Archiv für Juni 4, 2013

Hochwasser-Katastrophe: Niederalteich geflutet

Veröffentlicht: Juni 4, 2013 von fluthelfer in Bayern

 
In Niederalteich spitzt sich die Lage zu: Ein Damm oberhalb des Ortes hat bereits Risse. Die Polizei hat am Dienstagnachmittag bei Bürgermeister Josef Thalhammer angerufen und nochmal dringend darum gebeten, dass alle Bewohner den Ort verlassen. Auch auf der anderen Seite ist es kritisch. Niederalteich drohe eine Katastrophe. Auch die PNP-Berichterstatter ziehen sich in Sicherheit zurück.

Der Pegel stand am Dienstagnachmittag gegen 13 Uhr schon bei 8,15 Meter. Er ist leicht gesunken, weil in Winzer ein Damm gebrochen ist. Der Höchststand der Donau wird aber erst für Mittwochmorgen erwartet. Wenn die Flutwelle Niederalteich erreicht, wird es brenzlig: Schon jetzt ist die Dammkrone erreicht, etwa 100 Helfer füllen die Senkungen mit Sandsäcken auf.

Rund 1800 Einwohner sind aus dem Gebiet evakuiert worden. Die meisten sind mit eigenen Fahrzeugen aus dem Ort zu Verwandten gefahren. Die restlichen Bewohner sind mittags mit dem Bus abgeholt worden. Wenn der Damm bricht, wäre das eine Katastrophe für die tiefergelegene Ortschaft. Evangelische und katholische Geistliche beten um Gottes Beistand und haben am Dienstag den Damm gesegnet.

http://www.pnp.de

 

Nach der Flut kommt der Kampf gegen Schlamm und Dreck

Veröffentlicht: Juni 4, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Land unter in Gera: Der Hofwiesenpark, wo zur Bundesgartenschau 2007 knapp 1,5 Millionen Gäste flanierten, ist ein großer brauner See. Auch durch die Straßen im Ortsteil Untermhaus ergießt sich die dreckige braune Brühe der Weißen Elster und flutet Keller. Mancherorts hat das große Aufräumen schon begonnen.

Gera/Jena. Mit schweren Fahrzeugen durchkämmen Panzerpioniere die Straßen und bringen die Einwohner in Sicherheit – doch nicht immer verlassen die Bürger freiwillig ihre Wohnungen und Häuser. Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) spricht angesichts des Hochwassers von einem „bedrohlichen Zustand“ und zeigt auch ein Herz für Tiere. „Bist du wasserscheu?“, fragt sie Kater Columbo, den sein Besitzer Simon Herm per Schlauchboot in Sicherheit bringt.

Etwa 100 Menschen werden nach Angaben des Geraer Krisenstabs bis zum Nachmittag in Sicherheit gebracht. Sie kommen bei Bekannten oder in Notunterkünften unter. Besonders betroffen vom Hochwasser sind die Stadtteile Untermhaus, Debschwitz und Liebschwitz. Doch auch in etlichen anderen Teilen der Stadt ist die Katastrophe zu spüren. Etwa 10.000 Haushalte sind am Montag ohne Strom, weil Trafostationen ausgefallen sind.

Die Lage in Ostthüringen ist dramatisch: Trotz einer leichten Entspannung an einigen Flusspegeln galt am Montag weiterhin Katastrophenalarm im Altenburger Land, im Kreis Greiz und in der Stadt Gera. Auch andere Regionen, darunter die Region Saalfeld, Teile Südwestthüringens oder das Weimarer Land litten unter den Hochwasserfolgen. Regierungschefin Christine Lieberknecht (CDU) befürchtet durch das Hochwasser in Thüringen immense Folgeschäden – etwa durch unterspülte Straßen und Häusermauern.

„Die Schäden des Hochwassers 2002 in den Nachbarbundesländern weisen auf Milliardengrößenordnungen hin“, sagte die Regierungschefin bei einem Besuch in Gera.

Auch wenn die Pegelstände am Montag vielerorts stagnierten oder sanken: Die Gefahr sei noch nicht gebannt, warnten Lieberknecht und Umweltminister Jürgen Reinholz (CDU).

An der Bleilochtalsperre musste kontrolliert Wasser in die Saale abgelassen werden, um ein Überlaufen einer der großen Saaletalsperren zu verhindern, berichtete Reinholz. Der Ablauf werde mit 80 Kubikmetern pro Sekunde so dosiert, um Überschwemmungen in dem Ort Ziegenrück zu vermeiden. In Ortschaften an der Saale von Ziegenrück über Rudolstadt bis Jena schauten die Menschen besorgt zum Himmel. Wenn es keine weiteren starken Regenfälle gebe, sollte es trotz der angespannten Lage in den Orten und Städten an der Saale keine zusätzlichen Überschwemmungen geben, sagte Reinholz.

Der Minister schloss nicht aus, dass die nach der Bleilochtalsperre folgende Hohenwartetalsperre das ankommende Wasser nicht mehr fassen kann. „Wir müssen sie notfalls kontrolliert überlaufen lassen.“

Im Altenburger Land Evakuierungen aufrechterhalten

Vom Hochwasser in Gera waren vor allem die Ortsteile Untermhaus, Debschwitz und Liebschwitz betroffen. Laut Krisenstab wurden etwa 100 Menschen in Sicherheit gebracht. Die Evakuierungen gingen weiter, aber auf freiwilliger Basis. Dennoch waren viele Straßenzüge komplett unter Wasser. Probleme bereitet der Ausfall von Strom, Warmwasser und Fernwärme. Ohne Strom waren etwa 10.000 Haushalte. Das Waldklinikum mit mehr als 800″Betten blieb ohne Warmwasser und Fernwärme. „Um die Patienten trotzdem waschen zu können, bereiten die Schwestern warmes Wasser in Kochern zu“, sagte Kliniksprecherin Katrin Wiesner. In Jena sanken nach Polizeiangaben die Pegelstände.

Im Altenburger Land wurden die Evakuierungen nach Angaben einer Sprecherin des Landratsamtes aufrechterhalten. Bis heute Morgen sollen 250 Bundeswehrsoldaten zur Unterstützung eintreffen.

Massive Probleme meldete der Kreis Weimarer Land rund um den Zusammenfluss von Saale und Ilm bei Großheringen und flussaufwärts an der Ilm. In Bad Sulza, wo zahlreiche Straßen unter Wasser stünden, wurde wie auch in den meisten Ostthüringer Regionen der Unterricht an den Schulen abgesagt. Es gab einen großen Feuerwehreinsatz, um das Firmengelände von Viega, einem Hersteller von Rohrleitungssystemen, in Großheringen zu sichern.

In Bad Salzungen rutschten in der Nacht zum Montag nach Angaben des Landratsamtes Wartburgkreis Teile eines Hangs bis an zwei der evakuierten Häuser heran.

Hoffnung für die Betroffenen machte der Deutsche Wetterdienst. Dort rechnete man mit allmählich nachlassenden Niederschlägen in Thüringen und auch in Sachsen. Für Dienstag wurde für beide Länder bisher zunächst kaum Regen vorhergesagt, allerdings war wieder von einzelnen Schauern und möglicherweise auch Gewittern am Nachmittag die Rede.

In anderen zuvor vom Hochwasser betroffenen Regionen entspannte sich die Lage weiter. Jedoch ist damit nach Behördenangaben noch kein Normalzustand erreicht. Die Erfurter Stadtverwaltung warnte eindringlich vor dem Betreten der durchweichten Deiche. Unterspülungen und Hohlräume könnten lebensgefährlich werden.

Für die Menschen in den Notunterkünften wird das Ausharren zur Geduldsprobe. Auf Ma­tratzen, Matten und Liegen haben in Gößnitz knapp 200 Menschen in einer höher gelegenen Turnhalle die Nacht verbracht. „Ich konnte nicht wirklich ein Auge zumachen“, erzählt die 22 Jahre alte Mandy Teichmann. Sie versucht mit kleinen Bausteinen ihren zweijährigen Sohn Leon bei Laune zu halten. „Wo ich wohne, steht das Wasser bis zur ersten Etage. Ich wohne glücklicherweise im zweiten Stock.“ Nicht allen geht es so. Viele sorgen sich um ihr Hab und Gut und blicken mit Sorgen auf die Rückkehr in ihre Häuser.

