»Hochwasserschutz so gut wie nie zuvor»

Veröffentlicht: August 24, 2012 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Forderung: Eisbrecher-Einsätze für Zukunft sichern
as Bleckede/Hitzacker. »Der Hochwasserschutz an der Elbe und in der Jeetzelniederung ist heute so gut wie nie zuvor. Der Hochwasserschutz wird aber auch künftig eine Daueraufgabe bleiben.

» Das hat Niedersachsens Umweltminister Dr. Stefan Birkner (FDP) in Bleckede unterstrichen. Dorthin hatte das Ministerium Vertreter von Feuerwehr, THW, der Bundeswehr, der Deichverbände und des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) eingeladen, um auf die Elbeflut vor zehn Jahren zurückzublicken. Zu den Referenten zählten auch der Lüchow-Dannenberger Landrat Jürgen Schulz und Heinz Anders, Ehrenvorsitzender des Jeetzeldeichverbandes (JDV).

Birkner lobte, es sei den vielen tausend Helferinnen und Helfern an der unteren Mittelelbe zwischen Schnackenburg und Geesthacht – mit Ausnahme in Laasche – gelungen, Deichbrüche durch das Füllen und Verlegen von Millionen von Sandsäcken zu verhindern. Das sei eine enorme Leistung ge-wesen. Zumal: »Die Flut hat damals an der gesamten Elbe 20 Menschenleben gefordert und Schäden in Höhe von 9 Milliarden Euro verursacht.» Die Schäden in Niedersachsen wären wohl noch größer gewesen, wenn nicht im Oberlauf der Elbe Deichbrüche für Entlas-tung gesorgt hätten.

Seitdem sei der Hochwasserschutz deutlich verbessert worden. Der Bund und das Land Niedersachsen hätten in den vergangenen neun Jahren rund 160 Millionen Euro in Schutzmaßnahmen investiert. »So haben wir in Niedersachsen 140 Kilometer Deiche verstärkt und neue Deichverteidigungswege, dem Rückgrat der Deichverteidigung, geschaffen.» Mit dem Bau von Sielbau-, Schöpfwerk und Hochwasserschutz-wand seien Hitzacker und die Jeetzelniederung nun wirksam geschützt. Und auch die Seegeniederung und Laasche seien durch neue und verstärkte Deiche für künftige Hoch- wasserereignisse gut gerüstet.

Im Hinblick auf die Zukunft habe das Ministerium Jana Freimann als Beauftragte für den Hochwasserschutz an der Elbe berufen. Sie soll mit Wasserwirtschaft und Naturschutz die Probleme der Verbuschung und der Sedimentation der Elbe angehen. Um beim Hochwasserschutz länderübergreifend zu handeln, habe Niedersachsen im Frühjahr eine Vereinbarung mit Mecklenburg-Vorpommern unterzeichnet, sagte Birkner.

Elvyra Kehbein, stellvertretende NLWKN-Leiterin in Lüneburg, erinnerte daran, dass im Jahr 1940 ein Hochwasser, das mit dem von 2002 vergleichbar ist, an der Elbe gemessen wurde. Nach Fertigstellung von Deichen und Schutzbauten habe das Elbehochwasser 2011 das Land nur 130000 Euro gekostet, davon 100000 Euro an Stromkosten für die Pumpen in Hitzacker.

Landrat Jürgen Schulz und Heinz Anders forderten den Umweltminister auf, dafür zu sorgen, dass der Einsatz der Eisbrecher auch nach der Schließung des Wasser- und Schiffahrtsamtes in Lauenburg gewährleistet sein wird. Die Eisbrecher seien unverzichtbar für den Schutz der Deiche vor drohendem Eisversatz. Schulz erinnerte daran, dass das Elbehochwasser 2002 im Landkreis mit 5000 Freiwilligen pro Tag von einer Welle der Hilfsbereitschaft geprägt gewesen sei. Er dankte dem Minister für die Finanzierung der Schutzmaßnahmen. So sei die Resolution des Kreistages vom Dezember 2002, in dem Hilfe für den Bau des Hochwasserschutzes erbeten worden war, nahezu abgearbeitet.

JDV-Ehrenvorsitzender Heinz Anders blickte zurück: Vor dem Deichbauprojekt in den 50er-Jahren sei die Jeetzelniederung durchschnittlich an 125 Tagen pro Jahr überflutet gewesen. Zwei Drittel des Jeetzelwassers stamme aus der Entwässerung der Altmark. Nach dem Hochwasser 2002 habe der JDV als Maßnahmeträger die notwendigen Schutzbauten in Hitzacker und an der Jeetzel zielstrebig und auch gegen den Widerstand einzelner unbeirrt realisiert. Dabei sei der JDV maßgeblich von Umweltminister Hans-Heinrich Sander und der Landtagsabgeordneten Karin Bertholdes-Sandrock (CDU) unterstützt worden. Anders erinnerte daran, dass die jüngsten Hochwässer von höheren Pegelständen bei niedrigeren Durchflusswassermengen gekennzeichnet gewesen seien. Deswegen seien die Probleme Verbuschung und Sedimentation dringlich zu lösen.

Hans Graulich, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes, erinnerte daran, dass der Hochwassereinsatz 2002 mit 8400 Feuwehrleuten der zweitgrößte in der Geschichte der Feuerwehr in Niedersachsen nach der Waldbrandkatastrophe 1975 gewesen sei. Die damals erstmals eingesetzte Stabsstruktur habe sich bewährt.

Quelle: ejz.de

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