Archiv für Juni 5, 2013

Wie entsteht Hochwasser ?

Veröffentlicht: Juni 5, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Besser kann man es kaum erklären!

Hamburg sieht sich gut gerüstet

Veröffentlicht: Juni 5, 2013 von fluthelfer in Hamburg

 

Angesichts des Elbe-Hochwassers sind viele Gemeinden in Norddeutschland besorgt. Die Vorbereitungen auf die nahende Flutwelle laufen auf Hochtouren. In einigen Kreisen wurde Katastrophenalarm ausgelöst, manche Städte müssen zum Teil evakuiert werden. In Hamburg sind die Behörden dagegen gelassen. Sie rechnen nicht mit schlimmen Folgen, wie NDR 90,3 am Mittwoch berichtete.

Umweltbehörde: Deiche halten Stand

Der Scheitel wird nach Angaben der Umweltbehörde für Montag oder Dienstag in Hamburg erwartet. Zuerst wird das Hochwasser Altengamme im Osten der Hansestadt erreichen. Hinter dem Geestachter Wehr könnte Prognosen zufolge ein Pegel von 5,90 Meter erreicht werden. Diese Wasserhöhe liege deutlich unter der Belastbarkeit der Deiche, sagte ein Behördensprecher NDR 90,3. Sie sind für Sturmfluten bis 7,80 Meter Höhe ausgelegt.

In Hamburg sehen Vertreter verschiedener Behörden dem Hochwasser gelassen entgegen. Die Umweltbehörde geht davon aus, dass die Auswirkungen des Elbe-Hochwassers in der Hansestadt kaum zu spüren sein werden. Im Hamburger Hafen soll der Pegelstand nur etwa einen halben Meter höher als normal ausfallen.

 

Quelle: NDR 90,3

Die Einsatzmedaille Fluthilfe 2002 wurde als Dank und in Anerkennung für besonders aufopferungsvolle Hilfe bei der Abwehr von Gefahren und der Beseitigung von Schäden anlässlich der Elbehochwasser im August 2002 verliehen. Sie konnte sowohl an haupt- und ehrenamtliche Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerkes, Angehörige des Bundesgrenzschutzes und der Bundeswehr sowie für Dritte aufgrund ihrer besonderen Verdienste in der Zusammenarbeit mit dem THW, dem Bundesgrenzschutz und der Bundeswehr verliehen werden.

In Deggendorf ist die Lage noch immer dramatisch

Veröffentlicht: Juni 5, 2013 von Generaldirektor in Deggendorf

21.12 Uhr: Vor allem in Deggendorf ist die Lage noch immer dramatisch. Die Donau hat Teile des Landkreises meterhoch überschwemmt. Auch der Flugplatz steht unter Wasser. Anwohner bleibt teilweise nichts anderes übrig, als auf ihre Dächer zu fliehen. „Es herrscht absolute Lebensgefahr. Die Häuser stehen bis zu drei Meter im Wasser“, sagt Schraufstetter, 57, Kommandant der Deggendorfer Feuerwehr.

Bayern entspannt, der Norden bangt

Veröffentlicht: Juni 5, 2013 von fluthelfer in Ticker

In Bayern wird am Mittwoch das Ausmaß der Zerstörung sichtbar. Der Wasserstand sinkt im Süden, doch im Norden geht die Angst vor dem Hochwasser noch um und Millionen Sandsäcke werden geschleppt. Lesen Sie hier alles im Liveticker vom Mittwoch, den 5. Juni, nach.

+++ 21:41 Experte: „Für Niedersachsen wird es sehr schlimm“ +++
Das vom Hochwasser gebeutelte Sachsen macht den Menschen im nördlicheren Niedersachsen keine Hoffnung auf eine routinierte Bewältigung der Flut. Experte Martin Socher aus Sachsens Umweltministerium sagte trocken: „Für Niedersachsen wird es sehr schlimm.“ Während auch in Sachsen noch der Pegel der Elbe leicht steigt, wird es in Norddeutschland erst zum Wochenende extrem.

+++ 21:20 Sachsen fürchtet bis zu 2,5 Milliarden Euro Flutschaden +++
Während das Wasser noch immer leicht steigt, schätzt Sachsen schon die Schäden der Flut. Der Leiter des neuen Wiederaufbaustabs in der Staatskanzlei, Fritz Jaeckel, geht von zwei bis 2,5 Milliarden Euro aus. Der Stab will auch Geld aus dem EU-Solidaritätsfonds für Katastrophenfälle bekommen. Voraussetzung sei eine nationale Schadenssumme von mindestens 3,67 Milliarden Euro – was in ganz Deutschland voraussichtlich der Fall sein wird. In den EU-Kassen fehlt jedoch derzeit das Geld, um den Fonds zu füllen.

+++ 20:30 Elbe in Dresden steigt vorerst nicht weiter +++
Dresden könnte ein Hochwasser-Rekord wie im Jahr 2002 erspart bleiben. Der Pegel der Elbe liegt am Abend bei knapp über 8,60 Meter, damals erreichte er 9,40 Meter. Dennoch gilt in Dresden die höchste Warnstufe, mehrere hundert Bewohner mussten schon ihre Häuser verlassen. Helfer befüllen und stapeln auch weiter Sandsäcke, weil Wassermassen über die Elbe nach Tschechien nachfließen. Normalerweise ist das Wasser der Elbe etwa zwei Meter hoch.

+++ 19:59 Organisatoren müssen Kanu-EM verschieben +++
Wegen der weiter ansteigenden Hochwasser-Fluten des Flusses Weichsel kann die EM der Slalom-Kanuten frühestens am Samstag beginnen und nicht wie geplant am Freitag. Das teilt der Deutsche Kanu-Verband mit. An der Strecke bei Krakau wird die Weichsel noch einen weiteren Meter ansteigen. Wegen des hohen Wasserstandes sind im unteren Streckenabschnitt Toraufhängungen und Tribünen überflutet.

 

+++ 19:03 EU hat kein Geld für Hochwasser-Hilfe +++
Die EU hat laut ihrem Haushaltskommissar Janusz Lewandowski kein Geld, um den Hochwassergebieten in Mitteleuropa zu helfen. Wegen fehlender Mittel im EU-Budget des laufenden Jahres seien Verzögerungen zu erwarten, warnt er. Derzeit werde zwar zwischen den Mitgliedsstaaten ein Nachtragshaushalt von insgesamt 11,2 Milliarden Euro für dieses Jahr verhandelt. Doch auch diese zusätzlichen Mitteln reichten für die Fluthilfe und neue Anforderungen für Syrien nicht aus, sagt Lewandowski. Die Erstattungen aus Brüssel könnten also voraussichtlich erst im kommenden Jahr geleistet werden.

+++ 18:40 Lieferengpass: Porsche stoppt die Produktion +++
Im Leipziger Porsche-Werk werden wegen des Hochwassers vorerst keine Autos mehr produziert. Die Produktionshalle selbst ist zwar nicht überflutet, es fehlt jedoch der Nachschub. Transportzüge könnten das vom Hochwasser schwer betroffene Tschechien nicht passieren, teilt Porsche mit. Aus dem slowakischen Bratislava kommen deshalb keine Geländewagen-Karosserien. Wann die Produktion weitergeht, ist ungewiss.

+++ 18:31 Halle sitzt auf gepackten Koffern +++
In Halle an der Saale sammeln sich Menschen in Notunterkünften. 30.000 sind aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Als erste kommen viele Rentner und Pflegebedürftige in Turnhallen unter. Ein 74 Jahre alter Rentner berichtet: „Man hat zu mir gesagt: ‚Packen Sie Ihre Sachen zusammen und kommen Sie mit.'“ Der Mann war erst am Vortag nach einer Herz-OP und einem Kuraufenthalt in seine Wohnung in Halle-Neustadt zurückgekehrt. Viele andere Hochwasseropfer hoffen, die Nacht bei Freunden oder Verwandten verbringen zu können statt auf Pritschen.

+++ 18:06 Flutwelle rollt gen Norden +++
Norddeutschland erwartet mehr als nasse Füße: Die Elbe schwillt dort weiter an, zunehmend werden Häuser geräumt. Am Freitag sollen die etwa 250 Bewohner der historischen Stadtinsel von Hitzacker in Niedersachsen vorübergehend umziehen. Die Pegel sollen übers Wochenende bis in die nächste Woche hinein massiv steigen. Hitzacker liegt am Rande der Elbe und wird vom Fluss Jeetzel umflossen.

+++ 17:58 Leipzig froh über Schutzbau: „Ohne das wären wir abgesoffen“ +++
Es gibt auch gute Nachrichten aus den Hochwassergebieten: Während Dresden oder Halle teilweise unter Wasser stehen, kann Leipzig aufatmen.  Erst vor wenigen Wochen war ein Entlastungsbauwerk vor der Stadt fertiggestellt worden. Ein Stadtsprecher ist sich sicher:  „Ohne das wären wir abgesoffen.“ Durch einen Überlauf wurde in den vergangenen Tagen Wasser aus dem Fluss Weiße Elster in den Zwenkauer See geleitet – 130 Kubikmeter pro Sekunde. „Diese 130 Kubikmeter hätten die Deiche nicht mehr ausgehalten.“

+++ 17:47 Tschechen fürchten Plünderungen in Flut-Gebieten +++
Ein großer Teil der tschechischen Stadt Usti am Fluss Elbe ist geflutet – nun fürchten einige der 100.000 Bewohner, dass Plünderer die Notlage ausnutzen. Die Polizei will in der Nacht einen Hubschrauber mit Wärmebildkamera einsetzen, um Diebe aufzuspüren. Aus Angst vor Einbrechern bleiben viele Menschen in ihren Häusern, obwohl dies gefährlich ist. Denn das Wasser in Usti soll noch weiter steigen. Erwartet wird ein Pegelstand zwischen 11,1 und 11,5 Metern, normal sind an dieser Stelle etwa zwei Meter.

+++ 17:33 Altmaier will Flut-Pannen umgehend aufdecken +++
Bundesumweltminister Peter Altmaier verlangt, mögliche Versäumnisse beim Hochwasserschutz gleich in den kommenden Wochen zu untersuchen. „Sobald sich das Wasser verlaufen hat, muss es eine umfassende und sehr transparente Fehler- und Schwachstellen-Analyse geben“, sagt der CDU-Politiker. Dazu will Altmaier auch in die betroffenen Regionen reisen und kamerawirksam bei Aufräumarbeiten mit den Betroffenen sprechen.

+++ 17:21 Knapp 400 Freiwillige schützen Dresden +++
Das akut unter dem Hochwasser der Elbe leidende Dresden wird von ständig 300 bis 400 freiwilligen Helfern beschützt. Unter ihnen sind viele Studenten, die Aufrufen bei Facebook folgten. So auch Clemens Hultsch, der seit drei Jahren in Dresden wohnt. Er wolle helfen, die schöne Stadt zu schützen, sagt der Student. Feuerwehrmann Tobias von Ludwig aus der Einsatzleitung lobt: „Die vielen jungen Leute haben uns von Anfang an fasziniert.“

+++ 17:10 Tourismus kommt in Hochwassergebieten zum Erliegen +++
Im sächsischen Elbtal ist das öffentliche Leben aus den Fugen – und auch der Tourismus ruht. Weitere Kultureinrichtungen schließen. Die Meißner Albrechtsburg bleibt „bis auf Weiteres“ zu, in Dresden bleiben das Carl-Maria-von-Weber-Museum und das Kraszewski-Museum bis Ende der Woche geschlossen. Auch das Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden bleibt wohl bis 16. Juni geschlossen.