Quelle: otz.de

Hochwasser: Land unter im Thüringer Sport

Veröffentlicht: Juni 4, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Viele Sportstätten im Freistaat Thüringen sind vom Hochwasser zerstört. Alarm schlagen unter anderen Jenas Leichtathleten und der USV Jena.

Erfurt Rolf Beilschmidt erinnert sich an das Hochwasser 1994. „Als ich damals in Jena in unsere alte Laufhalle kam“, sagt der einstige Weltklasse-Hochspringer, „stand bei meinem ehemaligen Trainer Erich Drexler im Büro der Schreibtisch unter Wasser.“

19 Jahre später droht das aktuelle Hochwasser zu einer Katastrophe zu werden. Viel schlimmer als damals. Auch für viele Thüringer Sportvereine. In Jena steht das Ernst-Abbe-Sportfeld unter Wasser. Genau dort, wo die millionenteure neue Multifunktionsarena entstehen soll – im Hochwassergebiet. Der Jenaer Leichtathletik-Club bangt gar um seine Existenz. Am Wochenende musste dort das Leichtathletik-Meeting abgesagt werden. Der Verlust für den gemeinnützigen Verein soll sich im fünfstelligen Bereich bewegen. „Es ist wirklich dramatisch. Allein, was wir jetzt überblicken können, macht schon ein Drittel unseres Gesamtetats aus“, sagt Vorstandsmitglied Rico May.

Zudem rief gestern der USV Jena (Informationen über: hans-georg.kremer@uni-jena.de) zu einem Spendenaufruf auf. Besonders betroffen sind beim USV einige Fußballplätze, eventuell die Laufbahn und vor allem das Kanubootshaus. Der USV befürchtet, dass 100″000 Euro zur Schadensbehebung nicht ausreichen werden.

Land unter in diesen Stunden im Thüringer Sport. Rolf Beilschmidt befürchtet schlimmes. Der Hauptgeschäftsführer des Thüringer Landessportbundes (LSB) sprach gestern davon, dass schon jetzt vor allem im Altenburger Land die Schäden immens sind. Betroffen sind dort unter anderen die überflutete Kegel- und Bowlingbahn in Windischleube und die Turnhalle in Treben. Auch Gößnitz, Zehma und Nobitz sind wie beim letzten Hochwasser 2002 erneut betroffen. „Diesmal sogar noch schlimmer als damals“, so Rolf Beilschmidt.

Abgesagt werden musste schon am Montag die Sportabzeichenaktion des Deutschen Olympischen-Sportbundes (DOSB) in Schmölln, bei der 1200 Schülerinnen und Schüler teilnehmen wollten.

Ins Altenburger Land wird sich Beilschmidt am morgigen Donnerstag in der Frühe mit dem für den Thüringer Sport zuständigen Staatssekretär des Sozialministeriums Dr. Hartmut Schubert begeben, um sich vor Ort einen Überblick zu verschaffen. „Wir stehen in ständigen Kontakt mit den betroffenen Thüringer Sportbünden“, sagt Beilschmidt der TLZ. Die Schreckensmeldungen aus Jena, Erfurt, Sömmerda, dem Saale-Orla-Kreis, dem Saale-Holzland-Kreis, dem Wartburgkreis, aus Greiz und dem Altenburger Land nehmen kein Ende.

Gegenwärtig sind – nach Beilschmidts Worten – die Thüringer Kreis- und Stadtsportbünde dabei, sich einen ersten Überblick zu verschaffen, wo Schaden entstanden ist und wie hoch sich dieser finanziell belaufen wird. 2002 habe es nach dem Hochwasser kein gesondertes Sportstättenprogramm gegeben. Damals habe die Bundesregierung den Vereinen im Freistaat mit einem Hilfsprogramm geholfen. Beilschmidt appelliert an die Politik, die Thüringer Vereine auch jetzt sprichwörtlich nicht im Regen stehen zu lassen. „Die Schäden an den Sportstätten unserer Vereine“, so der LSB-Hauptgeschäftsführer, „sind noch gar nicht abzusehen. Wir rechnen mit dem schlimmsten.“ Mit 1994 ist die aktuelle Situation nicht zu vergleichen.

Quelle: otz.de

Merkel und die „geforderten Bilder“

Veröffentlicht: Juni 4, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Merkel und die „geforderten Bilder“

Von Hubertus Volmer

Mit Wahlkämpfen in Hochwassergebieten haben deutsche Bundeskanzler unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Gerhard Schröder hat mit einer Flutkatastrophe eine Wahl für sich entscheiden können. Seinen Vorgänger dagegen hat die Oderflut nicht gerettet. Angela Merkel setzt mit ihrer Wahl der Fußbekleidung einen neuen Akzent.

„Das Hochwasser hat der Partei wohl den Wahlsieg beschert“, sagt der Vorsteher des SPD-Ortsvereins im sächsischen Grimma. Es ist der 22. September 2002, die Wahllokale haben noch nicht einmal geschlossen, als Johann Wächter dem Journalisten des „Spiegel“ seine Analyse diktiert.

Natürlich war es nicht nur die Flutkatastrophe, der die rot-grüne Regierung ihren Wahlsieg zu verdanken hatte. Ein zentrales Thema im Wahlkampf war der drohende Angriff der USA auf den Irak, der von Bundeskanzler Gerhard Schröder vehement abgelehnt wurde. Doch den letzten Ausschlag gab tatsächlich Grimma. Auf einmal dominierte nicht mehr die Arbeitslosigkeit den Wahlkampf. Sondern das Wasser. Auf einmal lagen nicht mehr Union und FDP in den Umfragen vorn. Sondern SPD und Grüne. Edmund Stoiber, der Kanzlerkandidat der Union, wurde von diesem Stimmungsumschwung kalt erwischt.

„Seit August haben wir eine andere Zeitrechnung“, sagte die Chefin des Umfrage-Instituts Allensbach, Renate Köcher, vor der Bundestagswahl 2002. Mitte August war die Altstadt von Grimma bei der „Jahrhundertflut“ zu großen Teilen zerstört worden. Schröders Antwort auf die Flut war ein Versprechen: „Keinem wird es nach der Flut schlechter gehen als vorher.“

Opposition zur Nebenrolle verdammt

Während Schröder in Gummistiefeln und mit besorgtem Blick durch Grimma stapfte, spazierte Stoiber über die Dünen der Nordseeinsel Juist. Stoiber tauchte erst zwei Tage nach Schröder in Dresden auf, um sich mit Sandsäcken fotografieren zu lassen. Eine gute Figur machte er dabei nicht, im Gegenteil: Als Journalisten ihn fragten, wer denn unter einem Kanzler Stoiber Umweltminister werden würde, hatte er keine Antwort.

Für die Opposition sind Hochwasserkatastrophen grundsätzlich eine undankbare Zeit. Das ist in diesem Jahr nicht anders. Vorläufig belässt es SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück dabei, eine Presseerklärung zu verschicken, in der er mitteilt, dass er als „Rheinanwohner, der früher ein paar Mal das Wasser meterhoch im Keller hatte“, die Nöte der Betroffenen „nur zu gut verstehen“ könne. Wahrscheinlich ist dies die eleganteste Lösung: In Gummistiefeln würde Steinbrück nur riskieren, sich lächerlich zu machen.

Es geht um die Bilder

Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht derweil die Katastrophengebiete, um sich, wie es immer so schön heißt, einen „Eindruck“ von der Situation zu verschaffen. Jeder weiß selbstverständlich, dass es Merkel wie seinerzeit Schröder nicht um den „Eindruck“ vom Einsatz der Hilfskräfte oder von der Lage der Betroffenen geht. Es geht um den Eindruck, den sie hinterlässt. Es geht um die guten Bilder.

In Passau weiß das auch die Bundeswehr. Ein Kommandierender gibt den Soldaten kurz vor Merkels Eintreffen den Befehl, sich Schaufeln zu besorgen, damit „die geforderten Bilder“ zustande kommen. Begleitet wird Merkel von Ministerpräsident Horst Seehofer, der eine Woche vor der Bundestagswahl eine Landtagswahl zu gewinnen hat. Auch er dürfte sich über die Fotos freuen.

