Archiv für Juni 8, 2013

Überschwemmungen in Deutschland

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Die sieben Meter hohe Kaimauer kann die Flut nicht länger aufhalten, der Stadtteil Rothensee in Magdeburg läuft voll. Alte und kranke Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Magdeburgs Oberbürgermeister erwartet „das größte Hochwasser in der Geschichte unserer Stadt“. Mehrere Deiche in Sachsen-Anhalt geben dem Druck des Wassers ebenfalls nach. Die Altstadt von Wittenberge wird evakuiert.

 

Durchweichte Deiche, erschöpfte Helfer, evakuierte Stadtviertel – noch immer plagt das Hochwasser die Bundesrepublik. Während die Pegel im Süden langsam sinken, bedroht die Flut nun vor allem Sachsen-Anhalt und Teile Sachsens und Brandenburgs. Im Norden rüsten sich die Anrainer der Elbe für die heranrollende Flutwelle, die an diesem Wochenende erwartet wird. In Halle an der Saale wurde der Katastrophenfall hingegen aufgehoben.

In Sachsen-Anhalt spitzt sich die Lage vor allem in Magdeburg zu. Dort läuft aktuell der Stadtteil Rothensee voll. Der Strom wurde abgestellt, die Bürger aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Das Wasser der Elbe sei mittlerweile so hoch gestiegen, dass es über eine Hauptstraße in die tiefer gelegene Siedlung strömt. „Wir wissen nicht, wie viel Wasser kommen wird“, sagte Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD). Ohne Panik, aber so schnell wie möglich sollten die Leute ihre Häuser verlassen, lautete die Anweisung. Sie sollten sich darauf einrichten, etwa eine Woche anderswo unterzukommen.

Die Kaimauer am Industriehafen sei sieben Meter hoch. „Es hat keiner geahnt, dass sie noch höher sein muss, das gab es noch nie“, sagte Trümper. „Es kommt keine Flutwelle, aber der Ortsteil läuft voll.“ Der Pegelstand habe bereits fast 7,40 erreicht, normal seien zwei Meter. In der Nacht zum Montag werde ein Pegel von 7,45 Meter erwartet. Nach den Prognosen soll der Pegel frühstens am Mittwoch wieder unter sieben Meter fallen. Auch andere Stadtteile seien immer stärker gefährdet. Nicht nur die immer brüchiger werden Deiche, auch die vollen Abwässerkanäle bereiteten immer mehr Probleme, sagte Trümper.

Magdeburgs Oberbürgermeister erwartet „das größte Hochwasser in der Geschichte unserer Stadt“. Den Magdeburgern stehe ein „dramatisches Wochenende“ bevor, sagte Lutz Trümper (SPD). Im Einsatz seien derzeit 3.000 Hilfskräfte, darunter 1.000 Bundeswehrsoldaten.

Die Elbe schwillt weiter an, ihr Scheitel wird für Sonntag erwartet. Nach Angaben der Stadt hat das Wasser an der Strombrücke am Samstagmorgen eine Höhe von 7,30 Metern erreicht. Die Elbe steht derzeit über einen halben Meter höher als beim Hochwasser 2002.

Das Hochwasser bringt die Menschen vor allem im Osten Deutschlands an ihre Grenzen. In mehreren Orten an der Elbe und der Saale hielten Deiche den Wassermassen nicht mehr stand oder waren akut gefährdet. Tausende Flutopfer mussten sich in Sicherheit bringen. Besonders dramatisch war die Lage am Samstag in Sachsen-Anhalt: Kleine Dörfer wurden nahezu komplett evakuiert. Hunderte Helfer aus Nordrhein-Westfalen sind auf dem Weg ins Hochwassergebiet. Die Landesregierung hat das Ladenschlussgesetz aufgehoben, damit Helfer und Flutopfer sich auch am Abend in Baumärkten und Lebensmittelgeschäften eindecken können.

In Bitterfeld scheint sich die Lage derweil langsam zu entspannen. Nach tagelangem Bangen angesichts steigender Fluten sei die Lage zwar immer noch ernst, erklärte eine Expertenkommission. Aber alle bisher ergriffenen Maßnahmen gegen das Hochwasser zeigten Erfolge. Zwar könnten die evakuierten Einwohner Bitterfelds vorerst nicht zurück in ihre Häuser, erklärten die Experten. „Vorsichtiger Optimismus ist jedoch erlaubt.“ Wo das Wasser allerdings wieder abfließt, bleiben stinkender Schlamm und Sperrmüllberge zurück.

Auch in den Hochwassergebieten in Sachsen bleibt die Lage angespannt. Der Scheitelpunkt ist zwar inzwischen durch das Bundesland durchgezogen, das Wasser geht allerdings nur langsam zurück. Nahe Großtreben-Zwethau strömte durch einen defekten Deich Wasser landeinwärts, zurzeit wird unter Zuhilfenahme von Hubschraubern der Bundeswehr versucht, das Loch mit großen Sandsäcken abzudichten. Etwa 500 Menschen wurden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen, wie ein Sprecher des Landratsamts in Torgau sagte. Die Bundeswehr und Fachleute versuchten, den Deich an der Elbe wieder zu verschließen. Die Wassermassen fließen nur zentimeterweise ab, nach wie vor stehen Orte und Stadtteile unter Wasser, sind Straßen und Brücken gesperrt und der Bahnverkehr behindert. Etwa 12.000 Menschen harren in Sachsen noch weiter in Notquartieren, bei Verwandten und Freunden aus. Allein in Dresden sind tausende Haushalte ohne Strom.

Auf dem Weg zu einem Hochwassereinsatz in Sachsen sind acht Feuerwehrleute verletzt worden, einer von ihnen schwebt in Lebensgefahr. Der Fahrer eines Löschfahrzeugs sei bei Delitzsch von der Fahrbahn abgekommen und mit dem Wagen gegen ein Haus geprallt, teilte das Innenministerum mit. Dabei seien drei Männer schwer verletzt worden, einer lebensgefährlich.

Im Mühlberg in Brandenburg hat die Elbeflut am Freitag ihren höchsten Punkt erreicht, der Druck auf den Deich nahm weiter zu. In der Stadt mussten nach Schätzungen der Polizei etwa 4500 Bürger ihre Häuser und Wohnungen verlassen – an eine Rückkehr ist bisher nicht zu denken, hieß es. Mit 9,88 Metern lag der Wert am Freitagnachmittag zehn Zentimeter unter dem der Jahrhundertflut 2002. Die Lage sei weiterhin ernst, hieß es.

Auch die Altstadt von Wittenberge (Brandenburg) wird seit Samstagabend aus Sorge vor dem Hochwasser der Elbe evakuiert. Etwa 1500 Einwohner sollen ihre Wohnungen verlassen, sagte der Landrat des Kreises Prignitz, Hans Lange. Lautsprecherwagen der Polizei fordern die Anwohner dazu auf. Für Teile der Stadt besteht ein hohes Überflutungs-Risiko. Gegen 19.15 Uhr erreichte die Elbe bei Wittenberge einen historischen Höchststand von 7,45 Meter. Das war ein Zentimeter mehr als beim bisherigen Rekord im Jahr 1880. Am Abend stieg der Fluss immer noch weiter – um fünf bis zehn Zentimeter pro Stunde. „Mit so einer Entwicklung konnte nicht gerechnet werden“, sagte Lange.

Trotz des äußerst langsam abfließenden Hochwassers, entspannt sich die Lage in Bayern. Straubing hat den Katastrophenalarm aufgehoben. In Deggendorf haben die aufgeweichten Deiche bislang gehalten – noch kann jedoch keine vollständige Entwarnung gegeben werden. Zumal die Wasserstände wegen Regenschauern und Gewittern am Wochenende wieder leicht steigen könnten. Dennoch: Die Aufräumarbeiten dauern an. „Es ist eine stinkende Brühe“, sagte ein Stadtsprecher in Deggendorf. Mit schweren Räumfahrzeugen reinigte die Bundespolizei Straßen von Schlamm und Treibgut. Bewohner schaufelten die Überreste der Flut aus ihren Häusern. In einer Schule stapelten sich gespendete Kleidung, Schuhe, Zahnbürsten und Duschgel. Bäckereien brachten Kuchen und Gebäck. Die Anteilnahme sei unglaublich, sagte Schulleiter Robert Seif. „Die Flutkatastrophe schweißt die Menschen im Raum Deggendorf zusammen.“

Der Süden hat damit bereits hinter sich, was dem Norden Deutschlands möglicherweise noch bevorsteht. In Niedersachsen hoffen die Menschen wieder: Nachdem die Prognosen für die höchsten Pegelstände zwei Tage in Folge nach unten korrigiert wurden, setzen jetzt viele Anwohner darauf, dass es für sie diesmal doch nicht so schlimm kommt wie bisher befürchtet. Bundesweit sind laut dem deutschen Feuerwehrverband 70.000 Feuerwehrleute im Einsatz. Das Verteidigungsministerium spricht von mehr als 11.300 Bundeswehrsoldaten, die derzeit gegen die Fluten kämpfen.

In Schleswig-Holstein herrscht hingegen Alarmstimmung. Am kommenden Donnerstag soll der Pegel in Hohnstorf (Landkreis Lüneburg) auf der anderen Elbseite von Lauenburg bei einem historischen Höchstwert von 10,10 Meter stehen, berichtete der Sprecher des Krisenstabes in Lauenburg. Zeitpläne für die Evakuierung der Altstadt und der Elbstraße werden erarbeitet. Höchster jemals gemessener Wasserstand am Pegel Hohnstorf waren 9,88 Meter.

Noch bevor die Flutwelle den Norden erreicht hat, verlangen mehrere Ministerpräsidenten von der Bundesregierung mehr Unterstützung. „Wir werden für die Beseitigung der Schäden und den Wiederaufbau erhebliche Summen benötigen“, sagte Thüringens Regierungschefin, Christine Lieberknecht (CDU), im Bundesrat. Nötig sei auch Hilfe von der EU. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) sagte, für den Wiederaufbau seien mehr als die vom Bund zugesagten 100 Millionen Euro nötig.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) forderte zur Bewältigung der Hochwasserkatastrophe die Solidarität der anderen Bundesländer. „Das ist eine nationale Aufgabe, da müssen die 16 Bundesländer und der Bund zusammenhalten“, sagte Haseloff der Mitteldeutschen Zeitung. Nötig sei ein „nationaler Wiederaufbaupakt“.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) deutete an, dass die Finanzhilfen für Flutopfer falls nötig aufgestockt würden. Bisher hat der Bund 100 Millionen Euro Soforthilfe zugesagt. Steuererhöhungen seien trotz des hohen Schadens nicht nötig, sagte Schäuble der Passauer Neuen Presse.

Regierungssprecher Steffen Seibert bekräftige, dass die Bundesregierung bereit sei, mehr als die bislang zugesagte Summe an Soforthilfe bereitzustellen. Zunächst müssten nach dem Ende der Hochwasser-Katastrophe die Gesamtschäden bewertet werden. Die Umweltminister der Länder beschlossen in Oberhof, nach der Hochwasserkatastrophe in weiten Teilen Deutschlands eine Fehler- und Schwachstellen-Analyse vorzulegen.

Allein für die Wirtschaft werden sich die Flutschäden nach Befürchtungen des Deutschen Industrie- und Handelskammertags DIHK auf mehr als elf Milliarden Euro belaufen. Das Bundeslandwirtschaftsministerium bezifferte die Schäden in der Landwirtschaft mit bundesweit 173 Millionen Euro. Die Summe werde wohl noch steigen.

Quelle und Bearbeiter: Süddeutsche.de/dpa/AFP/feko/kjan/olkl/jst

Berlin (dpa) – Der Bund will Opfern des Hochwassers mit Steuererleichterungen helfen. Gemeinsam mit den betroffenen Ländern habe man beschlossen, die Bürger und Unternehmen zu unterstützen, hieß es auf der Webseite des Bundesfinanzministeriums. Denkbar sei beispielsweise die Stundung fälliger Steuern. Auch auf Vollstreckungsmaßnahmen und Säumniszuschläge solle verzichtet werden, hieß es. Bei der Steuererklärung für 2013 könnten neu gekaufte Kleidung und Hausrat von der Steuer abgesetzt werden.

Quelle: n-tv.de , dpa

Hochwasserschäden können unter Umständen als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend gemacht werden. Darauf weist der Bund der Steuerzahler in Berlin hin. Die Voraussetzung: Die Schäden wurden nicht bereits von einer Versicherung ersetzt. Hat die Assekuranz gezahlt, ist allenfalls der Selbstbehalt absetzbar.

Allerdings erkennt das Finanzamt die Kosten nicht in voller Höhe an. Es wird ein zumutbarer Eigenanteil abgezogen. Dieser ist abhängig von der Höhe des Einkommens und der Anzahl der Familienmitglieder. Eine Familie mit drei Kindern und einem Jahreseinkommen von 40 000 Euro muss beispielsweise rund 400 Euro selbst übernehmen. Ledige müssen bei gleichem Einkommen etwa 2400 Euro aus der eigenen Tasche bezahlen.

Abgesetzt werden können nur Kosten, die tatsächlich entstanden sind. Es reicht nicht aus, dass ein Schaden entstanden ist. Die Ausgaben zum Beispiel für die Renovierung, neue Möbel oder Kleidung müssen mit Rechnungen nachgewiesen werden. Alle Belege sollten daher sorgfältig aufgehoben werden.

Hartz-IV-Empfänger bekommen Schäden teils erstattet

Hartz-IV-Empfänger bekommen Hochwasserschäden zum Teil erstattet. Hat die Flut Hausrat wie Möbel oder Haushaltsgeräte zerstört, können Jobcenter die Kosten für Neuanschaffungen übernehmen, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. „Voraussetzung dafür ist, dass diese Kosten weder durch eine Versicherung noch durch ein anderweitiges Nothilfeprogramm erstattet werden.“

Soforthilfen zur Beseitigung von Hochwasserschäden würden nicht auf das Arbeitslosengeld II angerechnet, hieß es in der gemeinsamen Mitteilung der BA, des Deutschen Städtetages und des Deutschen Landkreistages. Wenn ein Hartz- IV-Empfänger bei der Hochwasserbekämpfung helfe, müsse er solange keine Maßnahme oder Beschäftigung beginnen. Wer wegen der Überschwemmungen einen Meldetermin nicht einhalten könne, müsse zudem keine Strafe fürchten.

Hochwasser kann Trinkwasser verunreinigen

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

In Deutschland sind die Menschen an eine sichere Versorgung mit Trinkwasser gewöhnt. Wie wichtig das saubere Nass aus dem Hahn ist, wird vielen erst bewusst, wenn es nicht mehr fließt.

Wo kommt das Trinkwasser her?

Die rund 6200 Wasserversorgungsunternehmen in Deutschland nutzen zu rund 70 Prozent Grundwasser. Darüber hinaus speist sich das Trinkwasser unter anderem aus Oberflächengewässern und Uferfiltrat. Im Jahr 2010 wurden mehr als 70 Millionen Menschen mit 4,2 Millionen Kubikmetern Trinkwasser aus zentralen Anlagen versorgt.

Kann ein Flusshochwasser das Trinkwasser verschmutzen?

Ja. Trinkwasser wird oft in tiefliegenden Gebieten gewonnen, die besonders durch Hochwasser gefährdet sind. Mit Keimen oder chemischen Rückständen verschmutztes Flusswasser kann Trinkwasserbrunnen überspülen. Auch durch starke Regenfälle und an die Erdoberfläche drückendes Grundwasser können Keime ins Oberflächenwasser gelangen.

Welche Keime können so in das Trinkwasser gelangen?

Bei Überschwemmungen wird Trinkwasser oft durch Escherichia coli Bakterien (E.coli) verunreinigt. Diese Fäkalkeime kommen im Darm vieler Tiere vor und gelangen etwa beim Überfluten von Kuh- oder Schafweiden in Flussnähe auch in den Bereich von Trinkwasseranlagen. In der Regel gelangen sie durch mehrere Barrieren nicht ins Trinkwasser. Regelmäßige Messungen überwachsen zusätzlich die Qualität. Gelangen E.coli-Bakterien durch Notlagen wie Hochwasser doch einmal ins Trinkwasser, können sie beim Menschen Übelkeit, Durchfall und Fieber auslösen.

Was kann man tun, wenn das Trinkwasser verschmutzt ist?

Bei der Verunreinigung mit Bakterien ist eine Desinfektion etwa mit Chlor oder Chlordioxid erforderlich. Beim Filtern mit Aktivkohle können viele organische Inhaltstoffe aus dem Wasser entfernt werden, weil sich die Teilchen an der porösen Oberfläche der Kohle ablagern. Bis zur Beseitigung des Problems bleibt dem Verbraucher nur, das Wasser aus dem Hahn zusätzlich abzukochen.

dpa

Ein Dorf trotzt den Fluten

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Brandenburg

Tagelang haben die Menschen in der Kleinstadt Elster gegen die drohende Flut gekämpft, dann mussten sie den Deich aufgeben. Nun steigt das Wasser unaufhörlich, es gibt weder Strom noch funktionierendes Abwassersystem. Die Stadt will die Bewohner evakuieren – doch die wollen davon nichts wissen.

