meter mehr als normal, sagt Wenzel. Für 9,50 Meter seien die Deiche maximal ausgelegt.

Der groß gewachsene Mann führt eigentlich ein Ingenieurbüro und ist freiwilliger Helfer. Nach dem Sandschippen wechselte Wenzel zu den Deichläufern. „Ich wohne selbst nah an der Elbe. Ich will meine Stadt beim Kampf gegen das Hochwasser unterstützen.“

Eine kurze Einweisung gab es für alle Helfer: Sandsackstapeln, Sicherheitshinweise, theoretisches Wissen. Neuland für Dwaroch, wie die junge Frau sagt. Bei der August-Flut 2002 war sie 12, ihre Erinnerungen sind vage. „Ich habe mit meiner Familie ein wenig geholfen“, erinnert sie sich. „Aber eigentlich haben wir uns mehr gefreut, dass die Schule ausfällt.“

Wenzel war auch 2002 schon als Freiwilliger dabei. „Dieses Mal fällt auf, dass alles viel besser vorbereitet ist“, sagt der Ingenieur. Am Ende seines Deich-Abschnitts zeigt Wenzel auf einen Baum, der 50 Meter vom Deich entfernt von Wasser umspült wird. „Dort ist normalerweise das Ufer“, sagt er. Auch wenn die Pegel langsam fallen, wandern die Deichläufer noch mindestens eine Woche weiter.

Quelle: © dpa

Helden im Hochwasser-Einsatz

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Mühlberg

 

Feuerwehrleute und Wasserretter aus dem Landkreis Dahme-Spreewald helfen seit Tagen in den Hochwasser-Gebieten. Gestern Abend wurde die von Klaus Speiler geleitete Katastrophenschutz-Einheit im brandenburgischen Mühlberg von Feuerwehrleuten aus dem Nachbarkreis Teltow-Fläming abgelöst. Fast zur gleichen Zeit trat die 13-köpfige Sonderrettungsgruppe Wasserrettung des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) den Rückmarsch von Bernburg nach Königs Wusterhausen an.

In Mühlberg an der Elbe war der von Klaus Speiler befehligte Katastrophenschutz-Zug seit Donnerstagabend 24 Stunden ohne Schlaf im Einsatz. Mehrere Stellen, an denen das Wasser bereits durch den Deich sickerte, wurden mit Sandsäcken abgedichtet. „Allein in der Nacht haben wir rund 10 000 Sandsäcke verbaut“, so Speiler.

Tagsüber brannte die Sonne unerbittlich auf die Feuerwehrleute herab. Schweißgebadet transportieren sie kiloschwere Sandsäcke über unwegsames Gelände, die von Hand zu Hand zum Deich gereicht wurden. Schulter an Schulter mit Mühlberger Kameraden, die in unmittelbarer Nähe wohnen. „Diese Nähe zu Feuerwehrkameraden, die um ihr Hab und Gut bangen, war für uns Motivation genug.“

Gegen 17.30 Uhr sackten ganz in der Nähe völlig durchnässte Deichstücke auf einer Länge von 1250 Metern ab. Eine Stunde später traf die Ablösung ein. „Es ist Wahnsinn, was alle 120 Kameraden geleistet haben. Dafür möchte ich allen danken“, so Speiler: „Hoffentlich trägt unsere Hilfe dazu bei, dass der Deich nicht bricht.“

„In der Not haben alle zusammengehalten“, schildert ASB-Wasserretter Sascha Swade seine Eindrücke nach dem Einsatz in Bernburg (Sachsen-Anhalt). Die mit Rettungsbooten, Rettungstransportwagen und Krankenwagen ausgestatteten Helfer kämpften seit Mittwoch in der Kleinstadt gegen die Wassermassen der Saale an. Ein Rettungsboot wurde genutzt, um mit der Polizei Streife zu fahren. Bis in die Abendstunden wurden Familien und deren Haustiere aus ihren überschwemmten Häusern befreit, während der Pegel der Saale immer weiter stieg.

Gemeinsam mit Einwohnern und Feuerwehrkameraden aus Bremen schleppten die Samariter auch nachts Sandsäcke zur Flutbrücke, die verteidigt werden musste, um eine Überschwemmung der Talstadt zu verhindern. „Unser Damm hielt, aber an anderen Stellen brachen die Sandsackdeiche, so dass das Wasser die Stadt flutete“, berichtet ASB-Einsatzleiter Sascha Swade. Donnerstag ging es nach nur wenigen Stunden Schlaf weiter. Die Pegelstände stiegen. Es galt, Sandsäcke zu schleppen, deren Transport zu koordinierten und die provisorischen Dämme zu sichern. Dann kam die Bitte, den Bernburger Tierpark zu evakuieren. Mehrere Ziegen, Vögel und sieben Lamas wurden vom ASB gerettet.

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/ziel/19287264/DE

Nach der Flut: Deggendorfer dürfen in ihre Häuser zurück

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

 

Nach der Flut: Deggendorfer dürfen in ihre Häuser zurück

Die Aufnahmen der bis zu den Dächern überfluteten Häuser und Gebäude im niederbayerischen Landkreis Deggendorf haben schockiert. Inzwischen ist der Pegel der Donau gesunken. Die meisten Menschen dürfen nach dem Hochwasser in ihre Häuser zurück. Was sie vorfinden, ist mit Worten nur schwer zu beschreiben.

Viele Menschen seien am Boden zerstört, zitiert „Spiegel Online“ Roland Vogt, einen Einsatzleiter der Hilfskräfte. „Wenn die Leute von ihren zerstörten Häusern zurückkommen, weiß ich nicht, ob ich nicht sofort einen Sanitäter mitschicken soll“, heißt es in dem Bericht weiter.

Große Solidarität

Viele Menschen in Deggendorf wissen nicht, wie es in den nächsten Tage weitergehen soll. Ein Trost ist zumindest die enorme Solidarität und Hilfsbereitschaft der Mitmenschen.

Die Spenden von Mitbürgern und Firmen stapeln sich in den trocken gebliebenen Ortsteilen. Kleidung und Schuhe für Erwachsene und Kinder, Zahnbürsten, Rasierer, Duschgel. Alles liegt säuberlich aufgereiht in der Aula einer Schule. Und es wird immer mehr.

Die Anteilnahme und Hilfsbereitschaft der Menschen sei unglaublich, sagte Schulleiter Robert Seif. Auch am Wochenende werde die Spenden-Stelle geöffnet bleiben.

Es sei aber gar nicht so einfach, solche Spenden anzunehmen, sagte Einwohnerin Sabrina Meyer. „Viele Menschen haben halt eine Scheu davor, weil man nicht weiß, bei wem man sich bedanken soll.“

Wie das Technische Hilfswerk berichtete, seien neben Abpumpen und Aufräumen auch Abstützarbeiten an hochwassergeschädigten Gebäuden nötig. Besorgt zeigte sich das THW angesichts der Wettervorhersagen, die Starkregen für die Mitte und den Süden Deutschlands ankündigen.

Schäden noch nicht abzusehen

Die genauen Schäden der Hochwasserkatastrophe sind bislang noch gar nicht abzusehen. Nach Schätzungen des Bundeslandwirtschaftsministeriums vom Freitag beläuft sich der bundesweite Schaden alleine für die Bauern derzeit auf rund 172 Millionen Euro, mit steigender Tendenz.

http://www.t-online.de/nachrichten/specials/id_63769572/hochwasser-deggendorf-so-schlimm-sieht-es-nach-der-donau-flut-aus.html

Prognose erschreckt Norddeutschland

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Unterdessen wappnen sich die weiter nördlich gelegenen Elbanrainer gegen die steigenden Fluten. In Lauenburg in Schleswig-Holstein wies der Katastrophenstab die teilweise Evakuierung der Stadt an. Gleiches galt für Hitzacker in Niedersachsen. Auch im Landkreis Lüneburg, wo der Scheitel zur Wochenmitte erwartet wird, wird fieberhaft an der Erhöhung der Deiche gearbeitet. Nach den Prognosen wird das Wasser „dann wenige Zentimeter unter der Deichkrone stehen“.

http://www.t-online.de/nachrichten/specials/id_63774670/hochwasser-2013-weitere-stadtteile-von-magdeburg-werden-geraeumt.html

Ost-Magdeburg wird komplett geräumt

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Madgeburg

 

Das Rekordhochwasser der Elbe hat die Lage in Sachsen-Anhalt dramatisch zugespitzt. 23.000 Einwohner der Landeshauptstadt Magdeburg wurden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Im besonders bedrohten Stadtteil Rothensee gab es Zwangsevakuierungen. Am Samstagabend waren dort bereits 3000 Anwohner evakuiert worden. Betroffen sind auch Menschen in den Ortschaften Pechau und Randau-Calenberge sowie allen ostelbischen Stadtteilen.

Die Lage in Magdeburg ist besonders kritisch, weil sich laut Hochwasserzentrale der Scheitel des Elbehochwassers über eine Länge von 40 Kilometern erstreckte. Dies sei der längste jemals in Deutschland gemessene Hochwasserscheitel. Die Deiche würden dadurch mehrere Tage belastet.

