Land unter für Jenaer Multifunktionsarena

Veröffentlicht: Juni 6, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Grünen-Fraktionschefin warnt vor unüberlegten Entscheidungen und den unabsehbaren Zusatzkosten bezüglich der geplanten Multifunktionsarena in Jena.

Jena/Erfurt. Die Jenaer sollten sich angesichts des Hochwassers in den Saaleauen noch sehr viel genauer überlegen, ob dies der richtige Platz ist für eine Multifunktionsarena. Das sagt die Jenaer Landtagsabgeordnete der Grünen, Anja Siegesmund . Und sie betont, dass sie nicht die Flut zum Vorwand nehmen will, gegen ein ungeliebtes Projekt vorzugehen. Vielmehr zeige allein schon die Lage das Problem auf: „Es heißt nicht umsonst Saaletal und Saaleauen“, macht sie im Gespräch deutlich, dass auch in Zukunft mit Hochwasser in diesen Bereichen zu rechnen sein wird. Schon jetzt sind die Schäden am Ernst-Abbe-Sportfeld groß. Entstehen hier weitere Bauten, wie sie zu einer Multifunktionsarena gehören, dann sei mit unabsehbaren Folgekosten zu rechnen, wenn immer wieder die Flut in das Bauwerk eindringt.

Nach dem Hochwasser seien vor allem auch die Kommunen in der Pflicht, ganz genau hinzuschauen, wenn es um Baumaßnahmen geht. „Wer die Bilder vor Augen hat, wie der gesamte Stadionbereich unter Wasser steht, muss sich fragen, ob die Debatte zur Bebauung nicht noch einmal ganz neu geführt werden muss“, macht die Jenaerin deutlich. Sie rechnet damit, dass Überflutungen in den nächsten Jahren eher häufiger auftreten, falls weiterhin viele Flächen versiegelt und Hochwasserschutzmaßnahmen außer acht gelassen werden.

Bau der Multifunktionsarena neu diskutieren

Die Entscheidung, ob die Multifunktionsarena kommt, ist nicht vor Frühjahr 2014 zu erwarten, erklärt die Grüne. Weil so gesehen die Zeit nicht drängt, könnten nun vor allem auch der Hochwasserschutz und die Folgekosten in der Debatte die nötige Rolle spielen, hofft sie. „Wir müssen auf die Verhältnismäßigkeit achten: Es gibt Fördermittel, wenn die Co-Finanzierung steht. Das ist alles schön, aber die Betriebs- und Reparaturkosten, die Instandhaltungskosten und zusätzliche Hochwasserschutzmaßnahmen sind nicht eingepreist“, gibt Siegesmund zu bedenken. Sie will das geklärt wissen – und nicht wegen der kritischen Sicht auf das Bauwerk einfach in die Ecke der Gegner gestellt werden. „Wir sollten aus dem, was gerade passiert, die richtigen Lehren ziehen“, so Siegesmund.

Selbst war Siegesmund vom Hochwasser nur mittelbar betroffen: Ihre Kinder hatten schulfrei; seit gestern werden sie wieder unterrichtet. Dass dieses Hochwasser gerade auf Kinder eine enorme Wirkung hat, stellte sie bei ihrer Tochter fest: Das Mädchen malte Bilder von Fluten, in denen Wale schwammen. Sie hoffe, dass in den Schulen auf das Hochwasser und seine Ursachen nun auch eingegangen werde, so Siegesmund.

Quelle: otz.de

Bau der Multifunktionsarena neu diskutieren

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