Archiv für Dezember, 2009

Hochwasserschutz ist einsatzbereit

Veröffentlicht: Dezember 28, 2009 von fluthelfer in Hitzacker
Bauabnahme der Schutzmauer in der Rosenstraße – Brücke zur Schweineweide an Hafen Hitzacker GmbH übergeben

as Hitzacker. Die Bauarbeiten für den Hochwasserschutz in Hitzacker sind nahezu abgeschlossen. Kürzlich wurde die Bauabnahme für das jüngste Projekt, den Bau der Schutzmauer an der Rosenstraße zur Jeetzel, vollzogen.

Und im Zuge dessen erfolgte auch die Abnahme der Brücke zur Schweineweide, deren Eigentum an-schließend vom Bauträger Jeetzeldeichverband nach Vorgabe des Planfeststellungsbeschlusses an die Hafen Hitzacker GmbH und deren Eigentümer Peter Schneeberg übergeben wurde. Heiko Warnecke, verantwortlich für die Projektsteuerung durch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), hatte die Abnahme und Übergabe organisiert.

»Das war ein wichtiger Tag für den Hochwasserschutz in Hitzacker», bekräftigte Deichhauptmann Heinz Anders. Seine Erleichterung darüber, dass das Großprojekt für den Hochwasserschutz in Hitzacker und damit für die gesamte Jeetzelniederung unter dem zeitlichen Druck auslaufender Bezuschussungsfristen gelungen ist, war ihm anzumerken. Denn mit der Beendigung der Bauarbeiten an der Rosenstraße ist das letzte Objekt, das rein dem Schutz vor Hochwasser gilt, fertiggestellt worden. Gebaut wird einzig noch an der Rampe neben dem ebenfalls einsatzbereiten Sielbauwerk. »Diese Bauarbeiten können – je nach Wasserstand – sich noch bis ins Frühjahr hinziehen», teilte Heinrich König vom NLWKN mit.

Das Schöpfwerksgebäude war schon im November 2008 abgenommen worden, erinnert Heiko Warnecke. Einzig die Abnahme der drei Pumpen steht noch aus. Die vertraglich zuge-sicherten Leistungsdaten seien bislang noch nicht vollends erreicht worden. »Dabei ist nicht die Fördermenge das alleinige Problem.» Für einen entsprechenden Test unter Volllast- bedingung sei ein Mindest-Hochwasserstand nötig, so eine Vorgabe des Oberbauleiters für den Pumpenbereich. Deswegen könne sich diese Abnahme zeitlich noch deutlich in die Länge ziehen. »Es besteht also noch eine ganze Reihe von Optimierungsbedarf, um die Langlebigkeit der Pumpen zu gewährleis-ten und die Unterhaltungskos-ten so gering wie möglich zu halten», betonte Warnecke.

Diplomingenieur Torsten Benecke vom Ingenieurbüro Rauchenberger vollzog für die Oberbauleitung zunächst die Abnahme der Hochwasserschutzwand an der Rosenstraße zur Jeetzel. Von Juni bis Dezember dieses Jahres hatten die Firmen SBI und Bleck eine 93 Meter lange Schutzwand aus Stahl-beton errichtet und diese – im Vergleich zur bisherigen – etwas Richtung Jeetzel versetzt. Ferner wurde 900 m2 Uferdeckwerk aus Wasserbausteinen angelegt und 800 m2 Betonsteinpflaster neu verlegt. Ferner wurde ein neues Regenwasserpumpwerk installiert, das nach Fertigstellung vom Wasserverband Dannenberg-Hitzacker übernommen wird. Die Baukosten belaufen sich auf rund 750000 Euro und werden komplett aus dem Aufbau-Fonds für Hochwasserschutz finanziert. Benecke erinnerte daran, dass während der Bauphase die alte Schutzmauer aus großen Feldsteinen an der Drawehner Torschenke zum Teil eingestürzt war, allerdings ohne Folgeschäden zu verursachen. Danach verliefen die Bauarbeiten fast problemlos, abgesehen von einer dreiwöchigen Unterbrechung durch das Sommerhochwasser. Ins Abnahmeprotokoll wurden Restarbeiten aufgenommen, wie das Setzen eines Stabgitterzaunes samt Tor und eines Geländers. Die Hauseigentümer Michaela Krüger und Peter Schneeberg waren sich einig: Die Grundstücke haben durch die Mauer gewonnen.

Die Vorlandbrücke zur Schweineweide, die mit einer politisch umstrittenen Zahlung von 100000 Euro aus der Stadtkasse in die Schlagzeilen rückte, ist von der Firma SBI von November 2006 bis April 2007 gebaut worden. Der Straßenbau erfolgte erst in Abstimmung mit anderen Arbeiten im September 2009. Die Stahlbetonbrücke mit einer lichten Weite von acht Metern ist auf Stahlspundwände gegründet worden. Das Geländer wird bei Hochwasser, wenn die Brücke überflutet wird, von der Stadt Hitzacker abmontiert, so wurde mit Bauamtsleiter Jens Hesebeck vereinbart. Laut Oberbauleitung betrugen die Kosten rund 300000 Euro, die auch zu 100 % aus dem Fonds Aufbauhilfe finanziert wurden. Abgesehen von kleinern Nacharbeiten an Dichtungsfugen stand der Übernahme der Brücke durch die Hafen Hitzacker GmbH nichts im Wege. In Brückennähe werden noch einige Feldsteine aus dem Hafenbett geborgen.