Pegel sinkt leicht

Am späten Nachmittag sank der Pegel in Magdeburg um rund zwei Zentimeter, wie das Landesamt für Hochwasserschutz mitteilte. Für Prognosen sei es aber noch zu früh. Der Leiter des Katastrophenstabes der Stadt, Holger Platz, sagte: „Ich denke, es spricht auch einiges dafür, dass wir jetzt den Scheitel erreicht haben.“ Dies sei aber noch kein Befreiungsschlag. Deiche könnten auch bei sinkenden Pegelständen noch brechen. „Man kann keine Entwarnung geben, noch nicht.“

Am Mittag stand die Elbe in Magdeburg noch bei 7,50 Meter. Bei dem verheerenden Hochwasser 2002 lag der höchste Pegelstand bei 6,72 Meter. Am Vormittag war es zudem zu zwei Deichbrüchen außerhalb der Stadt gekommen.

http://www.t-online.de/nachrichten/specials/id_63774670/hochwasser-2013-weitere-stadtteile-von-magdeburg-werden-geraeumt.html

 

„Wie ist die Lage?“ – das ist wohl die zurzeit am häufigsten gehörte Frage in Lüchow-Dannenberg – mit Blick auf das Hochwasser. Hier in aller Kürze „die Lage“ heute gegen 16.30 Uhr:

„Erstaunlich gefasst“ nehmen die Menschen in Hitzacker die Nachricht auf, dass sie ihre Häuser und Wohnungen auf der Stadtinsel und nahen Straßen verlassen sollen. So fasst Petra Steckelberg, Erste Samtgemeinderätin der SG Elbtalaue, die Atmosphäre im Elbestädtchen zusammen. Die als Notunterkunft bereit gestellte Turnhalle werde voraussichtlich nicht benötigt, die von der Evakuierung Betroffenen haben private Quartiere gefunden. Es seien auch schon Ferienwohnungen als Übergangsobdach angeboten worden. Konsequent wird ab heute 20 Uhr der Evakuierungsbereich gesperrt. Nur in dringenden Fällen wird eine Ausnahmegenehmigung zum Betreten der Stadtinsel erteilt, und die Polizei kontrolliert genau, wer das Areal betritt und es wieder verlässt.

In Neu Darchau sind die Einsatzkräfte weiter damit beschäftigt, die Schäden am Notdeich zu beseitigen, und in Wussegel werden zusätzliche Sandsäcke aufgeschichtet, um den Schutz vor der heran rollenden Flut zusätzlich zu verstärken.

Mehrere Menschen in Vietze haben ihr Hab und Gut mittlerweile in obere Etagen gebracht. Ist bereits eine  Evakuierung des Ortes geplant? Nein, heißt es aus der Kreisverwaltung.

Immer wieder werden Behörden gefragt, ob und wie lange die Dömitzer Brücke gesperrt ist. Sie ist nicht gesperrt, zurzeit ist sie frei befahrbar.

Auch außerhalb des unmittelbar durch die Elbe gefährdeten Raumes herrscht teilweise Angst vor Überflutung. „Hält der Deich?“ „Kommt das Wasser auch zu uns?“, wird mancherorts im nördlichen Kreisgebiet gefragt. Hier und dort wurden bereits Möbel und elektronische Geräte in Sicherheit gebracht. Wie hoch das Wasser gestiegen ist, zeigt sich beispielsweise am Deich der Landesstraße in Grippel (Foto).

Mit Besorgnis blicken die Menschen hierzulande auch nach Magdeburg, auf den Deichbruch und auch nach Dömitz. Dort hat das Wasser schon das Areal des Hafenhotels überspült.

Nach wie vor werden Sandsäcke benötigt. Auch Helferinnen und Helfer in den Füllstationen sind dort sehr willkommen.

Die nächste Lagebesprechung des Katastrophen-Einsatzstabes beginnt um 18 Uhr.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/die-lage-gegen-16-30-uhr-weitere-sandsaecke-benoetigt-51050

THW aus Neuruppin wurde nach Sachsen-Anhalt beordert

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Wittenberge

 

Der Alarm kam dann doch schneller als erwartet. Gestern kurz nach 15 Uhr rückte das Technische Hilfswerk (THW) aus Neuruppin zum Hochwasser aus – zehn Leute mit drei Fahrzeugen voller Pumpen, Rohre und Spezialtechnik. Noch am Donnerstag hatte der Neuruppiner THW-Chef Burkhard Pätzold mit einem Einsatz der Neuruppiner bei Wittenberge in der Prignitz gerechnet. Doch der erste Notruf kam aus einer anderen Richtung: aus Jessen bei Wittenberg in Sachsen-Anhalt, deutlich weiter im Süden.

Dort hat das Hochwasser die Deiche derart durchgeweicht, dass sie dem Druck der Wassermassen nicht mehr standhalten. „Die Lage rund um Jessen spitzt sich gerade enorm zu“, sagt Pätzold. Die Helfer werden so schnell wie irgend möglich erwartet.

Jessen kennen die Neuruppiner THWler schon. 2010 waren sie dort schon einmal im Hochwassereinsatz. „Wir sind mit der Situation vertraut“, sagt Pätzold. Für den Führungsstab war das ein wesentlicher Grund, ausgerechnet die Truppe aus Neuruppin anzufordern – trotz 160 Kilometer Anfahrt.

Burkhard Pätzold ging gestern davon aus, dass Jessen nicht der einzige Einsatzort für das THW aus Neuruppin bleibt. Wahrscheinlich würden die Helfer schon nach wenigen Tagen weiter nach Norden verlegt, in die Prignitz.

Dort droht ein noch viel höherer Hochwasserstand als zuletzt angenommen. Das Landesumweltamt hat ein Hochwasserlagezentrum in Neustadt (Dosse) eingerichtet. Von dort hieß es, das Wasser bei Wittenberge könnte bis Dienstag auf bis zu 8,10 Meter steigen. Beim sogenannten Jahrhunderthochwasser 2002 waren es 7,34 Meter. Für viel mehr sind auch die sanierten Deiche an der Elbe nicht ausgelegt.

Immer mehr Helfer machen sich auf in das Krisengebiet an der Elbe. Vier junge Frauen der Akademie für Gesundheits- und Soziaberufe aus Neuruppin hatten sich über Facebook im Internet über die Lage informiert und sich dann auf den Weg nach Wittenberge gemacht. An der alten Ölmühle helfen sie seit zwei Tagen, Sandsäcke zu füllen. Die Unterstützung aus ganz Brandenburg ist enorm. Mittlerweile haben sich so viele Helfer gemeldet, dass es erste Probleme gibt, Unterkunft und Verpflegung für noch mehr Freiwillige sicherzustellen,wenn die sich nicht selbst darum kümmern können.

Unterdessen werden immer mehr professionelle Helfer an die Elbe verlegt. Kolonnen von Feuerwehrautos fuhren mit Blaulicht und Martinshorn gestern durch Neuruppin in Richtung Prignitz. Sie kamen unter anderem aus Oberhavel und dem Barnim.

Wann die Feuerwehren aus Ostprignitz-Ruppin angefordert werden, war gestern noch nicht sicher. Kreisbrandmeister Wolfgang Hohenwald rechnet damit, dass die Leute am Sonntag alarmiert werden könnten: „Wahrscheinlich aber erst in der nächsten Woche, man schont uns noch.“ 100 bis 120 Feuerwehrleute aus dem Kreis Ostprignitz-Ruppin könnten an die Elbe fahren. Hohenwald: „Wir haben das alles mit dem Lagezentrum besprochen.“ Die Helfer werden wohl vor allem von den freiwilligen Feuerwehren im Altkreis Neuruppin kommen, hieß es gestern von dort.

Feuerwehrleute aus dem Raum um Neustadt werden auf kleinen Fall in die Prignitz geschickt. Sie werden im Neustädter Bereich selbst dringend gebraucht. Auch gestern war noch nicht klar, ob die riesigen Überschwemmungsflächen bei Babe südlich von Neustadt und im angrenzenden Havelland geflutet werden, um die Elbe etwas zu entlasten. Mehrere Millionen Kubikmeter Wasser könnten dann aus der Havel in die sogenannten Polder abfließen. Im Amt Neustadt wurden gestern erste Straßen gesperrt. Niemand soll den Deichen an der Havel mehr zu nahe kommen.

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/ziel/19287264/DE

Entlastung für Elbe: Havelpolder werden geflutet

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Havel

 

Zur Entlastung der Elbe-Hochwasserregion rund um Wittenberge in Nordbrandenburg werden seit Sonntagnachmittag Polder an der Havel geflutet. Stück für Stück werden in Quitzöbel (Sachsen-Anhalt) an der Landesgrenze die Wehre ähnlich wie Garagentore heruntergelassen. Dadurch fließe das Wasser der Elbe in die Havel, sagte Kurt Augustin, Abteilungsleiter Wasser beim Landesumweltministerium, am Sonntag. Das komplette Herunterlassen der Tore sei frühestens Montagmittag abgeschlossen. Erst dann schießen laut Angaben pro Sekunde rund 300 Kubikmeter Elbewasser in die Havel und die angrenzenden Polderflächen. Mit der Flutung soll der Hochwasserscheitel gekappt werden.

