Wenigerbach nimmt seinen natürlichen Lauf

Veröffentlicht: Juli 20, 2012 von fluthelfer in Hochwasserschutz, NRW

Die Gemeinde will die geplante Freilegung des teilweise unterirdisch unter dem Sportplatz verlaufenden Wenigerbaches in Angriff nehmen. Nächsten Sommer soll dem Bach wieder ein natürliches Bett bereitet werden.

 

Der Wenigerbach wird künftig wieder seinem natürlichen Lauf am nördlichen Rand des ehemaligen Sportplatzes folgen können. Schon bald will die Gemeinde die lange geplante Freilegung in Angriff nehmen. „Der Kreis hat den Planfeststellungsbeschluss bestätigt“, sagt Franz Lohre, Leiter der Gemeindewerke. Im kommenden Winter sollen die vorbereitenden Gehölzarbeiten im Bereich des ehemaligen Seelscheider Sportplatzes, unter dem der Bach seit den 1960er Jahren unterirdisch in einem Rohr verläuft, durchgeführt werden. Im Sommer 2013, so der Plan, wird dem Bach dann wieder ein natürliches Bett bereitet.

Die Freilegung des etwa 250 Meter langen Gewässerabschnitts zwischen Breite Straße (K16) und der Straße Am Sportplatz hat eine lange Vorgeschichte. Wie der Gemeindewerkschef berichtet, wurde die Renaturierung seit den 90er Jahren diskutiert, zusammen mit der Verlegung des Sportplatzes. Während letzteres Projekt längst umgesetzt ist und im Bereich des alten Platzes die Franziskus-Schule eine Heimat gefunden hat, gerieten die Renaturierungspläne ist Stocken. Anwohner äußerten Bedenken. Lohre: „Deshalb konnte das Amt für technischen Umweltschutz beim Kreis keine wasserrechtliche Erlaubnis geben.“ Die Gemeinde beantragte das Planfeststellungsverfahren.

Für die Freilegung sprechen, wie Lohre erklärt, mehrere Gründe. Zum einen fordert die Europäische Wasserrahmenlinie gesunde Gewässer. Der Wenigerbach jedoch sei in dem verrohrten Stück „quasi tot“. Weder für Kleinlebewesen noch für Wanderfische sei die Passage geeignet, so dass durch das Rohr Ober- und Unterlauf de facto getrennt seien. Zum anderen gibt es am Wenigerbach viele Niederschlagswassereinleitungen. Um den Bach damit nicht zu überfordern, müsste der Zufluss durch den Bau neuer beziehungsweise größerer Regenrückhaltebecken gedrosselt werden. „Ein freigelegter Fluss ist aber leistungsfähiger“, erläutert Lohre. Damit können die Regenrückhaltungen geringer dimensioniert werden, was Geld spart. Und schließlich ist die Renaturierung eine ökologische Ausgleichsmaßnahme für den Sportplatz in Breitscheid.

Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens brachten Naturschutzverbände und Anwohner etliche Vorschläge ein. „Die werden im Wesentlichen berücksichtigt“, sagt Franz Lohre. So werde die Freilegung des Gewässers außerhalb von Hochwasserzeiten und die Gehölzarbeiten außerhalb der Vegetationsperiode durchgeführt. „Und der Bach bekommt ausreichend Entwicklungsraum zum Mäandern.“

Zugleich sollen die Anschlüsse am etwa parallel zum Bach verlaufenden Schmutzwasserkanal erhalten bleiben. „Wir verbessern außerdem den Durchlass an der Straße Am Sportplatz“, so Lohre.
Die Kosten für die Freilegung beziffert er auf rund 350 000 Euro: „Die Gelder stehen seit Jahren bereit.“ Derzeit liegt der Planfeststellungsbeschluss im Rathaus aus.

Quelle: ksta.de

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