Archiv für Januar 28, 2011

Minderhöhen festgestellt

Veröffentlicht: Januar 28, 2011 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg
Bewährungsprobe für Laascher Deiche

as Laasche. Die Bewohner des Inseldorfes Laasche sind »sehr glücklich und zufrieden, dass unser schöner neuer Deich seine erste Bewährungsprobe bestanden hat». Peter Hildebrandt, der Geschäftsführer des Kreisverbandes der Wasser- und Bodenverbände, zitiert diese Passage aus einer Dankesnachricht, die ihn aus Laasche erreicht hatte.

Und die Zufriedenheit hat einen konkreten Grund: Der östliche Altdeich, der noch beim Hochwasser 2006 mit erheblichem Aufwand von der Feuerwehr gesichert worden war, hätte dieses Mal keinesfalls ausgereicht, um Schutz zu bieten. Er wurde vom Hochwasser überspült.

Die aufmerksamen Deichläufer haben bei ihren Rundgängen aber auch aktuelle Fakten ermittelt, die im Hinblick auf die künftige Hochwasservorsorge Ernst genommen werden müssen, getreu dem Motto: Nach der Flut ist vor der Flut.

So hatten die Deichläufer bei ihren regelmäßigen Wache-Gängen festgestellt, dass das so genannte Freibord – also der Abstand zwischen Wasserlinie und Deichkrone – nicht an allen Stellen gleichermaßen vorhanden ist. Der maximale Wasser-Höchststand von 80 Zentumetern, der für Deiche außerhalb geschlossener Ortschaften gilt, sei teilweise erheblich unterschritten worden. Ein solch neuralgischer Punkt sei beispielsweise die Überfahrt am Friedhof im Osten der Insel gewesen, erfuhr Hildebrandt: »Angesichts dessen, dass es sich um einen neu angelegten Deich handelt, muss nun ermittelt werden, ob es sich womöglich um einen Baumangel handelt, dass es unterschiedliche Deichhöhen gibt», will der WaBo-Kreis- geschäftsführer den Ursachen auf den Grund gehen. »Für den Laascher Deich waren ohnehin noch Vermessungsarbeiten vorgesehen, und zwar völlig unabhängig vom aktuellen Hochwasser», ergänzt Eckehard Abel. Der Diplomingenieur des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hatte im Auftrag des Wasser- und Bodenverbandes Laascher Insel die Deichbauarbeiten betreut.

Ferner haben Bewohner der Insel angeregt, ein Sanddepot zum gegebenfalls erforderlichen Füllen von Sandsäcken zu schaffen. Denn wenn es bei künftigen Hochwasserlagen geschehen sollte, dass der Straßendamm überflutet werde, sei es dann kaum noch möglich, Sand per Lkw auf die Insel zu bringen. Der benötigte Sand könnte sogar aus dem noch als Ausgleichsmaßnahme zu schaffenden Biotop gewonnen werden, so wird angeregt.

Für kurzzeitige Unruhe während des Hochwassers hatte in Laasche braun gefärbtes Wasser auf dem Deichverteidigungsweg nahe des neuen Schöpfwerkes gesorgt. Dazu erklärt Hildebrandt: »Da sind nur Fein- sedimente ausgespült worden. Es bestand keine Gefahr. Dass Wasser auf der Straßengosse steht, ist nichts Ungewöhnliches und angesichts des Wasserstandes am Deich normal.»

Quelle: ejz.de