Zuletzt war das Wehr in Quitzöbel beim Hochwasser 2002 geöffnet worden. Bei sinkendem Pegelstand wird der Vorgang wieder rückgängig gemacht: das Wasser wird aus der Havel in die Elbe zurückgeleitet.

Polder sind von Deichen umgebene Gebiete, die bei Hochwasser absichtlich geflutet werden. Die ansonsten landwirtschaftlich genutzten Flächen liegen etwa 30 Kilometer vor Wittenberge bei Neuwerben. Sie können etwa 250 Millionen Kubikmeter Wasser aufnehmen. (dpa/bb)

Deggendorf leidet − alle helfen: Ein Parkhaus als Spendenlager

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

 

Die Donau hat vielen Bürgern alles genommen, jetzt kommen sie an den Strom zurück, um sich mit dem Notwendigsten einzudecken. Kreisjugendring und Stadt Deggendorf haben das noch nicht in Betrieb genommenen Parkhaus Deichgärten direkt an der Donau in ein gigantisches Spendenlager verwandelt. Von der Zahnbürste bis zur Matratze bekommen Flutopfer hier unbürokratisch alles, was sie brauchen − und das ist momentan vor allem Putzzeug. Die Spendenbereitschaft aus ganz Deutschland ist riesig.

Der rechte Teil des Parkhauses ist bummvoll mit Hilfsgütern. Kleidung (zum Teil nagelneu) und Schuhe sind nach Größen sortiert. Doch davon gibt es hier mittlerweile mehr als genug: „Bitte vorerst keine Kleidung mehr“, wendet sich KJR-Geschäftsführer Martin Hohenberger deshalb an die vielen Spender. Jetzt seien erst einmal professionelle Anlieferer gefragt. „Wir brauchen derzeit in erster Linie Waschmaschinen, Trockner, Kühlschränke, Werkzeug, Eimer, Schaufeln, Besen, Arbeitshandschuhe oder Wäscheständer“, informiert er.

Der Kreisjugendring kooperiert über das Projekt „Deggendorf räumt auf“ mit der Hochschule und mit dem Restaurant Mundart im Mühlenweg, wo vier Köche zentral gespendete Lebensmittel verkochen − in mittlerweile sehr großen Mengen für Helfer und Bedürftige. Wurde zunächst am Parkhaus Deichgärten nur angeliefert, kommen mittlerweile auch viele, um sich etwas zu holen. „Niemand muss Scheu haben, diese Hilfe anzunehmen. Ich möchte Mut machen, die Sachen abzuholen“, ermuntert der Hauptorganisator.

http://www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_deggendorf/

 

Seelsorger begleitet Evakuierung – Strom und Gas nicht abgeschaltet

Angesichts der bevorstehenden Evakuierung werden die Informationsteams der Verwaltung nochmals jeden Haushalt in dem betroffenen Gebiet in Hitzacker aufsuchen und die Anwohner einzelfallbezogen informieren. Der Notfallseelsorger des Landkreises Lüchow-Dannenberg, Pastor Bernd Paul Paul, wird die Evakuierung begleiten. Die Polizei wird ab 20 Uhr das Gebiet zur Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung bestreifen. Strom und Gas werden erst bei einer Überflutung der Hochwasserschutzwände abgeschaltet. Dies ist aus heutiger Sicht aber nicht zu erwarten, teilt die SG-Verwaltung Elbtalaue mit.

http://wendland-net.de/ticker/hochwasser2013?pn=0

Starkregen: Behörde rechnet mit erneutem Pegelanstieg

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

 

Es kehrt keine Ruhe ein an den Hochwasser-Brennpunkten in der Region. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagt ab Sonntag wieder vermehrt Stark- und Dauerregen voraus. Laut Hochwassernachrichtendienst Bayern steigen dadurch die Pegel − auch an der Donau − wieder merklich.

Vereinzelt können in kurzer Zeit über 25 Liter Regen pro Quadratmeter fallen – auf 24 Stunden gesehen sogar bis zu 50 Liter. Das PNP-Verbreitungsgebiet ist vor allem ab der Nacht auf Montag betroffen. Laut DWD regnet es bis in die Nacht zum Dienstag hinein.

„Auf Basis der Starkniederschlagsprognosen zeigen die Wasserstands- und Abflussvorhersagen ab Montag deutliche Wiederanstiege der Pegel in Meldestufe 1 und 2“, so der Hochwassernachrichtendienst. Vereinzelt sei sogar ein noch stärkeres Ansteigen möglich.

http://www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_deggendorf

Für Flutopfer zählt jede Spende

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Auf die Hochwasser-Katastrophe folgen die Spenden. Die Solidarität mit den Opfern in Passau, Dresden und Deggendorf ist groß – aber in der Breite noch nicht so groß wie bei der Jahrhundertflut vor elf Jahren. In Magdeburg kämpfen Helfer indes weiter verzweifelt gegen das Wasser.

Nach der Flutkatastrophe in Ost- und Süddeutschland läuft eine Spendenwelle: Die betroffenen Städte und Gemeinden sammeln Geld und Alltagsgegenstände für Menschen, die im Hochwasser ihr Hab und Gut verloren haben. Doch so stark wie bei der Jahrhundertflut 2002 ist die Hilfsbereitschaft einer dpa-Umfrage zufolge noch nicht überall.

«2002 gab es eine riesige Spendenwelle. Wir haben damals 140 Millionen Euro Spenden bekommen. So stark ist das diesmal nicht», sagte Stephanie Krone, Sprecherin des Bundesverbandes des Deutschen Roten Kreuzes.

In der vom Hochwasser schwer betroffenen bayerischen Stadt Deggendorf stapeln sich hingegen schon die Spenden für die Hochwassergeschädigten. Kleidung, Schuhe, Zahnbürsten, Duschgel liegen säuberlich aufgereiht in der Aula der Schule – und es kommt immer mehr. Bäckereien bringen Kuchen und Gebäck. Die Anteilnahme sei unglaublich, sagte der Leiter der Mittelschule, Robert Seif. «Die Flutkatastrophe schweißt die Menschen im Raum Deggendorf zusammen.»

FC Bayern kommt in Drei-Flüsse-Stadt

In Passau bieten viele Firmen Rabatt-Aktionen und Gutscheine für Hochwasser-Geschädigte an. Der FC Bayern München will für ein Benefiz-Fußballspiel in die hochwassergeschädigte Stadt kommen. Auch einige Prominente haben inzwischen Hilfe für die Flutopfer zugesagt. Fußballer Michael Ballack will mindestens 100.000 Euro aus dem Erlös seines Abschiedsspiels in Leipzig spenden, Musiker Peter Maffay gibt 100.000 Euro aus den Einnahmen seines Konzerts in Leipzig.

Auch Moderator und Comedian Oliver Pocher spendet seinen 80.000 Euro-Gewinn aus einer RTL-Spielshow für Hilfe in den Hochwassergebieten. In der zweiten Ausgabe von Alle auf den Kleinen am Freitagabend setzte er sich gegen seine Herausforderer durch und strich die Gewinnprämie ein. Er betrachte die Spende in Anbetracht der verheerenden Situation als Selbstverständlichkeit, sagte Pocher laut einer Mitteilung des Senders vom Samstag in Köln.

Hilfsbereitschaft ist allerorten groß

Auf dem Spendenkonto der Diakonie Mitteldeutschland kommen hingegen erst langsam Hilfsgelder an. «Bis jetzt lief da noch nicht so wahnsinnig viel ein», sagte ein Sprecher. «Wir erleben vor Ort aber eine große Unterstützungsbereitschaft und sind optimistisch, dass das bald auch in eine große Spendenbereitschaft umschlägt.»

Eine besonders große Welle der Hilfsbereitschaft erlebte die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, nachdem die Fluten der Weißen Elster das Greizer Sommerpalais samt klassizistischem Park völlig verwüstet hatten.

http://www.news.de

 

Als ob Magdeburg, Dresden und die anderen überschwemmten oder vom Hochwasser bedrohten Städte nicht schon genug Sorgen hätten, droht neues Ungemach. Ein Tiefdruckgebiet bringt neben Gewittern auch Dauerregen.

Das Wetter tut den Hochwasserregionen in Deutschland keinen Gefallen. Von Frankreich kommt ein Tiefdruckgebiet, das neben teils unwetterartigen Gewittern auch Dauerregen bringt. Diese Kombination mache die Lage weiterhin brisant, so der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach.

