Wie viel Wasser kommt in die Havel?

Veröffentlicht: Juni 6, 2013 von fluthelfer in Havel

 

Im Süden und Osten Deutschlands kämpften die Menschen auch gestern mit dem Hochwasser. Geradezu beschaulich dagegen die Situation im Havelland. Fast geruhsam schlängelt sich die Havel in ihrem Bett. Doch die Situation wird sich in den kommenden Tagen ändern. Bei Grütz werde die Havel bis zum Wochenende einen Pegelstand von etwa zwei Metern erreichen, prognostizierte gestern Joachim Karp, Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Brandenburg, Außenstelle Rathenow, auf einer von Landwirten der Unteren Havel Nord anberaumten Sonderberatung. Für die Jahreszeit normal wären 1,40 Meter. Damit kommt Wasser auf die Wiesen. Wie sich die Situation entwickelt, werde vor allem davon abhängen, wie viel Wasser aus der Spree kommt. Es kann viel Wasser werden. „Böse ist auch die Vorschau für die Elbe“, so der Außenstellenleiter. Das diesjährige Elbhochwasser werde voraussichtlich die Dimension von 2002 erreichen.

Wie sich die Hochwassersituation auf die Untere Havel auswirkt, wird die kommende Woche offenbaren. Die Situation kann schlimm werden. Was Karp dann sagte, hörten die Landwirte nicht gern. Es könnte passieren, dass alle sechs Polder der Unteren Havel Nord für eine Flutung geöffnet werden, um Wasser aus der Havel aufzunehmen oder zu helfen die Elbe zu entlasten. Aufnehmen können die sechs Polder zusammen 80 bis 90 Millionen Kubikmeter Wasser. „Wir werden uns auf eine solche mögliche Situation vorbereiten“, sagte Rhinows Ordnungsamtsleiter Michael Mirschel. Für die Landwirtschaftbetriebe gehört zu diesen Vorkehrungen auf höher gelegenen Flächen Weidemöglichkeiten zu schaffen. Die Agrargenossenschaften Böhne und Hohennauen müssten jeweils etwa 500 Tiere umstellen. Noch während der Beratung kontaktierte Gerhard Stackebrandt, stellvertretender Vorsitzender des Kreisbauernverbandes, das zuständige Landesministerium, um Modalitäten für gewährte EU-Ausgleichszahlungen zu klären. Zügige Klärung wurde zugesagt. Auch Peter Haase von der Naturparkverwaltung bot Unterstützung bei der Bearbeitung von Anträgen an. Diese ermöglichen den Landwirten einen vorzeitigen Erntebeginn auf Naturschutzflächen, die normalerweise erst nach dem 15. Juni bewirtschaftet werden dürfen. Die Untere Naturschutzbehörde hat erste Anträge bewilligt. Problem ist nur der Zeitfaktor und das einige Flächen aufgrund von Frühjahrshochwasser noch nicht befahrbar sind. Werden alle Polder geflutet rechnen Landwirte mit 70 Prozent Ernteausfall. (Von Norbert Stein)

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12527162/19287300/Landwirte-bangen-Oeffnung-aller-sechs-Polder-der-Unteren.html

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