Hochwasserschutz – Die Deichbauer von Eschenlohe

Veröffentlicht: Mai 31, 2010 von fluthelfer in Hochwasserschutz

 

Seit der Überschwemmung von 2005 ist das oberbayerische Eschenlohe die bayerische Hochwasser-Symbolgemeinde schlechthin. Den Fluten hielten damals Dämme und Deiche nicht stand. Eschenlohe baute daraufhin noch höhere.

August-Flut 2005: Das Fernsehen zeigte immer wieder Bilder aus dem temporär untergegangenen Eschenlohe. Der 1.600-Einwohner-Ort im Werdenfelser Land nahe Garmisch ist seitdem die bayerische Hochwasser-Symbolgemeinde schlechthin. Das Wasser stand bis zu 1,50 Meter hoch in dem kleinen Ort.

Die Überschwemmungen der Loisach richteten horrende Schäden an, in manchen Haushalten mehr als 100.000 Euro. Die Dämme und Deiche hatten den Fluten nicht standgehalten.

Auf zu neuen Ufern – vor allem zu höheren und massiveren

Danach wurde im notorisch von Fluten heimgesuchten Eschenlohe wieder mal heftig diskutiert, was zu tun sei. Nicht alle Einwohner waren von der Aussicht auf eine noch massivere Uferverbauung begeistert. Stattdessen wurde eine tiefe Ausbaggerung der Loisach oder eine Ableitung ins Murnauer Moos vorgeschlagen.

Durchgesetzt hat sich doch der klassische Hochwasserschutz – in modernisierter Variante. Im Sommer 2006 war dann Spatenstich für neue, höhere Dämme und Deiche. Zusätzlich schaffte man aber auch Raum für ökologischen Hochwasserschutz: Zwei Zuflüsse sollten renaturiert, ein Fünf-Hektar-Auwald südlich der Gemeinde gepflanzt werden.

Eine neue Loisach-Brücke kommt ohne Pfeiler aus, sodass die Wassermassen künftig ohne Widerstand fließen können. Das gesamte Projekt kostete rund sechs Millionen Euro, von denen der Freistaat den größten Teil übernahm.

Warten auf Entschädigung

Hohe Summen werden in den Hochwasserschutz gepumpt. Bei der Entschädigung von Betroffenen wird der Geldfluss jedoch rasch zum Rinnsal, obwohl sie nicht nur vollgelaufene Keller beklagen, sondern zum Teil schwere Folgeschäden. Flutopfer müssen oft sehr lange auf eine Entschädigung warten.

Schutzprogramme weiterer Kommunen

Mehrere Hochwasser-Katastrophen kurz hintereinander zeigten Wirkung: Eschenlohe machte seine Deiche höher, anderswo griff man zu anderen Maßnahmen. Einige bayerische Beispiele:

Schwabach (März 2010)
In Schwabach gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Überschwemmungen. Um Abhilfe zu schaffen, übergab im März 2010 Umweltminister Markus Söder der mittelfränkischen Stadt eine halbe Million Euro Fördergelder für zwei Rückhaltebecken und größere Kanalrohre zum besseren Wasserabfluss.

Coburg (November 2009)
Zusätzlich zu den zwei Rückhaltebecken begann man im November 2009 in Coburg mit der Grabung eines zwei Kilometer langen Stollens. Er soll künftig Hochwasser durch den Bergrücken zwischen Oberlauter und Beuerberg in das Rückhaltebecken des Goldbergsees leiten. Die 27 Millionen Euro für das Projekt, das 2012 fertig sein soll, teilen sich die Stadt, die Gemeinde Lautertal, der Freistaat Bayern und die EU.

Weiden (September 2009)
Nach 14-jähriger Bauzeit wurde im September 2009 der Flutkanal entlang der Weidener Altstadt eingeweiht. Er soll vor einem hundertjährigem Hochwasser schützen. Die Kosten von 5,7 Millionen Euro finanierte hauptsächlich der Freistaat Bayern unter Beteiligung der Stadt.

Quelle: br.de

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