In einem Gebiet von Thüringen über Sachsen bis zur Lausitz sowie in Bayern könnten bis Montagmorgen innerhalb weniger Stunden örtlich bis zu 50 Liter Regen je Quadratmeter fallen. Die Oberläufe kleinerer Flüsse und Bäche könnten anschwellen. In Bayern drohe am Montag dann auch großflächig starker Regen.

Am heftigsten wird es nach bisherigen Vorhersagen das Allgäu treffen. Weiter im Norden sollen starke Regenfälle dagegen ausbleiben. Zwar seien die neuen Niederschläge nicht mit den Mengen der vergangenen Woche zu vergleichen, sagte DWD-Experte Christian Herold. Da sie aber in kurzer Zeit fielen und die Böden mit Wasser gesättigt seien, könnte der starke Regen für erhebliche Probleme sorgen. Am Dienstag werde sich dann auch im Süden ein Hochdruckgebiet durchsetzen.

 

 

http://www.news.de

Hohenweiden: Probleme durch Druckwasser

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

 

In und um Hohenweiden macht den Menschen Druckwasser zu schaffen, das durch den hohen Pegel der Saale nicht ablaufen kann. Außerdem hat die Saale in Benkendorf ein Siel sowie den Deich überspült.

Auch dieses Wasser fließt Richtung Hohenweiden. Dadurch ist der Kiessee um 94 Zentimeter gestiegen. Die Wasserskianlage ist bereits überflutet. Ein Krisenstab sucht derzeit nach einer Lösung.

http://www.mz-web.de/hochwasser/hochwasser-in-sachsen-anhalt—liveticker-zum-hochwasser–,20642022,23110778.html#akt-button

Hitzacker: Evakuierungsgebiet bis 20 Uhr verlassen!

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Hitzacker

 

Nach  der aktuellen Hochwasserentwicklung tritt in Hitzacker  der Hochwasserscheitel  schneller ein als bisher vorhergesagt. Der prognostizierte Höchststand von 8,45 m wird bereits zwischen Montag abend und Dienstag früh in Hitzacker erwartet. Dies teilt soeben die SG-Verwaltung Elbtalaue mit.

Am heutigen Sonntag um 10.44 Uhr stand der aktuelle Wasserpegel bereits bei 7,44 cm. Die vorsorgliche Evakuierung ist nach der Hochwasserschutzzonenverordnung für die Stadtinsel und einige andere Bereiche bei einem Pegel von 7,76 m vorgesehen. Da dieser Stand voraussichtlich noch heute eintritt, werden alle betroffenen Bewohner und Bewohnerinnen informiert, dass nach der Verordnung eine Verlassenspflicht  besteht und sie werden gebeten, ihre Häuser und Wohnungen freiwillig bis 20 Uhr  zu verlassen. Die Informationsteams sind dabei die Anwohner einzelfallbezogen zu informieren. Das DRK steht nach Absprache bereit, bedürftige Personen zu transportieren, wenn diese es wünschen. Die Polizei wird sich um die Sicherung des betroffenen Gebietes kümmern. Noch vorhandene Fahrzeuge sind ebenfalls bis 20 Uhr zu entfernen. Bei Nichtentfernung werden diese auf  Kosten der Eigentümer abgeschleppt und auf dem Parkplatz Rieselweg umgesetzt.

http://wendland-net.de/ticker/hochwasser2013?pn=0

Wittenberge

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Wittenberge

 

In Nord-Brandenburg steht das Schlimmste noch bevor. In Wittenberge stand die Elbe am Sonntagmorgen mit 7,67 Metern schon knapp 25 Zentimeter höher als 2002. Am Dienstag werden sogar 8,10 Meter erwartet. Den Einsatzkräften stehe ein tagelanger Kampf gegen das Hochwasser bevor, sagte ein Sprecher des Koordinierungszentrums Krisenmanagement. Lautsprecherwagen der Polizei forderten die Einwohner einiger Stadtteile auf, ihre Wohnungen zu verlassen.

http://www.haz.de/Nachrichten/Panorama/Uebersicht/Der-Kampf-gegen-das-Hochwasser-in-Deutschland

Hochwasser: Deggendorf rechnet mit halber Milliarde Euro Schaden

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

Im Landkreis Deggendorf sind die Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser auch am Sonntag in vollem Gange. Die Gefahr eines Deichbruchs bestehe nicht mehr, der Donaupegel sinkt. Aber der Katastrophenfall wurde noch nicht aufgehoben – „Fischerdorf und Teile von Niederalteich stehen noch immer unter Wasser“, sagte der Sprecher des Landratsamts, Josef Ehrl. Die Schäden im Landkreis schätzte der Sprecher ganz grob auf 500 Millionen Euro.

In Niederalteich fließt das Wasser von selbst ab – „der Dreck bleibt zurück“, sagte Ehrl. Aber „Fischerdorf ist problematischer“. Mit Baggern wurde der Deich an einer Stelle geöffnet, damit die Brühe abfließen kann. Außerdem sind fünf Hochleistungspumpen von der Größe von Kleinwagen im Einsatz, wie sie normalerweise in Schöpfwerken oder im Bergbau eingesetzt werden. Das könne noch bis Dienstag dauern, bis auch Fischerdorf wieder begehbar wird, sagte der Sprecher. In Fischerdorf sind auch viele Betriebe angesiedelt.

Immer noch könnten annähernd 3000 Menschen nicht in ihre Häuser zurück. In Niederalteich dagegen seien viele schon wieder betretbar. „Aber es ist noch kein Strom drin“, sagte Ehrl. Leitungswasser dagegen fließe. Sperrmüll, den die Bewohner an die Straße stellten, werde sofort abtransportiert – Müllabfuhr, Technisches Hilfswerk und Bundeswehr sind im Einsatz. Auch mit Wasserwerfern werden die Straßen gesäubert.

Die Hilfs- und Spendenbereitschaft sei aber sehr groß. Gut 2000 freiwillige Helfer arbeiteten mit. Es gehe ein Strom von Kleider- und Sachspenden ein, auch Geld werde gespendet.

Schadenslage in Passau

Die Zerstörung, die sich nach dem Abfließen des Hochwassers aus Passau nun zeigt, ist enorm: 1200 Schadensfälle wurden bislang gemeldet, 800 davon begutachtet. Allein bei den Schäden an Privathäusern und Kleinbetrieben „werden wir die 100 Millionen zumindest annähernd erreichen“, sagte ein Rathaussprecher. Dazu kämen die Schäden bei großen Firmen und bei kommunalen Einrichtungen wie Theatern, Museen, Kitas oder Straßen.

http://www.pnp.de

Am Vormittag entschied sich die Einsatzleitung, die mühselig errichteten Notdeiche im tiefer gelegenen Westteil des Ortes „kontrolliert durchsickern“ zu lassen, um ein eventuelles Durchbrechen der Wasserbarrieren zu verhindern.

Nun konzentrieren sich alle Kräfte darauf, die Pumpstation des Klärwerks am Friedhof gegen die Wassermassen zu schützen. Betroffene Anwohner sind am Vormittag über die Entscheidung informiert worden und haben bereits mit zahlreicher Unterstützung von anderen Dorfbewohnern begonnen, ihr Hab und Gut in höher gelegene, als sicher geltende Gebäude zu bringen.

Am Sonntag Morgen hatte der Pegel bei Vietze bereits den Rekord-Wasserstand von 6,32 m erreicht – 2 cm mehr als beim Hochwasser im Januar 2011 gemessen worden war. In Vietze werden noch weitere 50 cm Wasserzufluss erwartet.

http://wendland-net.de/ticker/hochwasser2013?pn=0

Gothaer Tierpark-Crew im Fluthilfe-Einsatz

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von Generaldirektor in Tier Fluthilfe

Gothaer Tierpark-Crew im Fluthilfe-Einsatz

07.06.2013, Gothaer Tierpark-Crew im Fluthilfe-Einsatz. Am späten Die verpackten Tiere wurden von den Zoos in Halle und Leipzig übernommen. Mit dem

Hitzacker

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Hitzacker

 

Wegen des rasant gestiegenen Wasserstandes der Elbe soll die Altstadt von Hitzacker bis Sonntagabend evakuiert werden. Die rund 280 Bewohner der von Elbe und Jeetzel umflossenen Altstadtinsel sollten ihre Häuser bis 20.00 verlassen, teilte die Stadt Hitzacker am Sonntag mit. Die Hochwasserschutzmauer sei in den vergangenen Tagen so erhöht worden, dass sie einem Wasserstand von 9 Metern standhalten könne, sagte Pressesprecher Mirko Tügel. Das sei zwar mehr als der für Dienstag erwartete Rekord-Höchststand von 8,20 Meter. Doch weil Treibgut aus der Elbe die Mauer beschädigen könne, sollte die Altstadt von Hitzacker vorsichtshalber geräumt werden.

http://www.haz.de/Nachrichten/Panorama/Uebersicht/Der-Kampf-gegen-das-Hochwasser-in-Deutschland

 

Einige harren aus in der Geisterstadt Mühlberg

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Mühlberg

von Sandra Dassler

Fast alle Einwohner haben Mühlberg aufgrund des Hochwassers verlassen. Nur einige wenige harren aus und hoffen, dass die Pegel weiter sinken. Ein Besuch in einem verrammelten Ort, der einer Geisterstadt gleicht.

