Archiv für Juni, 2013

Auf ihrem Landesparteitag am Sonnabend in Halle haben die Grünen der Landesregierung von Sachsen-Anhalt schwerwiegende Versäumnisse beim Hochwasserschutz vorgeworfen. Die Landesvorsitzende Cornelia Lüddemann sagte, technischer Hochwasserschutz sei zwar wichtig. Aber um den Menschen in der Region wirklich zu helfen, sei ökologischer Hochwasserschutz unabdingbar.

Lüddemann: Flüsse brauchen mehr Raum

Dazu gehört aus ihrer Sicht auch die Rückverlegung von Deichen. Der Fluss brauche mehr Raum. Dies müsse gemeinsam mit Bewohnern und Landwirten besprochen werden. Diese sei in Sachsen-Anhalt nicht ernsthaft genug angegangen worden. Lüddemann führte weiter aus, es sei nun mehr als unredlich, der Bürgerbeteiligung die Schuld zu geben, wenn Hochwasserschutzmaßnahmen nicht umgesetzt werden konnten. Hintergrund ist die Diskussion um Genehmigungen.

Die 57 Delegierten verabschiedeten eine Resolution, in der sie besseren Hochwasserschutz für das Land forderten. Nicht einmal zwölf Prozent der ausgewiesenen Überschwemmungsgebiete seien erschlossen worden, obwohl diese die Pegelstände der Elbe um bis zu 40 Zentimeter hätten senken können, hieß es. Daneben forderten die Grünen, die Flächenversiegelung zu stoppen und Flussauen zu renaturieren.

Künast verteidigt höheren Steuersatz für Reiche

Die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Renate Künast, verteidigte auf dem Landesparteitag die umstrittenen Steuerpläne ihrer Fraktion im Falle eines Erfolges bei der Bundestagswahl. „Zehn Prozent der Bevölkerung, die Vermögen haben, müssen einen höheren Betrag leisten, 90 Prozent werden entlastet. Da stehe ich zu“, sagte sie in Halle. Länder und Kommunen müssten in die Lage versetzt werden, ihre Aufgaben etwa im Bereich der Bildung zu erfüllen. Die Grünen wollen den Spitzensteuersatz ab 80.000 Euro Jahreseinkommen auf 49 Prozent anheben. Daneben wollen sie überdurchschnittliche Einkommen und Vermögen höher besteuern. Gleichzeitig wollen sie zehn Milliarden Euro zusätzlich für Hochschulen, Ganztagsschulen und Kitas zur Verfügung stellen und jährlich zehn Milliarden an Staatsschulden zurückzahlen. Künast warf der schwarz-gelben Koalition Klientelpolitik vor. Diese habe Vermögenden ungerechtfertigte Steuergeschenke gemacht.

Einstimmung auf Bundestagswahlkampf

Im Hinblick auf die Bundestagswahl sah Künast die Grünen auch in den ostdeutschen Ländern gut aufgestellt. Die Partei sei in allen Landtagen vertreten und wolle vor allen bei den Themen Energiewende und Bildung punkten. Als Ziel für die Wahl gab sie sechs Millionen Stimmen bundesweit aus. „Wir haben die Chance, dass es reicht“, sagte Künast mit Blick auf einen möglichen Regierungswechsel in Berlin.

Die Spitzenkandidatin der Grünen in Sachsen-Anhalt, Steffi Lemke, hatte zu Beginn des Parteitages ein Ziel von 100.000 Stimmen vorgegeben, die von ihrer Partei im Land gewonnen werden sollen. Die Grünen waren 2011 nach 13 Jahren wieder mit 7,1 Prozent in den Landtag eingezogen. Die Partei hat nach eigenen Angaben im Land derzeit 735 Mitglieder.

Quelle: mdr.de

Lieber Wasserbüffel als Kamele

Veröffentlicht: Juni 30, 2013 von fluthelfer in Brandenburg

Angesichts ihrer seit Wochen überfluteten Wiesen und Äcker bleibt manchen Bauern in Brandenburg nur Sarkasmus: „Die haben uns erzählt, dass hier alles versteppt – in Wahrheit können wir uns bald Wasserbüffel kaufen und Reis anbauen“, sagt ein Landwirt in Plessa im Elbe-Elster-Kreis. Tatsächlich ist seit den extremen Regenfällen im Jahr 2010 auch das Grundwasser in Brandenburg gestiegen. Nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch viele Betriebe und Privatpersonen leiden darunter, weil ihre Keller immer wieder unter Wasser stehen. Doch die aktuelle Entwicklung ist trügerisch und könnte zu falschen Schlussfolgerungen verleiten, sagt der Präsident des brandenburgischen Landesumweltamts, Matthias Freude.

Denn in den drei Jahrzehnten zuvor ist das Grundwasser in Brandenburg durchschnittlich um drei Meter abgesunken – mehr als in allen anderen Teilen Deutschlands. Grund ist laut Freude der Klimawandel, der das am östlichsten gelegene Bundesland am härtesten trifft. Weil es weniger regnete und wegen des Temperaturanstiegs mehr verdunstete, sind sogar viele Seen in der Schorfheide ausgetrocknet. Die extremen Niederschläge und Hochwasser von 2010 haben diese Situation umgekehrt, das Grundwasser stieg wieder, vor allem in denFlussniederungen von Havel, Dahme oder Müggelspree war das zu spüren. Eine besondere Situation gibt es im Süden des Landes, wo das Grundwasser wegen der Braunkohletagebaue seit etwa 1920 jahrzehnte- lang um bis zu 70 Meter abgesenkt wurde. Nach Schließung vieler Tagebaue seit 1990 steigt es wieder und bereitet jenen Probleme, die beim Bau ihrer Häuser nicht damit gerechnet hatten. Für sie ist auch kein Trost, wenn Experten davon ausgehen, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Trockenheit nach Brandenburg zurückkehrt. Also doch lieber Kamele statt Wasserbüffel. Sandra Dassler

Quelle: tagesspiegel.de

Die Elbe braucht mehr Platz

Veröffentlicht: Juni 30, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

„Ilse“ war’s. Das Tiefdruckgebiet sorgte von Ende Juli bis August 2002 für enorme Niederschläge im Osten Deutschlands. Die Elbe stieg über die Ufer und überflutete viele Landstreifen, besonders in Sachsen und Sachsen-Anhalt. Es entstanden Schäden von mehr als elf Milliarden Euro. Nach Angaben des Rückversicherers Münchener Re war das Elbehochwasser die teuerste Naturkatastrophe Deutschlands.

„Gefährliches Korsett“

Nach der Elbeflut initiierten die Bundesregierung und die Regierungen der Länder umfassende Hochwasserschutzprogramme. Die Hochwasservorhersage und -warnung wurden verbessert und Karten der Gefährdungsgebiete veröffentlicht. Vor allem aber wurden Deiche erhöht und verstärkt. Das Problem: „Kein Deich gewährleistet einen hundertprozentigen Schutz,“ erklärt der WWF-Hochwasserexperte Georg Rast. Sie verringern die Symptome, bekämpfen aber nicht die Ursache. Zehn Jahre nach der Katastrophe hat sich das Risiko kaum verringert. „Die Elbe ist noch immer in ein gefährliches und unnatürliches Korsett gezwängt“, warnt Rast.

 Die Wahrscheinlichkeit einer Überflutung kann man nur senken, indem man dem Fluss mehr Raum gibt und die Deiche ins Landesinnere verlegt. Die Wassermassen müssen abfließen können, damit sie keine Schäden verursachen. Laut einer Studie des WWF wurden in den vergangenen 150 Jahren fast 80 Prozent der ursprünglichen Überflutungsflächen der Elbe landwirtschaftlichen Flächen, Siedlungen und der öffentlichen Infrastruktur geopfert.

Der WWF fördert den Rückbau der Deiche

Der WWF fordert deswegen einen stärkeren Rückbau der Elbauen. Die bisher geplanten und durchgeführten Deichrückbau-Projekte umfassen bisher gerade einmal ein Prozent der früheren Auengebiete. Das ist viel zu wenig, sagt Rast. Der WWF unterstützt den Rückbau früherer Überflutungsgebiete. In der Nähe von Dessau in Sachsen-Anhalt wird der Deich auf sieben Kilometern Länge zurückverlegt. Dadurch entstehen rund 600 Hektar zusätzliche Überflutungsfläche und Auwälder. Das ist das größte Projekt dieser Art in Deutschland. Daneben gibt es noch ein Projekt in der Nähe von Lenzen in Brandenburg, unterstützt vom WWF. Zwei weitere, mit einer Fläche von mehreren hundert Hektar, sind in Planung.

Eine Rückverlegung der Deiche braucht jedoch um die zehn Jahre, während man einen Deich in ein bis drei Jahren hochzieht. Manche Projekte brauchen Jahrzehnte, bis sie abgeschlossen sind. Dadurch wird mancher Rückbau zwar geplant, aber nicht verwirklicht. Mancherorts gibt es Widerstand gegen den Rückbau, dass man bestimmte Gebiete nicht zurückbauen könne, da sich dort Straßen, Häuser und sogar Städte befinden. Diese sind beim nächsten Hochwasser zwar gefährdet, doch kann man die Menschen deswegen zwingen, wegzuziehen? Für den WWF-Hochwasserexperten Rast sind diese Gründe vorgeschoben. „Wegen des Rückbaus müssen keine Umsiedlungen stattfinden. Diese Regionen haben wir schon rausgerechnet.“

Renaturierung lohnt sich

Laut Rast ist es wichtig, einen Kompromiss mit den unterschiedlichen Interessengruppen zu finden, ökonomisch und ökologisch tragfähige Bau- und Bewirtschaftungskonzepte zu erarbeiten. Auch müsse man die Landwirtschaft stärker ins Boot holen. Den Landwirten könnte man bestimmte Flächen abkaufen – damit neue Rückbaugebiete entstehen können. Wenn Schäden entstehen, müssen die Bauern sowieso entschädigt werden. Nach Schätzungen des WWF benötigt man nur circa zehn Prozent der Gelder, die zur Beseitigung von Hochwasserschäden aufgebracht werden müssen, um durch Flächenkauf und Renaturierungsmaßnahmen wertvolle Überflutungsflächen zurückgewinnen.

Quelle: http://www.wwf.de

Was Überschwemmungen verschlimmert

Veröffentlicht: Juni 30, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Hochwasser ist ein natürliches Phänomen. In Natur belassenen Gebieten speichern Auenlandschaften das Wasser wie ein Schwamm und geben es in trockenen Zeiten wieder ab. Im dicht besiedelten Europa können Hochwasser aber besonders zerstörerisch sein – und schuld ist nicht nur das Wetter.

1. Ursache: Auenvernichtung

Natürliche Überflutungsflächen sind ein ganz natürlicher und wichtiger Schutz vor extremem Hochwasser. Wasser wird in der Landschaft  gespeichert und in trockenen Zeiten  wieder an den Fluss abgegeben. Der beste Hochwasserschutz ist daher, diese Auen nicht zu bebauen. Genau das wurde jedoch über Jahrzehnte gemacht. Rund 80 Prozent der natürlichen Überflutungsflächen gingen in Deutschland verloren.

2. Ursache: Flussbegradigung

Durch Deiche und Dämme hat der Mensch viele Überschwemmungsgebiete vom Fluss getrennt. Flüsse wurden durch Begradigungen und Staustufen „schneller“ gemacht. Rhein und Donau sind heute weitgehend zu beschiffbaren Wasserbahnen betoniert. Selbst die sonst noch vielerlorts naturnah fließende Elbe ist in ihrem Oberlauf auf tschechischer Seite mit 22 Stauwehren und Talsperren verbaut. Deshalb rast heute das Wasser in den meisten bebauten Flüssen mit viel höherer Geschwindigkeit Richtung Meer. Im Rhein etwa rauscht heute eine Hochwasserwelle in 30 Stunden von Basel nach Karlsruhe – 1955 brauchte sie dazu noch 65 Stunden.

3. Ursache: Versiegelung der Landschaft

Wir versiegeln in atemberaubendem Tempo immer mehr Land. Jeden Tag verschwinden in Deutschland 100 Hektar freie Landschaft unter Asphalt oder Beton – jede Stunde eine Fläche von fünf Fußballfeldern. Dadurch beschleunigen wir das Abflusswasser. Wo Regenwasser nicht mehr im Boden versickern kann, fließt es rasch in die Kanalisation. So gelangt der Regen viel schneller in die Flüsse als im Normalfall über das Grundwasser.

4. Ursache: Mehr Niederschläge

Es regnet deutlich mehr und heftiger in Mitteleuropa. Ungewöhnlich starke Niederschläge kommen heute in Deutschland doppelt so häufig vor wie vor 100 Jahren. Auch hieran ist der Mensch wahrscheinlich nicht unschuldig: Klimaexperten diskutieren dies bereits als Folge der vom Menschen beschleunigten Erderwärmung.

Mittelfristige Lösungen, um Hochwasser natürlich zu bremsen

• Verbauung von Überflutungsgebieten stoppen
• Mehr Überflutungsflächen entsiegeln und renaturieren
• Weitere geplante Flussausbauten wie an Donau und Elbe stoppen
• Deiche, wo möglich, zurückverlegen

Jeder kann etwas zur Reduzierung von Hochwasser beitragen, indem man zum Beispiel auf die Versiegelung privater Flächen in Hof und Garten verzichtet und Regenwasser natürlich im Boden versickern lässt.

Beispiel Elbe

Der WWF ist seit vielen Jahren an Renaturierungen deutscher Flüsse beteiligt, vor allem am Rhein und an der Elbe. Im Jahr 2001 begann der WWF an der Mittleren Elbe sein größtes Projekt in Deutschland. Bis 2018 soll zwischen Mulde- und Saalemündung ein durchgehender Verbund überflutbarer Auenwälder geschaffen und gesichert werden. Damit werden zugleich alle auentypischer Tier- und Pflanzenarten und ihre Gemeinschaft nachhaltig geschützt.

Durch die Vergrößerung der natürlichen Überflutungsfläche wird flussabwärts die Hochwassergefahr reduziert. Die Gefahr von Deichbrüchen kann so gemindert werden. Der Weg zurück zur Natur ist damit zugleich naturnaher Hochwasserschutz.

Hochwasser in Deutschland und Europa

Quelle: http://www.wwf.de

Fünf Jahre nach der Elbeflut

Familie Gruber: Neuanfang mit Geld von der PNP-Fluthilfe

Veröffentlicht: Juni 29, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

von Hannah König

Das alte Haus war gerade renoviert. Abbezahlt war es noch nicht. Dann kam die Flut nach Fischerdorf, und Familie Gruber verlor alles. Die PNP-Fluthilfe unterstützt sie nun mit 10 000 Euro Soforthilfe beim Neuanfang.

Schau mal Papa, in den Scheinwerfern von deinem Motorrad steht das Wasser“, ruft Maxi seinem Vater zu. Josef Gruber zuckt nur mit den Achseln. „Das ist nicht mehr zu retten“, sagt der 50-Jährige. Er steht vor seinem Einfamilienhaus in Fischerdorf, einer Ruine, geflutet und ertränkt von den braunen Wassermassen, die vor knapp vier Wochen das kleine Dorf überschwemmt haben. Er weiß: Nichts ist hier mehr zu retten.

Acht Jahre hat die Familie gebraucht, um das alte Haus herzurichten. Sie ahnten nicht, dass die kleine Ortschaft in Deggendorf einmal traurige Berühmtheit erlangen würde. Alles war perfekt, „pikobello“, sagt Gruber. Sie verlegten neue Holzböden, wechselten Fenster und Türen, rissen Elektronik und Wasserleitungen aus den Wänden. Jetzt ist alles zerstört

Das Wasser stand bis zum ersten Stock  2,80 Meter hoch stand das Wasser in Wohnzimmer, Küche und Bad – bis zur obersten Treppenstufe. Nur wenige Zentimeter hätten gefehlt, um auch noch den ersten Stock zu fluten. Josef Gruber steht noch immer unter Schock. Der Familienvater kann es einfach nicht glauben. „In nur zwei Stunden verlierst du alles, worauf du zehn Jahre hingearbeitet hast“, sagt Gruber. Dass es so schlimm werden könnte – damit hat in Fischerdorf niemand gerechnet.

Um 8 Uhr morgens wurde die Familie zum ersten Mal aufgefordert, den Ort zu verlassen. Josef und seine Frau Claudia fuhren das Auto und ihre zwei Kinder – den 8-jährigen Maxi und die 16-jährige Lisa – zu den Großeltern. Sie selbst kehrten zurück. „Solange nichts ist“, wollten sie bleiben. Sie räumten ein paar Sachen nach oben, nicht in den ersten Stock, sondern nur in die höheren Fächer der Schränke. „Wir dachten, wenn das Wasser kommt, dann höchstens kniehoch“, erinnert sich Claudia Gruber.

 Um 16 Uhr wurde der Strom abgestellt. Das Ehepaar brachte Kerzen und etwas zu Essen in den ersten Stock. Doch eine Stunde später genügte ein Blick aus dem Fenster, um ihnen klar zu machen: Hier können wir nicht bleiben. Ungehindert floss das Wasser über die Autobahn herüber und strömte auf die kleine Ortschaft zu. „Da ist uns dann doch anders geworden“, sagt Gruber.

 Um 17 Uhr ließen sie ihr Haus in Fischerdorf zurück. Um 18.45 Uhr hörte die Uhr in der Küche auf zu schlagen. Etwa 1,50 Meter über dem Boden hing sie an der Wand. Doch das Wasser kletterte schnell und hoch, verschluckte die Mechanik nicht einmal zwei Stunden, nachdem die Flut die Autobahn überquert hatte.

  Als Josef und Claudia Gruber fünf Tage später zum ersten Mal mit einem Boot zu ihrem Haus fuhren, stand das Wasser immer noch bis zum ersten Stock. Über die schlammige Brühe, in der Schuhe, Fotos und Schallplatten herumtrieben, hatte sich ein blutroter Schleier gelegt – ausgelaufenes Benzin und Heizöl. Das „Gift“, wie Gruber es nennt, tränkt auch heute noch Decken, Wände und Möbel.

 Knapp einen Monat nach der Katastrophe gleicht das Haus einer Baustelle. Die Decke hat sich mit Wasser vollgesaugt und hängt bedrohlich durch. Bis in den ersten Stock ziehen sich Risse durch die Wände. Im einst gemütlichen Wohnzimmer liegt kein Holzboden mehr, sondern nur noch nackter Beton. Insgesamt schätzt die Familie den Schaden auf etwa 300 000 Euro.

  Ein Gutachter soll nun entscheiden, ob das ganze Haus abgerissen werden muss. Doch hier wieder neu zu bauen und zu leben – das ist für die Familie ohnehin kaum vorstellbar. „Die Unsicherheit ist jetzt einfach da. Schon nächstes Jahr kann es wieder so sein“, sagt Claudia Gruber. „Wenn es dann mal ein paar Tage regnet, hat man das immer im Hinterkopf“, bestätigt ihr Mann.

 Am meisten schmerzen die verlorenen Erinnerungen. Die Flut hat nicht nur das Haus zerstört, sondern auch Fotoalben. „Jetzt hab‘ ich gar keine Bilder mehr von dir, als du klein warst“, sagt Josef Gruber zu seiner Tochter Lisa und drückt die 16-Jährige einen Moment an sich. „Du musst einfach wieder rückwärts wachsen.“ Alle lachen. Die Familie wirkt gefasst und ruhig. Aber die Nerven liegen blank.

„Es wird nie mehr so,wie es mal war“  „Man fühlt sich wie in einem schlechten Traum und wartet darauf, endlich aufzuwachen“, beschreibt Claudia Gruber die Situation. „Es wird einfach nie mehr so, wie es mal war.“ Trotzdem wollen sie jetzt nach vorne schauen und zusammenhalten – vor allem wegen der Kinder, die ihnen die Kraft geben weiterzumachen. „Wenn ich alleine wäre, wüsste ich nicht, was ich tun würde“, gibt Josef Gruber zu.

 Seit ihr Haus überflutet wurde, wohnen sie bei Claudia Grubers Eltern – zu sechst auf 70 Quadratmetern. Der psychische Druck werde immer größer. Die Familie hat einen Kredit für das Haus aufgenommen, der noch nicht abbezahlt ist. Im nächsten Jahr sollten eigentlich die Raten sinken, dann wollten sie sich endlich mal wieder etwas leisten. „Aber das ist jetzt hinfällig“, sagt Claudia Gruber traurig.

  70 000 Euro müssen sie noch abbezahlen. Wann Hilfe vom Staat kommt, ist ungewiss. Die erste Auszahlung der PNP-Fluthilfe von 10 000 Euro ist deshalb eine große Erleichterung für die Familie. „Dass wir jetzt Unterstützung kriegen, tut schon gut“, freut sich Claudia Gruber. Es ist nur der Anfang eines langen Weges zurück zur Normalität. Aber es ist ein Anfang.

Quelle: http://www.pnp.d

Das alte Haus war gerade renoviert. Abbezahlt war es noch nicht. Dann kam die Flut nach Fischerdorf, und Familie Gruber verlor alles. Die PNP-Fluthilfe unterstützt sie nun mit 10 000 Euro Soforthilfe beim Neuanfang.

