Heute in Jena Gewerbepark, Kindergärten und Schulen dicht

Veröffentlicht: Juni 3, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Das Hochwasser hat sich in der Stadt heftiger ausgewirkt als erwartet. Ein Bürger-Telefon unter der Nummer 404178 ist eingerichtet.

Jena. Die Stadt übt sich im wohlgeordneten Hochwasser-Chaos: Jenaer Schulen und Kindergärten werden heute und morgen quasi geschlossen bleiben, ließ gestern Ordnungsdezernent Frank Jauch (SPD) verlauten. Der Schulbusverkehr werde aber aufrechterhalten. Denn man könne nicht etwa sagen, Schulen und Kindergärten seien allesamt geflutet; in den Einrichtungen würden sogar Notbetreuungen gesichert – “ wir wollen aber die Verkehrsströme gering halten, weil mehrere Straßensperrungen nötig sind“. Und das betreffe nicht zuletzt auch viele Radwege.

Überflutet waren gestern Nachmittag: Brücken- und Wiesenstraße; Kreuzung Fischergasse/Knebelstraße/Paradiesbrücke; Stadtrodaer Straße zwischen Wöllnitz und Lobeda-Altstadt; Göschwitzer Straße zwischen Geraer und Prüssingstraße; Ortsverbindung zwischen Maua, Rutha, Sulza; Kunitz samt Thalsteinstraße.

Göschwitz. Firmen können dort nur in dringlichen Fällen per Schlauchboot angesteuert werden. Die Stadt bekomme hier zu spüren, dass die Ansiedlung im Überschwemmungsgebiet zu DDR-Zeiten wider die Hochwasserschutz-Vernunft per Partei-Beschluss durchgesetzt wurde, sagte Jauch. „Aber ein reguläres Betriebssystem ist jetzt in Göschwitz nicht möglich; da ,müssen wir durch.“

Der Dezernent räumte ein, man habe am Sonnabend gehofft, die Stadt könnte mit einem blauen Auge davonkommen. Nach ergiebigen Niederschlägen in der Nacht zum Sonntag seien in den Saale-Talsperren „enorme Mengen abgelassen worden“. Leider erhalte die Stadt von der Talsperrenverwaltung keine Infos „über die Strategie der Bewirtschaftung“, sagte der Dezernent. „Die sagen erst im Nachhinein, was sie getan haben; das machts uns schwer bei der Einsatzplanung.“

Die Jena-nächste Saale-Pegelmessung wies gestern einen Höchststand von knapp 4,30 Metern aus, wobei die höchste Alarmstufe 3 bei einem Wasserstand von 3,70 Metern ansetzt. 4,36 maß jener Pegel1994 beim „Jahrhunderthochwasser“, indes sich der mehrjährige mittlere Saale-Wasserstand auf 1,11 Meter beläuft. Wegen der diesmal starken Bachzuläufe müsse man annehmen, dass die Stadt noch etwas höher überflutet ist als 1994, sagte Frank Jauch.

Nach seinem Kalkül ist der Bestand von 20 000 Sandsäcken um die Hälfte geschrumpft. Viele Säcke seien zur Sicherung der Zentralkläranlage Zwätzen eingesetzt worden. Dort wie in allen Teilen der Stadt hätten die Feuerwehrleute „Heldenhaftes“ geleistet. „Es gab aber mehrere Situationen, in denen an Brücken unter Zeitdruck Bäume weggeräumt werden mussten – und Katastrophen-Touristen im Weg standen.“

Ein Bürger-Telefon ist eingerichtet zu allen Hochwasser-Fragen: 404178.

Quelle: otz.de

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