Hochwasser: Land unter im Thüringer Sport

Veröffentlicht: Juni 4, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Viele Sportstätten im Freistaat Thüringen sind vom Hochwasser zerstört. Alarm schlagen unter anderen Jenas Leichtathleten und der USV Jena.

Erfurt Rolf Beilschmidt erinnert sich an das Hochwasser 1994. „Als ich damals in Jena in unsere alte Laufhalle kam“, sagt der einstige Weltklasse-Hochspringer, „stand bei meinem ehemaligen Trainer Erich Drexler im Büro der Schreibtisch unter Wasser.“

19 Jahre später droht das aktuelle Hochwasser zu einer Katastrophe zu werden. Viel schlimmer als damals. Auch für viele Thüringer Sportvereine. In Jena steht das Ernst-Abbe-Sportfeld unter Wasser. Genau dort, wo die millionenteure neue Multifunktionsarena entstehen soll – im Hochwassergebiet. Der Jenaer Leichtathletik-Club bangt gar um seine Existenz. Am Wochenende musste dort das Leichtathletik-Meeting abgesagt werden. Der Verlust für den gemeinnützigen Verein soll sich im fünfstelligen Bereich bewegen. „Es ist wirklich dramatisch. Allein, was wir jetzt überblicken können, macht schon ein Drittel unseres Gesamtetats aus“, sagt Vorstandsmitglied Rico May.

Zudem rief gestern der USV Jena (Informationen über: hans-georg.kremer@uni-jena.de) zu einem Spendenaufruf auf. Besonders betroffen sind beim USV einige Fußballplätze, eventuell die Laufbahn und vor allem das Kanubootshaus. Der USV befürchtet, dass 100″000 Euro zur Schadensbehebung nicht ausreichen werden.

Land unter in diesen Stunden im Thüringer Sport. Rolf Beilschmidt befürchtet schlimmes. Der Hauptgeschäftsführer des Thüringer Landessportbundes (LSB) sprach gestern davon, dass schon jetzt vor allem im Altenburger Land die Schäden immens sind. Betroffen sind dort unter anderen die überflutete Kegel- und Bowlingbahn in Windischleube und die Turnhalle in Treben. Auch Gößnitz, Zehma und Nobitz sind wie beim letzten Hochwasser 2002 erneut betroffen. „Diesmal sogar noch schlimmer als damals“, so Rolf Beilschmidt.

Abgesagt werden musste schon am Montag die Sportabzeichenaktion des Deutschen Olympischen-Sportbundes (DOSB) in Schmölln, bei der 1200 Schülerinnen und Schüler teilnehmen wollten.

Ins Altenburger Land wird sich Beilschmidt am morgigen Donnerstag in der Frühe mit dem für den Thüringer Sport zuständigen Staatssekretär des Sozialministeriums Dr. Hartmut Schubert begeben, um sich vor Ort einen Überblick zu verschaffen. „Wir stehen in ständigen Kontakt mit den betroffenen Thüringer Sportbünden“, sagt Beilschmidt der TLZ. Die Schreckensmeldungen aus Jena, Erfurt, Sömmerda, dem Saale-Orla-Kreis, dem Saale-Holzland-Kreis, dem Wartburgkreis, aus Greiz und dem Altenburger Land nehmen kein Ende.

Gegenwärtig sind – nach Beilschmidts Worten – die Thüringer Kreis- und Stadtsportbünde dabei, sich einen ersten Überblick zu verschaffen, wo Schaden entstanden ist und wie hoch sich dieser finanziell belaufen wird. 2002 habe es nach dem Hochwasser kein gesondertes Sportstättenprogramm gegeben. Damals habe die Bundesregierung den Vereinen im Freistaat mit einem Hilfsprogramm geholfen. Beilschmidt appelliert an die Politik, die Thüringer Vereine auch jetzt sprichwörtlich nicht im Regen stehen zu lassen. „Die Schäden an den Sportstätten unserer Vereine“, so der LSB-Hauptgeschäftsführer, „sind noch gar nicht abzusehen. Wir rechnen mit dem schlimmsten.“ Mit 1994 ist die aktuelle Situation nicht zu vergleichen.

Quelle: otz.de

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