Archiv für Juni 3, 2013

Land unter: Wassermassen überfluten die Kulturstadt

Veröffentlicht: Juni 3, 2013 von fluthelfer in Thüringen
Weimar. Zahlreiche Einsatzkräfte verteilten Sandsäcke. Die B87 zwischen Bad Berka und Kranichfeld ist mindestens übers Wochenende gesperrt.

Wer helfen konnte, machte sich auf die Beine. Überflutete und unterspülte Straßen, umgestürzte Bäume und unzählige Gebäude, in die das Wasser einbrach, forderten am Sonntag in Stadt und Landkreis jede Hand.

Der heftige Regen hatte von Mitternacht an den Pegel der Ilm rapide klettern lassen. In nur zwölf Stunden stieg das Wasser am Messpunkt Mellingen auf mehr als die doppelte Höhe von 1,50 Meter auf 3,34 Meter – und damit einen halben Meter über die dritte und höchste Hochwasser-Alarmstufe, die der Thüringer Umweltminister am Vormittag auch offiziell für die Ilm in und um Weimar ausrief.

Bad Berka und München entwurzelt. Diesmal war es eine rund 25 Meter hohe Eiche, die auf die Straße stürzte und gegenüber am Ilmufer die Leitplanke durchschlug. Noch an weiteren Stellen in Richtung Tannroda löste sich der Hang mitsamt Gehölzen. Die Bundesstraße wurde gesperrt – voraussichtlich auch übers Wochenende. Nachmittags wurde die Sperrung bis Kranichfeld erweitert.

Auch auf der B“85 in Blankenhain musste der Verkehr zeitweilig unterbrochen werden. Aus Richtung Freibad überspülte das Wasser die Bundesstraße. Mit Sandsäcken und Pumpen kamen die Feuerwehren den Fluten bei, konnten aber nicht verhindern, dass Keller zuliefen und gegenüber vom Schwanenteich ein zweiter See entstand.

Bad Berka überflutete das Hochwasser die Ilm- und die Trebestraße. Am Freibad trat zudem der Bach über die Ufer und überschwemmte bereits am Morgen die Liegewiesen. Ebenfalls vom Morgen an musste die überspülte Straße zwischen Mellingen und Magdala gesperrt werden. In Mellingen traf es vor allem die Blankenhainer Straße. Dort lief das Wasser in einen Stromverteiler und forderte den Einsatz des Energieversorgers. Innerorts mussten außerdem Brücken gesperrt werden.

Nichts mehr ging im benachbarten Lehnstedt. Zunächst wurde die Ortsdurchfahrt überflutet. Dann schnitt das Wasser auch den Weg nach Hammerstedt ab. Ähnlich hart traf es die Alt- und Neudörnfelder sowie die Krakendorfer. Auch hier wurden zumindest morgens die kompletten Ortslagen gesperrt.

Außerhalb der Gemeinden schuf das Wasser ebenfalls unüberwindliche Hürden. Zwischen Buchfart und Hetschburg musste die Straße ebenso gesperrt werden wie zwischen Blankenhain und Tannroda. Nahe dem Abzweig nach Thangelstedt hatte das Wasser dort eine erkennbare Bucht aus dem Untergrund der Straße gespült. In Hetschburg musste die Kirchgemeinde zudem ihren Gottesdienst am Sonntag wegen der überfluteten Kirche absagen.

Weimar traf das Hochwasser empfindlich

Weimar traf das Hochwasser vom Nachmittag an empfindlich. Am Vormittag konnten sich die Feuerwehren noch auf Kontrollen konzentrieren und darauf, in den Ortsteilen, so in Possendorf, vorsorglich Sandsäcke zu schichten. Kurz vor Mittag musste in Ehringsdorf die Ilmbrücke an der Kipperquelle gesperrt werden – bei Hochwasser stets ein neuralgischer Punkt. Gegen 16 Uhr wurde Großalarm gegeben und sämtliche verfügbaren Feuerwehrleute in der Stadt und den Ortsteilen hinzugezogen.

Gemeinsam mit dem Ordnungsamt machten die Retter im Bereich von Untergraben, Brühl und Gerberstraße die Halter der dort geparkten Fahrzeuge ausfindig, um die Pkw vor dem drohenden Wasser in Sicherheit zu bringen. Später wurde das gesamte Areal gesperrt – am Abend auch die Kegelbrücke. Die Feuerwehren verteilten mehrere tausend Sandsäcke. Die Oberweimarer Falkenburghalle musste geschlossen und der Trainingsbetrieb unterbrochen werden. Die benachbarte Steinbrücke wurde gesperrt. Und nachdem die Klassik-Stiftung zunächst lediglich die Brücken im Ilmpark gesperrt hatte, riet sie später gänzlich vom Besuch des Parkes ab.

Vom Ilm-Hochwasser betroffen ist seit Freitag auch die Berksche Bahn. Weil die Gleise zwischen Bad Berka und Kranichfeld teilweise unterspült waren, wurde der Abschnitt gegen 10 Uhr gesperrt, so dass die Erfurter Bahn Schienenersatzverkehr einrichtete.

Doch auch das war offenbar nicht ohne Weiteres möglich, wie Robert Zehrer, Planer bei der Erfurter Bahn, sagte: „Im Moment werden vielerorts mehr Busse gebraucht. Deshalb mussten wir zeitweise auch auf Taxis ausweichen, als unser Busfahrer eine Pause einlegen musste.“

Schüler hatten nach der zweiten Stunde frei

Der Bus startet in Bad Berka zwar in etwa zu der Zeit, zu der auch die Ilmtalbahn in Richtung Kranichfeld abfährt, doch da er die Umleitung über Tiefengruben nehmen und alle Unterwegs-Bahnhöfe anfahren muss, kommt er später als die reguläre Bahn in Kranichfeld an. Folglich ändern sich die Abfahrtzeiten in Gegenrichtung. Die Sperrung gilt bis heute, im Laufe des Tages wird über das weitere Vorgehen entschieden. Nicht beeinträchtigt ist der Bahnverkehr zwischen Bad Berka und Weimar.

Auf Nummer sicher ist am Freitag wegen der Situation im Straßen- und Bahnverkehr auch die Schulleiterin der Klosterbergschule Bad Berka gegangen: Beate Schmidt gab allen Schülern, die per Bahn in die Kurstadt kommen und telefonisch die Erlaubnis ihrer Eltern dazu erhalten hatten, nach der zweiten Stunde frei. Die Schüler erreichten so die letzte Bahn, die in Richtung Kranichfeld fuhr. „Es war mir heute wichtiger, die Schüler angesichts der Hochwassersituation in Sicherheit zu wissen.“ Den Unterrichtsausfall hält Schmidt für vertretbar, weil der Krankenstand an der Schule hoch ist.

Quelle: otz.de

Lindewerra erwartet Werra-Höchststand

Veröffentlicht: Juni 3, 2013 von fluthelfer in Thüringen
Im Gegensatz zu weiten Teilen Thüringens ist die Hochwasser-Lage im 230-Seelen-Ort Lindewerra am Rande des Eichsfeldes relativ enspannt. Nur an wenigen Stellen ist die Werra über die Ufer getreten. Heute Abend gegen 18 Uhr könnte sich das jedoch ändern.

Lindewerra. Denn Lindewerra liegt an einer hufeisenförmigen Fluss-Schleife der Werra zwischen Bad Sooden-Allendorf im Süden und Witzenhausen (Hessen) im Norden.

Der Pegelstand der Werra betrug am heutigen Montag um 10 Uhr 4,40 Meter, stieg damit seit 8.30 Uhr um einen Zentimeter, berichtet Anwohner und Heimatforscher Josef Keppler aus Lindewerra. Damit fehlen nur noch sieben Zentimeter bis zum gemessenen Höchstand am 17. Januar 2011.

Die Straße nach Oberrieden wurde gesperrt. Auf der Werrabrücke wird mit einem Schild auf die Hochwassersituation hingewiesen. Seit letzter Woche sind bereits einige Gärten und auch der Sportplatz des Ortes überflutet.

Am frühen Abend wird ein Hochwasser-Anstieg im Ort erwartet. Noch sind die Bewohner in Lindewerra entspannt. Durch die besondere Lage des Ortes haben sie bereits Erfahrungen mit Hochwasser im Dorf gesammelt. Ein Bauer trieb seine Kühe auf den nahegelegenen Berg, auf dem er sie vor dem steigendem Wasser in Sicherheit weiß.

Altenburg und nach Nordhausen abgezogen worden, wo sie Wasser aus Schulen und Gartenanlagen pumpen. Der Eichsfelder Katastrophenlöschzug „Wasser“ unterstützt mit 19 Mann die Altenburger Kollegen. Besonders bei Ponitz ist die Hochwasserlage kritisch. Immer wieder kommt es zu Stromausfällen. Menschen sind bereits evakuiert worden.

Seit Tagen sind im Landkreis Altenburger Land alle Feuerwehren, THW, Polizei, DRK, die Johanniter-Unfall-Hilfe und Beschäftigte verschiedener Verwaltungen zur Hochwasserbekämpfung im Einsatz. Der Eichsfelder Katastrophenlöschzug „Retten“ löst die ortsansässigen Hilfskräfte temporär ab. Manuel Fasse, Zugführer des Einsatzzuges 1 des Eichsfelder Katastrophenschutzes, hat zwölf Einsatzkräfte unter seiner Führung und derzeit alle Hände voll in Meuselwitz zu tun. „Ich habe meine Jungs erstmal auf eine Woche eingestellt“, sagte er im TLZ-Gespräch. Am frühen Montagmorgen waren die Eichsfelder alarmiert worden und sind gegen 2 Uhr abgerückt in Richtung des Hochwassergebietes.

Die Eichsfelder Reserve und der Sanitätszug des Landkreises halten sich derzeit bereit für weitere Einsätze. Ob diese im Altenburger Land, in Nordhausen oder doch im heimischen Lindewerra gefahren werden müssen, bleibt abzuwarten.

Quelle: otz.de

Heute in Jena Gewerbepark, Kindergärten und Schulen dicht

Veröffentlicht: Juni 3, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Das Hochwasser hat sich in der Stadt heftiger ausgewirkt als erwartet. Ein Bürger-Telefon unter der Nummer 404178 ist eingerichtet.

Jena. Die Stadt übt sich im wohlgeordneten Hochwasser-Chaos: Jenaer Schulen und Kindergärten werden heute und morgen quasi geschlossen bleiben, ließ gestern Ordnungsdezernent Frank Jauch (SPD) verlauten. Der Schulbusverkehr werde aber aufrechterhalten. Denn man könne nicht etwa sagen, Schulen und Kindergärten seien allesamt geflutet; in den Einrichtungen würden sogar Notbetreuungen gesichert – “ wir wollen aber die Verkehrsströme gering halten, weil mehrere Straßensperrungen nötig sind“. Und das betreffe nicht zuletzt auch viele Radwege.

