Hochwasserwelle rollt auf den Kreis zu

Veröffentlicht: Juni 6, 2013 von fluthelfer in Havel

 

Die Hochwasserwelle rollt jetzt auf den Landkreis zu. Weil die Elbe so viel Wasser führt, wird sich das ebenfalls auf die Havelniederung bei Babe (Amt Neustadt) auswirken. „Wir richten uns jetzt auf die Flutung des Polders dort ein“, sagte Neustadts Amtswehrführer Heino Arndt gestern nach einem Gespräch mit dem Katastrophenschutz des Landkreises.

Bereits zum Wochenende könnte bei Babe Havelwasser in die Wiesen gelassen werden, um damit Druck aus der Elbe zu nehmen. Zuletzt wurde das beim Jahrhunderthochwasser vor elf Jahren notwendig. Nun wird bei Wittenberge am Sonntag ein Elbpegel von 8,20 Metern erwartet. Zum Vergleich: Beim sogenannten Jahrhunderthochwasser im Jahr 2002 stand der Pegel in Wittenberge bei 7,34 Meter.

Derzeit gilt die Lage rund um Babe noch nicht als katastrophal. Deshalb blieb es gestern auch nur bei „ersten Absprachen“, wie Wehrführer Arndt sagte. „Vorbeugen ist besser als heilen“, betonte Arndt. Auch Neustadts Ordnungsamtsleiterin Kathrin Lorenz beruhigt. Sie steht mit Arndt wie auch mit dem Katastrophenschutz in Neuruppin in permanentem Kontakt und sagt: Alles, was unternommen wird, ist „lageabhängig“.

Die bei Babe Betroffenen würden über das Landwirtschaftsamt zwar ohnehin informiert. Trotzdem wollte man bereits gestern auch seitens des Amtes schon mal auf die Landwirte zugehen. Zu klären ist, wie Vieh in Sicherheit gebracht werden kann, und es geht ums Mähen, damit die Bereiche möglichst viel Wasser aufnehmen können. Man unternehme alles, um auf eine Flutung der Wiesen vorbereitet zu sein, so Lorenz.

Ob als Nächstes auch die Bewohner einiger Orte bis in die Breddiner und Dreetzer Gemeindegebiete hinein gewarnt werden müssen, das soll heute besprochen werden. Vor elf Jahren ließ die Amtsverwaltung Hochwasserinfos als Postwurfsendung in die Haushalte bringen. Das Flugblatt enthielt Hinweise zum Verhalten im Ernstfall.

Heute früh soll außerdem ein Krisenstab der Neustädter Regionalstelle des Landesumweltamts seine Arbeit aufnehmen: Es besteht aus drei Neustädter Mitarbeitern sowie vier Beschäftigten vom Hauptsitz des Landesumweltamts in Groß Glienicke bei Potsdam. Neben Deichkontrollen in der Region und der Überwachung der Flusssysteme um Dosse und Jäglitz hat das Team viel zu koordinieren. So gibt es laut Bereichsingenieur Sebastian Köppen mehrere Polder die auf sachsen-anhaltinischem Gebiet liegen. Länder, Landkreise und Landräte seien bei Entscheidungen gefordert. Schließlich gehe es immer auch um die Frage von Existenzen und Kosten.

Im Nachbarlandkreis Prignitz kam gestern unterdessen der dortige Hochwasserkrisenstab in Perleberg zusammen. Auch Ministerpräsident Matthias Platzeck schaute vorbei. Ein Hilfeersuchen aus der Prignitz gibt es aber noch nicht. Dieses würde von der Prignitz aus ohnehin erst an die Koordinierungsstelle des Innenministeriums ergehen und dann nach Neuruppin weitergeleitet werden, hieß es aus der Kreisverwaltung. Die Infos erreichen über den Kreisbrandmeister die Ostprignitz-Ruppiner Feuerwehrleute. Mindestens ein Tag Vorlauf ist für den Einsatz notwendig.

„Wir würden dann vor allem auf diejenigen setzen, die entweder zu Hause sind oder in öffentlichen Verwaltungen arbeiten“, sagte der Kyritzer Feuerwehrchef Manfred Giese. Zuletzt gehörten 2010 Kyritzer Feuerwehrleute zu den 120 Helfern aus OPR, die beim Ausbessern vom Hochwasser bedrohter Deiche im Kreis Elbe-Elster halfen. So, wie in den Jahren zuvor schon an der Oder und eben auch an der Elbe. „Es gibt schon vorformierte Teams im Landkreis für diese Hilfsfälle“, sagte Wusterhausens Gemeindebrandmeister Ralf Hohmann. (Von Matthias Anke)

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12527280/19287300/Die-Elbe-soll-durch-Oeffnung-eines-Polders-bei.html

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