Verlassen liegt die Schloßstraße von Mühlberg in der Mittagssonne, die langsam dunklen Gewitterwolken weichen muss. Die Jalousien aller Häuser sind geschlossen, vor den Türen türmen sich Sandsäcke, die Stille in der Geisterstadt wird nur vom Dröhnen eines Hubschraubers unterbrochen, der die Deiche entlang der Elbe abfliegt.

Nur der Pferdefleischer wohnt noch in der Schloßstraße. Peter Christen hat zwar seine Familie vor der drohenden Überflutung in Sicherheit gebracht, er selbst ist aber einer der wenigen Mühlberger, die dem Evakuierungsaufruf nicht gefolgt und in der Stadt geblieben sind. „Ich habe sehr viel Fleisch in meinen Kühlhäusern gelagert“, sagt er: „Wenn die Deiche brechen und das Wasser kommt, würde hier sofort der Strom abgeschaltet werden und alles verderben.

“ Deshalb hat sich Christen ein Notstromaggregat besorgt. Immerhin hat er die nach dem Krieg von seinem Großvater gegründete Pferdefleischerei schon über das Jahrhunderthochwasser von 2002, die Flut von 2006, den Tornado 2010 und sogar den Pferdefleischskandal gerettet. Letzterer habe ihm zumindest nicht geschadet, sagt Peter Christen: „Warum auch? Pferdefleisch ist gesund.“ Christen hat keine Angst vor dem Wasser. Sein Haus ist stabil, er wohnt im 2. Stock, bis dahin wird es nicht steigen. Außerdem ist er inzwischen etwas optimistischer. Schließlich fallen die Pegel.

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Hochwasser in Brandenburg Einige harren aus in der Geisterstadt Mühlberg

09.06.2013 10:24 Uhrvon

Das Gelände eines Bootshauses an der Elbe ist in Mühlberg (Brandenburg) bereits überflutet. Foto: dpa
Das Gelände eines Bootshauses an der Elbe ist in Mühlberg (Brandenburg) bereits überflutet. – Foto: dpa

Fast alle Einwohner haben Mühlberg aufgrund des Hochwassers verlassen. Nur einige wenige harren aus und hoffen, dass die Pegel weiter sinken. Ein Besuch in einem verrammelten Ort, der einer Geisterstadt gleicht.

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Verlassen liegt die Schloßstraße von Mühlberg in der Mittagssonne, die langsam dunklen Gewitterwolken weichen muss. Die Jalousien aller Häuser sind geschlossen, vor den Türen türmen sich Sandsäcke, die Stille in der Geisterstadt wird nur vom Dröhnen eines Hubschraubers unterbrochen, der die Deiche entlang der Elbe abfliegt.

Nur der Pferdefleischer wohnt noch in der Schloßstraße. Peter Christen hat zwar seine Familie vor der drohenden Überflutung in Sicherheit gebracht, er selbst ist aber einer der wenigen Mühlberger, die dem Evakuierungsaufruf nicht gefolgt und in der Stadt geblieben sind. „Ich habe sehr viel Fleisch in meinen Kühlhäusern gelagert“, sagt er: „Wenn die Deiche brechen und das Wasser kommt, würde hier sofort der Strom abgeschaltet werden und alles verderben.

“ Deshalb hat sich Christen ein Notstromaggregat besorgt. Immerhin hat er die nach dem Krieg von seinem Großvater gegründete Pferdefleischerei schon über das Jahrhunderthochwasser von 2002, die Flut von 2006, den Tornado 2010 und sogar den Pferdefleischskandal gerettet. Letzterer habe ihm zumindest nicht geschadet, sagt Peter Christen: „Warum auch? Pferdefleisch ist gesund.“ Christen hat keine Angst vor dem Wasser. Sein Haus ist stabil, er wohnt im 2. Stock, bis dahin wird es nicht steigen. Außerdem ist er inzwischen etwas optimistischer. Schließlich fallen die Pegel.

Das hören auch Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck und Innenminister Dietmar Woidke (beide SPD) gern. Sie sind am Samstagnachmittag nach Mühlberg gekommen, leger in Jeans und Hemden, um sich die Lage erklären zu lassen. Hier in Mühlberg selbst sei alles zur Zeit ganz in Ordnung, sagt der Landrat des Landkreises Elbe-Elster, Christian Jaschinsky (CDU). Problematischer sei es ein Stück flussaufwärts zwischen Borschütz und Gaitzsch. Dort drohe der Deich zu brechen, die Bundeswehr hat schon 25 000 Sandsäcke abgeworfen, am Freitag haben Taucher Folie verlegt, an diesem Sonnabend sind bereits wieder 10 000 Tonnen Kies für eine Behelfsstraße angefahren worden.

„Es ist unglaublich toll, wie schnell und reibungslos die 700 Helfer hier in den vergangenen Tagen gearbeitet haben“, lobt der Ministerpräsident, will aber nicht zu früh Entwarnung geben. Auch Innenminister Dietmar Woidke bleibt vorsichtig: „Derzeit sieht es nach etwas Entspannung aus“, sagt er: „Aber das kann sich schnell ändern.“ Immer wieder schauen Politiker und Helfer nach oben. Als ob der Süden Brandenburgs mit dem Hochwasser nicht schon genug gestraft wäre, zogen am Sonnabend mehrere Gewitterfronten mit zum Teil ergiebigem Regen über Spree und Neiße in der Lausitz und das Elbe-Elsterland. „Im 15 Kilometer entfernten Bad Liebenwerda soll es regnen“, sagt Mühlbergs Bürgermeisterin Hannelore Brendel: „Wenn starker Regen auf die aufgeweichten Deiche prasselt, könnte das für einige Stellen der Todesstoß sein.“

Bricht der Deich flussaufwärts, wären die kleinen Ortschaften Borschütz und Fichtenberg nicht mehr zu retten. Zwar wurden auch sie vorsorglich evakuiert, aber nicht alle Einwohner sind einsichtig. „Wir können niemanden zwangsweise aus seiner Wohnung tragen“, sagt Polizeisprecherin Ines Filohn: „Es ist schon unverantwortlich, wie sich manche Bürger verhalten.“ Zumal die Polizei inzwischen jenen Einwohnern, die ihr Vieh zurücklassen mussten, Passierscheine ausstellt, damit sie zum Füttern in ihre Häuser und Ställe können. Etwa 150 Mühlberger dürften noch in der Stadt sein, schätzen die Einsatzkräfte. Sorgen machen sie sich um ältere Menschen, die im Zweifel auch noch die Retter in Gefahr bringen

Man kennt das aus anderen Städten, die überflutet wurden. Im sächsischen Meißen mussten Polizisten und Mitarbeiter des DLRG einen Mann aus seiner Wohnung holen, dem schlecht geworden war. Dort waren nach der Überflutung der Innenstadt Telefone und Strom abgeschaltet worden, so dass Handys früher oder später nicht mehr funktionierten. Die verbleibenden Bürger waren aufgefordert worden, weiße Laken aus den Fenstern zu hängen, wenn sie gerettet werden wollten

So weit ist es in Mühlberg glücklicherweise noch nicht – im Gegenteil, sagt der Leiter des Landesumweltamts, Matthias Freude: „16 Zentimeter ist das Wasser seit gestern zurückgegangen, das ist doch was.“ Dennoch müssen die Einwohner noch einige Tage warten, bis sie zurückkönnen. Schäden wird es in jedem Fall viele geben, in einigen Häusern sind die Keller voll Grundwasser gelaufen. Ein Mühlberger hat am Sonnabend schnell noch seinen Keller ausgeräumt. „Ich bin bei der Feuerwehr“, sagt er: „Deshalb konnte ich schnell mal in mein Haus.“

Quelle: http://www.tagesspiegel.de

Siel Neubleesern

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

+++ 9. Juni 2013, 10:14 Uhr: Siel Neubleesern +++
Die Evakuierung der ostelbischen Gebiete, die wegen des Sielbruchs bei Neubleesern ausgerufen wurde, bleibt zunächst bestehen. Das sagte ein Sprecher des Kat-Stabs Nordsachsen. Derzeit seien Experten der Landestalsperrenverwaltung vor Ort, um die Lage am Siel intensiv zu prüfen. Erst wenn von dieser Seite das Okay komme, könne die Evakuierung aufgehoben werden, hieß es. Aktuelle ernste Schäden an Deichen der Region sind dem Kat-Stab nicht bekannt. Lediglich zwischen Döhlen und Rosenfeld seien Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr damit befasst, eine circa vier bis fünf Meter lange Strecke aufgeschwemmten Vlieses mit Sandsäcken zu stabilisieren.

http://www.torgauerzeitung.com/Default.aspx?t=NewsDetailModus%2870054%29

Havelpolder

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Havel

 

