Hochwasser im Eichsfeld: Höchster Pegelstand in Lindewerra seit 1981

Veröffentlicht: Juni 3, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Gerhard Propf kann immer noch lachen. „Was sollen wir machen?“, fragt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Man könne unmöglich halb Lindewerra abreißen und an einer höheren Stelle wieder errichten, um zu verhindern, dass es Hochwasser gibt. Am Dienstag wurde in dem 230-Seelen-Ort an der thüringisch-hessischen Landesgrenze der höchste Pegelstand seit 1981 gemessen.

Eichsfeld. Die Einwohner seien gerüstet, Sandsäcke habe die Feuerwehr erneut verteilt und „ich habe selbst auch noch einmal geschaut, ob die Betroffenen weiter Hilfen brauchen“, sagt der Bürgermeister unserer Zeitung. Man sei es aber gewohnt, dass die Werra über die Ufer tritt und „bei uns besteht Gott sei Dank keine Gefahr für Leib und Leben“, so Propf, der schon das Hochwasser 1981 miterlebt hat. Damals sei ein Pegel von 4,49 Metern gemessen worden. 1909 stand das Wasser in Lindewerra schon einmal bei 5,10 Metern.

„Möglicherweise endet ihr Einsatz schon am Mittwoch“

Während im Eichsfeld die Lage entspannt ist, konnten auch die Einsatzkräfte, die aus dem Landkreis nach Ostthüringen beordert wurden, etwas aufatmen. „Möglicherweise endet ihr Einsatz schon am Mittwoch“, sagt Dominik Dietrich vom Sachgebiet Katastrophenschutz des Landkreises Eichsfeld. Neue Lagemeldungen hat es vom Landesverwaltungsamt des Freistaates bisher nicht gegeben, die in Bereitschaft befindlichen Einsatzkräfte der Eichsfelder Feuerwehren wurden noch nicht gebraucht.

Das THW Heiligenstadt ist bereits am Dienstag mit einem Team nach Leipzig weitergefahren, um im Hochwassergebiet zu helfen. Dass die Eichsfelder zahlreich mit ihren Einsatzkräften unterwegs sind, ist beim Landkreis positiv regis­triert worden. „Wir sind mit unserem Katastrophenschutz im Landkreis sehr gut aufgestellt“, erklärte im Gespräch mit unserer Zeitung der stellvertretende Landrat Gerald Schneider (CDU). Der Leinefelder lobte die hohe Einsatzbereitschaft der Freiwilligen.

Die Hochwassergefahr hierzulande hält Schneider nur für punktuell. „Abgesehen von Lindewerra haben die meisten Orte vor allem dann mit Hochwasser zu kämpfen, wenn heftiger Regen niedergeht“, sagt Schneider, der auch den Fachbereich Bau und Umwelt leitet. Mit der unteren Wasserbehörde seien die Eichsfelder Gemeinden in Kontakt, denn für Gewässer 2. Ordnung müssten die Kommunen selbst sorgen.

Für die kommenden Tage kein Regen angesagt

Davon kann Marco Tasch (FW), der in Brehme Bürgermeister ist, ein Lied singen. „Wir hoffen weiter, dass wir in den kommenden Jahren ein Regenrückhaltebecken bauen können“, sagt er auf Nachfrage. Jedoch sei es seit Jahren so, dass „wir Fördermittel dafür beantragen und keine bekommen“. Der Bürgermeister ist nicht sonderlich optimistisch, dass das in diesem Jahr klappt. „Wenn ich bei der aktuellen Lage sehe, was an Schutzmaßnahmen in weitaus stärker gefährdeten Gebieten in Thüringen nicht umgesetzt ist, dann glaube nicht daran, dass wir in diesem Jahr Fördermittel bekommen.“

In diesem Jahr sei es, sagt Tasch, ruhig gewesen mit Starkregen und so lief das Wasser nicht wieder die Straßen des Dorfes hinunter. Auch in anderen Orten, wie beispielsweise Bischofferode oder Stöckey, kennt man derlei Probleme, die meist bei für das Eichsfeld extremen Wetterlagen auftreten.

Weil aber für die kommenden Tage zumindest kein Regen angesagt ist, wird im Eichsfeld keine Veränderung der Wasserlage mehr erwartet. „Der Pegel bei Allendorf ist schließlich kon­stant geblieben“, sagt Lindewerras Bürgermeister. Und die Straße von Wahlhausen her, die am Montagabend noch mit Sandsäcken abgesichert wurde, hat das Gröbste auch überstanden. Nur die Fußballtore auf dem gefluteten Sportplatz hat der Bürgermeister vorsorglich wegtragen lassen: „Nicht, dass sie wegschwimmen“, sagt er lächelnd.

Quelle: otz.de

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