Archiv für Januar 17, 2011

Wo noch immer Land unter ist

Veröffentlicht: Januar 17, 2011 von fluthelfer in Wertheim

Sinkt der Pegel oder kommt die nächste Flutwelle? Die Hochwasserlage an Donau, Elbe, Rhein und Main bleibt weiter angespannt. Wir zeigen, wo derzeit Hochwasser herrscht und welche Straßen gesperrt sind.

Überschwemmte Flüsse und Straßensperren machen den Menschen bundesweit zu schaffen. Nach einer Woche Hochwasser liegen vor allem die Nerven vieler Einwohner im baden-württembergischen Wertheim blank. Etwa 1000 Menschen sind in der Altstadt direkt von den Fluten betroffen.

In Frankfurt am Main wurden neben gesperrten Straßen und der zweiten Hochwasserwelle auch die Menschenmassen zum Problem, die die Schutzdämme zu zerdrücken drohten. Auch in Sachsen bangt man noch immer. An der Elbe konnte bislang noch keine Entwarnung gegeben werden, aber der Pegelstand in Dresden mit 6,50 Metern blieb deutlich unter der Sieben-Meter-Marke.

Der Lichtblick: In den kommenden Tagen wird es kaum regnen, teilte der Deutsche Wetterdienst  mit.


bok/cvd/ivb/news.de

Hochwasser Flut fordert mehrere Tote

Veröffentlicht: Januar 17, 2011 von fluthelfer in Hochwasserflut 2011

 

Das Hochwasser hat in Deutschland mehreren Menschen wohl das Leben gekostet. Fünf Personen werden vermisst – die Ermittler gehen davon aus, dass sie ertrunken sind.

Die Polizei suchte bislang erfolglos nach den von der Fulda und Steinach in Hessen mitgerissenen Männern. Die Beamten schätzen am Montag die Chance, die Männer lebend zu finden, in beiden Fällen als gering ein.

Nach einem Vermissten, der am Wochenende auf der Flucht vor der Polizei in die Fulda gesprungen war, wird derzeit nicht mehr gesucht, wie ein Polizeisprecher in Kassel sagte. Nach Polizeiangaben handelt es sich möglicherweise um einen 32-Jährigen. Er hatte in der Nacht zum Samstag in Kassel beim Erkennen eines Streifenwagens sein Auto beschleunigt und war vor den Beamten geflüchtet. Entlang der Fulda verlor der Autofahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug und fuhr in den Straßengraben. Nach dem Unfall flüchtete er zu Fuß und sprang dann in den Fluss. Auch ein 59-Jähriger, der am Donnerstag bei Neckarsteinbach (Kreis Bergstraße) in die Steinach gestürzt war, ist noch nicht gefunden worden.

Das Hochwasser hat wohl schon einige Menschen das Leben gekostet. Am Freitagabend stürzte vermutlich ein 67-Jähriger in Bräunlingen (Baden-Württemberg) in die Breg. In Auerbach im Erzgebirge wird seit Freitagmorgen eine 77-Jährige vermisst, die möglicherweise in einen Hochwasser führenden Bach gestürzt ist. In Bayern fehlt seit Mitte letzter Woche von einem Schleusenarbeiter jede Spur. Allem Anschein nach ist er in die Traun gefallen. Ähnliche Vorfälle gab es in der vergangenen Woche in Thüringen an der Unstrut, in Niedersachsen an der Emmer und der Rems in Baden-Württemberg.
jag/ivb/news.de/dapd

 

Der Umweltminister packte mit an

Veröffentlicht: Januar 17, 2011 von fluthelfer in Hitzacker
Hochwasserschutzwand in Hitzacker im Beisein von Hans-Heinrich Sander innerhalb von nur fünfeinhalb Stunden aufgebaut

ab Hitzacker. Sowohl das Elbehochwasser als auch das in der Jeetzel könnten doch höher ausfallen, als noch vor einigen Tagen prognostiziert. Vorher-sagen schlössen das nicht ganz aus, meinten Vertreter des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) am Sonnabend in Hitzacker.

Für die Elbestadt werde es erst kritisch, wenn in der Jeetzel ein Wasserstand von 12,90 Meter über Normalnull (NN) und in der Elbe ein Wasserstand von bis zu 13,50 Meter über NN nicht gehalten werden könnten. »Aber soweit wird es wohl nicht kommen», ist NLWKN-Auf- gabenbereichsleiter Heiko War-necke optimistisch – zumal die Prognosen vergangener Jahre letztendlich nicht zugetroffen hätten. Das Wasser sei nicht so hoch wie befürchtet gestiegen.

In Hitzacker jedenfalls ist man gewappnet, Katastrophen wie sie die Hochwasser zuletzt 2002 und 2006 verursacht hatten, will man nicht wieder er-leben. Und so kam am Sonnabend zum ersten Mal die metallene Hochwasserschutzwand zum Einsatz – im Beisein des Niedersächsischen Umwelt- ministers Hans-Heinrich Sander (FDP). Auf einer Länge von 560 Metern montierten 40 Aktive der Feuerwehren Hitzacker, Harlingen, Wietzetze und Penkefitz die Dammbalken auf dem 1,20 Meter hohen, gemauerten Sockel. Das Ganze ist jetzt 2,70 Meter hoch. »Da dürfte nun nichts Unvorhergesehenes passieren», meinte NLWKN-Mit- arbeiter Warnecke.

Die Schutzwand, zuerst als Probeaufbau geplant, wurde innerhalb von nur etwa fünfeinhalb Stunden errichtet, sieben bis acht Stunden waren vorher für die Aktion veranschlagt worden. Das imponierte auch dem Umweltminister, der beim Aufbau der Mauer zeitweise selbst mit anpackte, nacheinander spontan mehrere Dammbalken schulterte, um sie dann den auf dem Sockel tätigen Freiwilligen zu reichen. Minister Sander ist zufrieden, dass der Hochwasserschutz für Hitzacker relativ schnell umgesetzt worden ist und betonte: »Wenn man das mit den Menschen vor Ort plant und realisiert, klappt es auch. Wenn etwas jedoch von oben angeordnet wird, ist die Gefahr des Scheiterns recht groß.»

Unter der Regie des Jeetzeldeichverbandes um Deichhauptmann Axel Schmidt hatten Mitarbeiter des Kreisverbandes der Wasser- und Bodenverbände am Freitag mit der Vorbereitung des Schutzwand-Aufbaus begonnen und die Elemente an die Promenade gefahren. Die Pumpen eins und zwei des Schöpfwerkes waren nacheinander abgestellt worden, parallel dazu wurden die Sieltore geschlossen. Die Hochwasserschutzwand, so Heiko Warnecke, bleibe so lange aufgebaut, bis die Hochwassergefahr für Hitzacker endgültig gebannt sei.

Quelle: ejz.de