Hochwasser-Lage um Gera: Meilitz menschenleer, Evakuierungen in Caaschwitz

Veröffentlicht: Juni 3, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Unter Kontrolle ist die Lage in Wünschendorf. Wir haben es den Umständen entsprechend im Griff, sagte Montagnachmittag Bürgermeister Jens Auer (parteilos).

Dabei war auch hier am späten Sonntagabend das eingetreten, was die mehreren Hundert Helfer eigentlich verhindern wollten: Weite Teile des Unterdorfs stehen unter Wasser.

Evakuiert wurden die Wohngebiete rund um die Taunussteiner und die Weidaer Straße. Auch Meilitz ist mittlerweile menschenleer. Hier hatten sich aber in der Nacht zu Montag noch dramatische Szenen abgespielt. Zunächst hatte die Feuerwehr die Menschen aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Einige, vor allem ältere Leute blieben. Unter Einsatz ihres Lebens hätten Feuerwehrleute die vom Wasser Eingeschlossenen in der Nacht doch noch aus ihren Häusern geholt

Die Grundschule ist als Sammelpunkt für die Evakuierten eingerichtet worden. Wer nicht bei Verwandten oder Bekannten unterkommt, kann in der Pension Müller übernachten. Ein Notquartier ist auch im Berufsförderungswerk in Seelingstädt eingerichtet worden. Das Betonwerk Seelingstädt hat Sand zur Verfügung gestellt, befüllt werden die Säcke am Dolomitwerk. Weitere 15 000 Sandsäcke hat die Gemeinde bei der zentralen Leitstelle geordert. Fällt der Pegel weiter, soll ein Leck am Damm nahe der Schulze-Mühle geschlossen werden.

Die historische Holzbrücke ist leicht beschädigt worden. Sie ist jetzt mit Maschendrahtzaun zugenagelt worden. Wie Bürgermeister Auer weiterhin mitteilte, wurden mit Hilfe der Polizei Schaulustige vom Hochwassergebiet zurückgedrängt. „Familien mit kleinen Kindern das ist wirklich verantwortungslos“, sagte Auer.

Bundesstraßen zeitweise gesperrt

Weida/Frießnitz“Weida war immer zu erreichen“, räumt Steffen Hohmann mit einem Gerücht auf, das gestern im Tagesverlauf kursierte. Auch wenn, wie der stellvertretende Stadtbrandmeister der Osterburgstadt einräumte, die B92 am Oschütztalviadukt einen Großteil des Tages gesperrt war. Auch die Verbindungsstraße nach Schömberg sei teils nicht befahrbar gewesen, so Hohmann.

Dennoch war die Lage in der Stadt verhältnismäßig entspannt. In die Altstadt habe sich stellenweise das Grundwasser seinen Weg an die Oberfläche gebahnt, so der Feuerwehrmann. Am Steg am Wasser habe man mit vereinten Kräften und vielen Sandsäcken das Wasser im Zaum gehalten.

Sorgen bereitet den Einsatzkräften ein aufgeschwommener und umgekippter Heizöltank, wie Hohmann sagt. Man habe sich mit dem Landratsamt in Verbindung gesetzt, das nun prüfen solle, ob der Tank mit einem Spezialfahrzeug abgepumpt werden muss.

50 Caaschwitzer werden evakuiert

Caaschwitz. Bis Montag 16 Uhr wurden in Caaschwitz die Elsterstraße, die Obergasse, die Gartenstraße und teilweise die Häuser am Dorfplatz geräumt. Insgesamt 50 Personen begleiteten THW-Kräfte und Feuerwehrleute aus ihren Häusern. Manche verließen sie auch dann nicht, obwohl Bürgermeister Dieter Dröse (parteilos) „fünf- sechsmal gebettelt“ habe, wie er sagte. Seit gestern früh um 4 Uhr war der Strom im Dorf komplett abgeschaltet. Hartmannsdorfer boten Privatunterkünfte an. Familien boten ihren Angehörigen Unterschlupf. Das Jugendhilfezentrum „Geschwister Scholl“ in Bad Köstritz und ebenso die dortige Feuerwehrschule sind Notquartiere.

Harth-Pöllnitz „Glimpflich davongekommen“

Harth-Pöllnitz. „Die Feuerwehr-Leute haben in den letzten Stunden Großes geleistet“, sagt Bernhard Waldert, Bürgermeister von Harth-Pöllnitz. Auch wenn diese hauptsächlich in anderen Krisenregionen, wie Berga zum Einsatz kamen. Seine Gemeinde sei „vergleichsweise glimpflich davongekommen“, so Waldert, der dennoch von gesperrten Straßen in Niederpöllnitz und nach Köfeln berichten muss. „Es gibt Grundstücke, die jedes Mal von Hochwasser betroffen sind, so auch dieses Mal“, sagt Waldert. Die Straße nach Rohna sei nur einseitig befahrbar gewesen. Probleme bereite der Oschützbach, und zwar da, wo er verrohrt sei.

Bach in Schöna läuft über

Münchenbernsdorf. Die Stadt Münchenbernsdorf sei „mit einem blauen Auge“ davongekommen, sagte gestern auf Nachfrage Bürgermeister Jörg Reinhardt . Als Schwerpunkte nannte er die Straße in Schöna, wo Wasser über die Ufer getreten sei und den Sommerbadteich, der kurz vor dem Überlaufen gestanden habe.

Quelle: otz.de

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