Erinnerung an das Hochwasser 2002 in Grimma

Veröffentlicht: August 15, 2012 von fluthelfer in Grimma

Bildergalerie Grimma 2002

Fluchtpunkt Frauenkirche

 

Unsere Reporter sind in der Nacht, in der die Flut kommt, vor Ort und erleben gemeinsam mit den Bewohnern Grimmas Hilflosigkeit und Verzweiflung angesichts der Katastrophe.

Die Nacht, in der die Flut kam

Nach der Flut

Erste Aufräumarbeiten

So schnell wie das Mulde-Hochwaser in Grimma kam, so schnell war es auch wieder weg. Was blieb, waren gewaltige Schäden.

Ein Jahr danach

Mit dem Hochwasser verschwanden auch die Fernsehkameras, doch für die Flutopfer in Grimma begannen die eigentlichen Probleme erst jetzt.

Zehn Jahre später

Grimmaer Pöppelmannbrücke wieder frei

Den Kampf gegen die Fluten hat Grimma 2002 verloren. In der historischen Innenstadt hieß es „Land unter“. Neben Dutzenden Häusern wurde auch die Mulde-Brücke von Daniel Matthäus Pöppelmann zerstört. Dem Rekordwasserstand von 8,68 Meter hielt das einstige Wahrzeichen der Stadt nicht stand. Doch zehn Jahre später gibt es wieder Grund zu feiern.

Unter dem Titel „Aufgetaucht – Grimma zehn Jahre nach der Flut“ hat die Stadt an diesem Wochenende den Wiederaufbau und die Eröffnung der Pöppelmannbrücke gefeiert. 12.000 Einwohner und Gäste waren zur Eröffnung mit einem Brückenfest gekommen. Dazu hatten sich Hobbymaler, Kunstradler, Musiker und Vereine auf und an der Brücke versammelt.

Den Auftakt zur Eröffnungsfeier gestalteten die Musiker der Sächsischen Bläserphilharmonie mit einer sogenannten Landschaftssymphonie. Während sie auf der Brücke spielten, wurde das Bauwerk selbst mit einer Lichtperformance in Szene gesetzt.

Die Flut in sieben Bildern

Das Werk erzählte in sieben Bildern von der Flutkatastrophe 2002 – mit Licht, Klang und Musik. Zu hören waren klassische Orchester-Töne und Choräle. Aber auch die Feuerwehr mit Pumpen und Wasserschläuchen war an der Aufführung beteiligt. Die Gesamtleitung lag in den Händen von Kurt Uwe Andrich. Als Geschäftsführer der Denkmalschmiede Höfgen inszeniert er seit 15 Jahren in Landschaften. Laut Andrich sind Aufführungen dieser Art besonders „eindrucksvollen Momente“. Bei der Show am Sonnabend waren Andrich zufolge Projektionen, Fotografien und Filmsequenzen zu sehen sein, welche die unvergesslichen Tage in chronologischer Abfolge Revue passieren ließen. Es wurde an die „kollektive Erfahrung der Angst“, aber auch an die „Kraft der Solidarität und der Gemeinschaft“ erinnert. Zum Abschluss glitten Schwimmkerzen auf die Brücke zu.

Dokumentation zur Geschichte der Pöppelmannbrücke

Grimma erinnert seit Tagen schon an die Jahrhundertflut. Unter dem Motto „Abgebrannt, gesprengt und weggespült“ können sich Interessierte in der St. Georgenkapelle eine Dokumentation über die fast 300-jährige Geschichte der Pöppelmannbrücke ansehen. Einige der Bilder, Gegenstände und Fotos werden erstmals öffentlich gezeigt. Die zweite Ausstellung „WasserZeichen“ zeigt in der Klosterkirche 30 großformatige Fotos über das Hochwasser in Grimma.

Grimma wird zum Touristenmagnet

Die historische steinerne Brücke von 1719 nach Plänen des Dresdner Zwingerbaumeisters Matthäus Daniel Pöppelmann wurde bei der Flut 2002 nahezu völlig zerstört. Am 13. August 2002 stand das Wasser dort 8,68 Meter hoch. Das waren 2,70 Meter mehr als beim bisherigen Rekord von 1771.

Besonderen Respekt verschaffte sich der damals erst 34 Jahre alte Bürgermeister Matthias Berger. Er war erst kurz zuvor ins Amt gewählt worden. Er bewahrte in den Tagen der Flut Ruhe und zeigte Mut, richtete einen Krisenstab ein und dirigierte alle Rettungsmaßnahmen. 3.000 bis 5.000 Freiwillige waren damals in der Stadt, um mit anzupacken. Rund 250 Millionen Euro Schaden hatte die Flut angerichtet, 14 Millionen Euro Spendengelder kamen zusammen. Auch nach der Flut zeigten Berger und seine Einwohner Tatkraft und bauten die Stadt neu auf. Heute ist die Innenstadt ein Kleinod, mit hübsch sanierten Fachwerkhäusern, Gassen und Gässchen, florierendem Handel. Kaum ein Laden steht leer. Inzwischen freut sich Grimma über stark steigende Übernachtungszahlen. Diese haben sich innerhalb weniger Jahre verdoppelt.

Alte und neue Brücke vereint

Seit 2009 wurde die Pöppelmannbrücke für rund 6,4 Millionen Euro als Stahlkonstruktion wieder aufgebaut. Die 280 Tonnen schwere Konstruktion ist 65 Meter lang und ruht auf den originalen, verschalten Pfeilern des Vorgängerbaus. Die neue Brücke wurde so konstruiert und gebaut, dass die Mulde auch in Hochwassersituationen problemlos durchfließen kann. Das neu installierte Flutalarmierungssystem zählt zudem zu den fortschrittlichsten in Deutschland. In den kommenden Jahren soll die alte Stadtmauer als Schutzwall gegen Hochwasser ausgebaut werden.

Grimma – zehn Jahre nach der Flut

Auch Grimma war 2002 von der Flut betroffen. Damals wussten viele nicht, wie es weiter gehen sollte. Heute aber ist die Kleinstadt im Muldental ein echtes Schmuckstück

Quelle: mdr.de

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