Überflutet waren gestern Nachmittag: Brücken- und Wiesenstraße; Kreuzung Fischergasse/Knebelstraße/Paradiesbrücke; Stadtrodaer Straße zwischen Wöllnitz und Lobeda-Altstadt; Göschwitzer Straße zwischen Geraer und Prüssingstraße; Ortsverbindung zwischen Maua, Rutha, Sulza; Kunitz samt Thalsteinstraße.

Göschwitz. Firmen können dort nur in dringlichen Fällen per Schlauchboot angesteuert werden. Die Stadt bekomme hier zu spüren, dass die Ansiedlung im Überschwemmungsgebiet zu DDR-Zeiten wider die Hochwasserschutz-Vernunft per Partei-Beschluss durchgesetzt wurde, sagte Jauch. „Aber ein reguläres Betriebssystem ist jetzt in Göschwitz nicht möglich; da ,müssen wir durch.“

Der Dezernent räumte ein, man habe am Sonnabend gehofft, die Stadt könnte mit einem blauen Auge davonkommen. Nach ergiebigen Niederschlägen in der Nacht zum Sonntag seien in den Saale-Talsperren „enorme Mengen abgelassen worden“. Leider erhalte die Stadt von der Talsperrenverwaltung keine Infos „über die Strategie der Bewirtschaftung“, sagte der Dezernent. „Die sagen erst im Nachhinein, was sie getan haben; das machts uns schwer bei der Einsatzplanung.“

Die Jena-nächste Saale-Pegelmessung wies gestern einen Höchststand von knapp 4,30 Metern aus, wobei die höchste Alarmstufe 3 bei einem Wasserstand von 3,70 Metern ansetzt. 4,36 maß jener Pegel1994 beim „Jahrhunderthochwasser“, indes sich der mehrjährige mittlere Saale-Wasserstand auf 1,11 Meter beläuft. Wegen der diesmal starken Bachzuläufe müsse man annehmen, dass die Stadt noch etwas höher überflutet ist als 1994, sagte Frank Jauch.

Nach seinem Kalkül ist der Bestand von 20 000 Sandsäcken um die Hälfte geschrumpft. Viele Säcke seien zur Sicherung der Zentralkläranlage Zwätzen eingesetzt worden. Dort wie in allen Teilen der Stadt hätten die Feuerwehrleute „Heldenhaftes“ geleistet. „Es gab aber mehrere Situationen, in denen an Brücken unter Zeitdruck Bäume weggeräumt werden mussten – und Katastrophen-Touristen im Weg standen.“

Ein Bürger-Telefon ist eingerichtet zu allen Hochwasser-Fragen: 404178.

Quelle: otz.de

Gerhard Propf kann immer noch lachen. „Was sollen wir machen?“, fragt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Man könne unmöglich halb Lindewerra abreißen und an einer höheren Stelle wieder errichten, um zu verhindern, dass es Hochwasser gibt. Am Dienstag wurde in dem 230-Seelen-Ort an der thüringisch-hessischen Landesgrenze der höchste Pegelstand seit 1981 gemessen.

Eichsfeld. Die Einwohner seien gerüstet, Sandsäcke habe die Feuerwehr erneut verteilt und „ich habe selbst auch noch einmal geschaut, ob die Betroffenen weiter Hilfen brauchen“, sagt der Bürgermeister unserer Zeitung. Man sei es aber gewohnt, dass die Werra über die Ufer tritt und „bei uns besteht Gott sei Dank keine Gefahr für Leib und Leben“, so Propf, der schon das Hochwasser 1981 miterlebt hat. Damals sei ein Pegel von 4,49 Metern gemessen worden. 1909 stand das Wasser in Lindewerra schon einmal bei 5,10 Metern.

„Möglicherweise endet ihr Einsatz schon am Mittwoch“

Während im Eichsfeld die Lage entspannt ist, konnten auch die Einsatzkräfte, die aus dem Landkreis nach Ostthüringen beordert wurden, etwas aufatmen. „Möglicherweise endet ihr Einsatz schon am Mittwoch“, sagt Dominik Dietrich vom Sachgebiet Katastrophenschutz des Landkreises Eichsfeld. Neue Lagemeldungen hat es vom Landesverwaltungsamt des Freistaates bisher nicht gegeben, die in Bereitschaft befindlichen Einsatzkräfte der Eichsfelder Feuerwehren wurden noch nicht gebraucht.

Das THW Heiligenstadt ist bereits am Dienstag mit einem Team nach Leipzig weitergefahren, um im Hochwassergebiet zu helfen. Dass die Eichsfelder zahlreich mit ihren Einsatzkräften unterwegs sind, ist beim Landkreis positiv regis­triert worden. „Wir sind mit unserem Katastrophenschutz im Landkreis sehr gut aufgestellt“, erklärte im Gespräch mit unserer Zeitung der stellvertretende Landrat Gerald Schneider (CDU). Der Leinefelder lobte die hohe Einsatzbereitschaft der Freiwilligen.

Die Hochwassergefahr hierzulande hält Schneider nur für punktuell. „Abgesehen von Lindewerra haben die meisten Orte vor allem dann mit Hochwasser zu kämpfen, wenn heftiger Regen niedergeht“, sagt Schneider, der auch den Fachbereich Bau und Umwelt leitet. Mit der unteren Wasserbehörde seien die Eichsfelder Gemeinden in Kontakt, denn für Gewässer 2. Ordnung müssten die Kommunen selbst sorgen.

Für die kommenden Tage kein Regen angesagt

Davon kann Marco Tasch (FW), der in Brehme Bürgermeister ist, ein Lied singen. „Wir hoffen weiter, dass wir in den kommenden Jahren ein Regenrückhaltebecken bauen können“, sagt er auf Nachfrage. Jedoch sei es seit Jahren so, dass „wir Fördermittel dafür beantragen und keine bekommen“. Der Bürgermeister ist nicht sonderlich optimistisch, dass das in diesem Jahr klappt. „Wenn ich bei der aktuellen Lage sehe, was an Schutzmaßnahmen in weitaus stärker gefährdeten Gebieten in Thüringen nicht umgesetzt ist, dann glaube nicht daran, dass wir in diesem Jahr Fördermittel bekommen.“

In diesem Jahr sei es, sagt Tasch, ruhig gewesen mit Starkregen und so lief das Wasser nicht wieder die Straßen des Dorfes hinunter. Auch in anderen Orten, wie beispielsweise Bischofferode oder Stöckey, kennt man derlei Probleme, die meist bei für das Eichsfeld extremen Wetterlagen auftreten.

Weil aber für die kommenden Tage zumindest kein Regen angesagt ist, wird im Eichsfeld keine Veränderung der Wasserlage mehr erwartet. „Der Pegel bei Allendorf ist schließlich kon­stant geblieben“, sagt Lindewerras Bürgermeister. Und die Straße von Wahlhausen her, die am Montagabend noch mit Sandsäcken abgesichert wurde, hat das Gröbste auch überstanden. Nur die Fußballtore auf dem gefluteten Sportplatz hat der Bürgermeister vorsorglich wegtragen lassen: „Nicht, dass sie wegschwimmen“, sagt er lächelnd.

Quelle: otz.de

Die neue Arena in Jena wäre sicherer vor Hochwasser als die alte

Veröffentlicht: Juni 3, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Dezernent Jauch hat eine Replik parat auf Einwände gegen den Bau der Multifunktionsarena, die nun angesichts der Saale-Fluten vorgebracht wurden.

In der Frage des geplanten Multifunktionsarena-Neubaus glauben die Skeptiker wegen des Hochwassers Oberwasser zu haben. So mahnte Jenas Grünen-Landtagsfraktions-Chefin Anja Siegesmund , dass das geflutete Ernst-Abbe-Stadion vor Augen führen möge: Wenn jetzt schon große Schäden zusammenkämen dann müssten doch künftige Hochwasser-Folgekosten an einer gleichen Orts ausgebauten Multifunktionsarena unabsehbar sein!

Derlei Äußerungen seien für ihn ein „Schnellschuss, den ich schmunzelnd vernehme“, sagte gestern Finanz- und Ordnungsdezernent Frank Jauch (SPD), der Beauftragte des Jenaer Oberbürgermeisters für die Koordinierung der Multifunktionsarena-Planung. Natürlich werde „die Hochwasser-Problematik im Bebauungsplanverfahren eine wichtige Rolle spielen“, sagte Jauch. Er sei aber optimistisch, dass man hier zu einer positiven Einschätzung gelange. Denn: Nach derzeitigem Stand werde das Maß versiegelter Fläche – etwa den Abbau der Laufbahn mitgerechnet – verringert, so dass mehr Wasser versickern könnte.

Andererseits sollen nach Jauchs Darstellung neue Bauten aufgeständert werden, so dass ein Hochwasser mehr Raum zur Ausbreitung hätte. Anders formuliert: „Die Flächen- und Volumen-Bilanz würde sich verbessern“, so sagte der Dezernent.

Er äußerte gestern seine Verwunderung darüber, dass Anja Siegesmund nicht das Gespräch mit ihm gesucht hat. „Dann hätte sie sich vielleicht zurückhaltender geäußert, statt jetzt schon derart zu schießen.“

In Jena wird noch Ende dieses Jahres ein Entscheid des Stadtrats darüber erwartet, ob die Stadt über 26 Millionen Euro aus einem Tourismus-Fördertopf in Anspruch nimmt, um mit mehrerlei Auflagen eine Multifunktionsarena zu errichten.

Besonders umstritten ist nach wie vor die Frage, ob die Stadt Jena sich die Kosten der Betreibung dauerhaft wird leisten können.

Quelle: otz.de

Sachsen gibt seine Dämme auf

Veröffentlicht: Juni 3, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Die nächsten Stunden sind entscheidend: Deutschland befindet sich inmitten einer Hochwasserkatastrophe. Die Retter werden von der Schnelligkeit des hereinbrechenden Wassers überrascht. Vielerorts sind die Höchststände von 2002 schon längst überschritten. Passau spricht von der schlimmsten Flut seit dem Mittelalter und in Sachsen werden die Dämme aufgegeben, um sich vorrangig um die Rettung der Menschen zu kümmern.

Der Osten und Südosten Deutschlands steht vor einer neuen Jahrhundertflut. In etlichen Städten und Landkreisen in Bayern, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt werden bereits jetzt Pegel gemessen, die die Höchststände von 2002 bereits überschritten haben. Wegen anhaltender Regenfälle muss damit gerechnet werden, dass die Pegelstände noch weiter ansteigen. Tausende Bundeswehrsoldaten unterstützen den Katastropheneinsatz. Viele Gebiete müssen evakuiert werden. Zehntausende Menschen sind betroffen.