Der Kampf war hart und er hat ihn verloren. Stefan Grolet, 30, hat tagelang am Deich seiner Heimatstadt Elster gearbeitet. Er hat Sandsäcke gefüllt und gestapelt, wollte verhindern, dass die Elbe sein Elternhaus überflutet. Mittwochnacht hat er bis um halb drei durchgehalten, dann siegte die Müdigkeit. Am nächsten Morgen lag eine Nachricht der Stadt im Briefkasten: Wir geben den Deich auf. Wir können nichts mehr tun.

Fast 2500 Menschen leben in Elster im Landkreis Wittenberg, die Stadt liegt direkt an der Elbe. Nach tagelanger Flut hat sich das Wasser hinter den Deichen durch das Erdreich nach oben gedrückt, inzwischen quillt es aus den Gullideckeln der Stadt. In den meisten Straßen kommt man nur mit Booten vorwärts. Eine wenige Monate alte und 2,8 Millionen teure Kindertagesstätte ist ruiniert. Das Gewerbegebiet mit Möbelhaus und Supermarkt ist überflutet. Das Abwassersystem funktioniert nicht mehr. Pumpen, Stromaggregate oder Campingtoiletten sind in den Baumärkten Mangelware.

Aber von Katastrophenstimmung ist in Elster nichts zu merken. Dutzende Bewohner haben sich bei strahlendem Sonnenschein am alten Sportplatz versammelt, wer Kraft hat, füllt Sandsäcke zum Schutz der Häuser, die anderen sorgen für Getränke oder Kuchen, man kennt sich, man plauscht. Nebenan hat die DLRG ihr Lager aufgebaut. Es ist mehr Party als Panik.

Die meisten Sitzenbleiber haben dasselbe Argument Doch tatsächlich wird die Lage für viele Bewohner in den überfluteten Häusern immer dramatischer. Denn was tun, wenn ein Unfall passiert – aber das Telefon nicht funktioniert oder der Rettungswagen nicht zum Haus vorkommt Bürgermeister Peter Müller hat deshalb die Evakuierung angeordnet. Doch die Bewohner von Elster weigern sich.

Bis zum Freitagabend habe der DLRG gerade einmal 20 Menschen evakuieren können, sagt Müller. Einige wenige hätten sich freiwillig auf den Weg zu Freunden oder Verwandten gemacht. Die meisten Sitzenbleiber haben dasselbe Argument: „2002 haben wir’s doch auch geschafft.“ Allerdings sei das Wasser damals sehr schnell abgeflacht, sagt Müller. Diesmal werde der Pegel tagelang auf sehr hohem Niveau bleiben. Am Freitagabend waren es 6,68 Meter, bis Mitternacht sollen es noch zwölf Zentimeter mehr werden – dann wäre der Stand von 2002 erreicht.

Auch Daniel und seine Mutter gehören zu den Evakuierungs-Verweigerern. Neun Steinstufen führen zu ihrem Haus, die unteren drei sind in der braunen Wassermasse nur zu erahnen, im Keller steht sie anderthalb Meter hoch. „Irgendwann muss es ja weniger werden“, sagt die Mutter von Daniel, die namentlich nicht erwähnt werden will. Wir haben doch eine Chemie-Toilette!

Sie sitzt vor ihrem Haus, spricht mit den Nachbarn gegenüber, die es sich ebenfalls auf den Stufen ihres von Wasser umzingelten Hauses gemütlich gemacht haben. Abends spielt sie Halma mit ihrem Sohn und isst Dosen-Ravioli, Licht kommt von den Solarlampen. „Das hat schon was von Camping-Flair“, sagt Daniel. Und im Notfall? Na, da habe der Nachbar ein Schlauchboot.

Und so harren sie wie die anderen Bewohner von Elster aus: Ohne Strom, ohne funktionierende Klospülung, ohne Möglichkeit, das Haus trocken zu verlassen. Aber sie haben einander: Man kennt sich in Elster, man hilft sich.

Helfen, das will auch Judith Kahlert. Aber in Elster wird es ihr schwer gemacht. Kahlert, 22, arbeitet bei der DLRG und fährt mit ihren Kollegen seit Stunden zu Häusern von Flutopfern, eingepackt in wasserdichte Riesenhosen. An den Türen bekommt sie immer wieder zu hören: Wir haben Angst vor Plünderern, wir wollen unser Haus bewachen. Wir haben doch eine Chemie-Toilette. Wir haben 2002 doch auch überstanden. Was kann man da noch antworten?

Kahlert kann die Beweggründe der Bewohner verstehen. Wo Emotionen im Spiel sind, lohnt sich das sachliche Argumentieren selten. Sie kann nur eins tun: Hilfe anbieten. Sie versucht, ein offenes Ohr für die Nöte der Flutopfer zu haben. Und ihnen klar zu machen, dass es – ganz rational betrachtet – einfach sicherer ist, nicht im überfluteten Haus zu bleiben. Denn wer weiß schon, wie schlimm es noch werden wird?

URL: http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/hochwasser-in-elster-stadt-muss-deich-an-der-elbe-aufgeben-

Wittenberge (Brandenburg)

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Wittenberge

 

Neben Teilen Magdeburgs wird auch die Altstadt von Wittenberge (Brandenburg) seit Samstagabend aus Sorge vor dem Hochwasser der Elbe evakuiert. Etwa 1500 Einwohner sollen ihre Wohnungen verlassen, sagte der Landrat des Kreises Prignitz, Hans Lange. Lautsprecherwagen der Polizei fordern die Anwohner dazu auf. Für Teile der Stadt besteht ein hohes Überflutungs-Risiko. Gegen 19.15 Uhr erreichte die Elbe bei Wittenberge einen historischen Höchststand von 7,45 Meter. Das war ein Zentimeter mehr als beim bisherigen Rekord im Jahr 1880. Am Abend stieg der Fluss immer noch weiter – um fünf bis zehn Zentimeter pro Stunde. „Mit so einer Entwicklung konnte nicht gerechnet werden“, sagte Lange.

http://www.rp-online.de

 

Streit gibt es derzeit im Nachbarlandkreis Stendal. In Bömenzien, kaum 5 km von Gartow entfernt, hatte der dortige Landkreis angeordnet, dass eine Brücke vor dem Ort mit einer Sandsackbarriere ausgestattet wird.

Ziel der Maßnahme ist es laut einer offiziellen Mitteilung des Landkreises, die Zehrengrabenniederung zu entlasten. In Bömenzien vermuten die Anwohner allerdings, dass hier nur die Interessen einiger Landwirte geschützt werden sollen, die ihre Flächen dort haben.

Durch die Barriere auf der Brücke droht der Ort Bömenzien überflutet zu werden. Der Landkreis beharrt aber auf der Richtigkeit seiner Anordnung. „Wenn wir das so nicht gemacht hätten, dann wäre eine Fläche von 3000 Hektar überflutet worden und ganz viele Menschen wären betroffen gewesen,“ so eine Sprecherin des Landkreises Stendal. Bömenzien soll nun durch einen Deich geschützt werden.

Für Nienwalde und Gartow könnte diese Maßnahme weiteren Wasserzufluss aus diesem Bereich bedeuten, da die Wassermassen nur noch in Richtung Westen durch die Seegeniederung (Gartow/Nienwalde) abfließen können.

In der Samtgemeinde Gartow bleibt man allerdings vorerst gelassen. „Wir haben ja letztes Jahr unter anderem deswegen den Deich in Nienwalde fertig gestellt, so dass uns aus dieser Richtung keine Gefahr droht,“ hieß es am Samstag Abend aus der Samtgemeinde.

http://wendland-net.de

Hochwasser Prognosen

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Das Hochwasser der Elbe scheint die Bundesländer am unteren Lauf des Flusses deutlich stärker zu bedrohen als bislang erwartet. In Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein warnten die Behörden am Samstag vor historischen Höchstständen im Laufe der kommenden Woche.

Neu Darchau in Niedersachsen: Prognose für Mittwoch 8,40 Meter. Bisheriger Rekordwert: 7,49 Meter (2006 und 2001) Umweltminister Stefan Wenzel betonte, das Hochwasser sei aber noch beherrschbar, wenn sich die jüngsten Prognosen bewahrheiten sollten.

Dörnitz in Mecklenburg-Vorpommern: Prognose für Mittwoch 7,60 Metern

Boizenburg in Mecklenburg-Vorpommern: Prognose für Donnerstag 7,80 Meter.

Die Deiche seien auf Hochwasserstände von 6,80 Meter ausgelegt, „noch einen Meter bis zu Deichkrone und dann ist Ende“, sagte ein Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim. In einer kurzen, intensiven Sitzung habe der Krisenstab deshalb am Samstagabend beschlossen, die Deiche mit Sandsäcken sofort um 30 Zentimeter zu erhöhen.

Hohnstorf in Schleswig-Holstein (Landkreis Lüneburg): Prognose für Donnerstag 10,10 Meter – gut 20 Zentimeter mehr als der bisherige Höchstwert. Am Samstag herrschte an der Elbe trotzdem noch gespannte Ruhe. Die Vorbereitungen auf das Hochwasser seien abgeschlossen, sagte der Sprecher des Krisenstabs.

http://www.rp-online.de

Aken: Unermüdliches Arbeiten an undichten Deichen

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Saalekreis

 

MZ Köthen: Der Stadt Aken und den umliegenden Gemeinden droht weiterhin aus zwei Richtungen Hochwassergefahr und zwar von der Elbe und von der Saale. Zum einem von einem Deichdurchfluss im Dessauer Busch, wo jetzt gerade zusätzliche Kräfte der Bundeswehr rausfahren, um Sandsäcke zu stapeln. Hier wird ein Teil des Wassers über die Taube abgeleitet. Die zweite Gefahrenstelle ist weiterhin der Saaledeich bei Groß-Rosenburg. Laut Böddeker ist dort der Deich auf etwa zwei Drittel abgerutscht, in einer Breite von ca. 70 bis 80 Meter. Zur Saale hin soll noch ein Stück stehen. In Absprache mit Ministerpräsident Haseloff und der Bundeswehr werden bei Groß-Rosenburg zwischen 300 und 400 Big-Bags  per Hubschrauber abgeworfen, ob das bis zum Einbruch der Dunkelheit noch gelingt, ist unklar.

http://www.mz-web.de

 

Nach neuesten Berechnungen der Hochwasser-Experten des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) wird die Flutwelle doch erst am Mittwoch in Lüchow-Dannenberg eintreffen.

Ähnliches hatte zuvor auch schon der Landkreis Prignitz gemeldet, zu dem Wittenberge gehört.

Auch die Prognosen für die zu erwartende Wasserhöhe musste wieder nach oben korrigiert werden. Noch ist es nicht hundertprozentig sicher, da die Landkreis-internen Hochwasser-Experten sich noch nicht eindeutig geäußert haben, aber zur Zeit geht der NLWKN für Mittwoch in Hitzacker von einer zu erwartenden Wasserhöhe von 8,45 m aus.

Das wären 95 cm mehr, als die Höchstpegelstände im Sommer 2002 aufwiesen. In Vietze hatte man am Nachmittag schon begonnen, sich auf die neuen Prognosen einzustellen und die Erdwallungen noch einmal zu erhöhen.

Sollten diese Wasserstände sich bestätigen, dann wird die Evakuierungsanordnung für Hitzacker wieder in Kraft gesetzt, so die Kreisverwaltung in Lüchow-Dannenberg am Samstag Abend.

http://wendland-net.de

Lage in Mühlberg

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Mühlberg

 

An der Elbe in Mühlberg ist die Hochwassersituation nach Angaben der Kreisverwaltung Elbe-Elster am Nachmittag unverändert angespannt. Nach wie vor wird im Einsatzabschnitt 1 auf einer Länge von 150 Metern an einem Deichabschnitt gearbeitet, um ihn zu stabilisieren. Dort hatte es zwischen Borschütz und Gaitschhäuser eine Böschungsrutschung gegeben. Im Laufe des Tages wurden deshalb 6.000 Tonnen Kies an die Stelle transportiert.

http://www.torgauerzeitung.com

Hochwasser der Elbe

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Das Hochwasser der Elbe scheint die Bundesländer am unteren Lauf des Flusses deutlich stärker zu bedrohen als bislang erwartet. In Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein warnten die Behörden am Samstag vor historischen Höchstständen im Laufe der kommenden Woche. „Die Wellen von Elbe und Saale haben sich vereinigt und kommen zusammen Richtung Norden“, sagte Achim Stolz, Sprecher des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), am Samstag. Eine akute Gefahr ergibt sich aus den neuen Prognosen Behördenangaben zufolge aber noch nicht.

http://www.rp-online.de

Hochwassereinsatz in Schönebeck (Elbe

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Madgeburg

 

Helfer aus NRW arbeiten ebenfalls fieberhaft. Drei Feuerwehrmänner aus Ratingen bestücken derzeit die Sandsackfüllanlage des Kreises Mettmann im Hochwassereinsatz in Schönebeck (Elbe) südlich von Magdeburg. Die Situation ist sehr angespannt, weiterhin werden große Mengen Sandsäcke gefüllt. Die Säcke werden dann mit LKW, Transportern, etwaigen Anhängern und sogar mit Linienbussen und Hubschraubern an ihre Einsatzorte gebracht.

http://www.rp-online.de

Aken: Weitere Durchbruch/Einsatzkräfte drohen eingeschlossen zu werden

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Aken

MZ Köthen: Die Einsatzleitung im Akener Rathaus hat entschieden, die Sicherungsarbeiten an der Dessauer Landstraße weiter fortzusetzen. Kurzfristig wurden an dieser Straße rund 10 000 Tonnen Kies zum Schottern angefahren. Zu schaffen macht der Einsatzleitung zurzeit ein weiterer Durchbruch am Alten Damm im Dessauer Busch. Auf dem Rückweg von einer Vorort-Begehung hatten Akener Feuerwehrleute dort drei weitere Quellstellen entdeckt und sofort begonnen, die Stellen mit Sandsäcken zu sichern. Weitere Kräfte wurden angefordert. Inzwischen droht den Männern ernste Gefahr, vom Wasser eingeschlossen zu werden. Akut ist die Lage  inzwischen auch am Deich in Obselau, wo zur Stunde Wasser über die Deichkrone läuft. der Pegel in Aken steigt beständig weiter und liegt jetzt aktuell  bei 7,88 Meter also weit über den Prognosen.

http://www.mz-web.de

Sorge um Sielstelle

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Uncategorized

Nachdem schon am Freitagabend ein Siel bei Neubleesern den gewaltigen Wassermassen nicht mehr standhalten konnte, wird seit den Morgenstunden versucht, das Loch mittels Bigbags per Hubschrauber zu schließen. Ein erster Rettungsversuch in den Nachtstunden durch holländische Einsatzkräfte musste abgebrochen werden. Am Samstagnachmittag war es noch immer nicht gelungen, das Loch zu stopfen. Die Einsatzkräfte waren optimistisch, das Siel schließen zu können, bevor dieses möglicherweise komplett aus dem Deich gedrückt wird.

Gegen Mittag hatte sich der Katastrophenstab dennoch dazu entschlossen, den Bockdamm, der ohnehin eine Art zweite Verteidigungslinie ist, zu verstärken. Dabei kamen 238 Soldaten der deutsch-französischen Brigade zum Einsatz, die tagszuvor in Pülswerda aktiv waren. Ihnen zur Seite standen neben zahlreichen Feuerwehrleuten aus Ostelbien auch 58 Feuerwehrleute aus der Stadt Annaburg zu der mittlerweile auch Prettin zählt. Annaburgs Bürgermeister Erich Schmidt hatte sich selbst von der kritischen Lage vor Ort ein Bild gemacht. Weil 2002 durch den Deichbruch bei Dautzschen auch große Teile des Landkreises Wittenberg überflutet wurden, hat am Bockdamm der anhaltische Landesbetrieb für Hochwasserschutz in Absprache mit der sächsischen Landestalsperrenverwaltung das Kommando übernommen.

