Höchste Alarmstufe in der Prignitz – Havelpolder sollen geflutet werden

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Prignitz

 

In der Prignitz ist am Samstag um 8 Uhr die Hochwasserwarnstufe 4 ausgerufen worden – in der Nacht hatte die Elbe einen Wasserstand von 6,70 Meter am Pegel Wittenberge erreicht. Ab dieser Höhe gilt die höchste Alarmstufe. Am Samstagvormittag hatte das Hochwasser in Wittenberge dann bereits die sieben Meter erreicht und lag damit schon 30 Zentimeter über den ursprünglichen Prognosen für diesen Zeitpunkt. Innerhalb von nur 24 Stunden hatte die Elbe einen ganzen Meter Wasser bei Wittenberge draufgepackt.

Etwa 1400 Einsatzkräfte bemühen sich derzeit darum, die Deiche in der Prignitz zu erhöhen und die Region vor dem schlimmsten zu bewahren. „Wir sind ab auf eine Höhe von 8,45 Meter eingestellt“, sagte dazu am Samstagvormittag der Prignitzer Landrat Hans Lange. Die Prognosen waren am Freitag auf einen Hochwasserscheitel von 8,10 Meter nach oben korrigiert worden, der die Prignitz am Montagabend oder am Dienstag passieren soll.

Um diesen Scheitel zu kappen sollen am Sonntag oder Montag die gut 30 Kilometer vor Wittenberge liegenden Havelpolder bei Neuwerben und havelaufwärts geflutet werden, so wie es bereits vor elf Jahren geschehen ist. Laut Brandenburger Umweltministerium werden die Flutungen bereits vorbereitet. Wann genau die Wehre geöffnet werden entscheidet sich, wenn absehbar ist, wann der Hochwasserscheitel die Prignitz passiert. Denn er müsse genau getroffen werden, um ihn tatsächlich kappen zu können, erklärte Hans Lange weiter.  Laut  Bodo Schwiegk vom Landesumweltamt bedeutet dies, dass man  in Rathenow nasse Keller bekomme, wenn nicht mehr. Allerdings warten die Menschen weiter elbabwärts genauso sehnlich auf eine solche Scheitelkappung wie in Wittenberge.

Derzeit fließt die Havel nicht mehr in die Elbe ab. Das Wehr bei Gnevsdorf am Zusammenfluss des Havelvorfluters mit der Elbe wurde geschlossen, weil zunehmend Elbwasser in Richtung Havel gedrängt hatte.

An der Deichbaustelle bei  Garsedow unweit von Wittenberge kommen heute 15 Taucher zum Einsatz, um den Deich von der Wasserseite her abzudichten.

In Wittenberge laufen die Arbeiten zur Sicherung der Deiche ebenfalls auf Hochtouren. Bürgermeister Oliver Hermann rief  die Bürger dazu auf, weiter mitzuhelfen, jede Hand werde nach wie vor gebraucht. Die Stadt kontaktiert Gruppen, die bereits Hilfe angeboten hatten, zum Teil von sich aus, bittet aber auch darum, sich in Wittenberge zu melden.

Das gilt natürlich auch für den Deichabschnitt bei Bälow und im Hinterland bei Weisen, wie Gerald Neu  vom Amt Wilsnack-Weisen betonte. Wer hier helfen möchte, rufe zwischen 8 und 20 Uhr im Amt in Wilsnack unter der Nummer 038791 999-0 an. Er wird von da aus eingewiesen – die Behördenwollen auch die Helfer möglichst kontrolliert an die Deiche lotsen.

Auf MAZ-Nachfrage erklärte Hans Lange, dass das Hochwasser  die Hilfskräfte in der Prignitz mutmaßlich noch gut zehn Tage beschäftigen dürfte, selbst, wenn die Pegel dann bereits die Höchststände überschritten haben. Aber es kommt noch viel Wasser nach. Zwar war im Raum Dresden der Rekordpegelstand von 2002 nicht ganz erreicht worden. Doch sorgen die riesigen Wassermassen, die via Schwarze Elster und Saale gen Elbe fließen, jetzt schon für Rekordwasserstände im Raum Magdeburg, von wo es nur noch etwa 120 Kilometer bis Wittenberge sind.

Auch die Polizei hat die Zahl ihrer Einsatzkräfte entlang der Deiche erhöht. Damit soll verhindert werden, dass Schaulustige und Radfahrer noch auf die Hochwasserschutzwälle gelangen können.  Entlang der Deiche gibt es bereits jetzt umfangreiche Sperrmaßnahmen.

Am heutigen Samstag besuchen der brandenburgische Innenminister Dietmar Woidke und der Landeskommandeur der Bundeswehr das Prignitzer Hochwassergebiet

http://www.maerkischeallgemeine.de

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