Dramatische Lage in Passau

Am Inn in Bayern wurden nach Angaben des Hochwassernachrichtendienstes in der Nacht vielfach historische Höchstmarken überschritten. „Für die Donau erwarten wir am Mittag den historischen Höchststand von 12,55 Meter“, sagte ein Sprecher des Passauer Krisenstabes. Das letzte Hochwasser dieser Größenordnung wurde dort zuletzt im späten Mittelalter im Jahr 1501 verzeichnet. Das Jahrhunderthochwasser 2002 hatte einen Höchststand von 10,81 Metern. Die historische Altstadt und Teile des Zentrums der Dreiflüssestadt sind bereits großflächig überspült. Dort gibt es keinen Strom mehr.

In der Stadt sind bereits Hunderte Bundeswehrsoldaten zur Unterstützung der Einsatzkräfte eingetroffen. Allerdings lassen sich die Spundwände zum Schutz vor den Fluten nicht weiter erhöhen, weil sie sonst dem Druck des Wassers nicht standhalten würden. Seit Beginn der angespannten Hochwasserlage am vergangenen Freitag waren nach Angaben des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann (CSU) im gesamten Freistaat Zehntausende Helfer im Einsatz. „Möglicherweise werden wir eine Entwicklung bekommen, die zu einem Hochwasser führen könnte, das bisher noch nie dagewesen ist“, hatte Ministerpräsident Horst Seehofer am Sonntagabend gesagt. Angesichts der dramatischen Situation hat die Staatsregierung einen Krisenstab eingerichtet, der stündlich tagt und die Einsätze koordiniert. An vielen Schulen in Bayern fällt heute der Unterricht aus. Abiturprüfungen müssen verschoben werden.

Auch in Nieder- und Oberbayern spitzte sich die Lage zu. In Kolbermoor bei Rosenheim brach ein Damm. Die Innenstadt von Rosenheim wurde für den Durchgangsverkehr gesperrt.

Neue Höchststände für Sachsen erwartet

In Sachsen hat das Hochwasser derweil dramatische Ausmaße angenommen. Im Landkreis Leipzig werden die Dämme aufgegeben, um sich auf die Rettung von Menschen zu konzentrieren. Der Damm bei Nitzschka ist unterspült, ein Teil der Ortschaft evakuiert. In Frohburg wird die Evakuierung vorbereitet. Im Bornaer Ortsteil Trähna ist das bereits geschehen. Feuerwehren aus Brandenburg unterstützen den Katastropheneinsatz und richten Hubschrauberlandeplätze ein. Auch ein Pionier-Bataillon aus Holzminden traf in Leipzig ein, um die zivilen Hilfskräfte in der Region zu unterstützen.

Das Hochwasser von Weißer Elster, Mulde und Chemnitz haben bereits zahlreiche Gebiete überschwemmt. Im Landkreis Mittelsachsen fiel bei Tausenden Einwohnern der Strom aus.

Besonders kritisch war die Lage an der Weißen Elster in der Region Leipzig und an der Zwickauer Mulde. „Es ist davon auszugehen, dass die Pegelstände des Hochwassers von 2002 erreicht und überschritten werden könnten“, teilte der Landkreis Nordsachsen mit. In Eilenburg wurde bereits die Innenstadt evakuiert. Rund 7000 Menschen waren nach Angaben eines Sprechers betroffen. Sie wurden in Notquartiere gebracht.

Die Stadt Grimma richtete unterdessen ein Hochwasser-Spendenkonto ein. „Zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre ein Jahrhunderthochwasser! Grimma hat es wieder massiv erwischt“, schrieb die Stadtverwaltung auf ihrer Facebook-Seite. Für die Beseitigung der Hochwasserschäden würden deshalb Spenden gesammelt.  Das Wasser der Mulde hat die Stadt im Kreis Leipzig überflutet. Große Stadtteile mussten evakuiert werden, die Schulen bleiben vorerst geschlossen. Der Oberbürgermeister der Stadt, Matthias Berger, sagte im Gespräch mit n-tv.de: „Diesmal wird es sogar noch schlimmer als 2002. Schon jetzt sind Bereiche der Stadt betroffen, die damals verschont blieben. Es sieht schlimm aus.“ Die Altstadt von Grimma war nach der Katastrophe von 2002 über Jahre hinweg wieder neu aufgebaut worden.

Auch das Zentrum von Döbeln in Mittelsachsen steht komplett unter Wasser, hier wurden Anwohner in Turnhallen untergebracht. In Chemnitz ist der Scheitel des Hochwassers bereits durchgezogen, dennoch ist die Lage angespannt. Das Wasser des gleichnamigen Flusses zieht jetzt in die tiefer gelegenen Städte.

Dresden erwartet wieder neun Meter

Auch in Dresden drohen ganze Stadtteile erneut in den Fluten der Elbe zu versinken. Das Umweltministerium rechnet mit einem Pegelstand von bis zu neun Metern – fast so viel wie bei der Jahrhundertflut im August 2002 (9,40 Meter). Der Stadtteil Laubegast wäre dann wieder eine Insel – von der Elbe und einem Arm des Flusses eingeschlossen. Wann der Scheitel der Flut kommt, ist noch nicht absehbar.

Angesichts steigender Pegelstände rief die sächsische Landesregierung die Bevölkerung zur Vorsicht auf. Anwohner in betroffenen Gebieten sollten Vorkehrungen treffen. Im Laufe des heutigen Montags ist mit einer Zuspitzung der Lage zu rechnen. Der Deutsche Wetterdienst hat die amtliche Unwetterwarnung verlängert. Gewarnt wird vor ergiebigem Dauerregen für die Städte Dresden und Chemnitz sowie die Landkreise Mittelsachsen (Tiefland), Meißen, Vogtlandkreis (Tiefland) und Zwickau (Tiefland).

Das Deutsche Rote Kreuz Sachsen hat zu Spenden für Betroffene in den Hochwasserregionen aufgerufen. Spenden können mit dem Betreff „Nachbarn in Not“ an das DRK auf das Konto 414141 der Bank für Sozialwirtschaft Köln, BLZ 370 205 00, überwiesen werden.

Katastrophale Situation in Thüringen

Auch in Thüringen stieg das Hochwasser der Flüsse bedrohlich, ganze Stadtteile liefen voll. Die Behörden lösten für mehrere Orte Katastrophenalarm aus, unter anderem für Gera. Dort wurden in der Nacht Einwohner aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen – allerdings auf freiwilliger Basis, wie eine Sprecherin der Stadt betonte.

Die Kleinstadt Gößnitz wurde hingegen komplett evakuiert, Teile von Greiz standen unter Wasser. Einsatzkräfte brachten Menschen teils mit Booten in Sicherheit. In Serbitz im Altenburger Land brach ein Damm auf einer Länge von 50 Metern. Derweil stieg auch in Greiz der Wasserstand der Weißen Elster auf 4,90 Meter. In der Nacht wurden dort rund 120 Menschen in Sicherheit gebracht.

Im Saale-Orla-Kreis in Thüringen könnte sich die Hochwasserlage in wenigen Stunden dramatisch erhöhen. Ein Krisenstab hat offenbar beschlossen, die Schleusen der Bleilochstalsperre zu öffnen, um Druck von dem Bauwerk zu nehmen. Gleiches gilt für die Talsperre Hohenwarte. Nach Angaben des Betreibers Vattenfall, sei das sogenannte Vollstauziel bereits erreicht. Im Normalfall habe man einen Freiraum für  halbes Jahr zur Verfügung. Aufgrund der extremen Zuflüsse sei dies aber binnen weniger Tage erreicht worden. Der Sprecher betonte im Gespräch mit n-tv.de, dass der Abfluss aus den Talsperren stets so geregelt werden müsse, dass die tiefer gelegenen Regionen schadensfrei blieben. Bei Vattenfall hofft man jetzt, dieses Ziel halten zu können.

Teile Sachsen-Anhalts in höchster Gefahr

In Sachsen-Anhalt schwollen die Flüsse Saale, Unstrut und Weiße Elster weiter an. In Halle wurde ein Pflegeheim evakuiert. In der Stadt, im Saalekreis sowie im Landkreis Mansfeld-Südharz wurde nach Angaben des Innenministeriums wegen steigender Wasserstände der Saale die höchste Hochwasserwarnstufe 4 ausgerufen.

Im Burgenlandkreis rief die Feuerwehr die Bewohner über Twitter zur Mithilfe auf. Auch würden dringend Tauchpumpen benötigt. Die Lage sei extrem kritisch. Ministerpräsident Reiner Haseloff sprach von einer „dramatischen Entwicklung“. „Die Lage sieht vor allem bei Wetterzeube schlimm aus. Hier droht an der Weißen Elster das höchste Hochwasser seit 1924“, so Haseloff. Auch Dessau-Roßlau erwartet extreme Entwicklung, wenn sich die Rekordstände der Mulde an der Elbe zurückstauen.

Schiffsverkehr unterbrochen

In den Hochwassergebieten Baden-Württembergs entspannte sich die Lage inzwischen, wie das Lagezentrum des Innenministeriums mitteilte. Auf weiten Strecken von Rhein, Main und Neckar bleibt der Schiffsverkehr aber weiter eingestellt. Am Mittelrhein werden weitere Überschwemmungen erwartet.

Notstand auch bei den Nachbarn

Auch einige Nachbarländer sind von Wassermassen bedroht. Die Regierung in Prag rief bereits Sonntagabend den Notstand aus. Die Maßnahme in Tschechien gelte in allen Regionen mit Ausnahme der Region Pardubice, sagte Ministerpräsident Petr Necas im Tschechischen Fernsehen. An mehr als 50 Orten Tschechiens gilt die höchste Warnstufe 3. In Polen kam es vor allem im Südwesten des Landes zu Überschwemmungen.

Auch in weiten Teilen Österreichs spitzt sich die Lage zu. Vielerorts wurden Evakuierungen angeordnet. An der Donau droht bei weiter steigenden Pegelständen bis spätestens Dienstag eine Neuauflage des „Jahrhunderthochwassers“ von 2002. Bislang gibt es mindestens einen Toten durch Überflutungen. Zwei weitere von Wassermassen mitgerissene Menschen werden noch vermisst.

http://www.n-tv.de/panorama/Sachsen-gibt-seine-Daemme-auf-article10748571.html

Flut löst Welle der Solidarität aus

Veröffentlicht: Juni 3, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Neben der Flutwelle gibt es auch eine Welle der Solidarität: In Sachsen bieten etliche Menschen den Menschen in Grimma und anderen Hochwassergebieten ihre Hilfe an. Sie bieten Muskelkraft, Unterkünfte und Sachspenden an.