Etwa 44000 Sandsäcke galt es allein auf den drei Abschnitten beginnend Straße in Richtung Prudel zu verlegen.
Das durchdrückende Wasser war nach TZ-Info bereits am Freitagabend gegen 19.30 Uhr von Zwethauer Deichläufern bemerkt worden. Das Siel gehört zu einem Deichabschnitt, der kurz vor der Sanierung stand. Es hat nach Angabe von Flußmeister Holger Tobiaschek eine Größe von 1×2 Metern. Der Versuch, die lecke Stelle am Abend mit Bahnschwellen und Betonteilen zu verfüllen, misslang. Das tosende Wasser ließ den Helfern keine Chance, so dass vorsorglich die Einwohner von Neubleesern, Döhlen, Rosenfeld und Teilen Zwethaus über eine Evakuierung informiert wurden. Nach Angabe von Andreas Starke, Chef der von Torgau aus agierenden Polizeidirektion Leipzig, wurde Neubleesern schließlich gegen 4 Uhr geräumt.

Zu einem kleinen Zwischenfall kam es, als Verantwortliche der Landestalsperrenverwaltung am Morgen die Sielstelle für die Hubschrauber mit Farbe markierten. Ein unbekannter Mann hatte sich bis hier hin durchgeschlagen, um die Mitarbeiter verbal von einem Schließversuch abzuhalten. Nachdem der nach eigenen Angaben aus Sachsen-Anhalt stammende Mann energisch des Deichs verwiesen wurde und sich schon wieder auf dem Weg in Richtung Bockdamm befand, nahmen sich noch einmal Bernd Merbitz, Präsident der Polizeidirektion Leipzig, und Landrat Czupalla den Mann zur Brust. Verfolgt wurde das ganze unter anderem von Staatsminister Frank Kupfer, der vom Bockdamm aus das Geschehen verfolgte. Neben Kupfer war auch Axel Bobbe von der Talsperrenverwaltung vor Ort. Bobbe kritisierte erneut die langen Genehmigungsverfahren, die in Sachsen Hochwasserschutzprojekte ausbremsten. Wie es gemacht werden müsste, zeige das Beispiel von Sachsen-Anhalt, wo sofort nach der Flut 2002 mit der Ertüchtigung der Deiche begonnen wurde.

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Ein Wall aus Stroh schützt die Straße von Sandkrug nach Bälow

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Wittenberge

 

Um fast einen Meter ist die Elbe zwischen Donnerstag und Freitag gestiegen. Das erhöht den Druck auf zivile wie uniformierte Deicharbeiter, aber das frühe Ausrufen des Katastrophenalarms schafft auch ein gewisses Zeitpolster.

Während die „Fehlstellen“ im Deich bei Sandkrug fast vollständig mit Sandsäcken ausgeglichen sind, kommt an der Kreisstraße zwischen Sandkrug und Bälow ein neues Verfahren zum Einsatz: Stroh statt Sand könnte man es nennen. „Diese Idee wurde hier in der Prignitz entwickelt“, sagt Dirk Günther, der Deichabschnittsleiter vom Landesumweltamt. Für die Kreisstraße, die zwischen Bälow und dem Wald in Richtung Sandkrug quasi eine Bucht bildet, sei diese Lösung die schnellste und zweckmäßigste. „In der Straßenkurve befindet sich der tiefste Punkt des Deiches“, erläutert der Fachmann. Wenn sonst inklusive des sogenannten Freibordes etwa acht Meter Deichhöhe herrschen, ist es dort deutlich weniger. Das Aufkaden, also Erhöhen des Deichs mit Sandsäcken, brächte nicht viel. Anders das Strohballenmodell. Ein solcher Quader misst zwei Meter in der Länge, einen Meter in der Tiefe und ist 70 Zentimeter hoch. Aneinander gestapelt sind so mit rund 450 Ballen die 900 Meter kritischer Straßenabschnitt zu überbrücken. Damit das ganze länger hält, wird es mit stabiler Folie überspannt und mit Sandsäcken beschwert. Das Stroh kommt aus Abbendorf und Karstädt. Insgesamt kostet der Abschnitt rund 10 000 Euro, was Landrat Hans Lange für „völlig in Ordnung“ hält. Eine Sandsackaufkadung käme teurer.

Unterdessen helfen Feuerwehrleute aus der Uckermark dabei, die Deichbaustelle zwischen Garsedow und Schadebeuster gegen das stetig steigende Hochwasser zu sichern. Auf 1700 Metern Länge muss der Deich ebenfalls mit Folie abgedeckt und mit Sandsäcken beschwert werden. Landseitig verstärkt eine Berme, also eine stufenförmige Aufschüttung, die Konstruktion. Dahinter befindet sich ein Erdwall, der in diesem Fall aber hinderlich ist, weil sich zwischen ihm und dem Deich das Wassers stauen würde. Schlitze im Abstand von 30 Metern sollen für Entlastung sorgen. Die Feuerwehrleute aus Boizenburg in der Uckermark waten im trüben Elbewasser, um die Folie zu beschweren. Ihre Kameraden lassen von oben Sandsäcke die glatte Böschung hinuntergleiten. Auf der planierten Deichkrone kann immer nur ein Fahrzeug verkehren. Wer vorwärts reinfährt, muss rückwärts raus. das gilt auch für das Verpflegungsauto von Lucullus. Mit großem Hallo begrüßen die Feuerwehrleute die Mittagsmahlzeit.

Im Schöpfwerk Karthane befestigen Sven Kossert von der Firma Strabag aus Lübben die letzten Big Bags. Das sind überdimensionale Sandsäcke, mit deren Hilfe das Schöpfwerk gegen das zu erwartende Hochwasser des Karthaner Sees geschützt werden soll. Wie nötig das ist, zeigt die Spundwand, die den Auslass für die gigantischen Pumpen umschließen soll. Nur noch ein paar Zentimeter gucken von der stählernen Konstruktion aus dem Wasser. Bald sind auch die verschwunden. Der Spreewälder und seine Kollegen wissen, dass sie die nächste Zeit als „Wächter“ im Schöpfwerk verbringen werden.

In Hinzdorf dichten Feuerwehrleute die Betonelemente an einem Grundstück ab. Die glänzende mobile Hochwasserschutzwand steht in seltsamem Kontrast zu den ockerfarbenen Jutesäcken. Die Fugen zwischen L-förmigen Betonelementen hingegen sind wegen des Einspruchs von Anwohnern nicht abgedichtet worden. Das wäre ein ideales Einfallstor für das steigende Wasser. Daher haben die Feuerwehrleute die Wand mit Bauvlies überzogen und gleichfalls mit Sandsäcken beschwert. Herrmann Kämling steigt in seiner Wathose ins brusthohe Uferwasser und beschwert das Vlies.

Mit der Arbeit können sich die Helfer ablenken von dem Gefühl der Ungewissheit. Wobei nicht fraglich ist, was kommt, sondern nur, wann und in welchem Ausmaß.

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/ziel/19287264/DE

 


Bis heute Abend 23 Uhr wollen die Deichbau-Spezialisten der niederländischen Streitkräfte den Deich zwischen Mockritz und Döbern vollständig mit einer Kiesauflast absichern. Man habe die Lage im Griff, ließ man an den Einsatzstab übermitteln. Als zwischenzeitlich auch das Siel Mockritz Probleme bereitete, reagierten die Holländer blitzschnell. Ein großer Liebherr-Kran rückte an. Mit Bigpacks wurde die Schwachstelle geschlossen. Ein Großaufgebot an Bundeswehr und freiwilligen Helfern arbeitet derweil am Weinskedamm Nahe des Elsniger Wäldchens. Auch hier sieht es so aus, als könnte man die Wassermassen zähmen. Es hat sich in der Aue ein riesiger See gebildet.

http://www.torgauerzeitung.com

16:40 Uhr, Aken: Unsicher Lage am Deich in Groß Rosenburg

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Aken

 

 

MZ Köthen: Im Moment widersprechen sich die Aussagen zum Zustand des Deiches in Groß-Rosenburg. Am Vormittag war noch von einem Dammbruch die Rede. Die Evakuierung von rund 8.000 Menschen wurde daraufhin vorsorglich angeordnet.  Wie Bürgermeister Hansjochen Müller nach Rücksprache mit dem Flussbereichsleiter Christian Jung jetzt informierte, droht der Deich auf  einer Länge von ca. 80 Meter abzurutschen, es strömt Wasser über, das Deichbestandteile ausspült. Nach neuesten Expertenberechnungen würde es bei einem Deichbruch maximal zwei bis drei Tage dauern, bis das Wasser in und um Aken auf eine Höhe von einem Meter ansteigt.

http://www.mz-web.de

Hochwasser 2013: Folgende SPENDENKONTEN sind unter anderem für die Flutopfer in Deutschland eingerichtet worden:

– Aktion Deutschland Hilft: Stichwort „Hochwasserhilfe 2013“, Konto
10 20 30, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00 oder online:
http://www.aktion-deutschland-hilft.de

– Arbeiter-Samariter-Bund: Stichwort „Hochwasser“, Konto 1888, Bank
für Sozialwirtschaft Köln, BLZ 370 205 00, oder online: http://www.asb.de

– arche noVa Dresden: Stichwort „Hochwasser 2013“, Konto 3 573 500,
BLZ 850 205 00

– Bayerisches Sozialministerium: Stichwort „Hochwasserhilfe Bayern“,
Konto 82 000, Bayern LB, BLZ 700 500 00

– Caritas international: Stichwort „Hochwasseropfer 2013“, Konto 202,
Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, BLZ 660 205 00 oder online:
http://www.caritas-international.de

– Deutscher Kanu-Verband: Stichwort „Hochwasser“, Konto 447 53 04,
Postbank Hannover, BLZ 250 100 30

– Deutsches Kinderhilfswerk: Stichwort „Fluthilfe 2013“, Konto
333 11 11, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 100 205 00

– Deutsches Rotes Kreuz e.V. Spendenkonto: 41 41 41 Bank für Sozialwirtschaft BLZ: 370 205 00 Stichwort: Hochwasser – Online-Spende: www.drk.de/onlinespende

– Diakonie Katastrophenhilfe: Stichwort „Fluthilfe“, Konto 502 502,
Evang. Darlehensgenossenschaft, BLZ 210 602 37 oder online:
http://www.diakonie-katastrophenhilfe.de

– Diakonie Sachsen: Stichwort „Hochwasser 2013“, Konto 100 100 100,
BLZ 350 601 90, Bank für Kirche und Diakonie – KD-Bank

– DLRG: Stichwort „Flutopferhilfe 2013“ oder „Hochwassereinsatz
2013“, Konto 730 900 000 0, Volksbank Schaumburg, BLZ 255 914 13

– Gemeinden am Oderbruch: Stichwort „Hochwasserhilfe“, Konto 200 254
67, Sparkasse Märkisch-Oderland, BLZ 170 540 40

– Händel-Festspiele: Stichwort „Spende Händel-Festspiele“, Konto:
380 319 294, Saalesparkasse, BLZ 800 537 62

– Heilsarmee: Stichwort „Fluthilfe“, Konto 40 777 77, Bank für
Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00

– Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.: Stichwort „Hochwasserhilfe“, Konto 88
88, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00

–  KfH-Stiftung für Nierenkranke: Stichwort „Hochwasser“, Konto 53
000, Bayerische Landesbank, BLZ 700 500 00

– Malteser: Stichwort „Hochwasser 2013“, Konto 120 120 0012, Pax
Bank, BLZ 370 601 20

– Stiftung RTL: Stichwort „Jahrhundertflut“, Konto 15 12 15 1,
Sparkasse KölnBonn, BLZ 370 501 98

– Volkssolidarität Bundesverband. Stichwort Hochwasserhilfe 2013,
Konto 800, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 100 205 00

Politiker haben den Flutopfern Millionenbeträge für den Wiederaufbau versprochen. Hilfe kommt aber auch aus vielen anderen Teilen der Gesellschaft und von Unternehmen. Einige Beispiele:

– Der FC BAYERN MÜNCHEN will demnächst in Passau zu einem
Benefizspiel zugunsten der Hochwasseropfer antreten. Die Partie gegen
eine Regionalauswahl aus Passau soll ohne Gage für den Rekordmeister
ausgetragen werden.

– BORUSSIA DORTMUND will mindestens 100 000 Euro spenden. Laut
Vereinsangaben werden der BVB und seine Stiftung „leuchte auf“ einen
Teil der Eintrittsgelder vom Saison-Eröffnungsspiel am 6. Juli über
die Hilfsorganisation „Ein Herz für Kinder“ an Flutopfer überweisen.

– Zweitligist 1860 MÜNCHEN wollte am Samstag zu einem Benefizspiel
gegen die SpVgg Grün-Weiß Deggendorf 03 antreten. Die Einnahmen
kommen den Flutopfern im bayerischen Landkreis Deggendorf zugute.

– Der DEUTSCHE OLYMPISCHE SPORTBUND gründet einen Hilfsfonds für die
vom Hochwasser geschädigten Sportvereine. Für die Soforthilfe werde
die Stiftung Deutscher Sport des DOSB 100 000 Euro bereitstellen,
sagte DOSB-Präsident Thomas Bach am Samstag in Berlin.

– Ex-Fußballnationalspieler MICHAEL BALLACK stellte mindestens
100 000 Euro aus den Erlösen seines Abschiedsspiels am Mittwoch in
Leipzig in Aussicht. Auf seine Initiative hin wurde zudem eine
Spendenhotline (0900 – 5970 870) eingerichtet.

– Ein Fan von EINTRACHT BRAUNSCHWEIG hat über das soziale Netzwerk
Facebook eine Hilfsaktion für die Partnerstadt Magdeburg organisiert.
Er rief Freiwillige dazu auf, mit ihm dorthin zu fahren und zu
helfen. Die Eintracht spendiert den Helfern 100 T-Shirts.

– Die Veranstalter und Teams des DEUTSCHEN TOURENWAGEN MASTERS (DTM)
spenden den vom Hochwasser betroffenen Städten Meißen, Pirna und
Herzberg je 100 000 Euro. Die DTM wird dafür auf den Großteil der
Einnahmen aus dem Rennen am Lausitzring Mitte Juni verzichten.
Mehrere Autobauer unterstützen die Aktion.

– PETER MAFFAY und Band spenden aus den Einnahmen eines Konzerts in
Leipzig 100 000 Euro an die „Bild“-Hilfsorganisation „Ein Herz für
Kinder“. Die Spende soll unter anderem dem Wiederaufbau von
zerstörten Schulen und Kindergärten dienen.

– Eine Spendengala plante das MDR FERNSEHEN am Sonntagabend (9. Juli)
unter dem Motto „Gemeinsam gegen die Flut“. Zu den prominenten
Mitwirkenden gehören Peter Maffay, Christine Stürmer, Helene Fischer
sowie die Puhdys oder Karat.

– Der Sender RTL hat in seinen Nachrichten- und Magazinsendungen bis
Freitagmorgen fast 100 000 Euro gesammelt und um weitere 100 000 Euro
aus der RTL-Stiftung verdoppelt. Die Spenden gehen an die Johanniter
und den Malteser Hilfsdienst. Im Internet hat RTL zudem eine
Facebook-Aktion gestartet. User können dort ihre Hilfe anbieten.

– Der Potsdamer Sender BB RADIO nutzt seine 48-Stunden-Party an
diesem Wochenende als Spenden-Aktion. Die Moderatoren der
BB-Radio-Morgenshow fahren zu Hörer-Partys im ganzen Land – für jeden
zurückgelegten Kilometer soll ein Euro gespendet werden.

– Die GÖTTINGER HÄNDEL-FESTSPIELE haben einen Spendenaufruf für ihr
Schwester-Festival in Halle gestartet. Es musste wegen des
Hochwassers abgesagt werden und steckt daher in finanziellen
Schwierigkeiten.

Quelle: wz-newsline.de

Lüchow-Dannenberg 16.00 Uhr

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

Im Landkreis Lüchow-Dannenberg gibt es 50 km Elbedeich, die zu betreuen sind. 25 km davon mussten in den letzten Tagen erhöht und gesichert werden.

Unzählige Helfer haben bienenfleißig rund 1,2 Millionen Sandsäcke befüllt, die jeweils immerhin ca. 20 kg schwer sind.  Rein vorsorglich, so teilt der Landkreis Lüchow-Dannenberg mit, stehen weitere Sandsäcke in Reserve zur Verfügung. Derzeit sind nach einer Mitteilung der Kreisverwaltung insgesamt rund 2200 freiwillige und professionelle Helfer im Einsatz. Davon sind 1149 aus den überörtlichen Kreisfeuerwehrbereitschaften, 210 Feuerwehrleute kommen aus der Region.

Darüber hinaus sind 51 THW-Angehörige, 107 DRK-Helfer, 125 Bundeswehrsoldaten, 48 Polizisten und 32 Stabsmitarbeiter beim Landkreis im Einsatz. Des Weiteren sind und waren in den letzten Tagen eine Vielzahl  freiwilliger Helfer im Kreisgebiet eingesetzt. „Dank des Engagements aller Helferinnen und Helfer konnte der Großteil der Deichsicherungsarbeiten sehr zügig abgeschlossen werden,“ heißt es in einer Mitteilung der Kreisverwaltung.