+++ 16:12 Der Norden rüstet mit Sandsäcken auf +++
Unaufhaltsam schieben sich die Wassermassen auch in den Norden Deutschlands vor. Entlang der Elbe in Niedersachsen rüsten sich Anwohner und Tausende Einsatzkräfte für ein Rekordhochwasser. Mehr als zwei Millionen Sandsäcke werden zur Stunde gefüllt. „Die Helfer arbeiten jetzt Tag und Nacht, und wir hoffen, dass sie bis Freitag fertig werden, dann wird das kritische Hochwasser erwartet“, sagte etwa die Sprecherin des Landkreises Lüneburg, Frauke Noweck.

+++ 15:45 Im Süden und im Osten werden Blutkonserven knapp +++
Zahlreiche Blutspender haben gerade ganz andere Sorgen, als sich anzapfen zu lassen. In Teilen von Bayern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind deshalb Spendetermine von Hochwasseropfern ausgefallen, weitere Absagen werden folgen. Das Deutsche Rote Kreuz ruft jetzt Spender in den nicht betroffenen Gebieten auf, verstärkt die bestehenden Termine wahrzunehmen. Nur so könnten ausreichend Blutpräparate für die Patientenversorgung bereitgestellt werden, teilte der Blutspendedienst West mit.

+++ 15:30 Lauenburg erwartet Hochwasser-Rekord +++
Die Bürger von Lauenburg in Schleswig-Holstein sind an Hochwasser der Elbe gewöhnt – doch diesmal wird erstmals die Unterstadt evakuiert. 150 Häuser müssen ab Freitagmorgen verlassen werden, kündigt Bürgermeister Andreas Thiede an. Am kommenden Wochenende soll der Pegel neun Meter erreichen, am Mittwoch nächster Woche rechnen die Behörden mit einem historischen Höchststand von 10,35 Metern.

+++ 15:22 Bayerns Hochwasseropfer kriegen sofort 1500 Euro +++
Hochwasseropfer in Bayern sollen Sofortgeld zur Linderung der gröbsten Schäden bekommen. Richtwert sind 1500 Euro – in besonderen Fällen kann es auch mehr sein. Das kündigt Ministerpräsident Horst Seehofer nach der Kabinettssitzung an. Die Auszahlungen sollen noch in dieser Woche beginnen.

+++ 15.20 Drama in Halle: 30.000 verlassen ihre Häuser +++
Passau, Deggendorf und nun Halle: In mehr und mehr Städten müssen Anwohner dem Hochwasser weichen. 30.000 Menschen sind nach Angaben des Krisenstabs der Landesregierung von Sachsen-Anhalt sind aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Das Hochwasser der Saale hatte am Morgen einen Damm mitten in Halle überflutet, so dass die  Innenstadt und weitere Stadtteile voll Wasser liefen. In Sachsen-Anhalt haben acht Landkreise und  Städte Katastrophenalarm ausgelöst.

+++ 15:02 Bratislava steht das Schlimmste noch bevor +++
In der slowakischen Hauptstadt Bratislava erreicht der Wasserstand der Donau einen neuen Höchststand. Laut des staatlichen Wetterdienstes steht die Flut mittlerweile bei 9,80 Meter. Die Scheitelwelle kommt erst in der kommenden Nacht. Schon jetzt ist der abgelegene Stadtteil Devin am Zusammenfluss von Donau und March vollkommen vom Rest der Stadt abgeschnitten. Hunderte Bewohner ufernaher Straßen bereiten sich auf die Evakuierung ihrer Häuser vor.

+++ 14:40 Hubschrauber verhindern Gas-Unglück +++
Hubschrauber treiben mit dem Wind ihrer Rotoren in Sachsen zwei unkontrolliert im Wasser treibende Gastanks ans Ufer. Feuerwehrleute befestigten sie in Schmilka und Bad Schandau an der Elbe. Die beiden Gastanks hatten sich am Morgen im Hafen von Decin in Tschechien gelöst. In den tonnenschweren Behältern ist ein Rest Stickstoff. Nun sucht die Polizei mit vier Hubschraubern noch mehrere unkontrolliert herumtreibende Container aus dem Deciner Hafen.

+++ 14:30 Binnenschiffer rechnen mit Verlusten +++
Viele deutsche Binnenschiffer haben durch das Hochwasser mehr als eine Handbreit zu viel Wasser unter’m Kiel. „Zahlreiche Schiffe liegen vor Anker, können unter Umständen nicht geladen oder gelöscht werden und der Transport funktioniert nicht überall reibungslos“, sagt Jens Schwanen vom Bundesverband der Binnenschifffahrt. Die Branche rechnet deshalb mit Einnahmenverlusten. Dennoch wollen die Schiffer nicht zu laut klagen: „Die verheerenden Schäden, die das Hochwasser den Menschen und ihrem Hab und Gut gebracht hat, sind weitaus schlimmer.“

+++ 14:21 Zu viel Wasser: Kanu-EM fällt wohl aus +++
Auch die EM der Slalom-Kanuten an diesem Wochenende wird wohl dem Hochwasser zum Opfer fallen. Der weiter ansteigende Pegel der Weichsel im polnischen Krakau macht ein Training auf der künstlichen EM-Strecke unmöglich, berichtet der Deutsche Kanu-Verband. So seien im unteren Streckenabschnitt Toraufhängungen und Tribünen überflutet. „Uns bleibt im Moment nichts weiter als abzuwarten“, sagt Cheftrainer Michael Trummer.

+++ 14:20 Innenminister Friedrich gesteht Mängel beim Hochwasserschutz +++
Die Flut ist noch akut, da beginnen Bundespolitiker schon mit der Fehleranalyse. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich sagt, in manchen Orten sei der Hochwasserschutz konsequent umgesetzt worden. Andernorts sei er „im Planfeststellungsverfahren stecken geblieben“, oder das gesamte Konzept sei nicht umgesetzt worden. Der schnelle Schutz der 2002 vom Hochwasser verwüsteten Regionen zahlt sich laut Friedrich jetzt aus: Mancherorts seien die Pegel diesmal höher gestiegen als 2002, und dennoch seien die Schäden geringer.

+++ 14:06 „Apokalyptische Katastrophe“: Greizer Park gleicht Mondlandschaft +++
In Thüringen wird langsam das Ausmaß der Zerstörungen deutlich. Besonders schlimm hat es den Greizer Landschaftspark an der Weißen Elster getroffen. „Es ist eine Katastrophe apokalyptischen Ausmaßes“, sagt der Direktor der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Helmut-Eberhard Paulus. Der Park gleicht einer Mondlandschaft. Das als national bedeutsames Denkmal eingestufte Ensemble aus Park und Palais ist gerade erst mit Millionenaufwand saniert und rekonstruiert worden. Der nun entstandene Schaden: rund 2,6 Millionen Euro. Die Stiftung hofft auf Spenden (Sparkasse Gera-Greiz, BLZ 830 500 00, Kontonummer 14175843)

+++ 13:49 Grimmaer verzweifelt: „Gerade alles schön gemacht“ +++
Im mittleren Sachsen ist der Pegelstand zurückgegangen. In Ordnung ist deswegen noch lange nichts. In Grimma, der stark betroffenen Stadt an der Mulde, machen sich die Menschen an die Aufräumarbeiten. Der Katastrophenalarm könne sicher bald aufgehoben werden, sagt Stadtsprecherin Marlen Rabold. Etwa 1000 freiwillige Helfer – auch von auswärts – packen mit an. Aus den Worten der Sprecherin ist die Verzweiflung dennoch herauszuhören: „In den letzten zehn Jahren haben wir alles schön gemacht. Und nun hat’s uns wieder erwischt.“ Einige Betroffene müssen seelsorgerisch betreut werden.

+++ 13:25 Meteorologe lässt hoffen – warm und trocken +++
In den Flutgebieten Deutschlands gibt es Anlass zu Hoffnung: „Wie im Rest unseres Landes bleibt es erst einmal bei sommerlichen bis frühsommerlichen Aussichten“, sagt n-tv Meteorologe Björn Alexander. Er warnt jedoch: Es kann heftige Gewitterschauer geben. Und wenn die auf ohnehin schon aufgeweichte Deiche niederprasseln, werden sie zur zusätzlichen Belastung.

+++ 12:53 Soldaten aus Frankreich und Holland packen mit an +++
In der Not zeigen europäische Nachbarn Solidarität: In den Hochwassergebieten sind laut Bundeswehr-Kommando auch französische und niederländische Einheiten im Einsatz. Die Franzosen halfen zunächst als Teil der Deutsch-Französischen Brigade im bayrischen Deggendorf aus und werden mit ihren deutschen Kameraden im Tagesverlauf nach Sachsen verlegt. Eine niederländische Einheit hält sich in Frankenberg in Sachsen bereit.

+++ 12:25 Seelhausener See läuft über +++
Alle Bewohner von Löbnitz und Sausedlitz am Seelhausener See (Landkreis Nordsachsen) müssen sofort ihre Häuser verlassen. Im Zweifelsfall drohen Zwangsevakuierungen. „Der Seelhausener See läuft über“, heißt es aus dem Krisenstab. Es bestehe die Gefahr, dass die Sogwelle abfließenden Wassers zu Erdabbrüchen führe.

+++ 11:57 Mecklenburg-Vorpommern löst Flutalarm aus +++
Ausläufer der Elbe-Flut erreichen nun auch Mecklenburg-Vorpommern. Im Kreis Ludwigslust-Parchim rufen die Behörden Katastrophenalarm aus. Landesumweltminister Till Backhaus sagt: „Die Prognosen deuten auf ein Szenario hin, das wir wirklich noch niemals gehabt haben.“ Das Hochwasser soll am Montag, Dienstag oder spätestens Mittwoch nächster Woche mit der vollen Wucht das nördliche Bundesland.

+++ 11:36 Experte: Flut nutzt Merkel, kommt aber zu früh +++
Die Bilder von Angela Merkel in den Hochwassergebieten erinnern an Gerhard Schröder 2002 oder den „Deichgrafen“ Matthias Platzeck 1997. Auch die Kanzlerin kann so ihr „Image als Krisenlenkerin“ stärken, sagt Politologe Oskar Niedermayer n-tv.de. Ansonsten dürften die Auswirkungen auf die Bundestagswahl im Herbst gering sein: „Das Hochwasser kommt etwas zu früh.“

+++ 11:13 Rhein bleibt bis Freitag gesperrt +++
Für die Rheinschifffahrt bedeutet das Hochwasser eine lange Pause: Bis Freitag geht trotz sinkender Pegelstände nichts. Fracht- und Passagierschiffe dürfen wegen des Hochwassers seit dem Wochenende im Süden und Südwesten nicht fahren. Auch die Donau ist auf deutschem Gebiet noch nicht wieder frei.

+++ 11:01 Sachsen stehen vier schwere Tage bevor +++
Die schlimme Flutkatastrophe von 2002 haben die Menschen in Sachsen nicht vergessen. Im Jahr 2013 gibt es, bei aller Dramatik, eine gute Nachricht: So schlimm wie damals wird es nicht werden. „Wir gehen von neun Meter plus aus, die 9,40 Meter sind inzwischen ausgeschlossen“, sagt der Referatsleiter im Umweltministerium, Martin Socher. Nach den Worten von Innenminister Markus Ulbig wird der Wasserstand aber noch weiter ansteigen. Der Höchststand bleibt dann mindestens vier Tage lang auf relativ hohem Niveau. Der Scheitel ist bisher noch nicht im tschechischen Usti durch. Diese Region grenzt an Sachsen. Für Dresden erwartet das Landeshochwasserzentrum für Donnerstagmittag zunächst einen Wasserstand bis zu 8,80 Meter.