„Wir möchten auch unbedingt helfen, egal wie !!!!“ – So oder so ähnlich lesen sich zahlreiche Beiträge auf der Webseite „Fluthilfe Grimma 2013“, die die Stadtverwaltung erstellt hat. Zahlreiche Menschen bieten hier Schlafmöglichkeiten, tatkräftige Hilfe und Sachspenden an. „Biete Quartier und Hilfe“: Bürger aus dem Umland möchten ganze Familien inklusive Haustier bei sich aufnehmen. „Wir haben ein Baby, Windeln usw. sind daher vorhanden“, heißt es in einem Beitrag.

Das Internet – und besonders die Sozialen Netzwerke – werden zur digitalen Plattform der Solidarität. Bei Facebook wurden zahlreiche Gruppen gegründet, über die sich Betroffene austauschen und Fotos hochladen. Von der Maus bis zum Pferd – die rund 700 Mitglieder der Gruppe „Suche und biete Platz für Hochwassertiere“ bieten Ställe und Käfige für vierbeinige Flutopfer.

Auch bei Twitter ist das Hochwasser Top-Thema. Unter dem Hashtag #hochwasser finden Leser aktuelle Informationen, Fotos und Videos aus den betroffenen Regionen. Zeitweilig gehört auch das Wort „Sandsäcke“ zu den meistverwendeten Begriffen auf dem Kurzmitteilungsdienst. Jugendherbergen, Universitäten, Bahnhöfe – zahlreiche Twitterer verkünden, ob und wie sie trotz des Hochwassers noch zu erreichen sind. Auch Helfer werden dort gesucht, koordiniert oder bieten sich an. Eine offenbar Betroffene aus Gera schrieb Montagmittag: „30 h ohne Schlaf. So langsam schwinden die Kräfte.“

http://www.n-tv.de/panorama/Flut-loest-Welle-der-Solidaritaet-aus-article10753581.html

Land unter in Bayern und Sachsen

Veröffentlicht: Juni 3, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Das Hochwasser hält tausende Menschen im Osten und Süden Deutschlands in Atem, weite Landstriche in Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Bayern sind weiterhin von der Flut bedeckt. In Teilen der vom Hochwasser betroffenen Gebiete entspannt sich zwar die Lage, doch in Regensburg bleibt die Situation kritisch. Auch die Pegelstände vieler Flüsse in Sachsen-Anhalt steigen unaufhörlich an.

Braune Fluten in weiten Teilen Süd- und Ostdeutschlands: Überlaufende Flüsse fluteten ganze Regionen. In Teilen der vom Hochwasser betroffenen Gebiete in Deutschland ist eine leichte Entspannung absehbar, anderswo verschlimmert sich die Lage jedoch. Sachsen-Anhalt steht die größte Hochwasser-Welle noch bevor.

In der besonders stark betroffenen bayerischen Stadt Passau habe die Donau gegen 21.00 ihren Scheitelpunkt bei einem vorläufigen Messwert von 12,89 Metern erreicht, hieß es vom Bayerischen Landesamt für Umwelt. Der Wasserspiegel falle seither um mehrere Zentimeter pro Stunde.

Damit wurde in der Dreiflüsse-Stadt ein neuer Hochwasser-Rekord gemessen: Das Wasser stand 12,80 Meter hoch – das gab es seit mehr als 500 Jahren nicht. Nur aus dem Jahr 1501 ist ein höherer Wert überliefert.

In der Altstadt und anderen Bereichen des Zentrums kletterte das Wasser teilweise bis zum ersten Stockwerk der Häuser. Die Stadtwerke hatten die Trinkwasserversorgung in der Stadt gekappt – denn durch das Flusswasser droht eine Verunreinigung. Der Strom war abgestellt. Auch die Festnetz-Telefone funktionierten nicht mehr.

Ein Sprecher des Krisenstabs sagte, auch der Pegelstand des Inns sei leicht gesunken. „Aber es geht sehr, sehr langsam.“ Und neue Wassermassen kommen aus der Donau auf die Stadt zu. „Es wird dauern“, prognostizierte der Sprecher. Einsatzkräfte errichteten Ausgabestellen für Trinkwasser.

Land unter in Regensburg

In Regensburg verschärfte sich die Lage am Abend weiter. Man erwarte nun einen Pegelstand der Donau von 6,70 Meter, teilte eine Sprecherin der Stadt mit. Ursprünglich war man tagsüber noch davon ausgegangen, der Pegelstand der Donau werde bis Mitternacht auf 6,50 Meter klettern. Es droht nun die Überflutung mehrerer Straßen, die vorsorglich gesperrt wurden.

Die Donau soll ihren Scheitelpunkt am Vormittag erreichen. Mobiler Hochwasserschutz, der auf die Überschwemmungen des Jahres 2002 ausgelegt gewesen sei, habe teilweise aufgegeben werden müssen, hieß es. Zwischen Passau und Regensburg steht demnach zu befürchten, dass Deiche den Wassermassen nicht standhalten könnten.

In einer Schule im Stadtgebiet stand ein Notlager mit 365 Feldbetten zur Verfügung. Das historische Lokal Wurstkuchl an der Steinernen Brücke war kontrolliert geflutet worden, damit das Grundwasser den Boden des Gebäudes nicht hochdrücken konnte.

Aufatmen in Oberbayern

Die Lage in den oberbayerischen Hochwassergebieten beruhigt sich jedoch langsam. Die Pegelstände im Landkreis Rosenheim seien weiter gefallen, die Hilfskräfte rüsteten sich nun für die anstehenden Aufräumarbeiten, sagte ein Sprecher des Landratsamtes Rosenheim.

Bereits im Laufe des Tages hatte sich in den überschwemmten Gebieten eine Entspannung abgezeichnet. „Die Dämme halten, sie sind noch einmal überprüft worden“, so der Sprecher. Die ganze Nacht hindurch seien Pumpen in Betrieb, um das Wasser aus den Häusern zu pumpen. Man müsse sich nun für die Aufräumarbeiten rüsten.

Voraussichtlich kann am Dienstag der Katastrophenalarm für den Landkreis aufgehoben werden. Am Ufer des Flusses Mangfall hatten wegen der Wassermassen knapp 4000 Menschen ihre Häuser verlassen müssen, sie konnten am Montag wieder zurückkehren. Weiterhin wegen Überflutung gesperrt blieb die Autobahn 8 nahe dem Chiemsee.

In den Landkreisen Miesbach und Berchtesgadener Land besserte sich die Lage, nachdem der Regen aufgehört hatte. Auch am Main in Unterfranken zeichnete sich eine Entspannung ab.

Tausende in Sachsen evakuiert

In Sachsen und Thüringen blieb die Situation kritisch. Vom Sächsisches Landesamt für Umwelt hieß es, die höchste Hochwasseralarmstufe vier gelte unter anderem an der Weißen Elster im Raum Leipzig, wo leichte Anstiege zu erwarten seien. An der Mulde im Raum Bad Düben werde hingegen damit gerechnet, dass in der Nacht der Scheitel erreicht werde und ein allmählicher Rückgang einsetze. Ähnlich stelle sich die Situation an der Lausitzer Neiße bei Görlitz dar.

Der Wasserstand der Elbe steige in Sachsen jedoch weiter stark an, was vor allem daran liege, dass viel Wasser aus Tschechien nachkomme, hieß es weiter. In Dresden werde bis Mittwoch mit einem Anstieg des Pegels um weitere 1,50 Meter gerechnet. Der Stand würde damit etwa einen Meter unter dem des Hochwassers im Jahr 2002 liegen. In Thüringen galt vor allem an der Saale weiter die höchste Alarmstufe.

Das Hochwasser in Meißen stieg in der Nacht über die Höhe der Schutzwand. Es sei davon auszugehen, dass die Altstadt überflutet werde, sagte ein Sprecher des Katastrophenstabs. Die Elbe habe hier einen Pegelstand von 7,89 Metern erreicht. Die Schutzwand misst 7,85 Meter.

In Eilenburg nordöstlich von Leipzig wurde die Innenstadt evakuiert, auch in Döbeln stand auf etwa 30 Hektar die komplette Innenstadt unter Wasser. Im Landkreis Leipzig gaben die Einsatzkräfte Dämme auf, um sich auf die Rettung von Menschen zu konzentrieren. 6000 Menschen mussten mussten im Landkreis ihre Wohnungen verlassen.

Im teilweise überfluteten Grimma wurden rund 2000 Menschen in Notunterkünften untergebracht. Dort dürfte der Muldepegel die Marke der sogenannten Jahrhundertflut von 2002 erreichen. Das Wasser steht meterhoch in der Altstadt, die nur noch mit Booten erreichbar ist.

Oberbürgermeister Matthias Berger, sagte im Gespräch mit n-tv.de: „Diesmal wird es sogar noch schlimmer als 2002. Schon jetzt sind Bereiche der Stadt betroffen, die damals verschont blieben.“ Die Altstadt von Grimma war nach der Katastrophe von 2002 über Jahre hinweg wieder komplett neu aufgebaut worden. „Wir gehen davon aus, dass schon in den nächsten Stunden ein Pegelstrand erreicht wird, der über dem Wert von 2002 liegen wird. Und das heißt, dass alles, was in den letzten zehn Jahren aufgebaut wurde mit viel Unterstützung vom Staat und von vielen Bürgern, wahrscheinlich wieder kaputtgemacht wird. Wir rechnen mit einem Schaden von 300 bis 400 Millionen Euro.“ Berger spricht davon, dass die Menschen entsetzt sind über das, was ihnen widerfährt. „Sie sind fertig. Richtig fertig.“

Auch die Pegel der Elbe stiegen rasant an. In Dresden gilt für einige Stadtteile die höchste Alarmstufe vier. Wegen des unaufhörlich steigenden Hochwassers wurde in der Nacht die erste Elbbrücke für den Autoverkehr gesperrt. Die Loschwitzer Brücke, auch „Blaues Wunder“ genannt, darf von Fußgängern und Radfahrern bis zu einem Pegelstand von 8,50 Metern jedoch weiter überquert werden. Kurz vor Mitternacht hatte die Elbe eine einen Pegel von 7,08 Metern erreicht.

„Bilder wie 2002 von einer überschwemmten Dresdner Altstadt wird es aller Voraussicht nach nicht geben“, sagte ein Sprecher des Katastrophenstabs. An der Elbe werde in den kommenden Tagen ein maximaler Pegelstand von neun Metern erwartet. 2002 waren es 9,40 Meter.

Auch Leipzig erwartet den Höhepunkt der Flut in der Nacht, berichtet die „Leipziger Volkszeitung“. Im Landkreis wurden rund 6000 Menschen in Sicherheit gebracht. In Chemnitz wurde der Katastrophenalarm derweil aufgehoben. Auch in Zwickau entspannte sich die Situation.

