Elbhochwasser lockt Schaulustige

Veröffentlicht: Januar 24, 2011 von fluthelfer in Hitzacker
Am Wochenende waren ein paar tausend Hochwassertouristen an der Elbe unterwegs – Pegelstände sinken leicht

dm Hitzacker. Auf dem Weinberg wurden gestern Nachmittag die Plätze in der ersten Reihe für einen guten Blick auf das vom Hochwasser umrahmte Städtchen Hitzacker schon knapp. Gedränge herrschte an der Übersichtsstelle am Sielbauwerk ein paar hundert Meter entfernt.

Dort waren viele Schaulustige erstaunt, wie hoch die Elbe vor der Hochwasserschutzwand steht. »Horst, wenn die Mauer nicht wäre, wär das Wasser schon wieder in der Stadt», stellte eine ältere Frau fest. Derweil flanierten Dutzende Sonntagsausflügler entlang der Hochwasserschutzwand gegenüber des Parkplatzes Bleichwiesen in Richtung Stadtinsel.

Ein paar tausend Hochwassertouristen waren am Wochenende in Lüchow-Dannenberg an der Elbe unterwegs. Besonders Hitzacker mit seinen neuen Hochwasserschutzanlagen lockte viele Schaulustige auch aus den Nachbarkreisen sowie aus Hamburg und Hannover an. Die Polizei sorgte dafür, dass sich die Hochwassertouristen an das Verbot hielten, die zum Teil aufgeweichten Deiche nicht zu betreten.

Indessen hat der Scheitelpunkt der Hochwasserwelle der Elbe Lüchow-Dannenberg fast durchlaufen und Neu Darchau erreicht. In Hitzacker stagnierte der Pegelstand von 20 Uhr am Sonnabend bis 12 Uhr am Sonntag bei 7,70 Meter, sieben Zentimeter mehr als beim bisher höchsten Wasserstand vor fünf Jahren. In Neu Darchau steht der mobile THW-Pegel seit Sonnabend 20 Uhr bei 7,49 Meter, derselben Höhe wie 2006. Die Hochwasservorhersasagezentrale Magdeburg rechnet nun mit einem sehr langsamen Rückgang der Pegelstände um täglich mehrere Zentimeter bis zur Wochenmitte.

An den Elbdeichen zwischen Wussegel und Damnatz drückt Qualmwasser auf mehreren Kilometern Länge in größeren Mengen durch den Deichfuss. Zur Vorsorge haben Feuerwehrkräfte aus Dannenberg und Streetz gestern rund 4500 Sandsäcke befüllt, die der Jeetzeldeichverband am durchnäss-ten Deich deponiert hat, um etwaige Gefahrstellen schnell abzudichten. Zudem wird der Deich zwischen Wussegel und Damnatz sowieso kontinuierlich von Deichwachen kontrolliert. Als weitere Maßnahme ist der kleine Polder der Tauben Elbe im Bereich Penkefitz gefüllt worden, um einen Gegendruck gegen das auf dem Deich stehende Elbwasser zu schaffen.

Die Lage in Neu Darchau und Katemin war gestern weitgehend entspannt, berichtete Mirko Tügel von der Feuerwehr der Samtgemeinde Elbtalaue. Wie wichtig es ist, die Notdeiche in diesem Bereich ständig zu beobachten, zeigte sich am Freitag nach Einbruch der Dunkelheit, als dort auf dem Grundstück eines Dachdeckerbetriebs vermehrt Qualmwasser durch den Wall aus Sandsäcken drang. Rund 40 Feuerwehrleute befüllten die ganze Nacht hindurch 3500 Sandsäcke, die am Notdamm deponiert wurden, um schnell weiteres Qualmwasser zu stoppen. In Neu Darchau waren am Wochenende rund 100 Kräfte von Feuerwehren und Technischem Hilfswerk im Einsatz.

Quelle: ejz.de

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