Für den heutigen Samstag sind noch kleinere Restarbeiten vorgesehen. Einige der im Einsatz befindlichen Helfer können für die bevorstehenden Tage zunächst einmal geschont werden.

 

http://wendland-net.de

Die Elbe mutiert vom Fluss zum gigantischen See

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Wittenberge

 

Noch dauert es wohl mindestens einen Tag, bis die Flut in Wittenberge ihren Höhepunkt erreicht, doch das Hochwasser ist längst da. Die Elbestadt liegt mittlerweile nicht mehr an einem in normalen Zeiten noch recht überschaubaren Strom, sondern an einem gigantischen See. Angesichts des sonnigen Wetters sah hier mancher schon eine Verwandtschaft zum Gardasee.

Besonders gut zu sehen ist dies von der Autobrücke über die Elbe. Wasser, wohin das Auge reicht. Am Horizont -fast wie ein schmaler Inselstreifen  – die Stadtsilhouette von Wittenberge. Apropos Insel: Landeinwärts ist Wittenberge inzwischen von Seen umgeben, die sich aus dem Rückstau der Stepenitz entwickeln und die Ortschaften Breese und Weisen mittlerweile massiv bedrohen. Gerade bei Breese werden besonders intensiv Sandsäcke gestapelt. Vier Fehlhöhen gilt es nach Angaben von Wittenberges Bürgermeister Oliver Hermann auszugleichen, bevor dasWasser seinen höchsten Stand erreicht. Nach zwischenzeitiger ganz leichter Entwarnung am Donnerstag ist es seit den Prognosen vom Freitag mit der Ruhe vorbei. Die aktuellsten Vorhersagen sehen einen Höchsstand von 8,10 Meter.

Auch bei Bürgern sickert das steigende Wasser langsam ins Bewusstsein. In der Feuerwache in Wittenberge laufen nicht nur die Telefone heiß – viele Menschen kommen direkt dort hin. Drei Angestellte sind damit beschäftigt, Anfragen zu beantworten, weiterzuleiten und zu koordinieren.  Eine von ihnen ist Hannelore Stehr: „Natürlich wollen viele Leute wissen, ob sie vom Hochwasser persönlich betroffen sind “, sagt sie. Dafür gibt es zusätzlichen Service im Wittenberger Rathaus: Dort können genaue Höhenlinienkarten eingesehen und abgefragt werden, zunächst einmal bis Mittwoch.

In der Feuerwache wiederum kommen noch ganz andere Anfragen an.  So wollen viele Menschen wissen, ob die Straßenbrücke der B189 über die Elbe offenbleibt. Viele Wittenberger erinnern sich daran, dass sie vor elf Jahren bei der damaligen Flutwelle geschlossen werden musste. Diesmal sieht es aber noch nicht so aus: „Sie ist offen und bleibt auch offen“, sagte Bürgermeister Oliver Hermann.

Beim Bahnverkehr, dem auch viele Anfragen gelten, sind zunächst noch keine Einschränkungen zu befürchten. Jedoch sind sie auch nicht gänzlich auszuschließen. Zwar verläuft die Trasse auf einem Damm, aber das Sickerwasser könnte dem Damm und ihn instabil machen.

Ob der für die Wittenberger wichtige Hartwigtunnel geschlossen werden muss, ist unklar.

Am Wittenberger Bahnhof herrscht Hochbetrieb, insbesondere, wenn Züge aus Berlin kommen mit vielen potenziellen Hochwasserhelfern an Bord. Einen Kilometer weiter an der Ölmühle herrscht dementsprechend großes Gewusel, denn hier sind viele meist junge Helfer im Einsatz, um Sandsäcke zu füllen.  Vier davon kommen von der Feuerwehr aus Sülten in Mecklenburg-Vorpommern.  An anderer Stelle trifft man Marcel Elverich. Der SPD-Stadtverordnete erhält morgen auch Unterstützung aus Berlin und wird selbst heute Nacht einer der vielen Deichläufer sein.

Die Mobiliseirung der Helfer funktioniert ziemlich gut. „Sie haben sich zum Teil selbst über Facebook organisiert“, sagt Oliver Hermann. Um gleich selbst einzuwenden, dass diese Art Mobilisierung auch einen Nachteil hat: die Gerüchteküche wird ganz ordentlich bedient.  Dem will er etwas entgegensetzen. Auch dazu dient – neben zum Beispiel unserer Berichterstattung – das Bürgertelefon, das heute noch bis 16 Uhr und morgen von 8 bis 12 Uhr erreichbar ist: 03877 5669000.

Christiane Schomaker von der Stadt wünscht sich auch Getränkespenden oder – anlieferungen für die Helfer, bitte an der Feuerwache in der Weisener Straße abgeben  oder von der Stadt  abholen lassen. (Bernd Atzenroth)

Auch der Landkreis Prignitz bittet um Hilfe. Freiwillige können sich unter folgenden Telefonnummern melden.

  • Wittenberge (Bürgertelefon): 03877/5669000
  • Bad Wilsnack: 038791/999-0
  • Lenzen: 0172/6047973 oder 0170/4739112

Um die Hilfe besser zu koordinieren bittet der Landkreis die Freiwilligen, sich vorher unter den angegebenen Telefonnummern zu melden.

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12529299/19287300/Die-Elbe-mutiert-vom-Fluss-zum-gigantischen-See.html

Viele Menschen verlassen schweren Herzens ihr Heim, andere bleiben

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Mühlberg

 

Die Zufahrtswege sind von der Polizei abgeriegelt. In Weinberge hat die Einsatzleitung Stellung bezogen. Die Bundeswehr rückt mit weiteren Fahrzeugen an. Schwimmpanzer stehen auf dem Gelände der Agrargenossenschaft. Am Ortseingang versammeln sich Feuerwehren aus vielen Teilen der Republik. Die Supermärkte sind noch geöffnet und der Parkplatz steht voller Autos.

In der Innenstadt bietet sich ein anderes Bild: Der Weg durch die engen Gassen des Städtchens ist frei. Vereinzelt räumen Bewohner Taschen, Beutel und Katzenkörbe in ihre Autos. Noch am Tag zuvor herrschte hier ein Durcheinander. Autos, teils mit fremden Kennzeichen, drängten sich durch die Straßen. Volle Sandsäcke wurden geliefert und vor den Kellerfenstern gestapelt. Gestern 10 Uhr läuft die Evakuierung seit 17 Stunden. Die Stadt scheint verlassen – fast.

Pater Alois hilft. Der Mann aus dem Kloster ist neu in der Stadt. Als Notfallseelsorger geht er nun durch die Straßen. „Wir laufen von Haus zu Haus, klingeln und fragen, ob jemand Hilfe braucht“, sagt der Süddeutsche. Dass ihn seine neue Heimat in einer solchen Lage braucht, habe er nicht gedacht. „Wir vergessen niemanden“, sagt er, als die Polizei vorbeifährt und seine Worte im Hall der Lautsprecherdurchsage untergehen. Die Busse würden um 14 Uhr das letzte Mal aus der Stadt fahren. Viele Türen öffnen sich nicht mehr. „Die Leute sind schon evakuiert. Sie haben sich vorbereitet. Aber das Zuhause verlassen zu müssen, ist schmerzhaft“, sagt der Geistliche.

In der Schlossstraße öffnet sich eine Tür. Karl Pfeifer tritt auf die Straße. „Ich muss doch meine Hühner noch versorgen. Hier ist kein Nachbar mehr, der aufpassen könnte. Aber die Tasche ist gepackt.“ Er werde zur Verwandtschaft nach Altenau gehen. „2002 war es hier nicht so aufregend. Die Deiche sind doch durchweicht. Hoffentlich halten sie“, sagt Karl Friedrich. Ein kurzer Plausch und Pater Alois verabschiedet sich. Seine Runde ist zu Ende.

Indessen kommt eine Gruppe junger Helfer am Stadthafen zusammen. Die Freiwillige Feuerwehr geht den provisorisch gesicherten Deich ab. „Alles in Ordnung“, sagt Jörg Müller. Claudie Theilemann steht in der Nähe. Ihr Hund Dexter watet am überfluteten Ufer, hinterlässt Fußabdrücke. „Ich wollte noch einmal den Pegelstand sehen, bevor ich nach Oschatz muss. Wenn ich aus meiner Stadt bin, kommen die Emotionen hoch. Man ist nur beruhigt, wenn man hier steht und sieht, dass alles in Ordnung ist“, sagt die Mühlbergerin, lässt ihren Hund in ihren VW-Käfer springen und fährt.

Bei der Familie Könitz räumt Lucie das Geschirr hoch. Auf dem Herd dampft der Kartoffeltopf, auf dem Tisch steht ein Schälchen Quark. Herbert Könitz: „Wir haben damals über die Spundwände geschimpft. Aber jetzt sind wir froh, dass wir sie haben.“ Er wolle noch bleiben. „Ich bin hier geboren, in der Elbstraße wohnen wir seit 1973. „Wir haben oft Wasser im Keller, aber die Angst, dass der Deich bricht, bleibt.“

Auf dem Deich, gleich hinter seinem Haus, sitzt Christoph Nawroth. „Wir bleiben. 2002 mussten wir raus und es ist nichts passiert“, sagt er. Sein Vater Helmut fügt hinzu: „Der Damm ist sicher. Es hat mich gefreut, dass besonders Jugendliche von Anfang an der Feuerwehr geholfen haben.“ Karl-Michael Kramer hat seine Tischlerei unweit vom unsanierten Deich entfernt. „Wir bleiben“, sagt auch sein Vater Karl. „Mühlberg ist es doch wert zu bleiben.“

Auch Nachbar Jörg Diecke räumt noch im Haus die Wertsachen in obere Stockwerke. Er wolle noch bleiben. „Ich habe doch ein Boot im Hof“, scherzt er. Die Vorfahren hätten mit dem Hochwasser gelebt und gebaut, sagt er nun ernster. „Die Wände meines Hauses sind aus Bruchstein und sehr dick. Wenn der Keller, wie jetzt vollläuft, strömt das Wasser nicht ins Haus, sondern aus den Kellerfenstern.“ Nebenan rollt die Bundeswehr an, bringt Sandsäcke für den Deich. Hubschrauber fliegen über der Stadt. Große Säcke werden angeflogen, Schiffe sichern den aufgeschwemmten Deich von der Elbseite.

Fast 30 Kilometer entfernt von der Heimat sitzt Wolfgang Frase in der Turnhalle Tröbitz, die als Notquartier mit 160 Schlafplätzen hergerichtet wurde. Auch in der Sporthalle Schönborn werden 40 Plätze angeboten. 50 Mühlberger haben sich in den Notquartieren eingefunden. Frase musste nicht lange überlegen, ob er sein Haus in Mühlberg, 600 Meter vom Elbufer entfernt, verlässt, um sich und seinen Hund in Sicherheit zu bringen. „Es ist Katastrophenalarm. Das heißt für mich, man muss den Weisungen folgen“, sagt er. Er denkt weiter: „Würde ich ausharren und müsste dann aufwendig gerettet werden, vielleicht sogar mit Hubschrauber, wird’s richtig teuer, weil ich das selbst bezahlen müsste.“ Sein Arbeitgeber hat ihn zwei Tage freigestellt. Gemeinsam mit einem Klempner hat Frase in seinem Haus alles gesichert. „Die paar Tage kommen wir schon hin.“ Er hofft wie alle, dass er bald wieder nach Hause ka

Quelle: http://www.maerkischeallgemeine.de/

Saale

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Saalekreis

 

14.29Uhr:Die Einsatzleitung für den Katastrophenfall an der Saale hat sich in das nahe gelegene Zuchau zurückgezogen. „Der Damm ist auf einem Stück von etwa 200 Metern abgesackt und nicht mehr zu halten“, sagt ein Sprecher des Salzlandkreises. Ein Fuchs-Panzer bringt Evakuierte in den Rückzugsort. Dieses Bundeswehrgefährt wäre im Notfall schwimmfähig. Andere Fahrzeuge dürfen nicht mehr in die tieferen Regionen

 

http://www.focus.de

 

 

In Magdeburg hat sich die Hochwasserlage der Elbe weiter zugespitzt. Nach Angaben der Stadt erreichte das Wasser an der Strombrücke eine Höhe von 7,30 Metern. Normal ist ein Pegelstand von zwei Metern. Bürgermeister Lutz Trümper warnte die Einwohner vor einem „dramatischen Wochenende“.

Vor allem in Magdeburg-Werder ist die Lage kritisch. Dort drücken die Fluten gegen eine Ufermauer. Ein Altenpflegeheim wurde bereits evakuiert -und der Höhepunkt der Flutwelle ist noch nicht erreicht.

„Stadt erlebt Ausnahmesituation“

Nach Angaben eines Sprechers müssen sich auch die restlichen Bewohner in dem kritischen Bereich der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt darauf einstellen, ihre Häuser zu verlassen. Sie würden aber rechtzeitig informiert. In einigen Straßen wurde auch die Elektrizität abgestellt.

In einem offenen Brief hat sich Magdeburgs Oberbürgermeister Trümper an die Bürger gewandt. Ihnen stehe ein dramatisches Wochenende bevor. Die Stadt erlebe eine Ausnahmesituation, wie es sie nur selten gegeben habe. Dennoch: Auch beim erwarteten Pegelstand der Elbe von 7,40 Metern sollte der Hochwasserschutz gewährleistet sein

Deichbruch an der Elbe vermutet

Aktuell seien mehr als 3000 Einsatzkräfte aus dem Bundesgebiet im Einsatz, 1000 Bundeswehrsoldaten seien auf dem Weg. Trümper rief die Menschen dazu auf, unnötige Autofahrten zu vermeiden und die Wege der Einsatzkräfte offen zu halten.

Auch im Mündungsbereich der Saale in die Elbe ist die Lage weiter kritisch. Nach Angaben des Katastrophenschutzstabes ist nördlich des Ortes Klein-Rosenburg ein durchweichter Deich der Saale nicht mehr zu halten. Es drohe ein Bruch auf einer Länge von 150 Metern. 3000 Menschen sollen sich vor einer drohenden Überflutung in Sicherheit bringen

Südlich von Magdeburg muss wegen eines vermuteten Deichbruchs an der Elbe die Ortschaft Susigke evakuiert werden. Rund 300 Bewohner sollen ihre Häuser verlassen. Wie die Stadt Aken, zu der Susigke gehört, mitteilte, stand Wasser auf der Landstraße 63. Die Feuerwehr suchte noch nach dem Ursprung des Wassers. Nach Angaben des Krisenstabs der Landesregierung wurde aber ein Deichbruch als Ursache vermutet.

Bitterfeld weiter in Gefahr

Bei Bitterfeld dagegen entspannte sich die Lage hingegen. Die Bundeswehr will am Vormittag ein Leck zwischen dem Goitzschesee und dem Seelhausener See schließen. Dazu sollen aus Hubschraubern große Sandsäcke abgeworfen werden. Die Differenz der Pegelstände zwischen den beiden Seen sank um mer als einen halben Meter in den vergangenen 24 Stunden auf nun 5,95 Meter. In den vergangenen Tagen war befürchtet worden, dass ein größeres Leck zwischen den beiden Seen eine Flutwelle vom höher gelegenen Seelhausener See in die Goitzschesee auslösen könnte. Dann würde auch Bitterfeld überflutet. Diese Gefahr ist auch noch nicht abgewendet.

In Halle an der Saale ist der Pegelstand des Flusses in den vergangenen 24 Stunden um rund einen halben Meter gesunken. Trotzdem bleibt die Lage auch dort angespannt. Mehrere Dämme stehen weiter unter enormem Druck.

Dramatische Lage in Brandenburg

Die Hochwasserlage in Brandenburg bleibt ebenfalls dramatisch. In Mühlberg (Elbe-Elster) hat der Druck auf den Deich immer weiter zugenommen. Nach der Evakuierung der Stadt mussten rund 4500 Bürger ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Einige konnten die Nacht bei Freunden oder Bekannten in Orten in der Nähe verbringen, andere wurden in Notunterkünften untergebracht. Polizisten sind unterwegs, um das Eigentum der Bürger zu sichern.

Unterdessen droht neues Ungemach: Für das Elbe-Einzugsgebiet in Tschechien sind Niederschläge am Wochenende angekündigt. Das werde die Hochwasserlage an dem Fluss nicht verschärfen, könnte den Ablauf des Wassers aber verzögern, betonten die Hydrologen.

Bundesweit stemmen sich 70.000 Feuerwehrleute und mehr als 11 300 Bundeswehrsoldaten gegen die Flut. Mindestens sieben Menschen starben seit Beginn der Hochwasserkatastrophe. Mehrere werden vermisst.