Entspannung in Thüringen

In den Thüringer Hochwassergebieten entspannte sich die Lage in der Nacht zusehends. Das Lagezentrum des Innenministeriums meldete sinkende Pegelstände im ganzen Land. „Jetzt hoffen wir, dass die Deiche weiter halten“, sagte ein Sprecher. An neun Messstellen galt in der Nacht noch die höchste Alarmstufe drei.

Das Hochwasser hatte Teile Ostthüringens in ein Katastrophengebiet verwandelt. An der Bleilochtalsperre, einer der größten Saaletalsperren, wurde kontrolliert Wasser abgelassen. Ob die Hohenwartetalsperre das ankommende Wasser fassen kann, war zunächst unklar. Auch die Talsperre Pöhl sollte am frühen Dienstag volllaufen. Für die Stadt Gera bestehe aber keine Gefahr, teilte der Katastrophenstab mit.

In Thüringen sind besonders Greiz, Gera und Jena sowie das Altenburger Land und die Region Saalfeld betroffen. In Gera sowie in den Kreisen Greiz und Altenburger Land, wo Katastrophenalarm herrschte, mussten sich mehr als 2000 Menschen in Sicherheit bringen. Der am Wochenende evakuierte Ort Serbitz stand komplett unter Wasser. Rund 12 000 Haushalte in Gera und dem Altenburger Land waren ohne Strom. Massive Probleme meldete auch der Kreis Weimarer Land rund um den Zusammenfluss von Saale und Ilm bei Großheringen und flussaufwärts an der Ilm. In Jena hatte sich die Lage dagegen leicht entspannt. Auch in Greiz und Gera fallen die Pegel.

Saalehochwasser bedroht Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt droht nach offiziellen Einschätzungen ein weitaus schlimmeres Hochwasser als bei der sogenannten Jahrhundertflut 2002. „Wir haben es mit Wassermassen zu tun, die wir noch nie zu bewältigen hatten“, betonte Ministerpräsident Reiner Haseloff. 2002 seien die Überflutungen von der Elbe und Mulde gekommen. Jetzt strömten in kurzer Zeit extreme Wassermassen – von Ost, West, Nord, Süd – auch von der Weißen Elster ins Land. Ein Ende sei nicht absehbar, daher sei mit weiter steigenden Pegelständen zu rechnen. Allerdings sei die Situation mit der Jahrhundertflut 2002 nicht zu vergleichen, da seither Deiche saniert und erneuert worden seien – jedoch nicht überall, da Genehmigungsverfahren zu lange gedauert hätten, räumte Haseloff ein.

An Saale und Weißer Elster wurde zum Teil die Alarmstufe vier ausgelöst. Laut MDR ist bei Magdeburg das Pretziener Wehr geöffnet worden, um die Stadt vor den Elbefluten zu schützen. An den Grenzen zu Thüringen und Sachsen trat die Weiße Elster flächendeckend über die Deiche. Im Süden des Landes mussten Hunderte ihre Wohnungen verlassen.

In Halle stieg das Wasser der Saale und der Weißen Elster Stunde für Stunde bedrohlich an. Die Stadt befürchte das schlimmste Hochwasser seit 70 Jahren. In der Nacht musste der für den Schutz der Plattenbausiedlung Halle-Neustadt wichtige Gimritzer Damm verstärkt werden. 100 000 befüllte Sandsäcke würden dazu aus dem Raum Hannover nach Halle gebracht, teilte die Stadt mit. Auch schwere Technik der Bundeswehr stehe bereit. Die Saale hatte in Halle-Trotha in der Nacht die Marke von 7,50 Metern überschritten. Zur Verstärkung der Einsatzkräfte von Feuerwehr und Bundeswehr würden in den frühen Morgenstunden 200 Feuerwehrleute aus dem Harz erwartet. In der Plattenbausiedlung liefen wegen des hohen Grundwasserspiegels bereits die Keller voll. Die Lage sei „dramatisch“, sagte ein Stadtsprecher.

In Magdeburg sollte am Morgen Katastrophenalarm ausgelöst werden. Ministerpräsident Reiner Haseloff betonte, obwohl einige Pegel so hoch stünden wie noch nie, seien die Deiche nach aktuellen Erkenntnissen sicher.

Merkel besucht betroffene Gebiete

In anderen Bundesländern sah die Situation nicht ganz so dramatisch aus: In Baden-Württemberg entspannte sich die Lage an den Flüssen deutlich. Dort wurde jedoch die Leiche eines vermisstem Hochwasseropfers gefunden, für einen zweiten Vermissten aus dem Kreis Reutlingen bestand laut Polizei kaum noch Hoffnung. In Hessen stiegen die Pegelstände am Main nach Angaben des Hessischen Landesamts für Umwelt und Geologie dagegen weiter.

Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich am Dienstag ein Bild von der Lage in den deutschen Hochwassergebieten machen. „Der Bund wird auch schauen, was wir helfen können, genauso wie die Länder“, sagte die Kanzlerin.

In den Hochwassergebieten blieben vielerorts Schulen geschlossen. Straßen waren gesperrt, es kam zu Verspätungen und Zugausfällen im Bahnverkehr. Viele tausend Helfer sind im Einsatz. Bundeswehrsoldaten helfen beim Befüllen von Sandsäcken und bei der Versorgung der Evakuierten. Außerdem waren 500 Bundespolizisten und rund 2000 THW-Helfer im Einsatz. Das Ausmaß der Hochwasserschäden in Deutschland lässt sich bisher nicht beziffern, sagte Ernst Rauch vom Rückversicherer Munich Re.

Dauerregen und Überschwemmungen haben in Tschechien bislang sechs Menschen das Leben gekostet. Die Hochwasserlage ist weiter kritisch. Landesweit verlassen mehr als 7000 Menschen ihre Häuser. Rund 20 Eisenbahnstrecken und 150 Landstraßen sind gesperrt. Auch in Österreich und in der Schweiz richtete das Hochwasser Verwüstungen an.

Bayern und Bund und EU stellen Hilfe in Aussicht

Die bayerische Staatsregierung plant Medienberichten zufolge ein 150 Millionen Euro schweres Hilfspaket für die betroffenen Regionen. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) sagte am Rande eines Besuchs in Grimma bei n-tv, es sei jetzt „noch zu früh“, im einzelnen Zusagen zu machen. Zunächst gehe es darum, Schäden zu vermeiden.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner sagte den betroffenen Landwirten Hilfe zu: „Wir werden die Landwirte nicht im Regen stehen lassen.“ Auch die EU-Kommission stellte Deutschland finanzielle Hilfe in Aussicht.

Derweil hat auch die EU-Kommission den vom Hochwasser betroffenen Ländern Deutschland, Österreich und Tschechien finanzielle Hilfe angeboten. „Die europäische Familie ist zur Hilfe bereit, soweit sie das gemäß dem Europäischen Solidaritätsfonds tun kann“, teilte der EU-Kommissar für Regionalpolitik, Johannes Hahn, in Brüssel mit. Der Fonds war 2002 nach dem schwerem Hochwasser der Elbe und anderen Flüssen gegründet worden.

WWF: „Nichts aus 2002 gelernt“

Der WWF kritisierte, dass Politik und Behörden offenbar nichts aus dem Hochwasser von 2002 gelernt haben. Der Referent für Hydrologie und Wasserbau, Georg Rast, sagte: „Bisher halten die ertüchtigten Deiche an Elbe und Mulde. Doch genau das könnte etwa für die Elbeanlieger stromab der Saalemündung zu neuen Höchstständen führen.

Die Wassermassen können nicht mehr in die Fläche ausweichen.“ Nach der letzten Elbeflut hätten Bundesregierung und die Länder zwar ein umfassende Hochwasserschutzprogramm initiiert, doch auch über zehn Jahre nach der Flut habe sich das Risiko kaum verringert. „Kein Deich gewährleistet einen hundertprozentigen Schutz“, erklärt Rast. „Sie verringern die Symptome, bekämpfen aber nicht die Ursache.“ Die Elbe und ihre Nebenflüsse seien noch immer in ein gefährliches und unnatürliches Korsett gezwängt.

http://www.n-tv.de/panorama/Land-unter-in-Bayern-und-Sachsen-article10751731.html

Katastrophenalarm

Veröffentlicht: Juni 3, 2013 von fluthelfer in Straubing

 Die Stadt Straubing und der Landkreis Straubing-Bogen haben am Montagabend Katastrophenalarm ausgelöst. Der Hochwasser-Scheitel werden für Dienstagnachmittag erwartet und man rechne mit einem Donau-Pegel von 7,70 Metern. Das sei im Vergleich zu früheren Hochwasserereignissen außergewöhnlich hoch.


http://www.pnp.de/821148

Bürgertelefon in Deggendorf

Veröffentlicht: Juni 3, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

 Für vom Hochwasser betroffene Deggendorfer wurde inzwischen auch ein Bürgertelefon arrangiert. Unter 0991 2960 444 können Bürger rund um die Uhr ihre Anliegen und Sorgen mitteilen. Auch das Bürgertelefon des Landkreises ist unter 0991 3100 111 steht zur Verfügung.

 


http://www.pnp.de/821148

Dezentrale Trinkwasserversorgung

Veröffentlicht: Juni 3, 2013 von fluthelfer in Passau

Für die Passauer Bevölkerung wird eine dezentrale Trinkwasserversorgung eingerichtet. Seit 18 Uhr steht auf dem Messeparkplatz Kohlbruck ein großer Lastzug. Das Trinkwasser wird kostenlos abgegeben, die Bürger müssen Behälter selbst mitbringen. Am Dienstag werden die Tanks an mehreren Stellen vor Ort sein, darunter Hals (Stauseebrücke), Altstadt (Residenzplatz).
Lesen Sie mehr auf:
http://www.pnp.de/821148#1958630190

 

Schwarzes Brett

Veröffentlicht: Juni 3, 2013 von fluthelfer in Bayern

Schwarzes Brett für Hochwasser-Nothelfer: Sie wollen in Not geratenen Menschen helfen? Sie haben ein kostenloses Zimmer in der näheren Umgebung eines Hochwasser-Gebiets in Niederbayern und Oberbayern? Dieses „Schwarze Brett“ der PNP ist als Möglichkeit des Austausches zu nicht-finanzieller Hilfe gedacht. Hier können Sie helfen: http://www.pnp.de/fluthilfe.

 
http://www.pnp.de/821148

30 000 Sandsäcke für Fischerdorf

Veröffentlicht: Juni 3, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

 

30 000 Sandsäcke werden seit dem späten Vormittag in Fischerdorf bei der Isarmündung verbaut − in der Hoffnung, dass der Deggendorfer Stadtteil damit vor dem Hochwasser sicher ist. An dieser Stelle ist der Deich noch nicht saniert. „Wir sind mit unseren Maßnahmen aber sehr rechtzeitig dran“, betonte Landrat Christian Bernreiter bei einem Treffen vor Ort mit den Einsatzkräften von Feuerwehr, THW und BRK sowie Michael Kühberger, Leiter des Wasserwirtschaftsamts.

