Archiv für Februar, 2011

»Vielerorts Deichhöhen zu niedrig»

Veröffentlicht: Februar 21, 2011 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg
Kreisverband der Wasser- und Bodenverbände: Genehmigung für Verwaltungsgebäude

as Ranzau. Aktuelle Erkenntnisse aus dem jüngsten Elbehochwasser, der Neubau des Verwaltungsgebäude sowie eine Darstellung der Gewässerunterhaltung umfasste die Mitgliederversammlung des Kreisverbandes der Wasser- und Bodenverbände, die am Freitag im »Ranzauer Hof» stattfand. »Vielerorts sind die Deichhöhen zu niedrig», betonte Geschäftsführer Peter Hildebrandt als Fazit des Januar-Hochwassers.

Obwohl die Hochwasserschutzmaßnahmen an der Elbe zwar weitestgehend fertiggestellt seien, zeichne sich nach diesem neuen Hochwasser jedoch ab, »dass in vielen Bereichen das Freibord unterhalb der Deichkrone nicht mehr ausreicht und sogar das bisherige berechnete Bemessungshochwasser zu niedrig angesetzt ist». Der Gehölzrückschnitt im Elbevorland sei zwar fortgesetzt worden, »jedoch in zu geringem Umfang», stellte Hildebrandt fest. »Das Dioxinproblem und der dadurch zu befürchtende Rückzug der Landwirtschaft aus dem Vorland wird das Problem noch weiter verstärken. Nicht nur deshalb setzt sich der Kreisverband der Wasser- und Bodenverbände für die Freihaltung des Abflussquerschnittes der Elbe ein und befürwortet die Beseitigung von Gehölzen im dafür notwendigen Umfang. Nur dies führt kurzfristig zu einer dauerhaften Verbesserung des Hochwasserabflusses in der Elbe», sagte der Geschäftsführer. Daher werde es Aufgabe des WaBo-Kreisverbandes in den nächsten Jahren sein, neue Verstärkungen der Hochwasserschutzanlagen zu planen und die dafür erforderlichen Gelder einzuwerben. Hildebrandt lobte in diesem Zusammenhang die gute Zusammenarbeit mit den Fachleuten des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), nicht nur beim jüngsten Elbehochwasser.

Positiv aufgenommen wurde die Nachricht aus dem Kreishaus, dass nunmehr die Baugenehmigung für den Neubau des Verwaltungsgebäudes auf dem Bauhofsgelände bei Lüggau vorliegt. »Der Chef gehört auf den Hof. Dadurch sind erhebliche Einsparungen zu erwarten», betonte Verbandsvorsteher Jürgen-Wilhelm Webs. Zur Finanzierung des Baus hat der WaBo-Kreisverband einen Kommunal- kredit über 560000 Euro aufgenommen. Im Spätherbst war das Baufeld vorbereitet worden. Sobald es das Wetter zuläßt, sollen die Bauarbeiten beginnen. Der Umzug der achtköpfigen Verwaltung vom Lüchower Kreishaus nach Lüggau soll noch in diesem Jahr geschehen. »Solange bleiben wir Mieter beim Landkreis», verwies Webs auf eine Absprache mit Landrat Jürgen Schulz.

»Hochwasser, Dürre, Dauerregen, Schnee und Eis – und es ist nichts Schlimmes passiert», so titelte Geschäftsführer Hilde-brandt seinen Jahresrückblick. Anhand einer Bilder-Präsenta-tion verdeutlichte er den Versammlungsteilnehmern, dass die Arbeit des Kreisverbandes der Wasser- und Bodenverbände deutlich mehr sei als nur das Mähen von Gräben. Flexibilität und Ideenreichtum hätten die wasserbaulichen Tätigkeiten der 23 Mitarbeiter der Pflegekolonnen geprägt, lobte Verbandsvorsteher Webs. Deswegen habe der Kreisverband erstmals Verbesserungsvorschläge, die mit Ein-sparungen verbunden waren, durch eine Geldprämie für einen Mitarbeiter belohnt.

Bei elf der 24 Mitgliedsverbände des WaBo-Kreisverbandes handelt es ich um Beregnungsverbände. Deren Vertreter im WaBo-Kreisvorstand, Günter Grunzke, berichtete, dass sich die Verbände aus Klein- und Groß Breese sowie Trebel im vorigen Jahr zusammgeschlossen hatten. Trotz des sehr nassen Frühjahrs sei die Beregungswassermenge vom Rekordwert von 8,67 Mio. m3 im Jahr 2009 nur auf 8,19 Mio. m3 im vorigen Jahr gesunken. Die Flächen der Beregnungsverbände ergeben in Summe 17550 Hektar. Die durchschnittliche Beregnungsmenge liege mit 45 mm/ha unter der genehmigten Grenze von 70 mm/ha. Grunzke bedankte sich beim Verbandstechniker Rainer Claaßens für die preisgünstige Digitalisierung der Basisdaten der Beregnungsverbände. »Das sind wir Vorreiter im Fachverband Feldberegnung.»

Ernst-August Schulz von der unteren Wasser- und Deichbehörde verwies auf Pilotprojekte im Hinblick auf die Beregnung sowie die Nutzung aus der fließenden Welle. Die Pegelmessungen im Grundwasserkörper seit 1995 hätten verdeutlicht, dass sich dort so gut wie nichts verändert habe.

Quelle: ejz.de