Schau mal Papa, in den Scheinwerfern von deinem Motorrad steht das Wasser“, ruft Maxi seinem Vater zu. Josef Gruber zuckt nur mit den Achseln. „Das ist nicht mehr zu retten“, sagt der 50-Jährige. Er steht vor seinem Einfamilienhaus in Fischerdorf, einer Ruine, geflutet und ertränkt von den braunen Wassermassen, die vor knapp vier Wochen das kleine Dorf überschwemmt haben. Er weiß: Nichts ist hier mehr zu retten.

Acht Jahre hat die Familie gebraucht, um das alte Haus herzurichten. Sie ahnten nicht, dass die kleine Ortschaft in Deggendorf einmal traurige Berühmtheit erlangen würde. Alles war perfekt, „pikobello“, sagt Gruber. Sie verlegten neue Holzböden, wechselten Fenster und Türen, rissen Elektronik und Wasserleitungen aus den Wänden. Jetzt ist alles zerstört.

Lesen Sie mehr auf:
http://www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_deggendorf/deggendorf/848661_Familie-Gruber-Neuanfang-mit-Geld-von-der-PNP-Fluthilfe.html#348821980

 

Das alte Haus war gerade renoviert. Abbezahlt war es noch nicht. Dann kam die Flut nach Fischerdorf, und Familie Gruber verlor alles. Die PNP-Fluthilfe unterstützt sie nun mit 10 000 Euro Soforthilfe beim Neuanfang.

Schau mal Papa, in den Scheinwerfern von deinem Motorrad steht das Wasser“, ruft Maxi seinem Vater zu. Josef Gruber zuckt nur mit den Achseln. „Das ist nicht mehr zu retten“, sagt der 50-Jährige. Er steht vor seinem Einfamilienhaus in Fischerdorf, einer Ruine, geflutet und ertränkt von den braunen Wassermassen, die vor knapp vier Wochen das kleine Dorf überschwemmt haben. Er weiß: Nichts ist hier mehr zu retten.

Acht Jahre hat die Familie gebraucht, um das alte Haus herzurichten. Sie ahnten nicht, dass die kleine Ortschaft in Deggendorf einmal traurige Berühmtheit erlangen würde. Alles war perfekt, „pikobello“, sagt Gruber. Sie verlegten neue Holzböden, wechselten Fenster und Türen, rissen Elektronik und Wasserleitungen aus den Wänden. Jetzt ist alles zerstört.

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http://www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_deggendorf/deggendorf/848661_Familie-Gruber-Neuanfang-mit-Geld-von-der-PNP-Fluthilfe.html#348821980Das alte Haus war gerade renoviert. Abbezahlt war es noch nicht. Dann kam die Flut nach Fischerdorf, und Familie Gruber verlor alles. Die PNP-Fluthilfe unterstützt sie nun mit 10 000 Euro Soforthilfe beim Neuanfang.

 

Schau mal Papa, in den Scheinwerfern von deinem Motorrad steht das Wasser“, ruft Maxi seinem Vater zu. Josef Gruber zuckt nur mit den Achseln. „Das ist nicht mehr zu retten“, sagt der 50-Jährige. Er steht vor seinem Einfamilienhaus in Fischerdorf, einer Ruine, geflutet und ertränkt von den braunen Wassermassen, die vor knapp vier Wochen das kleine Dorf überschwemmt haben. Er weiß: Nichts ist hier mehr zu retten.

 

Acht Jahre hat die Familie gebraucht, um das alte Haus herzurichten. Sie ahnten nicht, dass die kleine Ortschaft in Deggendorf einmal traurige Berühmtheit erlangen würde. Alles war perfekt, „pikobello“, sagt Gruber. Sie verlegten neue Holzböden, wechselten Fenster und Türen, rissen Elektronik und Wasserleitungen aus den Wänden. Jetzt ist alles zerstört.

 

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http://www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_deggendorf/deggendorf/848661_Familie-Gruber-Neuanfang-mit-Geld-von-der-PNP-Fluthilfe.html#348821980

 

Nach der Flut fängt die Arbeit erst an

Veröffentlicht: Juni 29, 2013 von fluthelfer in Sachsen

Von Bernhard Honnigfort

„So geht das nicht weiter hier:“ Zwei Jahrhundertfluten reichen. Die Linkes und Schmidts aus Gruna wollen keinen neuen Deich. Sie wollen umsiedeln. Nun ist Krach im Dorf.

Ines Linke sucht die Katzen. Sie hastet mit einem Teller Futter auf dem Rasen hinterm Haus herum, irgendwo müssen sie doch sein. Endlich kommt eine. Nebenbei erzählt Ines Linke, wie es ihr gerade geht. „Wollen Sie wissen, was los ist? Ich kann nicht mehr schlafen“, sagt sie. „Wenn es anfängt zu regnen, kriege ich Schweißperlen auf der Stirn.“ Sie stellt den Teller ins Gras, die Katze kommt aus der Hecke geschossen und frisst gierig das braune Futter. Ihr Mann Andreas ist gerade mit Maler Krause gekommen. Sie stehen vorn am Gartentor. „Meine Frau ist ein Nervenbündel“, sagt Linke „So geht das nicht weiter hier.“

Er und der Maler gehen rein, ein modernes Haus, gelber Klinker, großzügig angelegt. An der braunen Haustür klebt noch der graue Schlamm. Drinnen alles ausgeräumt, die Fliesen aufgehackt, Höllenlärm, Bautrockner brummen, das Erdgeschoss ist leer, das Mobiliar oben. Es ist drückend heiß wie in einem Gewächshaus. „Das war mal mein schönes Haus“, ruft Linke. Neben dem Kachelofen klebt ein kleines Schildchen etwa in Kniehöhe am Türrahmen: „Hochwasser 2002“.

Vor dreizehn Jahren sind Andreas und Ines Linke eingezogen. Sie haben das Haus gebaut, es war ihr Traumhaus. Zwei Jahre später stand es etwa 80 Zentimeter unter Wasser, 80.000 Euro Schaden. Anfang Juni 2013, bei Jahrhundertflut Nummer zwei, waren es sechzig Zentimeter. Jetzt reicht es, zwei große Fluten in elf Jahren, das übersteigt das Ertragbare. Ihnen geht es wie vielen Flutopfern: Es fehlt die Kraft, alle paar Jahre komplett neu anzufangen. Sie fühlen sich nicht mehr sicher, sie schlafen schlecht, schrecken auf, wenn Regen aufs Dach fällt. Sie werden ganz unruhig, wenn in der Tagesschau wieder von einer 5b-Wetterlage die Rede ist, die sich über Polen, Österreich, Tschechien, Süd- und Ostdeutschland gebildet hat und in den nächsten Tagen Starkregenfälle schickt. Sie haben keine Ruhe und keine Freude mehr in ihren Häusern. „Ich liebe diese Gegend“, sagt Linke. „Ich komme von hier. Aber jetzt geht es nicht mehr, ich halte das nicht aus. Wir müssen weg.“

Eine Idylle, eine Katastrophe

Gruna in Nordsachsen zwischen Bad Düben und Eilenburg, ein kleines Dorf am Fluss Mulde, über 700 Jahre alt, 200 Einwohner. 70 Häuser, ein Kirchlein, der Wendenturm, das alte Rittergut und der Gasthof. Der Dorfkern liegt genau in einer malerischen Schleife des Flusses am Rand des Naturparks Dübener Heide. Wiesen, so weit das Auge reicht, Störche und Milane kreisen am Himmel. Eine Idylle, eine Katastrophe. In der Ferne mähen Bauern Gras und kehren es zusammen. Als Viehfutter unbrauchbar. Es stand unter Wasser, ist nur noch Müll. Ein Mann kommt mit einer Schubkarre voller Dreck aus seinem Haus. Er schwitzt, er ist schlecht gelaunt, kein Wunder. Er sagt, er schiebe schon den ganzen Tag Dreck. 2002 sei das Wasser wenigstens etwas sauberer gewesen. „Diesmal war es eine üble Brühe.“

Anfang Juni, als die Mulde zu einem Strom anschwoll und die ganze Gegend in einen großen See verwandelte, standen alle Häuser in Gruna im Wasser, 70 von 70. Das alte Gruna ist wie ein Topf, den man ins Land gedrückt hat. Wenn es über den Rand reinläuft, ist alles verloren. Das Dorf hat einen alten Ringdeich, einen Rand, aber er hilft nicht wirklich. Die Mulde brach durch, außerdem sprudelte Grundwasser aus Hausbrunnen von unten ins Dorf. Nicht zum ersten und nicht zum zweiten Mal. Andreas Linke will weg, er sagt, das Dorf sei nicht zu retten. Der Versicherungsmakler hat Unterschriften gesammelt. Ein Drittel der Leute, sagt er, will wegziehen wie er. Zwei Drittel wollen bleiben. Nun ist der Dorffrieden im Eimer. Was tun? „Es ist doch billiger, uns alle umzusiedeln“, sagt Linke. Er glaubt den Ankündigungen nicht, die aus der Landespolitik nach der Flut kamen: Der Deich soll verbessert und ausgebaut werden. Einen Polder will man anlegen, der Flutwasser aufnehmen kann. Etwa 5,5 Millionen Euro würde das alles angeblich kosten. 2014 soll das Planfeststellungsverfahren beginnen.

„Die sagen den Leuten nicht die Wahrheit“, schimpft er. „Wir werden hingehalten und eingelullt.“ Es müssten noch teure Pumpen her, die das Grundwasser in Schach halten könnten. Alles würde viel teurer, alles würde sich ewig hinziehen. Das kleine Gruna stehe jawohl nicht oben auf der Prioritätenliste. Er schimpft, er muss mal Dampf ablassen. Nach 2002 sei doch auch nichts richtig gemacht worden. Ein paar Spundwände, die nicht hielten. Fünf Vermessungstrupps seien im Dorf herumgerannt. „Und nichts ist seitdem passiert.“

Er ist wütend. Es sei doch besser, die Leute zu entschädigen und die ganze Gegend in ein Überflutungsgebiet umzuwandeln. Man könnte 500 Hektar Flutflächen schaffen, das sei sinnvoller. Und dann sagt er: „300.000 Euro Entschädigung und ich bin sofort weg.“ So viel will Linke für Haus und Grundstück haben. Damit könnte er anderswo in der Gegend neu anfangen. „Billiger geht es nicht.“

In Sachsen und den anderen von der Flut heimgesuchten Ländern wird genau das gerade diskutiert: Wo lohnt es, Deiche und Dämme zu verstärken? Wo muss zusätzlicher Flutraum geschaffen werden? Wo ist es klüger, Häuser und vielleicht ganze Orte aufzugeben? Sachsens SPD hat gerade einen Fonds gefordert, aus dem Umsiedler bezahlt werden sollen, die CDU/FDP-Landesregierung prüft die Idee, weiter und klüger ist man noch nicht.

„Die sagen den Leuten nicht die Wahrheit“

Die Teufel stecken ja auch in den Details, Beispiel Gruna: Soll man die einen entschädigen und umsiedeln und für den Rest, der bleiben möchte, dennoch eine Menge Geld ausgeben für höhere Deiche? Soll man womöglich alle zwangsumsiedeln, wie es im Braunkohlebergbau seit Jahrzehnten üblich ist? Ein heißes Thema, die Landesregierung in Dresden fasst es mit ganz, ganz spitzen Fingern an. Andreas Linke verhandelt mit dem Maler. Zwischendurch erzählt er. Er habe versucht, in Gruna eine Art Bürgerversammlung einzuberufen, um darüber zu reden, was werden soll. Aber nichts da, er sei direkt angefeindet worden, sagt er.

Die Mehrheit steht dagegen. „Lasst uns erst einmal aufräumen und zur Ruhe kommen“, meint Bürgermeister Lothar Schneider. Linkes Gerede vom Umsiedeln rücke alles nur in ein schlechtes Licht. Mitten im Ort steht ein kleiner Bauwagen. Er war Schneiders Krisenzentrum während der Flut. Dramatische Szenen spielten sich ab. Das Dorf musste von Bundespolizisten aus Hessen per Hubschrauber evakuiert werden. Nun wird aufgeräumt. Es riecht muffig, vor jedem Haus entlang der Dorfstraße liegen Berge aus Schutt, abgeklopftem Putz, Fliesen, Steinen, Sperrmüll. „Die Leute wollen wieder aufbauen“, sagt der Bürgermeister. „Oder sieht so ein Dorf aus, das aufgegeben hat?“ Das Dorf ist gespalten. Antje Bieligk, die Wirtin vom Fährhaus, will weitermachen. Seit 1806 gebe es einen Fährbetrieb, seit 1860 stehe ein Fährhaus hier. „Nie sind die Menschen weggelaufen. Wir tun es auch nicht.“ Sie ist verärgert wie viele in Gruna. Die ganze Debatte um Umsiedlung schade nur, sagt die blonde Frau. „Wer hilft denn einem Dorf, das von der Hälfte aufgegeben wird?“

Genau gegenüber vom Gasthaus auf der anderen Straßenseite wohnt seit mehr als 30 Jahren Friedhelm Schmidt mit seiner Familie. Der 57-Jährige, seine Frau Marlies, die schwerbehinderte Schwiegermutter, sein 86-jähriger Vater, alle wurden per Hubschrauber ausgeflogen. „Es reicht“, sagt Schmidt. „Wir werden gegen den Fluss nicht ankommen.“ Er hat schon so oft seinen Keller ausräumen müssen, dass er gar nicht mehr weiß, wie oft. „Mein Vater wurde bei Hochwasser geboren“, erzählt er. Schmidt ist ein ruhiger Mann, der nicht zu Hysterie und Panikmache neigt. „Das hat doch keinen Sinn mehr hier“, sagt er. Der alte Hühnerstall hinter ihm hat seit der Flut 2002 einen fingerbreiten Riss im Mauerwerk.

Noch einmal will er das nicht erleben. Er fühlt sich nicht alt, aber er fühlt sich zu alt, um alle drei oder fünf Jahre seine Familie zu retten und sein Haus untergehen zu sehen. „Oben an der Zufahrtsstraße nach Gruna könnte man doch neu anfangen“, sagt er. Hoch genug sei das Gebiet, Platz für alle sei genügend, außerdem sei es öffentlicher Grund und nicht Privatbesitz. „Neu-Gruna“, sagt er, „warum denn nicht.“

Quelle: fr-online.de

 

Das Wasser ist weg, die Pegelstände wieder normal, doch die Sorgen bleiben. Für die Betroffenen rächt sich jetzt, dass es keinen adäquaten Versicherungsschutz in potenziellen Hochwassergebieten gibt. Von Hermann Weiß

Es ist, sagt Matthias Ziegler, eigentlich alles ganz einfach: „Wenn ich kein Geld kriege, mache ich nicht weiter.“ Dem Passauer Holzhändler ist es in den vergangenen Wochen ergangen wie vielen Betroffenen in den Hochwassergebieten Niederbayerns: Er hat Honoratioren und Politiker bis hinauf zu Ministern und Ministerpräsidenten, der Bundeskanzlerin und dem Bundespräsidenten kommen und gehen sehen. Aber weder haben sie ihm den Dreck weggeräumt, noch, sagt Ziegler, gibt es bisher eine Aussage darüber, ob er eine Entschädigung bekommt, wie hoch die sein wird und wann er damit rechnen kann.

Dabei ist der Passauer sogar noch in einer privilegierten Situation. Über 600 Menschen sind vor knapp zwei Wochen auf die Straße gegangen – nicht direkt für ihn, wohl aber für den Erhalt und die baldige Wiedereröffnung des ScharfRichterHauses, das Matthias Ziegler neben der Holzhandlung in seinem Haus in der Milchgasse 2 auch noch betreibt.

12,89 Meter, zwei Meter höher als bei der letzten Flut 2002, stand das Wasser dieses Mal im ScharfRichterHaus. „Die letzten 20 Jahre“, sagt Ziegler, „habe ich hier mein Geld investiert. Jetzt ist bis auf die Küche alles kaputt.“ Die Kleinkunstbühne, in der unter anderem Sigi Zimmerschied und Bruno Jonas groß geworden sind, die heute zu den ersten Adressen des politischen Kabaretts in der Bundesrepublik gehört, steht vor dem Aus.

Ziegler muss es schultern, kann es aber nicht

„Man sollte Himmel und Hölle, respektive eventuell nur die Hölle (der Himmel hat kein Interesse an Kleinkunstbühnen) in Bewegung setzen, dass das ScharfRichterHaus weiterhin bestehen kann“, fordert zum Beispiel der Kabarettist Günter Grünwald. Doch für derlei feinsinnig gedrechselte Bonmots kann sich Matthias Ziegler genauso wenig kaufen wie für alle noch so gut gemeinten Solidaritätsadressen.

Im Gegenteil. Ausgerechnet Ziegler läuft jetzt Gefahr, zum Buhmann zu werden, wenn er auf den subtilen Druck, der von der kulturinteressierten Öffentlichkeit, aber auch aus dem Umfeld im ScharfRichterHaus an ihn herangetragen wird, mit einer simplen Gegenrechnung reagiert. „Letztlich muss ich es schultern“, sagt Ziegler. „Und so, wie es jetzt ausschaut, kann ich das nicht.“ Das sei keine Erpressung. Er bettele auch nicht um Geld. „Aber so ist die Situation.“

Immerhin: Der Passauer bekommt die Aufmerksamkeit, die andere nicht bekommen. Sein Fall sticht heraus. Einerseits. Andererseits ist er auch repräsentativ, wenn Ziegler etwa auf die Frage nach seinem Versicherungsschutz nur mit den Schultern zuckt.

„Versicherungen? Die nehmen mich nicht“, sagt er. Das ScharfRichterHaus in der Milchgasse in der Passauer Altstadt gilt als Überschwemmungsgebiet, Versicherer winken da nur dankend ab. „Ein Unding“, meint Dietrich von Gumppenberg. Der Baron aus Bayerbach in Niederbayern, wirtschaftspolitischer Sprecher der Landtags-FDP, kann sich darüber erregen, dass „der Zusammenstoß zweier Boeings in der Luft versicherungstechnisch kein Problem sein soll“, während man die Bewohner potenzieller Überschwemmungsgebiete sich selbst überlässt.

Was das bedeutet, davon hat sich der über 70-Jährige in diesen Tagen, vor Ort, selbst ein Bild gemacht. Gumppenberg berichtet von einem Metzger in Niederaltaich, der sich gegen das Hochwasserrisiko versichern wollte: „Erst wurde er abgewiesen. Später hat man ihm eine Versicherung zu einem exorbitant hohen Preis angeboten. Die konnte er sich nicht leisten. Schadensbilanz jetzt, nach der Flut: zwischen einer halben und einer dreiviertel Million Euro. Der Mann weiß nicht mehr weiter.“

Versicherungsschutz für alle zugänglich und bezahlbar

Fälle wie diesen lässt Dietrich von Gumppenberg gerade sammeln, das Dossier soll als Arbeitsgrundlage für ein Gespräch mit der Versicherungswirtschaft, mit Banken und Wirtschaftsvertretern dienen. „Ziel muss es sein, einen Versicherungsschutz zu definieren, der allen zugänglich und für alle bezahlbar ist.“ Gumppenberg, der schon immer zumindest eigenwillig war und gelegentlich auch mit Vorschlägen der abgefahrenen Art („Hitzefrei für alle!“) von sich reden machte, rechnet sich für seine Initiative zumindest Chancen aus. Denn es geht nicht nur um Einzelschicksale. Auch viele mittelständische Unternehmen stehen mit den Rücken zur Wand.

Mehr als 1000 Betriebe sind nach Angaben der IHK Niederbayern vom Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen worden. „In Fischerhäuser bei Deggendorf etwa hat es einen BMW-Zulieferbetrieb getroffen“, sagt Dietrich von Gumppenberg: „Neben dem Sachschaden von fünf bis acht Millionen Euro stehen hier auch die Arbeitsplätze von gut 100 Menschen auf dem Spiel. Und auch in diesem Fall war es so, dass kein Versicherungsunternehmen den Betrieb gegen das Hochwasserrisiko versichern wollte.“

Er sei zuversichtlich, dass man beim angestrebten Round Table-Gepräch „zu einer guten Lösung“ für die Zukunft kommen werde, so Gumppenberg. Es könnte aber auch sein, dass er das tricky Business unter- und die Verhandlungsbereitschaft der Versicherer überschätzt. Denn wenn es stimmt, was die Verbraucherzentrale Bayern sagt, dann geht die Branche im Umgang mit den Flutopfern längst ihren eigenen Weg – und profitiert dabei von den „uneinheitlichen Vorgaben zur Auszahlung von Soforthilfen für Hochwasseropfer“ in Landkreisen und Kommunen.

So müssten beispielsweise Geschädigte im Landkreis Deggendorf, deren Haus in einem nicht versicherbaren Gebiet liegt („Gefährdungsklasse IV“), sich erst von einer Versicherung bestätigen lassen, dass ihr Gebäude tatsächlich nicht versichert werden konnte, um Geld zu bekommen. Clevere Versicherer könnten die Gelegenheit nutzen, „Betroffene als Neukunden für andere Versicherungssparten zu gewinnen“, warnen die Verbraucherschützer.

