Archiv für Juni 7, 2013

 

250.000 Hektar Landwirtschaftsfläche stehen deutschlandweit unter Wasser. Die Bauern befürchten Schaden in Höhe von 250 Millionen Euro. Deshalb fordern sie Geld für den Wiederaufbau – und warnen vor Auswirkungen auf den Milchpreis.

 

In Deggendorf und Straubing haben sich die Landwirte einfach selbst geholfen. Bevor die Wassermassen ihre Höfe erreichten, brachten sie ihre Mastschweine in Sicherheit. Bauern in höher liegenden Gebieten haben die Tiere ohne Zögern aufgenommen.

In Sachsen-Anhalt war das bei einem Milchvieh-Betrieb nicht mehr möglich. Freiwillige bauten um den Bauernhof einen Ringwall aus Sandsäcken und retteten so 850 Kühe vor dem Ertrinken. „Obwohl es teilweise sehr schnell gehen musste, haben wir kaum unmittelbare Tierschäden“, sagt Helmut Born, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbands (DBV).

Bei der kurzfristig einberaumten Pressekonferenz im Haus der Landwirtschaft in Berlin entschuldigt sich Born zunächst einmal. Die Landwirte seien erheblich betroffen vom Hochwasser der vergangenen Tage. Man sei so beschäftigt gewesen, die drohenden Gefahren zu verhindern, dass der Verband erst jetzt dazu gekommen sei, eine erste Bestandsaufnahme zu machen.

Und die sieht düster aus: Etwa 15.000 Betriebe kämpfen mit der Flut. 250.000 Hektar Grünland und Ackerfläche stehen deutschlandweit unter Wasser. Für die Landwirte bedeutet das einen Schaden von 250 Millionen Euro. Am schlimmsten traf es Sachsen-Anhalt, wo bis zu 100.000 Hektar überflutet sind, Sachsen mit bis zu 70.000 Hektar und Bayern mit 50.000 Hektar.

Nicht eingerechnet in diese Bilanz sind die Zerstörungen an den Betriebsstätten selbst. Etwa 500 Betriebe seien betroffen, es geht um 75 Millionen Euro. „Die Dimensionen sind ungefähr vergleichbar mit 2002“, sagt Born.

Deshalb weiß der Verbandsvertreter schon jetzt, dass die Soforthilfen, die Kanzlerin Angela Merkel zugesagt hat, nicht reichen werden. Er fordert ein zusätzliches Wiederaufbauprogramm nur für Landwirte. In seiner Vorstellung soll es von Ländern, Bund und EU bezahlt werden und „mindestens 200 Millionen Euro“ umfassen. „Den Betrieben muss unbürokratisch unter die Arme gegriffen werden“, sagt Born. Denn eine Versicherung gegen Hochwasserschäden, die erst seit etwa sechs Monaten existiere, hätten die Wenigsten in diesem kurzem Zeitraum bereits abgeschlossen.

Dieses Jahr hat ohnehin nicht gut für Deutschlands Landwirte begonnen. Der lange Winter mit Schnee bis nach Ostern, die kalten Temperaturen und dann der nasse Mai mit wenig Sonnenschein werden zu Ernteausfällen führen. „Die Superernte können wir auf jeden Fall vergessen“, sagt Born. Der Schaden, der den Bauern dadurch entstehe, sei in den jetzt errechneten Summen nicht enthalten, betont Born. Ob Lebensmittel dadurch auch für den Verbraucher teurer werden, wollte er konkret nicht sagen. Nur so viel: „Bei der Milch werden wir einen starken Dämpfer bekommen.“

Quelle und Bearbeiter: SZ vom 08.06.2013/rela

Defektes Siel

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

+++ 7. Juni 2013, 23:08 Uhr: Situation in Ostelbien +++
Das Siel Neubleesern ist defekt. Deshalb strömt durch ein circa 2,5 mal 2,5 Meter großes gemauertes „Loch“ Wasser durch den Deich. Der Deich selbst ist nach Informationen des Kat-Stabes nicht in Mitleidenschaft gezogen. Zurzeit wird unter anderem erwogen, das „Loch“ mit einem Bigpack von der Elbseite aus zu schließen. Ein Bundeswehrhubschrauber soll zum Einsatz kommen. Aber auch alternative Möglichkeiten werden besprochen. Vorbereitet wird zudem die Evakuierung von Döhlen, Neubleesern und Dautzschen.

+++ 7. Juni 2013, 23:24 Uhr: Defektes Siel +++
Derzeit werden die Bewohner von Neubleesern, Döhlen, Rosenfeld sowie in Teilen von Zwethau und Last aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Es handelt sich laut Kat-Stab nicht um eine Zwangsevakuierung sondern um eine Vorsichtsmaßnahme. Nach wie vor wird daran gearbeitet, das Siel zu verschließen.

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Großes Aufräumen in Lindenau

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Hochwasserschutz völlig ungenügend / Wehr-Planungen mit Fischpass in der Kritik

Die Lindenauer packen gemeinsam an, um Schlamm und Schmutz des Pulsnitz-Hochwassers im Dorf den Garaus zu machen. Die Natur hat ein gnadenloses Zeugnis für einen völlig ungenügenden Hochwasserschutz und eine Fehlinvestition im Flussbett abgeliefert – der umstrittene Fischpass des Großen Gabelwehres ist wieder hinüber.

 Die Gemeinde Lindenau erneuert die Forderung, die Pulsnitz innerhalb der Ortslage einzudeichen. Denn der Fluss tritt bei Hochwasser schnell über die Ufer und verwüstet das Dorf. Der tief gelegene Park, die am Rande errichteten Sportanlagen und die Gartensparte saufen sofort ab. Während das Wasser, aus Sachsen kommend, in Ortrand durch ebenfalls noch vielfach marode Deichabschnitte schadlos abgeführt werden konnte, sind die anströmenden Wassermengen in Lindenau schnell aus dem Flussbett gedrückt worden – denn, so beklagen die Einwohner, das Wehr vor der Grenzpulsnitz sei nicht geöffnet worden. Grund: Die Städte Elsterwerda und Bad Liebenwerda an der Schwarzen Elster seien akut gefährdet gewesen. Der Rückstau aus der Elster und dder gebremste Abstrom des Wassers aus der Pulsnitz haben schnell zum Überlaufen des Flüssleins geführt.

 

 

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Sperrung der Spreewald-Fließe

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Spree

 

 

Das Gewässersystem des Spreewaldes wird ab Samstag, 8. Juni, 0.00 Uhr, bis auf Widerruf für jeglichen Verkehr gesperrt.

Dies betrifft die entsprechenden Bereiche der Landkreise Spree-Neiße, Oberspreewald- Lausitz und Dahme-Spreewald. Das teilt das Landratsamt Oberspreewald-Lausitz mit. Einem entsprechenden Antrag durch den Gewässereigentümer, das Landesamt für Umwelt, Gesundheit, und Verbraucherschutz, wurde durch das zuständige Landesamt für Bauen und Verkehr stattgegeben.

Der Antrag zur Sperrung der Wasserwege im gesamten Spreewald wurde von allen drei Landkreisen getragen. Auf Grund erhöhter Strömungsverhältnisse und zu erwartender hoher Wasserstände bestehen in den ausgewiesenen Überschwemmungsgebieten entlang der Spree erhebliche Gefahren für Leib und Leben. Es wird daher ausdrücklich darauf hingewiesen, dass insbesondere die touristische und sportliche Nutzung auf den Wasserläufen zu unterlassen ist.

Weitere Informationen zu Sperrungen und Einschränkungen im Biosphärenreservat Spreewald sind unter www.lbv.brandenburg.de zu finden.

Unter der Rufnummer 033201-442 542 hat das Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbrauschutz täglich von 7 bis 19 Uhr ein Bürgertelefon geschaltet.

 

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Wasser von allen Seiten in Neudeck

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

 

In Uebigau-Wahrenbrück bleibt der kleine Ort Neudeck Schwerpunkt. Rückstauendes Wasser bedroht dort die Grundstücke. An der Stadtgrenze zu Bad Liebenwerda spitzt sich die Situation ebenfalls zu.

Der kleine Ortsteil Neudeck kristallisiert sich immer mehr zum Pro blemfall im Stadtgebiet heraus. Seit Beginn des Hochwassers konzentrieren sich die Kräfte immer wieder dort, um umliegende kleinere Gräben in Schach zu halten. Der Rückstau der Riecke, die aufgrund des hohen Pegels der Schwarzen Elster nicht mehr abfließen kann, wird immer größer. Seit Mittwoch wird es auch für Familie Klage am südlichen Ortsrand eng. Aus Richtung Elster ist die Niederung rund um ihr Grundstück längst komplett mit Wasser gefüllt. Mit steigendem Wasserstand droht Gefahr für das Wohnhaus und die angrenzenden Ställe, in denen die 18 Milchkühe der Landwirte untergebracht sind. „Die können wir nicht einfach woanders hinbringen, schließlich müssen sie regelmäßig gemolken werden“, zeigt Stefanie Klage auf.

Sie ist froh, dass seit Stunden Feuerwehrleute und andere freiwillige Helfer alles daransetzen, um dem nach wie vor stetig steigenden Wasser Einhalt zu gebieten. „Nur gut, dass sie alle hier sind. Wir würden das nicht allein schaffen“, sagt die Neudeckerin, „vom Land können wir ja wohl keine Hilfe erwarten“, schiebt sie verärgert nach.

Am nordwestlichen Rand des Dorfes werden zeitgleich ebenfalls Vorbereitungen getroffen, um die beiden Grundstücke zu sichern, die vom steigenden Wasser des Bindegrabens bedroht werden. Käme das Wasser dort weiter voran, wäre es um die deutlich tiefer liegenden Gehöfte und Gebäude geschehen.

Über den Herzberger Binnengraben und das Schöpfwerk in Postberga soll nun Entlastung verschafft werden. Alle sind gespannt, ob das gelingt.

Eine weitere brenzlige Situation hat sich im Stadtgebiet Uebigau-Wahrenbrück an der Gemarkungsgrenzen Bad Liebenwerda linksseitig der Elster in Richtung Wahrenbrück eingestellt. „Sie spitzt sich immer mehr zu, denn der Deich droht abzurutschen“, berichtet Bürgermeister Andreas Claus (parteilos). Seit Mittwochabend wird dort versucht, mit schwerer Technik und einem Schottergemisch den Deichfuß zu stärken. „Aktuell sind viele Kräfte vor Ort“, schildert er am gestrigen späten Nachmittag. Im Zusammenwirken mit Land, Kreis und Baufirmen hoffe man, die Situation entschärfen zu können.

Im Laufe des Tages ist die Ortsdurchfahrt Uebigau dichtgemacht worden. Der Verkehr rollt nun über die Gewerbegebietsstraße. „Wir wollen den Bereich rund um das Feuerwehrdepot entlasten und die Helfer dort nicht noch weiter in Gefahr bringen“, begründet Claus.

Die vielen Sickerstellen entlang des städtischen Deichabschnitts haben die Kameraden weiter im Griff.

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Guben bekommt nur nasse Füße

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

 

Sandsack-Damm hält Hochwasser stand / Neiße sinkt nach Sechs-Meter-Höchststand

Guben ist der Beinahe-Katastrophe mit nassen Füßen entkommen: Das Sandsäcke-Stapeln der vergangenen Tage und Nächte in Hohms Gasse hat sich gelohnt. Nur einige Keller und Gärten stehen unter Wasser. Der Pegel der Neiße sinkt, nachdem er mit sechs Metern in der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag seinen Höchststand erreichte.

Die Helfer sind müde. Bis Mitternacht haben sie Sandsäcke in Hohms Gasse direkt an der Alten Poststraße gestapelt, um die Wohnhäuser vor den Neißefluten zu schützen. Kniehoch standen sie im Wasser. Und der Pegel der Neiße stieg und stieg. „Sechs Meter waren um Mitternacht erreicht“, erzählt Daniel Kurasch, Oberfeldwebel der Bundeswehr aus Storkow. Mit 50 Männern seiner Einheit ist er am Mittwochabend nach Guben abkommandiert worden.

Nun sitzen die Soldaten auf dem Staudamm aus Sandsäcken und „beobachten die Lage“, wie sie sagen. Und die hat sich deutlich entspannt: Der Pegel der Neiße am Messpunkt Guben 2 ist am Donnerstag um 10 Uhr auf 5,84 Meter gesunken, um 14 Uhr liegt er bei 5,74 Meter, wie das Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz auf seiner Internetseite informiert.

„Der Damm hat klasse gehalten“, sagt der amtierende Bürgermeister Fred Mahro. Ausdrücklich dankt er den vielen freiwilligen Helfern. Neben den Einsatzkräften der Feuer- und Bundeswehr hat es auch Unterstützung von Gubener Unternehmen, Vereinen und Verbänden gegeben. „Erfreulich war auch, dass so viele Jugendliche mitgemacht haben“, betont Mahro.

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Flutwelle rollt gen Norden

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Das Hochwasser hält Deutschland weiter in Atem. In Magdeburg steht der Pegel jetzt schon höher als bei Jahrhundertflut 2002 – und steigt weiter. In Deggendorf und Dresden sind die Deiche weiterhin bedroht.

 

 

22.07Uhr: Bundesweit stemmen sich 70 000 Feuerwehrleute und mehr als 11 300 Bundeswehrsoldaten gegen die Flut. Mindestens sieben Menschen starben, seitdem in Deutschland die Hochwasserkatastrophe begonnen hat. Mehrere werden vermisst.

21.24 Uhr: Der Stadt Mühlberg (Elbe-Elster) droht wie 2002 eine Jahrhundertflut – eine fast zehn Meter hohe Wasserwand drückt gegen die teils unsanierten Deiche. Vor vielen Haustüren und Kellerfenstern liegen Sandsäcke, sie sollen im Falle einer Überflutung schützen.

20.57 Uhr: Die „Mitteldeutsche Zeitung“ meldet online aus Jessen: Der Deichbruch der Schwarzen Elster bei Schweinitz ist nicht geschlossen. Es fehlte an Unterstützung aus der Luft bei Sandsacktransport, heißt es weiter.

20.36 Uhr: Nun wird auch in Schönebeck an der Elbe evakuiert. Alle Bewohner, die in der Näher des Flussufers wohnen, sind aufgerufen ihre Häuser zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen.

http://www.focus.de

22:43 Uhr, Wittenberg

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Wittenberg

 

Wasser sickert durch Deich bei Wartenburg. Helfer sollen sich im Feuerwehrgerätehaus in Dabrun zu melden

MZ Wittenberg: Laut Bürgermeister Torsten Seelig sickert an der „Groben Sau“, einer Deichstelle bei Wartenburg, auf 30 Meter Wasser durch den Deichfuß. Taucher versuchen, die Stelle von der Wasserseite her abzudichten, an der Landseite werden Sandsäcke verbaut. Das Problem: Die Stelle ist schwer zugänglich. Seelig ruft Helfer auf, sich im Feuerwehrgerätehaus in Dabrun zu melden.

http://www.mz-web.de

 

Aufgrund der aktuellen Prognosen geht der Landkreis Lüchow-Dannenberg davon aus, dass die Hochwasser-Welle Schnackenburg in der Nacht von Sonntag (9.06.2013) auf Montag (10.06.2013) erreichen und in etwa dem Bemessungshochwasser plus 30 cm entsprechen wird. Den aktuellen Schätzungen zufolge wird die Welle mindestens vier Tage stehen bleiben.

Dank der Unterstützung vieler freiwilliger Helferinnen und Helfer und der Einsatzkräfte von Feuerwehren, Bundeswehr, DRK und THW konnten die umfangreichen Aufkadungsarbeiten auf insgesamt 25 km Deichstrecke mittlerweile größtenteils abgeschlossen werden.

Letzte Deichschutz-Maßnahmen werden voraussichtlich am Samstagabend enden. Der Einsatz von Deichwachen ist ab dem frühen Samstagmorgen geplant.

 

http://wendland-net.de

Mühlberger fühlen sich in Notquartieren geborgen

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Mühlberg

 

Im Amt Elsterland werden seit Mittwochabend die ersten Mühlberger in Notquartieren betreut. Wegen des bedrohlich steigenden Hochwassers sind sie der Aufforderung gefolgt, sich in Sicherheit zu bringen. Die freiwilligen Feuerwehren haben zwei Turnhallen für sie hergerichtet.

Normalerweise wird in der Tröbitzer Turnhalle Badminton oder Fußball gespielt. Jetzt stehen dort Bierzeltgarnituren zum Sitzen und Doppelstockbetten. Die Halle ist vom Krisenstab des Landkreises Elbe-Elster ebenso wie die in Schönborn als Notquartier für vom Hochwasser bedrohte Mühlberger bestimmt. Etwa 40 Kameraden der freiwilligen Feuerwehren haben sie am Mittwochabend hergerichtet. „Die ersten Mühlberger standen gegen 18 Uhr vor der Tür. Gegen 22 Uhr sind endlich die Betten vom Katastrophenschutzlager Beeskow eingetroffen. Decken kamen erst um Mitternacht. 0.30 Uhr hatten wir alles aufgebaut“, schildert Gerald Schmidt, stellvertretender Amtsbrandmeister Anlaufschwierigkeiten.

160 Schlafplätze werden in Tröbitz vorgehalten, 40 in Schönborn. Weitere Betten sind noch in Reserve. Aber bis gestern machten die Mühlberger nur verhalten Gebrauch von dem Angebot. Knapp 50 Personen, darunter etliche Kinder, sind bis Mittag eingetroffen.

Wolfgang Frase und der 81-jährige Werner Schröter haben nicht lange gezögert.

Mit dem Nötigsten machten sie sich auf nach Tröbitz. Als im Fernseher neueste Nachrichten von Mühlberg vermeldet werden, verharren sie vor dem Bildschirm. 10,20 Meter Pegelstand werden erwartet, heißt es. „2002 haben alle vom Jahrhunderthochwasser gesprochen. Jetzt, zehn Jahre später, sind schon wieder 100 Jahre vorbei“, scherzt Wolfgang Frase trotz allem.

Auch wenn in der ersten Nacht kaum einer richtig schlafen konnte, sind alle des Lobes voll über die gute Betreuung. „Wir sind sehr herzlich aufgenommen worden“, sagt Sindy Winkler, die mit insgesamt zwölf Verwandten in Tröbitz ist. „Wenn es so entspannt läuft, wird man ruhiger“, sagt sie. „In einer Stunde standen alle Betten“, würdigt Wolfgang Frase Fleiß und Organisation.

Die 59-jährige Eveline Bloch ist seit gestern Mittag in Tröbitz. „Eigentlich wollte ich zu meinem Bruder, aber dort ist es nicht behindertengerecht“, erklärt sie. Schnell ist ein Brett für den Turnhalleneingang gefunden – Eveline Bloch kann so problemlos rein- und rausrollen und dreht mit Hündchen Lisa gleich eine Runde durchs Industriegebiet.

Carola Schröter, Silvio Heinrich und Roland Girke vom Verpflegungstrupp des DRK-Verbandes Elbe-Elster Nord haben Nudeln mit Tomatensoße zu Mittag gekocht. Girke ist seit 6 Uhr morgens auf den Beinen. 22.30 Uhr am Mittwoch kam die Einsatzmeldung. Bis Sonntag sind die Schönborner für die Mittagsversorgung verantwortlich.

Die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung ist enorm. Martina Reichardt aus Bad Liebenwerda und Rettungsschwimmerin Sybille Zipke vom Wonnemar bringen Spiel- und Badesachen. „Dann können die Mühlberger das Erlebnisbad neben der Turnhalle benutzen“, lädt Schwimmmeister Maik Gentsch ein.