Um 13.30 Uhr soll der Havelpolder südlich der Stadt Wittenberge durch Ziehen des Wehres Neu-Werben geflutet werden. So könnte der Elbescheitel um rund 35 Zentimeter gesenkt werden.

http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/dammbruch-suedlich-von-magdeburg-1.3454037

Prognosen für Magdeburg haben Auswirkungen

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Madgeburg

 

Die neuen Prognosen für Magdeburg haben Auswirkungen auf Schleswig-Holstein: In Lauenburg an der Elbe beginnt am Mittag die Evakuierung gefährdeter Bereiche. Am Donnerstag wird bei Lauenburg ein Wasserstand von 10,10 Metern erwartet. Dem Landrat zufolge stünden dann die tief gelegenen Teile der Stadt mehr als einen Meter hoch unter Wasser.

http://www.mdr.de/nachrichten/schaeden-durch-dauerregen120.html

Aktuelle Informationen aus Beilrode

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Der Beilroder Krisenstab teilt mit: Heute werden keine Sandsäcke an den Stationen Beilrode und Zwethau befüllt – es ruhen sich alle aus, denn das haben sich die Helfer verdient. Sofern sich der Einsatz auf Grund aktueller Ereignisse doch erforderlich macht, wird dies durch die Feuerwehren per Lautsprecher bekanntgegeben. In Dautzschen geht ab 9 Uhr an gewohnter Stelle das Befüllen der Säcke weiter. Der Bockdamm muss fertig werden. Hinweis zur Kinderbetreuung: In den Kitas Dautzschen und Beilrode werden morgen in einer Notgruppe alle betreffenden Kinder bis zur 4. Klasse betreut. Es werden aber nur Kinder betreut, bei denen beide Elternteile berufstätig sind und keine andere Betreuung gewährleisten können.

http://www.torgauerzeitung.com

Die Flut schluckt, ohne zu kauen

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Saale

Es sind gespenstische Szenen: menschenleere Orte, vor denen Wasserwände an maroden Dämmen stehen. Elbe und Saale verwandeln große Landstriche und Städte in Katastrophengebiet. Etlichen Orten droht der Untergang: Der Damm der Saale ist gebrochen.

Jener Winkel im Salzlandkreis, wo sich Elbe und Saale vereinen, verblüfft auch sonst nicht mit Menschenmassen. Die Orte liegen lose im flachen Land, sie heißen Klein- Rosenburg oder Groß-Rosenburg, Lödderitz und Sachsendorf und ähneln sich: gerade Straßen, ein paar Höfe, viel Ordnung, wenig Luxus. Häuser von Menschen, die sich eingerichtet haben im Land hinterm Damm, das auf eine leise Art schön ist, aber nicht so spektakulär reizvoll, dass sich Sommerfrischler hierhin verirren. Jetzt ist dieses Land noch leerer als sonst. Die 3000 Menschen, die sich diese Gegend teilen, sind nun weg, keine Autos fahren, nur ein paar Busse rattern mit hoher Geschwindigkeit über den brüchigen Asphalt. Sie sollen die letzten Bewohner aus dem Elbe-Saale-Winkel einsammeln. Niemand steigt ein, denn fast keiner ist mehr da. Es sind Geisterbusse in einer Geisterlandschaft. Später wird noch ein schwimmfähiger Fuchs-Panzer kommen, um die allerletzten Bewohner zu holen.

Die Angst vor einer großen Flut hat die Menschen vertrieben. Saale und Elbe, die schon für sich alleine auf dem Weg aus dem Osten ihre zerstörerische Wucht gezeigt haben, entfalten bei Groß-Rosenburg gemeinsam ihre Kraft. Am Zusammenfluss haben sie einen Deich auf einer Länge von 300 Metern angefressen, seine Krone hat er schon verloren. Das wurde am Freitagmorgen entdeckt und schnell stand fest: Hier hilft nur noch Rückzug, jeder Einsatz am Deich wäre für die Helfer lebensgefährlich.

An einer der verlassenen Straßen geht ein junger Mann, das Handy am Ohr. Er hat sich hierher durchgeschlagen, weil er zurück will, um zu helfen. Ole Mävers erzählt, dass er am Freitagmorgen noch im Krankenhaus lag. Beim Füllen von Sandsäcken auf einem Hof in Lödderitz hatte er sich tags zuvor verhoben und einen Wirbel verrenkt. Der Schmerz stach so zu, dass ihm die Luft wegblieb und ihn ein Rettungswagen wegbringen musste. Doch Mävers hielt es nicht aus in seinem Krankenbett, entließ sich selbst aus der Klinik und trampte los – zurück ins bedrohte Land. Er kann doch nicht in weißen Laken herumliegen, während 15 Kilometer weiter seine Freundin und ihre Eltern gegen die Flut kämpfen.

Ole Mävers will nach Rajoch, ein kleines Dorf, das ein paar Hundert Meter hinter der evakuierten Zone liegt. Hier ist seine Freundin aufgewachsen. Er hat mitgeholfen, das Haus zu verrammeln, jede Öffnung mit Sandsäcken abzudecken, die Fenster zu versiegeln, den Keller auszuräumen. Seine Freundin und das gemeinsame Töchterchen sind noch dort. Das Auto steht bereit, um davonzufahren, sobald sie aufgefordert werden oder sobald das Wasser kommt. Doch bis dahin gibt es noch etwas zu tun. Mävers stapelt schon wieder Säcke, auch wenn der Rücken noch arg zwickt.

Die Flut schlägt leise zu

Obwohl er die Bilder aus Deggendorf gesehen hat, wo Häuser bis zum Dach versanken, konnte sich der Lagerarbeiter aus Niedersachsen lange nicht vorstellen, dass es auch hier ernst wird. „Du schippst halt Sand, machst einen Sack nach dem anderen voll, und Du kannst Dir nicht ausmalen, dass irgendwann Wasser sein soll, wo Du jetzt stehst.“ Die Gefahr ist unsichtbar, das Land ist durch die Sonne längst getrocknet. Der Deich liegt so viele Kilometer weit weg, dass er von hier nicht einmal zu erahnen ist. Nur der Verstand sagt, dass dieses Land binnen Stunden zwei, drei Meter unter Wasser stehen kann, weil es tief liegt und wie eine Badewanne vollläuft, wenn der Damm bricht.

Die Flut schlägt leise zu, nicht mit Krawall. Sie schluckt, ohne zu kauen. Das ist auch in Magdeburg so, wo die braunen Fluten ins Stadtgebiet drängen – beobachtet von den Menschen auf den Brücken. In der Zollstraße am Werder drückt die Elbe mit einem Pegel von 7,4 Meter gegen die Ufermauer, Wasser sickert durch, langsam, aber unaufhaltsam. Einen zwei Kilometer langen Wall aus Sandsäcken schichteten Helfer auf. Auch diese Mauer hinter der Mauer weicht auf.

Am Sonntagmorgen bricht der Damm

Am Freitagmorgen waren am Werder auf einmal keine Sandsäcke mehr da, es konnte nicht mehr zügig nachgebessert werden. Der Grund: Die Lastwagen fuhren nun verstärkt zum August-Bebel-Damm im Stadtteil Rothensee. Auch der ist inzwischen nicht mehr zu halten, Wasser läuft in Wohngebiete, der Strom wird abgestellt, weil es Kurzschlüsse und Brände gibt.

Theorien und Vermutungen gedeihen an jeder Ecke. Da brechen Dämme, die noch stehen, es fallen Pegel, die steigen, und es soll am Wochenende stark regnen – oder doch nur ein bisschen. Die Situation ist unübersichtlich. Schönebeck, Tangerhütte, Susigke, Ferchland, Aken – dauernd wird es anderswo brenzlig. Was unbestritten ist: Das Wasser geht in die Breite und hetzt die Retter an seinen Rändern durchs Land. Mit Blaulicht und Martinshorn rasen die Kolonnen der Feuerwehr, der Bundeswehr und der Wasserwacht von einem Einsatzort zum anderen.

Die andauernde Ausnahmesituation zehrt an den Nerven der Menschen, das Wasser hat ihren Wesenskern freigespült. „Magdeburg geht unter“, raunt eine Apokalyptikerin beim Blick auf eine Pfütze am Elbufer. Andere entdecken ihr Talent für Galgenhumor: „Ich hoffe, mein Vermieter erhöht nicht, wo ich jetzt Fluss-Blick habe“, sagt ein Mann, der nur noch mit dem Schlauchboot die Wohnung erreicht. Manche werden auch starr. Sie bleiben einfach in ihrem Haus, schicksalsergeben, bis die Bundeswehr sie mit Spezialfahrzeugen holt.

Und dann gibt es sehr viele Typen wie Ole Mävers, die kämpfen bis zum Umfallen. Im Elb-Saale- Winkel kann er nichts mehr tun außer warten, ob die Apokalypse wirklich eintritt. Sie tut es am frühen Sonntagmorgen: Um 7.20 Uhr bricht der Saaledamm zwischen Klein Rosenburg und Breitenhagen. Die Wassermassen kommen.