Quelle: dpa

Mit Wasserwerfern: Aufräumarbeiten auf der A3

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

 

Der Donaupegel sinkt und die Aufräumarbeiten starten − auch auf der überspülten A3 bei Deggendorf. Wie Werner Straubinger von der Bundespolizei Deggendorf auf PNP-Anfrage bestätigt, waren am Samstag auf der verdreckten Fahrbahn zwischen Metten und dem Autobahnkreuz Deggendorf drei Wasserwerfer für Reinigungsmaßnahmen im Einsatz.
Die Beamten der Bundespolizei Deggendorf, die mit ihrem Sondergerät die ganze Woche über schon in der Region im Einsatz waren, reinigten die Fahrbahn, so gut es der aktuelle Donaupegel zuließ. Von Metten aus war das am Samstag etwa bis zum Autobahnkreuz möglich. Wann die Autobahn letztendlich für den Verkehr wieder geöffnet werden kann bleibt jedoch unklar.

Die Polizisten waren auch in Fischerdorf im Einsatz, um Straßen von Treibgut zu befreien. Dafür waren Sonderwagen mit Räumschild im Einsatz.

http://www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_deggendorf/

Magdeburg evakuiert Stadtteil

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Ticker

 

In einigen Teilen der Hochwassergebiete in Ostdeutschland verschärft sich die Lage weiter. In Magdeburg drohen aufgeweichte Deiche zu brechen, in Sachsen und Sachsen-Anhalt strömte bereits Wasser durch defekte Deiche ins Land. Die Hochwasser-Lage am Sonnabend im Ticker zum Nachlesen.

 

23:29 Uhr: Für Zehntausende Helfer und Bewohner in den Hochwassergebieten geht in der zweiten Woche der Flut das große Bangen weiter – auch am Sonnabend hat sich vor allem im Osten und Norden Deutschlands die Situation weiter zugespitzt. HAZ.de verabschiedet sich für Sonnabend aus dem Live-Ticker.

22.30 Uhr: Das Hochwasser der Elbe hat den Magdeburger Stadtteil Rothensee erreicht. Und es steigt. Die Stadt hat am Abend die Räumung von Rothensee angeordnet, über Facebook, Radio und Fernsehen laufen die Aufforderungen an die Bürger, ihre Häuser zu verlassen. Später sollten auch noch Lautsprecherwagen losfahren. Doch viele von den Bewohnern denken nicht daran zu gehen: „Wir bleiben hier, hundert Prozent“, sagt etwa Anwohner Jürgen Sterzing.

21.17: An der Donau ist das Hochwasser weitgehend überstanden – doch zurück bleiben Unmengen Schlamm. „Es ist eine stinkende Brühe“, sagte ein Stadtsprecher in Deggendorf. Mit schweren Räumfahrzeugen reinigte die Bundespolizei Straßen von Schlamm und Treibgut. Bewohner schaufelten die Überreste der Flut aus ihren Häusern. In einer Schule stapelten sich gespendete Kleidung, Schuhe, Zahnbürsten und Duschgel. Bäckereien brachten Kuchen und Gebäck. Die Anteilnahme sei unglaublich, sagte Schulleiter Robert Seif. „Die Flutkatastrophe schweißt die Menschen im Raum Deggendorf zusammen.“

20.45 Uhr: Nachdem das Hochwasser im brandenburgischen Wittenberge am Samstagabend einen historischen Höchststand von 7,45 Metern erreicht hat, wird nun auch hier die Altstadt evakuiert.

19.22 Uhr: Dem Vernehmen nach soll in Magdeburg der Pegel bis auf 7,38 Meter angestiegen sein. Er liegt damit mehr als 60 Zentimeter höher als bei der Jahrhundertflut 2002.

18.05 Uhr: Umweltminister Stefan Wenzel betont, das Hochwasser sei auch noch beherrschbar, wenn sich die jüngsten Prognosen bewahrheiten sollten

18.00 Uhr: Die Hochwasser-Experten haben ihre Prognose für die erwarteten Wasserstände der Elbe in Niedersachsen deutlich nach oben korrigiert. Nach Berechnungen der Hochwasserzentrale in Magdeburg werden die höchsten Pegelstände am Mittwoch erreicht. In Hitzacker ist demnach eine Rekordmarke von 8,45 Metern möglich. Beim Hochwasser 2011 lag der Höchststand nur bei 7,70 Metern.

15.47 Uhr: Während flussabwärts in Sachsen-Anhalt die Deiche brechen, herrscht in Niedersachsen die Ruhe vor den Sturm. „Die Wellen von Elbe und Saale haben sich vereinigt und kommen zusammen Richtung Norden“, sagte Achim Stolz, Sprecher des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), am Samstag. Wann genau die Wassermassen kommen, kann niemand genau sagen.

14.12 Uhr: Die Hochwasserlage in Magdeburg ist nach Einschätzung der Behörden so kritisch wie noch nie. Über eine Länge von 20 Kilometern seien mehrere Deiche zu verteidigen, teilten Ministerpräsident Reiner Haseloff, Innenminister Holger Stahlknecht (beide CDU) und Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) mit. „Die nächsten Tage werden extrem und schwierig“, sagte Trümper. Er gehe davon aus, dass nicht alle Bereiche geschützt werden könnten. Für Sonntag seien Pegelstände bis zu 7,40 Meter vorhergesagt, normal sind 2,00 Meter. Menschenleben seien aber nicht in Gefahr, sagte Trümper.

13.51 Uhr: Der Bund will Opfern des Hochwassers mit Steuererleichterungen helfen. Gemeinsam mit den betroffenen Ländern habe man beschlossen, die Bürger und Unternehmen zu unterstützen, hieß es auf der Webseite des Bundesfinanzministeriums. Zuvor hatte „Der Tagesspiegel“ (Sonnabend) darüber berichtet. Denkbar sei beispielsweise die Stundung fälliger Steuern. Auch auf Vollstreckungsmaßnahmen und Säumniszuschläge solle verzichtet werden, hieß es. Bei der Steuererklärung für 2013 könnten neu gekaufte Kleidung und Hausrat von der Steuer abgesetzt werden.

13.20 Uhr: In Wittenberge (Prignitz) wird am kommenden Dienstag mit einem Höchststand der Elbe von 8,10 Meter gerechnet. Normalerweise steht das Wasser dort etwa 2,77 Meter hoch. Am Sonnabendmorgen zeigte der Pegel bereits 6,98 Meter, teilte des Hochwasser- Krisenzentrum in Potsdam mit. Im Nordwesten des Landes bereiten sich derzeit rund 500 Einsatzkräfte auf die Verteidigung des Deiches gegen das Hochwasser vor. Nachdem die Wehre bei Quitzöbel geschlossen wurden, begann sich in der Havel ein Rückstau zu bilden. An Spree und Schwarzer Elster entspannte sich unterdessen die Lage. Die Wasserstände begannen dort langsam zu sinken.

12.48 Uhr: Wasser von unten, Sonne von oben: Der Wetterumschwung während des Hochwassers hat sich auch auf die Ausrüstung der vielen Helfer ausgewirkt. „Auf Anfrage versorgen wir die Helfer mit Mückenspray und Sonnencreme“, sagte der Sprecher des Technischen Hilfswerks (THW) in Sachsen und Thüringen, Roman Hartrampf, am Samstag der Nachrichtenagentur dpa. Schließlich solle niemand beim Sandsäcke-Schleppen einen Sonnenbrand bekommen. Auch After- Sun-Lotion sei zu bekommen. Im Zentrallager seien diese Dinge normalerweise nicht vorrätig. Sie würden nun eingekauft oder gespendet. Apotheken und Warenhäuser hätten bereits einen Teil ihres Sortiments abgegeben.

12.33 Uhr: Das Hochwasser macht den sächsischen Hoteliers und Wirten zu schaffen – auch in Gebieten, die gar nicht überschwemmt sind. „Die Leute haben den Eindruck, ganz Sachsen stände unter Wasser“, sagte der Geschäftsführer des sächsischen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, Frank Lehmann, am Sonnabend. Dabei seien die meisten Ausflugsziele noch gut zu erreichen. Dennoch würden Reisen storniert. „Und wir reden hier nicht von den nächsten drei oder vier Tagen, sondern vom ganzen Sommer oder länger“, so Lehmann. Der Schaden aufgrund der vorsorglichen Stornierungen könne bei einzelnen Betrieben größer sein als die direkten Flutschäden.

12.21 Uhr: Die vom Hochwasser in Brandenburg betroffenen Landkreise haben bislang rund 1,57 Millionen Sandsäcke vom Landeskatastrophenschutzlager Beeskow angefordert. Wie das Hochwasser-Krisenzentrum des Landes in Potsdam am Sonnabend mitteilte, wurden außerdem Vlies und Folien zum Abdecken und Sichern der Deiche ausgeliefert. 700 Betten für Einsatzkräfte und Notunterkünfte wurden bereitgestellt. Sie stammen aus Beständen der Bundeswehr und des Landeslagers. 11.19 Uhr: Das Wasser ist fast weg, jetzt kommt der Schlamm: In fast ganz Österreich haben am Sonnabend Tausende Menschen gegen die Folgen der Flutkatastrophe gekämpft. Feuerwehr, Soldaten und freiwillige Helfer schaufelten Tonnen Schlamm aus eben noch überfluteten Ortschaften. Wenn die Erde antrockne, sei sie kaum noch zu beseitigen, warnten die Behörden. Im Osten des Landes nahe der slowakischen Grenze standen noch einige Häuser unter Wasser. In Tirol und Salzburg drohten aufgeweichte Hänge abzurutschen. Die Schäden werden inzwischen mit der Jahrhundertflut 2002 verglichen: Sie sollen in die Milliarden gehen.

10.39 Uhr: Drei Viertel der Einwohner haben wegen des Hochwassers die Elbestadt Mühlberg (Elbe-Elster) bis Sonnabendvormittag verlassen. Die Evakuierung des Ortes mit rund 4230 Einwohnern war nach Ausrufung des Katastrophenfalles angeordnet worden. Nach Angabe des zuständigen Dezernenten für Recht, Ordnung und Sicherheit des Landkreises, Dirk Gebhard, kam ein großer Teil der Betroffenen bei Bekannten, Verwandten und Freunden unter. 57 Menschen verbrachten die Nacht in den Notunterkünften, 52 sind in derzeit in Altersheimen und Pflegeeinrichtungen untergebracht. Einige Bürger wollten trotz Warnung weiter in ihren eigenen vier Wänden bleiben. Im Hochwassergebiet um Mühlberg haben Hunderte Helfer unterdessen den Deich weitestgehend stabilisiert, die Arbeiten werden aber fortgesetzt. Die Experten rechnen nicht damit, das sich die Situation ohne deutlich sinkende Pegelstände verbessern wird. Knapp 700 Einsatzkräfte verschiedener Einrichtungen und Organisationen sind im Einsatz. In Bad Liebenwerda und Herzberg an der Schwarzen Elster entspannt sich die Lage langsam. Für beide Orte gilt nun die Alarmstufe 3 – Tendenz fallend. Im Herzberger Ortsteil Arnsnesta konnten Feuerwehrleute sowie Helfer aus Sachsen-Anhalt den am Donnerstag gebrochenen Damm endgültig reparieren. In Bad Liebenwerda lag der Pegel um 6 Uhr bei 2,77 Meter (normal etwa 70 Zentimeter), in Herzberg bei 3,16 Meter (normal etwa 80 Zentimeter).

10.23 Uhr: Die Lage im Mündungsbereich der Saale in die Elbe spitzt sich weiter zu. 3000 Menschen sollen sich vor einer drohenden Überflutung in Sicherheit bringen. Nach Angaben des Katastrophenschutzstabes ist nördlich des Ortes Klein-Rosenburg ein durchweichter Deich der Saale nicht mehr zu halten. Es drohe ein Bruch auf einer Länge von 150 Metern. Die Bewohner wurden aufgefordert, sofort höher gelegene Orte in der Umgebung aufzusuchen.

10.02 Uhr: Im Landkreis Lüchow-Dannenberg warten die Anwohner der Elbe mit Bangen auf die Ankunft der Flut. „Es ist so etwas wie die Ruhe vor dem Sturm eingetreten“, sagte Kreissprecherin Melanie Wendt am Sonnabendmorgen der dpa. Die Sicherung der Deiche sei weitgehend abgeschlossen. Erschöpfte Hilfskräfte werden abgelöst, an den Deichen gibt es noch ein paar Restarbeiten. Insgesamt sind im Landkreis nach Behördenangaben derzeit 1955 Helfer im Einsatz. Nach den jüngsten Prognosen werden an der Elbe in Niedersachsen Rekordpegelstände erwartet. Der Krisenstab rechnet damit, dass am Sonntagabend die Wassermassen Schnackenburg erreichen könnten.

9.45 Uhr: Der Deutsche Feuerwehrverbands-Präsident Hans-Peter Kröger hat von Katastrophentouristen Mithilfe im Kampf gegen das Hochwasser gefordert. Einsatzleiter könnten jede mindestens 16 Jahre alte Person zum Anpacken verpflichten, sagte Hans-Peter Kröger, am Sonnabend. Dafür gebe es die rechtliche Grundlage. Katastrophentourismus ist ein ernstzunehmendes Problem. Schaulustige blockieren mit ihren Autos Zufahrtsstraßen und Aufstellplätze, stehen Einsatzkräften im Weg, beeinträchtigen die Sicherheit von Deichen und bringen sich auch selbst in Gefahr.“ Indes lobte Kröger das Engagement der Helfer in den Hochwasser-Regionen als echten „Bürgersinn“.

9.31 Uhr: Im vom Hochwasser schwer betroffenen bayerischen Landkreis Deggendorf dürfen an diesem Sonnabend ab 10 Uhr die Menschen in ihre Häuser in den evakuierten Bereichen zurückkehren. Ausgenommen sind die noch immer überfluteten Deggendorfer Stadtteile Fischerdorf und Natternberg sowie der Ort Niederaltaich, wie ein Sprecher des Landratsamtes mitteilte. Aus diesen Gebieten werde das Hochwasser jedoch nur zum Teil auf natürlichem Wege abfließen, sagte der Sprecher. Es werde gerade nach Lösungen gesucht, wie die restlichen Wassermassen entfernt werden könnten.

9.20 Uhr: In Halle an der Saale ist der Pegelstand des Flusses in den vergangenen 24 Stunden um rund einen halben Meter gesunken. Trotzdem bleibt die Lage dort angespannt. Das Wasser sank am Sonnabendmorgen auf einen Stand von 6,99 Metern. Nach Angaben eines Sprechers der Stadt sei man optimistisch. Dennoch stünden der Passendorfer und der Gimritzer Damm weiter unter enormem Druck durch das Wasser.

9.09 Uhr: Die Hochwasserlage im brandenburgischen Mühlberg ist weiter sehr angespannt. Zwar sank der Pegelstand der Elbe seit Freitag auf inzwischen 9,77 Meter, dennoch blieb der Druck auf die Schutzanlagen enorm. Ein Sprecher des Koordinierungszentrums Krisenmanagement des brandenburgischen Innenministeriums in Potsdam sprach davon, dass den Einsatzkräften an den Deichen ein tagelanger Kampf gegen das Hochwasser bevorstehe. Hunderte Helfer seien in der Nacht wieder im Einsatz gewesen. Unter ihnen waren auch Deichläufer, die Gefahrenstellen an den Deichen aufspürten. Nach der Evakuierung von Mühlberg im Kreis Elbe-Elster sei an eine Rückkehr der 4500 betroffenen Bürger derzeit nicht zu denken. Die Lage an Spree und Schwarzer Elster entspannte sich dagegen allmählich. So gingen die Pegelstände in Spremberg (Spree), Bad Liebenwerda und Herzberg (beide Schwarze Elster) langsam zurück.

9 Uhr: Wegen eines vermuteten Deichbruchs an der Elbe in Sachsen- Anhalt wird die Ortschaft Susigke evakuiert. Rund 300 Bewohner sollten ihre Häuser verlassen. Für sie standen Busse bereit, um sie in eine Sporthalle in Osternienburg zu bringen. Wie die Stadt Aken, zu der Susigke gehört, am Sonnabend mitteilte, stand Wasser auf der Landstraße 63. Die Feuerwehr suchte noch nach dem Ursprung des Wassers. Nach Angaben des Krisenstabs der Landesregierung wurde aber ein Deichbruch als Ursache vermutet. Für die Ortschaft Susigke wurden weitere Einsatzkräfte von Feuerwehr und Bundeswehr angefordert.

