Hochwasser-Alarmstufe für die Prignitz

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Prignitz

 

Das Hochwasser im Nordwesten Brandenburgs steigt rasant. Neue Prognosen sprechen von über acht Metern. Viel Luft nach oben an den Deichen ist nicht mehr.

Am Prignitzer Elbabschnitt gilt seit Freitagnachmittag die zweithöchste Hochwasser-Alarmstufe. Innerhalb von 24 Stunden ist der Wasserstand um fast einen Meter gestiegen. „Neuste Prognosen des Wasser- und Schifffahrtsamts Magdeburg gehen für Dienstag von über 8 Metern am Pegel Wittenberge aus“, sagte Prignitz-Landrat Hans Lange (CDU) am Freitagnachmittag besorgt. Viel Platz nach oben ist an den Deichen dann nicht mehr.

Seit Mittwoch gilt bereits Katastrophenalarm. „Unsere Anlagen sind auf 7,45 Meter plus einem Meter Reserve ausgelegt“, erklärte der Hochwasserexperte des Landkreises, Bernd Lindow.
Hunderte Helfer arbeiten seit Tagen auf Hochtouren, um die letzten Schwachstellen an den Schutzanlagen zwischen Bälow und Wittenberge zu schließen. „Bis Samstagabend wird von Bälow bis nach Wittenberge alles gesichert sein“, erklärte der Landrat. In der Elbestadt sind bereits die Spundwände aufgezogen und mit mehr als 100 000 Sandsäcken gesichert worden, sagte Bürgermeister Oliver Hermann (parteilos).

2002 bei der Jahrhundertflut wurde am Pegel Wittenberge ein Spitzenwert von 7,34 Meter erreicht. Nur 1888 wurde dieser noch um 10 Zentimeter übertroffen.
Um Entlastung für die Prignitz zu schaffen, will Lange jetzt dem Rat einer Expertenkommission folgen, die Havel-Hochwasserpolder zu öffnen. Damit könnte der schnelle Anstieg der Elbe gemindert werden. „Wir müssen alle Optionen ziehen“, erklärte Lange.

Das Hochwasser-Poldergebiet reicht von der Havelmündung beim Prignitzdörfchen Quitzöbel über Havelberg in Sachsen-Anhalt bis ins havelländische Rathenow. Insgesamt sechs Überflutungsflächen stehen entlang des sogenannten Havel-Schlauchs zur Verfügung, erklärte der Prignitz-Landrat. Im Idealfall können bis zu 140 Millionen Kubikmeter Hochwasser aufgenommen werden.

Bei der Jahrhundertflut 2002 konnte der Elb-Wasserstand so um bis zu 30 Zentimeter gesenkt werden. Lange hofft jetzt auf einen ähnlichen Effekt. Einen Termin, wann die Polderoption gezogen werden soll, steht noch nicht fest. (dpa)

Quelle: http://www.berliner-zeitung.de

 

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