Anke Lindner aus Tröbitz war Stunden vor Ort, muss dann aber zur Schicht im Supermarkt in Doberlug-Kirchhain. „Nach 21 Uhr schaue ich noch mal vorbei“, kündigt sie an. Die Tröbitzer Kita bietet an, Mütter mit Kleinkindern aufzunehmen. „Das läuft hier sehr gut“, freut sich Notfallseelsorgerin Elke Greißner, die auch schon zum zweiten Mal nach dem Rechten schaut.

 

 

Quelle: http://www.lr-online.de

Fließmenge in Cottbus höher als erwartet

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Elbe

 

 

Aktuelle Messungen durch das LUGV haben ergeben, dass entgegen den automatisierten Angaben derzeit nicht 76, sondern 96 m³/sec am Pegel Sandow vorbeifließen.

Es muss also davon ausgegangen werden, dass  20 m³/sec mehr durch Cottbus fließen, als auf der Internetpräsenz des LUGV angegeben sind. Differenzen zwischen diesen Messwerten und den 110 m³/sec in Spremberg abgegebenen erklären sich aus den verhältnismäßig großen Überflutungsbereichen zwischen der Talsperre und Cottbus. Gegenwärtig gibt es widersprüchliche Angaben zu den Fließmengen in der Spree.

Die Ursachen dafür versuchen die Fachleute zu klären. Die „Abflusstafel“ des Landesumweltamtes (LUGV) muss nach den aktiven Tagen der Hochwasserschutzmaßnahmen überarbeitet werden.Die Unsicherheiten ergeben sich augenscheinlich aus der Tatsache, dass es seit über 30 Jahren keine Erfahrungen mit derartigen Wassermengen gibt.

Quelle: http://www.lr-online.de

Durchweichter Deich bei Arnsnesta

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Pegel der Schwarzen Elster bei Herzberg stagniert auf hohem Niveau

Bei 3,50 Meter stagnierte der Pegel der Schwarzen Elster am gestrigen Donnerstag in Herzberg. Damit, so hoffen die Stadtverantwortlichen, dürfte der Höchststand erreicht sein

Von Entwarnung spricht aber noch niemand. „Das Wasser wird über viele Tage auf hohem Niveau stehen bleiben und die Deiche belasten“, so Landrat Christian Jaschinski (CDU).

Wie schnell die durchweichten Deiche Probleme bereiten können, hat der Deichbruch am Mittwochfrüh bei Arnsnesta gezeigt. Der wurde in Verantwortung der sachsen-anhaltischen Seite von der Bundeswehr mittlerweile so gut wie geschlossen. Allerdings konnte die Bundeswehr gestern dort nur eingeschränkt fliegen, weil Donnerstagvormittag die Kraft der Hubschrauber auch nach einem Deichbruch an der Schwarzen Elster bei Schweinitz (Bereich Jessen) benötigt wurde.

Die Herzberger sind hingegen bisher (noch) glimpflich davon gekommen. Brenzlig wurde es am Donnerstag an einer Deichstelle in Arnsnesta unmittelbar in der Nähe der Wohnbebauung.

Auf einer Fläche von etwa 5 x 20 Metern war der im Herbst bei Sanierungsarbeiten aufgetragene Mutterboden durchnässt und drohte abzurutschen. Sickerwasser ist ausgetreten. Gunnar Soyka vom Landesumweltamt betreut den Deichabschnitt „Hier muss eine Auflast mit Drainage drauf“, sagt er.

Für die Drainage nahm Soyka die Hilfe des Bundesforst Züllsdorf in Anspruch. Mitarbeiter und Helfer holten Kiefern aus dem Jungbestand und trugen die Zweige als Drainage auf. „Arnsnesta war auch am Donnerstag wieder der Hauptschwerpunkt im Stadtgebiet. Aber ich denke, das haben wir gut gelöst. Es gab auch kritische Lagen mit durchweichten Deichen und Sickerwasser Richtung Friedrichsluga und Kleinrössen“, so Bürgermeister Michael Oecknigk (CDU). Er rechnet damit, dass der Wasserstand bis zum Morgen gesunken sein könnte, weil aus der Fläche nicht mehr viel nachkommt. Die Warnstufe 4 bleibt laut Hochwasserzentrale aber auf jeden Fall bestehen. Das erfordert den Einsatz von Deichläufern. „Wir freuen uns darüber, dass sich in Herzberg auch Bürger aus Schlieben dafür anbieten“, so der Bürgermeister.

 

Quelle: http://www.lr-online.de

Hochwasser-Alarmstufe für die Prignitz

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Prignitz

 

Das Hochwasser im Nordwesten Brandenburgs steigt rasant. Neue Prognosen sprechen von über acht Metern. Viel Luft nach oben an den Deichen ist nicht mehr.

Am Prignitzer Elbabschnitt gilt seit Freitagnachmittag die zweithöchste Hochwasser-Alarmstufe. Innerhalb von 24 Stunden ist der Wasserstand um fast einen Meter gestiegen. „Neuste Prognosen des Wasser- und Schifffahrtsamts Magdeburg gehen für Dienstag von über 8 Metern am Pegel Wittenberge aus“, sagte Prignitz-Landrat Hans Lange (CDU) am Freitagnachmittag besorgt. Viel Platz nach oben ist an den Deichen dann nicht mehr.

Seit Mittwoch gilt bereits Katastrophenalarm. „Unsere Anlagen sind auf 7,45 Meter plus einem Meter Reserve ausgelegt“, erklärte der Hochwasserexperte des Landkreises, Bernd Lindow.
Hunderte Helfer arbeiten seit Tagen auf Hochtouren, um die letzten Schwachstellen an den Schutzanlagen zwischen Bälow und Wittenberge zu schließen. „Bis Samstagabend wird von Bälow bis nach Wittenberge alles gesichert sein“, erklärte der Landrat. In der Elbestadt sind bereits die Spundwände aufgezogen und mit mehr als 100 000 Sandsäcken gesichert worden, sagte Bürgermeister Oliver Hermann (parteilos).

2002 bei der Jahrhundertflut wurde am Pegel Wittenberge ein Spitzenwert von 7,34 Meter erreicht. Nur 1888 wurde dieser noch um 10 Zentimeter übertroffen.
Um Entlastung für die Prignitz zu schaffen, will Lange jetzt dem Rat einer Expertenkommission folgen, die Havel-Hochwasserpolder zu öffnen. Damit könnte der schnelle Anstieg der Elbe gemindert werden. „Wir müssen alle Optionen ziehen“, erklärte Lange.

Das Hochwasser-Poldergebiet reicht von der Havelmündung beim Prignitzdörfchen Quitzöbel über Havelberg in Sachsen-Anhalt bis ins havelländische Rathenow. Insgesamt sechs Überflutungsflächen stehen entlang des sogenannten Havel-Schlauchs zur Verfügung, erklärte der Prignitz-Landrat. Im Idealfall können bis zu 140 Millionen Kubikmeter Hochwasser aufgenommen werden.

Bei der Jahrhundertflut 2002 konnte der Elb-Wasserstand so um bis zu 30 Zentimeter gesenkt werden. Lange hofft jetzt auf einen ähnlichen Effekt. Einen Termin, wann die Polderoption gezogen werden soll, steht noch nicht fest. (dpa)

Quelle: http://www.berliner-zeitung.de

 

Alte Deiche

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Hydrologen prognostizieren eine lange Flutwelle auf der Elbe, ein rascher Rückgang des Wassers sei nicht zu erwarten. Im brandenburgischen Mühlberg rechnet die Koordinierungsstelle der Landesregierung mit einer kritischen Lage, die eine Woche andauern kann. Sorge bereitet den Behörden die Situation entlang der Schwarzen Elster, die Deiche sind dort besonders alt. Bei Schweinitz in Sachsen-Anhalt, zehn Kilometer von der Elstermündung entfernt, brach am Donnerstag ein Damm. An der Spree entspannt sich die Lage allmählich.

Quelle: http://www.berliner-zeitung.de

 

Schlechte Aussichten

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Brandenburg

 

Brandenburgs Innenminister Dietmar Woidke äußerte sich am Donnerstag besorgt über die Lage in den Hochwassergebieten: Sie sei schwieriger als bei der großen Flut im Jahr 2002, sagte er im rbb. „Dieses Mal kommen alle Nebenflüsse mit großer Wucht dazu.“ Anders als 2002 haben zudem in Sachsen und Sachsen-Anhalt die meisten Deiche gehalten. Seinerzeit milderten die Deichbrüche, die vor Ort katastrophale Folgen hatten, die Auswirkungen der Flut auf Brandenburg ab.In Wittenberge wird für Montag mit einem Wasserstand von 7,45 Metern gerechnet, das sind zehn Zentimeter mehr als 2002.

Quelle: http://www.berliner-zeitung.de

Dammabriss in Herzberg

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Brandenburg

In Herzberg in Südbrandenburg spitzt sich die Hochwasser-Lage zu: Am Donnerstagabend ist am Verlauf der Schwarzen Elster ein Stück Deich abgerissen.

In Herzberg in Südbrandenburg hielt am Donnerstagabend ein Stück Deich am Verlauf der Schwarzen Elster den Wassermassen nicht mehr stand und ist abgerissen. An der Mühlstraße im Stadtteil Alt-Herzberg wurde der Damm nach Angaben des Einsatzleiters der Feuerwehr auf einer Länge von 35 Metern aufgebrochen.
130 Einsatzkräfte und betroffene Anrainer versuchten bis zum späten Abend, den Riss mit Sandsäcken, die über Loren auf Gleisen transportiert wurden, zu schließen.

Das ausgetretene Wasser floss in die Keller der anliegenden Grundstücke. Mehrere Schaulustige beobachteten das Geschehen. Insgesamt sind 9 000 Einwohner von Herzberg im Landkreis Elbe-Elster vom Hochwasser bedroht.

Quelle: http://www.berliner-zeitung.de

 

 

Wenn morgen viele Läufer um den Tollensesee unterwegs sind, soll auch die Sammelbüchse kreisen. Der SV Turbine als veranstaltender Verein für den Tollenseseelauf hat sich zu einer spontanen Spendenaktion für einen kleinen Sportverein in Sachsen entschlossen.

Quelle: http://www.nordkurier.de

Prignitz: Hochwasser steigt rasant

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Prignitz

 

Am Prignitzer Elbabschnitt gilt seit Freitagnachmittag die zweithöchste Hochwasser-Alarmstufe. Innerhalb von 24 Stunden ist der Wasserstand um fast einen Meter gestiegen. „Neuste Prognosen des Wasser- und Schifffahrtsamts Magdeburg gehen für Dienstag von über 8 Metern am Pegel Wittenberge aus“, sagte Prignitz-Landrat Hans Lange (CDU) am Freitagnachmittag besorgt. Viel Platz nach oben ist an den Deichen dann nicht mehr. Seit Mittwoch gilt bereits Katastrophenalarm.
Meldung von Freitag 7. Juni

Quelle: http://www.nordkurier.de

 

Mühlberg wird geräumt – Sicherheit nicht gewährleistet

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Mühlberg

 

Die Kleinstadt Mühlberg in Brandenburg wird wegen des Elbhochwassers geräumt. Das haben die Verantwortlichen am Freitag entschieden. „Die Stadt ist nicht mehr sicher“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Die Situation an den Deichen sei problematisch. Am Mittag hatte der Elbe-Scheitel die Stadt erreicht. Der Wasserstand lag um 12.00 Uhr bei 9,88 Meter, einen Zentimeter weniger als vier Stunden zuvor. Angelegt sind die Deiche dort auf zehn Meter Wasserhöhe. Der Druck auf die Dämme ist jedoch enorm, es gibt mehre Sickerstellen. Taucher versuchen einen unterspülten Deich zu sichern.

Quelle: http://www.nordkurier.de

 

„Noch mal schaffen wir das nicht“

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Sachsen

Anwohner der Elbe haben aus der Flut 2002 gelernt: Möbel, Teppiche, Türen, Autos – alles wird in Sicherheit gebracht. Doch gerade für ältere Menschen bedeutet das Hochwasser eine große Belastung.

Sie dachten, sie hätten das Schlimmste hinter sich gebracht. Aber jetzt kommt das Wasser wieder, hochgedrückt aus der Kanalisation. Wie im August 2002, als die Elbe 80 Zentimeter hoch in ihr Wohnzimmer gekrochen kam. Damals wurden Gertrud und Siegfried – sie wollen ihren Nachnamen nicht veröffentlicht sehen – von der Flut überrascht. Das soll ihnen nicht noch einmal passieren.

Seit Anfang der Woche bereitet sich das Paar, beide Jahrgang 1935, im sächsischen Dommitzsch auf die neue Elbflut vor, Freunde und Nachbarn packen mit an. Jetzt wissen sie, was zu tun ist: Auto und Rasentraktor sind in Sicherheit. In der unteren Etage des Hauses sind die Türen aus den Angeln gehoben und in der Scheune verstaut. Die Küchenschränke sind leergeräumt, die Fronten abmontiert, Eckbank und Stühle in die obere Etage geräumt. Sofas und Tische im Wohnzimmer stapeln sich auf Tapezierböcken, ähnlich sieht es im Arbeitszimmer aus. Sämtliche Teppiche liegen zusammengerollt in der oberen Etage. „Hier gibt’s keine Gemütlichkeit mehr“, sagt sie.

Erinnerungen an 2002

Wenn es so weit ist, werden die beiden Waschbecken, Badewanne und Toilette mit Sandsäcken abdichten. „Zum Glück haben wir draußen auf dem Hof noch ein Plumpsklo.“ Die Nachbarn hätten sich schon Dixie-Häuschen bestellt.

Im Hof des Hauses hat das Paar eine Holzplakette angebracht, sie erinnert daran, wie hoch das Wasser hier 2002 stand. Damals mussten sie die untere Etage ihres Hauses komplett neu einrichten: Die schweren Holzmöbel waren versaut, die Tapete mit Wasser vollgesogen, ebenso die Teppiche. „Wer das nicht selbst erlebt hat, kann sich das gar nicht vorstellen“, sagt der Mann. Den moderigen Geruch habe er noch heute in der Nase.

Generator gibt vorerst Sicherheit

Doch diesmal ist schnell Hilfe vor Ort, die Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) nennen die beiden ihre „Engel“. In der Nacht zu Donnerstag hatten sie noch versucht, das Wasser mit den eigenen drei kleinen Pumpen loszuwerden, vergebens. Dann kam das THW – und nun steht direkt vor dem Schlafzimmerfenster des Ehepaars ein riesiger, laut plärrender Generator, das Kanalwasser wird in einen nahegelegenen Bach gepumpt, so bleibt zumindest der Pegel im Haus vorerst niedrig. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass der Generator irgendwann überfordert sein wird. Für das Paar bietet er zunächst ein Gefühl von Sicherheit. Sie können es kaum erwarten, dass der Pegel wieder sinkt, auch wenn dann die Arbeit von neuem beginnt: Der Dreck muss weg, die Teppiche wieder her. Alle Möbel müssen wieder an ihren ursprünglichen Platz, die Türen auch. Es wird lange dauern, bis es im Haus wieder gemütlich ist.

Zweimal hat das Paar schon gegen das Wasser gekämpft. „Noch mal schaffen wir das nicht.“

URL: http://www.spiegel.de/panorama/hochwasser-an-der-elbe-dommitzsch-wartet-auf-die-flut-a-904353.html

Kunstschätze in Gera von Hochwasser verschont. Doch die Schäden an den Kultureinrichtungen sind enorm, wie in der Orangerie oder im Theater.

Gera. Die Schätze der Kunstsammlung Gera sind vom Hochwasser der Weißen Elster verschont geblieben, teilte die Stadt mit. Sowohl im Otto-Dix-Haus, dem Geburtshaus des Malers, als auch in der Orangerie konnten Schäden dank des Einsatzes der Mitarbeiter und vieler Helfer vermieden werden. Sie brachten die Exponate bei Ankündigung des Hochwassers in der oberen Etage in Sicherheit und schützten Ausstellungsbereiche und Gebäude durch einen Wall von Sandsäcken.

Mit sinkendem Pegel werden allerdings mehr und mehr Schäden an den Gebäuden sichtbar. Sie werden schrittweise erfasst, so dass konkrete Zahlen derzeit noch nicht genannt werden können. Das historische Gebäude des Otto-Dix-Hauses wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Durch Wasser, Feuchtigkeit und Stromausfall entstanden Schäden an haustechnischen Anlagen, Türen, Schließ- und Sicherheitsanlagen, Verwerfungen im Fußboden, Schäden an Einrichtungsgegenständen, die umfassender Reparaturen bedürfen. Deshalb ist das Museum bis auf Weiteres geschlossen. In der barocken Orangerie standen und stehen durch die Erhöhung des Grundwasserspiegels die Keller unter Wasser. Dadurch wurden die Heizungs- und die Notstromanlage sowie technische Anlagen des erst 2007 sanierten Hauses zerstört.

Auch das erst 2007 nach grundlegender Sanierung, Modernisierung und Umbau wiedereröffnete Jugendstil-Theater Gera ist betroffen. Durch den infolge des Hochwassers erhöhten Grundwasserspiegel kam es zu enormen Wasserständen in den Kelleretagen und dadurch zu Schäden an Haus- und Bühnentechnik von insgesamt rund 400.000 Euro.

Fast gänzlich zerstört wurde der zur Bundesgartenschau 2007 neu entstandene, direkt an der Weißen Elster liegende Hofwiesenpark. Die Schäden dort sind enorm hoch. Noch läuft die Schadensbilanz und Aufnahme der Einzelschäden. Der Park muss bis auf Weiteres geschlossen bleiben.

Auch die Musikschule hatte mit hohen Wasserständen in den Kelleretagen zu kämpfen. Die dort gelegenen Unterrichtsräume der Musikalischen Frühförderung sowie der gesamte Technikbereich der Einrichtung wurden geflutet. Instrumente und Einrichtungsgegenstände fielen zum Opfer. Die Schule muss bis auf weiteres geschlossen bleiben.

Quelle: tlz.de

Das Hochwasser hält die Menschen an Elbe und Donau nach wie vor in Atem. Der höchste Punkt der Flutwelle auf der Elbe bewegt sich derzeit auf Sachsen-Anhalt zu. Sie werde noch gewaltiger sein als ursprünglich angenommen, hieß es. Der Pegelstand hatte am Freitag die Sieben-Meter-Marke in Magdeburg überschritten. Beim verheerenden Hochwasser 2002 waren es 6,72 Meter. Normal sind für die Elbe dort knapp 2 Meter.

Wie der Krisenstab der Landesregierung von Sachsen-Anhalt mitteilte, werden nach neuesten Prognosen die Pegelstände in Magdeburg im Bereich Strombrücke 7,40 Meter erreichen. Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) sagte, es seien 2000 zusätzliche Bundeswehrsoldaten angefordert worden. „Es ist ernst. Es ist sogar sehr ernst“, fügte er hinzu.

Im Landkreis Anhalt-Bitterfeld sind zehntausend Menschen aufgerufen, ihre Wohnungen zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen. Hier versuchen Arbeiter mit schwerem Gerät ein Leck zu schließen, das sich im aufgeweichten Erdreich zwischen zwei Seen gebildet hat. Durch die Arbeiten bestehe aber auch die Gefahr, dass sich das Loch vergrößert. Dann könnte eine Flutwelle auf Bitterfeld zurollen.