8.40 Uhr: In Magdeburg hat sich die Hochwasserlage an der Elbe am Sonnabendmorgen weiter zugespitzt. Nach Angaben der Stadt hat das Wasser an der Strombrücke inzwischen eine Höhe von 7,30 Metern erreicht. Vor allem in Magdeburg-Werder ist die Lage kritisch. An der Zollstraße drücken die Fluten gegen die Ufermauer, auch der Grundwasserstand bereitet hier Probleme. Ein Altenpflegeheim wurde bereits evakuiert. Nach Angaben eines Sprechers müssen sich auch die restlichen Bewohner in dem Bereich darauf einstellen, ihre Häuser zu verlassen. Sie würden aber rechtzeitig informiert. In einigen Straßen musste auch die Elektrizität abgestellt werden.

8.29 Uhr: Das Wasser an der Elbe bei Lauenburg in Schleswig-Holstein ist weniger stark gestiegen als befürchtet. Am Sonnabendmorgen lag der Pegelstand bei Hohnstorf mit 6,66 Metern 30 Zentimeter unter dem für diesen Zeitpunkt (6.00 Uhr) vorhergesagten Wert. „Noch ist die Lage ruhig“, sagte ein Sprecher der Regional-Leitstelle Süd am Sonnabendmorgen. Die Hochwasservorhersage in Magdeburg in Sachsen-Anhalt hatte ihre Prognosen bereits zuvor nach unten korrigiert. Die Fachleute gehen jetzt davon aus, dass die Elbe am Pegel Hohnstorf bei Lauenburg nächste Woche Mittwoch ihren höchsten Stand erreichen wird – und zwar mit 9,25 Metern. Danach soll er wieder sinken. Normalerweise beträgt der Wasserstand dort rund 4,80 Meter.

8.24 Uhr: Wie heftig die Regenfälle seit dem 29. Mai über Deutschland waren, zeigt ein Video, dass die European Space Agency (ESA) bei Facebook gepostet hat.

8.10 Uhr: Das Hochwasser hat die Menschen in der Nacht zum Sonnabend vor allem an der Elbe weiter in Atem gehalten. Der höchste Punkt der gewaltigen Flutwelle bewegte sich auf Sachsen-Anhalt zu. Der Pegelstand hatte am Freitagabend die 7,20-Meter-Marke in Magdeburg überschritten. Damit steht der Fluss rund einen halben Meter höher als beim Hochwasser 2002. Aus den Magdeburger Gebieten östlich der Elbe sollten alle Alten und Pflegebedürftigen in Sicherheit gebracht werden. 650 Bundeswehrsoldaten trafen am Freitagabend in Magdeburg ein, um im Kampf gegen das Hochwasser zu helfen.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) forderte zur Bewältigung der Hochwasserkatastrophe die Solidarität der anderen Bundesländer. „Das ist eine nationale Aufgabe, da müssen die 16 Bundesländer und der Bund zusammenhalten“, sagte Haseloff der in Halle erscheinenden „Mitteldeutschen Zeitung“ (Sonnabend). Nötig sei ein „nationaler Wiederaufbaupakt“. Auch in den Hochwassergebieten in Sachsen hat sich die Lage in der Nacht zum Sonnabend weiter verschärft. Nahe Großtreben-Zwethau (Landkreis Nordsachsen) strömte durch einen defekten Deich Wasser landeinwärts. Etwa 500 Menschen wurden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen, wie ein Sprecher des Landratsamts in Torgau sagte. Die Bundeswehr und Fachleute versuchten in der Nacht, den Deich an der Elbe wieder zu verschließen.

Die Situation im sächsischen Elbtal bleibt weiter ernst. „Sinkende Pegelstände bedeuten keine Entspannung“, sagte Landespolizeipräsident Rainer Kann am Freitag in Dresden. Denn die Wassermassen fließen nur zentimeterweise ab. Nach wie vor stehen Orte und Stadtteile unter Wasser, sind Straßen und Brücken gesperrt und der Bahnverkehr behindert. Die Deiche und Schutzwälle in Dresden seien zwar alle sicher, würden aber weiter überwacht. Die Feuerwehr warnte davor, Grundwasser, das in den Keller eingedrungen ist, ohne Hinzuziehen eines Statikers abzupumpen. Die Statik der Häuser könnte „extrem gefährdet“ sein.

Die Hochwasserlage in Brandenburg bleibt ebenfalls dramatisch. In Mühlberg (Elbe-Elster) hat der Druck auf den Deich immer weiter zugenommen. Nach der Evakuierung der Stadt mussten rund 4500 Bürger ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Einige konnten die Nacht bei Freunden oder Bekannten in Orten in der Nähe verbringen, andere wurden in Notunterkünften untergebracht. Polizisten sind unterwegs, um das Eigentum der Bürger zu sichern.

Unterdessen droht neues Ungemach. Für das Elbe-Einzugsgebiet in Tschechien sind Niederschläge am Wochenende angekündigt. Daswerde die Hochwasserlage an dem Fluss nicht verschärfen, könnte den Ablauf des Wassers aber verzögern, betonten die Hydrologen.

Bundesweit stemmen sich 70.000 Feuerwehrleute und mehr als 11.300 Bundeswehrsoldaten gegen die Flut. Mindestens sieben Menschen starben, seitdem in Deutschland die Hochwasserkatastrophe begonnen hat. Mehrere werden vermisst.

http://www.haz.de

 

In der Prignitz ist am Samstag um 8 Uhr die Hochwasserwarnstufe 4 ausgerufen worden – in der Nacht hatte die Elbe einen Wasserstand von 6,70 Meter am Pegel Wittenberge erreicht. Ab dieser Höhe gilt die höchste Alarmstufe. Am Samstagvormittag hatte das Hochwasser in Wittenberge dann bereits die sieben Meter erreicht und lag damit schon 30 Zentimeter über den ursprünglichen Prognosen für diesen Zeitpunkt. Innerhalb von nur 24 Stunden hatte die Elbe einen ganzen Meter Wasser bei Wittenberge draufgepackt.

Etwa 1400 Einsatzkräfte bemühen sich derzeit darum, die Deiche in der Prignitz zu erhöhen und die Region vor dem schlimmsten zu bewahren. „Wir sind ab auf eine Höhe von 8,45 Meter eingestellt“, sagte dazu am Samstagvormittag der Prignitzer Landrat Hans Lange. Die Prognosen waren am Freitag auf einen Hochwasserscheitel von 8,10 Meter nach oben korrigiert worden, der die Prignitz am Montagabend oder am Dienstag passieren soll.

Um diesen Scheitel zu kappen sollen am Sonntag oder Montag die gut 30 Kilometer vor Wittenberge liegenden Havelpolder bei Neuwerben und havelaufwärts geflutet werden, so wie es bereits vor elf Jahren geschehen ist. Laut Brandenburger Umweltministerium werden die Flutungen bereits vorbereitet. Wann genau die Wehre geöffnet werden entscheidet sich, wenn absehbar ist, wann der Hochwasserscheitel die Prignitz passiert. Denn er müsse genau getroffen werden, um ihn tatsächlich kappen zu können, erklärte Hans Lange weiter.  Laut  Bodo Schwiegk vom Landesumweltamt bedeutet dies, dass man  in Rathenow nasse Keller bekomme, wenn nicht mehr. Allerdings warten die Menschen weiter elbabwärts genauso sehnlich auf eine solche Scheitelkappung wie in Wittenberge.

Derzeit fließt die Havel nicht mehr in die Elbe ab. Das Wehr bei Gnevsdorf am Zusammenfluss des Havelvorfluters mit der Elbe wurde geschlossen, weil zunehmend Elbwasser in Richtung Havel gedrängt hatte.

An der Deichbaustelle bei  Garsedow unweit von Wittenberge kommen heute 15 Taucher zum Einsatz, um den Deich von der Wasserseite her abzudichten.

In Wittenberge laufen die Arbeiten zur Sicherung der Deiche ebenfalls auf Hochtouren. Bürgermeister Oliver Hermann rief  die Bürger dazu auf, weiter mitzuhelfen, jede Hand werde nach wie vor gebraucht. Die Stadt kontaktiert Gruppen, die bereits Hilfe angeboten hatten, zum Teil von sich aus, bittet aber auch darum, sich in Wittenberge zu melden.

Das gilt natürlich auch für den Deichabschnitt bei Bälow und im Hinterland bei Weisen, wie Gerald Neu  vom Amt Wilsnack-Weisen betonte. Wer hier helfen möchte, rufe zwischen 8 und 20 Uhr im Amt in Wilsnack unter der Nummer 038791 999-0 an. Er wird von da aus eingewiesen – die Behördenwollen auch die Helfer möglichst kontrolliert an die Deiche lotsen.

Auf MAZ-Nachfrage erklärte Hans Lange, dass das Hochwasser  die Hilfskräfte in der Prignitz mutmaßlich noch gut zehn Tage beschäftigen dürfte, selbst, wenn die Pegel dann bereits die Höchststände überschritten haben. Aber es kommt noch viel Wasser nach. Zwar war im Raum Dresden der Rekordpegelstand von 2002 nicht ganz erreicht worden. Doch sorgen die riesigen Wassermassen, die via Schwarze Elster und Saale gen Elbe fließen, jetzt schon für Rekordwasserstände im Raum Magdeburg, von wo es nur noch etwa 120 Kilometer bis Wittenberge sind.

Auch die Polizei hat die Zahl ihrer Einsatzkräfte entlang der Deiche erhöht. Damit soll verhindert werden, dass Schaulustige und Radfahrer noch auf die Hochwasserschutzwälle gelangen können.  Entlang der Deiche gibt es bereits jetzt umfangreiche Sperrmaßnahmen.

Am heutigen Samstag besuchen der brandenburgische Innenminister Dietmar Woidke und der Landeskommandeur der Bundeswehr das Prignitzer Hochwassergebiet

http://www.maerkischeallgemeine.de

Lastwagenweise Sachspenden für Flutopfer in Deggendorf

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

 


Die Hilfsbereitschaft der Menschen ist groß: In der vom Hochwasser schwer betroffenen Stadt Deggendorf sammelt der Kreisjugendring (KJR) Sachspenden für die Flutopfer. Im neuen, noch nicht in Betrieb genommenen Parkhaus „Deichgärten“ am Volksfestplatz wurde eine Sammelstelle eingerichtet. „Es ist enorm, wie die Menschen helfen. Teilweise starten Gemeinden eigene Sammelaktionen und bringen uns Sachspenden lastwagenweise“, sagte eine KJR-Sprecherin am Samstag.

Dringend benötigt würden Elektrogeräte wie Kühlschränke, Wasch- und Spülmaschinen, Gefriertruhen, Wasserkocher, Staubsauger oder Mikrowellengeräte. Wichtig seien auch Putzutensilien, Schaufeln, Besen, Eimer, Handtücher und Gummistiefel sowie Schlafsäcke und haltbare Lebensmittel. Kleidung und Kinderspielsachen würden dagegen nicht mehr benötigt. Für Möbel sei es noch zu früh, sagte die Sprecherin. „Die Menschen können ja noch nicht in ihre Häuser. Wer aber Möbel spenden möchte, kann sich registrieren lassen. Dann kommen wir später darauf zurück.“

++++ UPDATE – 13 UHR ++++

Der Kreisjugendring Deggendorf teilt mit: „Wir nehmen nur noch ELEKTROGERÄTE entgegen. Das zentrale Lager im Parkhaus an der Ackerloh ist voll mit Sachspenden! Bitte habt Verständnis. Wir haben nie gedacht, dass ihr sooo viel helfen wollt und werdet. Wir sind überwältigt. Die LAGER sind VOLL!! DANKE DANKE DANKE!!“

http://www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_deggendorf

Bessere Deiche, steuerbare Polder: Im Hochwasserschutz hat sich seit 2002 einiges getan, sagt Wasserbau-Experte Jürgen Stamm im Interview mit tagesschau.de – und beschreibt, wie neue Messmöglichkeiten den Umgang mit Hochwassern erleichtern.

tagesschau.de: Der Osten Deutschlands kämpft nach dem August-Hochwasser 2002 an der Elbe erneut gegen die Fluten. Wurden aus der Katastrophe von damals die richtigen Schlüsse für heute gezogen?

Jürgen Stamm: Im Grunde ja. Allein in Sachsen wurden 47 regionale Maßnahmenpakete für den Hochwasserschutz beschlossen. Zahlreiche Maßnahmen wurden begonnen, viele auch abgeschlossen. Insgesamt hat die Politik dort etwa 1,3 Milliarden Euro investiert, um die bedrohten Gebiete besser zu schützen. Zum Beispiel wurden Deiche ertüchtigt oder weiter ins Hinterland verlegt, damit die Flüsse im Notfall mehr Raum haben. Zudem wurden Flüsse ausgebaut, damit sie mehr Wasser abführen können sowie Hochwasserrückhaltebecken, um Wasser zusätzlich zu den Talsperren zurückzuhalten.

Aber neben der technischen Möglichkeit steht auch immer die Frage der Realisierung seitens der Verwaltung und der Akzeptanz der Bevölkerung. Die Projekte müssen lange öffentlich-rechtliche Genehmigungsverfahren durchlaufen. Diese werden leider oft noch von Bürgerinitiativen in die Länge gezogen. Hier muss die Politik reagieren, damit wir zu kürzeren, beschleunigten Verfahren kommen. Es kann nicht sein, dass dringend benötigte Hochwasserschutzmaßnahmen Dekaden brauchen, bis sie bewilligt und realisiert werden.

tagesschau.de: Können Sie ein Beispiel für solch eine Verzögerung nennen?

 

Stamm: In Grimma an der Mulde, das 2002 von den Fluten schwer getroffen worden war, gab es ein langes Hin und Her um die richtige Balance zwischen Hochwasserschutz und Denkmalschutz. Insbesondere ging es darum, eine  technische Schutzanlage in das bestehende historische Stadtbild zu integrieren. Ein Problem bestand darin, eine schwer beschädigte Brücke so zu restaurieren, dass sie einerseits dem historischen Original nahe kommt und andererseits den Fluten im Ernstfall standhält.

 

Mittlerweile ist die Brücke zwar aufgebaut – die Schutzwände wurden teilweise in die historischen Gemäuer integriert – aber Teile des ursprünglichen Hochwasserschutzkonzeptes konnten nicht umgesetzt werden, weil es nicht zum Abschluss der Genehmigung kam. Das lag aber nicht an der Verwaltung, sondern an den politischen Rahmenbedingungen und Gerichtsverfahren, die das Ganze hinausgezögert haben. Die Umsetzung aller Maßnahmen ist eine Generationenaufgabe.

tagesschau.de: Hochwasserschutz ist ein jahrhundertealtes Problem. Abgesehen von Dämmen und Schutzwänden – welche Alternativen bietet der moderne Wasserbau?

 

Stamm: Über lange Zeit konzentrierte man sich im Wesentlichen auf die schnelle Wasserableitung durch Eindeichung. Deiche wurden oft verstärkt und erhöht, die dezentrale Rückhaltung wurde weniger beachtet, das stimmt. Dann wurden vermehrt Rückhaltebecken und Polder gebaut. Seit geraumer Zeit gibt es aber auch weiterführende Alternativen, die mit den verbesserten Informations- und Messmöglichkeiten zu tun haben.

 

Wir haben heutzutage exaktere Informationen, was aktuelle und zu erwartenden Pegelstände angeht – und das hilft uns, die Fluten besser zu managen. Ein Beispiel: Es gibt Ausweichflächen entlang der Flüsse – sogenannte Polder-, die sich genau steuern lassen. Sie werden nicht planlos geflutet, wenn die Wassermassen näher rücken.

 

Stattdessen kann man aufgrund der Wasserstandsvorhersage genau berechnen, wann und wie viel Wasser in die Polder geleitet werden muss, damit der Scheitelpunkt der Hochwasserwelle maximal reduziert werden kann. Denn im Hochwasserfall zählt jeder Zentimeter. Im besten Fall lassen sich dann Polder, Rückhaltebecken und Talsperren koordinieren, so dass man ein ganzes Einzugsgebiet besser sichern kann. Da liegt eine große Zukunft drin.

tagesschau.de: Umweltschützer argumentieren, dass in Deutschland nach wie vor zu nah an Flüssen gebaut wird und darin das eigentliche Problem beim Thema Hochwasser liegt. Sehen Sie das auch so?

 

Stamm: Ein klares Jein. Einerseits bauen wir seit Menschengedenken an Flüssen, die ja letztlich die Lebensader unserer Erde sind. Insofern bin ich nicht pauschal für Baustopps, schließlich gibt es längst gesetzliche Regelungen, wonach in eindeutig ausgewiesenen Überschwemmungsgebieten keine neuen Häuser mehr entstehen dürfen. Auf der anderen Seite sind Rückhalteflächen an den Flüssen enorm wichtig. Daher hat nach den Erfahrungen aus dem Jahr 2002 das Land Sachsen auch dort, wo es möglich war, gefährdete Grundstücke aufgekauft, die geflutet werden können. Aber auch hier gilt wieder: Niemand wird zwangsenteignet. Wer darauf beharrt, seine bestehenden Flächen weiter zu nutzen, darf das.