+++ 10:34 Feuerwehr warnt vor Gas-Containern in den Elbfluten +++
Das Hochwasser bringt auch Gegenstände mit sich, die andernorts verloren gegangen sind. So haben sich laut MDR in Tschechien Gas-Container gelöst, die im Landkreis Sächsische Schweiz in der Elbe gesichtet werden. Es besteht Explosionsgefahr. Zwei sind schon von der Feuerwehr gesichert worden, doch weitere könnten von der anderen Seite der Grenze folgen. Die Einsatzkräfte raten zur Vorsicht.

+++ 10:21 Südwesten ist aus dem Gröbsten raus +++
Im Ländle atmen die Menschen entlang der Flüsse auf. „Die Wasserstände der Flüsse fallen kontinuierlich“, sagt ein Sprecher der Hochwasser-Vorhersage-Zentrale in Karlsruhe. Auch die vorhergesagten einzelnen Gewitter im Land sollen keine weiteren negativen Auswirkungen haben. Lediglich am Main bei Wertheim (Main-Tauber-Kreis) stagnieren die Messwerte. Das liege daran, dass der Fluss derzeit enorme Wassermassen aus bayerischen Einzugsgebieten führt. Aber auch der Pegel des Mains wird voraussichtlich von Donnerstag an sinken.

+++ 9:58 Passauer haben wieder Trinkwasser +++
Für 90 Prozent der Haushalte haben die Stadtwerke die Versorgung wieder aktiviert. Im Lauf des Tages sollen die restlichen Haushalte folgen. Noch muss das Wasser aber aus hygienischen Gründen mit Chlor aufbereitet werden. Vor der Zubereitung von Getränken oder Speisen sollte es sicherheitshalber auch noch abgekocht werden.

+++ 9:52 Flut überschwemmt tschechische Industriestadt Usti +++
In Tschechien richtet die Elbflut ebenfalls drastische Schäden an. Weite Teile der Industriestadt Usti im Norden des Landes sind überschwemmt. Hier leben 100.000 Menschen. Die Wassermassen strömen schneller als erwartet über die Hochwasserwände im Stadtteil Strekov. In Prag entspannt sich die Lage dagegen langsam, das U-Bahnnetz im Zentrum der Millionenstadt ist aber weiter außer Betrieb.

+++ 9:37 Elb-Städten steht das Schlimmste noch bevor +++
Die sächsischen Städte und Gemeinden entlang der Elbe erwartet der Höhepunkt des Hochwassers. Immer mehr Menschen müssen sich in Sicherheit bringen, die Einsatzkräfte bereiten weitere Evakuierungen vor. In Dresden werden um 660 Menschen aus dem Stadtteil Gohlis in Sicherheit gebracht. Auch der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge bereitet Evakuierungen vor. 11.000 Menschen haben hier das Gebiet bereits verlassen. Der Landkreis Nordsachsen ruft Katastrophenalarm aus. „Das Schlimmste steht uns noch bevor“, erklärte ein Sprecher.

+++ 9:02 Dämme in Deggendorf halten – Pegel stagniert +++
Für Entwarnung ist es noch zu früh, doch in Bayern deutet sich Entspannung an. Die Pegelstände in Straubing und Deggendorf stagnieren, wenn auch auf hohem Niveau. „Unsere Dämme haben gehalten“, sagt ein Polizeisprecher in Deggendorf. In der Donaustadt ist das Wasser langsamer gestiegen als erwartet, am Mittag wird vermutlich der Höchststand erreicht werden. Nach wie vor sind die Zufahrtsstraßen in die Stadt gesperrt.

+++ 8:47 Elbepegel steigt – Scheitelpunkt nicht in Sicht +++
Die Wasserstände an den Pegeln der Elbe in Sachsen steigen stetig an. In Schöna im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ist die Zehn-Meter-Marke überschritten. In der Landeshauptstadt Dresden steht die Elbe bei 8,27 Metern, in Riesa bei 8,74 Metern und im nordsächsischen Torgau bei 7,90 Metern. Die Wasserstände steigen weiter steigen – allerdings sehr langsam, sagt ein Sprecher des Landeshochwasserzentrums am Mittwochmorgen. Wann der Scheitel erreicht ist, lässt sich noch nicht sagen.

+++ 8:31 Schulfrei in Bitterfeld, Aken und Dabrun +++
Im Krisengebiet in Sachsen-Anhalt fällt für die Schüler heute der Unterricht aus: So können die Kinder in Bitterfeld-Wolfen, Aken und Dabrun zuhause bleiben.

+++ 7:52 Deichsprengung in Bitterfeld bringt nichts +++
In Bitterfeld haben die Einsatzkräfte zur Entlastung einen Deich am Seelhausener See gesprengt. Dadurch sollte ein unkontrolliertes Bersten des Deichs verhindert werden. Doch die Aktion bringt laut Krisenstab nicht die erhoffte Entlastung. Die Lage in der sachsen-anhaltinischen Stadt bleibt angespannt.

+++ 7:43 Kinder in Niedersachsen haben schulfrei +++
In Niedersachsen werden fünf Schulen geschlossen. Der Grund: 2000 Einsatzkräfte aus dem gesamten Bundesland müssen in den Gemeinden Lüchow, Gartow, Clenze und Dannenberg untergebracht werden. Mehrere hundert Schüler freut’s: Sie dürfen bis mindestens Freitag zu Hause bleiben.

+++ 7:28 Rösler beruft Spitzentreffen über Fluthilfen ein +++
Wirtschaftsminister Philipp Rösler will sich heute bei einem Spitzentreffen mit Vertretern der deutschen Wirtschaft treffen und beraten, wie von der Flut betroffenen kleinen und mittelständischen Unternehmen unbürokratisch geholfen werden kann. Bei n-tv sagte der FDP-Politiker: „Natürlich müssen wir erst mal eine Bestandsaufnahme vorne hmen, und die tatsächlichen Schäden werden wir erst dann erkennen, wenn die Wassermassen abgeflossen sind. Trotzdem ist jetzt schon klar: Sie werden auch ganz praktische Lösungen anbieten müssen.“ Rösler wiederholte sein Vorhaben, die Kreditanstalt für Wiederaufbau zu nutzen, „die noch aus dem Jahr 2002 Erfahrungen und Programme hat“.

+++ 7:10 Biologe: Nach der Flut droht Mückenplage +++
Je nachdem, wie sich das Wetter entwickelt, könnte auf die Flut in Deutschland eine Mückenplage folgen. Der Biologe Norbert Becker sagt: „Wenn es zum Beispiel jetzt nach wie vor sehr kalt bleibt, dann sind die nicht stechlustig und auch nicht fluglustig.“ Wird es hingegen warm, „dann kann man schon sagen, dass die sich sehr stark bemerkbar machen“ – und in manchen Bereichen zur Plage würden. Vor allem Auen und überschwemmte Wiesen können dann zum bevorzugten Hort der lästigen Tiere werden.

+++ 6:43 Landkreis Deggendorf kaum noch zu erreichen +++
Die Menschen im Landkreis Deggendorf warten fast vollständig vom Umland abgeschnitten auf ein Ende des Hochwassers. Die Donau ist hier über die Ufer getreten und hat weite Gebiete überschwemmt. Die A92 ist teilweise gesperrt. Nur noch wenige Straßen führen in die und aus der Region. In der Nacht evakuieren Helfer weitere 50 bis 80 Menschen.

+++ 6:26 Saale erreicht in Halle höchsten Stand seit 400 Jahren +++
In Halle steigt das Hochwasser der Saale auf den höchsten Stand seit 400 Jahren. Der Pegelstand beträgt nach den Worten eines Stadtsprechers mehr als acht Meter. Die Straßen am Rande der Altstadt werden dadurch wohl rund einen Meter hoch vom Wasser überspült. Grund dafür ist auch der steigende Grundwasserspiegel. Zudem ist ein Damm durch die Flut stark aufgeweicht. Einsatzkräfte versuchen, ihn mit Sandsäcken zu stabilisieren.

+++ 5:02 Schaden für Tourismus: Urlauber sagen ab +++
Die bayerischen Wirte klagen über sinkende Umsätze. „Es gibt viele Stornierungsanfragen in den Nachbarregionen ohne Hochwasser“, sagte eine Vertreterin des Branchenverbandes Dehoga. So würden Gruppen ihre Reservierungen absagen, die eine Fahrradtour an den Flüssen des Freistaats geplant hatten. Auch Busunternehmen, deren Reiseangebot eine Schiffsreise auf der Donau beinhaltete, zögen die Buchungen zurück oder führen bestimmte Regionen erst gar nicht an. Die Schifffahrt ist auf Bayerns Flüssen wegen des Hochwassers nur noch eingeschränkt möglich. Diese Verluste belasten die Gastronomen und Hoteliers noch zusätzlich zum langen Winter und dem verregneten Start der Freiluftsaison.

+++ 2:32 Deich in Bitterfeld gesprengt +++
Am vollgelaufenen Seelhausener See in Bitterfeld wird ein Stück Deich gesprengt. Zuvor war ein unkontrollierter Deichbruch befürchtet worden. Damit wäre eine erhebliche Menge an Wasser in die Stadt Bitterfeld geflossen.

Quelle: n-tv.de

Fluten in Deggendorf

Veröffentlicht: Juni 5, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

 

„Es herrscht absolute Lebensgefahr“

Isar und Donau haben Teile des Landkreises Deggendorf meterhoch unter Wasser gesetzt. Zwei Dämme sind gebrochen, mehrere Ortsteile und umliegende Gemeinden wurden evakuiert. Einigen Anwohnern blieb nur die Flucht auf die Dächer.

Deggendorf – Häuser stehen bis zum Dach unter Wasser, Autobahnen verschwinden in den Fluten, etliche Dörfer sind fast komplett vom Umland abgeschnitten: Die Bilder aus dem bayerischen Landkreis Deggendorf sind dramatisch – wie die Lage vor Ort.

Immer wieder starten die Hubschrauber vom Volksfestplatz in Deggendorf zu Einsätzen. Sie retten die vom Hochwasser eingeschlossen Menschen aus dem überspülten Ortsteil Fischerdorf. „Einige sind trotz der dramatischen Lage in ihren Häusern geblieben und warten mittlerweile auf den Dächern auf Hilfe“, sagt Einsatzleiter Alois Schraufstetter. Von der Luft aus werden die Eingeschlossenen mit Winden in den Hubschrauber gezogen. Auch per Boot bringen Einsatzkräfte die Anwohner in Sicherheit.

„Es herrscht absolute Lebensgefahr. Die Häuser stehen bis zu drei Meter im Wasser“, sagt Schraufstetter, 57, Kommandant der Deggendorfer Feuerwehr. Nach zwei Dammbrüchen mussten die Ortsteile Fischerdorf und Natternberg sowie die Gemeinde Niederalteich evakuiert werden. Etwa 2000 Menschen haben ihr Hab und Gut zurückgelassen. Die meisten sind bei Freunden und Verwandten untergekommen. Nur wenige warten in den Notunterkünften in der Deggendorfer Stadthalle oder in einer Schule.