Im Laufe des Nachmittag werden auch 50 Bundeswehrsoldaten erwartet, die den Feuerwehrlern beim Aufschichten der Sandsäcke helfen. Schwierig gestaltet sich vor allem die Zufahrt zum Isarmündungsgebiet. Noch am Vormittag wurde die Isarstraße gesperrt, damit die schweren Lastwagen ihre Kiesladungen anfahren konnten. Den Einsatzkräften steht ein Rundum-die-Uhr-Einsatz bevor. Die Einsatzleitung hat Stadtbrandmeister Bernd App von der Deggendorfer Feuerwehr. Der Deich wird laut Michael Kühberger um 20 bis 25 Zentimeter erhöht. Für einen besseren Schutz vor den Fluten soll auch ein ein Meter hoher Deichhinterweg sorgen, der auf 500 Meter Länge den bestehenden Deich stabilisieren soll. Als zweite Sicherung wird beim Schöpfwerk Saubach ein Querdamm errichtet. Trotz allem: „Die Fischerdorfer sollen auf den Alarm achten. Bei einem Sirenen-Dauerton ist Vorsicht geboten“, rät Oberbürgermeister Christian Moser.

http://www.pnp.de/821970#1611183436

«Sommerflut» bricht alle Dämme

Veröffentlicht: Juni 3, 2013 von fluthelfer in Bayern, Sachsen, Thüringen

 

Die Lage in den deutschen Hochwassergebieten wird immer dramatischer: Vor allem Süd- und Ostdeutschland versinken in den Fluten. Dabei sollen die Pegel von der Jahrhundertflut vor elf Jahren noch überschritten werden. Auch Nachbarländer leiden massiv unter den Fluten.

In den Hochwassergebieten im Osten und Südosten Deutschlands hat sich die Lage in der Nacht zum Montag weiter zugespitzt. In etlichen Städten und Landkreisen in Bayern, Thüringen und Sachsen gilt Katastrophenalarm. Tausende Menschen wurden bis zum frühen Morgen aus überschwemmten Gebieten in Sicherheit gebracht. Die Bundeswehr sollte im Laufe des Tages zum Einsatz kommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sicherte den am stärksten betroffenen Ländern «volle Unterstützung» zu. Auch im benachbarten Ausland war die Lage kritisch.

Am Inn in Bayern wurden nach Angaben des Hochwassernachrichtendienstes in der Nacht zum Montag vielfach historische Höchstmarken überschritten. «Für die Donau erwarten wir am Mittag den historischen Höchststand von 12,55 Meter», sagte ein Sprecher des Passauer Krisenstabes. Die historische Altstadt und Teile des Zentrums der Dreiflüssestadt sind großflächig überspült. In einigen Häusern wurde aus Sicherheitsgründen der Strom abgestellt.

15.000 Helfer allein in Bayern

Am Montagmorgen werden in Passau rund 150 Bundeswehrsoldaten zur Unterstützung der Einsatzkräfte erwartet. Seit Beginn der angespannten Hochwasserlage am vergangenen Freitag waren nach Angaben des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann (CSU) im gesamten Freistaat etwa 15.000 Helfer im Einsatz.

«Möglicherweise werden wir eine Entwicklung bekommen, die zu einem Hochwasser führen könnte, das bisher noch nie dagewesen ist», hatte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) am Sonntagabend gesagt. Angesichts der dramatischen Situation hat die Staatsregierung einen Krisenstab eingerichtet. An vielen Schulen in Bayern soll der Unterricht am Montag ausfallen.

In Nieder- und Oberbayern spitzte sich die Lage in der Nacht ebenfalls zu. In Kolbermoor bei Rosenheim brach ein Damm. Die Innenstadt von Rosenheim wurde für den Durchgangsverkehr gesperrt. Bis zum Sonntagabend wurde in zehn bayerischen Städten und Landkreisen Katastrophenalarm ausgelöst, darunter Passau und Rosenheim.

Auch Sachsen geht unter

In Sachsen hat das Hochwasser von Weißer Elster, Mulde und Chemnitz bereits zahlreiche Gebiete überschwemmt. Mehrere Landkreise im westlichen Teil des Freistaates riefen Katastrophenalarm aus. Vielerorts sollten Schulen am Montag geschlossen bleiben. Im Landkreis Mittelsachsen fiel bei einigen tausend Einwohnern der Strom aus.

Besonders kritisch war die Lage an der Weißen Elster in der Region Leipzig und an der Zwickauer Mulde. «Es ist davon auszugehen, dass die Pegelstände des Hochwassers von 2002 erreicht und überschritten werden könnten», teilte der Landkreis Nordsachsen. In Eilenburg wurde bereits die Innenstadt evakuiert. Rund 7000 Menschen waren nach Angaben eines Sprechers betroffen. Sie seien in Notquartiere gebracht worden.

In der Altstadt von Grimma (Kreis Leipzig) mussten rund 2500 Bewohner ihre Häuser verlassen. Auch das Zentrum von Döbeln (Mittelsachsen) stand komplett unter Wasser, hier wurden Anwohner etwa in Turnhallen untergebracht. Auch in Chemnitz war die Lage angespannt.

Angesichts steigender Pegelstände rief die sächsische Landesregierung die Bevölkerung zur Vorsicht auf. Anwohner in betroffenen Gebieten sollten Vorkehrungen treffen. Im Laufe des Montags sei mit einer Zuspitzung der Lage zu rechnen.

Evakuierungen in Thüringen

Auch in Thüringen stieg das Hochwasser der Flüsse bedrohlich, ganze Stadtteile liefen voll. Die Behörden hatten für mehrere Orte Katastrophenalarm ausgelöst, unter anderem für Gera. Dort wurden in der Nacht zum Montag Einwohner aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen – allerdings auf freiwilliger Basis, wie eine Sprecherin der Stadt betonte.

Die Kleinstadt Gößnitz wurde am Sonntag hingegen komplett evakuiert, Teile von Greiz standen unter Wasser. Einsatzkräfte brachten Menschen teils mit Booten in Sicherheit. In Serbitz (Altenburger Land) brach ein Damm auf einer Länge von 50 Metern. Derweil stieg auch in Greiz der Wasserstand der Weißen Elster auf 4,90 Meter. In der Nacht wurden dort rund 120 Menschen in Sicherheit gebracht.

In Sachsen-Anhalt schwollen die Flüsse Saale, Unstrut und Weiße Elster weiter an. In Halle wurde ein Pflegeheim evakuiert. In der Stadt, im Saalekreis sowie im Landkreis Mansfeld-Südharz wurde nach Angaben des Innenministeriums wegen steigender Wasserstände der Saale die höchste Hochwasserwarnstufe 4 ausgerufen.

Notstand in Prag

Auch einige Nachbarländer waren von Wassermassen bedroht. Am Abend rief die Regierung in Prag den Notstand aus. Die Maßnahme in Tschechien gelte in allen Regionen mit Ausnahme der Region Pardubice, sagte Ministerpräsident Petr Necas im tschechischen Fernsehen. An mehr als 50 Orten Tschechiens galt die höchste Warnstufe 3. In Polen kam es vor allem im Südwesten des Landes zu Überschwemmungen.

Auch in weiten Teilen Österreichs spitzte sich die Lage zu. Vielerorts wurden Evakuierungen angeordnet. An der Donau drohte bei weiter steigenden Pegelständen bis spätestens Dienstag eine Neuauflage des «Jahrhunderthochwassers» von 2002. Bislang gab es mindestens einen Toten durch Überflutungen. Zwei weitere von Wassermassen mitgerissene Menschen wurden bis zum späten Sonntagabend noch vermisst.

 

http://www.news.de

Zur Jahrtausendflut angestiegen

Veröffentlicht: Juni 3, 2013 von fluthelfer in Passau

 

Zerborstene Schaufenster, metertiefe Teiche und eine Entwarnung ist noch lange nicht in Sicht: In den Hochwassergebieten in Bayern, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt bangen die Bürger um ihre Existenz. In Passau wurde der Rekordpegel von 1964 geknackt.

Die Jahrhundertflut von 2002 wird zurückgedrängt. Im bayerischen Passau wurde am Montag ein neuer Hochwasser-Rekord gemessen. Das dramatische Hochwasser hat weite Teile Süd- und Ostdeutschlands in Katastrophenregionen verwandelt. In etlichen Städten und Landkreisen in Bayern, Thüringen und Sachsen galt Alarmzustand.

Große Helferschar im Einsatz

Zehntausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums waren in den Überflutungsgebieten insgesamt 1800 Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) im Einsatz, außerdem halfen 500 Bundespolizisten. Zudem wurden 1760 Soldaten mobilisiert.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) sicherte den Betroffenen am Montag Hilfe zu. «Die Bevölkerung kann sich darauf verlassen, dass wir alles tun, ihr die Schäden zu erleichtern», sagte er in Chemnitz bei einem Besuch von sächsischen Hochwassergebieten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wollte an diesem Dienstag in die betroffenen Gebiete reisen.

Das Hochwasser machte auch Straßen und Autobahnen unbefahrbar. Zudem war der Bahnverkehr beeinträchtigt. Insbesondere in Süd- und Niederbayern seien einige Strecken unterbrochen, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Die Hochwasserlage hatte sich am Wochenende extrem verschlimmert. Einen Lichtblick gibt es: Der Deutsche Wetterdienst hob am Montag seine Unwetterwarnung für weite Teile Sachsens auf. Bis zum Abend könne es aber noch leichten Regen geben.

Die deutschen Hochwassergebiete im Überblick

 

Bayern: An der Donau in Passau wurde am Montag ein neuer Hochwasser-Rekord gemessen: Das Wasser überschritt die Marke von 12,66 Metern aus dem Jahr 1954. Die Passauer Altstadt und andere Teile des Zentrums der Dreiflüssestadt sind überflutet. In der Altstadt musste zum Teil der Strom abgestellt werden, jetzt drohen Probleme bei der Trinkwasserversorgung. 150 Soldaten wurden als Helfer in die Stadt abkommandiert.

Auch in Rosenheim ist die Lage nach wie vor dramatisch: Nach einem Dammbruch des Auerbaches mussten rund 170 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Außerdem drohte ein weiterer Damm in Kolbermoor bei Rosenheim zu brechen. Am Main in Unterfranken zeichnete sich dagegen eine Entspannung ab.

