Die braune Spree kommt näher

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Spree

 

Das Spreehochwasser lässt Umweltexperten und Touristikern keine Ruhe. Immer größere Wassermassen fließen im Eiltempo von der Talsperre Spremberg (Spree-Neiße) durch den Spreewald in Richtung Norden. Nach Experteneinschätzung könnte mit der Spree verstärkt auch durch Eisen und Sulfat verschmutztes Wasser seinen Weg ins Dahmeland finden. Touristen sind wegen der hohen Wasserstände verunsichert – in der bei Spreewald-Gästen beliebten Kreisstadt Lübben bemüht man sich um Schadensbegrenzung.

Gestern wurden die Schleusen der Talsperre Spremberg noch ein Stückchen weiter geöffnet. Seit den Morgenstunden fließen 110 statt der normal üblichen 16 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in die Spree. Dieser Zustand wird wahrscheinlich noch die nächsten zehn Tage andauern, um die randvolle Talsperre zu entlasten. „Wir hoffen, dass das die höchste Abflussmenge bleibt“, so Wolfgang Genehr, Abteilungsleiter im Landesumweltamt Cottbus.

Bei Spremberg gilt die Spree wegen der Eisenablagerungen aus den angrenzenden Tagebaugebieten als besonders schmutzig. Nun kommt die naturfeindliche Rost-Brühe dem Dahmeland näher. „Das Eisenhydroxid ist sehr leicht“, erklärte Genehr. Zwar würden die großen Wassermengen die Konzentration der Verockerung einerseits verringern. Andererseits aber sei damit zu rechnen, dass die Ablagerungen mit erhöhter Fließgeschwindigkeit bis in den Unterspreewald – etwa in den Neuendorfer See – verfrachtet werden könnten. Im Landratsamt sieht man jedoch keine Gefahr für die Natur und den Tourismus. Landrat Stephan Loge (SPD) verwies im MAZ-Gespräch auf den vergleichsweise „hohen Verdünnungscharakter. Die Verockerung ist im Landkreis Dahme-Spreewald kein Thema.“

In Lübben trübt das Hochwasser indes das Tourismusgeschäft. Peggy Nitsche, Marketingleiterin der Spreewaldstadt, steht in engem Kontakt mit Umwelt- und Wasserbehörden. „Wir haben uns gut auf die aktuelle Situation vorbereitet.“ Nitsche sorgt sich um die reißende Spree, die ungeübten Paddlern an Wehren zur Lebensgefahr werden könnte. Deshalb können Touristen bei der Stadt Lübben keine Paddelboote mehr leihen, wie Nitsche erklärte. „Unsere Kähne fahren ganz normal.“ Grund zur Panik gebe es also nicht. „Viele Gäste rufen an und fragen, ob man noch trockenen Fußes in die Stadt kommen könne.“ Nitsche und Kollegen beschwichtigen dann: „Wir versuchen die Diskussion zu versachlichen“.

Im Dahmeland hingegen blieben solche Anrufe bisher aus, wie Juliane Frank vom Tourismusverband Dahme-Seen sagte. „Nach dem ganzen Wetterchaos drängen die Leute raus ins Grüne.“ Aber: Auch die Dahme fließt deutlich schneller als sonst. Deshalb wird für die Hochwassergebiete im Landkreis Dahme-Spreewald noch immer dringend von privaten Bootstouren abgeraten. Die Situation sei „nicht zu unterschätzen“, sagte Frank. „Man merkt, dass die Dahme relativ voll ist.

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12528340/19287300/Flut-koennte-Rost-bis-in-den-Unterspreewald-spuelen.html

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