„Im Erdgeschoss stand es ruckzuck 1,50 Meter hoch“ Gisela und Hans Löfflmann aus Fischerdorf haben bereits am Dienstag ihr Haus verlassen. „Nach dem Dammbruch stieg das Wasser rasend schnell. Im Erdgeschoss stand es ruckzuck 1,50 Meter hoch,“ sagt die 64-Jährige. Sie hätten nur noch das Nötigste wie Unterwäsche und Kleidung mitgenommen – Möbel, Fernseher oder andere Wertgegenstände in Sicherheit zu bringen, schaffte das Ehepaar nicht mehr. „Es hieß: Wir setzen unser Leben aufs Spiel, wenn wir daheim bleiben“, sagt Hans Löfflmann.

Bereits als Jugendlicher hatte der heute 75-Jährige die sogenannte Jahrhundertflut von 1954 erlebt. „Damals habe ich selbst noch geholfen, aber so schlimm wie jetzt war es damals nicht“, erinnert er sich. Er ist zwar froh, dass seine Frau und er in Sicherheit sind. Die Sorge um ihr Haus ist ihm aber anzumerken. „Die Garage war komplett unter Wasser, als wir weggebracht wurden. Und wir wissen nicht, ob die Versicherung alle Schäden bezahlt.“ Das Ehepaar ist zumindest den Anweisungen der

Einsatzkräfte gefolgt und damit in Sicherheit.

Schaulustige behindern Helfer

Andere Bewohner harrten dagegen in ihren Häusern aus, obwohl die Fluten die Umgebung in eine gigantische Seenplatte verwandelte. „Selbst jetzt ist nicht jeder bereit, sein Haus zu verlassen“, sagt Einsatzleiter Schraufstetter. Dabei sei die Lage äußerst kritisch – inzwischen läuft Öl aus den Heizungstanks, einige Gastanks treiben auf dem Wasser.

Unmittelbar nach dem Dammbruch in Winzer wurden vier Landwirte auf ihrem Traktor von den Wassermassen umspült. Sie hielten sich mit letzter Kraft an dem Fahrzeug fest, bis sie aus der Luft gerettet wurden.

Am Mittag erreichte die Hochwasserwelle der Donau in Deggendorf ihren Scheitelpunkt. Der Landkreis ist nach der Sperrung der Autobahnen A3 und A92 fast vollständig vom Umland abgeschnitten. Die Region sei nur noch über einige wenige Straßen für Helfer und Fahrzeuge zu erreichen, sagte eine Sprecherin des Landkreises. Autofahrer werden gebeten, den Raum

Deggendorf großräumig zu umfahren.

Laut Polizei behinderten Schaulustige zunehmend die Helfer beim Kampf gegen das Hochwasser in Niederbayern. „Die Einsatzkräfte vor Ort haben derzeit wahrlich anderes zu tun, als Touristen, die sich selber in Gefahr bringen, zu retten“, sagte der Vizepräsident der niederbayerischen Polizei,

URL: http://www.spiegel.de/panorama/hochwasser-trifft-deggendorf-in-bayern-hart-a-903965.html

Zahlreiche Stromausfälle nach Hochwasser

Veröffentlicht: Juni 5, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

In der Spitze waren nach Angaben des Netzbetreibers rund 30.000 Kunden in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zeitgleich ohne Strom. Am Montagmittag seien weiterhin rund 14.000 Kunden vom Stromausfall betroffen. In den Netzregionen Südsachsen und Westsachsen wurden Krisenstäbe einberufen. In Sachsen sei ein Hubschrauber im Einsatz, der Gebiete überfliegt, die nicht mit Einsatzwagen erreichbar sind. Allen Bürgern wird dringend geraten in den Hochwassergebieten, sich von stromführenden Anlagen wie Stromleitungen fernzuhalten. Hier bestehe Lebensgefahr.

Reparaturen gestalten sich schwierig

 

Die Verwandlung der Elbe

Veröffentlicht: Juni 5, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Seit die Elbe vor rund 200 Jahren eine wichtige Verkehrsader ist, haben die Menschen massive Eingriffe an ihrem Verlauf vorgenommen. Inzwischen ist sie etwa 119 km kürzer und über große Strecken eingedeicht. Die Folge: Häufigere und schwerere Sturmfluten, sagen Experten von der Internationale Kommission zum Schutz der Elbe.

Die menschlichen Eingriffe in den Wasserhaushalt und den Verlauf der Elbe sind vielfältig und haben unterschiedliche – mitunter ungewünschte – Wirkungen. Zu diesen Eingriffen gehören: Deichanlagen, Flussbegradigungen und Talsperren. Ein Überblick über Maßnahmen und Folgen.

Eindeichungen: „Wer nicht will weichen, der muss deichen“

Deiche werden schon seit dem Mittelalter gebaut. Sie sollen Nutzflächen und Ländereien vor Hochwasser schützen. In Hamburg begann man Mitte des 12. Jahrhunderts mit dem durchgängigen Bau von Deichen, nach dem Motto: „Wer nicht will weichen, der muss deichen.“ In den folgenden Jahrhunderten wuchsen mit den landwirtschaftlichen Flächen und Siedlungsgebieten auch die Deichanlagen.

  • Wo?

Während Sachsen nur über relativ wenige Deichanlagen verfügt, ist die Elbe in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt weitesgehend eingedeicht. Das betrifft allein im Verlauf der Mittleren Elbe eine Flussstrecke von 730km. (Zum Vergleich: In der Region Obere Elbe gibt es nur etwa zehn Kilometer Hochwasserdeiche.)

  • Folgen

Durch den großflächigen Bau von Deichen entzog man den Flussauen Abflussflächen. Ursprüngliche weitläufige Überschwemmungsflächen entfallen. Insgesamt verlor die Obere und Mittlere Elbe 76 Prozent ihrer Überschwemmungsfläche. Das hat wiederum zur Folge, dass die Wasserstände bei Hochwasser noch mehr steigen, auch die Fließgeschwindigkeit erhöht sich. So erhöhte sich die Geschwindigkeit einer mittleren Sturmflut zwischen Cuxhaven und Hamburg zwischen 1970 und 2010 von 22 auf 29 kmh. Ebenso ist die Häufigkeit der Sturmfluten in Hamburg-St. Pauli angestiegen: Zwischen 1775 und 1961 gab es nur vier Fluten mit einem Wasserstand von mehr als fünf Metern, im Zeitraum 1962 und 2002 gab es 19.

Flussbegradigungen: 119 Kilometer Elbe „abgeschnitten“

Durch Flussbegradigungen verkürzt sich der Wasserlauf – natürlich bei gleichbleibender Wassermenge. Hauptziel ist es, die Schifffahrt zu erleichtern. Schon zwischen 1600 bis 1810 entfernte man zwischen Dresden und Wittenberg sogenannte Mäander – aufeinander folgende Flusskurven. 1906 wurde die Elbe um 25,6 km zwischen Chvaletice und der Moldaumündung verkürzt. Seit Mitte des 19. Jahrhundert wurde die Elbe gezielt zur Wasserstraße ausgebaut. Allein in Deutschland wurde sie seither um mindestens 67  km verkürzt. Betrachtet man den gesamten Elbelauf, ist sie gut 119 km kürzer.

  • Folgen:

Das Fließgefälle der Elbe wird durch die „Raffung“ größer, die Flusssohle erodiert, das Wasser fließt schneller. Durch die verkürzten Flussläufe entfällt außerdem Elbauen-Gebiet und damit Abflussgebiet.

Talsperren

Die Talsperren mit ihrem Absperrbau und dem Speicherbecken befördern einen gleichbleibenden Wasserstand. Damit ermöglichen sie Schiffverkehr in Niedrigwasserphasen im Sommer, da wo früher oft über Wochen kein Schiff fahren konnte. Gleichzeitig bieten sie über den Abflussausgleich einen gewissen Schutz vor Hochwasser. Hochwasserwellen mit großem Volumen können allerdings meist nur teilweise aufgenommen werden. Immerhin können aber Schäden verringert werden, das zeigte sich auch schon auch schon bei der Hochwasserkatastrophe 2002.

  • Wo?

Es gibt rund 300 Talsperren vor allem an der Oberen und Mittleren Elbe bis zur Saalemündung. Damit ist es das Flussgebiet mit der höchsten Talsperrendichte Europas. 64 Prozent des Stauraums entfallen auf tschechisches Gebiet.

Quelle: Internationale Kommission zum Schutz der Elbe (IKSE)

Sachsen: Hochwassergeschädigte können laut sächsischem Finanzministerium ab Donnerstag Hilfen beantragen. Anträge können bis zum 25. Juni 2013 gestellt werden. Erforderlich ist ein Identitätsnachweis und die schriftliche Versicherung, dass der selbstgenutzte Wohnraum durch das Hochwasser geschädigt wurde.

Als Handgeld werden einmalig pro erwachsener Person 400 Euro und zusätzlich 250 Euro für jedes minderjähige Kind gezahlt, pro Haushalt höchstens 2.000 Euro. Empfänger der Leistung sind Personen, die mit ihrem ersten Wohnsitz in einer vom Hochwasser 2013 betroffenen Gemeinde gemeldet sind, und deren selbstgenutzter Wohnraum geschädigt ist.

Wasserstand 4 bis 5 Tage Aktuelles aus dem Torgauer Rathaus

Veröffentlicht: Juni 5, 2013 von Generaldirektor in Sachsen

+++ 5. Juni 2013, 17:32 Uhr: Aktuelles aus dem Torgauer Rathaus +++
Zunächst ein großes DANKESCHÖN an alle Helfer! Jetzige Prognosen gehen von einem Scheitel von circa 9,20 Metern am Freitag aus. Es wird damit gerechnet, dass der hohe Wasserstand 4 bis 5 Tage anhalten wird. Alle wichtigen Punkte wurden verstärkt und erhöht. Am heutigen Tag wurden genügend Sandsäcke für die Deichverteidigung gefüllt, sodass genügend Reserven vorhanden sind und zunächst morgen keine weitere Abfüllung erfolgt. Falls sich in der Nacht oder am morgigen Tag Schwachstellen bilden sollten, informieren wir wo und wie Hilfe benötigt wird. Die Elbbrücke bleibt weiterhin geöffnet. Eine Evakuierung der Stadt ist mit jetzigem Stand nicht geplant.

Evakuierung der Stadt Mühlberg angelaufen

Veröffentlicht: Juni 5, 2013 von Generaldirektor in Mühlberg

+++ 5. Juni 2013, 17:15 Uhr: Evakuierung der Stadt Mühlberg angelaufen +++ http://www.torgauerzeitung.com
In Mühlberg ist angesichts der aktuellen Hochwasserlage mit der Evakuierung der Einwohner der Stadt begonnen worden. Die Polizei fährt dazu mit Lautsprecherwagen durch die Straßen, um die Bürger aufzufordern, ihre Wohnungen und die Stadt zu verlassen, um bei Verwandten, Freunden oder Bekannten unterzukommen. Für Bewohner, für die diese Möglichkeit nicht besteht, sind ausreichend Notquartiere in Turnhallen in Tröbitz, Schönborn und Finsterwalde bereitgestellt worden.

DRK bringt 2000 Feldbetten landkreis lüchow dannenberg

Veröffentlicht: Juni 5, 2013 von Generaldirektor in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Die ersten in Hannover beladenen Fahrzeuge des Roten Kreuzes mit Material zur Versorgung von Einsatzkräften sind in Lüchow-Dannenberg eingetroffen. Aus verschiedenen DRK-Lagern in Niedersachsen werden insgesamt 2000 Feldbetten, 4000 Decken sowie Speise- und Getränkebehälter ins Kreisgebiet transportiert.   Der DRK-Landesverband Niedersachsen hat einen Einsatzstab gebildet und koordiniert von hier aus die Hilfe des Roten Kreuzes für das Hochwassergebiet an der Elbe. Etwa 200 Helferinnen und Helfer aus verschiedenen DRK-Kreisverbänden sind derzeit im Einsatz, zunächst im Betreuungs- und Sanitätsdienst, also zum Beispiel zur Versorgung der Feuerwehrleute. Auch bei der vorsorglichen Evakuierung in Hitzacker hilft das DRK.