Gummistiefel trägt Merkel übrigens nicht, bei aller offensichtlichen Nähe will sie nicht wirken wie Schröder elf Jahre zuvor. Sie trägt auch keine Regenjacke. Sie trägt praktische Schuhe und eine dunkelblaue Jacke – und, das muss man anerkennen, ihre Kleidung wirkt nicht so, als habe ein Mitarbeiter sie eigens für diesen Auftritt besorgt. Neben Seehofer, der sich eine leuchtend rote Jacke vom Deutschen Roten Kreuz besorgt hat, fällt Merkel kaum auf.

Merkel verspricht 100 Millionen Euro Soforthilfe, 75 Millionen davon fordert Seehofer gleich für Bayern. Dann fliegt Merkel ins sächsische Pirna. „Wir werden den Menschen, die das zu erleiden haben, zur Seite stehen“, sagt sie dort und lässt sich mit einem Sandsack fotografieren – um sich nach Thüringen aufzumachen. Dort verspricht sie, auch den Menschen zu helfen, die keine Hausratversicherung haben.

Schmidt, das heimliche Vorbild

Heimliches Vorbild aller Katastrophenpolitiker ist der zweite Sozialdemokrat im Bundeskanzleramt: Helmut Schmidt war 1962 Innensenator in Hamburg, als die Hansestadt von einer Sturmflut heimgesucht wurde. 315 Menschen starben, tausende Gebäude wurden zerstört.

Schmidts Handeln im Angesicht der Katastrophe wurde legendär. Er machte sich selbst zum Einsatzleiter, übernahm die Koordination der Rettungshelfer und kümmerte sich dabei nicht um die Verfassung. Er telefonierte mit dem Nato-Oberbefehlshaber und bat um Hilfe, er forderte britische und deutsche Hubschrauber und Motorboote an. „Ich habe das Grundgesetz nicht angeguckt in jenen Tagen“, sagte Schmidt später. Und: „Ich hatte keine Zeit zu fragen, ich habe gesagt: ‚Sofort!'“ Bundeskanzler wurde Schmidt erst zwölf Jahre später, nachdem Willy Brandt zurückgetreten war. Doch es waren diese Tage, in denen er sich den Ruf eines Machers erwarb.

Der „Deichgraf“ gab den Stil vor

Spätestens seit Schröders Erfolg im Wahlkampf 2002 gelten Hochwasserkatastrophen als politische Kraft. Zuvor hatte bereits der brandenburgische Umweltminister Matthias Platzeck bei der Oderflut 1997 einen starken Popularitätsschub erlebt. Platzeck stand zu diesem Zeitpunkt zwar nicht unmittelbar im Wahlkampf. Seiner politischen Karriere war das Hochwasser dennoch zuträglich.

1998 gewann der „Deichgraf“ die Wahl zum Oberbürgermeister von Potsdam mit großem Abstand, im Juni 2002 wurde er brandenburgischer Ministerpräsident. Anders als sein Vorgänger Manfred Stolpe überließ Platzeck beim Hochwasser 2002 die öffentlichen Auftritte nicht dem eigentlich zuständigen Umweltminister Wolfgang Birthler. Wieder stand er selbst auf den Deichen. Auch Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm von der CDU musste zähneknirschend zusehen, wie Platzeck ihm die Show stahl.

Beim Oderhochwasser von 1997 hatte Platzeck mit Jeans und Vollbart geradezu stilbildend gewirkt. Imagemäßig hatte Bundeskanzler Helmut Kohl keine Chance: Gegen Platzeck wirkte der Christdemokrat bei seinen zwei Besuchen an der Oder wie ein älterer Herr auf einer Strandpromenade an der Ostsee.

Der Fall zeigt, dass Hochwasser nicht zwangsläufig für politischen Erfolg sorgen. „Was immer in unseren Kräften steht, wird getan, muss getan werden“, versprach Kohl 1997. Ein Jahr später wurde er abgewählt.

In Greiz wird Merkel von einem Anwohner freudig begrüßt: „Schön, dass sie vor der Wahl gekommen sind!“ Die Kanzlerin wehrt ab: „Ich wäre auch ohne Wahl gekommen. Ob Wahl ist oder nicht, das interessiert mich nicht.“

Quelle: n-tv.de

Im Landkreis Deggendorf drohen neue Dammbrüche

Veröffentlicht: Juni 4, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

 

Das Hochwasser bestimmt immer noch das Leben in Ostbayern. Während sich die Lage in Passau langsam entspannt, wurde in Stadt und Landkreis Regensburg am Dienstag Katastrophenalarm ausgelöst. Auch in Deggendorf verschärft sich die Lage am Dienstag weiter. Aktuelle Meldungen in unserem Ticker.

21:46 Uhr – Wegen Hochwassers müssen Einwohner von fünf Gemeinden im Landkreis Straubing-Bogen ihre Häuser verlassen. Das Landratsamt ordnete die sofortige Evakuierung ganzer Ortsteile beziehungsweise größeren Straßenzügen an. In örtlichen Turnhallen oder Bürgerhäusern wurden Notquartiere eingerichtet. Betroffen sind die Gemeinden Parkstetten, Aiterhofen, Irlbach, Niederwinkling und Mariaposching.
21:30 Uhr – Die PNP hat die Lage von Deggendorf bis Erlau (im Landkreis Passau) am Nachmittag aus der Luft beobachtet