Patrouillen gegen Plünderer in Dresden

Zum Schutz vor Plünderern will die Polizei in Dresden verstärkt in den evakuierten Gebieten auf Patrouille gehen. Wie die Polizei mitteilte, ist die Kontrolle der Zufahrtswege zu den überschwemmten Stadtteilen ein Schwerpunkt der kommenden Tage. Bislang seien aber keine Plünderungen bekannt. Auch die Deiche will die Polizei weiter kontrollieren, um Katastrophentourismus zu verhindern. In Sachsen-Anhalt hält die Polizei ebenfalls verstärkt nach Plünderern Ausschau.

In Halle lässt inzwischen der Druck auf die Dämme nach. Am Sonntag will Bundespräsident Joachim Gauck Hochwasserregionen an Saale und Elbe besuchen.

In Brandenburg wird die Kleinstadt Mühlberg wegen des Elbhochwassers geräumt. „Die Stadt ist nicht mehr sicher“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Aufrufe zum Verlassen der Stadt sind aus Lautsprecherwagen der Polizei zu hören; vor vielen Haustüren und Kellerfenstern liegen Sandsäcke. Am Mittag hatte der Elbe-Scheitel die 2100-Einwohner-Stadt erreicht. Der Wasserstand lag mit 9,88 Metern zehn Zentimeter unter dem der sogenannten Jahrhundertflut 2002. Ausgelegt sind die Deiche dort auf zehn Meter Wasserhöhe. Der Druck auf die Dämme ist jedoch enorm, es gibt mehrere Sickerstellen. Taucher versuchten, einen unterspülten Deich zu sichern.

In Niedersachsen hoffen die Menschen wieder: Nachdem die Prognosen für die höchsten Pegelstände zwei Tage in Folge nach unten korrigiert wurden, setzen jetzt viele Anwohner darauf, dass es für sie diesmal doch nicht so schlimm kommt, wie bisher befürchtet. Die höchsten Pegelstände werden dort erst für Mittwoch erwartet.

In Bayern, wo es stellenweise noch dramatisch aussieht, zieht sich das Hochwasser langsam zurück, und die Pegelstände fallen. Allerdings sind Schauer und Gewitter in den nächsten Tagen möglich. Die Wasserstände könnten darum wieder leicht steigen.

Mindestens sieben Hochwassertote in Deutschland

Bundesweit stemmen sich an die 70.000 Feuerwehrleute und mehr als 11.300 Bundeswehrsoldaten gegen die Flut. Mindestens sieben Menschen sind seit Beginn des Hochwassers in Deutschland gestorben; mehrere werden vermisst.

Quelle: http://www.spiegel.de

Sachsens Ministerpräsident appelliert an Versicherer

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Sachsen

„Sprechen Sie keine Schadensfallkündigung aus“: Sachsens Ministerpräsident Tillich bittet Versicherungskonzerne um Hilfe für die Flutopfer. In Bitterfeld sollen Tausende Menschen ihre Häuser verlassen, Magdeburg meldet Rekordpegelstände.

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hat Versicherungsunternehmen gebeten, Hochwasseropfern den Versicherungsschutz nicht zu verwehren. „Sprechen Sie keine Schadensfallkündigung aus“, sagte Tillich im Bundesrat.

Tatsächlich sind viele Leute in den betroffenen Orten nicht gegen Hochwasserschäden versichert – weil nach der Flut 2002 bezahlbare Policen kaum noch zu bekommen waren. Man wolle weiter pulsierende Innenstädte, sagte Tillich – ein Hinweis auf viele der in Flussnähe liegenden, hochwasserbedrohten Orte. Es könne nicht sein, dass sich die dortigen Häuser jetzt nicht versichern ließen.

Der Ministerpräsident hofft, dass angesichts der riesigen Flutschäden ebenso wie 2002 ein Hilfsfonds des Bundes aufgelegt wird. Auch Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) sagte, für Beseitigung der Schäden und Wiederaufbau würden erhebliche Summen benötigt. Nötig sei deshalb auch Hilfe von der Europäischen Union. Der Bund und die übrigen Länder seien ebenso gefordert.

Kanzlerin Angela Merkel hat bereits Soforthilfe in Höhe von 100 Millionen Euro zugesagt – und weitere Hilfen angekündigt.

2002 hatten Bund und Länder einen „Aufbaufonds“ mit einem Ausgabevolumen von 7,1 Milliarden Euro aufgesetzt. Damit wurden Firmen und Privatleute unterstützt sowie zerstörte öffentliche Infrastrukturen wieder aufgebaut. An Aufbau – oder Aufräumen – ist in den betroffenen Gebieten derzeit nicht zu denken. Aber immerhin geben manche Orte in Sachsen vorsichtig Entwarnung. In Dresden wurden niedrigere Wasserstände gemessen, gleichzeitig bedrohte die Flut weiterhin Häuser und Deiche. Am Donnerstag hatte die Elbe bis zu 8,76 Meter erreicht, am Freitagmorgen stand sie bei 8,60 Metern. Normal sind knapp zwei Meter. Nach Angaben des Innenministeriums wurden in Sachsen bisher rund 16.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Der hohe Wasserstand könne noch vier bis fünf Tage anhalten.

Hochwasserrekord in Magdeburg

Im Landkreis Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt wurden Tausende Menschen aufgefordert, sofort ihre Häuser zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen. Sicherungsmaßnahmen am Lober-Leine-Kanal erhöhen die Gefahr eines Wassereinbruchs in den Goitzschesee. Wenn Wassermassen unkontrolliert in den See laufen, könnten Teile von Bitterfeld überflutet werden.

In Magdeburg wurde an der Elbe ein Hochwasserrekord gemessen. Am Freitagmorgen wurde an der Strombrücke erstmals die Marke von sieben Metern überschritten, fast 30 Zentimeter mehr als beim Hochwasser 2002. Normal sind für die Elbe in Magdeburg knapp zwei Meter. Der Hochwasserscheitel wird weiterhin für Sonntag erwartet und soll 7,20 Meter betragen. Am Freitag zeigte der Pegel allerdings schon zehn Zentimeter mehr an als prognostiziert. Tausende Helfer versuchten in und um Magdeburg, Deiche gegen die Wasserflut zu verstärken. Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) will sich am Freitag in den Hochwassergebieten Sachsen-Anhalts ein Bild von der Lage machen. Der Minister wird in Lödderitz erwartet. Die Menschen dort sind vom Elbe-Hochwasser bedroht.

Evakuierungen wurden auch in Teilen Hitzackers angeordnet. Die Altstadt des Ortes in Niedersachsen ist auf einer Insel gelegen. Bis Sonntagmittag soll sie evakuiert werden, wie der Kreis Lüchow-Dannenberg mitteilte. Es handle sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Der Kreis geht von einem Pegelstand der Elbe von 8,15 Metern aus. Die Hochwasserzentrale hatte ihre Prognose zuletzt auf 7,65 Meter reduziert. Bereits am Freitag sei die Insel für den Autoverkehr gesperrt. Ab Samstag gebe es ein „Betretungsverbot für Fremde“. Betroffen sind von der Evakuierung rund 250 Menschen. Die Altstadtinsel ist von Nebengewässern der Elbe komplett umschlossen.

In Bayern bleibt die Hochwasserlage an der Donau kritisch. Im Raum Deggendorf stand das Wasser am Freitagmorgen bei 7,40 Meter, durchweichte Dämme drohten zu brechen. Aus Passau wurden weiter sinkende Pegelstände gemeldet. Wie der bayerische Hochwassernachrichtendienst berichtete, registrierten noch 41 von 239 bayerischen Pegeln Hochwasser. Vorallem an der Donau in Niederbayern blieb es bei der höchsten Meldestufe 4.

FC Bayern und BVB helfen

Die beiden Top-Fußballclubs in Deutschland wollen den Hochwasseropfern helfen. Der FC Bayern München will in Passau zu einem Benefizspiel antreten. Die Partie gegen eine Regionalauswahl soll dem Verein zufolge zeitnah und gänzlich ohne Gage für den Rekordmeister ausgetragen werden. Sämtliche Einnahmen sollen an die Opfer in den Hochwassergebieten gehen.

Borussia Dortmund will für die Opfer der Hochwasserkatastrophe in Ost- und Süddeutschland mindestens 100.000 Euro spenden. Der BVB und seine Stiftung leuchte auf werden einen Teil der Eintrittsgelder vom Saisoneröffnungsspiel am 6. Juli der Hilfsorganisation Ein Herz für Kinder überreichen.

URL: http://www.spiegel.de/panorama/flut-sachsens-ministerpraesident-tillich-appelliert-an-versicherer-a-904322.html

Aufgeweichte Deiche: Noch eine kritische Nacht

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

 


Die Bewohner von Kleinschwarzach (Offenberg) und Zeitldorf (Metten) sind die ersten, die im Katastrophengebiet wieder in ihre Häuser zurückdürfen. Der Krisenstab hat am Freitagabend die Evakuierung aufgehoben. Am Samstag, 10 Uhr, dürfen auch die anderen evakuierten Orte wieder betreten werden und die Leute dort in ihr Zuhause zurück. Das gilt jedoch nicht für die überschwemmten Gebiete, also im Polder Fischerdorf und in Niederalteich. Wann dort die Evakuierungen aufgehoben werden, ist noch nicht abzusehen.

Bereits wieder befahrbar ist die Staatsstraße zwischen Deggendorf und Metten, die Sperre wurde am Freitag aufgehoben.

Nach Einschätzung des Krisenstabs ist die Donau bei Deggendorf bis Samstagfrüh auf rund sechs Meter gesunken. Bis dahin muss noch eine Nacht überstanden werden, in der die durchweichten Deiche genau im Auge behalten werden. Landrat Christian Bernreiter hat noch einmal eindringlich darauf hingewiesen, die Dämme nicht zu betreten. Damit bringe man nicht nur sich, sondern auch die Standfestigkeit der Anlage in Gefahr.

http://www.pnp.de/

 

Auch in Österreich treten viele Wasserwege über die Ufer – teils gespeist durch Donau-Hochwasser aus Deutschland. Die Regierung in Wien bemängelt deshalb die Schutzmaßnahmen des nördlichen Nachbarn. Dort seien zu viele Flüsse in Korsetts gezwängt worden.

Wien – Noch laufen die Aufräumarbeiten nach den Überflutungen auf beiden Seiten der deutsch-österreichischen Grenze – da gibt es die ersten Schuldzuweisungen. Aus Sicht Österreichs habe nämlich deutsches Missmanagement beim Hochwasserschutz die Katastrophe verstärkt.

Konkret kommen die Bemerkungen von Österreichs Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner. Der ÖVP-Politiker erklärte, er wolle nicht direkt von Fehlern sprechen, aber: „Ich glaube, es waren langfristige Fehlentwicklungen, die auch teilweise vorher Experten mitgetragen haben“. Dies erklärte er vor dem Treffen der EU-Energieminister am Freitag in Luxemburg.

Dass es günstig sei, Flüsse in Korsetts zu zwingen oder auf Auengebiete zu verzichten, habe sich mittlerweile als „eher gewagte Überlegung“ herausgestellt, so der Minister. Die Expertenmeinung gehe jetzt in eine andere Richtung. „Inwieweit man da jetzt auch vom Zeitpunkt her Rückbauten machen kann, das muss man jetzt wirklich prüfen.“

Die Begradigung von Wasserwegen erleichtert zwar deren Schiffbarkeit, erhöht aber auch das Hochwasserrisiko. Aus Deutschland kommendes Donau-Hochwasser hatte in den vergangenen Tagen für schwere Schäden in Österreich gesorgt. Zahlreiche Orte standen unter Wasser, Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Am Freitag entspannte sich die Lage weiter, in immer mehr Gebieten begannen die Aufräumarbeiten.

Auch im Alpenland gibt es momentan die Debatte, ob mehr Ausweichmöglichkeiten wie Auen für die Flüsse vielerorts nicht sinnvoller wären als immer höhere Dämme und Wände.

Hochwasser wurde unterschätzt Bereits am Dienstag hatte der oberösterreichische Regierungschef Josef Pühringer Deutschland wegen schlechter Prognosen kritisiert: „Die Situation, die wir in Passau haben, ist von Bayern nicht vorhergesagt worden.“ Man werde sich dieses Thema

„sehr genau anschauen“ und Verbesserungen anstreben. Das Hochwasser sei in den Prognosen unterschätzt worden, man sei abhängig vom Nachbarland, sagte der Landeschef.

Auch in Tschechien, Polen und anderen Ländern gibt es schwere Überschwemmungen. Dort starben bereits mehr als zehn Menschen in den Fluten, weitere werden vermisst.

 

URL: http://www.spiegel.de/politik/ausland/flutdebakel-oesterreich-kritisiert-deutsches-hochwasser-management-a-904432.html

Tschechien hofft, Ungarn zittert

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Die Menschen bangen in Prag und Budapest: Das Hochwasser an der Donau sorgt für Rekordpegelstände. In Tschechien entspannt sich die Lage, doch gleichzeitig wird Kritik an den Behörden laut. Sie sollen die Wassermassen falsch eingeschätzt haben.

Prag – Das Hochwasser macht nicht an Ländergrenzen Halt. An Donau und Moldau ist die Lage teilweise dramatisch. In Ungarn steigt der Wasserstand der Donau weiter an. Bei Nagybajcs nahe der Grenze zu Österreich wurde in der Nacht ein Pegelstand von 8,79 Metern gemessen, vier Zentimeter mehr als der 2002 gemessene Höchststand.

Die Scheitelwelle des Donau-Hochwassers soll am Wochenende die Hauptstadt Budapest erreichen. Bereits seit Tagen sind Tausende Soldaten und freiwillige Helfer im Einsatz, um Dämme und Uferanlagen mit Sandsäcken zu verstärken und mobile Schutzdämme zu errichten. Im Ferienort Léanyfalu, 25 Kilometer nördlich von Budapest, forderten die Behörden etwa 300 Menschen dazu auf, ihre Häuser wegen des nahenden Hochwassers zu räumen.

In Tschechien entspannte sich die Hochwasserlage deutlich. Die Pegelstände gingen an allen Flüssen im Einzugsgebiet von Elbe und Moldau zurück, wie der Wetterdienst mitteilte. Der Wasserstand der Elbe in der hart getroffenen Industriestadt Ústí nad Labem lag knapp über der Zehn-Meter-Marke. Mit den Aufräumarbeiten kann dort nach Angaben der Behörden frühestens am Sonntag begonnen werden.

In Prag waren alle U-Bahn-Linien wieder in Betrieb. Stationen am Ufer der Moldau wurden von den Zügen jedoch ohne Halt durchfahren. Angekündigte Niederschläge bereiteten Sorge. „Die Rückhaltefähigkeit der Landschaft ist praktisch gleich null“, teilte Ministerpräsident Petr Nečas mit. Bis im Land alle Schäden beseitigt sind, könnten nach Einschätzung von Präsident Miloš Zeman zwei Jahre vergehen.

Das Krisenmanagement der tschechischen Behörden steht in der Kritik. Die insgesamt neun Stauseen seien Ende Mai so voll gewesen, dass es fast keine Reserven mehr gegeben habe, berichtete die Zeitung „MF Dnes“. „Der Stausee Orlík konnte dann im entscheidenden Moment die Flutwelle nicht mehr aufhalten“, hieß es in der Onlineausgabe des Blattes.

Ministerpräsident Nečas hatte die Staudamm-Betreiber bereits am Mittwoch vor Kritik in Schutz genommen. Das Unwetter sei nicht vorhersehbar gewesen, erklärte die zuständige Behörde. Die Kapazitäten der Stauseen müssten erhöht werden, forderte der Bürgermeister der vom Hochwasser geplagten Stadt Kralupy, Petr Holeček. Eine dritte zerstörerische Flut nach 2002 und 2013 „würden wir nicht überstehen“.

In der Slowakei ist die Hauptstadt Bratislava offenbar dem Schlimmsten entgangen. Schon am Donnerstagnachmittag hatte der Wasserstand der Donau nach Angaben des staatlichen Wetterdiensts SHMU mit knapp über 10,3 Metern den bisherigen Rekordwert erreicht. In der Nacht zu Freitag begann der Pegelstand wieder zu sinken. Dafür bewegte sich der Scheitel des Hochwassers flussabwärts weiter und bedrohte vor allem die Stadt Komárno an der ungarischen Grenze. Todesopfer habe es entgegen vereinzelten Medienberichten bisher keine gegeben, teilte das Innenministerium mit.

 

URL: http://www.spiegel.de/panorama/flut-an-donau-und-moldau-hochwasser-in-ungarn-und-tschechien-a-904411.html

Sportfreunde Stiller geben zwei Benefizkonzerte für Flutopfer

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Passau

 


Die Sportfreunde Stiller wollen helfen: Wie die Band am Nachmittag auf ihrer Facebook-Seite mitteilt, wollen Florian Weber, Rüdiger Linhof und Peter Brugger im Juli sowohl in Passau als auch in Rosenheim Benefizkonzerte zugunsten der dortigen Flutopfer geben.

In der kommenden Woche wollen die drei Münchner Musiker, die im Mai ihr neues Album „New York, Rio, Rosenheim“ veröffentlichten, Termin und Informationen zum Vorverkauf bekannt geben. Natürlich kündigen wir das Konzert auch auf RegioEvent.de weiter an.


http://www.pnp.de/

Gespannte Ruhe vor der Flut

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Wittenberge

 

An der Deichbaustelle bei Garsedow wird aufs Tempo gedrückt. Sie ist ein neuralgischer Punkt, wenn die Flutwelle die Prignitz erreicht und auf das nahe gelegene Wittenberge zurollt. Es ist Mittwoch, das Bangen um die Deiche und Dämme hat begonnen. Am Pegel Wittenberge wird für Sonntag mit einer Rekordmarke von 7,50 Meter oder mehr gerechnet. Dann wären die Pegel mindestens 16 Zentimeter höher als beim Jahrhunderthochwasser 2002. Bauleiter André Schwark von der Universalbau Perleberg glaubt, dass der Deich hält, der hier auf knapp zwei Kilometern Länge von 7,20 auf fast acht Meter erhöht wird. Schwark hat Folien beschafft, mit denen die Böschung abgesichert werden soll. „Das war nicht einfach. Folien sind in allen Hochwassergebieten derzeit sehr gefragt“, sagt Schwark und wirft einen Blick über die Elbe, die an dieser Stelle schon gut 100 Meter breit geworden ist. Baumwipfel und Schifffahrtszeichen lugen aus dem Wasser, das aber noch immer träge dahinfließt. Eine Gruppe Radler fährt vorüber, Vögel zwitschern. Eigentlich deutet nichts auf eine Katastrophe hin.

Dass die Ruhe trügt, weiß auch Gerhard Thiel. Der 85-Jährige wohnt in Breese, einen Steinwurf von der Stepenitz entfernt. Das Flüsschen, das sich um Wittenberge schlängelt, läuft bei Elbhochwasser regelmäßig voll, wenn die Elbe überschwappt oder die Deiche nachgeben. Einen Deich gibt es in Breese nicht. Die Gemeinde plant deshalb, 30 Bewohner zu evakuieren. „Wir bleiben“, sagt Thiel, der schon drei Hochwasser miterlebt hat. Er will sich nur ein paar Sandsäcke „fürs Kellerloch“ holen. Seine Frau hängt in der sonnigen Idylle gerade Wäsche auf. 2002 hätten sie „auch Dusel gehabt“, sagt der frühere Gießer aus dem Wittenberger Nähmaschinenwerk. Es traf nur seinen Keller.