© FOCUS Online 1996-2013

Pegelstände der Elbe in Niedersachsen

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Niedersachsen

 

Die Pegelstände der Elbe haben sich in Niedersachsen weiter den erwarteten Rekordwerten angenähert. In Hitzacker wurden am Sonntagmorgen 7,35 Meter gemessen, in Neu Darchau waren es 6,93 Meter. Bis Mitte der Woche sollen die Pegelstände nach Berechnungen der Hochwasserzentrale in Magdeburg auf 8,45 Meter in Hitzacker und 8,40 Meter in Neu Darchau steigen. Das wären bis zu einem Meter mehr als bei den bisherigen Rekordhochwassern von 2001, 2006 und 2011. Weil die Prognosen am Samstag erhöht wurden, werden die Elbdeiche weiter mit Sandsäcken erhöht. In den Kreisen Lüneburg und Lüchow-Dannenberg herrscht seit einigen Tagen Katastrophenalarm.

http://www.haz.de

 

Nord- und Osteuropa sollen bald seltener von Hochwasser heimgesucht werden – wegen des Klimawandels. Das zumindest behaupten japanische Wissenschaftler. Ein deutscher Klimaforscher ist skeptisch. Von Cathérine Simon

In vielen Teilen Nord- und Osteuropas könnte es nach einer Studie durch den Klimawandel künftig seltener zu Hochwassern kommen. Dies sagen Forscher um Yukiko Hirabayashi von der Universität von Tokio voraus. Deutlich häufiger könne es dagegen in Südostasien, Indien, Ostafrika und den nördlichen Anden in Südamerika Überschwemmungen geben, schreiben sie im Fachblatt „Nature Climate Change„.

Sogenannte Jahrhundertfluten könne es dort gegen Ende dieses Jahrhunderts an einigen Flüssen alle 10 bis 15 Jahre geben. Ein deutscher Klimaforscher sieht diese Ergebnisse aber kritisch.

Die Wissenschaftler aus Japan legten ihrer Studie elf globale Klimamodelle zugrunde. Nach Ansicht der Autoren könnte es auch in der Türkei, in Zentralasien, der Mitte Nordamerikas und im südlichen Teil von Südamerika künftig seltener Hochwasser geben.

Neben der weltweiten Analyse sahen sich die Forscher auch einzelne Flüsse an. Nach ihren Berechnungen könnte es an den untersuchten Gewässern im Süden und Südosten Asiens, auf den Pazifikinseln, in Afrika und im nordöstlichen Teil des asiatischen Kontinents häufiger zu Überschwemmungen kommen. Außen vor ließen die Forscher bei ihren Berechnungen künstliche Hochwasserschutzmaßnahmen – etwa die Nutzung von Sammelbecken.

Modellrealität oder Wirklichkeit?

Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) äußerte sich jedoch skeptisch zu den Ergebnissen der Studie. Temperaturen und mittlere Niederschläge seien mittlerweile recht gut prognostizierbar. „Regionale Veränderungen bei Extremniederschlägen dagegen sind mit globalen Klimamodellen sehr schwer vorherzusagen, denn sie hängen von der Topographie ab“, sagte der Physiker.

Außerdem erfassten Klimamodelle bestimmte stark nichtlineare Prozesse noch nicht zuverlässig. In der Studie fehle zudem ein Vergleich der für heute in den Modellen vorhergesagten Hochwasserrisiken mit Beobachtungsdaten: „Das Paper lebt allein in der „Modellrealität“.“

Die Forscher um Hirabayashi erachteten Ergebnisse auch schon als signifikant, wenn 7 der 11 Modelle das selbe Vorzeichen zeigten – also eine Zu- oder Abnahme des Risikos. „Das heißt, dass vier Modelle zur genau gegenteiligen Aussage gekommen sein können – vielleicht gerade die vier besten – man weiß es nicht.“ Robuste Ergebnisse seien es seiner Ansicht nach jedoch erst, wenn 10 oder 11 Modelle zumindest die gleiche Richtung der Veränderung zeigten.

Besonders deutlich werde dies bei den Modellen zu den Flüssen: An fast jedem der Gewässer sagten manche Modelle eine Zunahme des Risikos voraus, andere eine Abnahme. „Beispiel Donau, wo je nach Modell eine bisherige „Jahrhundertflut“ künftig alle 20 oder auch nur alle 10.000 Jahre auftreten könnte.“

Belastbar ist nach Ansicht Rahmstorf die Aussage, dass in der Mehrzahl der Kontinentalgebiete die Hochwasserrisiken bis Ende des Jahrhunderts steigen. „Wenig belastbar sind dagegen Aussagen darüber, welche Gebiete das sind und welche verschont bleiben – etwa die Aussage: Zunahme des Risikos am Rhein, Abnahme an der Donau.“

Quelle: welt.de

Lauenburg an der Elbe

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Lauenburg

 

In Lauenburg an der Elbe in Schleswig-Holstein müssen viele Bewohner der Unterstadt ihre Häuser verlassen. Die Evakuierung soll am Mittag beginnen, sagte ein Sprecher des Krisenstabes am Sonntag. Die gefährdeten Bereiche müssten bis Montag, 9.00 Uhr geräumt sein, heißt es in einer Anordnung des Landrates, die im Internet veröffentlicht wurde. Grund sind die neuen Prognosen der Hochwasservorhersagezentrale Magdeburg. Danach soll die Elbe an diesem Donnerstag am Pegel Hohnstorf bei Lauenburg einen Höchststand von 10,10 Metern erreichen. Dann stünden die tief gelegenen Teile der Stadt mehr als einen Meter hoch unter Wasser. Höchster bislang gemessener Wasserstand in Hohnstorf war 9,88 Meter.

http://www.haz.de

Wasserqualität in den Badeseen

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

 Das Rekordhochwasser in Deutschland könnte auch die Wasserqualität in den Badeseen beeinträchtigen. Kläranlagen könnten überflutet werden, auch Schmutzwasser aus Kanälen könnte an die Oberfläche gelangen, sagte Markus Venohr vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin. Dadurch wiederum könne unbehandeltes Abwasser inklusive Keimen in die Gewässer geraten.

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Damm am Zusammenfluss von Saale und Elbe

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Saalekreis

 

Der umkämpfte Damm am Zusammenfluss von Saale und Elbe ist am Sonntag gebrochen. Dies teilte der Krisenstab der Landesregierung von Sachsen-Anhalt mit. Er rief rund 150 verbliebene Menschen im Raum Groß Rosenburg, Breitenhagen, Lödderitz und Sachsendorf auf, sofort in höhere Gebiete zu flüchten. Betroffen von der Räumung ist ein Gebiet von mehreren Quadratkilometern an der Mündung der Saale in die Elbe südlich von Magdeburg.

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Pegelstände in Magdeburg und Wittenberge auf historischen Höchstständen / Prognosen für Fluthöhe im Norden deutlich nach oben korrigiert
Die Lage in den Hochwassergebieten im Osten Deutschlands hat sich in der Nacht zum Sonntag weiter zugespitzt. Vor allem in Magdeburg und Wittenberge sehen viele Menschen den kommenden Stunden mit Anspannung entgegen – eine ungewisse Zeit zwischen Hoffen und Bangen.

In Magdeburg (Sachsen-Anhalt) steht die Elbe mittlerweile bei 7,43 Meter, wie eine Sprecherin des Krisenstabs am frühen Sonntagmorgen sagte. Bei dem verheerenden Hochwasser 2002 lag der höchste Pegelstand bei 6,72 Meter. Wie hoch das Wasser in der nächsten Tagen noch steigen werde, könne derzeit niemand abschätzen.

Ein Altenpflegeheim wurde geräumt. Auch ein Umspannwerk und der Stadtteil Rothensee, in dem ein großer Binnenhafen und viel Industrie angesiedelt ist, sind gefährdet. Die Elbebrücke bei Magdeburg wurde für den Fern- und Regionalbahnverkehr gesperrt. In Rothensee wurden die Bewohner aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Die Stadt stellte Notunterkünfte bereit.

Bei Wittenberge (Brandenburg) hatte das Hochwasser der Elbe bereits am Samstagabend einen historischen Höchststand von 7,50 Meter erreicht. Rund 1500 Bewohner der Altstadt wurden daraufhin aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. „Bisher wurde das Angebot aber nur sehr verhalten angenommen“, sagte ein Sprecher des Krisenstabs am Sonntagmorgen. Einige Bewohner wurden mit Bussen in eine Notunterkunft gebracht.

Zahlreiche Helfer und Bundeswehrsoldaten hatten noch am Samstag 35.000 Sandsäcke an die Deiche bei Mühlberg (Brandenburg) geschleppt. „Bis zum frühen Sonntagmorgen haben die Helfer unermüdlich an den Brennpunkten gearbeitet“, sagte ein Sprecher des Katastrophenstabs. Erst in drei bis vier Tagen gebe es wohl eine spürbare Entspannung. Bis dahin müssten die Dämme halten. Und noch länger – denn auch das abfließende Wasser drücke noch mit einer gewaltigen Wucht gegen die Deiche.