21:26 Uhr – Die PNP hat Niederalteichs Bürgermeister Josef Thalhammer soeben telefonisch nochmal erreicht: „Es ist so ziemlich der komplette Ort überflutet, insbesondere der östliche Bereich – Niederalteich ist verloren“, betont das Gemeindeoberhaupt.
20:56 Uhr – Im Landkreis Deggendorf sind weitere Deichbrüche zu befürchten. Nach zwei Deichbrüchen steht der Deggendorfer Stadtteil Fischerdorf samt Altholz unter Wasser. Auf der linken Donauseite bahnt sich das Wasser nach einem Dammbruch bei Winzer durch ein Poldergebiet seinen Weg Richtung Niederalteich und Altenufer. Auch ein Deich oberhalb von Niederalteich könnte noch zerstört werden. Weitere Infos zur Lage im Landkreis: http://www.pnp.de/823253.
19:59 Uhr – Bis mindestens Mittwochabend besteht in der Stadt Passau eine Hochwasserlage mit katastrophalem Ausmaß, wie die Stadt mitteilt. Rund 1200 ehrenamtliche Helfer sind nach wie vor im Einsatz. Unter Tel. 0851 396 284 können geschädigte Gebäudeeigentümer – und auch Mieter – eine fachkundige kostenlose Schadensaufnahme im Rathaus beantragen. Weitere Informationen finden Sie hier.
19:55 Uhr – Bilder vom überfluteten Niederalteich finden Sie nun hier.
19:25 Uhr – Wenigstens eine gute Nachricht aus Deggendorf. Die 250 ertrunkenen Kühe (18:30 Uhr) sind angeblich eine Falschmeldung.
18:55 Uhr – Am frühen Abend hat Passaus Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) über die aktuelle Situation in der Dreiflüssestadt informiert. Aktuell liegt der Donau-Pegel bei den vorhergesagten 10,80 Meter. In der Nacht wird ein Anstieg auf 11,30 Meter erwartet. Erst ab Donnerstag fällt der Wasserstand dann nachhaltig. Dupper rechnet mit einer Schadenssumme von 20 Millionen Euro.
18:19 Uhr – Auch die österreichische Grenzstadt Schärding kämpft gegen das Hochwasser. Unser Reporter vor Ort berichtet, dass das Schlimmste zwar vorüber ist. Aber die Flut hat katastrophale Schäden hinterlassen, grausige Bilder gibt’s hier.
18:13 Uhr – Niederalteich ist nach der Not-Evakuierung nun total überflutet. Außerdem sind dem Vernehmen nach in Altholz ca. 250 Kühe ertrunken.
18:03 Uhr – Die Presse-Meile 2013, der für Samstag geplante 6. Firmenlauf Süd-Ostbayerns (in Altötting), fällt aufgrund der verheerenden Hochwasser-Lage aus. „Zwar haben uns die Stadt Altötting ebenso wie Feuerwehr und BRK zugesichert, dass es keine Beeinträchtigungen geben würde. Aber einen Firmenlauf zu veranstalten, bei dem der Spaß im Vordergrund stehen soll, während gleichzeitig anderen Menschen in der Region das Wasser buchstäblich bis zum Hals steht, das passt einfach nicht zusammen“, erklärte Petra Breit, die bei der PNP für die Organisation des Laufs zuständig ist. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.presse-meile.de.
17:55 Uhr – Nach weiteren Dammbrüchen an der Donau ist die A 3 zwischen Hengersberg und Deggendorf seit etwa 17.30 Uhr überflutet. HIER geht’s zur Umleitungsempfehlung
17:39 Uhr – Der Damm in Niederalteich (Landkreis Deggendorf) hält – vorerst. Bedroht ist aktuell der Ortsteil Gondelau. Die Polizei hat Anwohner per Lautsprecher aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Trotzdem bleiben viele in ihren Wohnungen, auch Bürgermeister Josef Thalhammer: „Ich werde als Letzter das sinkende Schiff verlassen“, sagte das Gemeindeoberhaupt gegenüber der PNP.
17:17 Uhr – Fischerdorf ist inzwischen komplett überflutet, eine Not-Evakuierung wurde angeordnet. Mehr dazu lesen Sie hier.
17:06 Uhr – In den ZF-Werken Grubweg und Patriching wird an der Wiederaufnahme der Produktion gearbeitet. Wie Pressesprecher Gernot Hein berichtet, herrscht im Werk Grubweg aktuell ein Wasserstand 10,58 Meter. Das heißt: ZF-Techniker können Elektroanlagen sichten und warten. Nach derzeitigem Stand wurde folgendes Anlaufszenario beschlossen: Im Produktionsgebäude Patriching läuft am Mittwoch wieder normaler Betrieb, im Bürogebäude herrscht Anwesenheitspflicht für alle Vertriebsmitarbeiter. In Grubweg soll der reguläre Schichtbetrieb ab Donnerstag, 14 Uhr, anlaufen. Weitere aktuelle Informationen erhalten Mitarbeiter unter http://www.zf.com.
17:00 Uhr – Die Lage im Landkreis Deggendorf spitzt sich weiter extrem zu. Nach jüngsten Informationen ist Fischerdorf kaum mehr zu retten. In einem Hotel sind Menschen und Tiere eingeschlossen, weitere Infos finden Sie hier.
16:45 Uhr – Die Stadt Deggendorf hat mitteilt, dass das Ordnungsamt und das Kulturamt bis auf weiteres geschlossen bleiben. Die Mitarbeiter kämpfen gegen das Hochwasser, schreibt die Stadt.
16:40 Uhr – Das Hochwasser bei Fischerdorf (Landkreis Deggendorf) hat sich verschlimmert. Seit 16.30 Uhr droht eine Überflutung der A3 zwischen Deggendorf und Hengersberg. Deshalb wurde die Autobahn komplett gesperrt. Mehr zum Thema lesen Sie hier.
16:06 Uhr – Zeitungsleser im Raum Rosenheim mussten zum Wochenbeginn auf ihre gewohnte Lektüre verzichten – aufgrund des Hochwassers. Wie die dpa berichtet, wurde dem Druckhaus des „Oberbayerischen Volksblattes“ am Sonntag aus Sicherheitsgründen der Strom abgestellt. Die Abonnenten hätten das Blatt zusammen mit der Dienstagsausgabe erhalten, berichtet der OVB-Geschäftsführer Norbert Lauinger.
16:18 Uhr – Es gibt Neuigkeiten zur Trinkwasserversorgung in der Stadt Passau. Mitarbeiter der Stadtwerke sind nun mit einem Polizeihubschrauber auf die Insel Soldatenau geflogen, um die Trinkwasserbrunnen und die dortige Pumpanlage zu inspizieren. Gottfried Weindler, Geschäftsführer der Stadtwerke wagt eine vorsichtige Prognose: Bis zum Wochenende sollten alle Haushalte der Stadt wieder mit Leitungswasser versorgt werden. Weitere Infos hier.
15:35 Uhr – Die finanzielle Hilfe für die Hochwasseropfer soll laut Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) notfalls über die geplanten 150 Millionen Euro hinausgehen. Man habe sich zunächst auf diese Summe verständigt, sagte Seehofer am Dienstag im Landtag in München. Allerdings gebe es bei dem Paket, das an diesem Mittwoch im Kabinett beschlossen werden soll, einen „atmenden Deckel“. „Wenn sich Notwendigkeiten ergeben sollten, müssten wir mit dem Parlament in Kontakt treten, damit dieser atmende Deckel auch gelüftet werden kann“, betonte er.
15:27 Uhr – Bundeskanzlerin Merkel hat neben Passau auch ostdeutsche Hochwassergebiete – Pirna (Sachsen), Greiz (Thüringen) – besichtigt.
15:23 Uhr – Im Ort Altholz (Landkreis Deggendorf) steht das Wasser inzwischen knietief. Weitere Infos – mit Video – hier.
15:06 Uhr – Die Marienbrücke über dem Inn in Passau ist für Autos weiterhin gesperrt. Die Statik muss noch überprüft werden. Zu Fuß dürfen nur Anwohner und Personen „mit berechtigtem Interesse“ drüber. Ansonsten muss der Fünferlsteg benutzt werden.
14:54 Uhr – Die Isarbrücke in Plattling wird nicht gesperrt. Polizei dementiert Gerüchte. Mehr zum Thema.
14:50 Uhr – „Ich rechne mit Kosten im dreistelligen Millionenbereich“, sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) am Dienstagnachmittag über die Hochwasser-Schäden an Straßen und Schienen im Süden und Osten Deutschlands.
14:45 Uhr – Für alle, die noch in der Passauer Innstadt helfen wollen: Die Innstadt-Feuerwehr hätte noch ein paar Besen für freiwillige Helfer.
14:32 Uhr – Sonne in Sicht, meldet ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Dienstag in München. Noch ist „Sabine“ etwas zurückhaltend, doch in den kommenden Tagen soll das Hochdruckgebiet über Bayern immer kräftiger werden. Bis zum Wochenende sind bis 24 Grad möglich.Nur vereinzelt werden Schauer und Gewitter vorhergesagt. Das aktuelle Wetter in Ostbayern finden Sie hier.