Sachsen: In sieben Landkreisen und den drei Städten Dresden, Chemnitz und Zwickau galt am Montag Katastrophenalarm. Tausende Menschen mussten ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Einige Hausbesitzer verweigerten die Evakuierung – zum Ärger von Landesinnenminister Markus Ulbig (CDU): «Das, was wir hier machen, ist kein Spaß.» In Dresden wurde ein Pegelstand von bis zu 9 Metern erwartet – fast so viel wie bei der Jahrhundertflut im August 2002 (9,40 Meter).

In Grimma stand das Wasser der Mulde meterhoch in der Altstadt, die nur noch mit Schlauchbooten befahrbar ist. Dort ging man davon aus, dass die Hochwassermarke von 2002 erreicht wird. Auch an der Weißen Elster und den Mulden im Landkreis Leipzig hatte sich die Lage verschärft. «Die Evakuierungen werden ausgeweitet», sagte eine Sprecherin des Krisenstabes in Grimma. Rund 6000 Menschen sollen im Landkreis betroffen sein. Die Hochwasserkatastrophe ähnele der Jahrhundertflut in Sachsen von 2002, sagte Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU). «Wir haben eine sehr, sehr prekäre Situation, die durchaus mit der von 2002 vergleichbar ist.»

Thüringen: In Gera sowie den Kreisen Greiz und Altenburger Land, wo Katastrophenalarm herrschte, mussten sich bisher mehr als 2000 Menschen in Sicherheit bringen. Der bereits am Wochenende evakuierte Ort Serbitz stand komplett unter Wasser. In Gera befürchtete die Stadtverwaltung das Bersten einer Hochwasserschutzmauer, die nur noch 30 Zentimeter aus dem Wasser ragte. Massive Probleme meldete der Kreis Weimarer Land rund um den Zusammenfluss von Saale und Ilm bei Großheringen und flussaufwärts an der Ilm. In Jena hat sich am Montag die Hochwassersituation an der Saale dagegen leicht entspannt. In Thüringen unterstützten Soldaten seit Sonntagabend die Einsatzkräfte.

Sachsen-Anhalt: Der Burgenlandkreis und der Landkreis Anhalt-Bitterfeld riefen den Katastrophenalarm aus. An den Grenzen zu Thüringen und Sachsen trat die Weiße Elster flächendeckend über die Deiche. Im Süden des Landes mussten Hunderte ihre Wohnungen verlassen. Es werde mit weiteren Evakuierungen gerechnet, sagte der Leiter des Krisenstabes im Burgenlandkreis, Dieter Engelhardt, der Nachrichtenagentur dpa. In Halle wurde ein Pflegeheim geräumt. Straßen und Häuser wurden überflutet, teils musste der Strom abgeschaltet werden.

Die ersten Todesopfer in Deutschland

In anderen Bundesländern blieben die Folgen weniger dramatisch: Nordrhein-Westfalen etwa blieb vom Hochwasser weitgehend verschont. In Hessen stiegen die Pegelstände am Main nach Angaben des Hessischen Landesamts für Umwelt und Geologie jedoch weiter. In Mainz wurde am Montagmorgen ein Rhein-Pegelstand von 6,64 Metern gemessen, bis Dienstag rechnet das rheinland-pfälzische Umweltministerium mit einem Anstieg auf etwa 7,20 Meter. Das wäre dort der höchste gemessene Wert seit 1988. In Baden-Württemberg entspannte sich indessen die Lage an den Flüssen. Für die beiden Vermissten aus dem Kreis Reutlingen besteht laut Polizei kaum noch Hoffnung.

 

http://www.news.de

Katastrophenalarm auch im Landkreis Deggendorf

Veröffentlicht: Juni 3, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

 


Am Montagvormittag hat auch Landrat Christian Bernreiter Katastrophenalarm für den Landkreis Deggendorf ausgelöst. Die Lage spitzt sich zu: Mittlerweile wird ein Pegelstand für die Donau von 7,70 Meter vorhergesagt, auch das Erreichen der Acht-Meter-Marke wird nicht mehr ausgeschlossen. Mit 7,45 Meter wurden bislang die höchsten Pegelstände 1999 und 2005 gemessen. Beim Jahrhundert-Hochwasser 1954 − vor der Neufestsetzung des Pegelnullpunkts − lag er bei 7,48 Meter.

Im Katastrophenfall können auch überörtliche Hilfskräfte angefordert werden. Bundeswehrsoldaten sollen helfen, die Deiche in Fischerdorf und im Isarmündungsgebiet zu erhöhen. Angedacht ist auch, ein Querschott zu bauen, um den Deggendorfer Stadtteil zusätzlich zu schützen.

Den Fluten nicht mehr standgehalten hat der technische Hochwasserschutz im Deggendorfer Hafengelände. Das Areal vor den ständigen Hochwasserschutzanlagen steht mittlerweile komplett unter Wasser

http://www.pnp.de

 

Merkel und Seehofer kommen am Dienstag nach Passau

Veröffentlicht: Juni 3, 2013 von fluthelfer in Passau

 

 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will am Dienstag in die vom Hochwasser betroffenen Gebiete reisen. Die Kanzlerin wolle sich selbst ein Bild von der Lage machen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Nach Informationen der PNP wird die 58-Jährige auch im Hochwasserbrennpunkt Passau erwartet. Auch Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) wird am Dienstag in die Dreiflüssestadt kommen – „in engster Abstimmung“ mit den Hilfskräften vor Ort, „um das Einsatzgeschehen nicht zu stören“, wie es hieß. Am Montagnachmittag wird Seehofer sich einen Überblick über die Hochwasserlage in Rosenheim und wohl auch in Regensburg verschaffen. Merkel und Seehofer werden bereits gegen 9 Uhr in der Region erwartet. Eintreffen werden sie nach derzeitigen Erkenntnissen zuerst in Fürstenzell.

Für Mittwoch ist eine Sitzung des bayerischen Kabinetts in München anberaumt, bei dem über die konkrete finanzielle Hilfe für die vom Hochwasser heimgesuchten Regionen beraten und beschlossen wird. Beobachter rechnen mit einem viele Millionen Euro schweren Hilfspaket alleine vom Freistaat, hinzu könnten Hilfen aus Berlin und von der EU kommen.Weitere Berichte zur aktuellen Hochwasserlage: http://www.pnp.de/hochwasser.

150 Millionen Euro Soforthilfe für Hochwasseropfer in Bayern

Die bayerische Staatsregierung plant ein 150 Millionen Euro schweres Hilfspaket für die vom Hochwasser betroffenen Regionen in Bayern. In dem Paket, das zur Soforthilfe für Betroffene gedacht ist, wird auch Geld vom Bund enthalten sein, erfuhr die PNP (Dienstagsausgabe). Darauf habe sich der Krisenstab, der am montagmittag tagte, verständigt, hieß es.

Die Verteilung und Verwaltung der Gelder des Härtefonds ist beim Finanzministerium angesiedelt. Es geht darum, gewerblichen wie privaten Betroffenen, die durch das Hochwasser in ihrer Existenz gefährdet sind, zu helfen.

Finanzminister Markus Söder (CSU) hatte bereits am Wochenende angekündigt, dass Betroffene mit steuerlichen Erleichterungen wie zum Beispiel Stundungen, Anpassung von Steuervorauszahlungen sowie Steuerabschreibungen sowie mit direkten Finanzhilfen für Unwetteropfer, die in ihrer Existenz gefährdet sind, rechnen könnten.

http://www.pnp.de/821870#1842650542

Wie sind Sie vom Hochwasser betroffen?

Veröffentlicht: Juni 3, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen

 

Die Flusspegel erreichen Höchststände. Viele Gemeinden in Bayern leiden unter dem Hochwasser. Und das Tagesgespräch hat gefragt: Wie ist die Lage bei Ihnen vor der Haustür?

Das Wasser steigt und steigt – in vielen Orten an bayerischen Flüssen herrscht der Ausnahmezustand. Wie ist die Situation bei Ihnen in der Gemeinde – zum Beispiel in Passau, in Deggendorf oder Rosenheim? Das wollte das Tagesgespräch am Montag nach dem Hochwasser-Wochenende wissen.

Die Anruferinnen und Anrufer erzählten in der Sendung auf Bayern 2 und in BR-alpha, wie Sie vom Hochwasser betroffen sind.

Die zentralen Fragen: Haben sich die Behörden bisher ausreichend um den Hochwasserschutz gekümmert? Oder gab es Versäumnisse? Mussten Sie schon in der Vergangenheit häufig mit vollgelaufenen Kellern oder gar Wohnzimmern leben? Konnten Sie ohne Probleme alle Schäden beseitigen – oder gab es Ärger mit der Versicherung?

Die Moderatorin der Sendung war Stephanie Heinzeller. In einer Zuschaltung meldete sich Claus Kumutat zu Wort, der Leiter des Bayerischen Landesamtes für Umwelt. Seine Behörde veröffentlicht hier im Internet die aktuellen Hochwasserwarnungen.

„Die Menschen müssen 48 bis 72 Stunden damit rechnen, dass sie noch nicht in den Innenstadt-Bereich reinkönnen.“

Claus Kumutat über die Lage in Passau

Außerdem hat das Tagesgespräch zwei weitere Behördenvertreter ans Telefon geholt. Josef Neiderhell ist Landrat im Landkreis Rosenheim, wo man unter anderem mit dem Hochwasser der Mangfall zu kämpfen hat. Die Lage dort hat sich etwas entspannt, am Dienstag soll beispielsweise an den Schulen wieder der Alltag beginnen, erzählte Landrat Neiderhell im Tagesgespräch.

Josef Feuchtgruber ist der stellvertretende Leiter des Wasserwirtschaftsamtes in Deggendorf, das für mehrere Landkreise an der Donau zuständig ist. Das Hochwasser dort ist laut seinen Schilderungen deutlich höher als 2002 oder 1954, den Jahren mit den höchsten bisherigen Pegelständen.

Bilder zum Thema

Quelle: br.de

 

 

Die unheimliche Macht – Passau im Hochwasser

Veröffentlicht: Juni 3, 2013 von fluthelfer in Passau

Passau, die leidgewohnte Drei-Flüsse-Stadt, gerät diesmal an ihre Grenzen. Ein Pegel von 12,20 Metern markiert eine neue Dimension der gewohnten Flut. Die Betroffenen erzählen vom Durchhalten und Zusammenstehen, aber auch von Wut und Traurigkeit.

http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/vor-ort-die-reportage/viedo-hochwasser-100.html

Wasser ist Leben – und manchmal Zerstörung und Tod. Das Hochwasser konfrontiert die Deutschen wieder einmal mit der unheimlichen Macht des kühlen Nass‘.