Können sich bald noch weniger Menschen versichern?

Außerdem könnten die Versicherungen auf diesen Weg an Daten kommen, die sie brauchen, um eine Region in Zukunft in die höchste Gefährdungsklasse, mit besonders hohem Hochwasserrisiko, einzustufen. Konsequent zu Ende gedacht – und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Flut in diesem Jahr auch Gebiete traf, die selbst Hochwasserexperten nicht auf der Rechnung hatten – würde das bedeuten, dass sich noch weniger Menschen gegen die Risiken einer Flut wappnen könnten.

Gerade jetzt, nachdem die Pegelstände sich wieder auf Normallevel eingependelt haben und das ganze Ausmaß der (Milliarden-)Schäden sichtbar geworden, kämpfen die Menschen in den niederbayerischen Überschwemmungsgebieten mindestens so sehr wie gegen die Folgen der Flut – gegen das Gefühl der eigenen Ohnmacht. Die Frage ist nicht, ob sie etwas tun können. Die Frage ist, ob sie etwas ausrichten können und ob diese Anstrengung reicht, um sich und das, was ihre Existenz gewesen ist, wieder in die Spur zu bringen. Auf wen können sie dabei zählen?

Nicht nur auf sich selbst. Das ist auch eine Erfahrung der letzten Zeit. Weil klar war, dass es nicht von heute auf morgen Geld regnen würde, dass es aber auch nichts hilft, den Kopf in den Sand zu stecken, haben Leute wie der Deggendorfer Webdesigner Thomas Hermanns und der Passauer Student Peter Schnoor ihre ganze Social Media-Kompetenz in eilends konzipierte Internet-Plattformen wie hochwasser-passau.de oder hochwasser-niederbayern.de gepackt, um auf diese Weise Hilfsbedürftige mit Hilfswilligen zu vernetzen. Die Angebote fallen bisweilen rührend aus, wenn etwa „Spielzeug-Lkws für Kinder, alle original in Schachteln“ angeboten werden. Ein paar Smarties tummeln sich auch auf den Seiten, die gleich mit billigen Krediten zur Stelle sind. Aber in der Regel geht es handfest zu, Hobby-Landwirtin Tine etwa verleiht ihre Maschinen, kostenlos für Aufräumungsarbeiten.

„Bayern ist in diesen Tagen zusammengerückt“, meint Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und, ja, es ist was dran. Allein der BR hat bisher 9,6 Millionen Euro für die Hochwasseropfer im Freistaat gesammelt. Eine vom Veranstalter Till Hofmann auf die Beine gestellte Promi-Band hat einen Flut-Aid-Song ins Internet gestellt („Weida miteinand“), der für ca. 1 Euro unter anderem bei iTunes und google play heruntergeladen werden kann. All das ist toll. Aber klar ist auch: Es wird nicht reichen.

Quelle: welt.de

Während die Menschen in der Region noch immer mit den Aufräumungsarbeiten beschäftigt und die Gesamtschäden noch gar nicht bezifferbar sind, rollt schon die nächste Flutwelle gen Norden. Bis nächsten Donnerstag soll das Wasser in der Elbe auf über 5 m ansteigen. Ungefährlich, sagt nicht nur Ulrich Flöter, Deichverbandschef von Gartow.

Starker Regen in Sachsen hatte die Elbe in den vergangenen Tagen wieder anschwellen lassen. Doch in Sachsen-Anhalt bleibt man gelassen: die Deichbruchstelle bei Fischbek ist inzwischen stabil verschlossen und die Deiche wurden an kritischen Stellen verstärkt. Trotzdem will man im Nachbarland die aufgeweichten Deiche „intensiv beobachten“.

Auch Ulrich Flöter, Deichverbands-Chef in Gartow, bleibt gelassen. „Wir erwarten bis Donnerstag einen Wasserstand von 5,90 m in Schnackenburg,“ so Flöter am Samstag. „Das bedeutet, dass viele Wiesen wieder überschwemmt werden, aber für die Deiche bedeutet das keine Gefahr.“ Die Seegeniederung bei Vietze, Uferbereiche des Gartower Sees und die Elbwiesen werden durch das neuerliche Hochwasser allerdings wieder überschwemmt. Auch die Seegebrücke bei Meetschow könnte eventuell nach Angaben Flöters für ein, zwei Tage unpassierbar werden. „Aber ansonsten haben wir nichts zu befürchten,“ ist der Deichfachmann sicher.

Aufgrund des neuerlichen Hochwasser entschied der Deichverband, dass die Tore vom Schnackenburger Hafen zum Aland erst später geöffnet und auch die Sandsäcke noch liegen bleiben. „Wir haben den Rückbau um eine Woche verschoben,“ so Flöter.

Ernst-August Schulz, Fachmann für Waserwirtschaft, geht von deutlich niedrigeren Wasserständen als 5,90 m aus. Er gibt auch für die anderen kritischen Bereiche in Lüchow-Dannenberg Entwarnung. „Wir werden wie in Sachsen-Anhalt die aufgeweichten Deiche sorgfältig beobachten müssen und der Rückbau wird in kritischen Bereichen aufgeschoben. Weitere Maßnahmen sind allerdings nicht erforderlich,“ so Schulz.

Auch die Anwohner in Vietzes niedrig gelegenen Ortsteil müssen nicht befürchten, dass ihre Häuser nochmals überflutet werden.

Quelle: wendland-net.de

 

Internationale Solidarität

Veröffentlicht: Juni 29, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg
Hamburger Konsularkorps spendet 5000 Euro für Flutopfer an der niedersächsischen Elbe

rg Hitzacker. Von den dramatischen Ereignissen an der niedersächsischen und sachsen-anhaltinischen Elbe hatten Manuel Fernández Salorio und Prof. Dr. Horst Siedentopf aus den Nachrichten erfahren. Und das, obwohl beide in Hamburg leben, einer Stadt, die ebenfalls an der Elbe liegt. »Doch bei uns kam kaum Hochwasser an, die Elbe stieg gerade mal um weniger als einen Meter», erinnert sich Siedentopf, Honorarkonsul des Königreiches Marokko. Die Bilder aus dem Katastrophengebieten weckten jedoch in ihm und seinem Kollegen, dem Generalkonsul der Republik Argentinien, den Wunsch, zu helfen. Und so riefen sie im Corps Consulaire der Hansestadt eine Spendenaktion ins Leben. Die brachte 5 000 Euro zusammen, und dieses Geld brachten die beiden Konsule jetzt dorthin, wo es dringend gebraucht wird: nach Lauenburg und in die Lüchow-Dannenberger Elbtalaue. 2 500 Euro für die Hochwasseropfer an der Lüchow-Dannenberger Elbe nahmen gestern Samtgemeindbürgermeister Jürgen Meyer, die erste Samtgemeinderätin Petra Steckelberg und Hitzackers Bürgermeister Holger Mertins aus den Händen der beiden Konsule entgegen. »Und wenn sie noch etwas brauchen, wenn wir noch irgendwie helfen können, dann lassen Sie es und wissen», versprach der argentinische Regierungsvertreter mehr Hilfe, sollte sie nötig sein oder werden. »Wir tun, was wir können.» Er könne sich gut in die Lage der Betroffenen versetzen, sagte Generalkonsul Manuel Fernández Salorio. In seiner Heimat sei gerade erst eine Hochwasserkatastrophe überstanden, und die nächste rolle gerade aus Richtung Brasilien auf die Menschen, die an den großen argentinischen Flüssen leben, zu, berichtete er aus seinem Heimatland.

Jürgen Meyer hatte den beiden Regierungsvertretern einen Überblick über die Geschehnisse in den zurückliegenden drei Wochen gegeben und sie tief beeindruckt mit Holger Mertins und Petra Steckelberg auf eine Tour entlang der Elbe zwischen Dannenberg und Hitzacker geschickt. In Penkefitz, Wussegel und Hitzacker machten sie sich selbst ein Bild von dem enormen Pegelstand der Elbe und dem Glück, dass die Elbmasrch und die Jeetzelniederung in diesem Unglück noch hatten. »Sie haben hier sicher schwere Monente erlebt», versetzte sich der marokkanische Konsul in die Situation in der Elbtalaue während des Hochwasserhöhepunkts. »Aber sicher auch große Momente der Hilfsbereitschaft, des Zusammengehörigkeitsgefühls und der Verbundenheit», fasste er präzise zusammen, was sich in den beiden Hochwasserwochen in Lüchow-Dannenberg abspielte.

Quelle: ejz.de

Hochwasser 2013: Viel mehr Regen als 2002

Veröffentlicht: Juni 28, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Extreme Ausschläge hat das Juni-Wetter in Deutschland gebracht, auch wenn die Durchschnittswerte wenig spektakulär sind. Es begann mit Fluten vom Himmel, die im Süden und Osten zu nie dagewesenen Überschwemmungen führten.

In der Woche vom 26. Mai bis zum 2. Juni gingen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) im ganzen Land 22,8 Billionen Liter Regen nieder – das ist etwa sieben Mal so viel Wasser wie in den Starnberger See passt. Im August 2002, bei der letzten Elbe-Flut, seien drei Billionen Liter weniger gefallen, sagte Gerhard Lux vom DWD in Offenbach am Donnerstag.

Regional fällt die Regenbilanz sehr unterschiedlich aus: Bundesweit weist die DWD-Monatsstatistik 98 Liter Regen pro Quadratmeter aus, normal sind 85 Liter pro Quadratmeter. Sachsen-Anhalt, eines der am schwersten vom Hochwasser betroffenen Bundesländer, bekam von oben nur wenig ab, musste aber die übervolle Elbe verkraften. Nach der DWD-Bilanz fielen in Sachsen-Anhalt nur 50 Liter Regen pro Quadratmeter, das ist sogar weniger als der langjährige Juni-Durchschnitt von 63 Litern pro Quadratmeter.

In Sachsen fiel mehr als das Doppelte des für den Juni üblichen Regens: 190 Liter gingen auf jeden Quadratmeter nieder, damit war Sachsen das nasseste Bundesland. Auf Platz zwei folgt Bayern mit 150 Litern pro Quadratmeter, 38 Liter mehr als normal. An manchen Orten kamen noch erheblich größere Regenmengen zusammen: In Aschau-Stein im Chiemgau prasselten in nur zwei Tagen am 2. und 3. Juni 275 Liter pro Quadratmeter herunter.

Kurz aber heftig war die Hitzewelle danach. Saharaluft trieb die Temperaturen zwischen dem 17. und 20. Juni vielerorts auf über 35 Grad. Am heißesten war es bei Würzburg – in Kitzingen wurden am 19. Juni 37,1 Grad gemessen. Eine Woche später waren die Temperaturen im ganzen Land um 20 Grad abgestürzt, so dass in der Monatsbilanz nur ein kleines Plus von 0,4 Grad gegenüber dem langjährigen Juni-Wert herauskommt. (dpa)

http://www.fr-online.de

Pegelstände steigen wieder leicht an

Veröffentlicht: Juni 28, 2013 von fluthelfer in Madgeburg

 

Obwohl die Pegelstände von Schwarzer Elster und Elbe wieder steigen, rechnet die Hochwasserschutzzentrale Sachsen-Anhalts nicht mit einer bedrohlichen Lage. Die Auswirkungen der Regenfälle in Tschechien und Sachsen werden wahrscheinlich am Wochenende Sachsen-Anhalt erreichen, sagte eine Sprecherin am Freitag. Von einem Hochwasser wie vor 14 Tagen sei aber nicht auszugehen. Die Deiche, wie in Fischbeck und Breitenhagen, würden intensiv überwacht. Nach Angaben der Krisenstabes der Landesregierung sind noch 815 Menschen im Land von Evakuierungen betroffen, hauptsächlich im Landkreis Stendal.

Unterdessen hat der Bundestag den Hilfsfonds für die Flutopfer im Höhe von acht Milliarden Euro gebilligt. Das Aufbauhilfegesetz sowie der Nachtragshaushalt für zusätzliche Schulden wurden einstimmig vom Parlament beschlossen. Am Freitag nächster Woche soll auch der Bundesrat grünes Licht geben, damit der Fonds nach einem parlamentarischen Schnellverfahren starten kann. (dpa/sa)

Hannover 96 kommt zum Benefizspiel nach Halle

Veröffentlicht: Juni 28, 2013 von fluthelfer in Halle

 

Fußball-Bundesligist Hannover 96 kommt für ein Benefizspiel nach Halle. Am 28. Juli (16.00 Uhr) spielen die Niedersachsen im Erdgas-Sportpark gegen den Drittligisten Hallescher FC. Das teilte der HFC am Freitag mit. Grund sind die Flutschäden, die das Saale-Hochwasser am EVH-Zentrum der HFC-Fußballjugend anrichtete. Das Gelände am Sandanger, welches schon 2011 von einer Flut-Katastrophe heimgesucht worden war, wurde diesmal völlig zerstört.

Hannover 96 reist zwei Wochen vor dem Start der 51. Bundesligasaison mit dem Profikader an. Die Einnahmen des Benefizspiels kommen dem EVH-Zentrum der HFC-Fußballjugend zugute. (dpa/sa)

Heimat in Trümmern

Veröffentlicht: Juni 28, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

Von André Jahnke

Das Hochwasser in Deutschland geht allmählich zurück, die Pegelstände sinken langsam. Im bayerischen Deggendorf allerdings stehen die Menschen nach der Flut vor neuen Katastrophen.

Deggendorf – Rosemarie Seidler hält ein Bild aus den guten Tagen in den Händen. Die Luftaufnahme aus den 1980er Jahren zeigt ihr Haus im bayerischen Deggendorf, als frisches Grün das Gebäude umrahmte. Ihr Ehemann Dietmar zeigt eine Aufnahme, die mitten in der Hochwasserkatastrophe vor drei Wochen entstanden ist. Das Haus im Stadtteil Fischerdorf ragt nur wenige Meter aus der Seenlandschaft heraus.

An der ehemals grünen Hecke, die das Grundstück der Seidlers umrahmt, zeichnen sich noch immer die einzelnen Wasserstände in Grau und Braun ab. Innen ist es wie in einem Rohbau, die Böden sind herausgerissen, die Möbel fortgeräumt. Auf der Terrasse hat Rosemarie noch Erinnerungsstücke gestapelt. Die Familienalben sind vom öligen Wasser verklebt – grauschwarze Schlieren laufen an den 37 Jahre alten Kinderbildern des Sohns herunter. „Das ist doch furchtbar, die Bilder kriegen wir doch nie mehr wieder“, sagt die 71-Jährige. Dietmar Seidler trauert seiner Schallplattensammlung nach und vor allem seiner elektrischen Eisenbahn. „Als kleiner Junge habe ich angefangen zu sammeln, jetzt ist alles weg“, sagt der 74-Jährige.

Rote Rosen als Hoffnung

Vor einer Woche sind die Seidlers erstmals in ihr Haus gekommen – in der Schaufel eines Baggers sitzend wurden sie durch das Hochwasser bis an die Haustür gefahren. „Ich habe nur noch geweint, als ich die Tür aufgemacht habe und alles durcheinander schwamm“, sagt Rosemarie Seidler. 1972 hatten sie das Haus für die Schwiegermutter gebaut. Nach deren Tod waren sie selbst 1989 eingezogen, hatten renoviert und eine Ölheizung eingebaut. Etwa 5000 Liter Heizöl liefen nun aus, verdreckten Haus und Garten. „Wir haben aber wenigstens noch unser Haus, im Gegensatz zum Nachbarn.“

Wenige hundert Meter entfernt steht Josef Straßer vor einem Neuanfang. Das Haus sei nicht mehr zu retten, sagt der 62-Jährige. „Das Wasser hat sich bis in den ersten Stock gedrückt und die Decke zerstört. Wir müssen abreißen.“ Der städtische Kraftfahrer lebt seit 53 Jahren in dem Haus, verbrachte seine Kindheit und Jugend mit seinen neun Geschwistern dort. Als vor vielen Jahren nebenan die Autobahn A 3 Regensburg-Passau gebaut wurde, glaubte er vor dem Hochwasser sicher zu sein.

Dann brach ein Damm an der Isar, das Wasser überspülte die Autobahn und Teile Deggendorfs. „Ich werde auf diesem Grundstück neu bauen, es ist schließlich meine Heimat. Was soll ich sonst tun?“ sagt Straßer. Hoffnung macht ihm ein Motiv im Garten: Alle Pflanzen sind durch das ölige Wasser eingegangen, nur an einem Strauch blühen rote Rosen. „Wenn die Rosen es schaffen, dann ich auch.“

Verzweifelt und erschöpft

Eine Schwester von Josef Straßer hat nebenan gebaut. Ihr Häuschen stand bis zum Dach unter Wasser – auf den Dachziegeln hatten vor drei Wochen Enten eine Pause eingelegt. „Nächste Woche kommt der Abrissbagger, wir wollten noch einmal vorbeikommen und Abschied nehmen“, sagt Hildegard Scholler, die 45 Jahre hier wohnte. Die 72-Jährige war gerade in Norwegen, als das Hochwasser ihr Zuhause zerstörte. Auch sie will neu anfangen.

An den Wiederaufbau denkt Rosemarie Seidler noch nicht. Sie ist verzweifelt und erschöpft. Seit drei Wochen lebt sie mit ihrem Mann bei Freunden in einem Zehn-Quadratmeter-Zimmer. Zurück will sie aber unbedingt. Ihr Mann sagt: „Ich kann das Haus doch so nicht stehenlassen.“ (dpa)

Hochwasser Magdeburg 2013 Wir danken allen Helfern und wünschen den Betroffenen alle Kraft der Welt um schnell wieder auf die Beine zu kommen!

Lied: Xavier Naidoo – Was wir alleine nicht schaffen

Die Traunsteiner Malteser ziehen Bilanz

Veröffentlicht: Juni 28, 2013 von fluthelfer in Bayern
Drei Wochen lang waren die Malteser des Landkreises TS im Dauereinsatz. Erst im Chiemgau, dann in Deggendorf und Umgebung. 2000 Stunden Arbeit im Detail
Das Hochwasser in Bayern bedeutete für die Malteser Kreisgliederung Traunstein einen mehr als drei Wochen dauernden Einsatz. Zunächst waren die Helferinnen und Helfer im heimischen Landkreis, besonders im Achental tätig und anschließend leisteten die Traunsteiner Malteser umfangreiche Unterstützung für die Malteser Einheiten in Deggendorf und Umgebung. Erst am vergangenen Sonntag kehrten die letzten Einheiten und Helfer aus Traunstein nach Hause zurück, nach rund 2000 Stunden ehrenamtlichen Dienstes in der Katastrophenhilfe.

Nach drei einsatzreichen Tagen am ersten Juniwochenende im heimischen Landkreis Traunstein, bei denen sich die Verpflegungs- und Betreuungseinheit der Malteser vor allem im Achental um Menschen kümmerte, die ihre Häuser wegen des Hochwasser vorübergehend verlassen oder evakuiert werden mussten, gab es nur eine kurze Verschnaufpause. Am Donnerstag, 6. Juni brachen die ersten Helferinnen und Helfer der Traunsteiner Malteser-Gliederung nach Deggendorf auf. Fischerdorf, ein Stadtteil südlich der Kreisstadt, der wegen der kompletten Überflutung traurige Bekanntheit erfahren hat, waren neben Osterhofen für zwei Wochen der Schwerpunkt der Einsätze der Malteser aus dem Chiemgau.

Die Traunsteiner Verpflegungseinheit löste in Osterhofen ein Helferkontingent ab, das fast eine Woche pausenlos durchgearbeitet hatte. Die Traunsteiner Küchentruppe versorgte in Osterhofen rund 250 Helfer von Bundeswehr, Feuerwehr und weitere Hilfsorganisationen mit drei Mahlzeiten täglich (Frühstück, Mittag- und Abendessen). Und auch wenn zwischendurch Helfer Zeit hatten und gerade eben Zeit zum Ausrasten war, blieb die Malteser-Küche nicht kalt, sondern sorgte um die vielen fleißigen Fluthelfer „wie eine Amme ihre Kinder“, so Thomas Geischeder, Gruppenleiter der Traunsteiner Verpflegungscrew. Nachdem die Aufräumungsarbeiten in Osterhofen weitestgehend abgeschlossen waren, wurde der Verpflegungsstandort dort geschlossen und die Traunsteiner Einheit komplett nach Deggendorf verlegt.

Dort waren die Malteser aus dem Chiemgau im Einsatz, bis der Katastrophenalarm am letzten Wochenende aufgehoben wurde. Für die Helfer wurden je nach Tageszeit zwischen 1.000 und 1.500 Menüs gekocht oder Frühstückportionen hergerichtet. Dafür waren drei Feldküchen im Einsatz, besetzt mit Helfern der Malteser, des Bayerischen Roten Kreuzes, der Johanniter und des Arbeiter-Samariter-Bundes. Thomas Geischeder aus Rettenbach, Malteser-Küchenchef, war im Nachtdienst tätig und arbeitete an der rund um die Uhr besetzten Verpflegungsausgabe in Fischerdorf. Dort wurden pro Mahlzeit rund 350 Helfer sowie Bewohner des Stadtteils versorgt, die noch nicht in ihre überfluteten Häuser zurück konnten. „Da waren wir nicht nur Verpflegungsstelle, sondern ein „Tante-Emma-Laden“, beschreibt es Geischeder. „Außer Essen und Getränken wurde alles Mögliche nachgefragt – vom Verband über Mückenspray, Arbeitshandschuhen, Werkzeug bis hin zum Reinigungsmittel“. So gut es irgendwie ging, wurde alles Notwendige besorgt und organisiert.