14:17 Uhr – An der Uni Passau haben sich mittlerweile über 1000 Helfer versammelt, die das Gelände wieder aufräumen. Den Anfang macht das Audimax. Den Koordiantoren fehlt es nur an Schneeschaufeln.
14:11 Uhr – Niederalteich macht weiter Sorgen. Die Polizei hat gerade bei Bürgermeister Josef Thalhammer angerufen und nochmal dringend darum gebeten, dass alle Bewohner den Ort verlassen. Mittlerweile habe auch ein Damm oberhalb von Niederalteich Risse. Auch auf der anderen Seite ist es kritisch. Der Gemeinde (ca. 2000 Einwohner) droht eine Katastrophe. Unsere Berichterstatter bringen sich in Sicherheit.
14:06 Uhr – Um Katastrophen-Touristen von brenzlichen Einsatzorten besser fernhalten zu können, hat Bayerns oberster Feuerwehr-Vertreter hohe Geldstrafen für uneinsichtige Gaffer gefordert. „Wenn er weiß, dass er 2000 bis 3000 Euro Strafe zahlen muss, wird es sich der Gaffer vielleicht überlegen“, sagte der Vorsitzende des Bayerischen Feuerwehrverbandes, Alfons Weinzierl, am Dienstag in München der Nachrichtenagentur dpa. Mehr dazu lesen Sie hier.
14:02 Uhr – Endzeitstimmung in Niederalteich. Ein Beobachter vor Ort: „Das ist wie das lange Warten auf die Katastrophe.“
13:56 Uhr – Die Stadt Passau stellt demnächst große Sperrmüllcontainer zur Abfallbeseitigung auf. Die ersten stehen schon am Rindermarkt und am Eingang zur Fußgängerzone. Weitere sollen folgen.
13:54 Uhr – Die Hochschule Deggendorf teilt auf ihrer Facebook-Seite mit, dass der Lehrbetrieb bis einschließlich Freitag, 7. Juni, eingestellt wird. „Das Personal kann auf Dienstzeit zuhause bleiben.Die Hochschulwahlen werden verschoben, ein Termin wird noch bekanntgegeben.“
13:47 Uhr – Passauer Ilzstadt: Die Lage entspannt sich weiter. Die Straßen, auf denen kein Wasser mehr steht, sind meist schon sauber gemacht. Die Anwohner räumen ihre Garagen aus. Kritik wird laut, warum die Informationen über die Wasserhöhen erst so spät kamen. Gelobt wird hingegen die Arbeit der Rettungskräfte, vor allem der Ilzstädter Feuerwehr und der Wasserwacht, die auch in der vergangenen Nacht immer vor Ort waren und Hilfe angeboten haben
13:41 Uhr – Günter Plechinger (45) in der Passauer Löwenmühlstraße (Ilzstadt): „Ich wohne in Hauzenberg, das hier ist mein Elternhaus. Eine Nachbarin hat mich am Montag morgen um 4 Uhr verständigt, dass das Wasser höher gestiegen ist als gedacht. Ich bin sofort hergefahren. Wir konnten gestern noch einige elektrische Geräte aus der überfluteten Garage und dem Erdgeschoss holen. Aber manche Sachen waren nicht mehr zu retten, da kann man nichts machen. Hier unten waren einige Erinnerungsstücke aus der Kindheit gelagert, zum Beispiel das Go-Kart, auf dem schon mehrere Generationen gefahren sind. Das machen wir sauber, es wird trotzdem aufbewahrt.“
13:36 Uhr – Die Situation in Niederalteich spitzt sich weiter zu. Das Wasser schwappt langsam über den Damm; Helfer, Anwohner und Journalisten bringen sich in Sicherheit.
13:33 Uhr – In Niederalteich (Landkreis Deggendorf) wurden 1800 Personen evakuiert. Der Ort droht unterzugehen. Mehr dazu lesen Sie hier.
13:31 Uhr – Die mögliche Sperrung der B8 zwischen Passau und Vilshofen ist wohl vom Tisch. Die Bundesstraße wird aktuell gesichert, um als mögliche Ausweichroute für die A3 zu fungieren. Auf der gegenüberliegenden Donauseite wurde die Staatsstraße 2125 auf Höhe Hilgartsberg jedoch bereits gesperrt.
13:22 Uhr – „Es sieht sehr schlimm aus“, sagte Konrad Krukowski, Pressesprecher vom Passauer Stadttheater, am Dienstag der PNP. Das Haus bleibt aufgrund der Schäden für die restliche Saison geschlossen. Mehr dazu lesen Sie hier.
13:01 Uhr – In der Lederergasse in Passau (Innstadt) ist das Wasser größtenteils abgeflossen. Viele Häuser sind zerstört. Eine Frau musste aus ihrer Wohnung geholt werden, der Schlamm konnte nur mit einem Bagger entfernt werden.

12:46 Uhr – In Neuhaus (Landkreis Passau) wird bereits aufgeräumt. Die Feuerwehren sind dabei unter Zeitdruck, kommt der Innschlamm nicht schnell aus den Gebäuden, wird er steinhart. Mehr dazu lesen Sie hier.
12:34 Uhr – Die Donau-Uferstraße zwischen Passau und Vilshofen (Staatsstraße 2125) ist bereits gesperrt. Mit der Sperrung der B8 gegenüber wird im Laufe des Nachmittags gerechnet.
12:32 Uhr – Die Passauer Ilzstadt ist über die Veste Oberhaus erreichbar. Der Ilz-Durchbruch soll im Laufe des Tages oder am Mittwoch wieder freigegeben werden.
12:24 Uhr – Am Kreuz Deggendorf ist die Verbindung A92/A3 gesperrt. Auf der A3 ist zwischen Deggendorf und Hengersberg in Fahrtrichtung Passau ist ein Fahrstreifen nicht befahrbar, weil am Damm gearbeitet wird.
12:10 Uhr – In Fischerdorf bei Deggendorf ist nun der Damm gebrochen
12:01 Uhr – ZF schaltet Sonderhomepage – Krisenstab entscheidet über weiteres Vorgehen. Um alle Mitarbeiter auf dem Laufenden zu halten, hat das Unternehmen unter http://www.zf.com sowie http://www.zf.com/passau eine Sonderhomepage geschaltet.
11:56 Uhr – Im Bereich Autowörth im Landkreis Deggendorf sind drei Personen aus dem überfluteten Bereich gerettet worden.
11:29 Uhr – Beim Schöpfwerk Autowörth (Markt Winzer) oberhalb der Ortschaft Winzer ist der Donaudeich auf einer Länge von 500 m gebrochen.
11:15 Uhr – Zusätzlicher Trinkwasserverkauf in der Stadt Passau, Angebote für dezentrale Trinkwasserversorgung. Es gibt ab sofort einen zusätzlichen Trinkwasserverkauf an folgenden Stellen
– am Römerplatz
– Fußgängerzone auf Höhe der Sparkasse
Der Riba Getränkemarkt (Neustifter Straße 38) verteilt ab 13 Uhr KOSTENLOS eine LKW-Ladung voll Severin Wasser.
10:59 Uhr – Die A3 ist zwischen Deggendorf und Hengersberg komplett gesperrt. Der Damm droht zu brechen.
10:40 Uhr – Die Rehaklinik Passau-Kohlbruck ist vorübergehend geschlossen. Geschäftsführerin Häusler: „Hochwassersituation lässt reibungslosen Klinikbetrieb nicht mehr zu.“
10:35 Uhr – Die Stadtgalerie Passau bleibt heute wegen des Hochwassers ganztägig geschlossen.
10:32 Uhr – Nach einem Höchstpegel von 12,89 Metern Montagabend ist die Donau in Passau rückläufig. Der Pegel liegt derzeit bei 11,80 m. Bis zum Abend wird ein Rückgang bis 10,80 Meter erwartet. Aufgrund der fallenden Pegel werden sich die Einsatzkräfte schwerpunktmäßig auf die Säuberung des öffentlichen Raums konzentrieren. Derzeit sind ca. 1.200 Einsatzkräfte der Feuerwehr, des THWs, Bundeswehr, Polizei und Bundespolizei, BRK, MHD, Wasserwacht und DLRG im Einsatz.
10:31 Uhr – Horst Seehofer zeigte sich in der Dreiflüssestadt beeindruckt von der Ruhe der Bevölkerung. Dann sicherte er zu: „Diese Leute haben Hilfe verdient, Bayern befindet sich mitten in einer Katastrophe.
10:14 Uhr – Unglaubliches Staunen am Zugang zur Fritz-Schäfer-Promenade – alle Beteiligten sind von den Flutausmaßen geschockt – auch immer mehr Passanten schließen sich wegen Erinnerungsfotos mit der Kanzlerin dem Medien- und Politikertross an.
9:54 Uhr – Angela Merkel und Horst Seehofer bedanken sich in der Fußgängerzone gerade bei derselbe THW-Gruppe aus Neunburg vorm Wald, die die PNP am Morgen in der Dreiländerhalle getroffen hat – Seehofer: „Ihr werdet ja nur gelobt, natürlich war uns das schon vorher klar“.
9:51 Uhr – Der Rundgang durch Passau beginnt: Ministerpräsident Seehofer trägt eine BRK-Jacke und Gummistiefel, Kanzlerin Merkel einen roten Pulli, dunkle Jacke und normale Schuhe.
9:45 Uhr – Die Botschaft des Besuchs: Hilfe wird kommen – „Wir lassen niemanden allein“.
9:37 Uhr – Angela Merkel (CDU) und Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sind da. [mehr zum Besuch]
9:16 Uhr – Oberbürgermeister Jürgen Dupper: „Ich bin seit Samstag in der Stadt unterwegs, was man da sieht ist der Wahnsinn. In wenigen Minuten wird Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet.
9:14 Uhr – Die Aufräumarbeiten haben begonnen
8:22 Uhr – Aktuelle Pegelstände in der Region (Quelle: HND Bayern):
Schärding: 6,89 Meter (Meldestufe 2), Passau/Donau: 11,95 Meter (Meldestufe 4), Passau/Inn: 8,90 Meter (Meldestufe 3), Deggendorf 7,93 Meter (Meldestufe 4), Vilshofen: 7,18 Meter (Meldestufe 4)
8:10 Uhr – In und um Deggendorf verschärft sich die Lage: Gerade wurde beschlossen die Stadtteile Fischerdorf, Natternberg-Siedlung, Mettenufer, Altholz und Scheuer zu evakuieren. Mehr dazu hier.
8:06 Uhr – Auch die Helfer brauchen hin und wieder Ruhe. An der Sammelstelle in der Dreiländerhalle in Passau gibt es neben ein paar Stunden Schlaf auf Feldbetten auch warme Getränke und eine Brotzeit. Eine Gruppe vom THW aus Neunburg vorm Wald berichtet der PNP, dass sie nach vier Stunden Pause nun wieder in den Einsatz geht. Vornehmlich pumpen sie Keller in der Innenstadt aus. Ähnlich dramatische Hochwasserlagen haben sie bisher selten erlebt, „eigentlich nur 2002 an der Ode
7:59 Uhr – Die Stadtwerke Passau besprechen um 8.30 Uhr die aktuelle Lage. Ab einem Pegelstand von 11,50 Meter an der Donau können die Trinkwasserbrunnen überhaupt erst von Mitarbeitern inspiziert werden. Sofern kein Donauwasser eingedrungen ist, kann sukzessive die Strom- und Trinkwasserversorgung in Passau wieder aufgebaut werden. Laut Aussage von Geschäftsführer Gottfried Weindler dauert es ab dem Pegelstand 11,50 Meter noch ca. einen halben bis maximal einen ganzen Tag, bis wieder Strom und Wasser verfügbar sind.
7:45 Uhr – Trotz Hochwasser geht das Leben weiter, zum Teil unter schwierigen Bedingungen. Diese Mail erreichte uns: „Hallo PNP,
…Am 04.06. findet das zweite juristische Staatsexamen (Klausuren) in Passau in der Neuburgerstraße (in der großen katholischen Kirche) statt. Wenn man bedenkt, wie WICHTIG das zweite Examen für die Referendare ist, ist das fast unverhältnismäßig, diese Gruppe nicht zu erwähnen und ihnen zumindest viel Erfolg zu wünschen, da sie in einem Katastrophengebiet die fast wichtigste Prüfung ihres Lebens absolvieren müssen…. und dieses ständige TATÜTATA ist nicht sonderlich förderlich. Mit freundlichen Grüßen Yuefang Lan“
Die PNP wünscht den Prüflingen alles Gute!
7:30 Uhr – Die Innenstadt Schärding ist großräumig gesperrt. Zufahrt zu den vorhandenen Parkplätzen nur nach Anweisung durch die Polizei, das Stadtzentrum ist für den gesamten Fahrzeugverkehr gesperrt. Zufahrt nach Schärding nur über Münzkirchen und Rainbach/I. möglich.
7:20 Uhr – Die Autobahn-Abfahrt Passau-Mitte aus Richtung Regensburg ist überlastet. Es staut sich weit zurück.
06:50 Uhr – Bedrohte Gebiete in Niederalteich sollen evakuiert werden
Montag, 3. Juni, 21.00: Die Volontäre der PNP sind eigentlich die gesamte Woche auf Seminar in Niederalteich (Landkreis Deggendorf). Am Montag schreibt Nina Strakeljahn: „Also nachdem immer mehr Blaulicht durch Niederalteich fuhr, Sandsäcke angefahren wurden und wir sowieso schon Zimmer im 2. Stock bekommen hatten, wurden wir dann doch nervös. Als es hieß, wir sollten unsere Autos möglichst an höhere Stellen bringen, was sich als schwierig herausstellte, und dass Evakuierungen vorbereitet würden, haben wir beschlossen, abzureisen. Auch eine andere Gruppe wurde zunehmend unruhiger und die ersten reisten ab.“
Zusammenfassung der Lage am Morgen:

Die Stadt Regensburg hat in der Nacht zum Dienstag Katastrophenalarm ausgerufen. Gefahr für die Bewohner bestehe allerdings nicht, sagte die Sprecherin. „Die Strom- und Trinkwasserversorgung funktioniert nach wie vor. Einigen Straßen droht aber Überschwemmung. Weitere Informationen finden Sie hier.

Beim Jahrhundert-Hochwasser in Passau ist nach Einschätzung des Krisenstabs das Schlimmste überstanden. Die Wasserstände von Inn und Donau sind im Laufe der Nacht deutlich gefallen, sagte ein Sprecher am Dienstag. So habe der Pegelstand der Donau um 4 Uhr mit 12,40 Meter mehr als einen halben Meter unter dem Höchststand gelegen. Bis zum Nachmittag sollte das Wasser auf etwas über 10 Meter zurückgehen. Da auch der Wasserstand des Inn um mehr als zwei Meter sinken werde, könne das Hochwasser, das jetzt noch von Regensburg nach Passau fließe, gut kompensiert werden.
http://www.pnp.de

 

Das Hochwasser hält tausende Menschen im Osten und Süden Deutschlands weiter in Atem. Gespenstisch ist die Lage in Passau, doch das Schlimmste scheint überstanden. Hingegen bereitet die Elbe zunehmend Sorgen. Sachsen-Anhalt erwartet extreme Pegelstände.

Braune Fluten in weiten Teilen Süd- und Ostdeutschlands: Überlaufende Flüsse fluteten ganze Regionen. Besonders stark betroffen ist Passau. In der Dreiflüssestadt in Bayern steht das Wasser nach wie vor hoch in den Straßen. Sachsen-Anhalt erwartet im Laufe des Tages sogar eine höhere Flutwelle als beim Jahrhunderthochwasser im Jahr 2002.

In Regensburg verschärfte sich die Lage in der Nacht zum Dienstag weiter. Um 3 Uhr erreichte die Donau einen Pegelstand von 6,65 Meter. Es drohte die Überflutung mehrerer Straßen, die vorsorglich gesperrt wurden. In einer Schule im Stadtgebiet stand ein Notlager mit 365 Feldbetten zur Verfügung.

Sachsen-Anhalt steht die größte Hochwasser-Welle noch bevor. In der Nacht habe sich die Lage zunächst nicht deutlich verschärft, hieß es im Lagezentrum des Innenministeriums. Für den heutigen Dienstag würden aber Rekord-Pegelstände erwartet. Nach offiziellen Einschätzungen droht dem Bundesland ein noch schlimmeres Hochwasser als bei der Jahrhundertflut 2002. Seither seien aber Deiche saniert und erneuert worden – die Situation sei daher nicht vergleichbar.

In Halle war die Lage laut eines Stadtsprechers bereits «dramatisch». Die Saale habe stellenweise die Marke von 7,50 Metern überschritten. In der Plattenbausiedlung Halle-Neustadt liefen wegen des hohen Grundwasserspiegels bereits die Keller voll. In den frühen Morgenstunden würden 200 Feuerwehrleute aus dem Harz erwartet. Aus dem Raum Hannover sollten 100.000 befüllte Sandsäcke nach Halle gebracht werden.

In Magdeburg sollte am Dienstagmorgen ebenfalls Katastrophenalarm ausgelöst werden. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) betonte, obwohl einige Pegel so hoch stünden wie noch nie, seien die Deiche nach aktuellen Erkenntnissen sicher.

In Sachsen blicken die Menschen ebenfalls besorgt auf die Elbe, die in der Nacht bedrohlich anschwoll. In Dresden wurde die erste Elbbrücke gesperrt. Ein Sprecher des Katastrophenstabs beruhigte jedoch: «Bilder wie 2002 von einer überschwemmten Dresdner Altstadt wird es aller Voraussicht nach nicht geben.»

In Meißen stieg der Fluss mit 7,89 Metern über die Höhe der Hochwasserschutzwand. Es sei davon auszugehen, dass Teile der Altstadt überflutet seien, sagte ein Sprecher des Landkreises. Der Katastrophenstab der Stadt war in der Nacht zunächst wegen einer Überlastung der Telefonleitungen nicht mehr zu erreichen.

Leichte Entspannung in bayerischen Hochwassergebieten

In den oberbayerischen Hochwassergebieten beruhigte sich die Lage langsam. Die Pegelstände im Landkreis Rosenheim seien weiter gefallen, die Hilfskräfte rüsteten sich nun für die anstehenden Aufräumarbeiten, sagte ein Sprecher des Landratsamtes. Die bayerische Staatsregierung will die Folgen der Hochwasserkatastrophe in Passau und Südostbayern mit einem Hilfsprogramm von 150 Millionen Euro lindern.