 

Es ist jedoch zu kurz gesprungen, wenn man glaubt, die Entsiegelung allein dieser Überflutungsflächen hilft, um die Versickerung zu erhöhen und so den Hochwasserabfluss zu reduzieren. Oft ist der Boden nach langem Regen wassergesättigt und kann zusätzliches Wasser dann nicht aufnehmen. Das sieht man beispielsweise, wenn man mit dem Zug unterwegs ist und hektarweise überflutete Flächen sieht. Wir dürfen nicht vergessen, dass Hochwasser ein natürliches Ereignis ist, das sich nicht komplett beherrschen lässt.

 

tagesschau.de: Verglichen mit der Situation 2002 – hat diesmal die Zusammenarbeit der Behörden der verschiedenen Bundesländer besser geklappt?

 

Stamm: Organisatorisch hat vieles wesentlich besser funktioniert. Auch die Hilfsarbeiten vor Ort – etwa in Dresden – liefen ruhiger ab. Gut war auch die Zusammenarbeit mit Tschechien. Dort wurde die Elbe – so gut es geht – koordiniert abgelassen, sonst hätte es Dresden noch viel härter getroffen. Ob die Situation heute schlimmer ist als 2002, ist regional zu beantworten. Je besser die Oberlieger die Fluten im Zaum halten können, umso mehr Wasser bleibt eben auch im Fluss. Das ist das Paradoxon. Die Unterlieger müssen umso mehr Wasser bewältigen. Aus dieser Sicht haben sogar Deichbrüche etwas Positives – für die einen, nicht für die anderen.

 

Das Interview führte Jörn Unsöld, tagesschau.de.

 

Elbestadt Mühlberg (Elbe-Elster)

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Mühlberg

 

10.39 Uhr: Drei Viertel der Einwohner haben wegen des Hochwassers die Elbestadt Mühlberg (Elbe-Elster) bis Sonnabendvormittag verlassen. Die Evakuierung des Ortes mit rund 4230 Einwohnern war nach Ausrufung des Katastrophenfalles angeordnet worden. Nach Angaben des zuständigen Dezernenten für Recht, Ordnung und Sicherheit des Landkreises, Dirk Gebhard, kam ein großer Teil der Betroffenen bei Bekannten, Verwandten und Freunden unter. 57 Menschen verbrachten die Nacht in den Notunterkünften, 52 sind in derzeit in Altersheimen und Pflegeeinrichtungen untergebracht. Einige Bürger wollten trotz Warnung weiter in ihren eigenen vier Wänden bleiben.

 

Im Hochwassergebiet um Mühlberg haben Hunderte Helfer unterdessen den Deich weitestgehend stabilisiert, die Arbeiten werden aber fortgesetzt. Die Experten rechnen nicht damit, das sich die Situation ohne deutlich sinkende Pegelstände verbessern wird. Knapp 700 Einsatzkräfte verschiedener Einrichtungen und Organisationen sind im Einsatz.

 

In Bad Liebenwerda und Herzberg an der Schwarzen Elster entspannt sich die Lage langsam. Für beide Orte gilt nun die Alarmstufe 3 – Tendenz fallend. Im Herzberger Ortsteil Arnsnesta konnten Feuerwehrleute sowie Helfer aus Sachsen-Anhalt den am Donnerstag gebrochenen Damm endgültig reparieren. In Bad Liebenwerda lag der Pegel um 6 Uhr bei 2,77 Meter (normal etwa 70 Zentimeter), in Herzberg bei 3,16 Meter( normal etwa 80 Zentimeter

http://www.haz.de

Mündungsbereich der Saale in die Elbe

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Saalekreis

 

+++ 10.16 Uhr: Die Lage im Mündungsbereich der Saale in die Elbe spitzt sich weiter zu. 3000 Menschen sollen sich vor einer drohenden Überflutung in Sicherheit bringen. Nach Angaben des Katastrophenschutzstabes ist nördlich des Ortes Klein-Rosenburg ein durchweichter Deich der Saale nicht mehr zu halten. Es drohe ein Bruch auf einer Länge von 150 Metern. Die Bewohner wurden aufgefordert, sofort höher gelegene Orte in der Umgebung aufzusuchen.

http://www.rp-online.de

Magdeburg 8.6.13

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Madgeburg

 

+++ 9.12 Uhr: In Magdeburg hat sich die Hochwasserlage an der Elbe am Samstagmorgen weiter zugespitzt. Nach Angaben der Stadt hat das Wasser an der Strombrücke inzwischen eine Höhe von 7,30 Metern erreicht. Vor allem in Magdeburg-Werder ist die Lage kritisch. An der Zollstraße drücken die Fluten gegen die Ufermauer, auch der Grundwasserstand bereitet hier Probleme. Ein Altenpflegeheim wurde bereits evakuiert. Nach Angaben eines Sprechers müssen sich auch die restlichen Bewohner in dem Bereich darauf einstellen, ihre Häuser zu verlassen. Sie würden aber rechtzeitig informiert. In einigen Straßen musste auch die Elektrizität abgestellt werden

http://www.rp-online.de

Erste Evakuierungen in der Prignitz

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Prignitz

von Claus-Dieter Steyer

Der Pegel der Elbe steigt rasant: In Wittenberge in der Prignitz hat der Katastrophenstab am Abend die Evakuierung von rund 1 500 Einwohnern der Altstadt angeordnet.

In Wittenberge in der Prignitz hat der Katastrophenstab am Abend die Evakuierung von rund 1 500 Einwohnern der Altstadt angeordnet. Damit  reagierten die Behörden auf den rasant steigenden Pegel der Elbe. Er stand um 21 Uhr bei rund 7,50 Meter und übertraf damit sogar den bisherigen Höchststand aus dem Jahre 1880. Da das Wasser unaufhörlich weiter steigt, kann die Sicherheit der Deiche nicht mehr garantiert werden.

Um sie zu entlasten, soll die Mündung der Havel in die Elbe bei Quitzöbel teilweise gesperrt werden. Das würde zu großflächigen Überschwemmungen von landwirtschaftlichen Flächen im Westhavelland bis nach Rathenow führen.

Der Zeitpunkt dafür soll im Laufe des Sonntags bekanntgegeben werden

Quelle: http://www.tagesspiegel.de

Schwerin/Boizenburg/Rostock

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Mecklenburg Vorpommern

 

Das Wasser der Elbe steigt im Kreis Ludwigslust-Parchim langsam weiter. In Dömitz wurde am Samstagmorgen (9.00 Uhr) ein Wasserstand von 5,71 Metern gemessen, in Boizenburg waren es zur selben Zeit 4,44 Meter. Der Flutscheitel wird in Mecklenburg-Vorpommern aber erst am Dienstag oder Mittwoch erwartet. Dann soll die Elbe in Dömitz auf 6,85 Meter und in Boizenburg auf 6,95 Meter ansteigen.
Meldung von Sonnabend, 8. Juni

http://www.nordkurier.de

Xaver Waindinger hält im überfluteten Haus durch

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Fischerdorf

 


Der Fischerdorfer ist in seinem überfluteten Haus geblieben − Seine Frau versorgt ihn vom Damm aus über eine Tüte an einer Angelschnur
Eigentlich ist der Fischerweg in Deggendorf eine recht idyllische Wohngegend, eingereiht zwischen Donau und Isar. Die Hochwasserflut hat nun alles verändert. Xaver Wandinger hat hier ein Haus. Er ist einer der vielen Geschädigten, die in ihren Häusern geblieben sind. Wandinger hat die Katastrophe Tag für Tag, Stunde für Stunde in ihrem Zentrum miterlebt.

Ehefrau Gabi hat das Familienhaus zwei Tage, nachdem die Flut gekommen war, mit dem Boot der DLRG verlassen. Ehemann Xaver war nicht zu bewegen, das kampflos aufzugeben, was mühevoll in vielen Jahren aufgebaut wurde.

Noch rechtzeitig wurden Möbel oder Musikinstrumente der Töchter vom Erd- ins Obergeschoss geschleppt. Nur was fest eingebaut ist, wie etwa die neue Küche, steht rund einem Meter in der Wasserbrühe. Xaver Waindinger nimmt es mit Galgenhumor.

„Gott sei Dank gibt es keine Todesopfer zu beklagen, sondern es sind materielle Schäden“, meinte er zur Deggendorfer Zeitung, die ihm einen Besuch abstattete.
Über den neu gebauten Donaudamm, der bereits für ein 100-jährliches Hochwasser ausgerichtet ist, kann das Haus erreicht werden. Xaver Waindinger zeigte sich in der Not erfinderisch: Vom Hausobergeschoss aus spannte er mit einer Angelschnur einen Versorgungszug zum Damm, von wo aus ihn seine Ehefrau mit dem „Nötigsten“ versorgt. Dazu gehören auch Batterien fürs Handy, damit der Kontakt zur Außenwelt gesichert ist.

Die Männer vom städtischen Entwässerungsamt mit Alfons Straßer, Helmut Berthold und Manfred Spieß, kämpfen gleich neben der Maximiliansbrücke fieberhaft darum, dass das Schöpfwerk nicht ausfällt, weil sonst zusätzlich Donauwasser hinzukommen würde. „Wenn du etwas brauchst, dann schrei uns einfach“, haben sie Waindinger gesagt.

Die Wasserversorgung funktioniert noch, der Strom ist abgeschaltet, einige Flaschen Wein hat er auch noch im Haus, so dass das „Leben“ eigentlich recht gut zu ertragen wäre, wenn da nicht die stinkende Ölbrühe rund ums Haus schwimmen würde.

Im Keller, der aus einer sogenannten Betonwanne errichtet wurde und dennoch flutete, hat Waindinger seine Heizöltanks am Boden fest montiert. Sie sind deshalb nicht ausgelaufen, während in anderen Häusern, wo die Tanks aufgetrieben wurden, das Öl austrat. Weil das Wasser nur langsam abzieht, wird sich das Öl im Boden festsetzten, glaubt Waindinger und macht sich Sorgen um seinen Garten und die angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen, wo nun alles schwimmt: Siloballen, Mülltonnen, Gartenmöbel, Fahrräder oder jede Menge Brennholz, das sich mit Öl vollsaugt. Auch hat er schon beobachtet, wie Schwalben aus der Brühe tranken und dann abstürzten, weil sie sich vergifteten. Vorbeigeschwommen sind farbige Koi-Karpfen aus Gartenteichen, die dann aber verschwunden sind. An einem Begrenzungspfosten auf dem Damm hat sich ein Bienenschwarm festgesetzt, beobachtet der Xaver vom Fenster aus. Zwei Rehe liefen den Damm entlang und wussten nicht wohin. Biber sind aus ihren Quartieren an der Isar zum Donaudamm geschwommen und haben versucht, neue Löcher zu graben. „Die wurden aber abschossen, um nicht noch weitere Schäden anzurichten“, sagte Waindinger und schließt sein Fenster, weil der Gestank auch durch das nun warme Wetter unerträglicher wird. Wenn heute, Samstag, das Wasser weiter zurück geht, dann will er sein Haus verlassen, nicht mit dem Boot, sondern in Gummistiefel.

Xaver Waindinger lobte trotz des Elends die Stadt, die den Ausbau des Donaudamms vorangetrieben hat, der den Wassermassen − anders als der alte Isardeich − Stand gehalten hat. Sonst wäre eine noch größere Katastrophe über Fischerdorf hereingebrochen.


http://www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_deggendorf/

Trinkwasser verunreinigt: Weitere Ortsteile betroffen

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Pfarrkirchen

 

Das Landratsamt Rottal-Inn warnt vor Verunreinigungen im Trinkwasser. Es sei nicht auszuschließen, dass im Bereich der Gemeinden Postmünster und Dietersburg, in den Ortsteilen Nöham und Dietersburg aus der Trinkwasserversorgungsanlage des Zweckverbandes Wasserversorgung Rottal entnommene Trinkwasser mikrobiologisch verunreinigt ist. Das Wasser vorsorglich abkochen. Wenn das Wasser leicht nach Chlor riecht, sei es unbedenklich, so das Landratsamt Rottal-Inn

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Die Angst vor der Flut

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Hitzacker

Warten, sichern, bangen: Hitzacker bereitet sich auf die Flut vor, die mit der Elbe kommt. Das Städtchen sieht sich gut vorbereitet, die Anwohner hoffen auf einen glimpflichen Ausgang. HAZ-Reporter Christian Link berichtet aus dem Hochwassergebiet.

Vielleicht kommt ja doch alles nicht so schlimm. Die Sandsäcke sind gestapelt, der beeindruckende Schutzwall steht, und die ständig aktualisierten Prognosen für den Hochwasserpegel klingen nicht mehr ganz so bedrohlich, wie noch vor einigen Tagen. Den Einwohnern der vom Hochwasser bedrohten kleinen Stadt Hitzacker im niedersächsischen Wendland bleibt bis auf weiteres nur eines: abwarten und weiter die Uferbereiche gegen die drohende Flut sichern.

Nach aktueller Prognose erwartet die Verwaltung des Landkreises Lüchow-Dannenberg immer noch ein Hochwasser von 7,67 bis acht Metern in der Elbe bei Hitzacker. Das wäre zwar ein Rekord, aber wohl keine Katastrophe. Zwischenzeitlich war ein Höchstpegel von 8,80 Meter erwartet worden – viel zu viel für die meisten Dämme.

Wir sind gut vorbereitet und sehen die Lage entspannt“, sagt der zuständige Bereichsleiter für den Hochwasserschutz, Heiko Warnecke, angesichts der jüngsten Prognose. Die Hochwasserschutzwand rund um die Altstadt wird dieser Elbflut standhalten, da ist er sich sicher. Die Bewohner der historischen Stadtinsel müssen ihre Häuser wegen der neusten Prognose nicht mehr am Sonntag räumen, wie zunächst geplant – dafür aber vielleicht später. „Es wird den Bewohnerinnen und Bewohnern dennoch empfohlen, ihre Häuser auf freiwilliger Basis am Sonntag zu verlassen“, sagte ein Sprecher des Landkreises Lüchow- Dannenberg gestern. Auf jeden Fall bleiben die Bewohner aber erst einmal unter sich. Wer nicht auf der Stadtinsel wohnt, darf das bedrohte Gebiet nicht betreten. Auch die zahlreichen Straßensperren bleiben bestehen.

Das hat einen Grund. Denn trotz der neuen Zuversicht, eine Katastrophe könnte an den niedersächsischen Elborten vorbeigehen, ist die Gefahr nicht gebannt – selbst wenn die Schutzwände und Deiche halten.

Es gibt zwei Gefahren, die Hitzacker weiterhin fürchten muss: Treibgut in der Elbe und aufgeweichte Dämme im Stadtgebiet. „Man kann nicht ausschließen, dass ein Baumstamm oder andere Teile die Schutzwand beschädigen“, sagt Verwaltungsvertreter Warnecke. Für diese Gefahren würden aber Boote auf der Elbe patrouillieren. Bedrohlicher wäre ein Aufweichen der Deiche durch lange anhaltendes Hochwasser. „Hitzacker soll nicht von hinten überflutet werden“, sagt der Fachmann. Selbst wenn das Hochwasser längst wieder zurückgehe, könnten das Erdreich und der Sand der Deiche durchweicht werden. Das würde im schlimmsten Fall die Schutzwälle beschädigen und zum Wasserdurchbruch führen.

Letzteres ist auch die große Sorge von Gertraude Kleinhans. „Ich habe Albträume, dass mich das Hochwasser zum dritten Mal erwischt – diesmal von hinten“, erzählt sie. Zwei Geschäftsräume hatten ihr frühere Überflutungen schon kaputt gemacht. „Bis 2002 hatte ich einen richtig netten Laden mit Sachen zum Stöbern auf der Stadtinsel“, sagt sie. Durch das sogenannte Jahrhunderthochwasser wurde die kleine Fundgrube für Kunstgewerbe- und Geschenkartikel völlig zerstört. Sie wich in ein anderes Ladenlokal vor der Stadtinsel aus, doch das Hochwasser 2006 vernichtete das neue Geschäft. „Wir haben vorne im Laden gepumpt, aber im hinteren Bereich kam das Wasser durch die Wand“, erzählt sie.

Das aktuelle Hochwasser trifft Kleinhans und viele andere Geschäftsleute schon bevor es überhaupt da ist. Weil die Landkreisverwaltung die Deiche angesichts der drohenden Flut gesperrt hat, kommen kaum noch Touristen. „Die Fahrradtouristen machen 90 Prozent unserer Gäste aus“, sagt Kleinhans, die mittlerweile ein Hotel betreibt. Die von der Verwaltung eingeleiteten Maßnahmen wie Straßen- und Deichsperrungen, und die Evakuierungsankündigungen kann sie dennoch nachvollziehen. „Ich kann die Verantwortlichen schon verstehen, viele auf der Stadtinsel sehen das aber kritischer“, sagt Kleinhans.