Karissa Nickel – ein paar Häuser weiter – will auch bleiben. „Das ist das Haus meiner Mutter.“ An der Kreuzung hat ein Lastwagen Sand abgekippt. Nickels Kinder und Freunde fahren ihn schubkarrenweise in den Garten. Sandsäcke müssen sich Privatleute bei Baustoffmärkten selbst beschaffen. Das Kontingent von 500 000 Säcken, das die Prignitz erhalten hat, ist „für die Sicherung der Deichlinie“, sagt Wittenberges Bürgermeister Oliver Hermann. „Das hat natürlich Priorität.“ 2002 waren in der Prignitz etwa 650 000 Säcke verbaut worden. Das Katastrophenschutzlager des Landes in Beeskow (Oder-Spree) verfügt über einen Bestand von drei Millionen Säcken.

„Basteln wir uns eben unseren eigenen Deich“, sagt Karissa Nickel. Von einem richtigen Schutzwall träume sie schon lange. Dreimal sei sie „abgesoffen“. Haus und Möbel würden davon nicht besser. „Und meinen Tieren bekommt das auch nicht.“ Breeses Bürgermeister Werner Steiner kann den Groll verstehen. „Das Planfeststellungsverfahren für den Deich läuft.“ Aber es gebe viele Einwände dagegen.

Oliver Hermann hat seinen Einsatzstab zusammengerufen. In Wittenberge gibt es jetzt viel zu besprechen. „Uns bleiben zwei Tage für alle Sicherungsmaßnahmen“, sagt der 47-jährige Bürgermeister. Gestern war mit dem Aufbau einer mobilen Spundwand an einem weiteren kritischen Punkt der Stadt begonnen worden. Von 18 Deichkilometern in Wittenberge sind zwei aus der Sicht des Bürgermeisters als besonders kritisch einzuschätzen. Wichtig für Hermanns Stab ist, dass der Landkreis Prignitz gestern Nachmittag für das Elbgebiet den Katastrophenfall ausgerufen hat. Damit ist es möglich, die Bundeswehr anzufordern.

Und auch die Stadt selbst kann nun weitere Kräfte mobilisieren und Straßen sperren. Wichtig für die Gefahrenabwehr ist auch, dass die in Wittenberge 70 zur Verfügung stehenden Deichläufer eingesetzt werden. Sie laufen in Schichten rund um die Uhr die Wälle ab und melden Sickerstellen oder gar Durchbrüche sofort an den Krisenstab.

Der Bürgermeister ist für jede Hilfe dankbar. So wird der Wittenberger Feuerwehrzug durch 80 Wehrleute aus dem Landkreis verstärkt. Und an der Alten Ölmühle, dem zentralen Platz für das Abfüllen von Sandsäcken, finden sich immer mehr freiwillige Helfer ein. Bis gestern Mittag waren bereits 24 000 Sandsäcke befüllt worden. Am Vormittag hatten auch Grundschüler aus Wittenberger Schulen geholfen. Die Sechstklässler Antonia Walter und Ben Grell waren begeistert bei der Sache. Sie mussten sich nicht einmal mit schweren Schippen abmühen, sondern konnten auf eine Neuerung zurückgreifen. Abgeschnittene Plasterohre dienen als Schütte – zwei Portionen Sand pro Sack.

Bürgermeister Hermann hofft, dass auch noch mehr auswärtige Helfer den Wittenbergern in den nächsten beiden Tagen auf dem Sandplatz oder an den Deichen unter die Arme greifen.

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12527855/19287300/In-der-Prignitz-ruesten-die-Menschen-fuer-das.html

Die braune Spree kommt näher

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Spree

 

Das Spreehochwasser lässt Umweltexperten und Touristikern keine Ruhe. Immer größere Wassermassen fließen im Eiltempo von der Talsperre Spremberg (Spree-Neiße) durch den Spreewald in Richtung Norden. Nach Experteneinschätzung könnte mit der Spree verstärkt auch durch Eisen und Sulfat verschmutztes Wasser seinen Weg ins Dahmeland finden. Touristen sind wegen der hohen Wasserstände verunsichert – in der bei Spreewald-Gästen beliebten Kreisstadt Lübben bemüht man sich um Schadensbegrenzung.

Gestern wurden die Schleusen der Talsperre Spremberg noch ein Stückchen weiter geöffnet. Seit den Morgenstunden fließen 110 statt der normal üblichen 16 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in die Spree. Dieser Zustand wird wahrscheinlich noch die nächsten zehn Tage andauern, um die randvolle Talsperre zu entlasten. „Wir hoffen, dass das die höchste Abflussmenge bleibt“, so Wolfgang Genehr, Abteilungsleiter im Landesumweltamt Cottbus.

Bei Spremberg gilt die Spree wegen der Eisenablagerungen aus den angrenzenden Tagebaugebieten als besonders schmutzig. Nun kommt die naturfeindliche Rost-Brühe dem Dahmeland näher. „Das Eisenhydroxid ist sehr leicht“, erklärte Genehr. Zwar würden die großen Wassermengen die Konzentration der Verockerung einerseits verringern. Andererseits aber sei damit zu rechnen, dass die Ablagerungen mit erhöhter Fließgeschwindigkeit bis in den Unterspreewald – etwa in den Neuendorfer See – verfrachtet werden könnten. Im Landratsamt sieht man jedoch keine Gefahr für die Natur und den Tourismus. Landrat Stephan Loge (SPD) verwies im MAZ-Gespräch auf den vergleichsweise „hohen Verdünnungscharakter. Die Verockerung ist im Landkreis Dahme-Spreewald kein Thema.“

In Lübben trübt das Hochwasser indes das Tourismusgeschäft. Peggy Nitsche, Marketingleiterin der Spreewaldstadt, steht in engem Kontakt mit Umwelt- und Wasserbehörden. „Wir haben uns gut auf die aktuelle Situation vorbereitet.“ Nitsche sorgt sich um die reißende Spree, die ungeübten Paddlern an Wehren zur Lebensgefahr werden könnte. Deshalb können Touristen bei der Stadt Lübben keine Paddelboote mehr leihen, wie Nitsche erklärte. „Unsere Kähne fahren ganz normal.“ Grund zur Panik gebe es also nicht. „Viele Gäste rufen an und fragen, ob man noch trockenen Fußes in die Stadt kommen könne.“ Nitsche und Kollegen beschwichtigen dann: „Wir versuchen die Diskussion zu versachlichen“.

Im Dahmeland hingegen blieben solche Anrufe bisher aus, wie Juliane Frank vom Tourismusverband Dahme-Seen sagte. „Nach dem ganzen Wetterchaos drängen die Leute raus ins Grüne.“ Aber: Auch die Dahme fließt deutlich schneller als sonst. Deshalb wird für die Hochwassergebiete im Landkreis Dahme-Spreewald noch immer dringend von privaten Bootstouren abgeraten. Die Situation sei „nicht zu unterschätzen“, sagte Frank. „Man merkt, dass die Dahme relativ voll ist.

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12528340/19287300/Flut-koennte-Rost-bis-in-den-Unterspreewald-spuelen.html

Benefizspiele: FC Bayern kickt in Passau, „Löwen“ in Deggendorf

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Passau

 

Der FC Bayern München teilt am Freitag mit: „Wenn Menschen in Not sind, steht ganz Bayern zusammen. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und der Vorstandsvorsitzende von Champions League-Sieger FC Bayern München, Karl-Heinz Rummenigge, haben in einem persönlichen Gespräch ein Benefizspiel zugunsten der Opfer der aktuellen Hochwasserkatastrophe in Bayern vereinbart.

„Gerade unsere Mannschaft hat in den vergangenen Wochen und Monaten so viel Unterstützung und Rückhalt aus der Bevölkerung erhalten – angesichts der dramatischen Bilder aus den Hochwassergebieten wollen wir nun etwas zurückgeben und mit unserer Mannschaft zu einem Benefizspiel zugunsten der Opfer der Hochwasserkatastrophe antreten,“ verspricht Rummenigge.

Der FC Bayern wird zeitnah kostenlos zu einem Spiel in Passau gegen eine Regionalauswahl antreten. Sämtliche Einnahme dieser Begegnung werden den Opfern in den Hochwassergebieten zukommen.

Seehofer: „Etwas Besonderes“

Ministerpräsident Horst Seehofer dankte dem FC Bayern München für diese Geste der Solidarität: „Es ist etwas Besonderes, wenn der Weltmarktführer im Fußball so ein starkes Signal der Verbundenheit mit den Menschen im Freistaat setzt. Ich danke der Führung des FC Bayern und der Mannschaft für diese großartige Geste.“

Der bayerische Ministerpräsident kündigte zudem nach den großen Erfolgen des FC Bayern mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft, des DFB-Pokals und der Champions League einen Empfang der Staatsregierung für den Klub an. Zu dieser Veranstaltung sollen dann auch Opfer der Hochwasserkatastrophe und Helfer zu den Gästen gehören.“

Zweitligist 1860 München sagte den Flutopfern im Landkreis Deggendorf Unterstützung zu und tritt am Samstag, 15. Juni, zu einem Benefizspiel gegen die SpVgg Grün-Weiß Deggendorf 03 im Donau-Wald-Stadion an. Alle Einnahmen aus dem Spiel kommen den Hochwassergeschädigten der Region zugute. Zudem will der Club bei einem der ersten Spiele der neuen Saison ein Freikartenkontingent für die zahlreichen freiwilligen Helfer bereitstellen.

http://www.pnp.de

Das Amt Neustadt rüstet sich für den Hochwasser-Ernstfall

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Amt Neuhaus

 

Im Amt Neustadt werden weitere Vorkehrungen getroffen, um für den Hochwasser-Ernstfall gerüstet zu sein. DonnerstagmMittag tagte eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern der Amtsverwaltung, des Landkreises Ostprignitz-Ruppin, des Landes-Umweltamtes, des Wasser- und Bodenverbandes, der Feuerwehr und der Polizei.

Mehrere tausend Säcke für Sand liegen für den Notfall bereit, sagte Amtsdirektor Ulrich Gerber. Außerdem wurde mit einer Firma die Lieferung von Sand vereinbart. Mitarbeiter des Ordnungsamtes hätten mit Landwirten gesprochen, deren Flächen sich im potenziellen Überschwemmungsgebiet befinden, und Bürgermeister seien per Mail informiert worden.

Alles hängt von der weiteren Hochwassersituation an der Elbe ab und wie sich diese auf die Havel auswirkt. Möglicherweise muss bei Babe ein Polder geflutet werden, um Druck aus der Elbe zu nehmen. Ob dies geschieht und wann das der Fall ist, das war zumindest bis gestern noch völlig offen. Es sei zu früh, um dazu eine konkrete Aussage zu treffen, so Gerber nach der Arbeitsgruppensitzung. Von einer Überflutung wären dann ausschließlich landwirtschaftliche Flächen betroffen, versicherte er. Die Arbeitsgruppe tritt heute Mittag erneut zusammen.

Der Hochwasserscheitel wird für Sonntag erwartet, sagte Ma-thias Wittmoser, Leiter des Amtes für öffentliche Sicherheit im Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Der höchste Pegelstand bleibe dann einige Tage bestehen. Gestern Nachmittag sahen sich Mitarbeiter der Kreisverwaltung vor Ort die Lage am Rhinkanal und im Dossebereich an. Wittmoser: „Wir werden sehr viel Wasser bekommen.“

Indes gab es bisher noch keine Anforderung aus dem Landkreis Prignitz nach hiesigen Feuerwehrleuten oder Kräften des Deutschen Roten Kreuzes, um dort Deiche zu sichern. „Wir stehen aber im Kontakt“, sagte Wittmoser. Innerhalb von 24 Stunden wären die Helfer abmarschbereit.

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12528249/19287300/Das-Amt-Neustadt-ruestet-sich-fuer-den-Hochwasser.html

Bürgermeister von Spremberg erhebt Vorwürfe Richtung Cottbus

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Spree

 

Während in Spremberg gestern Nachmittag der Pegel der Spree auf 4,40 Meter steigt, tritt Brandenburgs Innenminister Dietmar Woidke (SPD) vor die Mikrofone. „Wir sind bisher überall im Land Brandenburg gut gegen das Hochwasser gerüstet“, sagt er. Er ist hier, um Sprembergs Bürgermeister Klaus-Peter Schulze (CDU) Mut beim Kampf gegen die Fluten zuzusprechen und sich bei den Hunderten freiwilligen Helfern zu bedanken.

„Spremberg opfert sich mal wieder für Cottbus“, hatte Schulze noch wenige Minuten vor dem Besuch des Innenministers erklärt. Obwohl die Talsperre randvoll sei – laut Landesumweltamt fehlt ein halber Meter bis Überlauf – seien bis gestern lediglich 70 Kubikmeter Wasser je Sekunde abgegeben worden. Erst seit gestern sind es 100. Normal wären 16 Kubikmeter je Sekunde.

Trotz der erhöhten Wasser-Abgabe steigt der Pegel an der Talsperre noch stündlich um zwei Zentimeter. Das Landesumweltamt (LUGV) hatte bis zum Morgen auf grünes Licht aus Cottbus gewartet, bevor es die Ablassmenge erhöhte. In einer Telefonkonferenz mit Ämtern und Landräten bat der Cottbuser Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD) um mehr Zeit, da die Arbeiten zur Hochwassersicherung noch nicht abgeschlossen seien.

„Wenn hier 115 Kubikmeter Wasser in der Sekunde ankommen, wir aber nur 70 abgeben können, haben wir ein Problem“, sagt Schulze.

Die Spremberger Stadtverordneten wollen einen Protestbrief an Brandenburgs Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) schicken. Thema: die braune Spree und die Folgen für die Region. Die Spremberger Talsperre ist das größte Rückhaltebecken für den braunen Eisenschlamm („Ocker“). Tausende Kilogramm werden davon täglich über die Spree angespült. Wegen des Hochwassers wird nun befürchtet, dass über die Talsperre der Eisenschlamm verstärkt in den Spreewald gelangt. Erste Messungen von Umweltgruppen bestätigen diesen Verdacht

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12527856/19287300/Buergermeister-von-Spremberg-erhebt-Vorwuerfe-Richtung-Cottbus-Talsperre.html

Elbe-Hochwasser: Keine Gefahr für Hamburg

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Hamburg

 

Leicht erhöhte Wasserstände im Hafen erwartet. Der Hochwasserscheitel der Elbe wird Hamburg nach aktuellen Berechnungen am Anfang der kommenden Woche erreichen. Nach derzeitigem Stand besteht keine Gefahr für die Stadt.

Die möglichen Auswirkungen des Elbe-Hochwassers für Hamburg wurden in der Behörde für Inneres und Sport von einer Expertengruppe bestehend aus Vertretern der Hamburg Port Authority, der Bezirksämter Bergedorf und Harburg, der Feuerwehr und der Polizei sowie des Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer umfassend erörtert und analysiert.

Danach wird das Hochwasser in den Bereichen der HafenCity, der Speicherstadt oder des Hafens nur zu leicht erhöhtem Hoch- und Niedrigwasser um etwa 40 cm führen.

Für den Bereich der Tideelbe zwischen der Staustufe Geesthacht und der Bunthausspitze (Teilung in Norder- und Süderelbe) rechnen die Experten ab Montag mit erhöhten Wasserständen bis zu 6,40 m über Normal Null. Die Vordeichgebiete werden in diesem Bereich überflutet. Der Aufenthalt sollte vorsorglich unterbleiben, auftreibende Gegenstände oder Gefahrstoffe sollten entfernt oder gesichert werden. Diese Bitte richtet sich insbesondere an die Bewohner der Wochenendhaussiedlung Overwerder und die Anlieger im Hafen Oortkaaten.

Die Einstellung der Schifffahrt oberhalb der Elbbrücken ist bereits ab dem Wochenende zu erwarten, dies wird auch für die Fähre Hoopte-Zollenspieker gelten. Gründe hierfür sind die deutlich höhere Fließgeschwindigkeit der Elbe und das vom Strom mitgeführte Treibgut. Baden oder andere Wassersportaktivitäten sollten oberhalb der Elbbrücken unbedingt unterbleiben.

Die Hochwasserschutzanlagen im Bereich der Elbe sind in einem guten Zustand. Die Anlagen schützen das Stadtgebiet vor Sturmfluten mit deutlich höheren Wasserständen. So sind beispielsweise die Deiche zwischen Geesthacht und Zollenspieker für Sturmfluten mit einem Wasserstand von 7,70 m bis 7,80 m über Normal Null ausgelegt. Somit stellen die zu erwartenden Wasserstände keine außergewöhnliche Belastung für diese Anlagen dar. Vorsorglich wurde entschieden, die Deichabschnitte zwischen Geesthacht und Zollenspieker ab Montag regelmäßig zu überwachen, um frühzeitig z.B. durch Treibgut verursachte Schäden  erkennen und beheben zu können.

Die Auswirkungen der Flut auf Hamburg sind geringer, weil die Elbe im Tidebereich deutlich breiter und tiefer als oberhalb des Wehrs Geesthacht ist und deshalb sehr viel mehr Abflussraum als im eigentlichen Elbtal bietet.

Hochwasserschutz in Hamburg

Hamburg ist besonders durch Sturmfluten aus der Nordsee im Winterhalbjahr bedroht. Das gleichzeitige Auftreten einer Sturmflut und eines Hochwassers oberhalb von Geesthacht – beides wird bei der Höhenermittlung der Hochwasserschutzanlagen berücksichtigt. Hamburg wird durch eine 103 km lange Hauptdeichlinie geschützt. Darin befinden sich insgesamt 79 Kreuzungsbauwerke (Schleusen, Sperrwerke, Deichsiele, Schöpfwerke und Tore). Die Höhe der Hochwasserschutzanlagen beträgt zwischen NN + 7,50 m und NN + 9,25 m. Die geschützte Fläche umfasst 45 % des Stadtgebietes. Rund 325.000 Einwohner werden vor Hochwasser geschützt. Die geschützten Werte können mit mehr als 10 Mrd. Euro beziffert werden.

Hamburg investiert seit 1993 kontinuierlich in  den Ausbau des Hochwasserschutzes. So wurden in den letzten fünf Jahren mehr als 31 Mio. Euro pro Jahr ausgegeben. Die Gesamtbaukosten werden bis 2015 rund 750 Mio. Euro betragen. Im Oktober 2012 haben Senat und Bürgerschaft beschlossen, die bisherigen Bemessungswasserstände beispielsweise am Pegel St. Pauli von NN + 7,30 m um 80 cm auf NN + 8,10 m zu erhöhen. Die Kosten für die weitere Verstärkung des Hochwasserschutzes ab 2016 werden auf rund 550 Mio. Euro geschätzt. Hochwasserschutz ist eine Daueraufgabe in Hamburg.

http://www.hamburg.de/innenbehoerde/nofl/4001496/2013-06-06-bsu-hochwasser.html

47 000 Sandsäcke für Hochwasser im Osten

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Die Kommunen im Rhein-Kreis helfen in der Hochwasser-Region. Die Städte Neuss, Dormagen und Meerbusch stellen rund 47 000 Sandsäcke und Maschinen zum Befüllen zur Verfügung. Mit etlichen Spezialfahrzeugen rückten 13 Feuerwehrleute in den Landkreis Wittenberg aus. Angeführt wurde der Trupp von Thomas Pesch aus Grevenbroich-Kapellen.