Heute wird außerdem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Passau erwartet. Sie hatte den Betroffenen Hilfe in Aussicht gestellt: «Der Bund wird auch schauen, was wir helfen können, genauso wie die Länder», sagte die Kanzlerin.

Mit 12,40 Metern habe der Pegelstand der Donau in Passau um 4 Uhr mehr als einen halben Meter unter dem Höchstand gelegen, sagte ein Sprecher. Bis zum Nachmittag sollte das Wasser auf mehr als 10 Meter zurückgehen. Die Stadtwerke hatten die Trinkwasserversorgung in der Stadt gekappt – denn durch das Flusswasser droht eine Verunreinigung. Der Strom war abgestellt. Auch die Festnetz-Telefone funktionierten nicht mehr.

Auch in den Thüringer Hochwassergebieten entspannte sich die Lage. Das Innenministerium meldete sinkende Pegelstände im ganzen Land. Laut Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) wollte die Kanzlerin am heutigen Dienstag auch in die Thüringer Hochwassergebiete kommen.

http://www.news.de

Am Dienstagnachmittag konnte der beschädigten Damm in Wünschendorf mit Sandsäcken wieder geschlossen werden.

Schon am Montagabend war ein Leck in dem Damm entdeckt worden. Nachdem die Hochwasser-Pegel weiter sanken, wurden weitere großflächige Beschädigungen entdeckt.

Insgesamt rund 350 Helfer konnten jedoch im Laufe des Nachmittags dann den Damm wieder abdichten. Das Wasser ist in Wünschendorf aber noch nicht abgeflossen.

Tankstelle in Bad Köstritz trocken gelegt

Bad Köstritz. Die Tankstelle an der Köstritzer Bahnhofstraße ist wieder trocken. Pächterin Regina Ziegler spricht der Feuerwehr Bad Köstritz, dem Katastrophenschutzzug Sonneberg und freiwilligen Helfern ein großes Dankeschön aus. „Es wurde sofort reagiert. Der Laden wurde nicht überschwemmt“, sagte sie heute am späten Nachmittag. Vorher hatte sie die sechs Tanks voll füllen und zudem mit beladenen Containern gegen das Aufschwimmen beschweren lassen. Voraussichtlich morgen soll der Betrieb wieder aufgenommen werden.

In Caaschwitz staubt es schon wieder

Caaschwitz. Dienstag früh stand der halbe Ort noch unter Wasser. 90 Porzent der Haushalte sind wieder mit Strom versorgt. Gegen 17 Uhr staubt es auf manchen Straßen schon wieder. Das Elster-Wasser steht noch bis zur Hausnummer Elsterstraße 7. Im Kindergarten ist kaum noch etwas aus dem vor drei Jahren eingeweihten Krippenanbau zu gebrauchen. Einen Hoffnungsschimmer, dass die Kraft reicht, schöpft Leiterin Gabriele Zepnik aus einem Fund am Morgen. Einen Goldfisch, vielleicht ist es auch ein Koi, rettete sie im Garten.

Quelle: otz.de

 

Oberfranken – Aufräumen nach dem Hochwasser

Veröffentlicht: Juni 4, 2013 von fluthelfer in Bayern, Hochwasserfolgen

Abrutschende Hänge, vollgelaufene Keller und evakuierte Häuser: Vor allem in Oberfranken hat das Hochwasser schwer gewütet. Nun weichen die Wassermassen vielerorts wieder zurück und die Aufräumarbeiten können beginnen.

http://www.br.de/radio/bayern1/sendungen/mittags-in-franken/nach-dem-hochwasser-oberfranken-100.html

Quelle: br.de

Laufer Mühle (Lkr. NEA) – Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser

Veröffentlicht: Juni 4, 2013 von fluthelfer in Bayern

Nachdem das Wasser endlich aus den Gebäuden abgelaufen ist, beginnt das große Aufräumen. Bei der Laufer Mühle (Lkr. NEA) und dem nahe gelegenen Sägewerk in Adelsdorf (Lkr. Erlangen) sind nun die Bautrockener gefragt.

http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/frankenschau-aktuell/aufraeumarbeiten-hochwasser-mittelfranken-100.html

Quelle: br.de

Fischerdorf und weitere Stadtteile müssen evakuiert werden

Veröffentlicht: Juni 4, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

 

Mehrere Ortschaften sind akut vom Hochwasser bedroht. Der Krisenstab hat deshalb am Dienstagmorgen angeordnet, dass folgende Stadtteile sofort evakuiert werden müssen:

− Fischerdorf

− Natternberg-Siedlung

− Mettenufer

− Altholz

− Scheuer

Aktuell gesperrt sind folgende Straßen: Deggendorf ab Friedenseiche bis Natternberg (Kreisverkehr), die Staatsstraße 2125 zwischen Deggendorf und Metten sowie die Kreisstraßen DEG 21 von Mühlham bis zur Abzweigung Haardorf und DEG 4 von der Abzweigung Steinkirchen Richtung Michaelsbuch bis Stephansposching Donaufähre.

Noch ist kein Damm gebrochen. Der Krisenstab versucht, mit der Feuerwehr den Deich zu halten. Die Bundeswehr hat sich bereits zurückgezogen. Anscheinend bringt die Isar viel mehr Hochwasser als ursprünglich angenommen.

Im Landkreis müssen im Lauf des Tages noch weitere Ortschaften geräumt werden. Nach den Prognosen muss davon ausgegangen werden, dass die Donau bis Mittag so hoch sein wird, dass einige Deiche im Landkreis Deggendorf teilweise überspült werden. Deshalb steht fest, dass der Krisenstab ab Dienstagfrüh mehrere Ortschaften evakuieren lässt:

− bis 12 Uhr evakuiert werden müssen: Niederalteich, Gundelau, Thundorf, Kuglstadt, Aicha an der Donau, Altholz und die Anwesen an der Mühlhamer Schleife der linken Donauseite.

− bis 18 Uhr, oder bei einem Dammbruch sofort, geräumt werden müssen: Altenufer, Sammern, Kasten, Endlau, Schnelldorf, Gramling, Herzogau und Lenau.

− bei einem Dammbruch: Haardorf, Mühlau, Rossfelden, Zeinach, Arbing, Langburg und Langkünzing.

„Die Prognosen haben sich bestätigt“, sagte Landrat Christian Bernreiter am späten Montagabend, deshalb dürfe man kein Risiko eingehen. Die betroffenen Bewohner wurden mit Lautsprecherdurchsagen aufgefordert, die Nacht im ersten Stock zu verbringen.

Bereits im Laufe des Montags wurde die wenigen Anwesen zählenden Weiler Isarmünd und Grieshaus vorsichtshalber evakuiert.

Der Krisenstab geht davon aus, dass so viele Bürger wie möglich bei Verwandten und Bekannten untergebracht werden können.Wer keine Möglichkeit hat, wird vom Roten Kreuz in Turnhallen im Landkreis eingeteilt.

http://www.pnp.de

 

 

Als ein „so noch nie dagewesenes Hochwasser“ bezeichnet Christian Jung, Flussbereichsleiter des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft in Schönebeck, die Flut, die bevorsteht. Zur derzeitigen Situation sprach mit ihm Volksstimme-Redakteur Olaf Koch.

Volksstimme: Was macht die Situation in diesem Fall so dramatisch?

Christian Jung: Es ist die Wetterlage mit den erheblichen Regenmengen, die wir in Ost- und Süddeutschland und in Tschechien in dieser Form noch nie erlebt haben. So eine Menge ist wirklich selten. Und bis zum Montagnachmittag hat es in ganz Tschechien noch immer geregnet.

Volksstimme: Das heißt, dass der Scheitel der Elbe noch gar nicht zu erwarten ist?

Christian Jung: Richtig, das steht uns alles noch bevor. Der Scheitel ist noch lange nicht durch

Volksstimme: Das heißt, dass der Scheitel der Elbe noch gar nicht zu erwarten ist?

Christian Jung: Richtig, das steht uns alles noch bevor. Der Scheitel ist noch lange nicht durch.