Über Soziale Netzwerke im Internet gingen zahlreiche Hilfsangebote: Menschen boten freie Plätze in Autos, um in die Hochwassergebiete zu gelangen und dort Hilfe zu leisten; andere suchten nach Mitfahrgelegenheiten

Die Pegelstände in Sachsen sind in der Nacht zum Sonntag weiter gesunken. Die Lage an der Elbe bleibt aber angespannt – mindestens bis Montag. Denn noch immer macht das nur langsam abfließende Wasser den Deichen zu schaffen. In vielen Orten gehen die Aufräumarbeiten weiter. Ob der angekündigte Regen zu neuen Problemen führen wird, sei derzeit noch völlig ungewiss, hieß es.

Nahe Großtreben-Zwethau (Sachsen) waren Einsatzkräfte am Samstag weiter damit beschäftigt, eine defekte Klappe in einem Deich zu schließen – Wasser strömte aus. Mehrere Häuser mit 50 Bewohnern wurden geräumt, wie ein Sprecher des Landratsamts Nordsachsen am Samstag berichtete. Rund 400 andere Einwohner des Ortes seien ebenfalls zum Verlassen ihrer Häuser aufgefordert worden, die meisten seien jedoch geblieben.

Die Flutwelle rollte in der Nacht zum Sonntag weiter gen Norden. In Norddeutschland könnte sich die Lage stärker zuspitzen als zunächst vorhergesagt. Experten korrigierten Prognosen für Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein deutlich nach oben.

Bundesweit stemmen sich rund 70.000 Feuerwehrleute und 11.000 Bundeswehrsoldaten gegen die Flut. Mindestens sieben Menschen starben, mehrere werden vermisst. Für die kommenden Tage sagen Meteorologen schon wieder Starkregen in der Mitte und im Süden Deutschlands sowie in Tschechien und Polen voraus.

An diesem Sonntag wird Bundespräsident Joachim Gauck im Katastrophengebiet erwartet. In Halle an der Saale (Sachsen-Anhalt) ist ein Besuch in einer von der Flut beschädigten Kindertagesstätte geplant, in Meißen (Sachsen) will er mit Flutopfern und Helfern sprechen.

Wo das Wasser schon wieder abfließt, bleiben stinkender Schlamm und Sperrmüllberge zurück. Viele Anwohner sind fassungslos. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) versprach den Flutopfern, man werde beim Wiederaufbau alles tun, was möglich sei. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) deutete in der „Passauer Neuen Presse“ an, dass die Hilfen für Flutopfer aufgestockt werden könnten. Bisher hat der Bund 100 Millionen Euro Soforthilfe zugesagt.

Angesichts der Hochwasser-Schäden plant die Bundesregierung nach Informationen der „Leipziger Volkszeitung“ zudem einen nationalen Flutgipfel. Dabei solle zusammen mit allen Ministerpräsidenten der Länder eine faire Lastenverteilung bei der Bewältigung der Flutschäden gewährleistet werden, berichtet das Blatt. Die Kosten dürften nicht allein beim Bund und den direkt betroffenen Bundesländern hängen bleiben. „Das bedeutet ganz praktisch: Die finanziellen Mittel zum Schadensausgleich müssen nicht nur vom Bund und von Europa, sondern auch von allen Bundesländern in einer gemeinsamen Kraftanstrengung aufgebracht werden“, sagte Hasselfeldt. „Darüber werden die Bundesrgierung unter Führung von Angela Merkel und alle Ministerpräsidenten gemeinsam auf Spitzenebene zu beraten haben.“

URL: http://www.neues-deutschland.de/artikel/823863.hochwasser-bundesregierung-plant- flutgipfel.html

Havelpolder werden geflutet

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Havel

 

Die Havelpolder, rund 30 km vor Wittenberge bei Neuwerben gelegen, sollen geflutet werden. Dies teilte das Brandenburger Umweltministerium am Samstag mit. Ein genauer Zeitpunkt, wann die Wehre geöffnet werden, steht aber noch nicht fest – keinesfalls vor Sonntag heißt es im Ministerium. Man will einen Rückstau des Wasser in die Havel verhindern.

Die Entscheidung, wann die Polder geflutet werden, treffen Vertreter der Anlieger-Länder Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und des Bundes gemeinsam. Die Havelpolder können eine Wassermenge von 250 Mio. Kubikmeter Wasser aufnehmen – das bedeutet für die Anrainer im weiteren Flussverlauf eine deutliche Entlastung.

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Wittenberge wird teilweise evakuiert

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Wittenberge

 

Angesichts der schneller und höher steigenden Wasserstände hat die Stadt Wittenberge am Samstag Abend beschlossen, einen Teil von Wittenberge zu evakuieren.

Bereits am Samstag Abend begann die Stadt damit, rund 1500 Menschen aufzufordern, ihre Wohnungen in elbnahen Bereichen bis an die B 189 heran zu verlassen.

In nur 24 Stunden war zuvor der Pegel dort um einen Meter gestiegen.

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Tage bevor der Scheitelpunkt der diesjährigen Flut den Landkreis erreicht hat, ist der Pegel bei Vietze auf den bisher höchsten Stand von 6,32 m gestiegen. Das sind zwei Zentimeter mehr als der bisherige Rekord-Wasserstand von 6,30 m im Jahre 2011.

Nach den Aufzeichnungen eines Vietzer Anwohners ist das Hochwasser in Vietze seit der Sommerflut im Jahre 2002 kontinuierlich höher eingetreten:

  • 2002 – 6,20 m
  • 2006 – 6,24 m
  • 2011 – 6,30 m
  • 2013 – 6,32 m ( am 9.6.)

Bei Schnackenburg wird für Dienstag/Mittwoch immer noch ein Höchststand von rund 8 m erwartet – das sind 52 cm mehr als die Pegel heute zeigen (Stand 9.6. = 7,48 m). Deshalb haben in Vietze Helfer der Bundeswehr, der Feuerwehr und des THW die ganze Nacht gearbeitet, um die Sandsack-Barrieren weiter zu verstärken und erste kleine Sickerstellen abzudichten. Auch am Sonntag werden diese Tätigkeiten noch fortgesetzt, zumal sich auf Höhe des Friedhofs erste größere Sickerstellen zeigen. Erstmals müssen sich auch Hauseigentümer schützen, die bei den bisherigen Fluten nie betroffen waren. Die intensive Hilfe von außen stößt bei den Vietzern auf große Dankbarkeit. Auf vollständiges Unverständnis stoßen daher Beschwerden einzelner Anwohner über Lärm und Staub durch ständig hin und her fahrende Trecker und Einsatzfahrzeuge.

Foto / Angelika Blank: Noch halten die Hilfsdeiche in Vietze. Doch es wird knapp. Bereits am Sonntag Morgen waren nur noch ca. 50 cm Platz, bevor das Wasser überläuft.
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Pegel bei Lenzen erreicht Rekordstand

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Brandenburg

Wir beziehen uns auf Angaben des Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV):

Der bisherige je gemessene, historische Höchstwert von 747 cm aus dem Jahr 02.04.1895 ist am Pegel Lenzen überschritten worden: Wasserstand [in cm] 753,00 am 09.06.2013 um 07:00 Uhr.

Gleiches gilt für Wittenberge: Wasserstand [in cm] 769,00 am 09.06.2013 um 07:00 Uhr. Höchster Wasserstand war bis dato 734 cm am 20.08.2002.

Schnackenburg liegt nur noch wenige cm unter seinem Allzeithoch: Wasserstand [cm] 748,00 am 09.06.2013 um 07:00 Uhr.

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Neu Darchau: Erster Deichabrutsch

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

Zu einem ersten Abrutsch eines provisorischen Deichs kam es am Samstag Abend in Neu Darchau. Laut Auskunft der Kreisverwaltung gibt es dort allerdings keine akut bedrohliche Situation. „Dort wird nachgearbeitet“, hieß es am Abend aus der Einsatzleitstelle.

Die Arbeiten sollen demnach noch heute Abend zum Abschluss kommen. Von Neu Darchauer Anwohnern war zu erfahren, dass weitere Taucher im Einsatz sind und rund 150 Bundeswehrsoldaten in der Nacht an der Schadensstelle arbeiten werden.

Die Scheitelwelle der Flut wird nach neuesten Prognosen erst Mitte nächster Woche erwartet. Starkregen in Sachsen macht den Hochwasserfachleuten Sorgen. Seit Tagen geht man davon aus, dass das Hochwasser nach dem Einlaufen des Scheitels nur langsam ablaufen wird. Das bedeutet für die zum Teil provisorisch angelegten Deiche eine erhöhte Durchweichungsgefahr, weshalb die Helfer vor Ort in ihrer Dauerwachsamkeit vermutlich auch die ganze nächste Woche hindurch nicht nachlassen dürfen, um einem Durchweichen der Deiche rechtzeitig begegnen zu können.

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