25 Malteser Helfer der Schnelleinsatzgruppen (SEG) der Traunsteiner Malteser – die Verpflegungs- und Betreuungseinheit, die SEG „Information und Kommunikation“ und „Technik und Logistik“ – leisteten beinahe 2000 Stunden ehrenamtlicher Katastrophenhilfe in der heimischen Region und in den Katastrophengebieten in Niederbayern. Kurt Strohmayer, Leiter der Einsatzdienste der Gliederung Traunstein, zeigte sich tief beeindruckt vom kameradschaftlichen Miteinander aller eingesetzten Hilfsorganisationen und Helfer. Max Rauecker, Kreisbeauftragter der Malteser im Landkreis Traunstein dankte allen Arbeitgebern, die die Malteser-Helfer unkompliziert freigestellt hatten und dazu beitrugen, effektive Hilfe für die Betroffenen in den überfluteten Gebieten zu leisten.

 Quelle: wochenblatt.de

Asyl für Galloway-Rinder

Veröffentlicht: Juni 28, 2013 von fluthelfer in Bayern
Hilfe für Hochwassergeschägte: Benno Wieser nimmt 16 vom Hochwasser vertriebene Rinder aus Haag an der Amper auf
Die Wiesmühler Highland Cattles haben schottischen Besuch. Fünf Galloway-Kühe und drei Kälber aus Haag an der Amper sind am Sonntag in Wiesmühl angekommen, acht weitere Tiere folgen. Benno Wieser gewährt den Tieren Asyl. Ihre heimatliche Weide war nach einem Dammbruch in den Fluten der Amper versunken. „Ich hab davon über Facebook erfahren und Kontakt zu den Besitzern aufgenommen“, erzählt Wieser. „Wenn die Tiere sich mit meinen Hochlandrindern vertragen, dann können sie auf unsere Weide am Schederbach. Platz genug haben wir.“

„Natürlich spende ich auch für die Hochwasseropfer. Ich wollte es aber nicht einfach nur bei einer Geldspende belassen, ich möchte ganz praktisch helfen“, sagt Wieser. Deshalb stellte er der Hochwasserhilfe Traunstein eine Brauereihalle zur Verfügung, in der Sachspenden abgegeben, gelagert und abgeholt werden können. Organisiert wird das Ganze von Britta Rummel aus Seeon und Petra Zitzelsberger aus Traunstein. Und auf der Wiese neben dem Gelände der ehemaligen Brauerei weiden jetzt einträchtig Galloways und Highland Cattles.

Eigentlich taugt’s den Aberdeen-Angus-Rindern und den Galloways in der Natur. Das ganze Jahr können die Tiere im Freien verbringen. Eigentlich. Sie – beziehungsweise ihre Vorfahren – sind ja einiges gewöhnt aus ihrer Heimat Schottland. Hochland ja, aber Hochwasser? Die Rinderherde aus Haag im Landkreis Freising war kurz vor dem Absaufen. Mit knapper Not konnten die Besitzer Carla und Siegfried Wagner ihre Rinder auf eine Notweide lotsen. Keine Dauerlösung – zum einen schwappte die Brühe aus Amper- und Abwasser auch auf diese Notweide, zum anderen hat sie nur 200 Quadratmeter. Viel zu klein für 40 Tiere.

Die Wagners starteten einen Notruf in der Lokalzeitung, der dann auch bei Facebook landete. „Wir brauchen dringend Weideland“, hieß es da. Rund drei Hektar – die Wiesmühler Weide hat zehn Hektar. Dort können sich die Kühe und Kälber jetzt von den Strapazen erholen. „Ich bin während des Hochwassers öfter an der Alz gestanden und hab mir das angeschaut. Wasser und Sturm – das sind Gewalten, die mich erschrecken“, erzählt Wieser. „Aber nachdem klar war, dass unsere Region relativ glimpflich davonkommt, wollte ich unbedingt den Leuten helfen, die’s erwischt hat.“

Wagner glaubte seine Tiere schon verloren. 1994 hatte er Ähnliches erlebt: Die Amper war über die Ufer getreten und ließ den Tieren am höchsten Punkt der Weide gerade noch Platz. Doch diesmal kam’s schlimmer: Nach einem Dammbruch waren die Wassermassen nicht mehr zu bändigen. „Für uns war das eine Katastrophe“, schildert Wagner. Etwa 100 Rinder hat der Konditormeister und Galloway-Züchter aus Leidenschaft, wie er von sich selbst sagt. Seit 1980 züchtet er im Ampertal Robustrinder in Mutterkuhhaltung. Seine „Landschaftspfleger im Zottelfell“ sind sein Ausgleich zum Brotberuf Bäcker. Seine „Elitezucht Ampertal“ hat mehrere Bundessieger hervorgebracht, sein Renommee ist entsprechend groß: 2008 wurde der Haager vom International Commitee of Judges als erster deutscher Punktrichter zur Royal Highland Show nach Edinburgh eingeladen.

Nur ein paar Stunden hatte die Familie Wagner Zeit, die Tiere zu retten, nachdem der Damm gebrochen war. Doch die Rinder ließen sich nicht auf die angrenzende Notweide treiben, auch nicht mit Hilfe der Haager Feuerwehr. „Die hätten durchs Wasser gehen müssen – und das machen sie nicht.“ Also schnitt Wagner alle Drahtzäune auf, „damit sie sich wenigstens daran nicht verletzen, wenn sie doch schwimmen müssen“.

Alleine lassen konnte der Konditor seine Tiere aber auch nicht. Er, seine Frau Carla und Mitarbeiter Josef starteten einen letzten Versuch: Um die Überschwemmung herum wollten sie die Rinder auf die Notweide treiben, etwa einen Kilometer weit. Kaum zu machen, zumal zur Herde neun Kälbchen gehören. Das kleinste davon blieb erschöpft im Wasser liegen. Mit dem Frontlader rettete Wagner das schwache Tier, kurz bevor es die Fluten überspülten.

Die Weide ist vorerst nicht zu gebrauchen. Amper und Abwasser haben Schlamm hinterlassen. „Diesen Sommer ist das Gelände nicht mehr beweidbar“, sagt Carla Wagner. „Wir werden es nur abmähen und das Mähgut entsorgen.“ In der Zwischenzeit erholen sich ihre Rinder erst einmal in Wiesmühl. Als erstes haben sie Bekanntschaft mit dem Esel, den Ziegen und Schafen macht. Die einheimischen Kolleginnen haben sie anfangs noch misstrauisch beäugt, und dem Bullen war der plötzliche Populationszuwachs eher noch suspekt – er zog sich in seinen Verschlag zurück. Aber wenn der seinen Job ernst nimmt, dann gibt’s womöglich demnächst Nachwuchs. Highwater Cattles.

Quelle: wochenblatt.de

Zweites Juni-Hochwasser geht glimpflich aus

Veröffentlicht: Juni 28, 2013 von fluthelfer in Sachsen

Die Elbe in Sachsen hat am Donnerstag den Höchststand der zweiten Juni-Flut erreicht. „Vor einem Hochwasser wie vor 14 Tagen braucht niemand mehr Angst haben“, sagte eine Sprecherin der Landeshochwasserzentrale. An der Elbe bei Schöna und Dresden galt vorübergehend die zweite von vier Alarmstufen.

Dampferfahrten und Drachenbootrennen abgesagt

Die Sächsische Dampfschiffahrt hat ihre Fahrten bis einschließlich Freitag komplett eingestellt. Ab dem Wochenende gilt ein eingeschränkter Sonderfahrplan. Zudem sind zahlreiche Fährverbindungen in der Sächsischen Schweiz und in Dresden eingestellt. Der Beginn der Filmnächte am Elbufer in Dresden wurde um eine Woche verschoben. Die Veranstalter hatten die Bühne und die Leinwand wegen des Hochwasser abbauen müssen. Das Terrassenufer stand erneut unter Wasser, konnte aber am Freitagnachmittag schon wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Schon wieder tritt die Elbe über – Trübe Aussichten in Dresden
Programmänderungen gibt es auch beim Elbhangfest am Wochenende zwischen Loschwitz und Pillnitz. So wurde das traditionelle Drachenbootrennen abgesagt. Zudem wurden einige Veranstaltungsorte verlegt

In Meißen waren wieder die elbnahen Parkplätze sowie die Baustellenumgehung der Bundesstraße B6 (Siebeneichener Straße) gesperrt. Mit größeren Überflutungen rechnete die Stadtverwaltung aber nicht. Entwarnung gab es auch aus Radebeul, das nach Angaben aus dem Rathaus dieses Mal von Überschwemmungen verschont blieb. Im benachbarten Coswig beobachtete das Ordnungsamt den Fluss genau. Auch wurde jedoch nicht mit größeren Überschwemmungen gerechnet, sagte Stadtsprecherin Ulrike Tranberg. Der vorübergehend hohe Elbwasserstand könnte sich jedoch negativ auf die teilweise noch von Grundwasser gefluteten Keller in Wohnhäusern auswirken.

In Pirna beobachteten die Menschen die Elbe mit Unruhe, sagte Katja Riedel, amtierende Weinkönigin und Juniorchefin des Hotels Deutsches Haus. Die meisten Bewohner ufernaher Bereiche seien noch mit dem Trockenlegen ihrer Keller und Erdgeschosse von der ersten Flut beschäftigt. Sandsäcke vor die durchnässten Gewölbe zu legen würde sowieso nur wenig bringen. Das Hotel ist zwar wieder offen, allerdings kann das Erdgeschoss noch nicht wieder genutzt werden.

In Riesa wurden vorsorglich der Stadtpark, der Elberadweg und eine Straße in Ufernähe gesperrt. Ein Stadtsprecher sagte, es drohten aber keine Gefahren für Gebäude. Lediglich ein Wassersportklub hätte überschwemmt werden können, wenn der Pegel höher als die bisherigen Prognosen gestiegen wäre.

Entwarnung an Flüssen in Ostsachsen

In Ostsachsen hatte sich die Lage schon zuvor deutlich entspannt. Laut Landesamt sank das Wasser in Spree, Lausitzer Neiße und Schwarzer Elster wieder. Neben der Elbe galt am Donnerstag nur noch an der Spree bei Spreewitz und der Großen Röder bei Kleinraschütz die Alarmstufe 2.

Quelle: mdr.de

Kupfer: Baupläne in Flutgebieten neu prüfen

Veröffentlicht: Juni 28, 2013 von fluthelfer in Sachsen

Sachsens Umweltminister Frank Kupfer hat die Städte und Gemeinden im Freistaat aufgefordert, bestehende Neubaupläne in flutgefährdeten Gebieten nochmals genau zu prüfen. Der CDU-Politiker verwies auf die Hochwasser und Überschwemmungen im Juni und erklärte: „Angesichts der Bilder der letzten Wochen sollte jedem klar sein: Bauen in Überschwemmungsgebieten birgt großes Risiko und wird im Ernstfall zu hohen Sachschäden führen.“ Außerdem koste jede Bebauung Überschwemmungsflächen. Kupfer betonte außerdem, die Gemeinden müssten bei ihren Planungen für Wohn- oder Gewerbegebiete auch beim Hochwasserschutz aufeinander Rücksicht nehmen. Egoismus sei hier fehl am Platz.

Neue Flussbetten erhalten, Ufermauern abreißen

Dem Umweltminister zufolge wird derzeit im Landtag über ein neues sächsisches Wassergesetz beraten, das noch über die Regelungen des Bundes im Wasserhaushaltsgesetz hinausgeht. So wolle der Freistaat eine bundesweit bisher einmalige Kategorie von überschwemmungsgefährdeten Gebieten einführen, in denen das Bauen nur eingeschränkt erlaubt ist. Dazu gehöre etwa ein mögliches Verbot von Mietwohnungen in Kellern, erläuterte Kupfer.

Der Gesetzentwurf sieht außerdem vor, den Flüssen wieder mehr Raum zu geben. So sollen nach Aussage des Ministers nach Möglichkeit Ufermauern entfernt und Ufer in einen naturnahen Zustand versetzt werden. Geplant sei auch, Gewässeraufweitungen und neue Flussbetten zu erhalten, die durch natürliche Ereignisse wie Hochwasser entstanden sind. Zur Begründung sagte Kupfer: „Eines haben die Hochwasser der vergangenen Jahre gezeigt: Dort, wo die Gewässer eingezwängt in einem künstlichen Bett verlaufen, suchen sie sich ihr altes natürliches Flussbett.“

Grüne kritisieren spätes Umschwenken

Der Vorsitzende der sächsischen Grünen, Volkmar Zschocke, meinte zu Kupfers Erklärung, der Umweltminister sei reichlich spät aufgewacht. Dass er jetzt den Abriss von Ufermauern fordere, müsse den Kommunen wie blanker Hohn vorkommen. Schließlich habe die Staatsregierung jahrelang auf immer mehr und höhere Mauern als Flutschutzmaßnahme gedrängt, kritisierte Zschocke. Dennoch sei das Umschwenken richtig, denn solche Begrenzungen sorgten für immer höhere Pegelstände und reißendere Flüsse. Der Grünen-Politiker forderte zugleich, auch die Renaturierung von Flüssen und Bäche, das Entsiegeln von Flächen und den Abriss von Infrastruktur in besonders flutgefährdeten Bereichen zu fördern.

Colditz plant Umsiedlung für Hochwasserschutz

Die Häuser an der Mulde in Colditz standen sowohl 2002 als auch in diesem Jahr unter Wasser. Viele Bewohner wollen deshalb umziehen. Die Stadt unterstützt diese Pläne.

Defekt wohl Ursache für Überflutung

Veröffentlicht: Juni 28, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, NRW

40 Keller und Garagen waren in Hennef-Stoßdorf beim Unwetter am 20. Juni überflutet werden. Der Ausfall eines Hochwasserpumpwerks in der Siegaue war wohl eine der Ursachen, zusätzlich zu den Regenmassen.

 

Land unter hieß es am 20. Juni am Königsberger Weg und an der Ringstraße in Stoßdorf. Nach dem extremen Starkregen waren etwa 40 Keller und Garagen überflutet worden. Tatsächlich war wohl der Ausfall eines Hochwasserpumpwerks in der Siegaue eine der Ursachen, zusätzlich zu den enormen Regenmassen, die innerhalb einer knappen Stunde fielen.

Normalerweise fließt der Regen über ein leichtes Gefälle zur Sieg hin ab. Hat die Sieg Hochwasser, würden sich diese Mengen aber stauen. Ein Schieber schließt sich dann in diesem Pumpwerk, das auflaufende Wasser wird höher gepumpt und abgelassen. Ein Sensor entscheidet darüber, wann das Signal für diesen Modus gegeben wird. Der hat am 20. Juni fälschlicherweise Hochwasser signalisiert, der Schieber ging zu.

Rückstau in den Straßen

Parallel dazu schossen die Regenmassen so schnell ein, dass vermutlich innerhalb weniger Sekunden die Elektronik ausfiel und die Pumpe nicht anspringen konnte.

Die Folge war ein Rückstau nach kürzester Zeit in den Straßen, weitere Niederschläge sorgten für Nachschub. Das sind die Ergebnisse der ersten Untersuchungen, weitere stehen aus. Auch denkbar ist aber, dass das Pumpwerk angesichts der Mengen in jedem Fall überfordert gewesen wäre.

Die Unabhängigen im Stadtrat haben jetzt eine Kommission gegen Hochwasserschutz und Überflutungen gefordert. Sie glauben, dass schon im Vorfeld vieles dazu beigetragen werden könnte, Schäden zu minimieren. Bürger vor Ort sollten beteiligt werden.

Die Betroffenen haben, anders als offensichtlich in Lohmar, das Angebot des Bürgertelefons reichlich genutzt und ihre Schäden gemeldet. Ab sofort können weitere Fragen unter ? 02242/88 82 14 geklärt werden. Die Stadt bittet Geschädigte weiterhin, ihre Ansprüche bei der eigenen Versicherung geltend zu machen, sie aber auch bei der Verwaltung zu melden. Die wird sie an ihre Versicherung weiterreichen.

Quelle: ksta.de

Spenden für die Opfer des Hochwassers

Veröffentlicht: Juni 28, 2013 von fluthelfer in finanzielle Hilfen, NRW

Die Stadtwerke Lohmar unterstützen die vom Unwetter betroffenen Bürger. Wer durch Aufräumarbeiten mehr Strom und Wasser verbraucht, kann sich an die Stadtwerke wenden. Die Stadt hat außerdem zwei Spendenkonten eingerichtet.

 

Die Stadtwerke versprechen ihren vom Hochwasser betroffenen Kunden unbürokratische Hilfe: Wer durch Pumpen oder Trockengeräte Mehrkosten an Strom habe, der möge sich ebenso wie Kunden, die aufgrund von Reinigungsarbeiten plötzlich erheblich mehr Wasser verbrauchen, melden unter ☎ 02246/15 710 (montags 8 bis 18 Uhr, dienstags bis donnerstags 8 bis 16 Uhr, freitags 8 bis 12 Uhr). Mit wie viel Entgegenkommen Betroffene rechnen dürfen, verrieten die Stadtwerke allerdings nicht.

Zudem stehen die Daten zu zwei Spendenkonten zugunsten der Hochwasseropfer nun auf der Internetseite der Stadt Lohmar bereit. Geld kann unter dem Verwendungszweck „Hochwasser Lohmar“ überwiesen werden.

Soziale Kriterien

Die Kreissparkasse Köln, die VR Bank Rhein-Sieg sowie die Stadt selbst haben bereits jeweils 5000 Euro zu Verfügung gestellt. Der Lions Club Lohmar spendet 500 Euro. Der Marketingverein Die Stadtmacher folgt dem Aufruf der Verwaltung und überweist 500 Euro.

Die stellvertretende Vorsitzende Roswitha von Wülfing wünscht sich Nachahmer: „Wir hoffen, dass noch weitere Bürger, der Einzelhandel und die Gewerbetreibenden unserem Beispiel folgen.“ Die Stadt Lohmar will mit den Spenden in Härtefällen finanzielle Hilfe zu leisten. Die Verteilung erfolgt, nach Eingang der Schadensmeldungen, nach sozialen Kriterien. Schadensmeldungen können bei der Stadtverwaltung unter ☎ 02246/15-254 oder per E-Mail gemeldet werden

Quelle: ksta.de

Falsche Opfer und dreiste Versicherungen

Veröffentlicht: Juni 28, 2013 von fluthelfer in Bayern

Schnelle und unbürokratische Hilfe wurde den Flutopfern nach dem Hochasser zugesichert. Doch eine gerechte Verteilung von Spenden und Geldern an die wirklich Bedürftigen geht oftmals nicht ohne Bürokratie. Falsche Opfer und unzumutbare Vorschläge einiger Versicherungen machen die Arbeit der Behörden noch komplizierter.

Von Wolfgang Wittl

Wer sich dieser Tage zum Thema Hochwasser äußert, sollte seine Worte mit Bedacht wählen. Die jüngste Erfahrung machte Sascha Straub, ein Finanzfachmann von der bayerischen Verbraucherzentrale. Er hatte kritisiert, dass Flutopfer im Landkreis Deggendorf, deren Häuser nicht zu versichern waren, eine Bescheinigung ihrer Versicherung vorlegen müssten, dass dem tatsächlich so ist. Dies habe „mit unbürokratischer Hilfe nichts zu tun“, wurde Straub von der Nachrichtenagentur dpa zitiert. Eine „echte Zumutung“ sei das für die Betroffenen. Die Replik erfolgte ähnlich prompt und direkt wie in Passau, wo Stadt und Umweltministerium tagelang über die Benachrichtigung über Pegelstände stritten, ehe sie sich auf unterer Arbeitsebene wieder ihrer guten Zusammenarbeit versicherten.

Straub stellt in einem Schreiben an das Landratsamt Deggendorf nun ausdrücklich klar, dass er keinesfalls die Verwaltungen in den Hochwassergemeinden gemeint habe, die diese „bürokratischen Hürden“ verschuldet hätten. Vielmehr sollten Versicherungen von sich aus alle Daten zur Verfügung stellen, um das Verfahren zu beschleunigen. Das Landratsamt hatte zurecht darauf hingewiesen, dass der Freistaat die Vorlage von Versicherungsbescheinigungen ausdrücklich vorgeschrieben habe.

Je nachdem fällt auch die Höhe der Unterstützung aus. Wer nachweisen kann, dass sein Gebäude nicht zu versichern war, erhält 10 000 Euro für Ölschäden und 5000 Euro für zerstörten Hausrat. Wer von sich aus auf eine Versicherung verzichtete, bekommt jeweils nur die Hälfte.

