Archiv für Januar 19, 2011

»Auf Höhe bringen»

Veröffentlicht: Januar 19, 2011 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg
Damm und Sandsäcke sollen Neu Darchau vor der Elbe schützen

rg Neu Darchau. Über dem Parkplatz an Neu Darchaus Fährhafen liegt der Geruch von Konservierungsmitteln. Ein Geruch, den die meisten Feuerwehrleute, die dort arbeiten, zur Genüge kennen.

Er kommt von den großen Ballen, in denen die Sandsäcke angeliefert werden, die es zu befüllen gilt. Sand-säcke, mit denen versucht werden soll, die Elbe aus Neu Darchau heraus zu halten. Denn bei den zu erwartenden Pegelständen (siehe Artikel unten) könnte es sein, dass die Elbe bei Neu Darchau so hoch steigt, dass einige Straßen und vor allem einige Wohnhäuser bedroht wären.

Das wollen die Feuerwehren der Samtgemeinde Elbtalaue verhindern. Fast alle Wehren sind im Einsatz, nur einige wenige – darunter Dannenberg und Hitzacker – sind als Reserve unalarmiert geblieben. Tausende Sandsäcke werden in Neu Darchau benötigt, um direkt am Elbeufer liegende Grundstücke zu sichern, weitere sollen den einige hundert Meter langen Sanddamm stabilisieren, der vom Fährhafen aus Richtung Katemin aufgeschüttet wird, um auf einen Anstieg des Elbepegels auf 7,50 Meter vorbereitet zu sein. Dass der Pegel so hoch steigt, ist durchaus möglich, heißt es aus der Örtlichen Einsatzleitung, die aus einem Container am Neu Darchauer Jugendzentrum heraus die Arbeiten koordiniert. Einige halten die Prognose für zu hoch gegriffen – es gibt aber auch solche, die damit rechnen, dass das Wasser noch höher steigen wird. Drei sogenannte Jahrhunderhochwässer haben viele skeptisch gegenüber amtlichen Prog-nosen gemacht. Vor allem, wenn sich diese auch noch widersprechen.

Auch in Katemin arbeiten Feuerwehrleute. Dort werden ebenfalls Häuser mit Sand-säcken gesichert, ein Feuerwehrmann schüttet mit einem Bagger einen Erdwall auf, der ein nahe der Elbe liegendes Grundstück schützen soll. »Mit der Erde, den Sandsäcken und dem Sanddamm bringen wird jene Stellen auf Höhe, die unterhalb des zu erwartenden Hochwasserpegel liegen», erläutert ein Feuerwehrmann. »Und dann kommt noch eine Reserve obendrauf – man kann ja nie wissen.»

Ein weiterer neuralgischer Punkt, nämlich der Kateminer Mühlenbach, der bei Katemin in die Elbe fließt, wir mit großen Plastiksäcken abgedichtet: Sein Wasser soll vom Technischen Hilfswerk in die Elbe gepumpt werden. Die Ortsdurchfahrt Neu Darchau – Katemin wird dafür für den Verkehr komplett gesperrt. Die Arbeiten, heißt es von der Einsatzleitung, gingen gut voran, fertig zu werden dürfte kein Problem werden, ist man in dem roten Container am Jugendzentrum optimistisch.

Ob wieder Katastrophenalarm ausgelöst werden wird, ist derzeit noch nicht klar, heißt es aus dem Lüchower Kreishaus. Derzeit gehe man davon aus, dass dies nicht nötig sein werde, sagt Landrat Jürgen Schulz. Per Allgemeinverfügung hat der Landkreis indes ein Benutzungsverbot für alle Deiche erlassen, heißt es aus dem Kreishaus. »Dafür bitten wir angesichts des Hochwassers um das Verständnis der Bürger.»

Bild: Ein Sanddamm soll die Elbe daran hindern, im Bereich des Hafens in den Ort zu fließen. Der Damm ist einige Hundert Meter lang und wird mit Plane und Sandsäcken stabilisiert. Weitere Bilder vom Einsatz in Neu Darchau und vom Hochwasser an Elbe, Seege und Aaland finden Sie in unserer Fotogalerie. Aufn.: R. Groß

Quelle: ejz.de