Deichöffnung bei Fischerdorf für Abfluss nach Flut angedacht

Veröffentlicht: Juni 5, 2013 von fluthelfer in Fischerdorf

 


Eine Sprengung des Deiches bei Fischerdorf ist unwahrscheinlich, aber in jeder Nachricht steckt ein „kleiner Wahrheitsgehalt“, erklärt Josef Ehrl, Pressesprecher des Landratsamtes Deggendorf: Falls in den kommenden Tagen das Wasser in der Donau erheblich tiefer stünde als im Hochwasserpolder, dann werde eine Deichöffnung in Erwägung gezogen. Damit könnte der Abfluss des Wassers aus dem Polder beschleunigt und kontrolliert werden.

Dafür müsse die Donau aber gut 50 Zentimeter unter dem Polderstand verlaufen. Außerdem werde noch Aufwand und Nutzen geprüft. Der Deich müsste dann schließlich auch wieder schnell und zuverlässig geschlossen werden, so Ehrl. Für die relativ kleinen Öffnungen wäre schweres Gerät die erste Wahl. Nur für den äußersten Ausnahmefall befindet sich der Einsatz von Pionieren zur Sprengung derzeit in der Prüfung.

http://www.pnp.de/

Dresden bangt, Halle erlebt Rekordflut

Veröffentlicht: Juni 5, 2013 von fluthelfer in Dresden, Halle

 

Während in Passau das Gröbste überstanden ist und die Aufräumarbeiten beginnen, bangen andere Orte angesichts steigender Pegelstände weiter. Halle an der Saale hat so viel Wasser wie seit 400 Jahren nicht mehr. 30.000 Menschen sollen ihre Häuser verlassen. Auch Dresden reagiert mit Evakuierungen auf die Flut.

In weiten Teilen Süd- und Ostdeutschlands heißt es weiterhin «Land unter». Während einige Hochwassergebiete bereits die Schäden sichten können, sind andere noch akut von den Wassermassen bedroht.

Am frühen Mittwochmorgen war die Lage vor allem in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Bayern angespannt. In der sächsischen Landeshauptstadt Dresden wurden weitere Evakuierungen vorbereitet, auch im bayerischen Landkreis Deggendorf wurden Menschen in Sicherheit gebracht. In Passau scheint das Schlimmste hingegen überstanden.

In der schwer getroffenen Dreiflüssestadt ist das Wasser der Donau zwar fast drei Meter zurückgegangen – entlang der Ufer seien aber immer noch einige Straßen überflutet, teilte ein Sprecher mit. Auch die Innenstadt sei nach wie vor abgeschnitten. Das Gröbste sei aber überstanden: «Langsam kommen wir weg von der Katastrophe und hin zum Hochwasser.»

Deggendorf ist eine Insel

Der vom Donauhochwasser teilweise überschwemmte Landkreis Deggendorf ist nach der Teilsperrung der Autobahn 92 fast vollständig vom Umland abgeschnitten. Die Region sei nur noch über einige wenige Straßen für Helfer und Fahrzeuge zu erreichen, erklärte eine Landkreissprecherin am Mittwochmorgen.

In der Nacht wurden weitere Häuser evakuiert – 50 bis 80 Menschen wurden in Sicherheit gebracht. In der Region Deggendorf und Straubing mussten bereits am Dienstag rund 6000 Menschen ihre Häuser wegen des Hochwassers verlassen.

Pegel der Elbe steigt

In Dresden bereitet die Elbe zunehmend Sorge. «Da steigt der Pegel langsam, aber kontinuierlich», sagte Stadtsprecherin Heike Großmann. Am Mittwochmittag lag er bei 8,43 Metern. Mehr als 600 Menschen sollten vor den Wassermassen in Sicherheit gebracht werden. Die Vorsichtsmaßnahme hatte am Vortag begonnen. Vor allem im Osten der Stadt könnten weitere Evakuierungen hinzukommen. Außerdem sei in einigen Straßenzügen der Strom abgeschaltet worden.

Das Landeshochwasserzentrum erwartet für Donnerstagmittag bis zu 8,80 Meter, normal sind etwa zwei Meter. Das Hochwasser der Elbe werde aber dort die Dimension der Flutkatastrophe von 2002 nicht ganz erreichen. «Wir gehen von neun Meter plus aus, die 9,40 Meter sind inzwischen ausgeschlossen», sagte der Referatsleiter im Umweltministerium, Martin Socher, am Mittwoch.

Um nicht nur Touristen zielgenau zu informieren, hat die Tourismus Marketing-Gesellschaft die aktuelle Lage in den Regionen auf ihrem Internetportal zusammengefasst.

Halle erlebt Rekordflut

Auch in Halle an der Saale spitzt sich die Hochwasserlage gefährlich zu: Rund 30.000 Menschen wurden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Die Saale hatte einen Wasserstand von 8,07 Meter erreicht. Das war der höchste seit 400 Jahren in der Stadt in Sachsen-Anhalt, wie die Behörden am Mittwoch mitteilten. Normal liegt der Pegelstand dort bei knapp 2 Metern.

Vom Hochwasser bedroht sind fünf große Gebiete. Notquartiere wurden eingerichtet. Die Dämme seien durchgeweicht, Einsatzkräfte versuchten, diesen mit Sandsäcken zu stabilisieren. Dennoch trete an Sickerstellen Wasser aus und teils über die Deiche. «Das Wasser läuft auf die ersten Häuser zu», sagte Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) zur Situation am Gimritzer und Passendorfer Damm. Der Druck auf diese beiden Hauptdeiche sei extrem hoch

In Brandenburg steigen die Pegelstände der Elbe zwar an, trotzdem ist die Lage noch weitgehend entspannt: «Ganz so heftig ist es noch nicht», sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Mittwochmorgen. Entlang der Elbe sei die höchste Warnstufe noch nicht erreicht – mit der für die nächsten Tage angekündigten Hochwasserwelle aber würden die Pegelstände deutlich steigen.

Thüringen atmet auf

Unterdessen entspannte sich die Hochwasserlage in Thüringen mit fallenden Pegelständen weiter. Nachdem der Katastrophenalarm am Dienstagabend bereits für den Landkreis Greiz zurückgenommen wurde, gilt der Katastrophenfall in Thüringen nur noch für den Saale-Holzland-Kreis. In den meisten Landesteilen haben die Aufräumarbeiten begonnen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte den Flutopfern bei einem Besuch in Greiz am Dienstag finanzielle Hilfe zugesagt. Das 100-Millionen-Euro-Soforthilfeprogramm des Bundes solle auch Privatleuten und Gewerbetreibenden zugutekommen. Sie würden nicht alleingelassen, sagte Merkel.

Das Deutsche Rote Kreuz warnte unterdessen eindringlich davor, in den Hochwassergebieten die Deiche zu betreten. «Es besteht Lebensgefahr!» hieß es in einer Mitteilung des DRK-Landesverbandes Dresden. «Auch wenn das Interesse an den Wassermassen sehr groß ist, sollten Schaulustige sich und andere nicht unnötig in Gefahr bringen», hieß es.

 

http://www.news.de

Seit gestern Abend 22Uhr gilt in Wolmirstedt Alarmstufe drei. Das bedeutet, die Deiche werden ständig kontrolliert. In Glindenberg ließen sich am Nachmittag bereits 71freiwillige Helfer registrieren. Zudem wurden das Wolmirstedter Tierheim evakuiert und im Wirtschaftshof 2000 Sandsäcke befüllt.

Wolmirstedt l Das Hochwasser kommt. Der Katastrophenstab des Landkreises hat seine Arbeit aufgenommen. Auch in Wolmirstedt werden Sandsäcke befüllt. Der Deich in Glindenberg wird seit gestern Abend 20 Uhr von Deichläufern kontrolliert. In Vierergruppen gehen die Glindenberger jeweils vier Stunden lang den beinahe acht Kilometer langen Glindenberger Deich ab. Gesichert mit Schwimmwesten.

Besonders in Glindenberg ist die Sorge vor dem Hochwasser groß. „Das Wasser soll 1,20Meter höher stehen als 2002“, erregt sich Inka Plaßmann, „und wir sollen nichts tun?“ Die Glindenbergerin spricht bei der Einwohnerversammlung all jenen aus dem Herzen, die am liebsten sofort Sandsäcke befüllen und die Deiche sichern möchten. Doch soweit war es gestern noch nicht. Erst heute wird Sand an der Sandkuhle in der Wolmirstedter Straße abgeladen. „Dort kann sich jeder seine mitgebrachten Sandsäcke befüllen“, sagt Bürgermeister Martin Stichnoth. Dieser Sand dient zur Sicherung des Privateigentums. „Für die öffentlichen Bereiche hat die Wasserwehr Sandsäcke vorrätig“, so Stichnoth. Auf dem Wirtschaftshof der Stadt in der Fabrikstraße werden seit gestern Sandsäcke befüllt. 2000 Stück fürs Erste. Insgesamt stehen 20Tonnen Sand für 10000 Säcke zur Verfügung. „Auch die Kiesgrube Papenburg in Farsleben hat bereits ihre Hilfe zugesichert“, so der Bürgermeister

Christine Bauer wohnt in Glindenberg und hat das Hochwasser 2002 noch gut im Gedächtnis. „Zuerst müssen wir die Schwachstelle des Deiches zwischen Glindenberg und Heinrichsberg schützen“, sagte sie und sprach von einem Höhenunterschied von 30 Zentimetern. „Dort läuft das Wasser zuerst über.“ Martin Stichnoth versprach, dieses Problem im Landkreis anzusprechen, denn der bildet den Katastrophenschutzstab.

Ortswehrleiter Andy Opitz mahnte ebenfalls: „Wir können nicht erst beginnen, die Deiche zu schützen, wenn das Wasser zehn Zentimeter unter der Krone steht.“ Der Ortswehrleiter ist ab sofort Leiter des Wachbüros, das im Versammlungsraum der Feuerwehr eingerichtet wurde. „Ab Mittwoch 12 Uhr gibt es zuverlässige Informationen“, sagt Opitz. Die brauchen die Glindenberger Bürger derzeit am meisten.

In der Tat gibt es noch keine konkreten Aussagen, zu welchem Zeitpunkt das Wasser wie hoch steigen wird. „Ab Donnerstag rechnen wir mit einer zugespitzten Lage“, sagt Landrat Hans Walker bei einem Arbeitstreffen im Wolmirstedter Rathaus.

Dennoch, kommt es dicke, „dann müssen wir alles, was in einer Senke und unterhalb von 44 Metern über Normalnull liegt, evakuieren“, sagt Dirk Illgas vom Wolmirstedter Ordnungsamt. Diese tiefliegenden Gebiete sind durch einen Rückstau des Elbwassers in die Ohre überflutungsgefährdet. In solchen Bereichen liegen unter anderem das Klärwerk, die Firma Polytech im Handwerkerring und auch Weidewiesen von Bauern.

„Die Stadtwerke sichern bereits ihre Trafostationen“, weiß Illgas, „damit im Überflutungsfall trotzdem die Stromversorgung gesichert ist.

