Archiv für Januar 31, 2011

»Schwarzbau an Buhnen»

Veröffentlicht: Januar 31, 2011 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg
Fackel-Aktion an der Dömitzer Brücke – Rund hundert Menschen protestierten gegen Stromausbau der Elbe

mh Kaltenhof. Die feuchte Kälte kroch in die Glieder, und trotzdem versammelten sich am Sonnabend etwa hundert Menschen an der Dömitzer Brücke, entzündeten Fackeln und setzten Leuchtzeichen für den Schutz der Elbe. »Wir tun es mit heißem Herzen», argumentierte ein Mitglied der Umweltschutzorganisation BUND.

Der Kreisverband Lüchow-Dannenberg und der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern hatten sich in die Aktion »Fackeln für die Elbe» entlang des Stroms eingereiht.

Darunter auch Eckart Krüger und Eckhard Seebaß, beide im Vorstand des hiesigen BUND-Kreisverbands, die zum Elb-hochwasser Stellung bezogen. »Die Rückdeichung in Lenzen ist ein gutes Beispiel für nachhaltigen, naturgemäßen Hochwasserschutz», erklärte Eckart Krüger. Er sei sicher, »dass diese Maßnahme den Scheitel zumindest für die Region um Schnackenburg verringert hat», und er hofft, dass diese Rückdeichung erst der Anfang sei, denn »in Sachsen-Anhalt könnten an 30 Stellen die Deiche weiter ins Landesinnere verlegt werden». Im Amt Neuhaus sei die Sude-Niederung eine geeignete Region. Ein Dorn im Auge sei ihm auch das großflächige Abholzen, um die Fließgeschwindigkeit zu erhöhen. »Wir sind ja nicht grundsätzlich gegen den Einsatz der Motorsäge, beispielsweise zur Beseitigung von Querriegel. Aber wir fordern Ausgleichsmaßnahmen», richtete er sich gegen Abholzaktionen des niedersächsischen Umweltministeriums.

Nach Meinung von Eckhard Seebaß vertritt der für den Deichbau zuständige NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft-, Küs-ten- und Naturschutz) vor allem die Interessen der Grund- eigentümer und weniger die der Anrainer, die vom Hochwasser betroffen sind. »Und das N für Naturschutz wird häufig vergessen“, fügte der Umweltschützer aus Lüchow an.

Für Ingo Mattner, Vorstand im BUND Lübtheen, ist die Arbeit an den Buhnen im Elb-abschnitt zwischen Dömitz und Hitzacker ein »Stein des Anstoßes. Die Buhnen werden nicht, wie angekündigt, wieder hergestellt, sie werden erhöht und verlängert. Und das ist Schwarzbau», empört sich Mattner. Zudem würden Ufer und Buhnen mit Schlacke aus der Kupferproduktion des Hamburger Konzerns »Norddeutsche Affinerie» befestigt, »die Arsen, Cadmium, Blei und Quecksilber enthalten. Wir befürchten, dass auf Dauer gesehen diese für Menschen und Umwelt giftigen Elemente ausgewaschen werden».

Bild: Mit Fackeln protestierten Mitglieder der BUND-Kreisgruppe Lüchow-Dannenberg und des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern gegen den Ausbau der Elbe. Aufn.: M. Horn

Quelle: ejz.de