Höchste Pegelstände nach unten korrigiert

Veröffentlicht: Juni 6, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Das Elbe-Hochwasser könnte für Niedersachsen deutlich weniger bedrohlich werden als bisher befürchtet. Die Prognosen für die höchsten Pegelstände wurden am Donnerstag erneut um rund einen halben Meter nach unten korrigiert. Trotzdem bleibt die Anspannung, die Helfer sind im Dauereinsatz.

Für Hitzacker werden nun für Dienstag und Mittwoch Höchststände von 7,65 Metern vorhergesagt, 1,15 Meter weniger als noch vor zwei Tagen. Die Altstadtinsel dort wird deshalb nach derzeitiger Planung frühestens Sonntag evakuiert. Außerdem könnte der Hochwasser-Höhepunkt eventuell schon Mitte der Woche überschritten sein, sagte ein Sprecher des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz.

Das Rekord-Hochwasser an der Elbe bedroht die Deiche in Niedersachsen. Es bestehe die Gefahr, dass die Deiche durchweichten, warnte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) am Donnerstag in Lüneburg. „An einzelnen Orten wird der Höchststand nach derzeitiger Prognose wahrscheinlich erst Freitag oder Samstag kommender Woche erreicht werden“, sagte NLWKN-Sprecher Achim Stolz.

Die Behörden hatten frühere Angaben über die Höchststände der Flut nach unten korrigiert. So wird für die besonders gefährdete Ortschaft Hitzacker im Kreis Lüchow-Dannenberg statt eines Höchststandes von 8,80 Metern nun mit 8,15 Metern gerechnet. Auch dann würden die Wassermassen noch fast einen halben Meter höher stehen als jemals zuvor. Einsatzkräfte waren rund um die Uhr damit beschäftigt, die Elbdeiche zu sichern.

Im Landkreis Lüneburg sollen die Deiche mit rund einer Million Sandsäcken auf 70 Kilometern Länge um 30 Zentimeter erhöht werden. Dort waren bereits 2500 Helfer im Einsatz, darunter auch 1200 Bundeswehr-Soldaten. In Lüchow-Dannenberg sah es ähnlich aus. „Bei uns sind rund 3800 Kräfte im Einsatz, Tendenz steigend“, erklärte Jenny Raeder, Sprecherin der Hochwasser-Pressestelle des Landkreises. 660 Soldaten seien im Einsatz.

Die Schulgebäude und Turnhallen in den Gemeinden Gusborn, Dannenberg, Neu Darchau, Clenze, Gartow und Lüchow würden zur Unterbringung von Tausenden Einsatzkräften aus ganz Niedersachsen benötigt, wie der Landkreis mitteilte. Die Grundschule Hitzacker und die Bernhard-Varenius-Schule in Hitzacker sollen von Freitag an bis zum 14. Juni für die Schüler ihre Pforten schließen.

Die Bewohner der Lauenburger Altstadt dagegen können nun doch vorerst in ihren Häusern bleiben. Aufgrund der günstigeren Hochwasserprognosen habe der Krisenstab die ursprünglich für Freitag angeordnete Evakuierung ausgesetzt, sagte ein Sprecher des Krisenstabes am Donnerstag. Bei dem angekündigten Wasserstand sei eine generelle Gefährdung sei nicht zu befürchten, sagte der Sprecher.

Die Vorbereitungen zur Evakuierung sollen jedoch weitergehen. „Damit können wir kurzfristig neu entscheiden, falls sich die Prognose wieder ändern sollte,“ sagte Schütt. Das Fahrverbot in der Altstadt bleibt bestehen. Auch die Sperrung der Altstadt für Fußgänger von Sonnabend, 8.00 Uhr, bis Montag, 8.00 Uhr, soll aufrechterhalten werden. Ursprünglich waren die Behörden davon ausgegangen, dass das Hochwasser der Elbe am nächsten Donnerstag einen Pegelstand von 9,75 Metern erreichen könnte.

Schon am Mittwochabend rückten 1600 Soldaten in die Bereiche Lüneburg und Dannenberg aus. Eine Panzerlehrbrigade aus Munster bereitet sich mit Personal und Material auf einen Einsatz an der Elbe vor. Aus vielen Landesteilen setzten sich Einsatzkräfte Richtung Elbe in Bewegung.

Mit 27 Fahrzeuge etwa starteten am Mittwochabend 130 Feuerwehrleute aus der Grafschaft Bentheim Richtung Lüneburg. „Für Niedersachsen wird es sehr schlimm“, sagte am Mittwochabend auch der Hochwasser-Experte Martin Socher aus dem Umweltministerium in Sachsen mit Blick auf die Auswirkungen der Elbe-Flut.

Aufgrund des Hochwassers rief der Landkreis Lüchow-Dannenberg dazu aus, Altölbestände in der Deponie in Woltersdorf zu entsorgen.

Hochwasser ist keine Gefahr für Gorleben

Die Sicherheit im Atomzwischenlager Gorleben ist nach Angaben des Betreibers nicht durch das drohende Rekord-Hochwasser an der Elbe gefährdet. „Das Lager liegt vier Meter höher als der Ort Gorleben, wir erwarten nicht, dass das Wasser bis zu uns kommt“, sagte der Sprecher der Gesellschaft für Nuklearservice, Jürgen Auer, der dpa in Hannover

Das Transportbehälterlager ist rund drei Kilometer von der Elbe entfernt. „Selbst wenn das Lager überflutet würde, besteht keine Gefahr“, betonte Auer. Die 120 Tonnen schweren Atommüllbehälter könnten weder aus der Halle geschwemmt werden, noch könnte Radioaktivität das Wasser kontaminieren. Wir beobachten die Situation und die Entwicklung aber dennoch sehr aufmerksam“, betonte Auer. Derzeit sei die Lage aber so entspannt, dass sich einige Mitarbeiter des Zwischenlagers sogar an den Sicherheitsvorbereitungen direkt an der Elbe einbringen könnten.

Dort bereiten sich die Helfer auf das Jahrhundert-Hochwasser vor. Die Pegelstände werden vermutlich in der zweiten Hälfte der kommenden Woche den Höhepunkt überschreiten. Für die besonders gefährdete Ortschaft Hitzacker unweit Gorlebens im Kreis Lüchow-Dannenberg wird ein Rekord-Höchststand von 8,15 Metern erwartet.

Innerstetalsperre bewahrt Hildesheim vor Rekord-Hochwasser

Die Innerstetalsperre im Harz hat den Landkreis Hildesheim vor einem Rekord-Hochwasser bewahrt. Wären in dem Stausee nicht zwei Hochwasserwellen zurückgehalten worden, wäre der Pegel in Heinde beim jüngsten Hochwasser Ende Mai noch über den Rekordstand von 2007 gestiegen, teilten die Harzwasserwerke am Donnerstag mit.

Dank des Einstaus sei der Pegel am 27. Mai „nur“ auf 6,42 geklettert und damit um 33 Zentimeter unter der Höchstmarke aus dem Jahr 2007 geblieben. Der Innerstestausee bei Langelsheim im Kreis Goslar hat ein Fassungsvermögen von rund 19,3 Millionen Kubikmetern. Die Talsperre ist derzeit zu gut 90 Prozent gefüllt.

http://www.haz.de/Nachrichten

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