Das Wolmirstedter Tierheim hat bereits gestern seine Pfleglinge evakuiert. Rund 35 Katzen und 13 Hunde wurden in eine Pflegestelle nach Gerwisch gebracht. Damit folgten die Tierheimmitarbeiter und viele Freiwillige der Aufforderung des Veterinäramtes des Landkreises. „Sogar die Goldfische aus dem Teich müssen umgesiedelt werden“, sagt Evelin Horwitz. Für die Tiere bedeutet die Umsiedlung Stress pur. Das Miauen der Katzen aus den Boxen im Kofferraum der Transporter war deutlich.

Evakuierung ist auch für die Glindenberger ein Thema. Doch davon ist bisher keine Rede. „Erst ab Alarmstufe vier“, sagt Stichnoth. Der Bürgermeister forderte die Bürger jedoch auf, sich über Radio und Internet auf dem Laufenden zu halten. Ordnungsamtsleiterin Marlies Cassuhn appellierte, dass alle vom Hochwasser Bedrohten eine Notfalltasche packen und besonders an Medikamente denken sollten.

In den kommenden Tagen wird die Ohre nicht als Problem gesehen. „Wir rechnen mit einem Rückstau der Elbe, der vorraussichtlich bis zur Glindenberger Brücke geht“, so Dirk Illgas, „aber der Deich in Richtung Glindenberg wurde vor sechs Jahren um einen Meter erhöht. Die andere Seite könnte überfluten.“ Der Elbdeich wurde erst im vergangenen Jahr mit einem Deichverteidigungweg gesichert und dabei das Erdreich verdichtet. Er gilt derzeit als sicher.

Das Bürgertelefon des Landkreises ist rund um die Uhr besetzt. Die Rufnummer lautet: (03904)72403810
URL: http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wolmirstedt/1086912_Hochwassergefahr-Tierheim-evakuiert-Sandsaecke-befuellt-Deich-wird-bewacht.html

Wir sehen sie überall in den Hochwassergebieten im Einsatz: Die Helfer des THW. Sie haben schwere Technik wie die Bundeswehr, bestehen aber aus ehrenamtlichen Mitgliedern wie viele Feuerwehren. Eine Hilfstruppe, die in dieser Form so weltweit einmalig ist.

von Michael Voß

Das Technisches Hilfswerk – besser bekannt als THW – ist eine Bundesanstalt und untersteht dem Bundesinnenminister. Es ist weltweit einmalig. 99 Prozent der Mitarbeiter arbeiten ehrenamtlich, haben also normalerweise einen ganz anderen Beruf. 80-tausende Frauen und Männer sind hier freiwillig organisiert.

Viele Spezialisten und schwere Technik

In den Hochwassergebieten sind die blauen Einsatzfahrzeuge jetzt überall zu sehen. Mit dabei sind Spezialisten, die sich in allen Fragen von Katastrophen auskennen. Außerdem vorhanden ist schwere Technik: von Pumpen bis hin zu Transport- und Bergungsfahrzeugen.

Nicht nur in Deutschland aktiv

Das THW ist zuständig für den nicht-militärischen Schutz der Zivilbevölkerung bei Kriegseinwirkungen und in Katastrophenfällen. Es wird bei Katastrophen im Inland eingesetzt, wie jetzt in den Hochwassergebieten. Es hilft aber auch im Auftrag der Bundesregierung bei Auslandseinsätzen, beispielsweise bei humanitären Aufgaben im Rahmen von internationalen Friedensmissionen.

Die Helfer des THW unterliegen als sogenannte zivile Nichtkombattanten der vierten Genfer Konvention. Mit anderen Worten: Ähnlich wie das Rote Kreuz oder die Sanitätsgruppen der Bundeswehr dürfen sie nicht an Kampfhandlungen teilnehmen, aber auch nicht angegriffen werden.

Nach 1990 gesamtdeutscher Katastrophenschutz

Die Hauptstelle und Gesamteinsatzleitung des Technischen Hilfswerks ist in Bonn. Hier wurde das THW im August 1950 gegründet.

Das THW hat nach 1990 im Bereich der neuen Länder einige Aufgaben, Geräte und Fahrzeuge der Nationalen Volksarmee übernommen. Mit der Bundeswehr gibt es eine Zusammenarbeit, beispielsweise beim Transport von THW-Geräten oder auch bei der Nutzung von Kasernen.

Quelle: mdr.de

  1. News zu flut

    1. Hochwasser: Der Schrecken nach der Flut

      ZEIT ONLINE ‎- vor 15 Stunden
      An der Elbe steigen die Pegel – in Grimma an der Mulde dagegen beginnt das Aufräumen. Für die Bürger ist die Rückkehr in ihre Häuser ein
    1. FAZ – Frankfurter Allgemeine Zeitung‎ – vor 11 Stunden
    2. Handelsblatt‎ – vor 8 Stunden
  2. Hochwasser: Furcht vor einer gewaltigen Elbe-Flut – FAZ.net

    vor 15 Stunden – Die Flutwelle rollt Donau und Elbe hinab. Neue Überschwemmungen drohen. Schon jetzt sind die Schäden in Süd- und… jetzt lesen.

  3. Deutschland versinkt im Hochwasser: Schlimmste Flut seit 500

    vor 2 Tagen – Alle Prognosen der Experten werden in diesen Stunden übertroffen: Deutschland erlebt ein Hochwasser noch nie dagewesenen Ausmaßes.

  4. Flut – Wikipedia

    de.wikipedia.org/wiki/Flut

    Als Flut wird das Steigen des Wasserstandes infolge der Gezeiten (Tide) bezeichnet. Dieser Zeitraum reicht von einem Niedrigwasser bis zum folgenden

 

Von manager-magazin-online-Redakteur Nils-Viktor Sorge

Die Mitarbeiter des Atomkraftwerks Krümmel bereiten sich auf eine Ausnahmesituation vor. Wenn die Elbe Anfang nächster Woche wie erwartet einen Rekordpegel erreicht, müssen sie die Anlage erstmals mit mobilen Schutzwänden sichern.

 Die Elbe-Rekordflut macht besondere Maßnahmen zum Schutz des abgeschalteten Atomkraftwerks Krümmel (Schleswig-Holstein) erforderlich. Die Belegschaft sei darauf vorbereitet, erstmals in der Geschichte des Kraftwerks bei Hochwasser die Fluttore zu schließen, sagte ein Sprecher des Betreibers Vattenfall gegenüber manager magazin online.

Zudem stehen mobile Schutzwände („Dammtafeln“) bereit, um das Kraftwerk vom Wasser abzuschotten. „Krümmel verfügt über einen speziellen und umfassenden Hochwasserschutz und ist bestens für alle absehbaren Pegelstände gerüstet“, sagte der Vattenfall-Sprecher. „Alle wesentlichen Teile des Kernkraftwerks bleiben dank unserer Vorsorge- und Sicherheitsmaßnahmen trocken und sind geschützt.“ Die schleswig-holsteinische Atomaufsicht steht mit Vattenfall bereits wegen des Hochwassers in engem Kontakt, wie das Kieler Umweltministerium manager magazin online mitteilte.

Die Anlage in Krümmel ist trotz der Stilllegung auf eine verlässliche Stromversorgung angewiesen, um verbrauchte Brennelemente zu kühlen. Nach Angaben der Anti-Atom-Organisation ausgestrahlt lagerten zum Jahreswechsel noch etwa tausend Brennelemente in Abklingbecken.

Für Montag rechnen Experten mit einem Rekordpegel

Die Maßnahmen werden erforderlich, weil die Elbe zwischen Lauenburg und Geesthacht offiziellen Abschätzungen zufolge am Montag einen Rekordstand erreichen soll. Danach schwillt die Flutwelle Experten zufolge weiter an. Ohne die besonderen Maßnahmen würde das Gelände ab einem Stand von 8,50 Meter geflutet. Um genügend Zeit für die Schutzmaßnahmen zu haben, müssen die Kraftwerksmitarbeiter die Fluttore laut Vattenfall ab einem Pegelstand von 7,80 Meter in Krümmel schließen. Ab 8,20 Meter erreichten sie den offiziellen Schutzbestimmungen zufolge die mobilen Wände.

Für Dienstag rechnet das Schleswig-Holsteinische Umweltministerium mit einem Stand in Krümmel von etwa 8,35 Meter, Tendenz steigend. Das geht aus einer E-Mail des Ministeriums an manager magazin online und Angaben der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes hervor. Laut Ministerium wird der Wasserstand in Krümmel etwa zwei Meter unter dem Pegel Hohnstorf liegen, für den die Bundesbehörde einen Rekordstand von 10,35 Meter berechnet hat.

Deichbruch auf anderer Elbseite soll das Schlimmste verhindern

Zuletzt kam das Wasser dem Atomkraftwerk vor gut zwei Jahren nahe. Damals erreichte der Wasserstand „nur“ etwa sieben Meter. „Die Vorsorgemaßnahmen sind im Betriebsreglement fest verankert und genau beschrieben“, heißt es im Umweltministerium. Nach dem Reaktorunglück von Fukushima hielt die Reaktorsicherheitskommission des Bundes keine weitergehenden Maßnahmen für erforderlich.

Die Schutzmaßnahmen bieten laut Vattenfall Sicherheit bis zu einem Wasserstand von 9,70 Meter in Krümmel. Sollte das Wasser weiter steigen, droht dem Kraftwerk laut Vattenfall dennoch keine Überflutung. Dann würden die Deiche auf der anderen Elbseite brechen – und der Fluss statt des Atomkraftwerks den gesamten Landstrich südlich des Stroms fluten.

 

http://www.spiegel.de/panorama/hochwasser-schutzwaende-sollen-atomkraftwerk-kruemmel-sichern-a-903912.html

Saale-Fluten zwingen 30.000 Menschen aus ihren Häusern

Veröffentlicht: Juni 5, 2013 von fluthelfer in Halle

Der Pegelstand der Saale in Halle erreicht Rekordwerte, viele Dämme sind völlig durchgeweicht: Rund 30.000 Menschen wurden deshalb aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Kritisch ist die Situation auch in Nordsachsen – dortmussten zwei Dörfer zwangsevakuiert werden.

Der Überblick.

Die Hochwasserlage in Halle an der Saale verschärft sich dramatisch. Rund 30.000 Anwohner sollen ihre Häuser verlassen und sich in Sicherheit bringen. Die Saale hat einen Wasserstand von 8,07 Meter erreicht, am Pegel Halle-Trotha sogar noch zwei Zentimeter mehr. „Seit 400 Jahren ist das der höchste Wert“, sagte ein Sprecher. Teile der Innenstadt würden zunehmend überflutet. Normal sei ein Pegelstand von weit unter drei Meter.

Notquartiere wurden eingerichtet. Die Dämme seien durchgeweicht, Wasser trete an Sickerstellen aus und teils über die Deiche. „Das Wasser läuft auf die ersten Häuser zu“, sagte Oberbürgermeister Bernd Wiegand zur Situation am Gimritzer und Passendorfer Damm. Der Druck auf diese beiden Hauptdeiche sei extrem hoch. Hunderte Einsatzkräfte versuchen, einen Deichbruch zu verhindern.

Kritisch ist die Lage auch in Nordsachsen. Wegen eines überlaufenden Sees sind dort mehrere Dörfer zwangsevakuiert worden. Die Bewohner von Löbnitz und Sausedlitz am Seelhausener See müssten ihre Häuser verlassen, sagte der Sprecher des Kreises Nordsachsen. „Der See ist einfach voll und läuft über.“ Es bestehe die Gefahr, dass die Sogwelle abfließenden Wassers zu Erd-Abbrüchen führen könnte. Bereits am Dienstag war am Fluss Mulde ein Damm gesprengt worden, um weiteres Einfließen von Wasser in den randvollen Seelhausener See zu verhindern. Eventuell soll diese Stelle noch verbreitert werden.