Bei dem 42-Jährigen lief am Mittwoch gegen 12 Uhr der Einsatzbefehl auf. Für ihn und seine Kameraden hieß es, schnell die Taschen zu packen. Noch am selben Tag ging es nach Sachsen-Anhalt. Das Land im Osten hatte Nordrhein-Westfalen um überörtliche Hilfe im Kampf gegen das Elbe-Hochwasser gebeten. Innerhalb von drei Stunden versammelten sich Kräfte aus Düsseldorf, Mettmann und dem Rhein-Kreis in der Landeshauptstadt. Von dort aus machte sich der Lastwagen-Konvoi auf den Weg. Mit dabei: 140 000 Sandsäcke, Füllmaschinen, Rüstwagen, Lichtmastanhänger und weitere Spezialfahrzeuge.

Nach elf Stunden Fahrt erreichte die Kolonne aus NRW in der Nacht ihr Ziel. Im Landkreis Wittenberg wurden die Sandsäcke sehnsüchtig erwartet. „Noch in der Nacht wurden das erste Material abgeladen“, berichtet Thomas Pesch. Gegen 3 Uhr konnten sich die Helfer aus dem Rhein-Kreis auf Feldbetten in der Fahrzeughalle der Feuerwehr Mühlanger ausruhen. „Die Nacht war natürlich sehr kurz. Gegen 6 Uhr ging es weiter“, sagt Pesch.

Gestern Morgen wurden die restlichen Geräte an die Einsatzkräfte vor Ort übergeben. „Das Ausmaß der Hochwasser-Katastrophe wurde uns erst dort bewusst. Nur ein Ort weiter wurden die Schutzmaßnahmen bereits aufgegeben, die Fluten waren nicht aufzuhalten“, erklärt der Feuerwehrmann aus Kapellen.

Die Betroffenheit vor Ort sei angesichts der Schäden sehr groß, dennoch seien alle enorm motiviert. „Natürlich sind tausende Feuerwehrkräfte im Einsatz. Doch auch zahlreiche Bürger kommen aus den umliegenden Ortschaften, um Hilfe zu leisten“, schildert Pesch. Die Stimmung sei gedrückt, da der Wasserpegel erst am Sonntag fallen soll. „Die Menschen sind hilflos. Wir haben eine große Dankbarkeit gespürt“, betont der Kapellener. Für private Gespräche mit den Feuerwehr-Kameraden aus Wittenberg habe jedoch aufgrund der kritischen Lage die Zeit gefehlt.

Nach einem kleinen Frühstück machten sich die Einsatzkräfte aus dem Rhein-Kreis gestern gegen 10.30 Uhr wieder auf den Weg in die Heimat. Am späten gestrigen Abend trafen die Einsatzkräfte, unter denen sich auch eine Feuerwehrfrau befand, am Hammfelddamm in Neuss ein. „Wenn ich zu Hause bin, werde ich erst einmal schlafen. Ein solcher Einsatz zehrt arg an den Nerven“, berichtet Pesch.

Ob in den nächsten Tagen weitere Kräfte in die Krisenregionen fahren, ist nach Auskunft des Kreises derzeit unklar. Das Technische Hilfswerk in Neuss und Grevenbroich ist bereit für einen Einsatz im Krisengebiet. „25 Helfer der Gruppen ,Wassergefahren‘ und ,Bergung‘ können innerhalb weniger Stunden die Reise antreten“, sagt Karl-Heinz Jansen vom THW in Neuss.

http://www.ngz-online.de/rhein-kreis/nachrichten/47-000-sandsaecke-fuer-hochwasser-im-osten-1.3450538

 

Mit voller Wucht drückt das Hochwasser in Sachsen-Anhalt gegen die Deiche von Elbe, Saale und Mulde. Magdeburg meldet einen Rekord-Pegel der Elbe. In Halle und Magdeburg geht die Angst vor Plünderungen um – die Polizei kontrolliert in den Flut-Gebieten an Elbe und Saale.

 

Mit zerstörerischer Kraft bedroht das Hochwasser jetzt den Norden Deutschlands. Bundesländer wie Niedersachsen und Brandenburg rüsteten sich für die anrollenden Wassermassen, die im Süden und Osten bereits große Verwüstungen angerichtet haben.

Nachdem in Sachsen-Anhalt viele Menschen wegen des Hochwassers ihre Wohnungen verlassen mussten, hält die Polizei dort verstärkt Ausschau nach Plünderern. Noch sei in keine Wohnung eingebrochen worden, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums in Magdeburg. In den besonders stark von den Fluten betroffenen Gebieten patrouillierten seit Tagen Polizeikräfte.

Brandenburg: Wird Mühlberg von der Elbe verschont?

«Das wird ganz knapp», sagte ein Sprecher des Brandenburger Innenministeriums in der Nacht zum Freitag. In Mühlberg (Elbe-Elster) wird im Laufe des Tages die Scheitelwelle der Elbe-Flut erwartet. Am frühen Morgen lag der Pegelstand des Flusses bei 9,86 Meter. Bei der Jahrhundertflut 2002 war der Fluss auf 9,98 Meter gestiegen.

Sachsen-Anhalt: Bitterfeld wird evakuiert, Elbe-Pegel in Magdeburg über sieben Meter

Im Landkreis Anhalt-Bitterfeld sind 10.000 Menschen aufgerufen, ihre Wohnungen zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen. Hier versuchen Arbeiter mit schwerem Gerät ein Leck zu schließen, dass sich im aufgeweichten Erdreich zwischen zwei Seen gebildet hat. Durch die Arbeiten bestehe aber auch die Gefahr, dass sich das Loch vergrößert. Dann könnte eine Flutwelle auf Bitterfeld zurollen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte den Menschen in den Flutgebieten erneut Unterstützung zu. «Ich glaube, dass man sich darauf verlassen kann, dass das Menschenmögliche getan wird», sagte sie bei einem Besuch in der Chemiestadt Bitterfeld.

Der Pegelstand der Elbe hat in Magdeburg die Marke des Hochwassers von 2002 überstiegen. Am Freitagvormittag zeigte laut Trümper in Magdeburg ein Pegel 7,11 Meter. Beim sogenannten Jahrhunderthochwasser 2002 war ein Stand von 6,72 Metern erreicht worden.

Aktuelle Prognosen gingen davon aus, dass ein Höchststand von 7,30 Metern erreicht werden könnte, berichtete Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD). Bislang waren für Sonntag 7,20 Meter erwartet worden. Der Hochwasserscheitel werde voraussichtlich fünf Tage anhalten. Diese Zeit durchzuhalten, sei die Herausforderung, sagte der Oberbürgermeister. Um ein Überlaufen eines Deiches am Umflutkanal in Höhe des Ortsteils Pechau zu verhindern, werde er derzeit erhöht und verstärkt. Trümper sagte, es seien für Magdeburg 2000 zusätzliche Bundeswehrsoldaten angefordert worden.

In Halle sinkt derweil der Druck auf die Dämme, bleibt aber nach Angaben des Krisenstabs der Stadt enorm hoch. Die Entwicklung sei insgesamt positiv, aber weiter sehr ernst, hieß es. Wegen der Sperrung von Gleisen im Bereich Pratau/Lutherstadt Wittenberg fahren Fernzüge von Berlin und Magdeburg nach Leipzig über Dessau. Der Halt in Lutherstadt Wittenberg entfällt.

In Wittenberg kam am Donnerstagabend ein 74 Jahre alter Helfer ums Leben, als ihn ein Radlader erfasste. Zuvor waren zwei Menschen bei Hilfsaktionen kollabiert und gestorben.

Sachsen: Elbe erreicht Höchststand in Dresden

In Sachsen hat das Elbe-Hochwasser seinen Höhepunkt erreicht. In Dresden verharrte der Fluss am Donnerstag stundenlang bei 8,76 Metern. Die Behörden hatten einen Höchststand um die neun Meter geschätzt. Am frühen Freitagmorgen war die Situation in der Stadt nach Angaben eines Sprechers stabil.

Niedersachsen: Hitzacker wird evakuiert

Die auf einer Insel gelegene Altstadt Hitzackers in Niedersachsen wird bis Sonntag evakuiert. Dies sagte ein Sprecher des Kreises Lüchow-Dannenberg am Freitag. «Das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme. Ab einem bestimmten Pegel muss der Landkreis handeln.» Der Kreis gehe von einem Pegelstand der Elbe von 8,15 Metern statt der bisher von der Hochwasserzentrale in Magdeburg angenommenen 7,65 Meter aus.

Bereits am Freitag sei die Insel für den Autoverkehr gesperrt. Ab Samstag gebe es ein «Betretungsverbot für Fremde». Betroffen sind von der Evakuierung rund 250 Menschen. Die Altstadtinsel ist von Nebengewässern der Elbe komplett umschlossen.

Bayern: Lage in Deggendorf bleibt kritisch

In Bayern zieht sich das Hochwasser langsam aber sicher zurück und die Pegelstände fallen. Wie der Hochwassernachrichtendienst (HND) meldete, registrierten noch 41 von 239 bayerischen Pegeln Hochwasser. Vor allem auf der Donau von Straubing bis Passau bleibt es bei der höchsten Meldestufe 4.

In Deggendorf ist die Lage weiterhin kritisch. Das Wasser stand am Freitagmorgen weiterhin hoch und durchweichte Dämme drohten zu brechen. Passau meldete leicht zurückgehendes Wasser. Allerdings steigt dem Deutschen Wetterdienst zufolge am Freitagnachmittag die Neigung zu Schauern und Gewittern. Pegelstände könnten darum wieder leicht steigen.
jag/news.de/dpa

 

Bistum Passau bietet 3,5 Millionen Euro Soforthilfe

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Passau

 

Die Diözese Passau stellt 3,5 Millionen Euro als Soforthilfe für die Flutopfer in den betroffenen Städten und Landkreisen des Bistums zur Verfügung. Ab kommenden Montag können im Caritas-Hochwasserhilfe-Büro ( 0851 392 300) 300 Euro Soforthilfe bar abgerufen werden. Es reicht dafür eine formlose Bestätigung der Kommune oder des Pfarramtes über die Hochwasser-Not. Auch das Bistum Regensburg kündigt „umfassende Hilfen“ an.

„In diesen Stunden der Bedrängnis stehen wir zusammen“

Die Gläubigen hat Bischof Wilhelm Schraml zur Solidarität aufgerufen. Er bittet für kommenden Sonntag jetzt um ein kräftiges Zeichen der Katholiken zwischen Altötting und Zwiesel. In allen Pfarreien wird der Hilfsaufruf des Bischofs verlesen und gesammelt. Die Opfer des Hochwassers dürfen nach seinen Worten mit der Solidarität und „der helfenden Hand der Christen im Bistum Passau rechnen“. „In diesen Stunden der Bedrängnis stehen wir zusammen“, betont er. Der Bischof hat sich am Donnerstag vor Ort über das Ausmaß der Katastrophe kundig gemacht.

Angesichts der großen Not in Teilen des Bistums hat der Bischof eine Soforthilfe in Höhe von 3,5 Millionen Euro aufgelegt. Dafür hat die Diözese Passau die Deckungsreserve des Haushaltes in Höhe von 1,2 Millionen Euro aufgelöst und im Bauhaushalt des laufenden Jahres Projekte in Höhe von 2,3 Millionen Euro vorerst gestoppt. „Diese 3,5 Millionen Euro gehen direkt an die Betroffenen der Flutkatastrophe“, betont der Finanzdirektor. Wie das Bistum die beträchtlichen Schäden an eigenen Gebäuden regelt, sei laut Finanzdirektor eine ganz andere Frage. Da müsse erst das tatsächliche Schadensvolumen ermittelt werden. Von einem zweistelligen Millionenbetrag geht Diözesanbaumeister Jochen Jarzombek aus.

Am Sonntag Gottesdienst im Dom mit Gebet für Flutopfer

Bischof Schraml feiert am Sonntag, 9. Juni, um 9.30 Uhr persönlich den Gottesdienst im Dom. Dabei lädt er besonders zum Gebet für die Opfer der Hochwasserkatastrophe ein.

Passauer Altstadtkindergarten ab Montag am Domplatz in den Räumen Kolpingsaal und Domsingschule. Der Altstadtkindergarten nimmt ab Montag, 10. Juni seinen Betrieb wieder auf, die Kinder sind dann im Kolpingsaal und in der Domsingschule am Domplatz untergebracht.

Bistum Regensburg will schnell und unbürokratisch helfen

Kleidung und notwendige Dinge wie Trocknungsgeräte werden ebenso zur Verfügung gestellt wie finanzielle Unterstützung. Die Kollekte des kommenden Sonntags kommt den Flutopfern zugute.

http://www.pnp.de/826388

Mehr als 500 Liter Wasser in einem Kubikmeter Grund: Aktuelle Satellitendaten zeigen, dass die Flutgebiete schon vor dem Hochwasser mit Rekordwerten bei der Bodenfeuchte zu kämpfen hatten. Die Späher aus dem All sollen nun die Katastrophenhelfer unterstützen.

Die Skala geht von gelb über grün bis blau – aus gut 760 Kilometern Höhe überwacht das Mikrowellenradiometer auf dem europäischen Satelliten „Smos“ die Bodenfeuchtigkeit auf der Erde. Wissenschaftler erstellen aus den Daten dann aktuelle Karten. Aufnahmen der Hochwassergebiete in Deutschland, Österreich und Tschechien zeigen nun, wie es zu den massiven Flutproblemen dort kommen konnte.

Auf den Bildern sind teils nie gesehene Feuchtigkeitswerte zu erkennen. Sie belegen, dass ein Kubikmeter Boden in den betroffenen Gebieten schon vor der Flut bis zu 500 Liter Wasser gespeichert hatte. Schuld daran waren die massiven Niederschläge im Frühjahr. Als der Himmel dann wieder die Schleusen öffnete, musste es unweigerlich zum Hochwasser kommen.

Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte bereits Ende Mai darauf hingewiesen, dass die Bodenfeuchte mancherorts so hoch war wie seit 50 Jahren nicht mehr. Die Meteorologen erfassen die Bodenfeuchte an einem Teil ihrer Messstationen. Der überwiegende Teil der Landwirtschaftsflächen in Deutschland sei übersättigt, lautete ihre Warnung.

„Alles, was dann noch als Regen gefallen ist, konnte vom Boden nicht mehr aufgenommen werden – und ist direkt als Oberflächenabfluss in die Flüsse gegangen“, beschreibt nun auch Susanne Mecklenburg, Missionsmanagerin für „Smos“ bei der Europäischen Weltraumagentur, das Problem. Die Esa hat am Freitag zwei Fotos zur Situation am 31. Mai und am 02. Juni veröffentlicht. Sie zeigen in den Flutgebieten die problematisch hohen Bodenfeuchten in blauer Farbe.

Bilder für die Katastrophenhelfer

In Zukunft sollen solche Satellitendaten stärker für hydrologische Modelle genutzt werden – um auch besser vor Hochwassergefahr zu warnen. Im Moment werden die „Smos“-Messungen zwar im Rahmen eines Tests am European Centre for Medium-Range Weather Forecasts (ECMWF) im britischen Reading eingesetzt. Dort fließen sie in einige mittelfristige Prognosen ein. Doch für die Modelle des Deutschen Wetterdienstes spielen die Daten des Esa-Satelliten keine große Rolle.

Das liegt unter anderem daran, dass die Messungen nur die oberste Bodenschicht erfassen – und mit einer Auflösung von etwa 50 Kilometern noch nicht allzu detailliert sind. Neue Auswertungstechniken sollen dabei helfen, das zweite Problem zu lösen. Außerdem legen die Modellierer Wert auf Kontinuität der Daten – und „Smos“ fliegt erst seit drei Jahren. Bis mindestens zum Jahr 2017 ist Geld für die Operation des Satelliten eingeplant, heißt es bei der Esa. Bisher habe man auch nur wenig des Satellitentreibstoffs verwenden müssen.

Aktuelle Satellitenbilder der Flutgebiete liefert auch das Zentrum für Satellitengestützte Kriseninformation (ZKI) im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Sie sollen Katastrophenhelfern vor Ort bei der Planung der Arbeit helfen. Dafür kommen unter anderem hochauflösende Bilder des Radarsatelliten „TerraSAR-X“ zum Einsatz. Außerdem sollen auch andere Satellitenbetreiber im Rahmen der Internationalen Charta „Space and Major Disasters“ Aufnahmen kostenlos zur Verfügung stellen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/hochwasser-esa-satellit-smos-misst-rekord-bodenfeuchte-a-904387.html

„Die Politik hat völlig versagt“

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Politik

 

Winfried Lücking ist Hochwasserexperte des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Brandenburg.

MAZ: Wie schätzen Sie die Lage ein, wird das Hochwasser in Brandenburg schlimmer als 2002?

Winfried Lücking: Man kann noch nicht hundertprozentig sagen, wie es ausgehen wird, aber ein Blick in die anderen Bundesländer gibt Anlass zu der Befürchtung: Ja, es wird wohl noch heftiger als 2002.

Aber Brandenburg ist jetzt besser auf die Wassermassen vorbereitet als vor elf Jahren?

Lücking: Viele Deiche wurden nach der Flut 2002 saniert, das war als erste Sicherungsmaßnahme auch nötig. Aber insgesamt ist seit 2002 viel zu wenig passiert. Es wurden blumige Versprechen abgegeben, aber man muss sagen: Die Politik hat völlig versagt.

Was hätte getan werden müssen?

Lücking: Wir bräuchten viel mehr Rückdeichungsflächen, also Flächen, die das Wasser aufnehmen können. Nach dem Jahrhunderthochwasser 2002 haben die Elbanrainer-Länder versprochen, den Flüssen mehr Raum zu geben. Gerade einmal fünf Prozent der möglichen Rückhalteflächen existieren bislang. An der Oder, in der Neuzeller Niederung, soll eine große Flutungsfläche entstehen, aber bislang scheitert das am Widerstand von Laubenpiepern. Das kann so nicht sein, man muss mit den Leuten reden, ihnen klar machen, das größere Hochwasserschäden abgewendet werden könnten.

Weil die Talsperre Spremberg überläuft, droht die Gefahr, dass der Spreewald mit einer braunen Brühe aus den Tagebauen geflutet wird. Welche Auswirkungen hätte das auf die Umwelt?

Lücking: Das ist dramatisch, eine Katastrophe für Pflanzen und Tiere. Das Eisenoxid macht alles platt, was im Fluss lebt. Der rostige Schlamm erstickt alles Leben. Das Problem mit dem Rostschlamm aus den Tagebauen wurde viel zu lange auf die leichte Schulter genommen, nichts wurde dagegen unternommen. Mit dem Hochwasser wird das Problem jetzt regelrecht hochgespült. Interview: Marion Kaufmann

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12527875/19287300/Hochwasserexperte-Winfried-Luecking-ueber-die-Massnahmen-nach-der.html

Auch Fußballprofis packen mit an

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Die Tragödien in den Hochwasserregionen in Deutschland lässt auch die Spitzensportler nicht kalt: Borussia Dortmund und Michael Ballack haben Spenden angekündigt. Der FC Bayern will in Passau ein Benefizspiel austragen – 1860 München in Deggendorf.

Auch aus dem Sport kommt Hilfe für die Opfer der Hochwasserkatastrophe in Süd- und Ostdeutschland. Der deutsche Fußball-Rekordmeister FC Bayern München will ein Benefizspiel in Passau austragen, Rivale Borussia Dortmund kündigte am Freitag Spenden an.

