Rekordflut lässt fürchten

Veröffentlicht: Juni 5, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Bürgerhilfe beim Füllen der Sandsäcke ist nötig – Grusel-Prognose für Hitzacker: 8,80 Meter

gel Hitzacker. Ein Notdeich in Neu Darchau, eine Zusatz-wand in Wussegel und nicht zuletzt: die Rückkehr der Sand-säcke. Lüchow-Dannenberg bereitet sich auf eine mögliche Rekordflut vor.

Nach jüngsten Prognosezahlen könnte sich das Elbe-Hochwasser in etwa zwischen dem Niveau vom Frühjahr 2011 und einem Meter darüber bewegen. Während man im Kreishaus von der günstigeren Variante ausgeht, prognostiziert die Hochwasser-Vorhersagezentrale in Magdeburg für Hitzacker 8,80 Meter am 12. Juni. Das wäre 1,10 Meter über dem Rekordwert vom Winter 2011! Erwartet wird die vorderste Front der Elbe-Welle ab Donnerstag in Schnackenburg. Die Experten rechnen mit einem lang anhaltenden Wasser-Höchststand – womöglich über bis zu einer Woche. Das könnte die Deiche weich machen. Landrat Jürgen Schulz zeigt sich über die Prognosewerte aus Magdeburg überrascht: Denn die Experten um ihn herum kämen auf andere Werte, die allenfalls leicht über den bisherigen Rekordwerten vom Januar 2011 liegen. Doch sollten die Prognosen von 8,80 Metern und mehr eintreffen, dann wäre die Lage fast aussichtslos. Die Elbe würde an vielen Stellen die Deiche überfluten. So viele Sandsäcke gäbe es gar nicht. Auch die Stadtinsel Hitzacker wäre bei diesem Szenario wohl unter Wasser. Voll ins Zeug gelegt haben sich bereits viele Feuerwehrleute, um in der Kiesgrube bei Tramm Sandsäcke zu packen. Rund 150 Kräfte haben seit Dienstagnacht schon über 15000 Säcke gefüllt. Benötigt würden aber über 100000, um Deiche sicherer zu machen, sagt Landrat Schulz. Man habe inzwischen 500000 Sandsäcke aus der Landes-Sandsackreserve geordert. Die warten darauf, gefüllt zu werden. Der Landrat appelliert an die Bevölkerung, dass sich freiwillige Helfer in Tramm in der Kiesgrube melden, um mitzuhelfen. Denn offenbar ist es in der Woche schwierig, für diese Arbeit ausreichend Feuerwehrleute zu generieren. Einer von ihnen ist Stefan Kadenbach von der Wehr Quickborn. Das Hochwasser mit einem Niveau von 2011? Kadenbach lächelt und schüttelt den Kopf. Er erwartet deutlich höhere Wasserstände. Er befürchtet, dass der Landkreis aus Kostengründen den Katastrophenalarm womöglich zu spät auslöst. In Neu Darchau, einem der neuralgischsten Orte, wird wie 2011 ein Notdeich errichtet. Es handelt sich dabei um eine Leihgabe aus Bleckede. In Hitzacker haben Feuerwehrleute gestern die zusätzliche mobile Hochwasser-Schutzwand aufgestellt. Und zwischen Penkefitz und Hitzacker werden die Deiche mit Sandsäcken um fast einen halben Meter erhöht. Die Restaurant-Mauer in Wussegel soll eine zusätzliche Stahlkonstruktion erhalten, verstärkt mit sogenannten Bigbags. Straßensperrungen: Die Strecke Hitzacker-Penkefitz ist für den öffentlichen Verkehr dicht. Das gilt auch für den Bereich am Fähranleger in Neu Darchau. Und die L 231 im Bereich Kateminer Mühlenbach ist halbseitig gesperrt. Der Landkreis hat ein Bürgertelefon unter der Nummer (05841) 120222 eingerichtet. Es ist bis Donnerstag zwischen 8 und 20 Uhr und danach voraussichtlich rund um die Uhr besetzt. Den Betrieb eingestellt hat die Fähre Hitzacker- Bitter. Auch das Grenzlandmuseum Schnackenburg schließt von Freitag an bis zum 16. Juni.

Bild: Über 15000 Säcke hatten Feuerwehrleute bis gestern Nachmittag schon in Tramm gefüllt. Mit ihnen werden seit gestern die Elbdeiche verstärkt. Die Verantwort- lichen setzen auf zusätz-liche Hilfe von Bürgern. 3 Aufn.: J. Feuerriegel

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