Die Pegelstände der Elbe steigen und steigen: In Dresden kletterte das Wasser am Mittag auf 8,43 Meter. Es lief ein Einsatz, um 660 Menschen im Stadtteil Gohlis in Sicherheit zu bringen. Vor allem im Osten der Stadt könnten weitere Evakuierungen hinzukommen, sagte ein Sprecher. Das Hochwasser bleibt laut Prognosen jedoch unter den Höchstständen von 2002. Der Scheitel werde Sachsen am Donnerstagvormittag erreichen, sagte eine Sprecherin des Landeshochwasserzentrums.

Für Dresden wird ein maximaler Wasserstand von 8,50 Meter bis 8,70 Meter erwartet, für Schöna an der tschechischen Grenze von 10,70 Meter bis 10,90 Meter. 2002 waren in Dresden 9,40 Meter und in Schöna 12,04 Meter gemessen worden. „Die Pegelstände werden über einen langen Zeitraum in der höchsten Warnstufe bleiben.“

Entlang der Elbe droht in Niedersachsen in den kommenden Tagen ein Rekordhochwasser. In Hitzacker im Landkreis Lüchow- Dannenberg laufen die Vorbereitungen, dort gilt Katastrophenalarm. „Wir werden Sandsäcke auf die Deiche bringen, um gegen höhere Wasserstände gewappnet zu sein. Mehr können wir im Moment nicht machen“, sagte der Bürgermeister der Samtgemeinde Elbtalaue, Jürgen Meyer. Sorge vor einem ähnlichen Ausmaß des Hochwassers wie vor elf Jahren habe er nicht. „Wir haben eine andere Situation. 2002 hatte Hitzacker keinen Hochwasserschutz.“

Bewährungsprobe für die neue Schutzwand

Vor elf Jahren stand das Wasser in der 5000-Einwohner-Stadt teilweise bis zu 7,51 Meter hoch. Seit 2008 aber sorgt ein rund 36 Millionen Euro teurer Hochwasserschutz für mehr Sicherheit. Dazu gehört auch eine 938 Meter lange Hochwasserschutzwand. Sie ist 1,20 Meter hoch und kann im Bereich der Stadt mit mobilen Teilen auf 2,70 Meter erhöht werden. Nun kommt die Bewährungsprobe.

Das an Hochwasser gewöhnte Lauenburg in Schleswig-Holstein evakuiert erstmals die von der Elbeflut bedrohte Unterstadt. Betroffen sind bis zu 150 Häuser nahe am Fluss. Deren Bewohner müssten von Freitag 9 Uhr an ihre Häuser verlassen, kündigte Bürgermeister Andreas Thiede an. Nach offiziellen Vorhersagen soll der Pegelstand der Elbe am Wochenende auf mehr als neun Meter steigen, für Mittwoch nächster Woche wird ein historischer Höchststand von 10,35 Metern erwartet.

Die Lage in Brandenburg verschärft sich. An der Schwarzen Elster gab es bei Herzberg einen ersten Deichbruch. Der Wasserstand erreichte in Mühlberg am frühen Morgen 8,80 Meter. Bei der Rekordflut vom August 2002 waren es 9,98 Meter.

In Bayern stabilisiert sich die Situation langsam, Entwarnung konnte aber noch nicht gegeben werden. In Passau gab es für die meisten Bewohner wieder Trinkwasser, wie ein Stadtsprecher sagte. In Straubing und Deggendorf stagnierten die Pegelstände, wenn auch auf hohem Niveau. Immer wieder starten Hubschrauber vom Volksfestplatz in Deggendorf zu gefährlichen Einsätzen. Sie retten vom Hochwasser eingeschlossene Menschen aus dem überspülten Ortsteil Fischerdorf. „Einige sind trotz der dramatischen Lage in ihren Häusern geblieben und warten mittlerweile auf den Dächern auf Hilfe“, sagte Einsatzleiter Alois Schraufstetter. „Es herrscht absolute Lebensgefahr. Die Häuser stehen bis zu drei Meter im Wasser.“

Aufräumarbeiten in Thüringen

Aus Thüringen zog sich das Wasser langsam zurück. Die Kommunen begannen mit den Aufräumarbeiten und listeten die Schäden auf. Die Fluten der Weißen Elster trafen den Greizer Landschaftspark und das dortige Sommerpalais schwer. „Es ist eine Katastrophe apokalyptischen Ausmaßes“, sagte der Direktor der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Helmut- Eberhard Paulus. Der Park gleiche einer Mondlandschaft. Das als national bedeutsames Denkmal eingestufte Ensemble aus Park und Palais war in den vergangenen Jahren mit Millionenaufwand saniert und rekonstruiert worden. In einer ersten Bestandsaufnahme sprach Paulus von rund 2,6 Millionen Euro Schaden.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich räumte angesichts der Flutkatastrophe im Süden und Osten Deutschlands Mängel beim Hochwasserschutz ein. Die Situation sei „regional sehr unterschiedlich“, sagte Friedrich. In manchen Orten sei der Hochwasserschutz konsequent umgesetzt worden. Andernorts sei er „im Planfeststellungsverfahren steckengeblieben“, oder das gesamte Konzept sei nicht umgesetzt worden.

Hilfe für die betroffenen Gebiete kommt derweil von rund 200 französischen und niederländischen Soldaten, die Einsatzkräfte in den überfluteten Regionen unterstützen. Zudem sind etwa 5600 Bundeswehr-Soldaten im Hochwassereinsatz.

URL: http://www.spiegel.de/panorama/hochwasser-in-halle-30-000-menschen-werden-evakuiert-a-903916.html

Eine Stadt packt an

Veröffentlicht: Juni 5, 2013 von fluthelfer in Dresden

Aus Dresden berichtet Fabienne Kinzelmann

Dresdens Bürger stemmen sich gegen die Flut. Tausende Freiwillige helfen, um das Hochwasser in der Elbmetropole einzudämmen. Der Zusammenhalt ist groß – werden die Schutzmaßnahmen reichen?

Daniel Neumanns Namen kennt unter den Fluthelfern kaum jemand. Dennoch ist er der Dreh- und Angelpunkt: Seit Sonntagabend betreut der 26-jährige Vertriebler die Facebook-Seite „Fluthilfe Dresden“, über die sich die freiwilligen Helfer organisieren. Neumann und zwei seiner Freunde beantworten nun fast rund um die Uhr Anfragen, leiten Hilfsangebote und Hilfegesuche weiter und informieren über den aktuellen Stand an den Einsatzorten. Es sei ihm wichtig, zu helfen, sagt Daniel Neumann – schließlich sei Dresden seine Heimat. In der vergangenen Nacht hat er sich nur drei Stunden Schlaf gegönnt. Gerade ist er auf dem Sprung zur Leipziger Straße im Stadtteil Altpieschen. Bis zum Morgen wurden hier 7000 Säcke gestapelt, auch jetzt stehen wieder mehrere hundert Menschen bereit, um die neuen Lieferungen schnell zu verbauen. 80 Tonnen Sand aus Zwickau werden erwartet, den Daniel und sein Team organisiert haben.

Deichbau für Anfänger

Die Solidarität in Dresden ist hoch. Vor allem Studenten gehören zu den Helfern. Doch auch Schüler und Berufstätige sind vor Ort und packen mit an. Viele pendeln seit Stunden zwischen den Einsatzorten im Stadtkern oder gönnen sich auf den Sandsackdämmen in der Mittagssonne das erste Bier. Gebraucht würden sie momentan vor allem in den Gebieten außerhalb der Stadt – doch die sind ohne Auto schlecht erreichbar.

Ordentlich müssen die Säcke geschichtet werden, nur ja keine Lücken und Folie dazwischen: „Eben wie beim Dach“, sagt Johannes Krautmar. Der 23-jährige Veranstaltungstechniker und seine Kollegen haben schnell gelernt, wie ein vernünftiger Damm funktioniert – seit Sonntagabend sind sie im Einsatz und sichern den Studentenclub Bärenzwinger am Dresdner Terrassenufer. Über die sozialen Netzwerke riefen sie um Hilfe, ihr Post wurde 20.000-mal geteilt, ab halb sechs am Montagmorgen stapelten die Helfer Sandsäcke. Weil die Elbe weiter steigt, campieren Krautmar und seine Kollegen mittlerweile vor dem Bärenzwinger, um im Notfall vor Ort zu sein.

Weit mehr als 6000 Helfer der Feuerwehr, der Bundeswehr, der Polizei, des THW und des DRK sind neben den mehreren tausend Freiwilligen in Dresden heute im Einsatz. Der Rektor der Technischen Universität Dresden verschickte eine Mail, in der er Studenten zum Helfen anhielt, Dozenten sollten auf eine eingeschränkte Anwesenheit in den nächsten Tagen Rücksicht nehmen. Auch der Uni-Sport wird in dieser Woche entfallen: In den Sporthallen sind Fluthelfer untergebracht.

Die „verzogene Jugend“ hat geholfen

„Es ist unglaublich, was die Dresdner Bürger leisten“, sagt ein Feuerwehrmann anerkennend. Er ist aus Dresdens Partnerstadt Hamburg mit 170 Mann angerückt, weitere 76 Kollegen werden erwartet. „Anpacken, Brötchen schmieren, Getränke verteilen – jeder Dresdner hilft, wo er kann.“ Dicht drängt sich die Masse um das Hotel Terrassenufer nahe der Altstadt. In das Hotel selbst wird die Flut eindringen, doch die Helfer türmen fleißig Sand vor einem Wohnhaus. Die Feuerwehr hofft, dass man hier die Stromversorgung gewährleisten kann.

Noch sieht es gut für das Wohnhaus aus, die Stimmung ist fröhlich. Dennoch: So manch ein Helfer ist traurig, dass die Arbeit voriger Tage an anderen Stellen nutzlos war. Unterhalb der Augustusbrücke reichte ein knapp zwei Meter hoher Sandsack-Damm nicht aus. Auch andere Plätze sind überschwemmt. Gerüchte, dass der Pegel auf über zehn Meter – und damit höher als 2002 – steigen könnte, sind unter den Helfenden weit verbreitet. Das treibt den Adrenalinpegel nach oben.

Die Situation werde jedoch keinesfalls dramatischer als zur Jahrhundertflut, so das Landeshochwasserzentrum. Der Pegel wird in Dresden mit maximal 8,45 bis 8,70 Meter erwartet, der Scheitel soll am Donnerstagnachmittag erreicht sein. Doch wie der Krisenstab rechnet auch Social-Media-Fan Daniel Neumann nicht mit einer Entspannung der Lage in den nächsten Tagen. Sekündlich bekommt er neue Nachrichten, über 31.000 Fans hat seine Seite mittlerweile und animiert vor allem die Jungen, sich mit Gummistiefeln und Schaufeln auf den Weg zu machen.

Das schönste Feedback bekamen Neumann und sein Team bisher von einem Altenheim aus Zschachwitz: „Über hundert Helfer, 15.000 Säcke und insgesamt über 100 Tonnen Sand – und es war zu 95 Prozent die ‚verzogene Jugend‘, die geholfen hat.“

URL: http://www.spiegel.de/panorama/hochwasser-in-dresden-buerger-kaempfen-gegen-die-flut-a-903968.html

Wie sehr schadet das Hochwasser der Landwirtschaft?