Vermeintliche Opfer mit veralteten Mietverträgen

Das technokratisch anmutende Prozedere hat Gründe. Für die Behörden kommt es darauf an, einen detaillierten Überblick über Schäden und Eigentumsverhältnisse zu erlangen, um das Geld gerecht verteilen zu können. Zumal damit offenbar Schindluder getrieben wird. In Deggendorf sind bereits Fälle bekannt, in denen sich vermeintliche Opfer 1500 Euro Soforthilfe unter den Nagel gerissen haben, obwohl sie vom Hochwasser gar nicht geschädigt sind. Sie legten etwa veraltete Mietverträge vor oder wohnen in Stockwerken, die vom Wasser überhaupt nicht betroffen waren. Betrüger hätten mit Anzeigen wegen Missbrauchs zu rechnen, sagt Landrat Christian Bernreiter (CSU), das Geld werde zurückgefordert. Oft kämen die Tipps aus der Bevölkerung, weil die Ämter so schnell gar nicht alles nachprüfen könnten.

Auch die Verteilung von Spenden erfolgt über die Behörden, egal ob sie bei Kirchen, Verbänden oder Privatinitiativen eingegangen sind. „Gedanklich werden wir alles zusammenwerfen“, sagt Landrat Bernreiter. Ein Fachgremium werde darauf achten, die Spenden gerecht zu verteilen. Nicht dass im Zusammenspiel von staatlicher und privater Hilfe jemand zu kurz kommt – oder zu großzügig bedacht wird. Von kommender Woche an sind die Antragsformulare bei den Kommunen abzuholen oder im Internet runterzuladen. Enttäuschungen werden nicht ausbleiben: „Schnell, unbürokratisch und gerecht – das geht nicht“, sagt Bernreiter.

Unter den Antragstellern werden dann vermutlich auch Hochwassergeschädigte zu finden sein, die eine Elementarschadenversicherung abgeschlossen haben. Obwohl sie damit vermeintlich alle Vorkehrungen getroffen haben, könnten sie nun sogar schlimmer betroffen sein als Nichtversicherte. Anwohner in Fischerdorf jedenfalls berichten von nahezu unzumutbaren Bedingungen der Versicherungen. So seien sie angewiesen worden, vom Hochwasser ramponierte Gegenstände wie Fenster, Heizkörper und Duschen auseinanderbauen, reinigen und trocknen zu lassen – und dann wieder zu verwenden. Sollten sich die Utensilien in einem Jahr als unbrauchbar herausstellen, könne man die Sachen immer noch entsorgen, hieß es.

Die Deggendorfer Stadt- und Kreisrätin Renate Franzel (Grüne) rät deshalb zur Gründung einer Interessensgemeinschaft für Hochwassergeschädigte, die bereits in anderen Überschwemmungsgebieten erfolgreich gearbeitet hätten. Eine solche IG könne als eigenständiger Verein neutrale Sachverständige bezahlen, die ein Gegengutachten erstellten.

Quelle: sueddeutsche.de

Mückenplage Nach dem Hochwasser kommen die Mücken

Veröffentlicht: Juni 28, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen

 

Nach dem Hochwasser haben Mücken den Auwald bei Plattling erobert. Hier geht niemand freiwillig rein, es sei denn, er hat ein professionelles Interesse – zum Beispiel der Landschafts-Ökologe Hans Schmidt, der solche Plagen verhindern will.

Überschwemmungsmücken werden zur Plage

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Im Auwald von Plattling: Mückenschwärme ohne Ende. Aber das sind keine normalen Mücken, es sind Überschwemmungsmücken. Ihre Eier können bis zu 10 Jahre im Boden überdauern und dann entwickeln sich bei Hochwasser innerhalb kürzester Zeit Millionen Mücken. Wie kann man solche Massen schnell und wirkungsvoll bekämpfen?

Plattling war eine der ersten Kommunen, die nach der Flut reagierten: Bürgermeister Erich Schmid hatte bereits vor zwei Jahren eine Bestandsaufnahme der Mückengebiete durch die Wissenschaftler Martin Geier und Hans Schmidt machen lassen. Sie ist die Grundlage,  um die Mücken überhaupt bekämpfen zu können.

„Sie können bei uns, wenn in einem Mückenjahr sehr, sehr viele Mücken geschlüpft sind, sich abends fast nicht mehr ins Freie begeben. Das ist natürlich auch ein wirtschaftlicher Schaden für unsere Gastronomie. Und zum dritten haben wir in diesem Jahr auch noch zusätzlich die Gefahr, dass die Mücken Krankheiten übertragen könnten, aufgrund der vielen toten Tiere, die in den Auwäldern, in den Wiesen liegen, wollen wir den Bestand so gering wie möglich halten.“

Erich Schmid, Bürgermeister der Stadt Plattling, Lkr. Deggendorf

Umsichtige Planung in Plattling

Den Antrag für eine Bekämpfung hatte Erich Schmid lange vor der Flut gestellt. Ein Jahr lag er bei der Regierung von Niederbayern, vor drei Wochen kam endlich die Zusage. Anschließend musste alles sehr schnell gehen: Binnen weniger Tage war der Wirkstoff aus dem Bacillus thuringiensis israelensis, kurz Bti, vor Ort. Der Bauhof Plattling nutzt zwei Formen des Präparats: Spritzmittel und Granulat. Das Granulat hat den Vorteil, dass es auch durch Blätter und Äste hindurch fällt, direkt auf die Wasseroberfläche.

Ein selektiver Wirkstoff

Der Wirkstoff zerstört den Darm der Mückenlarven und wirkt selektiv, andere Lebewesen sind nicht betroffen. Aber das Mittel schlägt nur in einem kurzen Entwicklungsstadium an. Sobald sich die Larven verpuppen, nehmen sie keine Nahrung mehr auf, und dann ist auch der Wirkstoff machtlos. Zur Bekämpfung bleibt unterm Strich nur ein Zeitfenster von vier bis fünf Tagen.

Verbreitung in Windeseile

Im Auwald ist es dieses Jahr für Hilfsmaßnahmen zu spät: Die Mücken sind bereits geschlüpft und haben nun eine Flugreichweite von 10 bis 15 Kilometern, genug, um benachbarte Städte und Dörfer zu erreichen.

Überschwemmungsmücken sind auch am Tag aktiv. Ihre Eier können bis zu zehn Jahre im Boden überdauern, brauchen aber nur anderthalb Wochen, um sich nach einer Überschwemmung zu entwickeln. Dr. Martin Geier, Biologe: „Dann sind alle auf einen Schlag in der Luft. Diese Überschwemmungsmücken kommen total schnell in extrem großen Massen.“

„Wir sind völlig überrascht worden von diesem Hochwasser. Wir haben riesige Flächen, die zu bekämpfen wären, das werden wir nicht schaffen.“

Erich Schmid

Erfolge am Oberrhein

Woanders ist man bereits weiter: Am Oberrhein wird das Bti-Präparat seit über 30 Jahren zur Mückenbekämpfung eingesetzt, flächendeckend, aus der Luft. Eine kommunale Aktionsgemeinschaft aus 100 Städten und Gemeinden koordiniert den Einsatz, systematisch und effektiv. Genau das fordert Biologe Martin Geier auch für Bayern. Denn hierzulande fehlt bislang ein professionelles Mückenmanagement in einer solchen Größenordnung.

„Hier müssen Konzepte langfristig erarbeitet werden und man braucht für solche großräumigen Bekämpfungskonzepte sehr viel Zeit zum Lernen, man braucht Organisationsstruktur, einen Verein, der sich gründet. Das geschieht nicht von heute auf morgen und in fünf Tagen. Sie müssen die Flächen kartieren – ansonsten wird man immer wieder überrascht von dem Hochwasser.“

Martin Geier

Zwischen Bangen und Hoffen

In den nächsten Tagen werden die Wissenschaftler noch einmal herkommen – um zu schauen, ob hier, in den Isarauen bei Plattling, derzeit eine zweite Mückengeneration heranwächst. Vielleicht haben sie ja Glück im Unglück, die Menschen an Donau und Isar – und ein Sommer mit mehreren Mückenwellen bleibt ihnen erspart.

Grimma hat Hochwasser-Warnsystem modernisiert

Veröffentlicht: Juni 28, 2013 von fluthelfer in Grimma
Nach dem Hochwasser hat die Stadt Grimma (Kreis Leipzig) ihr Warnsystem modernisiert. Statt über eine Telefonanlage werden Warn-SMS jetzt über das Internet versendet.
wie die Stadt am Freitag mitteilte. Damit werde sichergestellt, dass Nachrichten auch während eines Stromausfalls an die betroffenen Hausbesitzer gingen. Zudem könnten mit der Neuauflage mehr Telefonnummern in den Verteiler aufgenommen werden. Bisher gab es nur 500 Plätze. Nach Angaben der Stadt waren allein beim jüngsten Hochwasser 2500 Menschen betroffen. Seit der Jahrhundertflut 2002 können sich die Grimmaer per SMS über Hochwasserwarnungen, Pegelstände und Prognosen informieren lassen.
Quelle: focus.de

Das Land Niedersachsen hat der Kreisverwaltung die Richtlinien zur Gewährung einer Soforthilfe für vom Hochwasser geschädigten Privathaushalte zur Verfügung gestellt. Damit können betroffene Personen zur Überbrückung von akuten Notlagen die angekündigte Soforthilfe beantragen.

Bis zum 30.09.2013 können jetzt vom Hochwasser 2013 Betroffene finanzielle Unterstützung beim Landkreis Lüchow-Dannenberg beantragen. Allen, die sich in den vergangenen Wochen bereits beim Landkreis wegen der Soforthilfe gemeldet hatten, wird der Antragsvordruck sowie ein dazugehöriges Merkblatt automatisch übersandt.

Weitere Antragsteller können die Unterlagen demnächst unter: http://buergerservice.niedersachsen.de/portal/?SOURCE=PstListPSTID=306241882 abrufen. Für darüber hinaus gehende Fragen im Zusammenhang mit der Soforthilfe-gewährung steht die Kreisverwaltung unter Tel: 05841/120-241 (Frau Stannek) oder per E-Mail: finanzen@luechow-dannenberg.de auch weiterhin zur Verfügung.

Quelle: wendland-net.de

»Da kann noch mehr Hochwasser kommen»

Veröffentlicht: Juni 28, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Diplom-Ingenieur Ernst-August Schulz prognostizierte die Elbewasserstände genauer als die amtliche Hochwasserzentrale

as Lüchow. Hohe Anerkennung hat sich Diplom-Ingenieur Ernst-August Schulz aus Holtorf nicht nur bei seinen Fachkollegen für seine präzisen Pegel- prognosen beim jüngsten Elbehochwasser erarbeitet. Die Vorhersagen waren weit präziser als die der amtlichen Hochwasserzentrale in Magdeburg.

Und das nicht nur beim jüngsten Hochwasser. Landrat Jürgen Schulz verlässt sich eher auf die Vorhersagen seines Leiters der Unteren Deich- und Wasserbehörde. Der 56-Jährige hatte nach seinem Abitur in Lüchow von 1976 bis 1983 an der TU in Hannover Bauingenieurwesen mit Schwerpunkt Wasserwirtschaft studiert. Seit 1995 leitet er die Tiefbauabteilung. Gegenüber der EJZ beantwortete er im Interview folgende Fragen:

EJZ: Wie ist das Rekordhochwasser für Lüchow-Dannenberg einzuordnen?

E. A. Schulz: Jedes Hochwasser ist anders und hängt von verschiedenen Randbedingungen ab. Beim Elbe-Hochwasser 2013 handelte es sich um ein Extrem-Hochwasser, das – rein rechnerisch gemessen am bisherigen Bemessungshochwasser – nur alle 200 Jahre einmal vorkommt. Da sind mehrere hohe Zufluss-mengen zusammengekommen, sowohl aus Tschechien als auch aus der Mulde und der Saale. Allerdings kam verhältnismäßig wenig Wasser aus der Havel. Und auch aus anderen Teilen Tschechiens kann durchaus noch mehr Wasser in die Elbe fließen. Das bedeutet: Da kann noch mehr Hochwasser kommen.

EJZ: Was ist der Richtwert des bisher geltenden Bemessungshochwassers (BHW) nach der jüngsten Flut noch wert?

E. A. Schulz: Bereits im August 2011 hat die Bundes- anstalt für Gewässerkunde ein neues Bemessungshochwasser, das rechnerisch nur alle 100 Jahre eintritt, berechnet und als offiziellen Richtwert herausgegeben. Bislang hat sich das Land Niedersachsen aber geweigert, das BHW anzuerkennen und rechtlich festzusetzen. Die Landkreise Lüneburg und Lüchow-Dannenberg fordern das schon lange. Wird bisher in Hannover offziell mit einer Durchflussmenge am Pegel Wittenberge von 4000 Kubikmeter pro Sekunde ausgegangen, so hat die Bundesanstalt für Gewässerkunde eine Durch-flussmenge von 4545 Kubikmeter als neues BHW ermittelt. Im November 2008 war das von den Elbanrainerländern fest- gelegt worden.

EJZ: Wie hätten sich die Wasserstände in Lüchow-Dannenberg ohne die Deichbrüche an der Elbe in Aken und Fischbeck voraussichtlich entwickelt?

E. A. Schulz: Wir hätten in Lüchow-Dannenberg keine wesentliche Erhöhung der Pegelwerte, aber eine deutliche Verlängerung der Scheitelwelle erhalten. Grund dafür ist, dass die Scheitelwelle die späteren Deichbruchstellen bereits passiert hatte. Aktuell war die Scheitelwelle rund 160 Kilometer lang von Schnackenburg bis Magdeburg und dauerte zwei Tage. Ohne Deichbrüche wäre sie dann rund 300 Kilometer lang bis etwa Torgau gewesen und hätte vier Tage gedauert.

EJZ: Welchen Einfluss hat der Wasserstand der Saale generell für die Elbe und speziell bei diesem Hochwasser?

E. A. Schulz: Im Jahr 2011 war der Zufluss der Saale für das Elbe-Hochwasser entscheidend, weil der Saale-Höchststand die damalige Scheitelwelle erhöhte und beschleunigte. Dieses Mal war der Saale-Höchststand schon viel früher vor dem Eintreffen der Elbe-Scheitelwelle in die Elbe geströmt, hatte den Basispegelwert schon angehoben, aber nicht zu einer weiteren Erhöhung der Scheitelwelle beigetragen. Saale und Mulde waren schnell angestiegen, aber als die Elbe-Scheitelwelle die Mündungen der Nebenflüsse passierte, hatte die Elbe aufgrund der Fließgeschwindigkeit praktisch Vorfahrt. Das belegen die Abflussmengen der Nebenflüsse, die sich dem Internet entnehmen lassen. Durch die Zunahme der Fließgeschwindigkeit war die Welle letztlich zwei Tage eher in Lüchow-Dannenberg als zuvor berechnet. Innerhalb von nur drei Tagen war die Elbe deswegen in Hitzacker von Freitag von 5,24 Meter am Montag auf 8,05 Meter gestiegen.

EJZ: Welches Geheimnis steckt hinter der hohen Treffergenauigkeit Ihrer Prognosen?

E. A. Schulz: Mit den Pegelwerten, die alle 24 Stunden herausgegeben werden, lässt sich nicht rechnen. Aus dem Internet lassen sich die Pegelwerte aus Tschechien, Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt ablesen, und zwar im Zwei-Stunden-Rhythmus. Neben den Pegelwerten gilt es, auf die Durchflussmengen zu achten, aus denen sich dann die Fließgeschwindigkeiten errechnen lassen. Durch diese differenzierte Datenerhebung lassen sich sehr genaue Vorhersagen über die Wasseranstiege berechnen. Dabei dürfen Randbedingungen wie zusätzliche Niederschläge nicht außer Acht gelassen werden.

Was bei diesem Elbe-Hochwasser bemerkenswert war, ist die Tatsache, dass in Tschechien die dort vorhandenen Speicher voll ausgeschöpft worden sind. Da haben die Tschechen gute Arbeit geleistet. Als aber nach dem Wochenende mit kontinuierlichem Starkregen die Fließgeschwindigkeit der Moldau am 2. Juni innerhalb von nur 30 Stunden von 500 Kubikmeter pro Sekunde auf 3000 Kubickmeter pro Sekunde explodierte, haben wir im Lüchower Kreishaus die Einberufung des Krisenstabs vorbereitet.

EJZ: Weshalb hat die amtliche Hochwasserzentrale in Magdeburg so wechselnde und teil-weise falsche Vorhersagewerte geliefert?

E. A. Schulz: Das kann ich nicht sagen. Ich kenne das Computermodell nicht. Allerdings hat es den Anschein, als seien dort nicht alle nötigen Randbedingungen berücksichtigt worden, die für ein dynamisches Vorhersagemodell erforderlich sind, nämlich Fließverhalten der Gewässer, Geschwindigkeiten und das Zuflussverhalten der Nebenflüsse. Darin könnte die Ursache für die fehlerhaften Prognosen liegen.

EJZ: Wie sind die Hochwasserstände an der Seege speziell an der Landesstraße 256 zu erklären?

E. A. Schulz: Bisher waren alle davon ausgegangen, dass die Landesstraße 256 zwischen Meetschow und Gartow auf einem recht hohen Niveau liegt. Das war ein Fehler. Bei den erreichten Extrem-Wasserständen wäre die Landesstraße – ohne die umfangreichen Schutzmaßnahmen – überströmt worden. Mit Ankunft der Scheitelwelle in der Elbe an der Seegemündung war der Fluss praktisch aus- gespiegelt und eine große Wasserfläche. Da war es positiv, dass das Land Sachsen-Anhalt das Wehr in Bömenzien geschlossen hat und eine umfangreiche Notdeichlinie errichtet hat. Sonst wären dort zwischen 4000 und 6000 Hektar landwirtschaftliche Fläche unter Wasser gesetzt worden. Für Gartow und Laasche hatte das Schließen des Wehres nur eine geringe Bedeutung für die Wasserstände.

EJZ: Was bedeutet die Forderung, dem Fluss mehr Raum zu geben, für den Landkreis Lüchow-Dannenberg?

E. A. Schulz: Die 420 Hektar große Rückdeichung bei Lenzen in Brandenburg hat dazu geführt, dass der Pegel in Schnackenburg um 21 Zentimeter niedriger war als ohne diese Retentionsfläche. Die Seegeniederung ist das größte natürliche Rückstaugebiet mit einer Fläche von rund zehn Quadratkilometern. In Lüchow-Dannenberg sind neben den Flächen der Seege- und Jeetzelmündung keine weiteren Flächen vorhanden, wo wir der Elbe mehr Raum geben können. Deswegen ist es notwendig, dass die Wasserrückhaltung im Oberlauf der Elbe stattfindet. Die Nutzung der sechs Havel-Polder mit einer Gesamtfläche von rund 9900 Hektar ist der richtige Weg. Die Tschechen sind uns mit der Steuerung ihrer Rückhaltebecken da ein Stück voraus.

Quelle:ejz.de

Nach der Flut ist vor der Flut

Veröffentlicht: Juni 28, 2013 von fluthelfer in Kreis Lüneburg, Landkreis Lüchow-Dannenberg

Erfahrungen und Konsequenzen aus dem Hochwasser

Am Dienstag Nachmittag trafen sich in Bleckede Vertreter aus Niedersachsen, Mecklenburg-Holstein, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, um sich über die Erfahrungen und Konsequenzen des gerade überstandenen Hochwassers auszutauschen. Staatssekretärin Almut Kottwitz (NMU) drängte dabei auf schnelle Maßnahmen zum Hochwasserschutz, denn „im Herbst könne schon das nächste Hochwasser“ kommen.

Zu dem Treffen waren auch die Landräte von Lüneburg und Lüchow-Dannenberg gekommen, die ministeriellerseits noch einmal ausdrücklich dafür gelobt wurden, dass sie den Katastrophenalarm so früh ausgelöst hatten. „Nun geht es allerdings darum, so schnell wie möglich vorbeugende Maßnahmen im Hochwasserschutz zu beschließen und umzusetzen,“ so Staatssekretärin Kottwitz. Denn nicht nur sie befürchtet, dass man sich bereits im Herbst mit dem nächsten Hochwasser beschäftigen muss.

Im Fokus stehen dabei auch die immer noch unbefriedigenden Prognosen. In der Woche vor dem Eintreffen des Flutscheitels mussten sich die Einsatzleitungen mit der nervenaufreibenden Situation auseinandersetzen, dass an einem Tag die Wasserstände katastrophal hoch prognostiziert wurden, um am nächsten Tag wieder nach unten relativiert zu werden. Erst kurz vor Eintreffen des Hochwasserscheitels näherten die Werte sich an. „Eine Konsequenz muss sein, dass die Prognosesituation sich verbessert,“ so Staatssekretärin Kottwitz. Kritik übte sie dabei konkret an der Arbeit der Hochwasserzentrale in Magdeburg. „Wir dürfen nicht nur die Technik verbessern, sondern die Erfahrung der Menschen muss auch mitgenommen werden,“ betonte die Staatssekretärin.