Patricia Costantin von der Eisdiele Venezia etwa hält die Schutzmaßnahmen der Stadt für übertrieben. Ihr Eiscafé am Markt ist das einzige in Hitzacker. Trotz wolkenlosem Himmel und 25 Grad ist es seit gestern geschlossen. „Uns wurde von der Verwaltung gesagt, dass hier die Stadtinsel ab Sonnabend geschlossen ist“, sagt sie. Freitagabend räumte ihre Familie daher den Laden aus, um verderbliche Waren in Sicherheit zu bringen. „Bei meinem Bruder lagern jetzt 100 Liter Vanillemasse“, erzählt sie. Die Evakuierung ist zunächst abgesagt, das Geschäft dennoch vermasselt. „Man hätte ja erst einmal warnen können und nicht gleich sagen müssen: Ihr müsst alle raus“, kritisiert Costantin.

Der ausbleibende Tourismus trifft fast alle Gastronomen im Landkreis. „In dieser Woche wären wir gut ausgelastet gewesen – jetzt haben wir nur noch zwei Gäste“, sagt etwa Bianca Kresin vom Hotel Steinhagen. Ihr Gasthaus liegt direkt an der Elbe bei Damnatz, wo gestern Soldaten des 141. Logistikbataillons aus Neustadt am Rübenberge einen mehr als drei Kilometer langen Deich fertigstellten.

Auf rund 30 000 Euro schätzt sie die Umsatzeinbußen durch das Hochwasser. Doch auch eine Flut kann ziemlich teuer werden. Ehemann Jörg füllt deshalb Sandsäcke, während Bianca Kresin weiter das Hotel betreut. Auch die Mitarbeiter sind für den Hochwasserschutz im Einsatz. Kresin hat ihnen dafür frei gegeben. „Sie werden hier im Hotel ja ohnehin jetzt nicht gebraucht“, sagt sie.

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Merkel verspricht noch mehr Geld

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Bitterfeld

„Was wir leisten können, tun wir“: Angela Merkel ist wieder auf Hochwasser-Tour, diesmal geht’s nach Bitterfeld. Sie sagt den Betroffenen weitere Hilfen zu und lobt die Solidarität.

Die finanzielle Unterstützung der Bundesregierung für die Hochwasser-Opfer wird über die bisher zugesagte 100-Millionen-Euro-Soforthilfe hinausgehen. „Wenn das Hochwasser zurückgeht, beginnt die Analyse der Gesamtschäden. Da wird man dann natürlich noch weiter helfen“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem Besuch in Bitterfeld.

Zuvor hatte bereits Finanzminister Wolfgang Schäuble weitere Hilfen angekündigt, jedoch ebenfalls ohne konkrete Zahlen zu nennen. Alleine in Sachsen wird mit Schäden in Höhe von insgesamt rund zwei Milliarden Euro gerechnet.

Die SPD hatte am Donnerstag einen Hilfsfonds für flutgeschädigte Gebiete mit mehreren Milliarden Euro gefordert. Einen solchen Fonds hatten Bund und Länder nach der sogenannten Jahrhundertflut von 2002 an der Elbe eingerichtet.

Merkel betonte zudem, dass Bundeswehr und Bundespolizei alle angeforderten Kräfte zur Verfügung stellen würden: „Was wir leisten können, tun wir.“

Bei ihrem Besuch an den Deichen in Bitterfeld lobte die Kanzlerin die große Solidarität in den Hochwassergebieten: „Man sieht, dass Hand in Hand gearbeitet wird. Das ist schon wunderbar, was die Solidarität und das Zusammenstehen anbelangt. Da kann man ein Stück stolz darauf sein, dass das so klappt.“ In den Hochwassergebieten hatten sich Tausende freiwillig gemeldet, um die Deiche zu verstärken. Die Hochwasserlage an Donau, Elbe und Saale blieb auch am Donnerstag angespannt.

Die Hochwasserlage im Überblick:

Das Hochwasser entlang der Donau in Bayern blieb trotz sinkender Pegel bedrohlich. In der gefährdeten Region um Deggendorf und Straubing ging das Wasser zwar stündlich um mehrere Zentimeter zurück. Die Gefahr, dass durchgeweichte Dämme brechen, war aber weiter sehr hoch. Hunderte Einsatzkräfte versuchten, die Dämme zu sichern. In Oberbayern ist das Schlimmste wohl überstanden. In keinem der seit Sonntag betroffenen Landkreise besteht mehr der Katastrophenfall, teilte die Bezirksregierung in München mit.

In Sachsen-Anhalt waren Orte wie Bitterfeld weiter akut bedroht. Dort könnte es zu einem Wassereinbruch in die Innenstadt kommen, in der rund 10.000 Menschen leben. Zwei Deichsprengungen hatten nicht die erhoffte Entlastung gebracht. Auch in Halle war die Lage weiterhin angespannt, obwohl der Pegelstand der Saale zurückging.

Angespannt blieb die Lage auch in den überschwemmten Gebieten entlang der Elbe in Sachsen – das Hochwasser des Flusses erreichte am Donnerstag seinen Höhepunkt. In Dresden kam es mittags auf 8,76 Meter. Damit lag das Maximum unter der Prognose, die von etwa neun Metern ausgegangen war. Normal sind knapp zwei Meter. Während Stadtteile im Osten und Westen unter Wasser standen, blieb die historische Altstadt anders als bei der Flutkatastrophe 2002 zunächst verschont. Der hohe Wasserstand soll vier bis fünf Tage anhalten. Nach Angaben der Stadt waren rund 9000 Haushalte ohne Strom.

Das Elbe-Hochwasser wird für Niedersachsen vermutlich weniger bedrohlich als befürchtet. Prognosen für die höchsten Pegelstände wurden am Donnerstag erneut um rund einen halben Meter nach unten korrigiert. Für Hitzacker werden nun für Dienstag und Mittwoch Höchststände von 7,65 Metern erwartet, 1,15 Meter weniger als noch vor zwei Tagen. Der Hochwasser- Höhepunkt könnte eventuell Mitte der Woche überschritten sein, sagte ein Sprecher des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz.

In Brandenburg wird der Höhepunkt der Flut ebenfalls erst in den kommenden Tagen erwartet. Innenminister Dietmar Woidke (SPD) schätzte die Situation dennoch schwieriger ein als 2002. „Es ist eben nicht nur die Elbe, die kommt. Dieses Mal kommen alle Nebenflüsse mit großer Wucht mit dazu“, sagte Woidke im rbb-Inforadio.

Hunderte Bundeswehr-Soldaten unterstützten die Schutzmaßnahmen an der Elbe in Mecklenburg-Vorpommern. Etwa 40.000 Sandsäcke wurden bereits gefüllt – zwei Millionen Sandsäcke sind zur Verstärkung der Deiche nötig. Das Wasser soll wohl kommenden Donnerstag den Höchststand erreichen.

URL: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/angela-merkel-verspricht-weitere-hilfen-fuer-hochwasser-opfer-a-904215.html

Magdeburg 8.6. 2013

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Madgeburg

07.00 Uhr: Der Pegel der Elbe in Magdeburg steigt weiter. Am Morgen werden 7,29 Meter gemessen. Beim Hochwasser 2002 war ein Höchststand von 6,72 Metern erreicht worden. Üblich sind für den Fluss in Magdeburg knapp zwei Meter. In der Zollstraße auf dem Werder gewinnt die Lage stündlich an Dramatik. Dort drückt das Wasser der Elbe gegen die Ufermauer. Auch Grundwasser steigt vermehrt auf. Die Helfer evakuieren ein Altenheim in der Uferzone der Stadt.

02.10 Uhr: Der Sportplatz von Pechau außerhalb Magdeburgs wurde zum Retter-Stützpunkt umfunktioniert. Große Sandmengen werden angeliefert, unter Flutlicht arbeiten Bagger und Kipper, um das Material Richtung Damm zu bringen. Helikopter sind im Einsatz, sie werfen aus der Luft Big-Packs in den schwächelnden Damm. Es geht hier um die Rettung Magdeburgs. Nur wenn an dieser Stelle der Umflutkanal gesichert wird, bleibt der große, ostelbische Stadtteil Cracau trocken. Pechau, gut 500 Einwohner, sonst in der Nacht wohl sehr still, dunkel und ruhig, ist zum beleuchteten und belebten Zentrum der Krise geworden. Kolonnen von Wagen der Feuerwehr, des THW, der Wasserwacht und des Roten Kreuzes parken hier, Blaulicht kreist, Funkgeräte knacken. Die Bundeswehr hat Soldaten in Bussen in den Vorort gebracht. Der Einsatz dauert die ganze Nacht an, Entspannung ist nicht in Sicht, der Pegel der Elbe steigt weiter – obwohl er längst Rekordhöhe hat.

 

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Seegebrücke bei Meetschow unter Wasser

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

Wie erwartet ist die K 38, die Verbindungsstraße zwischen Meetschow und Vietze vom Hochwasser überschwemmt worden.

Das Wasser breitet sich minütlich weiter über die Seegewiesen aus. Keine 15 Sekunden brauchte das anrollende Wasser, um sich einen weiteren Zentimeter der Fahrbahn zu erobern.

Bis spät in die Nacht hatten Feuerwehrhelfer aus Frankfurt noch an der Erhöhung und Verdichtung des provisorischen Erdwalls sowie einer Sandsackbarriere gearbeitet, die die tiefer gelegene Siedlung schützen sollen.

Bis zum Morgen konnten die Wälle weitestgehend fertig gestellt werden. „So gut war Vietze noch nie geschützt,“ freute sich Höhbecks Bürgermeister Hans-Joachim Schenk am frühen Morgen über die umfassende Hilfe.

Am Vormittag werden Feuerwehrhelfer und Bundeswehrsoldaten die restlichen Sandsäcke verbauen.

 

 

http://wendland-net.de

Tiere flüchten vor der Flut: Gut Aiderbichl nimmt Rinder auf

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

 

Auch die Mitarbeiter von Gut Aiderbichl nahe Deggendorf arbeiten unermüdlich. „Seit Tagen nehmen wir Rinder, Hunde und Katzen auf“, sagt der Gründer des Tiergnadenhofs, Michael Aufhauser. 70 Rinder seien bereits dorthin evakuiert worden.

Im Raum Deggendorf sind zahlreiche Bauern von der Flutkatastrophe betroffen. Ein Landwirt musste 120 Bullen erschießen lassen, weil er ihnen einen qualvollen Tod im Hochwasser ersparen wollte.

„Wir können ein paar hundert Tiere aufnehmen“, betont Aufhauser. Er habe am Freitag dafür drei Zelte aufbauen lassen. Der Gnadenhof befindet sich bei Deggendorf auf einem Hügel und ist somit vor dem Hochwasser sicher. Die Bauern könnten außerdem beruhigt sein, dass ihre Tiere auf Aiderbichl gut versorgt werden. Aufhauser: „Wir haben das Know-how.“ Außerdem würden sich laufend Landwirte aus der Region melden, die den Aiderbichl-Mitarbeitern beim Melken und Misten helfen wollen.

http://www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_deggendorf

Eine Lücke für den Minister

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

Ärger um Pistorius-Besuch – Evakuierungen in Hitzacker ausgesetzt – Sicherung der Elbdeiche abgeschlossen

rg Damnatz. Strahlend blau ist der Himmel über Lüchow-Dannenberg. Die Sonne scheint, es herrscht Urlaubswetter.

»Kaum zu glauben, dass hier Katastrophenalarm herrscht», sagt ein Feuerwehrmann aus Bochum, der gerade mit seinen Kameraden auf dem Elbdeich bei Damnatz steht und wartet. Auf den niedersächsischen Innenminis-ter Boris Pistorius warten die Feuerwehrmänner, und mit ihnen wartet eine ganze Kompanie Bundeswehrsoldaten aus Neustadt am Rübenberge. Denn Pistorius wolle sich Einsatzkräfte in Aktion ansehen, beim Errichten einen Sandsackwalls, heißt es von der Einsatzleitung. Und so stehen die 300 Einsatzkräfte auf dem Deich und warten. Doch sie warten vergebens: Pistorius, ein SPD-Mann, kommt nicht, er hat sich ande-renorts an der Hochwasserfront fotografieren und filmen lassen. Die Helfer in Damnatz haben umsonst gewartet. Und darüber sind viele stinksauer. Nicht etwa, weil sie sonderlich großen Wert darauf gelegt hätten, dem Minister die Hand zu schütteln. Den Namen Pistorius hat dort auf dem Deich, zwischen nordrhein-westfälischen Feuerwehrleuten und Soldaten aus ganz Deutschland eh kaum jemand je gehört. Man ärgert sich darüber, als Staffage dienen zu sollen, und dann auch noch fast eineinhalb Stunden vergeudet zu haben, die man deutlich sinnvoller hätte verbringen können, als in der Sonnne wartend vor einer nur noch wenige Meter breiten Sandsack-Lücke auf dem Deich. Die ist schnell geschlossen, als bekannt wird, dass der Innen-minister nicht mehr kommen wird. Nach dem Befehl »Macht das Loch zu», den Hauptmann Schmidt seinen Männern laut-stark gibt, dauert es keine fünf Minuten, und die Lücke ist geschlossen. Die letzte Lücke auf den Lüchow-Dannenberger Elbdeichen, wie aus dem Kreishaus zu erfahren ist. »Wir sind mit den Vorbereitungen fertig, es hat alles ganz wunderbar geklappt», freut sich Landrat Jürgen Schulz. Und auch in Wussegel freut man sich. Dort ist die Erhöhung der unzureichenden Hochwasserschutzmauer an den Elbterassen auch fertiggestellt. »Eine solide Sache, hohe Ingenieurskunst», attestiert man im Kreishaus der SBI-Bau aus Breese in der Marsch, die innerhalb von nur zwei Tagen »etwas errichtet hat, das man zu normalen Zeiten in zwei Jahren nicht hinbekommen hätte», loben unisono Jürgen Schulz und Jürgen Meyer, der Samtgemeindebürgermeister der Elbtalaue. Über 14 Tonnen Stahl haben die Fachleute von SBI-Bau dort in Wussegel verbaut, einem der neuralgischsten Punkte der Hochwasserfront. Dort, wo ein Versagen des Hochwasserschutzes schlimme Folgen für große Teile Lüchow-Dannenbergs hätte, weil von dort aus das Wasser bis tief in den Landkreis hineinfließen würde. Doch das »kann jetzt nicht mehr passieren», ist sich Landrat Schulz sicher. »Das, was die Leute von SBI da hingesetzt haben, ist hervorragende Arbeit.»

Nicht zuletzt deswegen war bereits vorgestern auch die vorsorgliche Evakuierung von Wussegel aufgehoben worden. Und gestern nun gab die Samtgemeinde Elbtalaue bekannt, dass auch Hitzackers Stadtinsel nicht evakuiert werde. Zumindest nicht am Sonntag. »Die Evakuierung ist ausgesetzt, aber nicht aufgehoben», heißt es im Rathaus in Dannenberg. Die rund 250 Bewohner der Stadtinsel und mehrerer weiterer betroffenen Straßen müssten sich darauf gefasst machen, ihre Häuser ab Sonntag jederzeit räumen zu müssen, falls es die Lage erfordert. Daher empfehle man auch allen Bewohnern, auch ohne Evakuierungsanordnung die Stadtinsel zu verlassen. »Das gebietet der gesunde Menschenverstand in dieser Lage», so Landrat Schulz. Denn schließlich werde den neuesten Prog-nosen nach ein neues Rekordhochwasser in Hitzacker erwartet – höher als 2002 und 2011. Von »Acht Meter plus X» ist im Krisenstab im Kreishaus die Rede. »Das ist enorm und enorm gefährlich», so Schulz.

In Neu Darchau sind unterdessen auch die Vorbereitungen auf die Flut abgeschlossen. Der Notdeich ist fertig, gestern verschloss ein Bagger die noch offene Zufahrt zur Fähre »Tanja» mit einem Sandwall, der nun noch mit Plane abgedichtet wird. »Wir liegen im Zeitplan, und das ist gut», sagt Jürgen Schulz. Und ohne das Auslösen des Katastrophenalarms hätte so auch nicht funktioniert, weist er Kritik an der Maßnahme zurück. Und auch die neuen Prognosen geben ihm Recht. Denn acht Meter plus X sind kein normales Hochwasser. Sie sind eine Katastrophe.

Bild: Bundeswehrsoldaten aus Neustadt am Rübenberge schlossen gestern die letzte Lücke im Sandsackwall auf den Lüchow-Dannenberger Elbdeichen. „Wir sind vorbereitet“, betonte Lüchow-Dannenbergs Landrat Jürgen Schulz. 3 Aufn.: R. Groß

Quelle: ejz