Veröffentlicht: Juni 5, 2013 von fluthelfer in Bayern

Die bayerischen Landwirte sind sehr von den Hochwasser-Schäden betroffen, sagt der Präsident des Deutschen Bauernverbandes im radioWelt-Interview.

Quelle: br.de

Deggendorf – Kampf gegen Hochwasser

Veröffentlicht: Juni 5, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

Es war eine lange Nacht rund um Deggendorf. Unzählige Helfer kämpften entlang der niederbayerischen Donau gemeinsam gegen das Hochwasser und verstärkten die Dämme – wie hier in der Nähe von Hengersberg und Osterhofen.

http://www.br.de/nachrichten/hochwasser-flut-damm-100.html

Quelle: br.de

Versicherungstipps Nach dem Hochwasser

Veröffentlicht: Juni 5, 2013 von fluthelfer in Bayern

Das Wasser ist weg – und nun taucht die Frage auf: Wer zahlt? Idealerweise ist man gegen Elementarschäden versichert, doch auch dann ist einiges zu beachten, damit man auch wirklich Geld bekommt. Und ohne Versicherung?

http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/abendschau/hochwasser-versicherung-schaden-100.html

Quelle: br.de

Die bayerischen Landwirte sind sehr von den Hochwasser-Schäden betroffen, sagt der Präsident des Deutschen Bauernverbandes im radioWelt-Interview.

Quelle: br.de

Dammbrüche – 4000 Menschen evakuiert – Schulen fallen aus

Veröffentlicht: Juni 5, 2013 von fluthelfer in Fischerdorf

 
Nach weiteren Dammbrüchen an der Donau ist die A3 seit etwa 17.30 Uhr überflutet. Betroffen ist der Bereich zwischen Deggendorf und Hengersberg. Die Autobahn war vorher schon komplett gesperrt worden. Das Hochwasser bei Fischerdorf hat sich zuvor weiter verschlimmert. Seit Dienstagnachmittag um 16.30 Uhr drohte die Überflutung der Autobahn. Der Hochwasserpolder bei Fischerdorf konnte nicht gehalten werden. Fischerdorf wurde not-evakuiert. Gleiches gilt für Niederalteich. Hier breitet sich Wasser aus, das vom Dammbruch in Winzer stammt. Es wurde befürchtet, dass weitere Dammbrüche im Laufe der Nacht die Lage nochmals deutlich verschärfen. Insgesamt wurden mehr als 4000 Menschen im Landkreis Deggendorf evakuiert.

Gesperrt ist die A3 zwischen Hengersberg und Straubing. Auch betroffen ist die A92 zwischen Landau an der Isar und Deggendorf in Fahrtrichtung Deggendorf. Die A92 ist in die Fahrtrichtung zwar nicht mehr gesperrt, aber der Verkehr staut sich. Die Autofahrer werden rausgewunken (Stand: 19 Uhr) und müssten angeben, wohin sie fahren. Wer nach Deggendorf fährt, darf durch. Wer auf die A3 will, wird abgeleitet und sollte frühzeitig auf die Bundesstraße ausweichen. Empfohlene Umleitung über B20 Landau a.d.Isar, B20 Eggenfelden, B388 Eggenfelden, B388 Rottau, B12 B388 bei Rottau, B12 Pocking, A3 Pocking und A3 Passau-Süd, (Für Fahrzeuge die auf die A 3 Richtung Straubing wollen empfehlen wir die B20 zu befahren)

Umleitungsempfehlung für A3:

A3 Passau Richtung Nürnberg: Umleitung über B8 oder empfohlene A3 Nürnberg Richtung Passau: Umleitung über B20 Straubing, B20 Eggenfelden, B388 Eggenfelden, B388 Rottau, B12 B388 bei Rottau und B12 Pocking, Ausweichstrecke: B20 bis Eggenfelden dann B388 bis AS Pocking. − sas

Schulbetrieb
Am Mittwoch bleiben alle Schulen im Landkreis Deggendorf geschlossen. Die Abiturprüfungen an der FOS und BOS finden statt!
Die Abiturienten der übrigen Gymnasien werden gebeten sich bei der jeweiligen Schule zu melden.

http://www.pnp.de

 

Rekordflut lässt fürchten

Veröffentlicht: Juni 5, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Bürgerhilfe beim Füllen der Sandsäcke ist nötig – Grusel-Prognose für Hitzacker: 8,80 Meter

gel Hitzacker. Ein Notdeich in Neu Darchau, eine Zusatz-wand in Wussegel und nicht zuletzt: die Rückkehr der Sand-säcke. Lüchow-Dannenberg bereitet sich auf eine mögliche Rekordflut vor.

Nach jüngsten Prognosezahlen könnte sich das Elbe-Hochwasser in etwa zwischen dem Niveau vom Frühjahr 2011 und einem Meter darüber bewegen. Während man im Kreishaus von der günstigeren Variante ausgeht, prognostiziert die Hochwasser-Vorhersagezentrale in Magdeburg für Hitzacker 8,80 Meter am 12. Juni. Das wäre 1,10 Meter über dem Rekordwert vom Winter 2011! Erwartet wird die vorderste Front der Elbe-Welle ab Donnerstag in Schnackenburg. Die Experten rechnen mit einem lang anhaltenden Wasser-Höchststand – womöglich über bis zu einer Woche. Das könnte die Deiche weich machen. Landrat Jürgen Schulz zeigt sich über die Prognosewerte aus Magdeburg überrascht: Denn die Experten um ihn herum kämen auf andere Werte, die allenfalls leicht über den bisherigen Rekordwerten vom Januar 2011 liegen. Doch sollten die Prognosen von 8,80 Metern und mehr eintreffen, dann wäre die Lage fast aussichtslos. Die Elbe würde an vielen Stellen die Deiche überfluten. So viele Sandsäcke gäbe es gar nicht. Auch die Stadtinsel Hitzacker wäre bei diesem Szenario wohl unter Wasser. Voll ins Zeug gelegt haben sich bereits viele Feuerwehrleute, um in der Kiesgrube bei Tramm Sandsäcke zu packen. Rund 150 Kräfte haben seit Dienstagnacht schon über 15000 Säcke gefüllt. Benötigt würden aber über 100000, um Deiche sicherer zu machen, sagt Landrat Schulz. Man habe inzwischen 500000 Sandsäcke aus der Landes-Sandsackreserve geordert. Die warten darauf, gefüllt zu werden. Der Landrat appelliert an die Bevölkerung, dass sich freiwillige Helfer in Tramm in der Kiesgrube melden, um mitzuhelfen. Denn offenbar ist es in der Woche schwierig, für diese Arbeit ausreichend Feuerwehrleute zu generieren. Einer von ihnen ist Stefan Kadenbach von der Wehr Quickborn. Das Hochwasser mit einem Niveau von 2011? Kadenbach lächelt und schüttelt den Kopf. Er erwartet deutlich höhere Wasserstände. Er befürchtet, dass der Landkreis aus Kostengründen den Katastrophenalarm womöglich zu spät auslöst. In Neu Darchau, einem der neuralgischsten Orte, wird wie 2011 ein Notdeich errichtet. Es handelt sich dabei um eine Leihgabe aus Bleckede. In Hitzacker haben Feuerwehrleute gestern die zusätzliche mobile Hochwasser-Schutzwand aufgestellt. Und zwischen Penkefitz und Hitzacker werden die Deiche mit Sandsäcken um fast einen halben Meter erhöht. Die Restaurant-Mauer in Wussegel soll eine zusätzliche Stahlkonstruktion erhalten, verstärkt mit sogenannten Bigbags. Straßensperrungen: Die Strecke Hitzacker-Penkefitz ist für den öffentlichen Verkehr dicht. Das gilt auch für den Bereich am Fähranleger in Neu Darchau. Und die L 231 im Bereich Kateminer Mühlenbach ist halbseitig gesperrt. Der Landkreis hat ein Bürgertelefon unter der Nummer (05841) 120222 eingerichtet. Es ist bis Donnerstag zwischen 8 und 20 Uhr und danach voraussichtlich rund um die Uhr besetzt. Den Betrieb eingestellt hat die Fähre Hitzacker- Bitter. Auch das Grenzlandmuseum Schnackenburg schließt von Freitag an bis zum 16. Juni.

Bild: Über 15000 Säcke hatten Feuerwehrleute bis gestern Nachmittag schon in Tramm gefüllt. Mit ihnen werden seit gestern die Elbdeiche verstärkt. Die Verantwort- lichen setzen auf zusätz-liche Hilfe von Bürgern. 3 Aufn.: J. Feuerriegel

Schutzmaßnahmen laufen auch im Ostkreis an

asb Vietze/Gartow. Auch im Ostkreis rüstet man sich für die anrollenden Fluten, die ab Donnerstag vor allem die elb- und seegenahen Orte treffen werden. Konkrete Probleme mit dem Hochwasser wird es vor allem in einer tiefer gelegenen Siedlung in Vietze geben, wo regelmäßig bei Hochwasser die Gärten im Wasser versinken.

»Wenn die negativsten Prognosen eintreffen, dann könnte es dort allerdings dieses Jahr mehr Probleme geben», ist Höhbecks Bürgermeister Hans-Joachim Schenk besorgt. Er ist seit Montagfrüh mit der Vorbereitung von Sicherungsmaßnahmen beschäftigt. Der untere Teil des Ortes direkt an der Elbe ist nicht durch einen Deich geschützt, was seit Jahren bei jedem Hochwasser für Schwierigkeiten sorgt.

Die meisten Vietzer warteten am Dienstag noch ab, manche mochten noch gar nicht so recht glauben, dass das Hochwasser wirklich so hoch eintreten wird wie allerorten prognostiziert.

Unterdessen rollten gestern im Minutentakt Lkw-Transporte nach Vietze, die am Friedhof tonnenweise Erdmassen ablieferten, mit deren Hilfe der Friedhof, die Feldsteinkapelle und vor allem die Umpumpstation des Klärwerks gesichert werden sollen. Ab heute stehen in Vietze auch Sandsäcke und Sand zum Befüllen bereit.

In Gartow ist man vor allem mit der Sicherung des noch nicht fertiggestellten Deichs am See beschäftigt. Bis Freitag soll der noch offene Teil der Baustelle mit Folien und Vlies gegen das andrängende Wasser geschützt werden. Diskussionen gibt es noch über eine eventuell geplante Überleitung des Alands in die Seege, was den Gartowern noch höhere Wasserstände bescheren würde.

Im Klärwerk Laasche wird mit Hochdruck daran gearbeitet, dass die Beton-Umwandung des neu errichteten Klärbeckens rechtzeitig steht. In der Samtgemeindeverwaltung ist man sicher, dass die Schalung und alle Geräte noch vor Eintreten der Flut aus dem gefährdeten Bereich entfernt werden können. Heute um 18 Uhr wird der Deichverband Gartow in der Sandentnahmestelle in Gummern mit der Befüllung von 5000 Sandsäcken beginnen. Helfer mit Spaten oder Schippe sind dort jederzeit gern gesehen. Die Deichwachstelle in der Samtgemeindeverwaltung in Gartow ist ab Donnerstagabend Tag und Nacht besetzt, heißt es aus dem Rathaus.

Bild: Seit Dienstagfrüh werden am Vietzer Friedhof tonnenweise Erdmassen abgeladen, die zur Sicherung des Friedhofs und der Pumpstation des Klärwerks genutzt werden sollen. Aufn.: A. Blank