Lob für die gute Zusammenarbeit

Viel besser als im Jahre 2006 lief allerdings die länderübergreifende Zusammenarbeit in der Katastrophenbewältigung, da waren sich alle Anwesenden einig. Im Hochwasserschutzes müssen allerdings deutlich verbesserte länderübergreifende Konzepte entwickelt und verbindlich umgesetzt werden – auch da waren sich alle einig. damit die Deichverbände und Kommunen nicht alleine mit dem Problem da stehen. „Es kann nicht angehen, dass die Unterlieger den Preis für die Fehler der Oberlieger zahlen,“ war aus der Runde zu hören. „Wir müssen überlegen, wie wir die Oberlieger bei der Umsetzung effektiver Hochwasserschutzmaßnahmen unterstützen können,“ so die elegante Formulierung von Staatssekretärin Kottwitz. Denn nach ihrer Aussage sind zum Beispiel von den im Jahre 2006 verabredeten 20 Flutungspoldern längs der Elbe bisher lediglich die Hälfte umgesetzt worden.

In Sachen Verbuschung setzt bei der (grünen) Landesregierung offenbar ein Umdenken ein. „Wir werden bei der Verbuschung mit dem Naturschutz reden, denn wir dürfen nicht gegen EU-Regeln verstoßen,“ so Kottwitz. „Und von daher werden wir gemeinsam mit dem Naturschutz Konzepte entwickeln, wie durch Abbau der Verbuschung ein möglichst ungestörter Abfluss gewährleistet werden kann.“

Finanzen für die Hochwasserhilfe stehen bereit

 

Almut Kottwitz, aber auch Frank Doods, Staatssekretär im Niedersächsischen Finanzministerium , betonten, dass die Grundlagen für die Auszahlung der Soforthilfen sowie anderer Hochwasserhilfen geschaffen sind. „Bereits nächste Woche könnten die ersten Auszahlungen laufen,“ so Almut Kottwitz. Und: das Land wird bis zur Hälfte der Kosten für die Beseitigung der Sandsäcke übernehmen, damit niemand auf den Kosten sitzen bleiben muss. Unklar bleibt vorerst, ob dieses Angebot nur den Deichverbänden zu Gute kommt oder ob Gemeinden davon auch profitieren können.

Die Gelder für die Soforthilfe (Übersicht gibts hier!) sin d ebenfalls bereit gestellt, so dass bereits in der nächsten Woche mit der Auszahlung begonnen werden könnte, so Doods. Einerseits sollen die Soforthilfen so unbürokratisch wie möglich ausgezahlt werden, andererseits, so Doods, müsste die Organisation aber „so aufgesetzt werden, dass es zu guten Ergebnissen führt“.

In der Struktur wird es wohl ein Nebeneinander von Soforthilfen und dem Hochwasser-Fonds geben. Wie dieser inhaltlich ausgestattet sei bzw. wie sich die beiden Hilfsinstrumente voneinander abgrenzen, dass sei noch nicht geklärt, so Doods.

Grundsätzlich, so Doods weiter, müsse die Landesregierung sich die Frage stellen, welche Gelder mobilisiert werden müssen, um effektiven Hochwasserschutz zu realisieren? Vor dem Hintergrund, dass man sich regelmäßig auf hohe Hochwasser einstellen müsse, gewinne diese Frage zunehmend an Bedeutung. In diesem Zusammenhang verwies Lüchow-Dannenbergs 1. Kreisrat Claudius Teske darauf, dass das Bemessungshochwasser dringend neu festgelegt werden müsse. Dies müsse dann als Grundlage für einen noch zu entwickelnden „Masterplan Elbe“ genommen werden.

Vier neuralgische Punkte in Lüchow-Dannenberg

Nach der Flut von 2002 wurde in Lüchow-Dannenberg einiges in den Hochwasserschutz investiert. Viele Deiche wurden saniert, modernisiert oder völlig neu gebaut. So gab es dieses Jahr an vielen Stellen keine Probleme. Auch der mobile Deich in Hitzacker hielt dem massiven Druck stand – allerdings um den Preis, dass unzählige Helfer Tag und Nacht damit beschäftigt waren, Treibgut von der Spundwand fern zu halten, um Schäden durch Anprall zu verhindern.

Nach ersten Analysen der Ereignisse zeichnen sich für das Ministerium vier neuralgische Punkte ab, an denen der Hochwasserschutz dringend verbessert werden muss:

  • eine Deichstrecke von 14 km bei Hitzacker
  • Neu Darchau
  • Gartower Raum (Minderhöhen/Deichanschluss Am Helk)
  • Vietze („Ganz wichtig“ – Zitat Kottwitz)

Die Vertreterin der Landesregierung die Deichverbände und Kommunen darum, ihre Schäden so schnell wie möglich festzustellen und zu melden, damit möglichst bald ein Überblick über die tatsächliche Schadenshöhe vorliegt.

Quelle: wendland-net.de

Elbe in Sachsen hat Höchststand fast erreicht

Veröffentlicht: Juni 27, 2013 von fluthelfer in Sachsen

Die Elbe in Sachsen hat ihren Höchststand fast erreicht. Nach 5,35 Metern am Morgen in Dresden soll das Wasser nach Angaben des Landeshochwasserzentrums nur noch geringfügig steigen. Vor einem Hochwasser wie vor 14 Tagen brauche niemand mehr Angst haben, sagte eine Sprecherin. An der Elbe bei Schöna und Dresden galt die zweite von vier Alarmstufen. Die Sächsische Dampfschiffahrt hat ihre Fahrten zwischen Seußlitz und Bad Schandau bis einschließlich Freitag eingestellt. Veranstaltungen am Elbufer wurden abgesagt. (dpa)

Radfahrer aufgepasst! Nach wie vor sind Teile des Elbe- und Moldauradwegs in Tschechien wegen des Hochwassers gesperrt. Vor allem rund um Prag würden die Aufräumarbeiten noch bis Mitte Juli dauern, teilte Czech Tourismus mit.

Der Elbe- und Moldauradweg ist teilweise nicht befahrbar. Rund um Prag müssten Radfahrer auf Straßen ausweichen. Das gilt auch für die Radwege beim Zusammenfluss von Elbe und Moldau, wo ein Deichbruch schwere Schäden verursacht hatte. Vom Schlosspark Veltrusy bis Melnik müssen Radfahrer ebenfalls auf die Straße ausweichen. Durch die Wassermassen seien zahlreiche Radwege schwer beschädigt, einige Rastplätze komplett weggespült worden. Wieder geöffnet seien alle Restaurants und Unterkünfte. (dpa/tmn)

http://www.fr-online.de

Sachsen-Anhalt dankt den Hochwasser-Helfern mit Riesenplakaten in fünf deutschen Großstädten. Zugleich solle dazu eingeladen werden, das Land zu besuchen, teilte das Wirtschaftsministerium am Donnerstag in Magdeburg mit. Am kommenden Montag werde Wirtschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) in Berlin ein 140 Quadratmeter großes Riesenposter enthüllen. Weitere Aushänge soll es in den Innenstädten von Essen, Dortmund, Düsseldorf und Köln geben, die dann vier Wochen lang auf Sachsen-Anhalt hinweisen. Unter den Folgen des Hochwassers leiden viele Betriebe des Hotel- und Gaststättengewerbes. Viele haben auch Einbußen, obwohl sie abseits des Hochwassers angesiedelt sind. (dpa/sa)

http://www.fr-online.de

„Verdreckte“ Passau-Plakate in München sollen Flutopfern helfen

Veröffentlicht: Juni 27, 2013 von fluthelfer in Bayern
Um Spenden für die Opfer der Flut zu sammeln, haben die „Aktion Deutschland hilft“ und Heye eine einzigartige Hilfsaktion ins Leben gerufen.
An Stellen mit hohem Verkehrsaufkommen in München sind mehrere Großflächen zu sehen, die im Stile typischer Tourismus-Werbung für die idyllischen Städte werben, darunter auch Passau.

Allerdings mit einem Unterschied: Die Plakate sind gemäß des Wasserstandes der abgebildeten Städte im unteren Bereich bis zur Mitte völlig zerstört, aufgequollen, mit Schlamm verdreckt und ramponiert. Es wirkt, als hätte die Flut auch hier ihre Spuren hinterlassen.

Ein „Störer“ löst die Aktion auf. Der Text: „Das Wasser ist weg. Die Schäden bleiben.“ Per SMS können Passanten über eine auf dem Plakat angegebene Nummer an die „Aktion Deutschland Hilft“ spenden.

Die Plakatkampagne läuft ab sofort bis zum 8. Juli.

Quelle: wochenblatt.de

300 Eintrittskarten für flutgeschädigte Sportvereine

Veröffentlicht: Juni 27, 2013 von fluthelfer in Madgeburg

Am 8. Juli steigt in Magdeburg das Fußball-Spiel des Sommers: Der 1. FC Magdeburg trifft auf Borussia Dortmund – und MDR SACHSEN-ANHALT bringt Sie ins Stadion. Erzählen Sie uns einfach die Hochwasser-Geschichte Ihres Sportvereins.

Am 8. Juli steigt der Höhepunkt in der Saisonvorbereitung des 1. FC Magdeburg: Dann ist der Champions-League-Finalist Borussia Dortmund in der MDCC-Arena zu Gast. Und mit etwas Glück laden MDR SACHSEN-ANHALT und die Opel-Partner Magdeburg Sie und Ihren Verein dazu ein. Denn wir verschenken insgesamt 300 Tickets an hochwassergeschädigte Vereine aus Sachsen-Anhalt.

Sie wollen Karten für das Spiel gewinnen? So einfach geht’s:

Ihr Sportplatz stand unter Wasser? Ihr Trainingsgelände wurde von den Fluten überspült? Sie stecken bis zum Kopf in den Aufräumarbeiten in ihrer Turnhalle? Oder haben Sie mit Ihrem Verein anderen beim Kampf gegen das Hochwasser geholfen? Dann erzählen Sie uns einfach Ihre Geschichte! Viele Sportvereine in Sachsen Anhalt wurden vom Hochwasser schwer gebeutelt – und wir wollen einigen davon eine kleine sportliche Verschnaufpause gönnen.

Schreiben Sie uns über das Formular unten, warum gerade Sie beim Spiel des Sommers dabei sein sollten, um auf andere Gedanken zu kommen – und vielleicht sind Sie und Ihre Vereinskollegen dann am 8. Juli in Magdeburg tatsächlich im Stadion, wenn der FCM auf den Champions-League-Finalisten Borussia Dortmund trifft.

 

Extraschichten bei der RSAG

Veröffentlicht: Juni 27, 2013 von fluthelfer in NRW

Nach dem Hochwasser der vergangenen Woche müssen große Mengen unbrauchbar gewordenen Hausrats entsorgt werden. Obwohl die RSAG seit Tagen Sonderschichten fährt, müssen sich Betroffene weiter gedulden.

Rhein-Sieg-Kreis.  Mit Sondertouren, Extraschichten und dem Einsatz von Leiharbeitern versucht die Rhein-Sieg-Abfallwirtschaftsgesellschaft (RSAG) und ihre Logistik-Tochter ARS der großen Sperrmüllmengen Herr zu werden, die nach dem Unwetter der vergangenen Woche in vielen Haushalten des Rhein-Sieg-Kreises angefallen sind.

Nach Angaben des Entsorgungsunternehmens wurden bis Donnerstagvormittag mehr als 700 Sammelstellen in 400 Straßen in den betroffenen Kommunen angefahren. Trotzdem meldeten sich im Kundencenter der RSVG noch immer zahlreiche Hochwasseropfer.

Rund 100 Straßen im Kreisgebiet müssen in den nächsten Tagen noch angefahren werden. Dabei bittet die RSVG allerdings um Geduld. Die Abholung der vom Unwetter zerstörten Möbelstücke, Teppiche und anderer Gegenstände werde voraussichtlich noch die gesamte nächste Woche in Anspruch nehmen.

Quelle: ksta.de

SACHSEN-ANHALT SAGT DANKE!

Jens Hünerbein - Bürgermeister

Unser Bundesland ist durch die Flutkatastrophe stark gezeichnet. Nach dem sich das Wasser Stück für Stück zurückzieht, sind die Schäden sichtbar. Unsere Gedanken sind bei den vielen Betroffenen. Jedoch hat sich gezeigt, dass in der Not unser Land zusammenstehen kann. Viele tausend freiwillige Helfer haben selbstlos mit angepackt, um Schlimmeres zu verhindern. Hand in Hand arbeiteten bis zur Leistungsgrenze freiwillige Helfer, Feuerwehrleute, Bundeswehr und weitere Rettungskräfte. Diesen Helfern gilt mein ausdrücklicher Dank und den Opfern mein Mitgefühl.

Nun ist es an der Zeit, diesen Kräften Dank zu sagen und Solidarität gegenüber den Opfern zu bezeugen. In diesem Sinne steht nunmehr der 17. Sachsen-Anhalt-Tag in unserer Stadt Gommern.

Unsere Einheitsgemeinde, bestehend aus 11 Ortsteilen und der Stadt Gommern, liegt landschaftlich eingebettet zwischen Elbaue und den letzten Ausläufern des Fläming. Reizvoll gestaltet sich unsere Landschaft durch zahlreiche Steinbruchseen, umgeben von vielen idyllischen Waldflächen. Der Elbradwanderweg führt ebenso durch unsere Gemeinde wie auch drei Bundesstraßen sowie eine überregionale Bahnlinie.

SiegerplakatLiebe Gäste, wir werden Sie kunterbunt und einfallsreich zu unserem Landesfest verzaubern. Auf kurzen Wegen werden Sie viel Gelegenheit haben, die verschiedensten Fassetten unserer Stadt kennen zu lernen. Nehmen Sie sich Zeit, das mit viel Ehrgeiz und Engagement organisierte Programm in allen Zügen zu genießen. Bewundern Sie unsere schöne Innenstadt sowie das Ambiente unserer Wasserburg. Genießen Sie die Aussicht am Kulk und bestaunen Europas reichhaltigsten Gesteinsgarten. Werfen Sie einen Blick über die Stadtsilhouette vom Aussichtsturm und erfreuen Sie sich an den vielfältigsten Programmpunkten in den verschiedensten Teilen unserer Stadt.

An dieser Stelle danke ich dem Land Sachsen-Anhalt, den vielen fleißigen Organisatoren und Helfern sowie den Sponsoren, die zum Gelingen des Festes beitragen. Ich lade Sie ein, auf den nachfolgenden Seiten das Organisationsteam kennenzulernen.

Ich wünsche uns Allen ein friedliches und wunderschönes Fest und hoffe, dass dieses bei Ihnen in guter Erinnerung bleibt und Sie uns bald wieder besuchen kommen.

Ihr

Jens Hünerbein
Bürgermeister

Programm Download hier

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Der Bundestag hat am Freitag dem Fluthilfefonds zugestimmt. Nun können die Mittel fließen. Acht der 16 Bundesländer sind betroffen. Der Stand der Hochwasserbilanzen – ein Überblick.

Der Bundestag hat am Freitag einmütig den Hilfsfonds mit acht Milliarden Euro gebilligt, aus dem die Schäden durch die Frühjahrshochwasser beglichen werden sollen. Finanziert wird der Fonds durch eine Erhöhung der Neuverschuldung. Der Bund geht dabei in Vorleistung, die Länder stottern ihren Anteil bis 2033 ab. Mit dem Geld sollen Flutschäden an der Infrastruktur behoben und betroffene Privathaushalte und Unternehmen unterstützt werden. Dabei geht es auch um Schäden für die Landwirtschaft. Auch bessere Schutzmaßnahmen sollen daraus finanziert werden. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wies Kritik am Verfahren zurück. „Wenn es eine Situation gibt, wo man kurzfristig wieder Schulden machen muss, dann ist es eine solche Notsituation“, sagte er.

„Das nächste Jahrhunderthochwasser kommt bestimmt und es kommt nicht erst in 100 Jahren“, sagte Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn. Hier reiche es nicht, Deiche zu verstärken, wichtig sei auch, „dem Fluss mehr Raum zu geben“ und ganzheitliche Konzepte für den gesamten Flussverlauf zu entwickeln. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) lobte im Bundestag ebenso wie weitere Redner den Einsatz von 1,7 Millionen ehrenamtlichen Helfern, um die Hochwasserschäden in Grenzen zu halten. Dies habe bewiesen, „dass sich die Deutschen in Notsituationen aufeinander verlassen können“.

Das Ausmaß der Hochwasserschäden auf Agrarflächen wird zusehends größer. Mittlerweile sind auf knapp 499 000 Hektar Beeinträchtigungen durch Überschwemmungen und Starkregen festgestellt worden, wie das
Bundeslandwirtschaftsministerium mitteilte. Dies sind fast 70 000 Hektar mehr als in einer Schätzung vor zwei Wochen. Am stärksten betroffen ist demnach Sachsen-Anhalt mit 117 000 Hektar. Die Erhebungen sind noch nicht überall beendet.

Acht der 16 Bundesländer waren von den Fluten direkt betroffen, allerdings in unterschiedlichem Maße. Die mit Abstand am stärksten in Mitleidenschaft gezogenen Länder waren Sachsen, Sachsen-Anhalt und Bayern. Noch gibt es keine Gesamtbilanz der Schäden; die einzelnen Länder müssen dem Bund erst zum 10.Juli Meldung machen. Doch vereinzelte Übersichten gibt es bereits.

SACHSEN:

In der Regierungszentrale in Dresden hat man schon einen recht detaillierten Überblick. Regierungssprecher Christian Hoose nennt eine vorläufige Schadensumme von 1,922 Milliarden Euro. Es ist eine Ersterfassung – mögliche Folgeschäden, die man jetzt noch nicht erkennen kann, dürften die Summe noch erhöhen. Der größte Teil davon, gut 40 Prozent oder 780 Millionen Euro, entfallen auf die Kommunen und deren kaputte Infrastruktur. Ein gutes Drittel dieser Summe betrifft Schäden an Straßen und Brücken. Insgesamt haben die Kommunen 13700 Schadenfälle registriert. Allein die Landeshauptstadt Dresden hat Schäden in Höhe von 137 Millionen Euro gemeldet. Das Land Sachsen selbst muss wohl mit mindestens 385 Millionen an Schäden rechnen (darin sind auch Bundesstraßen enthalten). Von Privatpersonen kommen Schadenmeldungen in Höhe von bislang 431 Millionen. Eine relativ hohe Summe hat auch das private Gewerbe gemeldet – dort kommen bisher 263 Millionen Euro zusammen. Eher gering mutet der Schaden an, der in der Landwirtschaft entstand – nur drei Prozent der Gesamtsumme oder 57 Millionen Euro. Doch wird in Dresden darauf verwiesen, dass in der Ersterfassung Ertrags- und Umsatzeinbußen noch nicht erfasst sind.

SACHSEN-ANHALT:

Während in Dresden schon Zahlen zu erhalten sind, hält man sich in Magdeburg noch bedeckt. Mit bis zu zwei Milliarden Euro sei wohl zu rechnen, hieß es vor einigen Tagen inoffiziell. Ein Regierungssprecher sagt aber auf die Frage nach der Schadenhöhe: „Da muss ich Sie enttäuschen, wir sammeln noch.“ In den Gemeinden liefen die Erfassungen noch, vorher gebe man keine Zahlen heraus. Allenfalls für das Land gibt es erste Schätzungen – die Schäden an Straßen werden auf etwa 70 Millionen Euro beziffert.

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Hochwasser 2013 Wie die Bundesländer von der Flut betroffen sind

27.06.2013 16:32 Uhrvon , , und

Der Bundestag hat am Freitag dem Fluthilfefonds zugestimmt. Nun können die Mittel fließen. Acht der 16 Bundesländer sind betroffen. Der Stand der Hochwasserbilanzen – ein Überblick.

Der Bundestag hat am Freitag einmütig den Hilfsfonds mit acht Milliarden Euro gebilligt, aus dem die Schäden durch die Frühjahrshochwasser beglichen werden sollen. Finanziert wird der Fonds durch eine Erhöhung der Neuverschuldung. Der Bund geht dabei in Vorleistung, die Länder stottern ihren Anteil bis 2033 ab. Mit dem Geld sollen Flutschäden an der Infrastruktur behoben und betroffene Privathaushalte und Unternehmen unterstützt werden. Dabei geht es auch um Schäden für die Landwirtschaft. Auch bessere Schutzmaßnahmen sollen daraus finanziert werden. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wies Kritik am Verfahren zurück. „Wenn es eine Situation gibt, wo man kurzfristig wieder Schulden machen muss, dann ist es eine solche Notsituation“, sagte er.

„Das nächste Jahrhunderthochwasser kommt bestimmt und es kommt nicht erst in 100 Jahren“, sagte Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn. Hier reiche es nicht, Deiche zu verstärken, wichtig sei auch, „dem Fluss mehr Raum zu geben“ und ganzheitliche Konzepte für den gesamten Flussverlauf zu entwickeln. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) lobte im Bundestag ebenso wie weitere Redner den Einsatz von 1,7 Millionen ehrenamtlichen Helfern, um die Hochwasserschäden in Grenzen zu halten. Dies habe bewiesen, „dass sich die Deutschen in Notsituationen aufeinander verlassen können“.