Bei Bundesliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig organisiert ein Fan Hilfsaktionen, auch Michael Ballack will einen Teil der Einnahmen seines Abschiedsspiels spenden. Außerdem können geschädigte Kanu-Vereine mit Unterstützung ihres Verbandes rechnen.

Der FC Bayern wird laut Angaben von Freitag zeitnah in Passau eine Partie gegen eine Regionalauswahl austragen. Die bayerische Drei-Flüsse-Stadt ist von der Flut-Katastrophe besonders stark betroffen. «Gerade unsere Mannschaft hat in den vergangenen Wochen und Monaten so viel Unterstützung und Rückhalt aus der Bevölkerung erhalten», sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Freitag in einer Mitteilung. «Angesichts der dramatischen Bilder aus den Hochwassergebieten wollen wir nun etwas zurückgeben.»

Sämtliche Einnahmen der Begegnung sollen den Opfern in den Hochwassergebieten zugutekommen. «Es ist etwas Besonderes, wenn der Weltmarktführer im Fußball so ein starkes Signal der Verbundenheit mit den Menschen im Freistaat setzt», kommentierte der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU).

Auch der BVB will etwas für die Opfer tun und mindestens 100.000 Euro spenden. Man werde über seine Stiftung «leuchte auf» einen Großteil der Eintrittsgelder vom Saison-Eröffnungsspiel am 6. Juli der Kinderhilfsorganisation «Ein Herz für Kinder» überreichen.

Auch Deggendorf bekommt ein Benefizspiel

Zweitligist 1860 München sagte den Flutopfern im bayerischen Landkreis Deggendorf Unterstützung zu und tritt am kommenden Samstag zu einem Benefizspiel gegen die SpVgg Grün-Weiß Deggendorf 03 im Donau-Wald-Stadion an. Alle Einnahmen aus dem Spiel kommen den Hochwassergeschädigten der Region zugute. Zudem will der Klub bei einem der ersten Spiele der neuen Saison ein Freikartenkontingent für die zahlreichen freiwilligen Helfer bereitstellen.

In Braunschweig ergriff ein Eintracht-Fan die Initiative. Wie der Aufsteiger mitteilte, organisiert ein Anhänger eine Hilfsaktion für die Partnerstadt Magdeburg. Er rief Freiwillige über Facebook dazu auf, mit ihm nach Sachsen-Anhalt zu fahren und vor Ort anzupacken. Die Eintracht spendiert den Helfern 100 T-Shirts.

Schon Anfang der Woche hatte der frühere Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack angekündigt, mindestens 100.000 Euro aus den Erlösen seines Abschiedsspiels vom Mittwoch in Leipzig zu spenden. «Ich bin genauso so betroffen wie viele andere auch», sagte der gebürtige Görlitzer. Zudem wurde auf Ballacks Initiative hin eine Spenden-Hotline eingerichtet. Jeder Anruf soll fünf Euro für die Geschädigten einbringen. «Ich hoffe, dass da noch einiges zusammen kommt», meinte Ballack.

Auch der Deutsche Kanu-Verband (DKV) hat zu einer Spendenaktion aufgerufen. Die Zerstörungen entlang von Donau, Neckar, Main, Werra, Fulda, Saale, Mulde und Elbe sowie zahlreicher Nebenflüsse ließen «gravierende Beeinträchtigungen für die Ausübung des Kanusports befürchten», hieß es am Freitag in einer Mitteilung. Allein beim TV Passau bezifferten die Verantwortlichen den Schaden auf einen sechsstelligen Betrag. Der Verband eröffnete ein Spendenkonto.

 

http://www.news.de

Papierfabrik Golzern bei Grimma verlagert den Standort

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Grimma

 

Das Hochwasser hat Tausende privat getroffen. Doch auch die Wirtschaft spürt die Folgen der Flut. Viele Unternehmen haben ihren Sitz in der Nähe von Flüssen. Wo diese über die Ufer traten, stehen nun Arbeitsplätze auf der Kippe. Ralf Geißler hat sich umgehört, wie die Wirtschaft das Hochwasser verkraftet.

Ein Unternehmer muss auch im Chaos seine Würde wahren. Martin Röhrenbeck trägt ein weißes Hemd. Die Flut hat ihn schon ein zweites Mal getroffen. Die Mulde schwappte Anfang der Woche durch seine Papierfabrik Golzern bei Grimma. Nun läuft Röhrenbeck über Schutt und Unrat zu einer Halle, die ein Generator notdürftig mit Strom versorgt. „Das ist eigentlich unsere Hauptproduktionshalle hier. Da hinten in der Ecke kann man noch die Verpackungsmaschine und die Verpackungsstraße erkennen. Das ist alles komplett von der Flut überschwemmt worden. Die Motoren sind nicht mehr brauchbar, die sind festgesetzt mit Schlamm ähnlich wie die Schaltschränke.“

Hoffen auf Hilfe vom Staat

 

Den Gesamtschaden beziffert Röhrenbeck auf mindestens zehn Millionen Euro. Produzieren kann er hier nichts mehr. Die Hochwasserfolgen spüren viele Unternehmen – auch solche, die nicht an Flüssen sitzen. Denn Wirtschaft ist ein komplexes Gebilde. Bei Porsche in Leipzig etwa ging gestern eine Schicht lang nichts mehr. Geschäftsführer Siegfried Bülow: „Wir haben Schwierigkeiten mit unseren Materialtransporten. Insbesondere aus Bratislava bekommen wir Karosserien. Und die Züge, die über das Elbtal nach Deutschland fahren, sind natürlich im Moment sehr behindert, so dass wir von Tag zu Tag schauen müssen, wie sich die Situation entwickelt und so steuern wir unsere Produktion.“

Auch bei VW Zwickau standen die Bänder schon still. Wie hoch der Schaden der Flut am Ende sein wird, lässt sich nicht beziffern. Thomas Brockmaier hofft jetzt auf den Staat. Der Hauptgeschäftsführer der IHK Halle-Dessau fordert, dass Vorschriften in diesen Zeiten nicht so streng ausgelegt werden. „Bei Lenkzeiten beispielsweise von LKW-Fahrern. Da sind Kipplasterfahrer, die hören auf zu fahren, weil sie bei einer Überschreitung der Lenkzeit das ein Jahr in ihren Büchern stehen haben und da muss man Leine geben und sagen: Ihr könnt das machen.“

Mancher will nicht wieder am Fluss bauen

Bislang hat die Politik vor allem Geld versprochen – wenn auch nicht viel. In Sachsen gibt es 1.500 Euro Soforthilfe für Unternehmer. Manche lächeln darüber, Papierfabrikant Röhrenbeck tut das nicht. „Also, es nutzt in der Tat jeder Euro etwas. Natürlich haben wir ganz andere Summen zu stemmen, um wieder neu anfangen zu können. Aber 1.500 Euro wenn ich es allein für meine Belegschaft rechne, wären das für jeden 25 Euro und die möchte ich natürlich keinem verwehren.“ Röhrenbeck will seine Fabrik wieder aufbauen – allerdings nicht an der Mulde. Der Geschäftsführer sucht einen neuen Standort, höher gelegen. Denn bei der nächsten Flut zahlt die Versicherung vermutlich nichts mehr. Zurück werden leere Hallen bleiben. Direkt am Ufer der Mulde enden dann 150 Jahre Papierverarbeitung.

http://www.mdr.de/mdr-info/hochwasser-und-wirtschaft100.html

Bayern und Sachsen Wochenende bringt viel Regen für Flut-Gebiete

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Bayern, Sachsen

 

Kaum sind die Scheitelwellen von Donau, Elbe und Saale durch Passau, Dresden und Halle gezogen, droht neues Ungemach. Am Wochenende bringt Tief «Ira» den Hochwasser-Gebieten in Bayern und Sachsen schwere Regenfälle, Gewitter, Sturm und Hagel.

 

Den überfluteten Regionen in Bayern und Sachsen drohen neue, schwere Regenfälle. Tief «Ira», das am Freitag über Frankreich lag, zieht ostwärts und bringt vor allem der Südhälfte Deutschlands ein Wochenende mit heftigen Gewittern. Ergiebiger Platzregen, Sturmböen und Hagel seien möglich, sagte Meteorologin Dorothea Paetzold vom Deutschen Wetterdienst (DWD) voraus.

Unwetterwarnungen angekündigt

Aller Voraussicht nach werde es Unwetterwarnungen für einige Regionen geben. Wo genau die Gewitter sich bilden, sei nicht klar. «Je weiter südlich, desto größer ist die Gefahr», sagte Paetzold. Die Regenmengen sollen aber nicht mehr so gewaltig ausfallen wie vor wenigen Tagen. Ob aber die Pegelstände der Flüsse zügig sinken, ist fraglich. Die Böden können nicht mehr viel Wasser aufnehmen – sie sind nach Angaben des DWD schon so nass wie seit 50 Jahren nicht mehr. Das verschärft die Hochwassersituation.

23 Billionen Liter Regen führten zum Hochwasser 2013

Von den insgesamt rund 23 Billionen Litern Wasser, die über Deutschland vom 20. Mai bis zum 2. Juni niedergingen, hatte Bayern nach Berechnungen des DWD mit 8,3 Billionen Litern den größten Teil abbekommen. In Sachsen summierte sich der Regen an den vier Tagen auf 2,5 Billionen Liter, in Thüringen auf 1,43 Billionen und in Hessen auf 1,2 Billionen Liter.

Das Temperaturniveau verspricht ein sommerliches Wochenende bei 18 bis 26 Grad, und nördlich der Mittelgebirge auch viel Sonnenschein, für den Hoch «Therese» sorgt. Am Montag wird es im Süden noch regnen, aber danach setzt sich auch dort Sonnenhoch «Therese» durch.

 

http://www.news.de

Die Heimkehrer

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

Aus Deggendorf berichtet Gesa Mayr

Kaum ein Ort ist so schwer vom Hochwasser betroffen wie das bayerische Deggendorf. Wenn die Bewohner zu ihren Häusern wollen, sind sie auf Helfer und deren Boote angewiesen. Was sie zu sehen bekommen, ist kaum fassbar.

„Wenn die Leute von ihren zerstörten Häusern zurückkommen, weiß ich nicht, ob ich nicht sofort einen Sanitäter mitschicken soll“, sagt Roland Vogt. Seit 7 Uhr fahren er und sein Team die Deggendorfer zurück zu ihren überschwemmten Häusern im Stadtteil Fischerdorf. Die meisten wollen Wertgegenstände abholen, Computer, Ausweise. „Manche wollen auch nur mal nachsehen“, sagt der Einsatzleiter. Um halb neun sind sie schon mindestens 25-mal ausgefahren. Bei der Rückkehr seien viele am Boden zerstört. „Totalschaden“ nennt Vogt das.

Auch Robert Vogl und seine Frau Sonja sind da. Sie wollen zu ihrem Haus, Kleidung und Schulsachen für die Kinder holen. Nachschauen, wie groß der Schaden ist. Außerdem gehören ihre Eltern zu denen, die Fischerdorf nicht verlassen haben und in ihren überfluteten Häusern ausharren.

Es herrscht bayerisches Kaiserwetter in Deggendorf, als die Vogls mit zwei Bootsführern losmachen. Das Wasser ist ein wenig zurückgegangen, aber in den Straßen von Fischerdorf steht die Donau immer noch bis zu zwei Meter hoch.

Für die Vogls eigentlich immer noch unvorstellbar. Am Montag hat Robert Vogl die Kinder zu seinen Eltern gebracht. Auf ihr Drängen auch das Auto. „Ich fand das total übertrieben“, sagt er. „Wir haben maximal damit gerechnet, dass vielleicht der Keller komplett vollläuft.“ Dann kam das Wasser. Unerwartet und unheimlich.

Boote der Retter weichen Müll und Treibholz aus

Sie haben gepackt. Kleidung, Spielzeug, Schulsachen – sie haben alles in Bettbezüge geschmissen und auf den Speicher gebracht. Danach war das Kinderzimmer ihres Sohnes dran. Trotzdem, die Möbel in der Küche und im Wohnzimmer hat es wohl erwischt. Vielleicht ist aber alles ganz überschaubar, hoffen die Vogls. Aber was heißt das schon, was ist angesichts der Flut schon überschaubar?

Am Dienstag wurden die Vogls mit Booten aus ihrem Haus geholt. „Ich habe nur das Wichtigste gerettet“, sagt Sonja Vogl. Das Wichtigste war die Katze, Frisbee. Sonja Vogls Eltern stehen schon auf der Terrasse, als das Boot in ihre Straße einbiegt. Der Vorgarten ist nach wie vor ein Teich. Sie haben noch genügend Essen, die Vogls lassen trotzdem ein Päckchen da, eine Bekannte hat gebacken. Dass es vor allem darum geht, sich zu sehen, um ein Lebenszeichen, muss keiner laut aussprechen. „Ich könnte das nicht“, sagt Sonja Vogl, als das Boot weitertuckert. „Die haben jetzt 24 Stunden am Tag Zeit zum Nachdenken.“ Sie selbst war bei der Versicherung und bei der Bank. Eine Mischung aus Ablenkung und Notwendigkeit.

Hinter jeder neuen Kurve zeigt sich das Ausmaß der Katastrophe. Riesige Häuser, fest in der Hand der zähen Brühe. Auf einem Parkplatz steht ein Dutzend Autos, versunken bis zum Dach. Sie sehen aus wie Krokodile, die am seichten Ufer auf Beute lauern. Überall ziehen sich Ölschlieren durch das grünbraune Wasser. Es riecht noch stärker als in den vergangenen Tagen nach Diesel. Das ausgelaufene Heizöl hat sich seinen Weg ins Wasser gebahnt, dazu die qualmenden Motoren der Rettungsboote.

„Vorsicht, Treibholz“ – „Das ist unser Gartenzaun“

Das Haus der Vogls liegt ein gutes Stück vom Einsatzufer entfernt. Die Helfer können das Boot nur langsam steuern. Je weiter es ins Innere des Stadtteils geht, desto mehr Müll und Treibholz liegen im Weg. In der Tiefe schimmern Gartenzäune, der Bootsführer muss immer schärfere Kurven machen, um ihnen auszuweichen.

Zwischen den Häusern treiben Fußbälle und Sandförmchen. Hier und da ragt eine Rutsche aus dem Wasser. „Hier wohnen Generationen von Familien“, sagt Sonja Vogl. Ihre Stimme klingt belegt. Seit 1996 wohnen sie in ihrem Haus in Deggendorf. Sie ist hier aufgewachsen, ihre Eltern wohnen direkt um die Ecke.

Ein anderes Rettungsboot schippert vorsichtig vorbei. „Vorsicht, Treibholz“, warnt der Bootsführer. „Das ist unser Gartenzaun“, heißt es nur. „Das Hochwasser hat uns von der A3 her erwischt“, sagt Robert Vogl. Er zeigt auf einen riesigen See, lediglich ein paar Baumwipfel deuten an, wo die Autobahn sein könnte.

Hier wird noch länger kein Auto fahren können. Die Reparaturen werden wohl noch drei- bis vier Wochen dauern, schätzt Peter Erl, der stellvertretende Landrat. Dafür sieht es bei der A92 besser aus, sie konnte in den frühen Morgenstunden freigegeben werden. Eine wichtige Strecke, sie führt nach München.

Die Solidarität in der Bevölkerung ist groß

Nach wie vor gilt Katastrophenalarm. Aber am Montag kann vielleicht mit den Aufräumarbeiten begonnen werden. Bis dahin werden die Dämme weiter kontrolliert, die Leute weiter versorgt und zu ihren Häusern gebracht. Spezialisten müssen nun entscheiden, wie das Öl am besten, am umweltfreundlichsten, abgepumpt werden kann.

Eine Stadt ertrinkt in einer Chemiesuppe – dass keine Panik ausbricht, liegt auch an den Einsatzkräften, die ruhig und vorsichtig mit den Betroffenen umgehen. Und es gibt einen großen Rückhalt unter den Deggendorfern. „Jeder gibt, was er geben kann“, sagt Sonja Vogl. Auch die Vogls. Obwohl ihr Zuhause überflutet ist, haben die beiden den Helfern Nussteilchen mitgebracht.

Auf ihrem Handy ruft ein Nachbar an, er hat sich selbst nicht getraut rauszufahren. Nun will er von Sonja Vogl wissen, wie die Lage ist. Sie erzählt vom vielen Wasser, dem Müll, den versunkenen Straßenschildern. Dann biegt das Boot um die letzte Ecke. „Ich muss jetzt auflegen“, sagt sie. Die Vogls sind an ihrem Haus angekommen.

Es ist ein schönes weißes Eckhaus mit Garage und Gartenhäuschen. Alles steht unter Wasser. Auch bei den Vogls ist der Öltank geplatzt, leise schwappt das Wassergemisch gegen die Fenster. Beide klettern vom Boot aus auf die Garage, im ersten Stock haben sie ein Fenster offen gelassen. In ein paar Stunden sollen sie wieder abgeholt werden, Robert Vogl notiert noch schnell die Nummer der Helfer. Seine Frau ist schon im Haus, das Ausmaß des Unglücks anschauen. Die Vogls hatten kein Glück. Das Wasser ist nicht im Erdgeschoss geblieben.

http://www.spiegel.de/panorama/deggendorf-im-hochwasser-flutopfer-begutachten-die-schaeden-a-904405.html

Alle packen mit an!

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

11.35 Uhr: Alle packen mit an: Über zu wenig Helfer gegen das erwartete Elb-Hochwasser kann sich der Landkreis Lüchow-Dannenberg nicht beklagen. Weil so viele Menschen freiwillig mitanpacken, seien derzeit keine weiteren Helfer nötig, teilte der Kreis am Freitag sogar mit. Genaue Zahlen, wie viele Helfer dort bislang im Einsatz sind, konnte eine Sprecherin zunächst aber nicht sagen.

 

Quelle: http://www.haz.de

Überfluteter Ort: „Der Zeiger steht auf Hoffnung“

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

 
In das vom Hochwasser überflutete Niederalteich (Landkreis Deggendorf) ist die Hoffnung zurückgekehrt. „Zwischen hoffen und bangen steht der Zeiger jetzt auf Hoffnung“, sagte Bürgermeister Josef Thalhammer angesichts des sinkenden Donaupegels. Aktuell steht der Pegel in Deggendorf bei 7,18 Meter, in Hofkirchen bei 6,85 Meter.

Missinterpretiert wurde Thalhammer mehrmals mit einer Aussage nach der Evakuierung der Ortschaft. Das Dorf sei keineswegs aufgegeben worden, betont Thalhammer. Die Feuerwehr habe bis zum Umfallen gekämpft. „Das war eine Sonderleistung, dass bei uns der Damm nicht gerissen ist. Da steckte auch sehr viel Sachverstand dahinter“, lobt Thalhammer sowohl die örtlichen, als auch die auswärtigen Einsatzkräfte. Er habe lediglich dargestellt, dass die Einwohner das Dorf eben nach dem Alarm verlassen haben müssen, um ihr Leben zu retten, so Thalhammer.