Bild: Die neue Schutzmauer an der Jeetzel sichert die Gebäude an der Rosenstraße gegen Hochwasser. Der Jeetzeldeichverband hatte die Mauer als Vorgabe des Planfeststellungsbeschlusses aus Aufbau-Fonds-Mitteln bauen lassen. 2 Aufn.: A. Schmidt

Quelle: ejz.de

Verbote bei Hochwasser

Veröffentlicht: Dezember 23, 2009 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg
Neue Verordnung schafft Schutz- und Gefahrenzonen in Hitzacker

fk Hitzacker. Bei Elbehochwasser dürfen Ortsfremde zu-künftig die Stadtinsel Hitzacker nicht mehr betreten. Das ist der Kern einer Verordnung, die der Rat der Samtgemeinde Elbtalaue jetzt beschlossen hat.

Darin wird detailliert geregelt, ab wann das Aufenthaltsverbot eintritt und welche Straßenzüge davon betroffen sind. Als »zwingend» sah SG-Bürgermeister Jürgen Meyer den Erlass der Verordnung an. Nicht alle im Rat sahen das so. »Unnötig kompliziert» und »überflüssig» lauteten einige Bewertungen für das sechsseitige Paragrafenwerk. Die Verwaltung verwies zur Begründung auf die Probleme, die bei Hochwasser in Hitzacker durch Touristen entstanden seien. Außerdem müsse sichergestellt sein, dass die Hochwasser-Schutzanlagen nicht beeinträchtigt werden. Die mobilen Elemente der Hochwasser-Schutzmauer könnten beschädigt werden. Auch davor müsse Vorsorge geschaffen werden. Deshalb wird die Stadtinsel jetzt im Hochwasserfall in zwei Zonen eingeteilt: eine Schutz- und eine Gefahrenzone. Die Schutzzone betrifft den Bereich von fünf Metern zu beiden Seiten der Schutzmauer zur Elbe und am Sielwerk. Die Gefahrenzone umfasst die Uferstraßen der Jeetzel sowie den Straßen- und Häuserbereich hinter der Schutzmauer. Die Schutzzone muss bei einem Wasserstand von zwölf Metern über Normalnull ge-räumt werden. Fahrzeuge und alle beweglichen Gegenstände sollen von den Schutzanlagen ferngehalten werden. Ab 12,50 Meter dürfen auch Personen nicht mehr die Promenade hinter der Mauer betreten. Die Bestimmungen für die Gefahrenzone gelten ab einer Wasserhöhe von 14,85 Metern. Dann müssen auch dort alle Fahrzeuge und Müllcontainer entfernt oder gesichert werden. Menschen sollen dann diese Zone verlassen, Ausnahme: die Anlieger. Die Verbote gelten bis zum Abbau der mobilen HochwasserschutzAnlagen. »Wir brauchen eine Rechtsgrundlage jetzt, denn das Wasser steigt», drängte SG-Bürgermeister Meyer auf die Verordnung. Allerdings konnte er auch bisher schon Betretungsverbote erlassen und Fahrzeuge entfernen lassen.

Die Samtgemeinde ist für Sicherheit und Ordnung zuständig. Darauf wies Uwe Beutler (CDU) hin. Eine neue Rechtsvorschrift sei gar nicht nötig. Der Unterschied: In Zukunft braucht der Bürgermeister die Entscheidung nicht mehr selbst zu treffen. Die Verbote treten automatisch mit der Wasserhöhe ein. Barbara Felber (CDU) be-mängelte die Unverständlichkeit der neuen Anordnungen. Die Verordnung sei »kompliziert und umständlich», meinte sie. Die Mehrheit des Rates beschloss das Werk dennoch. Einstimmig fiel die Veränderung der Friedhofsgebühren in der Samtgemeinde aus. Es handele sich in der Regel um eine Verringerung der Gebührensätze, erklärte die Verwaltung. Das gilt jedenfalls für die Grabstätten selbst. Die Bestattungen werden dagegen deutlich teurer. Ohne Gegenstimmen verabschiedete der Rat den Haushalt des Eigenbetriebes Kommunale Dienste Elbtalaue, des früheren Bauhofes, für das nächste Jahr. Die Gemeinden müssen danach auch 2010 nicht mit veränderten Kostensätzen für das Personal oder den Einsatz der Fahrzeuge rechnen. Der Eigenbetrieb erwartet eine »Stabilisierung» seiner Aufträge und beruft sich dabei auf »positive Erfahrungen». Allerdings könnte die Haushaltslage der Kommunen einen Strich durch diese Erwartung machen. Der Ergebnishaushalt des Eigenbetriebes für 2010 schließt ausgeglichen mit 1,71 Mio. Euro. Für den Finanzhaushalt sind Ausgaben in Höhe von 1,6 Mio. Euro vorgesehen, bei einem Defizit von 53 000 Euro.

Quelle: ejz.de