Das Ausmaß der Hochwasserschäden auf Agrarflächen wird zusehends größer. Mittlerweile sind auf knapp 499 000 Hektar Beeinträchtigungen durch Überschwemmungen und Starkregen festgestellt worden, wie das
Bundeslandwirtschaftsministerium mitteilte. Dies sind fast 70 000 Hektar mehr als in einer Schätzung vor zwei Wochen. Am stärksten betroffen ist demnach Sachsen-Anhalt mit 117 000 Hektar. Die Erhebungen sind noch nicht überall beendet.

Acht der 16 Bundesländer waren von den Fluten direkt betroffen, allerdings in unterschiedlichem Maße. Die mit Abstand am stärksten in Mitleidenschaft gezogenen Länder waren Sachsen, Sachsen-Anhalt und Bayern. Noch gibt es keine Gesamtbilanz der Schäden; die einzelnen Länder müssen dem Bund erst zum 10.Juli Meldung machen. Doch vereinzelte Übersichten gibt es bereits.

SACHSEN:

In der Regierungszentrale in Dresden hat man schon einen recht detaillierten Überblick. Regierungssprecher Christian Hoose nennt eine vorläufige Schadensumme von 1,922 Milliarden Euro. Es ist eine Ersterfassung – mögliche Folgeschäden, die man jetzt noch nicht erkennen kann, dürften die Summe noch erhöhen. Der größte Teil davon, gut 40 Prozent oder 780 Millionen Euro, entfallen auf die Kommunen und deren kaputte Infrastruktur. Ein gutes Drittel dieser Summe betrifft Schäden an Straßen und Brücken. Insgesamt haben die Kommunen 13700 Schadenfälle registriert. Allein die Landeshauptstadt Dresden hat Schäden in Höhe von 137 Millionen Euro gemeldet. Das Land Sachsen selbst muss wohl mit mindestens 385 Millionen an Schäden rechnen (darin sind auch Bundesstraßen enthalten). Von Privatpersonen kommen Schadenmeldungen in Höhe von bislang 431 Millionen. Eine relativ hohe Summe hat auch das private Gewerbe gemeldet – dort kommen bisher 263 Millionen Euro zusammen. Eher gering mutet der Schaden an, der in der Landwirtschaft entstand – nur drei Prozent der Gesamtsumme oder 57 Millionen Euro. Doch wird in Dresden darauf verwiesen, dass in der Ersterfassung Ertrags- und Umsatzeinbußen noch nicht erfasst sind.

SACHSEN-ANHALT:

Während in Dresden schon Zahlen zu erhalten sind, hält man sich in Magdeburg noch bedeckt. Mit bis zu zwei Milliarden Euro sei wohl zu rechnen, hieß es vor einigen Tagen inoffiziell. Ein Regierungssprecher sagt aber auf die Frage nach der Schadenhöhe: „Da muss ich Sie enttäuschen, wir sammeln noch.“ In den Gemeinden liefen die Erfassungen noch, vorher gebe man keine Zahlen heraus. Allenfalls für das Land gibt es erste Schätzungen – die Schäden an Straßen werden auf etwa 70 Millionen Euro beziffert.

BAYERN:

Zumindest den bayerischen Arbeitsmarkt lässt die Hochwasserkatastrophe unbeeindruckt. Zwar war in großen Teilen Niederbayerns noch vor kurzem Land unter. Doch gerade für diesen Regierungsbezirk vermeldet die Arbeitsagentur weiterhin die bayernweit niedrigste Arbeitslosenquote von 2,9 Prozent. Am stärksten hat es Firmen, das Kleingewerbe sowie Privathaushalte getroffen. Die bayerische Industrie- und Handelskammer (IHK) geht bei Betrieben und Privaten vage von einem Schaden aus, der „die Milliardengrenze sicherlich überschreitet“. In Niederbayern stünden 3000 bis 4000 Betriebe vor dem Aus. Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) nennt einen Schaden von insgesamt 115 Millionen Euro durch Starkregen und Hochwasser. 30000 Hektar Acker- und 35000 Hektar Grünland sind betroffen. Auch wurden Gebäude wie Ställe, Landmaschinen und landwirtschaftlich genutzte Wege beschädigt. Bei den Gewerbetreibenden besteht das Problem, dass die allermeisten nicht gegen Elementarschäden versichert sind. Denn Versicherungen in Gegenden, in denen Hochwassergefahr besteht, sind kaum zu bezahlen – oder gar nicht zu erhalten. THÜRINGEN: Das Innenministerium hat offenbar noch überhaupt keinen Überblick der Schäden im Land. Thüringens Land- und Forstwirte haben ihre Rechnung allerdings schon aufgestellt. Agrarstaatssekretär Roland Richwien rechnet mit Schäden von 22,2 Millionen Euro. Für Betriebe, die wie etwa zahlreiche Gärtnereien in ihrer Existenz bedroht seien, stellen Bund und Land vorerst fünf Millionen Euro bereit.

BRANDENBURG:

Angaben des brandenburgischen Landwirtschaftsministeriums zufolge wurden landesweit rund 38000 Hektar Agrarfläche überschwemmt, dadurch wird ein Großteil der Ernte vernichtet. Allein in den sogenannten Havelpoldern, in denen zur Entlastung der Elbe bis zu 50 Millionen Kubikmeter Wasser gestaut wurden, sind 7600 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche betroffen. Der finanzielle Schaden der Bauern wird auf knapp 43 Millionen Euro geschätzt. Einbußen wegen des Hochwassers haben aber auch Brandenburgs Tourismusanbieter. So war der Spreewald rund eine Woche lang aufgrund der erhöhten Fließgeschwindigkeit auch für die beliebten Spreewaldkähne gesperrt. Der Verlust soll täglich bis zu 150000 Euro betragen haben. Zudem beklagen Hoteliers und Gastwirte in den vom Hochwasser betroffenen Regionen wie der Prignitz zahlreiche Stornierungen, teilweise bis zu 100 Prozent, im Havelland bis zu 50 Prozent und auch im Spreewald bis zu 20 Prozent.

NIEDERSACHSEN:

„Bei uns haben die Dämme gehalten.“, sagte der Sprecher des niedersächsischen Innenministeriums Philipp Wedelich. Die Schäden seien entsprechend gering. Dennoch hat das Land ein Soforthilfeprogramm in Höhe von 20 Millionen Euro aufgelegt, zusammen mit Zahlungen aus dem Bund kommen so 40 Millionen Euro zusammen. Damit sollen Privatpersonen mit maximal 2500 Euro pro Haushalt unterstützt werden. Bei Härtefällen, die in eine soziale Notlage geraten, können bis zu 20000 Euro pro Haushalt ausgezahlt werden. Schäden an Gebäuden werden ab einem Gesamtschaden von 10000 Euro mit maximal 5000 Euro kompensiert. Da das Land aber immer nur für maximal 25 Prozent des Gesamtschadens aufkommt, dürfte die tatsächliche Schadensbilanz mit mindestens 160Millionen Euro weit höher liegen.

MECKLENBURG-VORPOMMERN:

Vom Hochwasser betroffen war nur der Landkreis Ludwigslust-Parchim. Schäden konnten dort durch den Einsatz vieler freiwilliger Helfer, die Deiche erhöhten und Sandsäcke stapelten, verhindert werden.

SCHLESWIG-HOLSTEIN:

Nur die Stadt Lauenburg ist vom Hochwasser betroffen. Mindestens acht Millionen Euro Schäden sind dieses Jahr wohl verursacht worden. Das Land hat eine Soforthilfe von zwei Millionen Euro zugesagt. (mit dpa)

Quelle: http://www.tagesspiegel.de

Wie schlimm war die Flut wirklich?

Veröffentlicht: Juni 27, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

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Das Wasser geht. Zurück bleiben Zerstörung und Milliardenkosten. Dabei hätte vieles verhindert werden können. Wie schlimm war die Flut? Eine Bilanz.

Seit 500 Jahren waren die Pegel von der Donau bis zur Elbe nicht mehr so hoch wie bei der Flut 2013. Die Schäden sind immens. Auch weil Warnungen vor den Naturgewalten in den vergangenen Jahren immer wieder ignoriert wurden. Dabei gibt es längst Konzepte, die Schäden bei Hochwasser gering zu halten. Wie viel wird Deutschland die Flut insgesamt kosten? Noch sind die betroffenen Bundesländer dabei, ihre Schadensbilanzen aufzustellen. (siehe hier).

Die Ratingagentur Fitch hat allerdings bereits eine Schätzung vorgenommen.

Demnach ist Deutschland durch das Hochwasser ein volkswirtschaftlicher Schaden von rund zwölf Milliarden Euro entstanden. Dazu kommen Versicherungsschäden von etwa drei Milliarden Euro. Kosten für die Wiederherstellung von Straßen, Schienen und anderer Infrastruktur seien noch nicht einmal mit eingerechnet, sagte ein Unternehmenssprecher. Die größten Kosten seien durch die Beschädigung von Gebäuden, Hausrat, Kraftfahrzeugen sowie durch Betriebsunterbrechungen entstanden. Die Versicherungsbranche mache im laufenden Jahr insgesamt aber immer noch Gewinn.

Welche Dimensionen hatte die Flut 2013 im Vergleich zu anderen wirklich?

Nach Erkenntnissen der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) in Koblenz und des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach war die jüngste Flut an Elbe und Donau tatsächlich ein Jahrhundertphänomen. Demnach wurden etwa an der Elbe auf einer 250 Kilometer langen Strecke zwischen Coswig in Sachsen-Anhalt und Lenzen in Brandenburg die höchsten jemals gemessenen Wasserstände registriert. Eine aus Tschechien kommende Flutwelle sei auf Hochwasser der Flüsse Mulde und Saale getroffen. Der entstandene Scheitel an der Elbe habe von der Länge und der Höhe her „bisher nicht bekannte Ausmaße“ erreicht, heißt es. Auch an der Saale seien bisherige Hochwasserspitzen in weiten Teilen überschritten worden. Ähnlich rekordträchtig war das Hochwasser nach Angaben der BfG-Experten an der Donau. In der Dreiflüssestadt Passau etwa habe der Scheitelstand alle Höchstmarken seit gut 500 Jahren übertroffen.

Als historische Referenz kann dabei gelten, dass der Rekordwasserstand vom 15. August 1501 allerdings noch höher ausfiel“, heißt es in dem Bericht. Damals lag der Wasserstand bei 13,20 Metern, am 3. Juni 2013 waren es 12,89 Meter. Dagegen warnt Alexander Erdland, Präsident des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft, vor der Verwendung des Begriffs „Jahrhunderthochwasser“. Er suggeriere, dass nun für 100 Jahre Ruhe sei. Nach einer umfassenden, von dem Verband mit führenden Klimaforschern durchgeführten Studie müsse bis zum Ende dieses Jahrhunderts mit einer Verdopplung oder – je nach Entwicklung des Klimawandels durch den CO2-Ausstoß – sogar mit einer Verdreifachung der Schäden an Rhein, Elbe, Weser, Ems und Donau gerechnet werden.

Welche Lehren müssen aus der Flut von 2013 gezogen werden?

So reibungslos wie in den vergangenen rund vier Wochen hat die Katastrophenhilfe bei der Flut 2002 nicht funktioniert. Das Krisenreaktionszentrum beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und die Krisenplattform Denis haben es sehr erleichtert, die Helfer vom Roten Kreuz, dem Technischen Hilfswerk, den Feuerwehren und der Bundeswehr dahin zu schicken, wo sie auch gebraucht wurden. Es war aber auch ein wenig Glück dabei, dass in den meisten betroffenen Regionen auch die Menschen besser auf die Katastrophe vorbereitet waren. Die Vorwarnzeiten waren deutlich länger als 2002, als oft weniger als eine Stunde blieb, um die Menschen in Sicherheit zu bringen. Dieses Mal hatten sie zum Teil sogar mehrere Tage, um Wertgegenstände wegzubringen oder zumindest in höhere Stockwerke zu schaffen. Beim Wiederaufbau nach der Flut 2002 sind viele Heizsysteme aus dem Keller auf den Dachboden verlagert worden, so dass zumindest teilweise weniger Öl im Überflutungswasser enthalten ist als vor elf Jahren.

Für die Bewohner im bayrischen Deggendorf und im sachsen-anhaltischen Fischbeck sieht die Lage anders aus. Dort sind Deiche gebrochen. Die Schäden werden dort viel größer sein als 2002. Die hohen Investitionen in sächsische Deiche nach der Katastrophe 2002 hätten aber auch dazu geführt, dass Sachsen-Anhalt dieses Mal stärker betroffen sei, stellte der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer, Wolfgang März, am Mittwoch vor dem Wirtschaftsausschuss des Bundestags fest. Dabei ist die Erkenntnis, dass mehr Eindeichungen am Oberlauf der Flüsse die Probleme am Unterlauf „nur vergrößern“, nicht neu.

Natürlich fordern nun auch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und für ein paar Wochen auch die gesamte Politik mehr Überflutungsflächen und Renaturierungen entlang der Flüsse. Das BfN hat 2012 einen Auenzustandsbericht vorgelegt, aus dem hervorgeht, dass rund 90 Prozent der natürlichen Überflutungsflächen in den vergangenen 200 Jahren industrieller Entwicklung verloren gegangen sind. Auf einer Karte, die diese Verluste abbildet, zeigt sich, dass die aktuellen Überflutungen entlang des Donau- und des Elbe-Flusssystems in etwa den früheren Auengebieten entsprechen. Doch trotz der zweiten Jahrhundertkatastrophe innerhalb von gut zehn Jahren dürfte die Neigung, landwirtschaftliche Nutzungen entlang der Flüsse einzuschränken oder gar bebautes Gebiet aufzugeben, kaum vorhanden sein.

Der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft forderte dennoch, überschwemmungsgefährdete Regionen nicht als Bauland auszuweisen. Es müssten ausreichend Flächen zur Versickerung und zum Auffangen von Regenwasser zur Verfügung gestellt werden. Der Verband fordert auch von den Privathaushalten mehr Schutzmaßnahmen, etwa durch Rückstauventile, Rückstauklappen oder Hebeanlagen.

Wie werden die staatlichen Hilfen für die Betroffenen finanziert?

Kurz gesagt: ü

ber Schulden. Bund und Länder haben einen „Solidaritätsfonds Aufbauhilfe“ eingerichtet, in den zunächst einmal acht Milliarden Euro fließen sollen. Es werden ausschließlich Bundesmittel sein, wofür eine Anleihe gegeben wird – angesichts der derzeit niedrigen Zinsen wurde diese Lösung der ebenfalls debattierten Erhöhung des Solidaritätszuschlags bei der Einkommensteuer vorgezogen. Die Länder beteiligen sich an den Zinsen und der Tilgung des Fonds. Bis 2019 geschieht dies durch einen Verzicht auf Umsatzsteuereinnahmen in Höhe von jährlich 202 Millionen Euro, von 2020 bis 2033 dann durch direkte Zahlungen. Die Ministerpräsidenten wollen so die Wirkung auf ihre Landesetats möglichst gering halten.

Zahlen werden alle Länder, auch jene, die vom Hochwasser nicht betroffen sind. Den Belastungen durch die Hilfen stehen mittelfristig aber auch höhere Einnahmen gegenüber, weil in den Flutgebieten durch den Wiederaufbau ein Auftragsplus in der Baubranche und der Investitionsgüterindustrie zu erwarten ist. (mit dpa)

Quelle: http://www.tagesspiegel.de

Hochwasser in Bayern – Immer öfter Land unter

Veröffentlicht: Juni 27, 2013 von fluthelfer in Bayern

 

Die Menschen an Donau, Inn oder Isar, im Allgäu, im Chiemgau oder in Garmisch müssen seit Jahrhunderten immer wieder mit Hochwasser-Katastrophen leben. Doch auch Franken wurde vom Hochwasser überrascht. Ein Rückblick.

2013 – Donau stellt neue Rekorde auf

Der Mai 2013 war überdurchschnittlich regenreich. Teilweise wurden 250 Prozent, gebietsweise sogar mehr als 300 Prozent des monatlichen Durchschnittsniederschlags gemessen. Dementsprechend schwollen Bäche und Flüsse in Bayern an, so dass von einem Jahrhunderthochwasser die Rede war – wieder einmal.

Rekordträchtig waren die Pegelstände der Donau. So übertraf in Passau ein Scheitelstand von 12,89 Meter alle Höchstmarken seit gut 500 Jahren. Besonders hart traf es auch Deggendorf. Im niederbayerischen Landkreis richteten die Donaufluten einen Schaden von 500 Millionen Euro an.

2007 – am Tag, als der Regen kam

Eigentlich rechneten die Menschen in den fränkischen Gemeinden um Baiersdorf und Kersbach nie mit einem Hochwasser. Doch in der Nacht zum 22. Juli 2007 goss es derart, dass die Region unter Wasser stand. Binnen weniger Stunden brach das Chaos aus. 2.500 Haushalte waren betroffen, Straßen und Firmengebäude standen unter Wasser, Schienen wurden unterspült. Eine Frau starb in den Fluten.

Der Gesamtschaden binnen Stunden: 100 Millionen Euro. Viele der Betroffenen waren nicht versichert und bekamen keine staatlichen Hilfen. Die Menschen in der Region hofften darauf, dass dieses Ereignis zumindest dazu führt, dass Hochwasserschutz-Maßnahmen ergriffen werden. Doch bisher warten sie vergebens.

2005 – die Katastrophe von 1999 wiederholt sich

Die dritte große Flut innerhalb von sechs Jahren traf weite Teile Bayerns wieder mit voller Wucht. Bei vielen Flüssen stiegen die Pegel sogar noch höher als 1999. Diesmal kam immerhin niemand um, aber erneut waren Millionenschäden zu beklagen. Im notorisch von Hochwasser geplagten Eschenlohe brach wieder ein Damm, ebenso mehrere an der Iller, sodass auch das Allgäu großflächig überschwemmt wurde. Die Bahnstrecken München-Garmisch und Kempten-Immenstadt mussten ebenso gesperrt werden wie ein Teil der Autobahn A 8, München-Stuttgart.

Wegen des Ausmaßes der Schäden musste sich die bayerische Staatsregierung deutliche Kritik anhören. Obwohl sie nach den Erfahrungen von 1999 ein 2,3 Milliarden Euro teures Programm bis 2020 aufgelegt hatte, sei zu wenig in Hochwasserschutz investiert worden, monierte die Opposition. Was vor allem Unmut hervorrief: Wegen des Sparkurses des damaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber seien die Mittel von 115 Millionen Euro für 2002 auf 58 Millionen Euro für 2004 gekürzt worden.

2002 – in Bayern weniger dramatisch als in Ostdeutschland

Seine – auch medienwirksam vermittelte – Unterstützung für die Flutopfer von 2002 sicherte dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder womöglich eine zweite Amtszeit. Vom August-Hochwasser waren seinerzeit neue Bundesländer am schwersten betroffen. Aber auch in Bayern stiegen die Pegel mancher Flüsse bedrohlich hoch.

Wenngleich im Freistaat insgesamt das Ausmaß von 1999 nicht erreicht wurde, erwischte es doch vor allem den Südosten zum Teil recht heftig. Als etwa das Wasser im Landkreis Ebersberg stellenweise brusthoch stand, wurde dort erstmals überhaupt Katastrophenalarm ausgelöst – ebenso in Regensburg, Straubing oder Cham. Dramatisch schwollen manche Flüsse im Chiemgau an – und die Donau in Passau.

Pfingst-Hochwasser 1999 – fünf Tote

Die bayerische Flutbilanz vom Mai 1999 fiel verheerend aus. Insgesamt wurden rund 120 Quadratkilometer Freistaat überschwemmt – eine Fläche, eineinhalb Mal so groß wie der Chiemsee. Mehr als 100.000 Menschen waren vom Hochwasser betroffen, fünf verloren ihr Leben. Rund 25.000 Anwesen wurden überschwemmt.

Die Sachschäden summierten sich auf 400 Millionen Euro, die Ernteausfälle nicht mitgerechnet. In zehn Landkreisen herrschte Katastrophenalarm, eine ganze Reihe von Orten war zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten, so Garmisch-Partenkirchen, Immenstadt oder Oberstdorf. In Augsburg und Neustadt an der Donau brach jeweils ein Damm. Tausende Einwohner wurden von den Wassermassen eingeschlossen.

Quelle: br.de

Feuchtgebiete und Flutabwehr

Veröffentlicht: Juni 27, 2013 von fluthelfer in Bayern

Eschenlohe, Allgäu, Donau – die Bilder der katastrophalen Überschwemmungen der Jahre 1999, 2002 und 2005 sind bis heute nicht vergessen. Jedes Mal waren es „Jahrhundert-Hochwasser“, die es so rasch hintereinander eigentlich gar nicht hätte geben dürfen. Aber Wahrscheinlichkeitsrechnungen kümmern das Wetter einen feuchten Kehricht. So überraschten 2007 sintflutartige Regengüsse auch fränkische Gemeinden, die eigentlich nie hochwassergefährdet waren.

Die Fluten werden wiederkehren, und zwar immer öfter – meinen Forscher. Der Klimawandel sei schuld, er mache auch die Winter wärmer. Die Folgen: mehr und heftigere Niederschläge, weniger Gletscher als Wasserspeicher, mehr Schmelzwasser für die Täler. Alpennahe Regionen wie Bayern wären als erste davon betroffen.