Mittlerweile denkt man in Niederalteich schon wieder ans Aufräumen, doch die Wasserstände lassen dies noch nicht zu. Noch immer steht ein Großteil des Ortes 50 bis 60 Zentimeter, teilweise bis zu 80 oder 90 Zentimeter unter Wasser. Vielleicht sei am Wochenende eine Rückkehr möglich, schätzt Thalhammer.

http://www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_deggendorf/

Erste Evakuierungen im Landkreis Deggendorf aufgehoben

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

 


Allmählich entspannt sich die Hochwasser-Lage in den Krisengebieten im Kreis Deggendorf. „Wir hoffen, dass nichts mehr passiert. Es besteht aber immer noch die Gefahr, dass durchweichte Dämme brechen,“ sagte ein Sprecher des Landratsamtes am Freitag. Nach wie vor gilt für die Donau zwischen Straubing und Passau die höchste Hochwassermeldestufe 4. Die Autobahn 92 bei Deggendorf ist seit Freitagmorgen wieder geöffnet. Die A3 bleibt hingegen im Hochwassergebiet weiter gesperrt.
23:51 Uhr – Das Landratsamt Rottal-Inn warnt vor Verunreinigungen im Trinkwasser. Es sei nicht auszuschließen, dass im Bereich der Gemeinden Postmünster und Dietersburg, in den Ortsteilen Nöham und Dietersburg aus der Trinkwasserversorgungsanlage des Zweckverbandes Wasserversorgung Rottal entnommene Trinkwasser mikrobiologisch verunreinigt ist. Das Wasser vorsorglich abkochen. Wenn das Wasser leicht nach Chlor riecht, sei es unbedenklich, so das Landratsamt Rottal-Inn.
21:00 Uhr – Nach ersten Berechnungen der Stadtverwaltung sind in Passau 800 Gebäude und insgesamt 5000 Menschen vom Hochwasser betroffen.
20:56 Uhr – In Passau haben 80 Prozent der vom Hochwasser betroffenen Haushalte wieder Strom.
20:30 Uhr – Die Hilfsbereitschaft für die Flutopfer ist überwältigend. Das Bistum Passau stellt 3,5 Millionen Euro Soforthilfe zur Verfügung, die ZF Friedsrichshafen AG spendet eine Million Euro. Und die PNP bedankt sich bereits für 1479 Spender! Weitere Infos und alle Spender der PNP-Fluthilfe finden Sie hier.
20:22 Uhr – Der BR meldet in seiner Sondersendung, dass die Bewohner Fischerdorfs frühestens am Sonntag in ihre Häuser bzw. Wohnungen zurückkehren können.
20:12 Uhr – Die Stadt Passau hat nochmals aktuelle Informationen veröffentlicht: So wurden bisher 427 der gemeldeten Schadensfälle begutachtet. Die für diese Schäden geschätzte Summe beträgt ca. 30 Millionen Euro. Alle Infos hier.
19:51 Uhr – Weitere evakuierte Orte im Kreis Deggendorf dürfen am Samstag, 10 Uhr, wieder betreten werden. Das gilt nicht für die überschwemmten Gebiete im Polder Fischerdorf und Niederalteich. Weitere Informationen dazu lesen Sie hier.
19:41 Uhr – Nachfolgend die aktuellen Pegelstände der Donau:
– Straubing: 5,83 Meter (Meldestufe 3)
– Deggendorf: 6,83 (4)
– Vilshofen: 6,54 Meter (4)
– Passau 9 Meter (4)
19:21 Uhr – Am Fürstbischöflichen Opernhaus Passau ist immenser Schaden entstanden. Nach ersten Schätzungen geht man von 1,2 Millionen Euro aus, erklärt Konrad Krukowski, der Pressesprecher des Landestheaters Niederbayern. Weitere Infos.
19:11 Uhr – Auch in Erlau bei Obernzell wird kräftig gearbeitet, um die Schäden der Flut zu beseitigen. Weitere Helfer werden benötigt.
19:06 Uhr – Der Deutsche Feuerwehr-Verband (DFV) berichtet, dass in diesen Tagen bundesweit insgesamt ca. 70.000 Feuerwehr-Einsatzkräfte in den Krisengebieten helfen. Es ist der mit Abstand größte Feuerwehreinsatz seit dem Bestehen der Bundesrepublik Deutschland.
19:00 Uhr – Die Evakuierung der Ortschaften Kleinschwarzach (Gemeinde Offenberg) und Zeitldorf (Markt Metten) ist ab sofort aufgehoben. Die Bewohner können in ihre Häuser zurückkehren. Das teilt der Krisenstab des Landkreises Deggendorf mit.
18:55 Uhr – Osterhofens Bürgermeisterin Liane Sedlmeier besucht in diesen Minuten die Helfer und informiert sich vor Ort über die aktuelle Situation.
18:31 Uhr – Der Bayerische Rundfunk sendet heute Abend (20.15 Uhr) eine Sondersendung „Die Flutkatastrophe“. Darin berichtet der TV-Sender vom Engagement der Helfer und schaltet live in die Krisengebiete in Bayern. Auch ein PNP-Redakteur wurde bei der Arbeit gefilmt. Mehr Infos zur Sendung finden Sie hier auf der Internetseite des BR.
18:10 Uhr – Die Warnung vor markantem Wetter ist inzwischen wieder vom DWD aufgehoben worden. Aber am Wochenende ist vereinzelt mit Schauern und Gewittern zu rechnen.
18:00 Uhr – Die Sportfreunde Stiller haben bekannt gegeben, dass sie Benefizkonzerte in Passau und Rosenheim geben werden. Details werden nächste Woche veröffentlicht.
17:32 Uhr – Der Inn-Pegel in Passau ist inzwischen auf 5,85 Meter, gesunken, das heißt der Wasserstand liegt unter der Meldestufe 2 (6 Meter).
17:10 Uhr – Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor Gewittern mit Starkregen in Teilen Niederbayerns. Weitere Infos finden Sie hier.
16:50 Uhr – In Plattling findet am diesem Wochenende das Volksfest statt. Natürlich ist die Stimmung im Angesicht der Naturkatastrophe gedrückt. Deshalb wurde das Feuerwerk abgesagt, das Geld wird stattdessen für die Flutopfer gespendet. Das Programm des Festes finden Sie hier.
16:21 Uhr – „Deggendorf räumt auf“ koordiniert die Einsätze der Helfer – alle Anlauf- und Koordinationsstellen finden Sie auf einer Karte.
16:13 Uhr – Die Passauer Stadtratsfraktionen um Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) haben in einer gemeinsamen Erklärung einen Appell an alle „Nicht-Passauer“ veröffentlicht: In diesen Tagen werde die Infrastruktur wieder hergestellt. „Wir freuen uns schon bald über möglichst viele Besucher. Jeder, der in Passau einkauft, isst, trinkt und übernachtet, hilft unseren Geschäften, Gewerbetreibenden“ und somit der gesamten Wirtschaft der Stadt und des Passauer Landes.“
16:07 Uhr – Aufgrund der Sperrung der A 3 zwischen Garham/Vilshofen und Straubing ist die Verkehrslage in der Region weiterhin angespannt. Gerade Pocking ist dadurch ein Nadelöhr geworden. Es bilden sich lange Staus. Das bleibt die kommenden Tage auch so.
16:03 Uhr – Die Autobahn A8 ist ab Samstagnachmittag wieder zweispurig befahrbar. Die Reparaturarbeiten gingen schneller voran als gedacht. Ursprünglich hatten die Experten befürchtet, dass die A8 auf Höhe Grabenstätt bis Ende Juni gesperrt sein werde. Weitere Infos.
15:59 Uhr – Alle wichtigen Infos zu Verkehr und Schulbetrieb in Passau sowie Impfschutz bei den Aufräumarbeiten finden Sie hier.
15:51 Uhr – Die Stadt Passau teilt mit, dass die Marienbrücke über den Inn von 17 bis 21 Uhr für den Verkehr freigegeben wird. Danach wird erneut vollständig gesperrt, um angeschwemmtes Treibholz zu entfernen. Weiterhin gesperrt bleibt die Freyunger Straße in der Ilzstadt. Die Innstraße ist hingegen frei.
15:45 Uhr – Im Landkreis Straubing-Bogen können die Einwohner aller evakuierten Ortschaften sofort wieder in ihre Häuser zurückkehren. Das teilte das Landratsamt mit. Sämtliche Notunterkünfte im Landkreis würden aufgelöst. Die Lage sei zwar noch nicht endgültig entschärft, entspanne sich aber aufgrund der sinkenden Pegelstände.
15:39 Uhr – Die Zahnradfabrik (ZF) hat bekannt gegeben, dass das Unternehmen für die Flutopfer eine Million Euro spendet. Weitere Infos finden Sie hier.
15:29 Uhr – Der FC Bayern München kommt zum Benefizspiel nach Passau, Zweitligist 1860 München spielt am Samstag, 15. Juni (13 Uhr), in Deggendorf – gegen GW Deggendorf. Alle Infos rund um diese beiden Hilfsaktionen finden Sie hier.
15:12 Uhr – Der Bund Naturschutz hat am Freitag in Passau scharfe Kritik an der bayerischen Hochwasservorsorge geübt. So hätte in Niederalteich längst ein geplanter Querschott zwischen Donau- und Ohedeich verhindern können, dass die Wassermassen ungehindert in das Wohngebiet fließen, behauptet Georg Kestel, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Deggendorf. Mehr dazu lesen Sie hier.
15:02 Uhr – Der Gospelchor „Lichtstrom“ gibt am Samstag, 15. Juni in Ruderting ein Benefizkonzert für die Flutopfer. Das teilt uns Goswinde Hellge mit. Wenn Sie auch Benefinzveranstaltungen organisieren, können Sie diese kostenlos in den Veranstaltungskalender eintragen oder uns per Email mitteilen: redaktion@regioevent.de .
14:51 Uhr – Die Situation auf den Autobahnen A3 und A92 bleibt wohl über das Wochenende unverändert, berichtet Christian Unzner, Leiter der Dienststelle Regensburg der Autobahndirektion Südbayern. Heißt: Die A92 ist einspurig befahrbar. Die A3 bleibt gesperrt, weil sich noch immer Wasser auf der Fahrbahn befindet.
14:16 Uhr – Ein Vertreter vom Bund Naturschutz hat heute in Passau erklärt, wie die Gemeinde Niederalteich vor dem Hochwasser geschützt hätte werden können:
14:02 Uhr – Aus Sicht Österreichs hat deutsches Missmanagement beim Hochwasserschutz die Katastrophe verstärkt. Der Wirtschaftsminister der Alpenrepublik, Reinhold Mitterlehner (ÖVP), sagte vor dem Treffen der EU-Energieminister am Freitag in Luxemburg er wolle nicht von Fehlern sprechen, fügte aber hinzu: „Ich glaube, es waren langfristige Fehlentwicklungen, die auch teilweise vorher Experten mitgetragen haben.“ Dass es günstig sei, Flüsse in Korsette zu zwingen oder auf Auengebiete zu verzichten, habe sich mittlerweile als „eher gewagte Überlegung“ herausgestellt.
13:55 Uhr – Hilfe aus dem Bayerwald: Norbert Gibis hat gerade auf Facebook gepostet, dass morgen drei VW Busse von der Apotheke in Mauth (Landkreis Freyung-Grafenau) in Richtung Passau aufbrechen. Mehr dazu hier.
13:51 Uhr – Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch hat sich heute schon an der Uni über die Schäden informiert. Mehr dazu – inklusive vieler Fotos – finden Sie hier.
13:48 Uhr – Auf der A92, die heute früh jeweils einspurig freigegeben wurde, herrscht im Hochwasser-Bereich Tempo 20. An der Anschlussstelle Landau wird in Richtung Deggendorf von der Polizei „selektiert“. Das heißt: Die Autofahrer werden angehalten und gefragt, wo sie hinmöchten. Wer eigentlich auf die weiter gesperrte A3 will, wird über die B20 ausgeleitet. Dabei kommt es nach Angaben aus dem Polizeipräsidium Niederbayern immer wieder zu kleineren Stauungen.
13:26 Uhr – Der Deutsche Wetterdienst (DWD) meldet: „Heute muss im Süden und Südosten Deutschlands mit einzelnen Schauern und Gewittern gerechnet werden. Örtlich können diese von Starkregen bis 20 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit und Windböen bis 60 km/h begleitet sein.“
13:20 Uhr – Der Schulbetrieb im Landkreis Deggendorf läuft ab Montag wieder ganz normal. Einzige Ausnahme: Niederalteich. Mehr dazu lesen Sie hier.
13:11 Uhr – Die Kollegen von „unserRadio“ liefern eine ausführliche Liste, wo und wie Sie Betroffenen helfen können. Zum Überblick.
13:07 Uhr – Das Passauer Erlebnisbad „peb“ hat seit Donnerstag wieder geöffnet. Die Öffnungszeiten von Frei- und Hallenbad: täglich von 9 bis 21 Uhr.
13:04 Uhr – Auch das Museum Moderner Kunst (MMK) in Passau ist vom Hochwasser betroffen. „Im Vergleich zu anderen Betroffenen sind wir relativ gut davon gekommen“, heißt es. Mehr dazu lesen Sie hier.
12:54 Uhr – Am Fürstbischöflichen Opernhaus in Passau ist durch das Hochwasser ein Schaden von Mindestens 1,2 Millionen Euro entstanden. Mehr dazu lesen Sie hier.
12:42 Uhr – Auch der Passauer Bischof Wilhelm Schraml hat am Donnerstag angekündigt, den Flutopfern zu helfen. Nun teilt die Diözese Passau mit, dass 3,5 Millionen Euro Soforthilfe zur Verfügung gestellt werden. Mehr dazu lesen Sie hier.
12:38 Uhr – Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) gibt bekannt, dass die vbw je 50.000 Euro an die Landkreise Deggendorf und Passau spendet.
12:20 Uhr – Auch so können Einsatzkräfte helfen: Per Boot wurde das Brautpaar Claudia Krompaß und Dusan Sabol zum Passauer Rathaus gebracht. Zum Foto.
11:56 Uhr – Die Sperrung der Kreisstraße DEG 4 ab der Einmündung DEG 24 in Steinkirchen bis zur Einmündung DEG 13/Donaufähre wird ab sofort aufgehoben.
11:45 Uhr – Im überfluteten Niederalteich ist Hoffnung zurückgekehrt. Bürgermeister Josef Thalhammer zur PNP: „Der Zeiger steht auf Hoffnung.“ Mehr dazu lesen Sie hier.
11:36 Uhr – Der FC Bayern München kommt zu einem Benefizspiel nach Passau. Mehr dazu lesen Sie hier.
11:21 Uhr – Die Caritas Passau gibt ab sofort bis Dienstag täglich am Residenzplatz 200 warme Mittagessen für Hochwasser-Opfer und -Helfer aus.
11:14 Uhr – Der DGB Rechtsschutz Passau teilt mit, dass er auch Nichtmitgliedern kostenlose Beratung bei Fragen in Zusammenhang mit Hochwasserhilfe und Berufstätigkeit anbietet (0851/951660)
11:10 Uhr – Das Landratsamt Deggendorf meldet: „Personen, die in den Überschwemmungsgebieten wohnen oder dorthin in die Häuser zurückkehren werden, wird empfohlen, das Trinkwasser zunächst einige Minuten aus dem Hahn ablaufen zu lassen und vor Gebrauch sicherheitshalber abzukochen.“
10:45 Uhr – Die Überschwemmungen an der niederbayerischen Donau haben gezeigt: Viele Deiche halten Hochwasser nicht mehr stand. „Im Hinblick auf das jetzige Hochwasser sind die Deiche zu niedrig. Die Deiche bieten Schutz gegen ein Hochwasserereignis, wie es etwa alle 20 bis 30 Jahre eintritt“, sagte Hermann Waas vom Wasserwirtschaftsamt Deggendorf. Mehr dazu lesen Sie hier.
10:33 Uhr – Gute Nachricht aus Ruckasing bei Osterhofen: Von den einst gefährdeten Deichen geht laut Feuerwehr keine Gefahr mehr aus. Mehr dazu lesen Sie hier.
10:30 Uhr – Der Landkreis Deggendorf hat ein Spendenkonto für die Hochwassergeschädigten eingerichtet:
Kennwort: Hochwasserhilfe
Empfänger: Landkreis Deggendorf
Konto: 380 000 760
BLZ: 741 500 00 (Sparkasse Deggendorf)
10:27 Uhr – In Pfelling (Landkreis Straubing-Bogen) und Straubing hat die Donau mittlerweile „nur“ noch Hochwasser-Meldestufe 3. In Regensburg ist man bereits bei Meldestufe 2 angekommen. In Deggendorf liegt die Donau aktuell bei rund 7,20 Meter (Meldestufe 4). Auch in Passau weicht die Donau immer mehr zurück, aktuell steht sie etwa 9,30 Meter hoch. Der Inn liegt bei unter 6 Metern (Meldestufe 1).
10:24 Uhr – Das Kurhaus Schärding hat wieder geöffnet. Laut eigenen Angaben können Therapien wieder ohne Einschränkung durchgeführt werden. Der Kurpark ist jedoch noch nicht begehbar.
10:16 Uhr – Für folgende Badeseen im Landkreis Deggendorf gilt derzeit ein Badeverbot: Sattlinger Weiher bei Winzer, Hackerweiher bei Stauffendorf, Burgsee bei Natternberg, Luberweiher bei Seebach. „Es ist davon auszugehen, dass sich aufgrund des Hochwassers krankmachende Keime im Wasser befinden“, so das Landratsamt.
10:14 Uhr – Die Passauer Facebook-Gruppe „Mamas helfen“ bittet darum, keine weiteren Sachspenden bei ihnen abzugeben. Die Hilfsbereitschaft ist so groß, dass die Helfer schon so viele Spenden bekommen haben, dass sie nun an die Kapazitätsgrenze gelangt sind. Wichtiger wäre, dass Opfer hier langsam die Spenden abholen.
10:09 Uhr – Die Stadt Passau hat nun einen Pendelbus in die Innstadt eingerichtet. Die Route: Achleiten – Schmidgasse – Marienbrücke – Stadttheater und zurück über den Mariahilfberg nach Achleiten. Der Pendelbus verkehrt im Stundentakt.
10:06 Uhr – Die Stadt Deggendorf hat eine Hotline für Sachspenden eingerichtet: Mehr zum Thema lesen Sie hier
09:46 Uhr – Die Hilfskräfte arbeiten unermüdlich im Krisengebiet und sie kommen nicht nur aus der Region. In Passau helfen derzeit unter anderem Feuerwehrmänner aus dem Spessart, aus Garmisch-Partenkirchen oder Heidenheim (Baden-Württemberg)
09:20 Uhr – Passaus Landrat Franz Meyer fährt gerade mit seinem Dienstwagen über den Ludwigsplatz, am Dach ein Blaulicht, vor der Windschutzscheibe ein Feuerwehr-Schild. Er telefoniert und wirkt ernst. Im Hintergrund heulen Sirenen.
09:18 Uhr – In Pfarrkirchen wurden vier Trinkwasserproben zur Untersuchung genommen. Derzeit gilt: Wasser abkochen.
09:11 Uhr – Passau: Die Hilfswelle ist ungebrochen. Aus ganz Deutschland kommen Helfer mit z.T. bis unters Dach vollgepackten Autos mit Schaufeln, Gummistiefeln etc.
09:01 Uhr – Passau, Marienbrücke: Laut Auskunft der Stadt Passau wird die Brücke heute wieder zum Berufsverkehr für 3-4 Stunden geöffnet, also voraussichtlich zwischen ca. 16.00 und 20.00 Uhr.
08:56 Uhr – Passau: Großes Baggern an der Innprommenade in Passau: Mit schwerem Gerät wird dem Schlamm zu Leibe gerückt – die gelben und grünen Sitzbänke stehen trotzdem zum Teil noch unter Wasser.
08:19 Uhr – Laut Angaben des Landratsamts Deggendorf verkehrt die Waldbahn auch heute zwischen Plattling und Deggendorf im 30-Minuten-Takt – zwischen 9 und 19 Uhr. Die Abfahrtszeiten von Deggendorf: jeweils=““ # <=““ style=“color: #cc0000;“>
08:16 Uhr – 120 Monteure sind derzeit in Passau im Einsatz, um die Stromversorgung wieder herzustellen.
07:34 Uhr – Passau: Die Zufahrt in die Innstadt Gottfried-Schäffer-Straße, Innbrücke und Kapuziner Straße wird heute ab 8.30 Uhr wegen notwendiger Aufräumarbeiten erneut gesperrt. Der Pendelbus fährt im
30-Minuten-Takt zwischen Achleiten und Jahnstraße. Fußgänger und Radfahrer können passieren.
06:30 Uhr -Die A 92 zwischen Deggendorf und Anschlussstelle Plattling ist in beiden Fahrtrichtungen – einspurig – wieder frei! Achtung: Es ist keine Abfahrt am Autobahnkreuz Deggendorf auf die A 3 in Richtung Passau oder Regensburg möglich!
06:30 Uhr – Der Donau-Pegel in Deggendorf beträgt 7.40 Meter, in Passau 9,39 Meter. Damit führt die Donau immer noch ein Hochwasser von bisher nicht gekanntem Ausmaß.
06:02 Uhr – Die Deiche an der Donau haben in der Nacht alle gehalten. Weitere Informationen folgen.
06:01 Uhr – Die A92 steht kurz vor der Öffnung. Innerhalb der nächsten halben Stunde soll sie wieder für den Verkehr freigegeben werden.
06:00 Uhr – Die Passauer helfen. Und ihnen wird gedankt, wie auf diesem Foto zu sehen.
05:50 Uhr – Die Bürger Pfarrkirchens (Landkreis Rottal-Inn) wurden bereits am Donnerstag gebeten, dass Trinkwasser abzukochen, teilen die örtlichen Stadtwerke mit. Eine routinemäßige Untersuchung hat am Donnerstag ergeben, dass das Wasser einen auffälligen mikrobiologischen Befund aufwies. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Verunreinigung, die an einer privaten Einnahmestelle festgestellt wurde, aus dem städtischen Trinkwasserversorgungsnetz kommt.
05:40 Uhr – Erleichterung für Helfer in Passau: Die Stadtgalerie lässt seit Donnerstagnachmittag alle Aufräum-Helfer kostenlos in ihrem Parkhaus parken. Das Angebot gilt bis einschließlich Samstag, jeweils von 8.30 bis 20.30 Uhr.