Eine neue Dimension

Passau, die leidgewohnte Drei-Flüsse-Stadt, gerät diesmal an ihre Grenzen. Ein Pegel von 12,20 Metern markiert eine neue Dimension der immer wiederkehrenden, lästigen Flut

Bildergalerie

Durchhalten und Zusammenstehen

Das Reportage-Team des BR hat versucht, in den allgemeinen Bildern von den unaufhaltsamen Wassermassen die persönlichen Geschichten von Betroffenen zu entdecken, und erzählt vom Durchhalten und Zusammenstehen, aber auch von Wut und Traurigkeit.

Reporter/in: Tom Fleckenstein, Katrin Focke
Redaktion: Corinna Spies

Quelle: br.de

Gefangene der JVA Torgau leisten Hochwasserhilfe

Veröffentlicht: Juni 3, 2013 von Generaldirektor in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Hochwasser 2013

Elbehochwasser in der Region Torgau

Gefangene der JVA Torgau leisten Hochwasserhilfe

Gefangene der JVA Torgau leisten Hochwasserhilfe
(© Torgauer Zeitung)

Hilfe im Hochwasserfall kommt wie 2002 auch diesmal aus der Justizvollzugsanstalt Torgau. Bereits am Montag, 3. Juni 2013, wurde gegenüber der Stadt- und Landkreisverwaltung die (alt)bewährte Unterstützung angeboten.

Seit dem Morgen des 4. Juni 2013 befüllen nun Gefangene im Innenhof der JVA unter Beaufsichtigung und Anleitung Bediensteter hunderte Sandsäcke. Zum Großteil meldeten sich die eingesetzten Gefangenen freiwillig für diese Aufgabe.

Zudem werden der Stadtverwaltung Warmhaltebehältnisse für die Verpflegung von Fluthelfern zur Verfügung gestellt.

Am Dienstag wurde durch einige Gefangene des Freigängerhauses sowie einen Bediensteten die teilweise Beräumung des Torgauer Gerichtsgebäudes unterstützt.

Das Lehr- und Versuchsgut Köllitsch stellte auf Anfrage auf dem Gelände der JVA Torgau einige Landmaschinen sicher und verlagerte einen Teil des Kleinviehbestandes vorübergehend zur Liegenschaft der JVA Torgau.

Ein großes Dankeschön gilt allen, die durch ihre Unterstützung dazu beigetragen haben, das Ausmaß des Hochwasser zu begrenzen und dessen Folgen zu beseitigen.

http://www.justiz.sachsen.de/jvato/content/782.htm

Gefangene befüllen Sandsäcke in der JVA Torgau

Aktion Sandsäcke

Unter Kontrolle ist die Lage in Wünschendorf. Wir haben es den Umständen entsprechend im Griff, sagte Montagnachmittag Bürgermeister Jens Auer (parteilos).

Dabei war auch hier am späten Sonntagabend das eingetreten, was die mehreren Hundert Helfer eigentlich verhindern wollten: Weite Teile des Unterdorfs stehen unter Wasser.

Evakuiert wurden die Wohngebiete rund um die Taunussteiner und die Weidaer Straße. Auch Meilitz ist mittlerweile menschenleer. Hier hatten sich aber in der Nacht zu Montag noch dramatische Szenen abgespielt. Zunächst hatte die Feuerwehr die Menschen aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Einige, vor allem ältere Leute blieben. Unter Einsatz ihres Lebens hätten Feuerwehrleute die vom Wasser Eingeschlossenen in der Nacht doch noch aus ihren Häusern geholt

Die Grundschule ist als Sammelpunkt für die Evakuierten eingerichtet worden. Wer nicht bei Verwandten oder Bekannten unterkommt, kann in der Pension Müller übernachten. Ein Notquartier ist auch im Berufsförderungswerk in Seelingstädt eingerichtet worden. Das Betonwerk Seelingstädt hat Sand zur Verfügung gestellt, befüllt werden die Säcke am Dolomitwerk. Weitere 15 000 Sandsäcke hat die Gemeinde bei der zentralen Leitstelle geordert. Fällt der Pegel weiter, soll ein Leck am Damm nahe der Schulze-Mühle geschlossen werden.

Die historische Holzbrücke ist leicht beschädigt worden. Sie ist jetzt mit Maschendrahtzaun zugenagelt worden. Wie Bürgermeister Auer weiterhin mitteilte, wurden mit Hilfe der Polizei Schaulustige vom Hochwassergebiet zurückgedrängt. „Familien mit kleinen Kindern das ist wirklich verantwortungslos“, sagte Auer.

Bundesstraßen zeitweise gesperrt

Weida/Frießnitz“Weida war immer zu erreichen“, räumt Steffen Hohmann mit einem Gerücht auf, das gestern im Tagesverlauf kursierte. Auch wenn, wie der stellvertretende Stadtbrandmeister der Osterburgstadt einräumte, die B92 am Oschütztalviadukt einen Großteil des Tages gesperrt war. Auch die Verbindungsstraße nach Schömberg sei teils nicht befahrbar gewesen, so Hohmann.

Dennoch war die Lage in der Stadt verhältnismäßig entspannt. In die Altstadt habe sich stellenweise das Grundwasser seinen Weg an die Oberfläche gebahnt, so der Feuerwehrmann. Am Steg am Wasser habe man mit vereinten Kräften und vielen Sandsäcken das Wasser im Zaum gehalten.

Sorgen bereitet den Einsatzkräften ein aufgeschwommener und umgekippter Heizöltank, wie Hohmann sagt. Man habe sich mit dem Landratsamt in Verbindung gesetzt, das nun prüfen solle, ob der Tank mit einem Spezialfahrzeug abgepumpt werden muss.

50 Caaschwitzer werden evakuiert

Caaschwitz. Bis Montag 16 Uhr wurden in Caaschwitz die Elsterstraße, die Obergasse, die Gartenstraße und teilweise die Häuser am Dorfplatz geräumt. Insgesamt 50 Personen begleiteten THW-Kräfte und Feuerwehrleute aus ihren Häusern. Manche verließen sie auch dann nicht, obwohl Bürgermeister Dieter Dröse (parteilos) „fünf- sechsmal gebettelt“ habe, wie er sagte. Seit gestern früh um 4 Uhr war der Strom im Dorf komplett abgeschaltet. Hartmannsdorfer boten Privatunterkünfte an. Familien boten ihren Angehörigen Unterschlupf. Das Jugendhilfezentrum „Geschwister Scholl“ in Bad Köstritz und ebenso die dortige Feuerwehrschule sind Notquartiere.

Harth-Pöllnitz „Glimpflich davongekommen“

Harth-Pöllnitz. „Die Feuerwehr-Leute haben in den letzten Stunden Großes geleistet“, sagt Bernhard Waldert, Bürgermeister von Harth-Pöllnitz. Auch wenn diese hauptsächlich in anderen Krisenregionen, wie Berga zum Einsatz kamen. Seine Gemeinde sei „vergleichsweise glimpflich davongekommen“, so Waldert, der dennoch von gesperrten Straßen in Niederpöllnitz und nach Köfeln berichten muss. „Es gibt Grundstücke, die jedes Mal von Hochwasser betroffen sind, so auch dieses Mal“, sagt Waldert. Die Straße nach Rohna sei nur einseitig befahrbar gewesen. Probleme bereite der Oschützbach, und zwar da, wo er verrohrt sei.

Bach in Schöna läuft über

Münchenbernsdorf. Die Stadt Münchenbernsdorf sei „mit einem blauen Auge“ davongekommen, sagte gestern auf Nachfrage Bürgermeister Jörg Reinhardt . Als Schwerpunkte nannte er die Straße in Schöna, wo Wasser über die Ufer getreten sei und den Sommerbadteich, der kurz vor dem Überlaufen gestanden habe.

Quelle: otz.de

Das Hochwasser in Bayern

Veröffentlicht: Juni 3, 2013 von fluthelfer in Bayern

Knapp 15 Minuten alle wichtigen Infos rund um das Hochwasser in Bayern: Die Lage in Passau und dem Rest des Freistaats, die aktuelle Wetterlage und die politischen Konsequenzen. Das B5 extra hier zum Nachhören:

http://www.br.de/nachrichten/b5-extra-hochwasser-100.html

Quelle: br.de

Versicherungen – Wer zahlt bei Hochwasser?

Veröffentlicht: Juni 3, 2013 von fluthelfer in Deutsche Fluthilfe

Ob bei Gebäude- oder Hausratsversicherungen: Bei Hochwasserschäden stellt sich die Frage, ob auch Elementarschäden zusätzlich abgedeckt sind. Gabriel Wirth erklärt, welche Versicherung wann und was zahlt:

http://www.br.de/nachrichten/wer-zahlt-bei-hochwasser-100.html

Quelle: br.de

Land unter – Hochwasser in Franken

Veröffentlicht: Juni 3, 2013 von fluthelfer in Bayern

Der anhaltende Regen sorgte am Wochenende (1./2. Juni 2013) vielerorts für „Land unter“ bei uns in Franken. An einem Tag kam soviel Wasser von oben wie sonst in einem ganzen Monat. Eine Bilanz aus Franken.

http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/frankenschau/hochwasser-franken-100.html

Quelle: br.de

Ökosysteme – Tiere im Hochwasser

Veröffentlicht: Juni 3, 2013 von fluthelfer in Tier Fluthilfe

Man könnte meinen, Tiere und Pflanzen unter und über Wasser seien den Naturgewalten hilflos ausgeliefert. Doch viele von ihnen haben Strategien entwickelt, Hochwassern zu trotzen – oder sogar von ihnen zu profitieren.

http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/unkraut/tiere-hochwasser-ueberschwemmung-106.html

Quelle: br.de

Passau im Hochwasser

Veröffentlicht: Juni 3, 2013 von fluthelfer in Passau

Passau, die leidgewohnte Drei-Flüsse-Stadt, gerät diesmal an ihre Grenzen. Ein Pegel von 12,20 Metern markiert eine neue Dimension der gewohnten Flut. Die Betroffenen erzählen vom Durchhalten und Zusammenstehen, aber auch von Wut und Traurigkeit.

http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/vor-ort-die-reportage/viedo-hochwasser-100.html

Quelle: br.de

Hochwasser auch in Ostdeutschland

Veröffentlicht: Juni 3, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Auch andere Teile Deutschlands kämpfen gegen die Fluten: auch in Sachsen. Dort machte sich Bundesinnenminister Friedrich ein Bild von der Hochwasser-Lage – und auch vom Einsatz der Bundespolizei, die dort mit anpackt. Roderik Wickert, BR

http://www.br.de/nachrichten/unwetter-hochwasser-deutschland-100.html

Quelle: br.de