Angst vor einer Überschwemmung

Veröffentlicht: August 2, 2012 von fluthelfer in Hochwasserschutz, NRW

Der Wenigerbach in Seelscheid soll renaturiert werden: Anwohnerin Ute Weitner macht das Sorgen, denn ihr Grundstück grenzt direkt an den Bach. Sie fürchtet, dass ihr Grundstück bei Dauerregen überflutet wird.

 

Um die geplante Renaturierung des Wenigerbaches in Seelscheid gibt es nach dem Planfeststellungsbeschluss weiterhin Streit. So fürchtet die Anwohnerin Ute Weitner, dass ihr Grundstück künftig bei Dauerregen überflutet wird. Es schließt flussabwärts an jenen Bachabschnitt an, der freigelegt werden soll. Der Wenigerbach ist dort recht schmal. „Schon jetzt steht das Wasser nach starkem Regen bis zum Rand der Wiese.“

Weitner erwartet, dass der Bach künftig regelmäßig über die Ufer tritt, ja vielleicht bis zu ihrem Haus hochsteigt. „Ich bin nicht grundsätzlich gegen die Renaturierung“, betont sie. Doch frage sie sich, „warum im Zuge der Maßnahme der Bach hier nicht einfach verbreitert werden kann, damit sich das Wasser nicht staut“.

Der Bach solle in den ursprünglichen Zustand versetzt und gerade nicht gelenkt werden, sagt dagegen Franz Lohre, Leiter der Gemeindewerke. Er bezieht sich auf eine Berechnung, nach der einer grundsätzlichen Verbesserung der hydraulischen Situation des Baches eine „leichte Erhöhung“ der Überflutungsgefahr für Weitners Grundstück gegenübersteht – bezogen auf ein 100-jähriges Regenereignis. Die Gefahr lasse sich mit einer Erhöhung der Uferwallung auf dem Grundstück kompensieren. Zudem verweist Lohre auf das Wasserhaushaltsgesetz: „Es ist allgemeine Sorgfaltspflicht des Gewässeranliegers, sich gegen Hochwasser zu schützen.“ Dennoch hätten die Gemeindewerke „angeboten, die Uferwallung nicht nur um 20, sondern um 50 Zentimeter zu erhöhen“. „Zusätzlich wollen wir einen Zufluss gegenüber dem Grundstück abschrägen, damit das Wasser von der anderen Seite besser abfließen kann.“

Weitner bezweifelt die Sicherheit des Walles und hält die Hochwassergefahr für erheblich, das habe ihr ein Gutachter privat bestätigt. „Die Gefahr entsteht erst durch die Maßnahme.“ Zudem ist sie verärgert, nicht zum Planfeststellungsverfahren gebeten worden zu sein, „obwohl der Gemeinde Einwände von uns schriftlich vorlagen“. Erst über das Ergebnis seien sie informiert worden. Vom Kreis heißt es, das Verfahren sei öffentlich bekannt gemacht, die Unterlagen vom 16. Mai bis 15. Juni offengelegt worden. Die Bürger hätten Gelegenheit gehabt, Bedenken einzureichen.

Quelle: ksta.de

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