Christian Jung: Ohne Panik zu machen: Ja. Wir erwarten ein Extrem-Hochwasser, was alle bisher bekannten Ausmaße übertreffen wird. In Usti nad Labem wurde beim Jahrhunderthochwasser 2002 ein Höchststand von 10,82 Meter gemessen. Jetzt werden dort bereits 11,20 Meter prognostiziert. Und es wird keinen schnellen Abfluss geben.

Volksstimme: Auch die Regenfälle in Sachsen und Thüringen wirken sich mit Verzögerung auf die Gebiete zwischen Saale und Elbe aus. Die Nachrichten von dort sind auch keine guten ..

Christian Jung: Das stimmt. Das Wasser in den Flüssen aus dem Süden wird zu uns in neuen Dimensionen kommen. Nachdem der langanhaltende und ergiebige Regen dort jetzt nachgelassen hat, werden die Wassermengen langsam berechenbar.

Volksstimme: Im Unterschied zum Jahrhunderthochwasser an der Elbe vor elf Jahren war die Saale damals beherrschbar. Dies stellt sich jetzt anders dar. Wie ist die Situation derzeit dort?

Christian Jung: Ähnlich dramatisch wie an der Elbe, dort ist bereits die Alarmstufe 3 ausgerufen. Die Saale wird von den Flüssen Pleiße und Weiße Elster gespeist, die beide ebenfalls Hochwasser haben. Das bedeutet, dass der Pegel der Saale weiter ansteigen wird.

Volksstimme: Welchen Pegel können Sie für die Saale in Calbe voraussagen?

Christian Jung: Es werden sicherlich einige Dezimeter über neun Meter werden – also 9,20 Meter bis 9,30 Meter.

Volksstimme: Das Wasser aus Tschechien, aus Sachsen und aus Thüringen sowie der erhebliche Zufluss der Saale dürften dann auch für die Elbe für ein neues Rekordhochwasser sorgen?

Christian Jung: Davon ist auszugehen, es wird mehr werden als im Jahr 2002. Ich rechne grob geschätzt vorerst mit 7,50 bis 7,55 Meter. Zum Vergleich: Zum Jahrhunderthoch- wasser im Jahr 2002 wurde am Pegel Barby 7,01 Meter gemessen.

Volksstimme: Wenn der Pegel womöglich gut einen halben Meter höher stehen wird als im Jahr 2002, halten die Deiche dem Wasser stand?

Christian Jung: In unserem Flussbereich sind Deich alle ertüchtigt und standsicher. Das kann ich mit aller Deutlichkeit sagen. Die Deiche sind kein Schwachpunkt.

Volksstimme: Die werden also nicht brechen?

Christian Jung: Herr Koch, das vorherzusagen kann ich auch nicht. Das ist wie mit der Rente: Theoretisch müsste alles klappen …

Volksstimme: Eine große Unbekannte in der Rechnung ist sicherlich der Grundwasserspiegel?

Christian Jung: Davon ist auszugehen. Nach den ergiebigen Regenfällen der vergangenen Wochen steht das Grundwasser sehr hoch. Damit wird es auch schnell zu Drängwasser im Hinterland kommen. Das ist im Übrigen auch ein Unterschied zum Jahrhunderthochwasser 2002. Damals hatten wir geringere Grundwasserstände als heute.

Volksstimme: Sind Menschen und Sachwerte in Gefahr?

Christian Jung: Jene Menschen, die an den Flüssen, in der Nähe von Deichen und in der Nähe von Überschwemmungsbereichen wohnen, wissen Bescheid und haben Erfahrung. Das betrifft unter anderem das Gebiet Pappeldamm bei Calbe sowie Elbenau, Grünewalde und Ranies.

http://www.volksstimme.de/nachrichten/sonderthemen/flut_2013/1086329_Hochwasser-wird-alle-bisher-bekannten-Ausmasse-uebertreffen.html

Bedrohliche Welle

Veröffentlicht: Juni 4, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Hochwasser rollt an: Voralarm für Katastrophenschutz

gel Hitzacker. Nicht dass die Verantwortlichen etwa kalte Füße bekämen. Doch damit möglichst viele Füße in den nächsten Tagen trocken bleiben, besteht für Lüchow-Dannenberg ab sofort Voralarm beim Katastrophenschutz.

Denn die nächste Hochwasserwelle rollt auf das Kreisgebiet zu. Den Prognosen zufolge könnte sie Lüchow-Dannenberg härter treffen als je zuvor: härter als die Hochwasser 2002, 2003, 2006 oder das Frühjahrshochwasser 2011. Der Landkreis rechnet ab Donnerstag in Schnackenburg mit Wasserständen, die den Bemessungshochwässern der Elbe entsprechen. Daran orientieren sich die Deichhöhen. Im Klartext: Es droht die Gefahr, dass das Wasser die Deiche überflutet.

Im Kreishaus schätzt man die Elbe-Welle als durchaus bedrohlich ein. »Wir erwarten ein riesiges Wasser», sagte gestern Landrat Jürgen Schulz. Trotz Millionen-Investitionen in Deich- bauten und Hochwasserschutz-Anlagen in den vorigen Jahren müsse bei den jetzt erwarteten Wassermengen »im schlimmsten Fall» damit gerechnet werden, die Wassermassen »nicht schadlos an uns vorbeilaufen werden», warnt der Landrat die Bevölkerung vor. Seit gestern gibt es ständige Lagebesprechungen im Kreishaus. Seit gestern gilt auch Voralarm für alle Stellen, die mit Hilfs- und Ordnungswesen und Katastrophenschutz zu tun haben. Eine Allgemeinverfügung untersagt, Deiche und ihre Wege zu betreten oder zu benutzen. Sogar vor dem E-Wort macht der Landkreis nicht Halt: Evakuierung. Denn die Bevölkerung hinter den Elbdeichen und entlang des Flusses sollte sich darauf einstellen, im schlimmsten Falle Haus und Hof verlassen zu müssen. Die Vietzer füllen bereits wieder Sandsäcke. Teile ihres Dorfes laufen bekanntlich immer fast voll, wenn es zu extremen Hochwassern kommt. Höhbecks Bürgermeister Hans-Joachim Schenk sagt, dass man am Friedhof zusätzlichen Boden von der Baustelle der Mosterei Voelkel habe anfahren lassen – Boden, den man im Notfall variabel einsetzen könnte. Die neuralgischen Punkte an Elbe, Jeetzel und Seege sind die bekannten: Vietze, womöglich die Stadtinsel Hitzacker, Wus-segel, Damnatz, Neu Darchau. Womöglich auch Gartow? Dort wird derzeit der Deich ausgebessert. Im Gartower Rathaus bleibt man entspannt: Die Firma, die dort arbeite, sei erfahren. Die Lehmschürze des Deiches werde mit Vlies gesichert.

Beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) rechnet man ebenfalls mit dem Schlimmsten: »Es sieht so aus, als ob ordentlich was kommt», sagt Pressesprecherin Herma Heyken. Die Prognosen deuten darauf hin, dass das Niveau der neuen Welle die bisher in Lüchow-Dannenberg gemessenen höchsten Wasserstände erreichen könnte. Man bereite sich darauf vor, die Hochwasser-Schutzeinrichtungen in Hitzacker in Betrieb zu nehmen: Im Lauf der Woche sollen die Tore des Sperrwerkes geschlossen und die Pumpen beim Schöpfwerk in Gang gesetzt werden: um das Wasser der Jeetzel in die Elbe zu befördern. Die mobilen Hochwasser-Schutz-wände sollen ab heute Mittag aufgebaut werden. Wie dramatisch die Prognosen sind, zeigen diese Zahlen: Den höchsten Pegelstand erreichte Hitzacker beim Hochwasser 2011 mit 7,70 Metern. Jetzt lautet die vom NLWKN verbreitete Prognose auf 7,90 Meter am 10. Juni. Landrat Schulz: »Es wird verdammt eng.» Abgesagt ist schon einmal der für nächstes Wochenende geplante Samtgemeinde-Feuerwehrtag in Damnatz, teilt die SG Elbtalaue mit.

Bild: Die Ruhe vor dem Hochwasser: Die Seegeniederung bei Meetschow steht schon teilweise unter Wasser. Die Pferde werden dort in ein paar Tagen wohl nicht mehr grasen können. Aufn.: A. Blank