http://www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_deggendorf/

Wasserwirtschaftsamt Deggendorf: „Die Deiche sind zu niedrig“

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

 


Die Überschwemmungen an der niederbayerischen Donau haben gezeigt: Viele Deiche halten Hochwasser nicht mehr stand. „Im Hinblick auf das jetzige Hochwasser sind die Deiche zu niedrig. Die Deiche bieten Schutz gegen ein Hochwasserereignis, wie es etwa alle 20 bis 30 Jahre eintritt“, sagte Hermann Waas vom Wasserwirtschaftsamt Deggendorf . Seiner Einschätzung nach handele es sich beim jetzigen Hochwasser um eines, das alle 50 Jahre vorkomme. Technisch seien die Deiche in gutem Zustand.

„Das vorhandene Hochwasserschutzsystem an der Donau wurde in den Jahren 1927 bis 1957 errichtet“, heißt es auf der Internetseite des Bundesverkehrsministeriums. Dieser Schutzgrad entspreche aber nicht mehr den aktuellen Anforderungen. „Auch der bauliche Zustand der Deiche entspricht oftmals nicht den Regeln der Technik; bei hohen Wasserständen ist sogar die Standsicherheit der Deiche gefährdet.“

Besonders in den Deichvorländern, also den Bereichen zwischen Donau und Deichen, habe sich die Sicherheit der Deiche in den letzen Jahrzehnten vermindert, so die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. Grund dafür seien beispielsweise der steigende Anbau von Mais und die schnell wachsenden Pappelwälder an den Ufern und im Deichvorland: Diese Abflussbarrieren führten bei Hochwasser zu kritischen Wasserständen, denen Deiche nicht mehr standhalten können.

Der Freistaat Bayern ist für Instandsetzung und Unterhalt von rund 1400 Kilometer Flussdeichen zuständig. 400 Kilometer Deiche, die nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen, wurden seit 2001 in Bayern nachgerüstet und zusätzliche Schutzmaßnahmen gebaut, wie das Umweltministerium im Flussbericht Bayern 2012 mitteilte.

Nach der Überprüfung der Deiche begannen in den 1990-er Jahren Sanierungsarbeiten. Die Flutkatastrophen 1999, 2002 und 2005 verdeutlichten die Notwendigkeit, veraltete Deiche zu sanieren. Die Staatsregierung hatte deshalb ein Aktionsprogramm 2020 erstellt. Ziel: Die Sanierung bestehender Deiche, die Wiederherstellung natürlicher Überschwemmungsflächen durch Deichrückverlegungen und der Bau gesteuerter Flutpolder – eingedeichte, niedrig gelegene Gelände in Flussnähe.

http://www.pnp.de/826292#1043226421

 

Während in Bayern die Pegelstände fallen, bedroht das Hochwasser jetzt vor allem die nördlichen Bundesländer. So   rückt der höchste Punkt der Elb-Flutwelle nach Sachsen-Anhalt vor. Auch Niedersachsen wappnet sich gegen das steigende Wasser.

Das Hochwasser hält die Menschen an Elbe und Donau nach wie vor in Atem. Der höchste Punkt der Flutwelle auf der Elbe bewegt sich derzeit auf Sachsen-Anhalt zu. Sie werde noch gewaltiger sein als ursprünglich angenommen, hieß es. Der Pegelstand hatte am Freitag die Sieben-Meter-Marke in Magdeburg überschritten. Beim verheerenden Hochwasser 2002 waren es 6,72 Meter. Normal sind für die Elbe dort knapp 2 Meter.

Wie der Krisenstab der Landesregierung von Sachsen-Anhalt mitteilte, werden nach neuesten Prognosen die Pegelstände in Magdeburg im Bereich Strombrücke 7,40 Meter erreichen. Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) sagte, es seien 2000 zusätzliche Bundeswehrsoldaten angefordert worden. „Es ist ernst. Es ist sogar sehr ernst“, fügte er hinzu.

Im Landkreis Anhalt-Bitterfeld sind zehntausend Menschen aufgerufen, ihre Wohnungen zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen. Hier versuchen Arbeiter mit schwerem Gerät ein Leck zu schließen, das sich im aufgeweichten Erdreich zwischen zwei Seen gebildet hat. Durch die Arbeiten bestehe aber auch die Gefahr, dass sich das Loch vergrößert. Dann könnte eine Flutwelle auf Bitterfeld zurollen.

Patrouillen gegen Plünderer in Dresden

Zum Schutz vor Plünderern will die Polizei in Dresden verstärkt in den evakuierten Gebieten auf Patrouille gehen. Wie die Polizei mitteilte, ist die Kontrolle der Zufahrtswege zu den überschwemmten Stadtteilen ein Schwerpunkt der kommenden Tage. Bislang seien aber keine Plünderungen bekannt. Auch die Deiche will die Polizei weiter kontrollieren, um Katastrophentourismus zu verhindern. In Sachsen-Anhalt hält die Polizei ebenfalls verstärkt nach Plünderern Ausschau.

In Halle lässt inzwischen der Druck auf die Dämme nach. Am Sonntag will Bundespräsident Joachim Gauck Hochwasserregionen an Saale und Elbe besuchen.

In Brandenburg wird die Kleinstadt Mühlberg wegen des Elbhochwassers geräumt. „Die Stadt ist nicht mehr sicher“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Aufrufe zum Verlassen der Stadt sind aus Lautsprecherwagen der Polizei zu hören; vor vielen Haustüren und Kellerfenstern liegen Sandsäcke. Am Mittag hatte der Elbe-Scheitel die 2100-Einwohner-Stadt erreicht. Der Wasserstand lag mit 9,88 Metern zehn Zentimeter unter dem der sogenannten Jahrhundertflut 2002. Ausgelegt sind die Deiche dort auf zehn Meter Wasserhöhe. Der Druck auf die Dämme ist jedoch enorm, es gibt mehrere Sickerstellen. Taucher versuchten, einen unterspülten Deich zu sichern.

In Niedersachsen hoffen die Menschen wieder: Nachdem die Prognosen für die höchsten Pegelstände zwei Tage in Folge nach unten korrigiert wurden, setzen jetzt viele Anwohner darauf, dass es für sie diesmal doch nicht so schlimm kommt, wie bisher befürchtet. Die höchsten Pegelstände werden dort erst für Mittwoch erwartet.

In Bayern, wo es stellenweise noch dramatisch aussieht, zieht sich das Hochwasser langsam zurück, und die Pegelstände fallen. Allerdings sind Schauer und Gewitter in den nächsten Tagen möglich. Die Wasserstände könnten darum wieder leicht steigen.

Mindestens sieben Hochwassertote in Deutschland

Bundesweit stemmen sich an die 70.000 Feuerwehrleute und mehr als 11.300 Bundeswehrsoldaten gegen die Flut. Mindestens sieben Menschen sind seit Beginn des Hochwassers in Deutschland gestorben; mehrere werden vermisst. So wurde ein 74-jähriger Helfer am Donnerstagabend in Wittenberg von einem Radlader erfasst und tödlich verletzt. Zuvor waren zwei Menschen bei Hilfsaktionen kollabiert und gestorben.

In Baden-Württemberg starben ein Feuerwehrmann und zwei weitere Menschen. In der Gera bei Arnstadt suchen Polizei und Feuerwehr nach einem im Wasser treibenden Mann. Ein Zeuge hatte ihn am Donnerstag im Fluss gesehen und die Rettungskräfte verständigt.

An der Mosel wird ein 16-Jähriger vermisst. Er war am Mittwoch mit zwei Freunden von einer acht Meter hohen Eisenbahnbrücke in den reißenden Fluss gesprungen. Die Freunde gelangten ans Ufer, der 16-Jährige ging unter – und wird seitdem vermisst. Es sei stark anzunehmen, dass er nicht mehr lebe, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei.

URL: http://www.spiegel.de/panorama/hochwasser-in-deutschland-hoffnung-in-niedersachsen-a-904479.html

Stadt Deggendorf richtet Hotline für Sachspenden ein

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

 


In Kooperation mit dem Kreisjugendring und dem Kaufhaus wahrenWert gibt es ab sofort eine Koordinationsstelle für die Bereitstellung und Abholung von Sachspenden für die Opfer der Hochwasserkatastrophe, wie die Stadt Deggendorf mitteilt.

Spender und Bedürftige melden sich bitte beim Kreisjugendring, Amanstr. 21, unter

Hotline:0991/29792750Mail:Deggendorf-hilft@gmx.deFacebook:http://www.facebook.com/KJRDeggendorf

Besetzt ist die Hotline an Wochentagen täglich von 10.00 Uhr bis ca. 20.00 Uhr, am Wochenende von 10.00 Uhr bis ca. 18.00 Uhr

Zu spendende Sachen sollen in gutem Zustand und funktionsfähig sein. Spenden sollen vorab über die Hotline beim KJR Deggendorf angemeldet werden. Wenn möglich sollten die Sachen dann vor Ort zu Hause bereit gehalten und bei Bedarf ins Lager beim Kaufhaus wahrenWert in Deggendorf transportiert werden, da vorläufig die Lagerkapazitäten nur für die am dringendsten benötigten Gegenstände reichen. In Ausnahmefällen kann der Transport auch durch den KJR organisiert werden.

Hilfesuchende melden sich ebenfalls bei der Hotline. Die Sachen können dann im Lager gesichtet und gleich mitgenommen werden. Gezielte Suchen und der Transport zu den Betroffenen sind in Ausnahmefällen möglich.

Vorrangig werden zur Zeit folgende Gegenstände gesucht:

•Kleidung, Decken (bitte alles so, dass es sofort verwendet werden kann)

•Matratzen (bitte zunächst nachfragen, ob noch abgegeben werden kann)

•Tierfutter

•Hygieneartikel (Duschgel, Shampoo, Zahnbürsten …)

•Elektrogeräte (Waschmaschinen, Öfen, Föhne etc. ) – bitte alle funktionstüchtig

•Dauerhaft haltbare Lebensmittel (Dosen, Nudeln, Müsliriegel, …)

Die Ausgabestelle beim Kaufhaus wahrenWert in der Stadtfeldstr. 11 hat Montag bis Mittwoch von 08.30 Uhr bis 16.00 Uhr, Donnerstag und Freitag von 08.30 Uhr bis 16.30 Uhr geöffnet. Eine Sonderöffnung gibt es außerdem Samstag den 08.06. und 15.06. von 08.30 Uhr bis 16.30 Uhr. Es wird empfohlen, die Verfügbarkeit der erforderlichen Gegenstände vorher über die Hotline beim Kreisjugendring abzufragen. -pnp

http://www.pnp.de

„Wie eine Geisterstadt“

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

Aus Deggendorf berichtet Gesa Mayr

Der Stadtteil Fischerdorf steht komplett unter Wasser – dennoch harren Menschen in ihren Häusern aus. Nachts sehen die Einsatzkräfte mit ihren Booten in den überfluteten Straßen nach dem Rechten. Patrouillenfahrt durch das dunkle Deggendorf.

„Es ist unbeschreiblich schlimm. Das übersteigt alle Dimensionen“, sagte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer, nachdem er mit dem Helikopter über Deggendorf geflogen war. Das ist der Eindruck aus der Höhe, aber auch aus der Nähe lässt sich die Hochwasserkatastrophe nicht besser begreifen.

Der Stadtteil Fischerdorf steht komplett unter Wasser, eine braungelbe Brühe hat sich in den Straßen ausgebreitet, Zäune, Carports, Verkehrsschilder geschluckt. Die Häuser stehen mindestens bis zum ersten Stock unter Wasser. Trotzdem sind einige Menschen daheim geblieben. Weil sie nicht aus ihrem Zuhause weg wollen, weil sie Angst vor Plünderungen haben, weil sie ihr Leben nicht zurücklassen wollen.

Für sie sind auch in der Nacht noch rund 20 Einsatzkräfte da. Einsatzleiter Roland Vogt und sein Team kümmern sich um die 50 Deggendorfer, die in den Obergeschossen ihrer Häuser ausharren. „Das haben wir zu akzeptieren“, sagt Vogt. „Ich kann das verstehen“, sagt Florian Uhlmann. Er ist einer der Bootsführer, die nachts auf den überfluteten Straßen von Haus zu Haus fahren. Bereits zum sechsten Mal fährt er diese Nacht durch die Wasserstraßen. Ein Kollege von der Wasserwacht leuchtet ihm mit einer Taschenlampe den Weg, schaut nach Hindernissen.

Ruhig und dunkel liegt Fischerdorf vor den Rettungskräften. Auf dem Wasser dümpeln Treibholz und Müll. Es riecht nach Diesel, was an dem ausgelaufenen Heizöl liegt. „Wie eine Geisterstadt“, sagt Uhlmann. Das stimmt, aber nur ein bisschen. Der Stadtteil sieht aus, als seien die Bewohner nur mal schnell beim Bäcker um die Ecke. Bei Schlachter Schiller steht das Sonderangebot in der Scheibe, in den oberen Fenstern baumelt Schmuck – es würde einen nicht wundern, wenn jemand die Gardine zur Seite zöge, um zu schauen, wer da nachts durch die Straßen zieht.

Die nächtliche Fahrt ist riskant

Es geht vorbei an versunkenen Autos und überfluteten Vorgärten. Irgendwo schwappt Wasser durch ein Küchenfenster, auf der Kreuzung Altholzstraße/Hauptstraße schwimmt einsam ein Gartenzwerg.

Bis zu zwei Meter ist das Wasser tief. An manchen Stellen ragen nur noch Verkehrsschilder heraus. Auch die Freiwillige Feuerwehr steht unter Wasser, vor einem Mietwagen-Laden steht ein vollgelaufenes Auto.

Die nächtlichen Fahrten sind nicht gerade ungefährlich. Die Boote sind durch das ölige Wasser rutschig geworden. Wenn der Motor läuft, ist es besonders riskant: Das Treibholz darf nicht ins Getriebe geraten. Aber die Einsatzkräfte müssen nach den Bedürfnissen der Verbliebenen schauen. Im Dunkeln orientieren sie sich an Verkehrsschildern und den aus dem Wasser ragenden Zaunpfählen. „Das sind Fahnenstangen für uns, wenn’s finster ist.“

Der Pegel sinkt, das sieht man an den Häusern. Dort, wo das Wasser schon zurückgegangen ist, sind die Mauern heller. Am Donnerstag müssen es ungefähr 50 Zentimeter gewesen sein.

Momentan liegt der Pegel bei 7,78 Meter, die Schutzwände in Deggendorf sind auf 7,40 Meter konzipiert. Der höchste Stand maß 8,01 Meter – Rekord in Deggendorf.

Das Wetter spielt erst mal keine Rolle mehr

„Das ist eine Katastrophe für Niederbayern, die so noch nie dagewesen ist“, sagt Peter Erl, stellvertretender Landrat von Deggendorf. „Dagegen ist das Hochwasser von 1954 ja Peanuts gewesen.“ Man habe die Situation momentan zwar im Griff.

„Aber es kann jederzeit etwas passieren.“ Von den Rettungskräften wurde deswegen noch keiner zurückgeschickt, alle halten sich bereit. Erl konzentriert seinen nächsten Schritt jetzt auf das Verkehrschaos.

Deggendorf liegt rund 150 Kilometer nordöstlich von München. Etwas mehr als eine Stunde braucht man normalerweise mit dem Auto, momentan sind es mindestens drei. Das Hochwasser hat die kleine Stadt nahezu eingekesselt. Das macht die Arbeiten nicht leichter.

120.000 Menschen leben im Landkreis Deggendorf, auf gut 300 Quadratkilometern. Das heißt viel Fläche, viel Fahrerei. Immerhin ist nun die A92 wieder offen, eine von Deggendorfs Hauptverkehrsadern. Aber es soll doch wieder regnen? Ach, sagt Erl, man müsse sich erst wieder Sorgen machen, wenn es sehr, sehr viel regne. „Das Wetter spielt jetzt erst mal keine Rolle mehr.“

URL: http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/hochwasser-in-deggendorf-50-einwohner-harren-aus-a-904287.html

KBI Heller: „Keine Gefahr mehr für den Raum Ruckasing“

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Bayern

 

Die gute Nachricht: Die Pegel fallen. In der Stunde geht das Wasser an der Donau bei Osterhofen um drei Zentimeter zurück, berichtet Kreisbrandinspektor Klaus Heller am Freitagvormittag. Und obwohl sinkende Pegel immer noch eine Gefahr bedeuten für die aufgeweichten Deiche: Die Einsatzkräfte haben alle Bereiche im Griff, die sich am Donnerstag als problematisch erwiesen.

Die Feuerwehren sind permanent auf Dammwache und achten darauf, wo Sickerwasser durchtritt, das schlammig oder grau aussieht. Dies war seit Donnerstag an mehreren kleinen Stellen der Fall, so Klaus Heller. Doch die Feuerwehren und Flussmeister Franz Singula haben sich sofort darum gekümmert. „Ich sehe keine Gefahr mehr für den Raum Ruckasing“, sagt KBI Heller.

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