Hochwassergefährdete Gebiete in Bayern

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Viel Geld fließt in Hochwasserschutz

1999, 2002, 2005, 2007 und nun auch 2013 – Hochwasser-Jahre, die für Schäden in mehrstelliger Millionenhöhe stehen, sogar für Tote. Diese Ereignisse konnte man nicht mehr als Betriebsunfälle abhaken. 1999 bekam die bayerische Staatsregierung für ihr Krisenmanagement nicht die beste Presse. Die Politik war nun gefordert – und sie reagierte: Das Umweltministerium legte 2001 das „Hochwasserschutzprogramm 2020“ auf. 2,3 Milliarden Euro wurden dafür locker gemacht.

Zahlreiche Städte und Gemeinden haben inzwischen viel Geld in technischen Hochwasserschutz wie Dämme, Deiche oder Rückhaltebecken investiert. Der Freistaat fördert aber auch zunehmend ökologischen Schutz. „Sünden“ der Vergangenheit wie Fluss-Begradigungen und Flächenverbau sollen korrigiert werden. Deichrückverlegungen, Renaturierungen und Auenprogramme stehen nun etwas häufiger auf der Agenda – Standards, die Naturschützer lange Zeit vergeblich einforderten.

Die vier Hochwasser-Meldestufen

Meldestufe 1

Die Meldestufen des Hochwassernachrichtendienstes beschreiben die Auswirkungen der erhöhten Wasserstände. Ab wann müssen Straßen gesperrt werden? Sind bebaute Gebiete betroffen? Bei der ersten Stufe trifft beides nicht zu: Sie steht für stellenweise kleinere Ausuferungen.

Meldestufe 2

Bei dieser Meldestufe sind land- und forstwirtschaftliche Flächen überflutet oder oder es gibt leichte Verkehrsbehinderungen auf Hauptverkehrs- und Gemeindestraßen.

Meldestufe 3

Die zweithöchste Stufe wird ausgerufen, wenn einzelne bebaute Grundstücke oder Keller überflutet sind oder die Sperrung überörtlicher Verkehrsverbindungen nötig ist. Beim vereinzelten Einsatz der Wasser- oder Dammwehr gilt ebenfalls Stufe 3.

Meldestufe 4

Bei der höchsten Meldestufe sind bebaute Gebiete in größerem Umfang überflutet oder Einsatz der Wasser- oder Dammwehr ist in großem Umfang erforderlich.

Quelle: br.de

Trotz des schwachen Frühjahrsaufschwungs ist die Zahl der Arbeitslosen im Juni leicht gesunken. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren zwei Millionen 865.000 Menschen als erwerbslos gemeldet.

Video

Das Hochwasser in Bayern hatte bislang keine negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt: Die bayerischen Arbeitsagenturen melden einen Rückgang der Arbeitslosen. Im Juni waren im Freistaat 247.130 Menschen ohne Arbeit, 8.433 weniger als im Mai.

Der Chef der bayerischen Arbeitsagenturen, Ralf Holtzwart, rechnet nicht damit, dass sich die massiven Hochwasserschäden in Niederbayern negativ auf die Arbeitslosenzahl auswirken. Vor allem Baufirmen und Landschaftsgärtner dürften mit mehr Aufträgen rechnen, so der Chef der bayerischen Arbeitsagenturen. Aktuell bekommen 67 bayerische Firmen, die durch das Hochwasser Schäden erlitten haben, staatliche Hilfen.

Die betroffenen Firmen erhalten das konjunkturelle Kurzarbeitergeld, das im Rahmen der Fluthilfe von der Bundesregierung wieder belebt wurde. So können sich laut Holtzwart die Firmen auf die Aufräumarbeiten konzentrieren, ohne dass die Firma oder die Beschäftigten große finanzielle Einbußen hinnehmen müssen.

Niederbayern, das vom Hochwasser besonders betroffen war, verzeichnet mit 2,9 Prozent derzeit sogar die niedrigste Arbeitslosenquote aller Regierungsbezirke.

Weniger – und doch mehr

In Bayern waren im Juni 247.130 Menschen ohne Arbeit, 8.433 weniger als im Mai. Die Quote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent. Sie liegt damit aber immer noch höher als die Arbeitslosenquote vor einem Jahr (3,4 Prozent). Der Abstand lasse aber wieder nach und die Arbeitslosigkeit baue sich nicht mehr weiter auf, so Holtzwart.

„Wir hoffen, dass wir jetzt in eine Phase der konjunkturellen Belebung hinein kommen.“

Ralf Holtzwart, Chef der bayerischen Arbeitsagenturen

Positiv wertete Holtzwart, dass bereits die Hälfte der 96 bayerischen Landkreise und Städte eine Arbeitslosenquote von unter drei Prozent aufweist. Spitzenreiter ist Eichstätt mit 1,2 Prozent, Schlusslicht Nürnberg mit 7,6 Prozent. Auf Ebene der Regierungsbezirke ist Niederbayern mit 2,9 Prozent Spitzenreiter, danach folgen in kurzen Abständen Schwaben (3,2 Prozent), die Oberpfalz (3,3), Unterfranken und Oberbayern (je 3,4 Prozent) und Oberfranken (4,0). Schlusslicht ist Mittelfranken mit einer Arbeitslosenquote von 4,6 Prozent. Damit liegen alle Bezirke in Bayern weiter unter dem Bundesdurchschnitt.

„Insbesondere witterungsbedingte Branchen wie das Baugewerbe stellen nun vermehrt ein. Dies dürfte mit ein Grund dafür sein, dass in Niederbayern, wo viele Menschen im Baugewerbe tätig sind, die Arbeitslosenquote unter drei Prozent gesunken ist.“

Ralf Holtzwart, Chef der bayerischen Arbeitsagenturen

Arbeitsmarkt bundesweit

Im Juni ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland weiter gesunken: um 72.000 auf 2,87 Millionen. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte auf 6,6 Prozent. Der deutsche Arbeitsmarkt zeige sich alles in allem in einer guten Verfassung, sagte der Chef der Bundesagentur für Arbeit Frank-Jürgen Weise. Er entwickle sich trotz des schwierigen konjunkturellen Umfelds robust. Saisonbereinigt ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Mai leicht gesunken, im Vergleich zum Juni vor einem Jahr stieg sie allerdings um 56.000 an.

Tote Fische beseitigt

Veröffentlicht: Juni 27, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

Helfer entfernen auch Faulschlamm am Gartower See

asb Gartow. Rund ein Dutzend Freiwilliger war gestern Morgen am Nordufer des Gartower Sees damit beschäftigt, wenigstens den Badestrandbereich von tausenden toter Fische zu befreien, die dort seit Tagen vor sich hin rotten. Mit Rechen, Schaufeln und Kehrblechen rückten sie den stinkenden Massen zuleibe, füllten allein in der Zeit zwischen 7 und 10 Uhr zehn große Mülltonnen.

Während die Angler unter den Helfern sich um die Fischbestände sorgen (siehe EJZ von Montag), machen sich die Touristiker Sorgen um ausbleibende Gäste. So zum Beispiel Marie Nowak. Die Betreiberin von »Kunzogs Ferienhof» in Gartow ist Mitglied der Tourismus- Arbeitsgemeinschaft in der Samtgemeinde und muss seit der Flut hilflos mit ansehen, dass immer mehr Gäste ihre geplante Reise nach Gartow absagen.

Andreas Graf von Bernstorff fragt, während er die nächste Schaufel toter Fische in den Abfallbehälter wirft: »Was können wir bloß tun, damit so eine Schweinerei nicht noch mal passiert? Da muss doch etwas getan werden.» Aber auch ihm ist klar, dass sich das Problem »Hochwasser» von Lüchow-Dannenberg aus nicht allein lösen lässt. »Es müssen endlich effektive länderübergreifende Maßnahmen verabredet werden», fordert der Grundstücksbesitzer, der während der Flut an kilometerlangen Strecken für Hochwasserschutz sorgen musste. Ähnliche Forderungen hatte am Montag auch Almut Kottwitz, Staatssekretärin im Niedersächsischen Umweltministerium, nach einer Beratung über Erfahrungen und Konsequenzen nach dem aktuellen Hochwasser an der Elbe erhoben.

In Gartow geht es zur Zeit allerdings schlicht darum, verwesende Tierkörper und Faulschlamm zu beseitigen, damit zumindest der Badebereich am Nordufer wieder benutzbar wird – allein mit einem Aktionstag wird das Problem allerdings nicht zu beseitigen sein, waren sich die Helfer sicher.

Bild: Rund ein Dutzend Helfer begab sich am Dienstag früh mit Schutzanzug, Atemmaske und Handwerkszeug bewaffnet an das modrige Nordufer des Gartower Sees, um tote Fische und verrottendes Grünzeug zu beseitigen. Aufn.: A. Blank

Quelle: ejz.de

An der Leistungsgrenze

Veröffentlicht: Juni 27, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Samtgemeinde Elbtalaue zieht positive Bilanz des Hochwasser-Einsatzes – Forderung nach ÖEL-Aufrüstung

rg Damnatz. Es ist überstanden, das fünfte Jahrhunderthochwasser in nur elf Jahren. Langsam kehrt wieder Normalität ein in die Dörfer an der Elbe und der Seege, und vielerorts zeugen schon jetzt nur noch einige Sandsäcke am Deich von den dramatischen Ereignissen der vergangenen drei Wochen.

Zumindest dort, wo es Hochwasserschutzanlagen gibt, was an der Elbe im Lüchow-Dannenberger Nordkreis durchaus nicht überall der Fall ist. Dort, wo es sie gibt, hielten sie, und darauf könne man durchaus stolz sein, sagte am Dienstagabend Jürgen Meyer, Bürgermeister und damit Verwaltungschef der Samtgemeinde Elbtalaue, während der Sitzung des Samtgemeinderates im Restaurant Steinhagen in Damnatz. Denn dass die Deiche hielten, dass die Schutzeinrichtungen nicht überflutet wurden, sei vor allem den Einsatzkräften von Feuerwehr, Bundeswehr, THW, DRK und zahlreichen anderen Institutionen zu verdanken. Und der Arbeit der Örtlichen Einsatzleitung (ÖEL) im Bereich der Elbtalaue. Doch es habe auch Schwachpunkte gegeben, so Meyer. Und die gelte es nun zu beseitigen.

Großartig sei sie gewesen, die Einsatzbereitschaft aller am Hochwassereinsatz Beteiligten, lobte Jürgen Meyer. Rund 3400 Helfer waren es, die zu Hochzeiten im Bereich der Samtgemeinde Elbtalaue gleichzeitig im Einsatz waren, hatte zuvor Elbtalaues Gemeindebrandmeister Andreas Meyer vorgerechnet. Davon rund 1000 zivile Freiwillige in der »Volkssandkuhle mit Kult-Charakter in Tramm», stellte Andreas Meyer heraus und lobte die »hervorragende Versorgung durch die Feuerwehren, das DRK und zahllose Freiwillige» und die »meisterhafte Logistik, die der Lüchower Maschinenring auf die Beine gestellt» habe. Sie alle hätten dazu beigetragen, dass »das Wasser dort bleib, wo es hingehört: hinter den Deichen», so Meyer. Aber der 15-tägige Katastrophenalarm habe auch ganz klar die Grenzen dessen aufgezeigt, was an Führung und Einsatz möglich und leistbar sei, stellte Jürgen Meyer in einer ersten Bilanz des Hochwasser-Geschehens heraus. So sei die ÖEL »an der Leistungsgrenze» gefahren, die Räumlichkeiten im Dannenberger Verwaltungssitz seien für eine solche Mammutaufgabe ungeeignet, zu klein, zu schlecht belüftet, zu laut. Und die Technik sei störanfällig, wie wenige Tage nach dem Hochwassereinsatz das Unwetter, das über Lüchow-Dannenberg niederging, aufzeigte. Denn ein einziger Blitzeinschlag genügte, um die gesamte EDV und sämtliche Kommunikationsmittel im Gebäude lahm- zulegen. »Wenn das während des Einsatzes passiert wäre, wäre das eine echte Katastrophe gewesen», stellte Jürgen Meyer heraus. Dieser Missstand müsse dringend beseitigt werden, forderte auch Gemeindebrandmeister Andreas Meyer. Vor allem, da künftig offenbar häufiger mit solchen Hochwasserereignissen gerechnet werden müsse. Nach fünf Hochwasserkatastrophen in elf Jahren könne daran kaum ein Zweifel bestehen. »Wir werden investieren müssen», stellte Andreas Meyer heraus. »Denn nach dem Hochwasser ist vor dem Hochwasser. Und wir müssen vorbereitet sein.»

Dazu gehöre auch das Nachdenken über den Hochwasserschutz für Neu Darchau und Katemin, erläuterte Jürgen Meyer. Es würden verschiedene Lösungen untersucht, und er sei zuversichtlich, dass dort in Zukunft etwas geschehen werde. Anders sehe es jedoch für Tiesmesland aus. »Für das Hochwasserproblem dort gibt es wohl keine Lösung», bedauerte er. Klar sei aber auch, dass der Lüchow-Dannenberger Nordkreis Glück gehabt habe. Glück, dass bei Fischbeck ein Deich brach. Das habe die Situation in Lüchow-Dannenberg entspannt, möglicherweise eine Katastrophe hier verhindert. Eine Katastrophe riesigen Ausmaßes, so Meyer, denn ein Deichbruch an der Elbe hätte bei den enormen Wasserständen bedeutet, dass große Teile der Dannenberger Marsch und möglicherweise sogar der gesamten Jeetzelniederung bis nach Lüchow und Wustrow unter Wasser gesetzt worden wären. Daher bleibe der Hochwasserschutz an der Elbe auch »ein Dauerthema», so Jürgen Meyer. »das hat das Hochwasser gezeigt. Und das wurde auch verstanden.»

Bild: Der Hochwassereinsatz lief gut, findet man in der Samtgemeindeverwaltung der Elbtalaue. Aber er brachte alle Beteiligten auch an ihre Grenzen. Aufn.: R. Groß

Quelle: http://www.ejz.de

„In solchen Zeiten“

Veröffentlicht: Juni 26, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Bange Blicke nach Sachsen und gen Himmel

Veröffentlicht: Juni 26, 2013 von fluthelfer in Sachsen

Nach erneutem Regen in Sachsen werden in Sachsen-Anhalt die Flüsse und Deiche intensiv beobachtet. Das betonte eine Sprecherin des Krisenstabes der Landesregierung am Mittwoch. An neuralgischen Punkten wie im Salzlandkreis hat sich die Lage noch nicht gänzlich entspannt. Dazu gehört Breitenhagen im Elbe-Saale-Winkel, wo die Einwohner erst nach zwei Wochen in den wegen Hochwassers gesperrten Ort zurückkehren durften, wie eine Sprecherin des Krisenstabes des Landkreises sagte. Probleme gebe es zum Beispiel noch mit der Stromversorgung. «Und die Menschen schauen besorgt zum Himmel und hoffen, dass kein großer Regen kommt.»

Unterdessen regte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) auf der Sondersitzung des Bundesrates in Berlin als Konsequenz aus der Flut die Einrichtung eines dauerhaften nationalen Fonds für Katastrophenfälle an. Zudem sei es notwendig, Verfahren zum Schutz vor Hochwasser zu beschleunigen. Haseloff lobte zugleich die Hilfsbereitschaft der Menschen beim Hochwasser, wie die Staatskanzlei weiter mitteilte. (dpa/sa)

Quelle: fr-online.de

Erster Hochwasser-Toter im Landkreis Stendal

Veröffentlicht: Juni 26, 2013 von fluthelfer in Stendal

In den noch immer nicht abgeflossenen Wassermassen der Elbe-Flut ist im Landkreis Stendal ein 81-Jähriger ums Leben gekommen. Gut zwei Wochen nachdem der Scheitel des Hochwassers Sachsen-Anhalt verlassen hat, wurde der Mann am Mittwoch tot in seinem fast vollständig im Wasser versunkenen Auto gefunden.

Wie die Polizei in Stendal berichtete, wurde der 81-Jährige aus der Gemeinde Wust-Fischbeck am Montagmorgen zum letzten Mal von Nachbarn gesehen. Angehörige meldeten den Mann am Dienstagabend als vermisst. Er soll mit seinem Wagen nahe der Gemeinde Schönhausen in einen gesperrten Bereich gefahren und dabei verunglückt sein.

Dagegen konnte sich nach Polizeiangaben ein 70-Jähriger bei einem ähnlichen Unglück an derselben Stelle alleine aus seinem Fahrzeug retten. Der Mann wollte am Dienstag die unpassierbare Straße befahren. (dpa/sa)

Quelle: fr-online.de

Klassik Stiftung benötigt Flut-Hilfe

Veröffentlicht: Juni 26, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Die Klassik Stiftung Weimar ist für die Beseitigung der durch Hochwasser und Unwetter angerichteten Schäden auf Geld aus dem Hilfsprogramm von Bund und Ländern angewiesen. Der Stiftungsrat bezifferte die Flutschäden am Mittwoch in Weimar auf rund 900 000 Euro.

Nur ein Teil dieser Summe könne durch Umschichtungen im Stiftungshaushalt aufgebracht werden, sagte Präsident Hellmut Seemann. Daher will die Stiftung Hilfsgelder aus dem Flutfonds beantragen. Die Naturgewalten hatten vor allem den Park an der Ilm in Weimar – eines der meistbesuchten Touristenziele – und den Schlosspark Tiefurt getroffen. Beide gehören zum Weltkulturerbe.

Beschädigt wurden auch der Park im Wieland-Gut von Oßmannstedt bei Weimar und das Schloss Großkochberg bei Rudolstadt. In Großkochberg hatte ein Unwetter bereits wenige Tage vor der Hochwasserkatastrophe rund 350 000 Euro Schaden angerichtet. «Trotzdem sind wir noch relativ glimpflich davon gekommen», sagte Seemann. Die Kunstschätze und Archivalien der Stiftung waren von den Fluten verschont geblieben.

Seemann bleibt über 2015 hinaus Stiftungspräsident. Der Stiftungsrat verlängerte seine Amtszeit einstimmig um weitere vier Jahre bis Juli 2019. Der Germanist steht seit 2001 an der Spitze der Stiftung. Die Stiftung habe sich in den vergangenen beiden Jahren sehr positiv entwickelt, betonte der Stiftungsratsvorsitzende, Thüringens Kultusminister Christoph Matschie (SPD). So seien wichtige Vorhaben des Masterplans wie die Wiedereröffnung des Goethe- und Schiller-Archivs oder die Sanierung des Goethe-Nationalmuseums umgesetzt worden, in diesem Jahr folge das zentrale Museumsdepot.

«In Seemann haben wir einen erfahrenen Präsidenten, bei dem wir diese Aufgaben in guten Händen wissen», fügte Matschie hinzu. Noch vor zwei Jahren hatte es einen monatelangen Streit um die Stellenbesetzung gegeben, da Matschie gegen eine längere Amtszeit Seemanns war. Trotz 27 Bewerbungen fand sich seinerzeit aber kein durchsetzbarer Kandidat.

Der Stiftungsrat vergab zudem die Planungsarbeiten für den Umbau des Weimarer Stadtschlosses an ein Berliner Architektenbüro. Das ehemalige Residenzschloss der Herzöge von Sachsen-Weimar und Eisenach soll klassisches Zentrum Weimars werden und nach der Sanierung die Verknüpfung der Weimarer Klassik mit dem Herzogshaus aufzeigen. Bislang ist von 40 Millionen Euro Kosten die Rede. (dpa)

Quelle: fr-online.de

Minister sagt Landwirten weitere Hochwasserhilfen zu

Veröffentlicht: Juni 26, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

 

Überfluteter Bauernhof in Schönhausen. Foto: Jens Wolf/Archiv

Überfluteter Bauernhof in Schönhausen. Foto: Jens Wolf/Archiv

Sachsen-Anhalts Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) hat hochwassergeschädigten Landwirten weitere Hilfen versprochen. Man lasse die Betroffenen nicht allein, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch auf MDR INFO. Über die bereits bewilligten 5000 Euro Soforthilfe hinaus seien weitere Regelungen in Vorbereitung. Danach könne das Land die Hälfte der Flutschäden ersetzen.

Aeikens versicherte zugleich, dass den Landwirten beim Hochwasserschutz nicht die Existenz genommen werden solle. Für zusätzliche Überflutungsflächen werde es einen Ausgleich geben. Möglich sei aber auch ein Flächentausch oder im Extremfall die Umsiedlung eines Landwirtschaftsbetriebes.

Pauschallösungen gebe es nicht, es müsse immer nach den konkreten Bedingungen vor Ort entschieden werden. «Polderlösungen können sehr effektiv sein, Deich-Rückverlegungen sind an anderer Stelle gefordert, wo wir auch Deich-Linien begradigen wollen», sagte der Minister. Aeikens besucht am Donnerstag Landwirte im Elb- Havel-Winkel, die vom Hochwasser stark betroffen sind. (dpa/sa)

Bundeswehr Video im Hochwasser Einsatz 2013

Veröffentlicht: Juni 26, 2013 von Generaldirektor in Videos

Hochwasser Passau im Zeitraffer 3Tage

Veröffentlicht: Juni 26, 2013 von Generaldirektor in Passau